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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Gewissen: angeboren oder anerzogen?
feverish dreamDas würde mich wirklich mal interessieren....wir sprechen im Moment in Religion darüber und die Ansichten sind sehr gespalten.Was meint ihr dazu?Ich habe meine Meinung, schreibt was ihr denkt...
MontroseDie mit dem Gewissen verbundenen Gefühle (also Mitleid, Angst vor Strafe etc.) sind wohl angeboren. Worauf sich das Gewissen bezieht - also wie das Gewissen mit bestimmten Sachverhalten "verdrahtet" wird - das hängt stark von der Erziehung ab und natürlich auch von der Fähigkeit, bestimmte Sachverhalte überhaupt erst zu begreifen. Zum Beispiel, inwiefern war die Französische Revolution ethisch gerechtfertigt, obwohl sie gewalttätig war.
apnoemenche menschen haben kein gewissen und sind auch nicht besonders schlau.

wie zb der serienvergewaltiger in göttingen jetzt zuletzt, da habe ich naehmlich einen bericht drüber mitgekriegt.

bin dennoch froh, das ich nicht dessen haenger sein muss.

:D

gewissen ist denke ich was ganz wichtiges was wir fuer uns selbst definieren und was das definiert was hinter zeit und raum liegt.

~ x=:q ~
lizardich bin der gleichen meinung (edit: der gleichen mienung wie montrose).
beides ist der fall. schon alleine dein sinn für logik beschert dir in deiner kinderzeit den einfachen grundsatz "was du nicht willst dass man dir tut das tue auch keinem anderen an". allerdings ist imho ein überwältigender großteil des gewissens durch die erziehung geprägt bzw. zur richtigen entfaltung gebracht worden. natürlich kann man auch einige "angeborene" ethische instanzen "wegerziehen", indem man zB ein kind zum dieb oder mörder erzieht, aber schon alleine die tatsache, dass man dabei auf den widerstand des kindes stoßen würde, zeigt, dass das tötungsverbot wohl im übertragenden sinne angeboren ist, da es sich unabhängig von geboten und verboten seitens der umgebung selbständig im geist des kindes entwickelt.
Demon17ich glaube nicht, das das gewissen ausschließlich auf erziehung beruht, hier überschätzen sich die pädagogen. vielmehr wird es in der sozialisation erworben. das gelebte beispiel wirkt viel stärker als erzieherische maßnahmen. obwohl auch diese wirken.
außerdem gibt es wohl auch genetische faktoren, die das zusammen leben der menschen determinieren, insofern ist sicher auch ein teil der verhaltensweisen, deren normative reflexion sich gewissen nennt angeboren.


never surrender


demon17
jade[QUOTE][i]Original geschrieben von Demon17 [/i]
[B]ich glaube nicht, das das gewissen ausschließlich auf erziehung beruht, hier überschätzen sich die pädagogen. vielmehr wird es in der sozialisation erworben. das gelebte beispiel wirkt viel stärker als erzieherische maßnahmen. obwohl auch diese wirken.[/B][/QUOTE]
Sollte auch dasselbe sein, ich kann meinen Kindern nicht das Rauchen ausreden, und selbst wie ein Schlot rauchen. :D

Ich tippe auch, dass das Umfeld den größten Einfluss auf Empfindlichkeit, Gewissen hat, das Umfeld, in dem man aufgewachsen ist. Man kann schließlich erst ein Gewissen entwickeln, wenn man ne ungefähre Vorstellung davon hat, was denn nun richtig oder falsch wäre... Dann erst kann die innere Stimme Einspruch erheben.
Ich denke, wenn sich das Gewissen einmal geprägt hat, lässt es sich nicht mehr groß umerziehen.
(Ich z.B habe Mitleid mit Tieren, und wenn ich in ein Land ziehen würde, in dem Tiere nichts wert sind und dementsprechend mies behandelt werden, würde mein Gewissen es trotzdem wohl immer für „falsch“ halten, während die Leute, die dort aufgewachsen sind, es wohl niemals als „falsch“ ansehen würden)
Hm, ob Menschen, denen man so nachsagt, sie hätten kein Gewissen, wirklich kein Gewissen haben? In deren Augen muss alles, was sie tun, ja immer völlig gerechtfertigt sein...
feverish dreamsetze ein Kleinkind im Walt aus...es wird lernen zu töten um zu überleben.Warum nicht auch einen Menschen?Was war mit den Kannibalen?Hatten diese kein Gewissen oder sind sie nur auf eine andere Art von Gewissen erzogen worden??
Little DreamerIch denke, dass das Gewissen zu 100% von der Umgebung geprägt wird, also Eltern, Erziehung, Freunde usw. allerdings meistens sehr viel subtiler als man sich das vorstellen kann.

Wenn man von Freuds Theorie ausgeht, dann besteht das Gewissen aus zwei Teilen: einmal dem Über-Ich, es speichert sozusagen die Verbote der Eltern(natürlich auch die von anderen) und verinnerlicht diese, es ist meißtens strenger als es die Eltern sind.
und zum zweiten aus dem Ideal-Ich , es sagt dem Kind z.b. Ich will auch einmal so werden wie mein/e Mutter/Vater.
Diese Beiden "Ich-Formen" werden laut Freud von der Erziehung geprägt.

Little Dreamer
NeurasthenioSehr schön LittleDreamer! Der gute alte Freud (auch wenn es an ihm durchaus einiges zu kritisieren gibt) ist bei diesem Thema überfällig. Auch wenn Biopsychologie gerade gewaltig in Mode ist, gibt es weder ein Egoismusgen noch dessen Gegenteil. Angeboren ist nur, sich Erfolgsstrategien zu suchen, was in einer strukturierten Gesellschaft auch heißt, Regeln anzunehmen bzw. meist auch zu verinnerlichen.
Wichtig auch dein Hinweis, daß Sozialisation eben nicht nach der Black-Box Methode verläuft und man nur eintrichtern muß, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Die Einflüsse sind mannigfaltig und ihre Verarbeitung oftmals eben nicht genau nachzubrechenen, was eine Pädagogik immer auch zu einem Experiment mit unklarem Ausgang macht.
TheDarkGewissen ist meines erachten 20 % genetisch
Und 80 % an erzogen.

wiso fragt ihr ?
Eigendlich ganz einfach

Um ein schlechtes gewissen zu habe muß mann selbst erstmal wissen, das man was falsch gemacht hat oder unterlassen hat.
Dieses ist eine rein erlerte sache.

Genetisch gesehn, ist die geistige umsetzung (das gehirn )
für das gefühl gewissen verantfortlich.

ist die erziehung " nicht gut " denn aknn das gehirn naürlich diesen gefühl nicht einwandfrei vermittel
Arbeite das Gehirn nicht einwand frei ist es genau das selbe.

Von daher gibte es auch urteile die auf Eingeschrenkets rechts empfinden lauten können.
Leereok, ich werde hier einmal was sagen, dann die klappe halten. ich bin anscheinend ein ziemlicher freak, denn ich kann diesen thead über's gewissen kaum lesen, ohne die totale rage in mir zu fühlen. als menschen ohne gewissen hier von jmd. als dumm dargestellt wurden, hätte ich schreien können. und bei dem post über freud'sche theorien wurde mir schlecht.. :q
es kostet mich sehr viel überwindung hier zu posten ich wollte jedoch anbringen, dass diese menschen 'ohne gewissen' nicht immer denken, alles was sie tun, sei perfekt, jedoch machen sie sich vlt. nicht so viele gedanken um ethische werte. ich bin, wie ihr wahrscheinlich erraten habt, ein solcher mensch. evtl. ist mein 'über-ich' gestört, weil meine eltern viel zu streng dazu noch inkonsequent waren, aber ich bin ja nicht blöd und hab das erkannt, und jetzt gehört mein gewissen mir und lässt sich nach belieben modifizieren. also ich bestimme, was richtig ist und kein anderer, ich mache die regeln und lebe nach gefühl. hauptsache ich habe das, was ich will.

leere
LaChatteLässt sich das Gewissen nach Belieben modifizieren?

Ich hab da so meine Zweifel... Wenn ich aus dem Laden eine Tafel Schokolade klaue, macht mir das kein Kopfzerbrechen. Wenn ich aber einen Menschen absichtlich schwer verletzen oder sogar töten würde, wär es wohl anders, da könnte ich meinem Gewissen wohl nicht entrinnen...
feverish dreamdas unmündinge Gewissen:
Das unmündige Gewissen hat sich nicht entwickeln können. Es ist infantil (lat.: "kindlich" oder "kindisch") geblieben. Die Ursachen dafür liegen oft in der Erziehung. Wenn die Erziehenden allein Gehorsam fordern und ausschließlich den Wert von Haltung betonen, die zwar wichtig, aber nicht grundlegend sind, z.B. Ruhe, Pünktlichkeit, Ordnung, Sauberkeit, Sparsamkeit, kann das Gewissen nicht mündig werden und sich nicht an den grundlegenden ethischen Werten wie Gerechtigkeit oder Liebe orientieren. Menschen, die so erzogen worden sind, wirken ängstlich, engstirnig, herzlos, starr, dressiert und bisweilen auch fanatisch. Weil sie allein äußere Autoritäten hörensind auch später leicht verführbar. Das Gewissen ist für sie wie eine Festung, in der sie sich verschanzen. Die "Diktatur des Gewissens", unter der sie stehen, verhindert es, dass sie über ihre Entscheidungen nachdenken.


Das irrende Gewissen:
Ein irrendes Gewissen findet sich bei solchen Menschen, die guten Gewissens Dinge tun, die man nicht als gut bezeichnen kann. Wenn ein Jugendlicher einer Sekte folgt, die vorschreibt, die Angehörigen zu verlassen und allen Besitz dem Guru zu vermachen, mag er das für eine gute Sache halten. Wenn religiöse Fundamentalisten Andersgläubige verwunden oder töten, handeln sie möglicherweise aus Überzeugung. Wo man Hexen oder Witwen verbrennt, mag man religiöse Gründe dafür haben. Aber in all disen Fällen irrt das Gewissen. Dann erscheint eine Handlung zwar als subjektiv gut, sie ist aber objektiv schlecht. Im Alltag trifft man häufig auf Menschen mit einem irrenden Gewissen. Wenn jemand für einen Freund stiehlt, Gewalt mit übertriebener Gegengewalt beantwortet oder eine Lüge für ein selbstverständliches Recht hält, mag er sich-wie man bei uns sagt- "daraus kein Gewissen machen". Mit einem reifen Gewissen sind solche Handlungen nicht vereinbar.


Das verstummte Gewissen:
Das verstummte Gewissen ist das völlig zerstörte Gewissen. Wer andauernd seine schlechten Handlungen für gut erklärt oder sich an sie gewöhnt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er sein Gewissen vergewaltigt und außer Kraft setzt. Wenn das geschehen ist, kann man sich nicht mehr auf sein Gewissen verlassen.Dann ist man "gewissenlos" geworden. Ein solcher Zustand ist das Ergebnis langer Gewissensverletzung. Dann fällt als verlässliche Stimme, als unbestechlicher Richter, als sicherer Kompass aus. Um ein solches Gewissen wiederzubeleben, bedarf es großer Anstrengung des Betroffenen selbst und anderer erfahrener Menschen, die zur Hilfe bereit sind. Nur eine totale Umkehr kann das Wunder der Heilung bewirken. Beispiele für ein verstummtes Gewissen: Drogendealer, denen allmählich nur noch das verdiente Geld wichtig ist und die dabei die verheerende Wirkung ihres Tuns völlig verdrängen; radikale Menschen, die es ohne innere Vorbehalte für ihr gutes Recht halten, Ausländer anzugreifen.


so, das habe ich in mühelvoller Arbeit zusammengesucht und abgeschrieben...meine armen Finger.Hoffe es hat etwas gebracht ;)
lizard[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Lässt sich das Gewissen nach Belieben modifizieren?

Ich hab da so meine Zweifel... Wenn ich aus dem Laden eine Tafel Schokolade klaue, macht mir das kein Kopfzerbrechen. Wenn ich aber einen Menschen absichtlich schwer verletzen oder sogar töten würde, wär es wohl anders, da könnte ich meinem Gewissen wohl nicht entrinnen... [/B][/QUOTE]

ich habe ca. die letzten 5 jahre damit verbracht, mein gewissen gewissenhaft (;)) und methodisch abzubauen. ich bin mir nicht sicher, ob es bereits soweit ist, dass es sich bei einem mord nicht melden würde (ich habe auch nicht vor, es auszuprobieren), aber DASS man sein gewissen "modifizieren" kann, versichere ich dir.

die frage, ob ein kind, das im wald ausgesetzt wurde, bedenken dabei hätte, einen menschen zu töten, trifft genau den kern des Problems. nach kant ist unsere ethik in der vernunft begründet und da diese (nach kant) in allen menschen gleich ist, müsste das kind das tötungsverbot aus sich heraus entwickeln. ob der gute mann recht hat, wage ich nicht zu beurteilen, ich neige jedoch subjektiv zu "ja".

[quote]
Ich denke, dass das Gewissen zu 100% von der Umgebung geprägt wird, also Eltern, Erziehung, Freunde usw. allerdings meistens sehr viel subtiler als man sich das vorstellen kann.
[/quote]

zwei kinder spielen im sand. das eine zertritt die sandburg des anderen. das erste fängt an zu weinen. wer hat dem zweiten kind beigebracht, sich zu entschuldigen? vielleicht kennt es das wort "schud" nicht, schon gar nicht das wort entschuldigen. aber es begreift, dass es dem freund leid zugefügt hat und versucht, es wieder gut zu machen.

einfaches beispiel, aber es zeigt, dass das gewissen nicht nur durch direkte einwirkung der umgebung erfolgt.
TamerlanN´abend zusammen
Nach meiner Meinung sind die genetischen Vorgaben bereits vorhanden und man muß wohl das Beste daraus machen.(Wenn jemand dazu neigt sich immer materiellen Vorteil zu verschaffen kann wenigstens noch ein guter Kaufmann aus ihm werden).Mit allen anderen Eigenschaften wird es sich wohl ähnlich verhalten. Ein Rad ist weder gut noch böse es kommt darauf an ob es unter einen Obstkarren oder einen Panzer geschnallt wird.
schreieweiss nicht ob das schon jemand geschrieben hat (hab naemlich keine lust alles zu lesen).. aber falls ja, dann verzeiht mir doch, dass ich es auch schreibe :P

also.. meiner meinung nach ist unser aussehn angeboren.. (duerfte wohl jedem klar sein warum, oder? :rolleyes: )
der rest, persoenlichkeit.. charakter.. oder wie wir mit unseren gefuehlen umgehen, wird anerzogen, aber nicht nur von unseren eltern sondern von allen..
die menschen entwickeln sich durch den einfluss der gesellschaft..
aber auch wir selber steuern einen teil dazu bei indem wir ueber gewisse dinge tiefgruendiger nachdenken und anschliessend fuer uns persoenlich einen bestimmten standpunkt finden - und diesen auch vertreten.
Little Dreamer@lizard, dabei zeigst du doch gerade, dass das Gewissen von der Umgebung geprägt wird; du beschreibst doch eine sehr direkte Einwirkung der Umgebung (In diesem Falle das andere Kind) Das Kind bemerkt die Traurigkeit des anderen Kindes und lernt somit, dass es nicht gut ist, andere Sandburgen zu zerstören, weil sonst der Freund traurig wird.

Eine Eigenschaft ist Kindern allerdings angeboren, meiner Meinung nach, nämlich, dass sie einen anlächeln, wenn man sie anlächelt. Wenn du Freude austrahlst, wird das Kind auch glücklich sein, ebenso umgekehrt. Das trifft aber nur auf sehr kleine Kinder zu, bei den älteren hat sich das "ich" bereits verändert. (Zum positiven oder zum negativen hin)

@leere
[QUOTE]als menschen ohne gewissen hier von jmd. als dumm dargestellt wurden, hätte ich schreien können. und bei dem post über freud'sche theorien wurde mir schlecht..
es kostet mich sehr viel überwindung hier zu posten ich wollte jedoch anbringen, dass diese menschen 'ohne gewissen' nicht immer denken, alles was sie tun, sei perfekt, jedoch machen sie sich vlt. nicht so viele gedanken um ethische werte.[/QUOTE]

Ich habe weder behauptet, dass Menschen "ohne Gewissen" dumm sind, noch habe ich behauptet, dass sie denken, dass das was sie machen immer perfekt ist.

Was den Rest deines Posts angeht; das ist deine Persönliche Angelegenheit, aber sag mir doch warum dir bei meinem Post schlecht wurde? Und so was: :q find ich einfach nur traurig, du musst dich ja nicht mit Freudschen Theorien beschäftigen, mir gefallen sie halt.

Grüße
Little Dreamer
feverish dreamdenk ma, das Gewissen formt sich immer wieder neu, kommt wohl auf den Umgang an!?
Christian220Verstand man ursprünglich das gesamte Wissen eines Menschen unter dem Wort, also Ge-"Wissen", so entwickelte sich unter dem Einfluß des Christentums, also der Katholischen Kirche, durch ihr Dogma, und die in dem Zusammenhang nicht wegzudenkende "Beichte" bei den Kirchengläubigen, durch die gezielten Predigten von der Kanzel, die sicher ihre erzieherische Wirkung auf die Gemeinde nicht verfehlten, das Gefühl für Gut und Schlecht. Also, doch anerzogene Wertigkeit?
Ich beobachtete als Kind die Gläubigen, die, kaum hatten sie die Absolution erhalten, den Sünden erneut zugetan waren. Also, wieder Beichte u.s.w. Ich trat aus der Kirche aus, sobald mir dies
möglich war. Wie ich schon in einem anderen Thread erwähnte, erfuhr ich keinerlei Druck durch die Eltern, was das Gewissen anbelangt. Viele Jahre danach, wenn ich Rückschau halte, muß ich zugeben, daß ich durchaus eine innere Stimme habe, die, wie auch immer, wortlos, warnend, oder reuig sich bemerkbar macht.
Wie oft liest und hört man von Menschen, die, abgehalten von einem unerklärlichen Gefühl im Inneren, auf einen Flug verzichteten, um später zu erfahren, daß der Flieger havarierte. Für Benutzer der Bahn gilt das Gleiche.
Wahrscheinlich handelt es sich um eine hohe Sensibilität der Seele. Ob Gewissen an einen hohen IQ gebunden ist, wage ich zu bezweifeln, weil die Ungeheuerlichkeiten, die fast täglich bekannt werden, dagegen sprechen.
Erweist sich allerdings das Gewissen als eine Art göttlicher Wille, so ergibt sich mir die Frage nach Sinn des Kannibalismus, grausame Ermordungen, Suizide u.ä. Was bezweckt eine göttliche Macht damit, in dem es wollte, dass der Mensch tierischer, als jedes Tier handelt, obgleich er im Gegensatz zu jenem, vernunftbegabt ist?
Sicher, unter dem Zwang des sozialen und gesellschaftlichen Druckes mögen schon bestimmte Vorstellungen von gut und böse aufgedrückt werden, nur, geschieht das unter Zwang!! Der freie
Selbstbewußte und selbstverantwortliche Mensch wird seine eigenen Vorstellungen von Recht und Unrecht zu verwirklichen suchen, wenn man ihn nicht gewaltsam daran hindert. Den Beweis erbringen unzählige Rückfalltäter!!
Moralvorstellungen, wie sie beispielsweise hier üblich sind, gelten in anderen Erdteilen, bei anderen Völkern nichts, im Gegenteil. Jede Religion wirkt festigend auf die Moral ihrer Gläubigen einesteils, während sich nicht behaupten läßt, daß sogenannte Ungläubige kein Gewissen haben. Ich bin der Ansicht, daß das Gewissen der "eingeborene GÖTTLICHE Funke" ist, der sich durch die Umwelteinflüsse vielleicht formen läßt, was aber nicht erwiesen ist.
Wer bestimmt eigentlich, was Gut, was Böse oder Schlecht ist? MENSCHEN (mit Macht)
Oder das Gewissen, (die innere Stimme)
Little Dreamer, ich freue mich über die Zeilen die Du von Hermann Hesse aus den "Steppenwolf" zitiert hast. Klare Ansicht, nicht?
Gruß Christian220
cocrea"Ich habe ein reines Gewissen, schlafe gut, und zweifle nie."
"Ich bereue keine Entscheidung meiner Amtszeit."
(Quelle: Statements von G.W. Bush in Kriegszeiten, Stern Nr.14 3/2003)

Auch die Stimme des Gewissens kennt den Stimmbruch.
Stanislaw Jerzy Lec, polnischer Satiriker 1909 - 1966

Man kann das Gewissen betäuben, aber man kann es nicht umbringen. Salvador de Madariaga

Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Wunsch, von allen geliebt zu werden. Marie von Ebner-Eschenbach

Man entgeht wohl der Strafe, nicht aber dem Gewissen. Sprichwort

Alles, was gegen das Gewissen geschieht, ist Sünde. Thomas von Aquin


mein favorit:
Wissen ohne Gewissen ist der Seele Verderb. Rabelais

paraphrasiert:
Wissenschaftler, die keine GE(o)-Wissenschaftler sind, sind der Welt Verderb.
ökonomen, die keine ökologen sind, sind der Welt Verderb. ...
recht ohne GErechtigkeit ist der welt verderb.

die vorsilbe ge von gewissen geht auf ge = geo (erde) = gaia (erdgöttin) = natur
zurück. wer seine natürlichkeit an die künstlichkeit, das automatendasein verkauft hat, entseelt, denaturiert ist, gelangt schwerlich zur ge, es sei denn er geht ZU GRUNDE.
Absenteein dieser Sache stimme ich Christian vollkommen zu!Kannibalismus hat auch mich an der Angeborenheit des Gewissens zweifeln lassen!Der Umgang formt den Menschen und wohl auch sein Gewissen....
VinterHi,

meine Meinung nach koennte dieses "grundlegende" Gewissen ganz einfach der Arterhaltungstrieb sein. Denn wer sich mit einer Art identifiziert (von daher auch das Beispiel mit "im Wald aussetzen" hinfaellig), der richtet sich selbst darauf aus, sie zu bewahren.
Das heiszt aber nicht, dass diese "Programmierung" fest ist; wie waere sonst eine Gehirnwaesche moeglich? Und als ebensolche laesst sich das Aufwachsen innerhalb einer Gesellschaft verstehen. Geschickt gemacht, laesst sich dieser Arterhaltungstrieb so z.B. in einen Kultur- (zB Religioese Extremisten) bzw. Stammeserhaltungstrieb (zB Kannibalismus, saemtliche Kriege) ummuenzen.

(Speziell der Kanibalismus ist aber ein eher schlechtes Beispiel, da er nur tote Menschen "verwertet", zumindest in der Reinform. Wirklicher Geschmack an Menschenfleich wuerde ich genau wie einen Hang zum Serienmord als Fehler in der Programmierung einordnen.)

Also, Fazit: Meiner Meinung nach ist zwar eine Art von Minimalgewissen angeboren, als Instinkt, dieses laesst sich aber relativ leicht in fast jede Richtung verbiegen.

Grusz,
Vinter
SelianDie Richtung ob jemand Grundsätzlich zu Gewalt neigt oder nicht ist erstmal genetisch bedingt vorgegeben. Bestimmte Hirnregionen arbeiten nicht so wie es erforderlich wäre um bei der Person ein Mitgefühl oder ein Gewissen zu erzeugen. Erziehung und Umfeld können daher nur begrenzt Einfluß nehmen.

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Die Entstehung des Bösen (3SAT)

...Die ersten Untersuchungen an Strafgefangenen sind verblüffend: Teile des Gehirns scheinen nicht richtig zu funktionieren - ausgerechnet in Regionen, die für Impulskontrolle, Einfühlungsvermögen oder für die Steuerung unserer Gefühle verantwortlich sind.

Die Ergebnisse sind plausibel. Denn Soziopathen und schwere Gewalttäter können häufig die Mimik ihrer Mitmenschen nicht richtig interpretieren. Gefühle wie Angst oder Ablehnung im Gesicht ihres Gegenübers erkennen sie nicht. Sie leiden an einem Mangel an Emphatie: ein Mitgefühl für Mitmenschen ist ihnen fremd. Sie sind nicht in der Lage, sich in die emotionale Welt eines anderen Menschen mental hineinzuversetzen.

[URL=http://www.3sat.de/specials/61042/index.html]Ganzer Beitrag[/URL]
Little DreamerSchön, dass dieses Gespräch wieder aufgenommen wurde.

@Selian so etwas ist natürlich auch möglich und ebenso verblüffend wie andere Theorien, mehr sind sie in meinen Augen bis jetzt noch nicht, da weder die eine noch die andere bewiesen wurde.

@Christian ;) recht hast du

Grüße
Little Dreamer
Selian[QUOTE][i]Original geschrieben von Little Dreamer [/i]
[B]
@Selian so etwas ist natürlich auch möglich und ebenso verblüffend wie andere Theorien, mehr sind sie in meinen Augen bis jetzt noch nicht, da weder die eine noch die andere bewiesen wurde.

Grüße
Little Dreamer [/B][/QUOTE]

Man kann die Gehirnfunktionen mit diversen Geräten auf dem Computer sichtbar machen. Dementsprechend sieht man auch wenn bestimmte Hirnregionen nicht oder nur eingeschränkt arbeiten. Wenn man nun wie in dem Versuch Gewalttätige Personen untersucht und bei allen ist diese Hirnregion eingeschränkt bzw ganz außer Betrieb dann würde ich das schon als Nachweis anerkennen wenn die gleiche Hirnregion bei Gewaltlosen normal arbeitet.

Übrigens können solche "Defekte" nicht nur geerbt sein, sondern z.b. auch durch einen Schlaganfall oder Tumor verursacht werden. Daher könnte es z.b. sogar passieren das jemand der immer friedlich war plötzlich Gewalttätig wird, weil halt seit dem Schlaganfall die entsprechende Region nicht mehr durchblutet wird.

Die Frage die bleibt ist halt nur das Verhältnis von Anlage und Umwelt. Gene geben immer gewisse Grenzen vor. Z.b ist deine maximale Körpergrösse bei Geburt schon genetisch festgelegt. Größer wirst du nicht werden können. Ob du aber so groß wirst hängt dann von anderen Faktoren ab (Ernährung, Rauchen(?) usw.).
Little DreamerUnd wieder ein bischen schlauer geworden, sehr faszinierend, das Ganze
danke ;)

Little Dreamer
Christian220@Little Dreamer, Du Komma-liebender Dreamer! (bin ich auch) Du hast recht, man lernt noch dazu. Übrigens danke für Deine Reaktion.
"Alles, was gegen das GEWISSEN geschieht, ist Sünde". s. o. (Thomas von Aquin). Richtig. (Gewissen) Nur kam mir grade beim Lesen der Betrachtung des Themas aus medizinischer Sicht (Gene) der Gedanke, und besonders im Bezug auf die durch Krankheiten bedingten "Gewissen=losen" Verbrechen, besonders bei Sexualstraftätern aller Grade, daß also das soziale Umfeld keinesfalls in dem Maße einen erzieherischen, ja prägenden Einfluß auszuüben vermag. Es ist im Gegenteil höchst verwunderlich und schockierend, wie diese Verbrecher, die sicher aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten fähig sind, eine Doppelrolle im Bezug auf ihre Umgenung zu spielen, was durchaus dafür spricht, daß sie sich ihres "Andersseins" bewußt sind, und dieses so verborgen halten, ja teilweise verdrängen. Werden diese nicht ausgelebten Triebe aufgestaut, verursachen sie möglicherweise extreme Aktionen; Scheußlichkeiten, Perversionen aller Art. Bei normalem sozialen Umfeld, wie es zum Beispiel bei Armin, dem Menschenfresser der Fall ist, wäre es von Interesse festzustellen, ob die dafür verantwortlichen Gene angeboren sind, und wenn ja, weshalb es erst im fortgeschrittenen Alter zu diesen Ungeheuerlichkeiten kommen konnte.
Da also ihre unmenschlichen Taten an Kindern, Mädchen, Frauen beispielsweise, Gen bedingt gerechtfertigt sind, empfinden sie keine Reue, da sie ja kein Gewissen quält. Nun, wir stecken zwar nicht in so einem Monster, Gott sei Dank, und werden so nie erfahren, ob und was die überhaupt empfinden. Nehmen wir mal an, das innere Gewissen ist wieder, wie bei einem Säugling, in der Latenz versunken. Nun geht, wenn man die Behandlung dieser armen, Gen gestörten Wesen dahin, daß diese, bei guter Führung in entsprechenden geschlossenen Anstalten, rein äußerlich durchaus nicht den Eindruck einer Störung ihres Kopfinhaltes erwecken, jedenfalls nicht dem Unerfahrenen, ja, selbst nicht einmal den im täglichen Umgang mit den Kranken, Geübten. Ich denke an Freigänger und somit Rückfalltäter, die doch ohe Zweifel der Täuschung fähig sind. Wenn bei einer medikamentösen Behandlung die Absicht einer Resozialisierung beabsichtig ist, müßte doch, primitiv ausgedrückt, auch das GEWISSEN wieder freigelegt werden, oder?? Die vielen Wiederholungstäter bestätigen das Gegenteil, oder?
Also, versorgen wir, die Gesellschaft, lebenslänglich die "Beklagenswerten" aufs Beste, koste es, was es wolle! Da diese Straftäter aber kein schlechtes Gewissen plagt und sie folglich nicht leidensfähig sind, ist, jedenfalls für mich durchaus nachvollziehbar, daß andere Völker in diesen Fällen weitaus weniger zimperlich mit solchen Scheusalen verfährt. Warten wir mal auf den Fall
Saddam Hussein. Es ist vielleicht auch nachdenkenswert, ob es eine Anlage zum Mörder gibt. Schließlich gibt es ja Talente, für die man prädestiniert ist, nicht wahr? Also, positive und negative Anlagen. Und die kann die Umwelt verstärken, fördern, aber nicht, oder nur bedingt, verhindern, was meinst Du dazu?? War bloß mal so ein Nachtgedanke, extra für Dich mit viiiiielen Commata.
Sorry, wieder bisschen zu lang für zu kurze Nächte, meine Schwäche.
Gruß Christian220 - Carpe Diem
Little DreamerIch hab jetzt nicht die Zeit auf alles einzugehen, aber wenn du von dem Menschenfresser redest, der vor ca. einem halben Jahr in den Medien war, dann war der Einfluss ganz klar der seiner Mutter aber dabei reden wir von einem psychisch kranken Menschen. Ich würde in so einem Zusammenhang nicht mehr nur von dem Gewissen sprechen, sondern von der Psyche dieses Menschen in ihrer Gesamtheit, die vermutlich niemand verstehen kann, also ist es müßig darüber zu diskutieren, da es doch in den OT bereich rutscht.
Vielleicht schreib ich noch mal bischen was, wenn ich Zeit hab.

Grüße
Little Dreamer

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