| Menedemos | Eigentlich ist [u]Demon17[/u] der Threadersteller. Da er jedoch keine Umfrage schalten kann, habe ich den Thread in seinem Auftrag erstellt. . . . Demon17: Die Philosophie ist von Fachbegriffen geprägt. Diese erfüllen meistens den Zweck Gegenstände des philosophischen Denkens zu bezeichnen, für die es in der jeweiligen Sprache noch keinen Begriff gab. Dies hat den Vorteil, dass man das jeweilige Objekt nicht jedes Mal wieder aufs neue aus der Umgangssprache herausgenerieren bzw. beschreiben muss und das diese Fachtermini wesentlich präziser definiert sind als die Worte des allgemeinen Sprachgebrauchs. Der Nachteil besteht im wesentlichen in zwei Punkten: · Verstehen nur eine kleine Minderheit von Menschen diese Begriffe, so dass der Kreis der Rezipienten stark eingeschränkt ist. · Führt diese Art der Kommunikation häufig zur Verwendung von Fremdworten an Stellen, wo es genauso präzise Begriffe in der jeweiligen Umgangssprache gäbe. Die Frage, die ich mir und euch stelle ist nun: a) Sollen gar keine Fachbegriffe einsetzen um allgemeinverständlich zu bleiben.Auch wenn sich so nicht alles ausdrücken lässt, sondern nur annähernd beschrieben wird und der Lerneffekt, der sich aus der Verwendung dieser Begriffe ergeben könnte unterbleibt? b) Sollen wir ohne Rücksicht auf Verluste an potentiellen Rezipienten/Lesern unseren jeweiligen Wortschatz einsetzen um das Niveau der Debatte so hoch und philosophisch wie möglich zu halten. c) Sollten wir so wenig Fachbegriffe wie möglich auskommen und diese wenigstens bei der ersten Verwendung definieren? |
| Selian | Erstmal denke ich es gibt da noch einige Abstufungen zwischen Fremdwörtern die in der Umgangssprache vollkommen ungewöhnlich sind und anderen die doch recht geläufig sind. Grundsätzlich sollte man (vor allem seltene) Fremdwörter aber nur da einsetzen wo sie unumgänglich sind. [QUOTE] [B]...Verstehen nur eine kleine Minderheit von Menschen diese Begriffe, so dass der Kreis der Rezipienten stark eingeschränkt ist. [/B][/QUOTE] Das ist für mich ein typisches Beispiel in dem ein Fremdwort vollkommen unnötig eingesetzt wird. Der Begriff Empfänger statt Rezipient wäre sicherlich leichter verständlich und würde den Sinn des Satzes nicht entstellen. Ich hab zwar nicht so sehr viele Probleme mit Fremdworten finde es aber trotzdem nervig einen Beitrag zu lesen, bei dem ich mir mehr Gedanken über die Bedeutung der Worte statt über den eigentlichen Inhalt machen muß. Wenn's mir zu arg wird, lese ich nicht mehr weiter. Der Argumentation des präziseren Ausdrucks durch Fremdworte kann ich nicht so ganz folgen. Die Wahrheit ist, das die Vermutungen über die Bedeutung so mancher Fremdworte eher ungenau sind und damit das Verständnis des Inhalts am Verständnis der Fremdworte hängt. Das halte ich nicht für sonderlich Sinnvoll. Das es immer mal Fachspezifische Begriffe gibt an denen man nicht vorbei kommt ist klar. Mehr als unbedingt notwendig muß aber nicht sein. Ich finds interessanter und beachtlicher wenn jemand einen schwierigen Sachverhalt für jeden verständlich erklären kann, als wenn jemand einen Vortrag hält bei dem die Zuhörer schon nach 3 Sätzen die Lust verlieren weil sie mit Fremdworten bombadiert werden. Deswegen stimme ich jetzt für C edit: Fremdwörter eliminiert ;) |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Selian [/i] [B] Deswegen stimme ich jetzt für C [/B][/QUOTE] Warum tust Du es nicht? *g* Ich glaub man muss einen der weißen Kreise markieren und Abstimmen drücken. Nun los Selian ich will die bunten Balken sehen. Oh man muß Ergebnis anzeigen drücken *Lol* for me. Übrigens find ich Empfänger anstatt Rezipienten irgendwie unbehlfen, wie wäre es mit Adressaten oder Lesern?:) never surrender demon17 |
| Dark_FN | Ich denke auch, dass ein pragmatischer Umgang mit Fachtermini die beste Lösung ist. Anstelle von Um- und Beschreibungen sind Fachausdrücke mit Sicherheit angebracht. Um zu zeigen was für ein toller Held man ist, sind sie sicherlich nicht wünschenswert. Fachkommunikation kann halt auch ausgrenzend sein, bzw. soll vielleicht - zumindest zu einem gewissen Teil - auch genau das bewirken. Wobei ich denke, dass es in der Vergangenheit schon ganz gut gelaufen ist. |
| Selian | [QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i] [B]Warum tust Du es nicht? *g* Ich glaub man muss einen der weißen Kreise markieren und Abstimmen drücken. Nun los Selian ich will die bunten Balken sehen. Oh man muß Ergebnis anzeigen drücken *Lol* for me. [/b][/quote] Hast dich schon gewundert warum niemand abstimmt? ;) [quote][b]Übrigens find ich Empfänger anstatt Rezipienten irgendwie unbehlfen, wie wäre es mit Adressaten oder Lesern?:) never surrender demon17 [/B][/QUOTE] Empfänger war nur ein Beispiel, von dem ich denke das es dem ursprünglichen Ausdruck am nächsten kommt. Das es genug andere Möglichkeiten gibt zeigst du selber auf, das macht mir Hoffnung. ;) |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Selian [/i] [B]Hast dich schon gewundert warum niemand abstimmt? ;) Das es genug andere Möglichkeiten gibt zeigst du selber auf, das macht mir Hoffnung. ;) [/B][/QUOTE] a) stimmt b) Du weißt doch, die Hoffnung stirbt zuletzt:cool: never surrender demon17 |
| Montrose | Es kommt doch darauf an, wer zu wem spricht. Ein studierter Philosoph muß selbstverständlich alle oder fast alle Fachtermini kennen, und dementsprechend müssen sie in Vorlesungen, Büchern etc. benutzt werden. Ist das Publikum hingegen die Öffentlichkeit, dannsollte man Fachtermini sparsam einsetzen. Unter Berücksichtigung, daß Menedemos und demon17 vom Fach sind, stimme ich für b. |
| Menedemos | Ich bin Pragmatiker. Ich frage als allererstes, welche Methode dem Zweck, den man verfolgt, am besten dient. Mein Zweck ist die Suche nach der Wahrheit, in einem sehr universellen, idealistischen, überindividuellen Sinn. Momentan sehe ich die Gefahr, daß durch allzu starke Verwendung von Fachtermini der Kreis der Menschen, die sich an Philosophie beteiligen können, sehr gering ist (allein aus Unkenntnis der Begrifflichkeiten). Der kleine, elitäre Kreis, der sie versteht, ist jedoch verstaubt unkreativ und geistig unfruchtbar, eine blanke Kathederwissenschaft, wie wir sie im Hellenismus schon einmal hatten. Um der Philosophie neues Leben einzuflößen, bräuchten wir so etwas wie eine "Pop–Philosophie", ähnlich der Pop–Musik und der Pop–Art, die vor 40 Jahren alte Verkrustungen aufgebrochen haben. Dabei müßten wir auf allzu prätentiöse Wortverwendungen verzichten. In der Verwendung derlei Formulierungen steckt oft genug blanker Egoismus, um sich als möglichst gebildet darzustellen, der Philosophie insgesamt (und damit dem vorgeblichen Zweck) wird damit aber geschadet. Deshalb bin ich immer bemüht, notwenige Präzision im Ausdruck und Verständlichkeit andererseits gleichermaßen zu verwirklichen (und wenn man sich auch nur etwas anstrengt, gelingt das auch zumeist!). (Wir hatten übrigens vor ewig langen Zeiten mal eine Diskussion, ob man jegliche philosophische Erkenntnis einem durchschnittlich gebildeten und durchschnittlich intelligenten verständlich machen kann. Hat ein bißchen was mit dem Thema zu tun. Vielleicht suchen ich den mal raus bei Gelegenheit und poste dann den Link). |
| LaChatte | Ich komme aus einer Lehrerfamilie... und das goldene Prinzip da war: "Wer nicht ein Thema einem völlig ungebildeten Menschen in einfachen Worten erklären kann, hat die Sache selbst nicht verstanden..." und da schliesse ich mich an... Wenn es aber darum ginge, an einem Fachkongress das hochgelahrte Publikum zu beeindrucken, würde ich mich wohl auch so unverständlich als möglich ausdrücken... "Denn wo die Begriffe fehlen, stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein" - so ging das doch, oder? Empfehlenswerte Lektüre, um sich Fremdwörter abzugewöhnen: Rudolf Steiner. Kaum ein Fremdwort, und dabei sehr genau, sehr philosophisch und perfekt verständlich;) |
| Wardog20k | mal ne frage was ist auseinandersophistiezieren? (hoffentlich richtig geschrieben) könnte auch auseinandersophistiziert geweswen sein Fachbegriffe sind von nöten aber nur wenn es halt nicht anders geht (oder nur sehr umständlich geht). Ein Problem von mir ist z.B. nicht chemischen Publikum meinen Beruf näher zu bringen (da geht es wirklich nicht da sonst ein Gespräch irgendwo in der 10 Klasse endet und dann schnell langweilig (für die anderen) wird) :D und dem chemisch interessierten brauch ich nichts zu erzählen... |
| Demon17 | Hallo Wardog20k, ich hatte eigentlich die Hoffnung, dass Menedemos Dir diese Frage beantworten würde, weil er sich mit den alten Griechen ja viel besser auskennt als ich. Die Sophisten waren meines Wissens eine weit verbreitete philosophische Denkrichtung im alten Griechenland, die davon ausging, das es logisch-verbal keine Problem ist aus weiß schwarz zu machen und umgekehrt. Jedenfalls ist das im kollektiven Gedächtnis der modernen Halbbildung so hängen geblieben. Insofern hieße auseinandersophistieren etwas so lange zu verdrehen, bis Leute, die eigentlich einer Meinung sind glauben unterschiedlicher Meinung zu sein. never surrender demon17 |
| jade | Also, in einer "normalen" Unterhaltung find ich es albern, mit Fachbegriffen zu protzen, wenn man weiß, dass sie eigentlich eh keiner versteht... Schlimm find ich auch, wenn jemand gar nicht merkt, dass er Begriffe benutzt, die ein normal-Sterblicher eigentlich gar nicht kennen muss/kann, und so ganz selbstverständlich daher plaudert, und alle nur Bahnhof verstehen... Aber ansonsten finde ich Fachbegriffe durchaus sinnvoll, weil sie einem das Leben wirklich erleichtern können, und man nicht immer nach ner Umschreibung suchen muss. Ich versuche mir jedenfalls, die Fachbegriffe einzuprägen, auch wenn man am Anfang wirklich so gut wie nix versteht :D Besonders Begriffe, die dann doch häufiger auftauchen sollte man schon kennen, wenn man sich ernsthaft mit einem Thema beschäftigen möchte. Ich selbst setze dennoch ziemlich selten Fachbegriffe ein, weil ich mir oft zu unsicher bin, ob ich den Begriff richtig benutze -> ich find es fürchterlich, wenn Begriffe falsch verwendet werden... Aber wenn ich dann mal eines draufhab ;) merke ich doch, dass ich es schon leichter ist, etwas in einem Wort auszudrücken, als einer ellenlangen, unter Umständen umständlichen Umschreibung... Und Sophisten sind meines Wissens nach alle Lügner und Schönredner :D |
| Demon17 | @Jade, das mit den Sophisten weiß ich auch nicht so genau. Aber in dem von mir beschriebenen Sinne wird dieser Begriff heute häufig verwendet. Ich habe mich an der UNI auch erst gegen diese vielen Fachtermini gewehrt. Vor allem, weil sich vieles genau so gut in deutsch sagen ließ. Zum Schluss kannte ich ein halbes Dutzen Begriffe für ein und dieselbe Sache. Fachbegriffe haben nur dann einen Sinn wenn sie, wie du es sagst auch wirklich eine längere Erklärung ersparen. Diese protzerei mit Fremdworten zu Lasten der Verständlichkeit nervt wirklich, obwohl ich selbst manchmal überflüssig viel davon benutze. Ich glaube nicht dass ich das mache um damit anzugeben, sondern einfach um sich in der erlernten Fachsprache mal wieder auszudrücken. Man kann sich da unheimlich reinsteigern. In meiner Diplomarbeit habe ich auf den ersten 10 Seiten glaube ich kaum ein deutsches Wort benutzt, weil ich seitenmäßig limitiert wurde und zusätzlich noch viele deutsche Worte durch Fremdworte ersetzt habe. Aber was nützt es wenn einen kaum noch jemand versteht. Deshalb habe ich den Rest auch weitgehend in deutsch geschrieben. Wenn du an der UNI keine Fremdworte benutzt wird einem sofort Unkenntnis unterstellt. Wenn man sie erst einmal damit zuballert sind kann man dann in deutsch weitermachen. :rolleyes: never surrender demon17 |
| LaChatte | [QUOTE]Diese protzerei mit Fremdworten zu Lasten der Verständlichkeit nervt wirklich[/QUOTE] Auch bekannt unter dem Namen "Gehirn-Masturbation"...:p ... äh, ist das jetzt ein Fremdwort zuviel?? |
| Demon17 | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Auch bekannt unter dem Namen "Gehirn-Masturbation"...:p ... äh, ist das jetzt ein Fremdwort zuviel?? [/B][/QUOTE] @LaChatte, ich habe in den Koloqien noch keinen stöhnen hören, aber es hat sicher auch mit Selbstbefriedigung zu tun. Nur gibt es dagegen eigentlich nichts einzuwenden. Nur, wie würdest Du dann eine offene, allgemeinverständliche Diskussion bezeichnen?;) [COLOR=crimson]think twice its magic[/COLOR] demon17 |
| LaChatte | Genauso - eben eine offene, allgemeinverständliche Diskussion...:) |
| Demon17 | @LaChatte es ist ja eine der Funtionen präziser definierter Fachtermini, lebensweltliche Assoziationen zu vermeiden, die die Kommunikation in Diskussionen häufig vom Thema abbringen und zu Abschweifungen führen. Vergleiche hinken halt. Der Begriff "Masturbation" gehört ja nicht zu den Fachtermini in der Philosophie und hat wie viele Begriffe mit sexuellen Konnotationen, die Eigenschaft das Thema auf auf den Unterleib zu focussieren. Insofern finde ich gut, das Du beim normalen Posting diese Assoziationen nicht hast.:D never surrender demon17 |
| LaChatte | Leute, die vom Thema abschweifen, können das ja durchaus inklusive Fachtermini machen - ist wohl eher eine Frage der Disziplin als des Wortschatzes. Und ich bin ja auch froh, wenn Berufsleute Dinge mit dem richtigen Namen bezeichnen können - wär wohl eher mühsam, anstatt "modem" zu sagen "das Ding das blinkt und Geräusche macht wenn sie auf Internet gehen" - aber bitte alles mit Mass... Aber auch Fachtermini haben ja durchaus lebensweltliche Bezüge, die auch OK sind - besser "Maus" als "manuelles Zeigersteuerungsperipheriegerät", findest du nicht?;) |
| Sneaky | Bitte sowenig wie möglich , mich kann man mit Fremdworten eh nicht imprägnieren. |
| Demon17 | @LaChatte, an der UNI sind diese Fachtermini meist ganz nützlich, so können nur Leute mitreden, die bestimmte Texte gelesen und verstanden haben, auf deren Grundlage man dann eine sachliche, themenbezogen Diskussion führen kann. Es gibt sonst immer wieder das Phänomen, dass Erfahrungen bzw. Informationen aus völlig anderen Kontexten heraus eingeführt werden, so daß man erst wieder lange diskutieren muss bevor man eine gemeinsame Grundlage geschaffen hat. Das kann zur Sysiphosarbeit werden und jeden Gedankenaustausch zu bestimmten Fragen unterbinden. Aber wir sind ja nicht an der UNI. Den Begriff Maus würde ich nicht für einen Fachterminus halten, obwohl ich ihn selbst benutze. Die Technik ist sowieso noch ein Spezialfall, weil sie gezwungen ist semantisch sehr nahe am Kunden zu operieren, wenn sie sich ihm verständlich machen will. Das führt dann immer wieder zu sehr bilderreichen Simplifizierungen der Fachsprache. never surrender demon17 |
| Sneaky | @demon17 genau das ist der Punkt. Wenn du die Ausdrücke nicht kennst, kannst nicht mitreden. Und die Ausdrücke kennen bedeutet ja noch lange nicht, dass man den Text dann auch gerafft hat oder raffen kann. Machts aber dann doppelt und auch unnötig schwer. Warum nicht - wenn und soweit möglich - ein korrespondierendes Synoynm sprich einen deutschen Ausdruck verwenden wos geht? Beispiele wären semantisch/sprachlich und am Kunden bleiben/operieren aua, und Vereinfachungen/Simplifizierungen. Wir sollten uns ein Beispiel an den Franzosen nehmen, die verwenden keine bzw. nahezu keine Anglikan- oder andere -ismen, bei denen ist ein Computer ein Ordinateur. Irgendwie gefällt mir das, erinnert an den Ausspruch Reden wie einem der Schnabel gewachsen ist. Das hat was find ich. |
| LaChatte | [QUOTE]an der UNI sind diese Fachtermini meist ganz nützlich, so können nur Leute mitreden, die bestimmte Texte gelesen und verstanden haben, [/QUOTE] Meine, zugegebenermassen relativ kurze, Uni-Erfahrung bestand leider darin, dass es dann statt einer Diskussion ein Fremdwörterwettbewerb gab - auf Kosten der Verständlichkeit. Zuviel des Guten ist eben ungesund - und die fachspezifischen Texte, die ich lesen musste, waren furchtbar kompliziert und langweilig - und wenn ich dann mal so einen horriblen Absatz verstanden hatte, konnte ich ihn auch meistens kurz, klar und bündig in der Alltagssprache ausdrücken, ohne Verlust an Verständnis oder Präzision... Und ich hasse es, wenn durch den Gebrauch von schwierigen Wörtern ein elitäres Bewusstsein ensteht, ein "seht her, wie gut ich bin, ich kenn alle diese Wörter, die du nicht kennst!" In meiner Ausbildung gibts auch solche Fachbegriffe wie Merkabah, Alltime-notime, Emotionalfeld, Innere Aspekte, Geisteskräfte und viele andere, die eine ganz spezifische Bedeutung haben - aber ich benutze diese Fachbegriffe tatsächlich auch nur dann, wenn ich sicher bin, dass mein "Publikum" diese auch versteht... [QUOTE]Den Begriff Maus würde ich nicht für einen Fachterminus halten, obwohl ich ihn selbst benutze. [/QUOTE] Was wär dann der Fachbegriff für Maus? Einen andern gibts doch gar nicht, oder nicht? |
| OrcaDesign | >Den Begriff Maus würde ich nicht für einen Fachterminus halten, obwohl ich ihn selbst benutze. ... ähmm... *räusper* - wenn DAS mal kein Fachterminus ist, was dann?!... frag mal Deine Großeltern, was eine Maus ist - ich vermute, ein kleines graues Lebewesen, was Käse frisst und von Katzen gejagt wird. Und nicht sein ganzes Leben lang über dreckige Unterlagen geschliddert und ständig betatscht wird. Ansonsten kann man aber, wenn man interessiert ist, sicherlich einen Begriff auch schnell mal nachschlagen (hab nicht umsonst auf einer meiner Seiten mal ein paar [url=http://www.neksus.de/diskussion-forum-community/philosophie.html]Online-Lexika[/url] verlinkt) |
| Demon17 | Also LaChatte, du hast teilweise sicher recht mit den negativen aspekten übertriebenen Fremdwortgebrauchs, auch an der UNI. Das hatten wir alles schon an anderer Stelle. Aber wenn man Fragen diskutieren will, die Descartes voraussetzen, sollte man wissen was Ontologie ist oder sich erst mal einlesen. Ob der Begriff Maus nun die ursprüngliche Bezeichnung für dieses praktische Bedienungsinstrument des Graphical User Interfaces (grafische Benutzeroberfläche auch GUI genannt) ist, wage ich mal zu bezweifeln. Bezeichnenderweise geht es jetzt um die Maus und nicht mehr um die Fachtermini im allgemeinen. never surrender demon17;) |
| LaChatte | Ist wohl vor allem mein persönliches Vorurteil, ich gebs ja zu...;) |
| Scheol | Greetz, ich habe mit b gestimmt. Wenn ich ein Wort nicht verstehe frage ich im Thread oder per PN nach. So kann man sich selbst schlauer machen und findet raus ob der jenige wirklich versteht wovon er redet. Außerdem gibt es Dinge für die es kein anderes Wort gibt. Ich denke das wenig Lust dazu haben erst ein Posting zu verfassen und dann noch zu erklären was man damit meint. Das macht das Posting überflüssig und erschwert die Diskussion. Manchmal kann dann eine Diskussion echt ätzend, langweilig und öde werden. Man ist doch schon groß und kann fragen, oder? ;) Und wer sich schämt zu fragen: Pech gehabt. bb Scheol |
| Demon17 | @Scheol, ich finde gut wie Du denkst. Es ist halt die Frage wie offen eine Diskussion gehalten werden soll. Eines der Probleme ist sicherlich, wieviel Vorwissen man braucht um sinnvollerweise an einer Diskussion teilnehmen zu können. Das sind dann auch die Diskussionen wo viele Fachtermini verendet werden. Angesichts des enormen Wachstums an Wissensbeständen in der modernen Gesellschaft wird es dann allerdings immer unwahrscheinlicher nocj Gesprächspartner zu finden. Wir haben ja alle möglichen Fakultäten hier am Board, doch jeder kennt sich nur auf seinen Spezialgebieten aus. Außerdem gibt es nur eine begrenzte Bereitschaft sich intensiv mit unbekannten Fachgebieten auseinanderzusetzen. Ich mache immer wieder die Erfahrung, das in einem Thread sehr schnell nicht mehr geposted wird, wenn das Thema zuviel Vorwissen voraussetzt. Andererseits besteht natürlich ebenso die Gefahr, das das Ganze zu sehr verflacht.:( never surrender demon17 |
| Scheol | @Demon17 So falsch liegst du da glaub ich nicht. Du hast schon recht. Wenn ich ein Interessanten Titel lese und in dem schon 15 Postings sind, und ich nur die Hälfte davon verstehe habe ich auch keine Lust da mit zu machen obwohl ich auch was zu sagen hätte. Meistens wurde es dann schon gesagt (und danach klein gehauen :D). Man muß ja nicht übertrieben Fachchinesisch reden, das sieht dann eher aus als wollte sich einer ganz toll finden. Nur manche Dinge sind einfach mit Fachwörter kompakter zu sagen. Z.B. Kann man auf das Wort "kognitiv" verzichten. Dennoch solche Wörter wie "surreal" dürfte jeder kennen. Was darf man dann sagen/schreiben und was nicht? Die Results zeigen aber ganz deutlich das die meisten doch ehe den Ball flach halten wollen. Eigentlich ist es mir gleich. bb Scheol |
| LaChatte | @Demon gerade deine eigene Argumentation zeigt ja ganz deutlich, wie wichtig es ist, für alle verständlich zu bleiben - sonst verstehen dich wirklich nur noch die drei Kollegen aus der gleichen Ecke, und mit allen andern kannst du nicht mehr kommunizieren... Sprache soll ja in erster Linie ein Werkzeug sein, sich verständlich zu machen, und nicht eins, um sich zu verhüllen und abzuschotten... Und nein, allzu komplizierte Dingens lese ich auch nicht - einfach, weil ich keine Lust habe, einen Text zweimal lesen zu müssen, bevor ich ihn verstehe. Es gehört für mich zum Dienst am Mitmenschen, mich so einfach wie möglich auszudrücken, ohne dass die Präzision verloren geht. |
| Menedemos | Es ist halt die Frage, welche Ziele man verfolgt. Geht es einen um das eigene Prestige, drückt man sich möglichst elitär aus, geht es einen dagegen, die Weisheit der Menschheit zu befördern, wird man versuchen, sein Anliegen so verständlich wie möglich zu formulieren. Ich sehe im Widerstreit zwischen Fachsprache und verständlicher Umgangssprache also den Gegensatz zwischen Egoismus und Altruismus. Wobei ich nicht abstreiten will, daß ein [i]gewisser[/i] Einsatz von Fachsprache notwendig und sinnvoll ist. |
| Demon17 | @Menedemos, man sollte sich auch nicht selbst benachteiligen. ich meine manchma macht es mir spass mit leuten so fachspezifisch wie möglich zu diskutieren. andererseits wäre es auf die dauer auch ein bischen langweilig weil sich der kreis der diskutierenden dann schnell ausdünnt. ich seh das also alles eher unter dem aspekt meine eigeninteresses. weil, es macht sowohl spass selbst hinzu zu lernen als auch anderen etwas zu erklären, so dass ich deiner dichotomie in ihrem moralischem aspekt nicht wirklich zustimmen kann.;) . Ich sehe das Ganze eher unter dem Aspekt Anpassung an die Umwelt. never surrender demon17 |