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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Ethik und Moral I: Abtreibung
NightmareQueenWas haltet ihr davon? Denkt ihr man hat das Recht ein menschliches Leben zu töten? Denkt ihr man verschuldet es sich selbst (in jedem Falle)? Oder denkt ihr es nicht, aber würdet trotzdem abtreiben? Ich denke es hängt vom Menschen ab, ob er Egoismus und sein eigenes Leben vorzieht oder das Leben eines anderen Menschen, der die Möglichkeit hätte zu leben. Allerdings kann das auch von der etwas bitteren und harten Sichtweise betrachtet werden, dass selbst Verhütung Mord wäre (was ich als Unsinn erachte), und doch kann man es in einem Zusammenhang mit Abtreibung nennen. Menschen machen Ausnahmen. WENN Vergewaltigung statt fand, würde man das Kind hassen, wäre nicht fähig es zu lieben. Dasselbe für einen Menschen, dem die Möglichkeiten auf ein eigenes "Leben" genommen werden (das kann so und so definiert werden). Das Kind austragen und fort geben? Okay, aber wieso dann nicht nicht verhüten und jedes Kind austragen und fort geben ? Hört sich unsinnig an, ist aber im Grunde so. Jede Spermie ist ein potenzielles Leben, also finde ich es im Grunde schwachsinnig bei Abtreibung anders zu denken. Jeder muss das für sich entscheiden, aber ich habe aus dem Grunde nichts gegen Abtreibung einzuwenden, obwohl nichts auch viel gesagt ist. Natürlich bin ich auch der Ansicht, dass der Mensch nicht das Recht hat "Gott" zu spielen und über Leben und Tod zu entscheiden, aber wenn schon so denken, dann in jedem Bezug und keine Ausnahme machen.
PsychoMan sollte auf jeden Fall einen deutlichen Unterschied zwischen Verhütung und Abreibung machen.

Spermien sind "nur" potenzielles Leben, während ein Embryo ein bereits beginnendes Leben ist.

Ich persönlich bin weder für, noch gegen Abtreibung. Es kommt dabei immer auf den Fall an und sollte jedem selbst überlassen sein. Teilweise kann ein ungewolltes Kind ein Leben "ruinieren", wobei das Ungeborene dafür eigentlich am Wenigsten kann.

Auf jeden Fall keine leichte Entscheidung.
sanguisnicht nur das kind kann ein leben zerstören, sondern einem kind kann auch das leben zerstört werden wenn es ungewollt ist, und das auch zu spüren bekommt...ich kenne ein mädchen dass immer wieder schwer mit sich zu kämpfen hat weil ihre mutter ihr einmal offenbarte sie sei ein 'unfall' gewesen...

zum thema abtreibung, früher habe ich immer gesagt "das ist doch noch kein kind, das ist ein zellhaufen nicht mehr"
allerdings weiss ich heute, dass schon ab der 8.woche alle organe vorhanden sind.
ab dem 28.lebenstag existiert der nervus trigeminus, ab der sechsten woche sind feine nerven in den händen nachweisbar....
es wurde gemessen dass der puls eines kindes auf 200 schnellt wenn es gewaltsam aus dem mutterleib entfernt wird...
und dennoch bin ich für abtreibung...denn ich halte es für sinnvoller ein noch nicht vollständig begonnenes leben zu beenden als das kind und auch die mutter einer situation auszusetzen derer sie nicht herr werden könnten,...

und glaubt jemand es sei leicht sich für eine abtreibung zu entscheiden, den kann man nur bedauern....
TamerlanAber wie ist es um die Moral bestellt wenn man das Kind zur Welt bringt und als ungeliebtes Wesen ohne jede Perspektive großzieht ist das nicht noch eine Potenzierung des Menschenunwürdigen dem eine Abtreibung dann vielleicht doch vorzuziehen ist?
Das muß weiterhin jeder mit sich selbst ausmachen bleibt nur zu hoffen das der Mensch den es trifft nicht alleingelassen wird.
NightmareQueen[QUOTE][i]Original geschrieben von sanguis [/i]
[B]nicht nur das kind kann ein leben zerstören, sondern einem kind kann auch das leben zerstört werden wenn es ungewollt ist, und das auch zu spüren bekommt...ich kenne ein mädchen dass immer wieder schwer mit sich zu kämpfen hat weil ihre mutter ihr einmal offenbarte sie sei ein 'unfall' gewesen...
[/B][/QUOTE]

nur dabei stellt sich wieder die Frage: Lebt man lieber als "Unfall" oder wäre man lieber inexistent? Allerdings kann man ja auch nicht vorhersehen, wie sich dieser Mensch entscheiden würde, wenn man sich die Frage stellen muss "Abtreiben oder nicht?"
TheTurningPointEine Gesellschaft, die sich human nennt, sollte dafür sorgen, daß nie eine Frau eine solche Entscheidung treffen muß (z.B. indem die Frau alle mögliche Unterstützung bekommt, um dem Kind ein gesundes und würdevolles Leben zu ermöglichen). Wenn sich eine solch schwere Entscheidung schon nicht verhindern läßt, dann sollte man die Frau im Nachhinein nicht noch dafür bestrafen, egal wie sie sich entscheidet.
Ianusein embryo ist nichts anderes als ein zellhaufen!
allerdings: der ausgewachsene mensch doch eigentlich auch!

ein ungeborenens kind ist genauso wenig wert, wie seine mutter, wie sein vater und wie der arzt, der sich um das kind kümmert.

du kannst es nicht immer allen recht machen:
ein embryo hat noch ein leben vor sich. ja, hundert tausende von spermien auch. die "wollen" genauso überleben, wie der embryo. und wenn sich ein mann einen runterholt, verhindert er die zukunft von hundert tausenden von potentiellen menschen. und ein embryo ist auch nichts anderes als ein potentieller mensch, nur dass er schon eine stufe (die befruchtung) weiter ist. aber ist diese stufe diejenige, die einen menschen ausmacht?
warum?
was macht eine befruchtete eizelle so besonders gegenüber einem spermium? oder zwei? oder tausenden?
warum ist so ne simple verschmelzung so viel wichtiger als eine vielzahl von anderen lebewesen?

und wird ein arzt, der ausversehen ein reagenzglas mit einer künstlich befruchteten eizelle fallen läst, warum wird er dann nicht des totschlags bezichtigt?

und wenn das krankenhaus brennt und ihr habt noch zehn sekunden, wen würdet ihr retten: das neugeborene oder die sammlung der künstlich befruchteten eizellen?

euer ianus
Lady-Butterfly[COLOR=purple]Abtreibung.... ein thema was immer wieder Fragen aufwirft....

ich selbst bin auch einer dieser "Unfälle" die hier schon angesprochen wurden...
meine mutter wollte mich abtreiben alssen......nur weil sie nie noch ein drittes kind wollte....
meinem vater habe ich zu verdanken, dass ich heute lebe....
doch ich bin sicher, dass ich einen "schaden" davon getragen habe.... meine mutter woltle mich noch "loswerden" als sie schpon im 6 monat war.....
und das bleibt hängen auch an einem ungeborenne Kind....
ich weiss nicht genau wie cih diesen "schaden" beschrieben soll...aber er ist da...weil ich einfach anders bin als es zu erwarteng ewesen wäre.....

ich selber denke, Abtreibung ist eine sache die ein MEnsch *eine Frau in dem falle* mit sich selber ausmachen muss...
wenn sie es ertragen kann eine Leben zu nehmen.... soll sie es tun....

doch wo abtreibung auf jeden fall ohne irgendwelche ewigen vorgespärche durchgeführt werden darf...ist bei einer vergewaltigung..... ich selbst würde es tun...
einen abstard *tut mir ledi aber so empfinde ich nun mal* könnte ich NIEMALS grossziehn...
ich selbst bin vergewaltigt worden und hatte angst schwanger zu sein..... ich war beim arzt ...gott sei dank war es nciht der fall...
doch ichw eiss das ich es niemals hätte austragen können...denn jedesmal wenn ich ind as gesicht des eigentlich unschuldigen kindes geschaut hätte, hätte ich mich an die tat die sein vater begannen hat erinnert gefühlt...und amit kann nuund will ich nicht leben.... wer könnte das schon?
nicht mal für das kind wäre deis eins chönes leben....[/COLOR]
roddyIch denke, es gibt keinen Menschen, der objektiv beurteilen kann, ab wann die Kombination von Spermium und Eizelle ein Mensch ist. Das muss jeder für sich ausmachen und danach handeln. Wenn man das heranwachsende Leben als Mensch empfindet, sollte man es nicht töten. Ich könnte das für mich nicht verantworten.

Solange man es nicht als Menschen ansieht, ist eine Abtreibung in meinen Augen nicht schlimmer, als die tägliche Nahrungsaufnahme (weil dabei immer Lebewesen abgetötet werden - egal was man isst).

Auch die Frage, ob das Kind lieber tot sein sollte, als ein schweres Leben zu haben, lässt sich nicht wirklich beantworten in meinen Augen. Im Prinzip ist das das gleiche Thema wie die Frage, ob Sterbehilfe legal sein sollte und ob Suizid verwerflich ist. Da es keinen lebenden Menschen gibt, der weiß, wie "sich der Tod anfühlt" ("Fühlt" man überhaupt, wenn man tot ist? Auch das weiß niemand. Es ist schwer über dieses Thema zu sprechen, weil man über Dinge redet, die man nicht kennt und nur wage Vergleiche - wie z.B. das Fühlen - ziehen kann), kann auch kein lebender Mensch beurteilen, ob er dem Leben vorzuziehen ist oder nicht. Und erst recht kann diese Entscheidung kein Mensch für einen anderen Menschen treffen.
aimlessaus einem buch..:
(um genau zu sein 'für sarah bleib ich sogar fett'..)

[...] die meisten jedenfalls machen sich viele Gedanken um das Leben im Mutterleib und um das Leben nach dem Tode, aber um das Leben nach der Geburt kümmern sie sich einen Dreck. [...]

Weiß nicht.. irgendwie ist das immer alles wichtige was mir dazu einfällt..
*unsicher lächel*..
NnordyIch kann hier auch nicht viel Neues beitragen, nur so viel: Ich will auch Kinder - aber nicht jetzt. Ich bin 28, und mir darüber im Klaren, daß ich nicht mehr so viel Zeit habe, aber wenn ich mir vorstelle, ich wäre mit 20 oder so schwanger geworden - dann bin ich dankbar daß das nicht passiert ist. Denn so labil wie ich damals war weiß ich nicht, ob ich überhaupt eine Entscheidung "Abtreibung oder nicht" hätte treffen können - ich hätte mich wahrscheinlich eher gleich selbst von der Brücke gestürzt. Das ist doch ein Indiz dafür, daß man in dieser Gesellschaft bei einem solchen Problem überhaupt nicht geholfen bekommt Und wenn noch dazu der Partner Reißaus nimmt (so geschehen in meinem näheren Umfeld) - dann gute Nacht. Letztendlich ist frau immer die Angeschissene. 9 Monate lang immer unförmiger werden, zunehmende Gesundheitsprobleme, Untersuchungen, Ämtergänge, Gespräche, Anträge, und dabei zusehen wie das eigene Leben immer weniger wird. Viele junge Mütter definieren sich nachdem das Kind da ist nur noch als MUtter und als nichts anderes mehr. Das finde ich unheimlich schlimm. Ich weiß nicht ob man von Egoismus sprechen kann, wenn sich jemand gegen ein Kind entscheidet. Da gibt es die unterschiedlichsten Gründe und Fälle. Wie bereits gesagt wurde - das ist eine ganz individuelle Entscheidung und ich finde, niemand hat das Recht, über diejenige zu urteilen, die die Entscheidung fällt, auch wenn sie abtreibt. Das geht nur sie selbst etwas an - denn, ja, es ist IHR Körper. Und niemand anderem sonst.
Wie gesagt, ich will Kinder. In zwei, drei Jahren. Aber ich und auch mein Schatz werden uns vorher untersuchen lassen, ob alles ok ist. Erst dann werden wir loslegen. Aus einem Grund, den einige vielleicht als egoistisch empfinden: Um sicherzustellen, daß das Kind gesund ist. Und um sicherzustellen, daß sich für mich durch eine Schwangerschaft keine unkalkulierbaren Risiken ergeben. Ganz einfach. Sonst adoptieren wir lieber zwei Kinder, es gibt genug arme Würstchen ohne Eltern, die ein Zuhause brauchen...
Tränenseeich bin generell für die abtreibung

es gibt nämlich einige mütter, die es vorziehen ihre kinder auszusetzten oder in einen mülleimer zu werfen
ich würd mal sagen da is abtreibung noch die "menschlichere"
Entscheidung

ob es eine frau mit sich selber vereinbaren kann, ein kind nur aus karrieregeilheit abzutreiben, ist ihre sache. solche mütter könnten dann glaub ich auch net für ihre kinder dasein
GrauerWolfJedes Jahr werden in Deutschland 300.000 Aborte vorgenommen.

DREIHUNDERTTAUSEND.

Werden übrigens von der Krankenkasse bezahlt.

Wird ebenso flott erledigt, wie Mandeln rausnehmen oder Blinddarm - OP.

Gleichzeitig sind die Geburtenzahlen dramatisch rückläufig und das mitten in einer langen Friedensperiode.
verlorenerEngelHi.
Ziemlich brisantes Thema, denke ich. Ich selber würde nie abtreiben. Hab ein Kind verloren, das war grausam genug....

Aber ich frage mich, ob die Menschen heutzutage nicht doch ein bisschen zu leichtfertig mit diesem Thema umgehen...ich meine, es passiert allzuoft, daß Menschen ungeschützten Verkehr haben und hinterher, wenn alles zu spät ist, schnell mal abtreiben lassen.... Ich finde schon, daß es einen Unterschied macht, ob ich schwanger bin oder nur die bloßen Spermien nehme.... Ich mein, jedem seine Meinung, aber ich denke, man kann es nicht vergleichen. Ein Embryo ist schon sehr früh mehr oder weniger voll ausgebildet...ich glaube, wenn manche Frauen sich das vor Augen halten würden, dann würden sie ihre Entscheidung noch einmal überdenken....
Nnordy@GrauerWolf: Kann sein daß ich Dir unrecht tue, aber mir kommt es ein bißchen so vor als hörte man da Vorwurf in deinem Post?! Es ist ja wohl die Gesellschaft, die hier versagt, und nicht die Frauen - das kommt aber bei Dir so nicht rüber, eher im Gegenteil. Klar hat jeder das Recht auf seine Meinung, aber ich finde, das ist schon ganz schön happig. Mal davon abgesehen, daß es auch eine Menge Fehlgeburten gibt (ich glaube, 25% im 3.-5. Monat). Das ist zwar kein Argument, aber bei diesen 300.000 wären garantiert auch "sowieso" einige Fehlgeburten dabei gewesen... Nur so.
Außerdem - was soll denn der Hinweis auf die Krankenkasse? Eine Abtreibung zu bezahlen ist nunmal billiger als die ganzen Kosten die mit Entbindung und Mutterschaftsgeld danach verbunden sind!!!! Ist doch klar daß die Kassen dann lieber diesen einmaligen "Eingriff" bezahlen, oder? Ist eine ganz einfache "ökonomische" Rechnung...
Die rückläufigen Geburtenzahlen hängen meiner Meinung nach auch damit zusammen, daß es heutzutage immer weniger feste Beziehungen gibt. Und wer will schon ein Kind und damit dann allein dastehen - das meine ich nicht abwertend, ich erleb das selber bei meiner Schwägerin und meinen Nichten!!!! Genauso wie ich nach meiner Heirat ständig gefragt wurde, ob ich nicht endlich mal schwanger werden wolle, so nach diesem Motto. Das ist absolut das Letzte. Jeder Mann und jede Frau hat das Recht auf seinen eigenen Lebensentwurf, und wenn da keine Kinder reinpassen, dann ist das nunmal so. Die Gesellschaft dankt einem Kinder sowieso nicht. Die sollen schnell erwachsen werden und schön viel Steuern und Abgaben zahlen damit die nächste Diätenerhöhung gesichert ist. Wenn das nun Argumente sind, wird Abtreibung demnächst wohl unter Zwangsaustragungsstrafe nicht unter 9 Monaten gestellt...
Sorry, hab mich in Rage geredet. Aber sowas bringt mich auf die Palme!
Falls ich Dich mißverstanden haben sollte, tut es mir leid, kannst ja gern dazu Stellung beziehen!
So long - Nnordy
GrauerWolf@Nnordy
Wer ist denn "die Gesellschaft", besteht die nicht zu 50 % aus Frauen?
Ich glaube kaum, daß bei den Krankenkassen Zyniker sitzen, die in die Hände klatschen und jubeln:
"Au fein, schon wieder eine Abtreibung, ist viel billiger als eine Geburt!"
Außerdem muß der kleine Erdenbürger später auch mal Krankenkassenbeiträge bezahlen, was man vom abgetriebenen Fötus nicht erwarten kann.
Was stört Dich denn so an den von mir genannten Fakten?
Deinen Lebensentwurf kannst Du ja halten, wie Du das für richtig siehst, aber wenn unsere Eltern das genauso gesehen hätten, würden wir uns jetzt hier nicht austauschen, nicht wahr?

Aber gut, wenn Du es so genau wissen willst, ich halte Abtreibung für eine verwerfliche Angelegenheit (von Extremfällen abgesehen) und bedaure, daß es den Menschen heute so leicht gemacht wird.
9thNuisanceAlso, erstmal zu dem Thema "eine Spermie ist ja auch ein Leben blablabla..."
Leute aus reinbiologischer Sicht beginnt menschliches Leben erst mit der Zygote, also der befruchteten Eizelle, da diese die sog. "5 Kriterien des Lebens" erfüllt.
Zudem, denkt doch mal nach! Dann wäre es Frauen ja auch "verboten" zu menstruieren, schließlich gehen da auch monatlich ne Masse Eier bei drauf. Soviel dazu.
Generell zum Thema Abtreibung bin ich auch der Meinung das dies jeder für sich selbst entscheiden sollte.
Allerdings finde ich es schon bedenklich, wie irgendjemand in der Runde bereits erwähnte, das heute zu Tage für Frauen bzw. Mädchen die Entschedung abzutreiben eher in betracht gezogen wird, als das Kind groß zu ziehen. So ein Eingriff begleitet einen Menschen auch ein ganzes leben lang und es ist nicht immer gesagt, das alle sich der Folgen (sowohl psychsich als auch physisch) bewusst sind.
Die Aussage bzw. der Standpunkt dass eine Abtreibung bei einer Vergewaltigung schon fast legitim ist, steht mirwohl nicht zu zu beurteilen, daher möchte ich da auch niemanden verurteilen. Allerdings denke ich das man es auch mal von dem Standpunkt aus betrachen kann, das a) das Kind nichts dafür kann das es auf so eine brutale Weise in die Welt geschleudert wurde und b) kann ein Kind ("Leidensgenosse") einem vielleicht auch Kraft geben in so einer Situation. Dies sei jedoch dahingestellt.
Des weiteren schrieb irgendjemand, das jeder das Recht auf einen eigenen Lebensentwurf hat und wenn Kinder da nicht reinpassen, wäre das nun einmal die Alternative. So habe ich es dem text entnommen.
Allerdings sollte dieses Argument nicht bei der Thematik der Abtreibung sondern bei dem Thema Verhütung als Argument eingesetzt werden. An dieser Stelle finde ich es einfach nur ungangebracht und führt mich schon zum nächsten Kritikpunkt, welcher ebenfalls schon angesprochen wurde, und zwar das Abtreibung viel zu leichtfertig und als alternatives Verhütungsmittel eingesetzt wird, was ich nicht für gut halten kann.
So genug den moralischen Finger erhoben.
generell denke ich, wer es verantworten kann die Beine breit zu machen sollte bzw muss (leider) auch Verantwortung für die Konsequenzen tragen.

Allerdings ist Abtreibung, wie ich bereits zu Anfang erwähnte ein thema was jeder für sich selbstentscheiden sollte und wo auch viel mehr Begleitung und Aufklärung betrieben werden sollte.
Nnordy@GrauerWolf: Du bist ein Mann, oder? ;) Ich finde, Männer sollten sich bei solchen Diskussionen nicht so weit aus dem Fenster lehnen... Schließlich müssen sie nicht 9 Monate lang ein Kind austragen...
Was mich an den von Dir genannten Fakten stört ist die Tatsache, wie Du sie rüberbringst. Und wenn Du ein Mann bist, hast Du darauf einen völlig anderen Blick als ich, die ich eine Frau bin. Durch die Vermittlung der Fakten wie Du es tust bekommt man den Eindruck: Wenn eine Frau abtreibt ist das verwerflich und selbst wenn sie unter Brücken schlafen muß, alleinerziehend und mittellos ist ist es immer noch besser sie bekommt das Kind als sie treibt es ab. Denn diese Gesellschaft braucht mehr Kinder (= potentielle Steuer-, Renten- und Krankenkassenbeitragszahler). Es klingt so nach "Frauen, zurück zu dem was ihr könnt: Kinder kriegen, denn die brauchen wir". Das stört mich daran.
Was ist denn mit Frauen die vergewaltigt wurden und schwanger werden? Dürfen die auch nicht abtreiben weil es verwerflich ist? Oder ist es da ok, weil Vergewaltigung genauso verwerflich ist? Ein schmaler Grat...
NnordyIch muß mich wohl präzisieren: Die Gesellschaft und speziell die Politik (wo MÄNNER die Vorherrschaft haben) haben versagt!!!! Kindergeld gut und schön, aber das reicht vielleicht gerade mal für Windeln, aber allein Kinderschuhe kosten schon so 50 flockige Euronen... Mal davon abgesehen, daß man den Kleinen im 1. Jahr zumindest eh mehrmals täglich die Klamotten wechseln muß (da vollgepinkelt/gesabbert/gekotzt), und ergo mehr Klamotten brauch, die auch Geld kosten. Dazu div. Sachen wie Bettchen, Kinderwagen, Buggy usw. die alle ein kleines Vermögen kosten. Und wenn die Mutter Schülerin, Studentin, arbeitslos oder so ist, dann gute Nacht. Kindergartenplätze sind fast nicht zu kriegen, Spielplätze werden abgerissen oder sind in marodem Zustand. Krippenplätze kriegt man praktisch nicht. Alles in allem leben wir in einer Gesellschaft, die kinderfeindlich ist. Und Mütter allein läßt. Und dann sollen wir noch werfen? Am besten gleich 4 Kinder, damit die Demographiepyramide sich wieder umkehrt? Wo eine Schwangerschaft ab 30 schon als "Risiko-Schwangerschaft" zählt?
Ok, ich schweife ab, aber wie gesagt, Männer sollten sich in der Diskussion etwas zurückhalten... Vor dem etwas eingeschränkteren Erfahrungshorizont...
9thNuisanceAber du kannst doch nicht Abtreibung für eine Alternative zu unserer verkorksten, Mutter- und Kinderfeindlichen Gesellschaft sehen.
Mir ist das etwas zu oberflächig, wenn man behauptet es ist besser "Kinder" abzutreiben, "nur" weil die Gesellschaft nicht in dem maße unterstützt wie es eigentlich nötig wäre.

Bei Abtreibunggeht es, meiner Meinung nach, viel mehr um die "momentane" Verantwortung gegenüber dem Wert von entstehendem und dem eigenen Leben.

Und da kan man meiner meinung nach nicht immer nur die eigenen Verantwortung außer Acht lassen und alles auf die böse Gesellschaft schieben. Es gibt Mittel und Wege Kinder groß zu ziehen, auch wenn es schwer ist, aber wie bereits gesagt, das solte man sich überlegen, bevor man die Beine breit macht.
GrauerWolf@Nnordy
Klar bin ich ein Mann, sonst würde ich mich wohl "Wölfin" oder so was nennen....

Du verhälst Dich extrem emotional, so fängst Du mit den Vergewaltigungen an (ich habe weiter oben von Ausnahmen in Extremfällen geschrieben, liest Du die Postings überhaupt komplett ?), und wer das Gebären als "Werfen" bezeichnet, muß selbst sehen, wie er/sie mit dieser Einstellung zurande kommt.
Alles andere ist doch von Dir nur vorgeschoben, Menschen haben in richtig schlimmen Zeiten Kinder zur Welt gebracht, aber bei Dir spürt man so einen krassen Widerwillen, daß ich nicht so recht weiß, wie wir uns da zu einem Gespräch treffen sollen.
Frauen "müssen" neun Monate austragen, die meisten Mütter, die ich kenne, meine eigene Frau eingeschlossen, haben das recht gerne getan.
NnordyMir gehts nicht darum daß man prinzipiell abtreibt, weil diese Welt so scheiße ist (diese Position hab ich früher mal vertreten...). Mir gehts darum, daß ich es schon merkwürdig finde, wenn ein Mann einer Frau sagt, Abtreibung ist verwerflich - von Extremfällen mal abgesehen, die im Definitionsnirvana verschwinden...
Jede Frau muß für sich selbst entscheiden ob sie ein Kind will oder nicht, und wenn sie sagt nein, dann heißt das nein und man muß es akzeptieren! Und ich behaupte, daß die Zahl der Abtreibungen weitaus geringer als die von GrauerWolf angeprangerten 300.000 wäre, wenn die Mütter nicht so allein gelassen würden und wenn sich die Bedingungen hier für Kinder ändern würden! Ich muß ja heutzutage Angst haben, daß mein Kind in der Schule Schutzgeld zahlen muß oder solche tollen Sachen...
Ich seh auch nicht wo es oberflächlich ist wenn ich sage, diese Gesellschaft beschwert sich, es gäbe zu wenig Kinder, aber auf der anderen Seite wird nichts getan, um Anreize FÜR Kinder zu schaffen! Das ist nicht oberflächlich, sondern paradox. Ich soll als Frau Kinder bekommen, aber bekomme ich welche, werde ich "bestraft". Mein Arbeitgeber gibt mir nur einen befristeten Vertrag, denn ich könnte ja schwanger werden und dann muß er weiterzahlen, hat aber nix von mir. Endloser Papierkrieg von seiten der Behörden, ein bißchen Kindergeld und nun seht zu daß ihr das Kindlein gut erzieht damit die Pisa-Studie bald sagen kann daß Deutschland wieder unter den ersten 10 ist. O, Ihr Kind hat noch keinen Kindergartenplatz? Naja, ist ja erst 5, nächstes Jahr kommts ja eh in die Schule... Das ist natürlich überspitzt, klar... Aber weit davon entfernt sind wir nicht.
Ich habe nie behauptet, Abtreibung sei "die Alternative". Das ist sie nicht. Aber ich kann verstehen, wenn jemand abtreibt, weil sie definitiv nicht weiß, wie es mit einem Kind weitergehen soll. Wenn die Familie streikt, der Vater sich der Verantwortung entzieht, keiner der Frau wirklich erklärt, WARUM sie das Kind behalten soll und das es Perspektiven gibt.

Ich hab das Gefühl es gibt die weitverbreitete Meinung, daß alle Frauen die abtreiben 1. bei der Verhütung Mist gebaut haben oder 2. zu blöd waren um überhaupt zu verhüten oder 3. egoistische WEiber sind denen die Karriere wichtiger ist als ein beginnendes Leben. Ist das nicht ziemlich einseitig gedacht? Es gibt - ja, glaubt es ruhig - durchaus Frauen, die alle nicht zu den 3 aufgezählten Punkten gehören und dennoch abgetrieben haben. Und denen es damit auch dreckig geht (und jetzt bitte nicht den Spruch "hätten sie's eben sein lassen sollen"), weil man sich über die Verantwortung sehr wohl im Klaren ist.
Ich finde auch deine Wortwahl, 9th Nuisance, etwas daneben. "die Beine breit macht" ist absolut abwertend und beschränkt die Frau auf ein Stück dummes lustbesetztes Fleisch (s. Punkte 1 und 2). Warum wird hier eigentlich der Mann nie genannt???? Zum Kind gehören immer 2!!!! Wenn sich die Männer da auch mal stark machen würden und zwar nicht a la "Ich bring dich um wenn du abtreibst" sondern "wir schaffen das zusammen, ich halte zu dir, das ist alles kein Problem" würde das die Zahl der Abtreibungen nochmals deutlich reduzieren (so geschehen in meinem Bekanntenkreis).
Ich bin nicht generell gegen Abtreibung und auch nicht generell dafür. Natürlich gibt es karrieregeile Frauen die deshalb abtreiben. Aber wie gesagt - letztlich bleibt nur akzeptieren, nicht ausgrenzen, und gesellschaftliche Anreize und Umdenken schaffen. Ich hab nie behauptet, es liege NUR an der Gesellschaft. Das ist Humbug. Aber es liegt AUCH und nicht nur zu einem kleinen Teil an ihr. Woher kommen denn die "überforderten Eltern"?
Und unsere Eltern lebten in einer anderen Welt und mit anderen Werten. Da war Familie noch etwas, das an erster Stelle stand. Aber heute? Die Werte der sog. Spaßgesellschaft sind eben anders, egal, ob man sich da nun dazu zählt oder nicht. Auch ich will Kinder, aber ich will bestimmt nicht für den Rest meines Lebens den Haushalt schmeißen wie meine Mutter...
Na egal, ich bitte bloß um eines - man kann ja alles thematisieren, aber bitte in angemessener Art und Weise (Wortwahl). Ich finds nicht gut, wenn sich das auf ein Niveau begibt a la "Beine breit machen" (mal davon abgesehen, daß Sex etwas sehr Schönes ist, wenn man den richtigen Partner hat). Und wie gesagt, wenn schon, dann bitte auch mal die Verantwortung des Erzeugers mit einbeziehen! Oder ist die damit zu Ende, daß er die Nummer zu Ende schiebt und gut ist???!
Nnordy@GrauerWolf: Klar bin ich da emotional, weil ich nach deinem ersten Post echt gedacht habe, was das eigentlich soll. Wo sind denn die Männer in der Verantwortung? Die bleiben hier doch irgendwie außen vor!
Ich bin weder ne Kampflesbe noch eine Feministin, aber es geht mir ganz gewaltig an die Nerven, wenn ich solche Sprüche höre, wie Frauen tut das was ihr am besten könnt - gebären. Das ist überspitzt, natürlich, aber man kommt nicht drumrum das man deinen ersten Post durchaus so lesen kann.
DAs mit den Extremfällen hab ich gelesen, aber wie gesagt: Wer bestimmt denn was ein Extremfall ist? Ist es nur eine Vergewaltigung? Oder was fällt da noch rein? Aber klar, das führt zu weit...
Ich habe mit Absicht "werfen" geschrieben, denn letztendlich wird es doch darauf reduziert. In dieser Hinsicht unterscheiden wir uns nicht von den Säugetieren, oder? Ich habe schon genug Schwangerschaften mitbekommen, und es gibt schöne und sehr viel weniger schöne, meine Schwägerin hat so ziemlich die allermieseste gehabt die man sich nur vorstellen kann... Es ist ja schön, wenn deine Kinder in einer intakten Familie aufwachsen, das ist aber leider nicht der Regelfall, und meine ältere Nichte (6 Jahre) zeigt bereits erste psychische Schäden weil sie ohne Vater aufwächst. - Aber egal. Du hast meinen Post wohl nicht gelesen - ich habe geschrieben und betone es nochmal: ich will Kinder, aber nicht jetzt (d.h. nicht in diesem Jahr). Ich bringe mein Studium zu Ende, arbeite dann ein oder zwei Jahre und dann ist die Zeit reif dafür. D.h. ich bin weder kinder- noch "schwangerschaftsfeindlich". Aber ich denke nunmal, daß ein Mann nur eine eingeschränkte Sicht darauf hat, weil er - rein biologisch gesehen - eine Schwangerschaft und Geburt definitiv nicht nachvollziehen kann. Und dann von "verwerflich" zu reden, finde ich doch ein wenig krass.

Und wo schiebe ich Sachen vor? "richtig schlimme Zeiten" - ja klar! Aber wie gesagt - andere Zeiten, andere Sitten! Meinst Du wirklich, in der Spaßgesellschaft hat Familie, Kinder noch die gleiche Wertigkeit wie bei unseren Eltern? DAs kannst Du nicht im Ernst denken! Klar kann man auch in dieser Gesellschaft Kinder groß ziehen - wenn man Hilfe hat. Aber wer hat die? Früher war es die Ehe und die Eltern, die Halt gegeben haben. Heute? Was ist an diese Stelle getreten? Wir haben doch hier eindeutig ein Vakuum und wer behauptet dem sei nicht so der macht die Augen vor dieser Entwicklung zu.
Mein Widerwillen basiert allein auf der Art der Wortwahl und der Wertigkeit, die da mit reinspielt. Wie ich schon sagte, Ausgrenzung statt Akzeptanz. Aber das muß auch jeder für sich entscheiden...
GrauerWolfNnordy
Tut mir leid, aber alles Interpretationen Deinerseits.
Ich habe weiter oben nur diese Zahlen ins Spiel gebracht und was Du da alles rausliest, ist Projektion , ich habe weder generell Frauen angegriffen, noch Männer verteidigt.
Also was soll das Ganze?
MissDeath666Ich bin auf alle fälle für eine abtreibung, wenn man keinen anderen weg mehr findet.
daher froh das man das machen darf.
aaraenIch denke dass die Meinung von Männern in zu diesem Thema völlig irrelevant ist. Die Frauen sind diejenigen, die schwanger werden, die das Kind austragen, die Beschwerden, Schmerzen, psychische Veränderungen ertragen und für die nach der Geburt der eigentliche Stress erst losgeht. Die Frauen sind es, die beruflich zurückstecken wegen der Kinder, die auf Hobbys und Freiheiten verzichten, die oft doch vom Partner alleingelassen, die Kinder erziehen und sich mit finanziellen Problemen rumschlagen.
Daher ist es die Entscheidung der Frau (und nur ihre) ob sie sich dieser Aufgabe gewachsen fühlt. An erster Stelle kommt natürlich die Verhütung. Es gibt aber genug Situationen in denen es dafür zu spät ist. Gründe kann es dafür viele geben. Auch die Pille kann mal versagen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass jemand ernsthaft eine Abtreibung als alternative Verhütung ansieht.
Und ob dann das Kind ausgetragen werden soll oder nicht sollte auch die schwangere allein entscheiden dürfen. Sie ist diejenige, die die Freuden und Sorgen der Mutterschaft erleben wird und sie wäre auch diejenige, die es mit ihrem Wissen verinbaren muss, abgetrieben zu haben. Es ist nicht möglich für eine so persönliche Entscheidung externe Masstäbe anzusetzen. Auch die oft benannte Vergewaltigung mag für manche ein Grund zur Abtreibung sein, für andere aber auch nicht. Wenn eine Schwangere einen Grund hat um abzutreiben wird dieser für sie subjektiv immer relevant genug sein. Und es steht einfach niemand anderem zu seine Maßstäbe daran anzulegen, am allerwenigsten einem Mann!
NnordyOk, dann nur abschließend von meiner Seite: WARUM hast Du denn dann diese Zahlen ins Spiel gebracht??? Um zu verdeutlichen, wie einfach es heutzutage ist, abzutreiben? Dagegen müßte man allerdings die Zahl der Frauen stellen, die jährlich schwanger werden... Und die Zahl der Fehlgeburten... Nur, um ein etwas objektiveres Bild zu erhalten...
Und nachdem Du ja deine Meinung zur Abtreibung im Allgemeinen kundgetan hast, hab ich das tatsächlich mit dazu benutzt, um deinen Post zu deuten... Mea culpa!
Wie gesagt, mich hat bloß die Wortwahl und der Ton gestört! Außerdem bist Du glaube ich der einzige Mann der sich hier mal zu Wort gemeldet hat, daher hätte mich das schon interessiert, wie Du denn zur Verantwortung der MÄNNER in der Sache stehst...
Es gibt halt desöfteren Tendenzen, sowohl Schwangerschaften zu romantisieren als auch Abtreibungen zu verharmlosen, beides halte ich für falsch! Aber ich bin halt auch gegen Pauschalaussagen, weil das hier zu kurz greift, zumindest nach meinem Geschmack.
Und last but not least: Wenn ich mich nicht irre, hast Du in deiner Entgegnung auf meinen Post mich definitiv angegriffen "und wer das Gebären als "Werfen" bezeichnet, muß selbst sehen, wie er/sie mit dieser Einstellung zurande kommt.
Alles andere ist doch von Dir nur vorgeschoben..." - da war's mir schon wichtig, das ein oder andere etwas gerade zu rücken!
Nnordy@aaraen: Du sprichst mir aus der Seele! :)

Allerdings finde ich die Meinung von Männern schon wichtig - wenn sie mal Stellung beziehen zu der Verantwortung, die SIE oftmals übernehmen sollten, aber nicht übernehmen...
GrauerWolfNnordy

Sorry, ich spreche vielen Frauen die Fähigkeit ab, darüber selbst zu entscheiden, gerade, weil sie von außen beeinflußt werden:

von Leuten wie dir und areen, von linken Frauengruppen,
verständnislosen Eltern usw.

Und es gibt noch einen Grund, in dem Moment, in dem eine Frau schwanger ist, geht es eben nicht mehr ´nur um sie und ihren unendlich wertvollen Körper, sondern um zwei Lebewesen.
Du kannst Dir die Nase zupiercen, bis der Wind drin raschelt, Deinen Gang durch Plateausohlenschuhe verderben, bis der Arzt kommt, Deine Sache, aber nicht mehr Schwangerschaft.
Aber was regst Du Dich eigentlich auf, hey, ich meine übertreibst Du nicht unnötigerweise, denn Du hast doch voll den gesellschaftlichen Wind im Rücken, kannst doch so oft schwanger werden und abtreiben , wie Du möchtest, alles kein Problem!
Aber Du willst auch noch , daß alle anderen Deiner Meinung sind oder zumindest kuschen, nicht wahr?
Weshalb eigentlich, vielleicht doch aus schlechtem Gewissen?

Verantwortung der Männer???

Ich hätte nie eine Abtreibung in meinem Umfeld befürwortet und wäre froh, wenn ich acht Kinder hätte und kann auch wenig Verständnis für Menschen aufbringen, die das tun.
Wer so wie Du den Mond anheult, daß die Gesellschaft so böse und unfreundlich ist, outet sich als Egoist.
Mach doch Du die Gesellschaft besser, indem Du Kinder zur Welt bringst, so wie wir heute leider auf eine Greisengesellschaft zusteuern und das der Markt der Zukunft wird, so würden sich Wirtschaft und Gesellschaft auch auf Kinder/Eltern einstellen, wenn es nicht so viele Bedenkenträger gäbe.
Schließlich wurden auch Kinder in den Bombennächten des WK 2 geboren und im 30.-jährigen Krieg und da ging es wohl etwas rauher zu, als heutzutage.
NnordyKönnten wir bitte wieder sachlich werden? Warum mußt Du beleidigend werden, wenn ich deine Argumente angreife? Ich glaube eher, DU bist derjenige, der meine Posts nicht liest... Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung, ist ja völlig ok.
ABER ich finde es geradezu unglaublich, daß DU als Mann den meisten Frauen die Fähigkeit absprichst, selbst zu entscheiden, weil sie von ach so schlimmen Egoisten wie mir ganz übel beeinflußt werden. Damit zeigst Du nur, wie wenig Du von Frauen verstehst. Ich spreche Dir doch auch nicht die Entscheidungskraft ab, bloß weil DU als MANN auch täglich von den ach so bösen anderen egoistischen Männern in tausendfacher Hinsicht beeinflußt wirst!
Nach wie vor vermisse ich eine Stellungnahme zur Verantwortung des Erzeugers! Du schwingst Dich zum Mentor des ungeborenen Lebens auf, weil es jemanden braucht, der für es spricht - gut und schön. Aber dann akzeptiere bitte auch, daß es Frauen gibt, die sich GEGEN ein Kind entscheiden - aus IHREN Gründen, die von deiner Seite aus (immer???) egoistisch begründet sein mögen - außer natürlich in Extremfällen...
ICH habe bis heute nie abgetrieben. Und ich habe nicht vor es zu tun. Aber wie gesagt grenze ich Frauen, die das getan haben, nicht aus, sondern akzeptiere es. Ich oktroyiere niemandem meine Meinung auf. Ich nehme mir aber das Recht, meine Meinung zu verteidigen,wenn ich von Leuten wie z.B. Dir angegriffen werde.
Warum beziehst Du Dich eigentlich ständig auf unsere Eltern und Großeltern? Meine Mutter ist Jahrgang 1947. Aber den Wink auf andere schwerere Zeiten als Rechtfertigung zu benutzen, daß es ja dann heute auch gehen muß, ist irgendwo daneben, da die Zeiten sich eben geändert haben, und ja, nicht nur zum Positiven! Das berücksichtigst Du aber überhaupt nicht.

Und wo bitte ist eine Schwangerschaft nicht mehr Sache der Frau??? Ist es nicht ihr Körper, in dem das Baby wächst und aus dem es irgendwann rauskommt? Mir kommt es vor, als stelltest Du das Wohl des Ungeborenen in der Schwangerschaft über alles - inkl. dem Wohl der Mutter. Das ist das andere Extrem. Naja, dann kann ich Dich nur beglückwünschen, daß deine Frau ein gesundes Kind ohne Risiko für sich selbst zur Welt gebracht hat. Eine Freundin von mir ist bei der Geburt fast verblutet, weil sich die Gebärmutter nicht mehr geschlossen hat. Hat einfach weiter geblutet, 2 Tage durch... Sie hat Glück, daß sie noch lebt... Aber das gehört nicht hierher.

Ich heule den Mond an? Faszinierend. (schließlich heiße ich nicht "Wolf" oder?) Dann ist die Gesellschaft also gut und schön und gerecht. Dann weist unser System keinerlei Mißstände auf? Wenn das deine Ansicht ist, bitte. Aber erlaube mir, anderer Ansicht zu sein. Es könnte schon längst alles besser sein. Allerdings nicht, in dem wir alle 8 Kinder haben (da kommt mir spontan das Bild von der Frau als Gebärmaschine in den Sinn - Futter für einen weiteren Angriff deinerseits :)) - das glaubst Du nicht im Ernst, oder? Vielleicht sollten wir alle Drillinge oder Vierlinge bekommen, das wird nämlich vom Staat unterstützt...
Naja, ich hör lieber auf, aber, lieber GrauerWolf, so geht's nicht!
GrauerWolfNnordy
Also noch mal , ganz langsam zum Mitschreiben:

Du hast angefangen, hier nach Männern und Frauen zu sortieren,
ich habe niemanden angegriffen.
Du führst eine eigenwillige Sprache ("Werfen", "Gebärmaschine") im Munde.
Du fragst schon wieder nach der Verantwortung der Männer, obwohl ich geschrieben habe, daß ich persönlich nie einer Abtreibung zustimmen würde, also doch wohl auch die Verantwortung übernehme oder was liest Du schon wieder da raus?
Wenn Du der Meinung bist, daß sich die Zeiten seit den Bombennächten zum Negativen verändert haben, weiß ich allerdings nicht mehr, was ich darauf antworten soll...
Frauen sind schon bei der Geburt gestorben?
Meine Güte, das ganze Leben ist gefährlich und endet unausweichlich mit dem Tode.
Ich finde es nun mal abartig, daß eine Gesellschaft, der es so gut geht , wie noch nie zuvor in der Geschichte, jedes Jahr hunderttausendfach ihre Nachwuchs tötet, während gleichzeitig Krötenwanderschutzzäune gezogen werden.
NnordyJep, ich hab mit der Sortierung angefangen, und habe auch gleich gesagt warum: Weil ich nach wie vor der Auffassung bin, daß Männer sich bei diesem Thema nicht soweit aus dem Fenster lehnen sollten, wegen ihres - und da führt nunmal kein Weg dran vorbei - äußerst eingeschränkten Erfahrungshorizontes in diesem speziellen Fall.

Ich weiß nicht, wenn es kein Angriff ist, daß Du mich, araen und "linke Frauengruppen" usw. als üblen Einfluß auf den Rest der Frauenwelt bezeichnest... Falls es kein Angriff war, dann Entschuldigung, daß ich es als solchen interpretiert habe! ;)

Was ich für eine Sprache benutze, mußt Du allerdings schon mir überlassen, so lange ich dabei sachlich bleibe und andere Forennutzer nicht persönlich angreife oder beleidige... Die Gebärmaschine habe ich mit voller Absicht eingebracht, weil ich mir schon gedacht habe, wie Du darauf reagierst... Egal.

Es ist ja schön wenn Du Dir einer gewissen Verantwortung (allerdings nur gegenüber dem Ungeborenen...) bewußt bist, das beschränkt es aber nur auf Dich. Wie gehen andere Männer damit um? Sind alle so wie Du? WArum treiben dann manche Frauen auch aus Angst vor ihren Männern/Freunden ab???

Ich hab ja nicht behauptet, daß sich alles zum Negativen verändert hat seit dem 2. WK (sag mal wie alt bist Du eigentlich daß Du da ständig drauf rumhackst? Über 60???) - aber es ist ja wohl nicht von der Hand zu weisen, daß wir mit einem ganz unglaublichen Werteverfall konfrontiert sind, denn ICH (nur meine eigene Meinung!!!) nunmal nicht als positiv werten würde! Lies doch mal bitte genauer, was ich schreibe, oder drück ich mich so mißverständlich aus?

Ich frage mich, ob Du die Risiken einer Geburt genauso leichtfertig abtun würdest, wenn deine eigene Frau betroffen wäre? Mein Mann z.B. hat mir von Anfang an gesagt, daß wir nur dann eigenen Kinder haben sollten, wenn es für mich nicht zu gefährlich ist. Lapidar zu sagen - naja ist halt so, wir alle müssen sterben, die einen bei der Geburt, die anderen im hohen Alter - aber egal, ich schweife ab...
Es ist ja ok wenn Du es nicht gut findest, aber auch früher war nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen... Stichwort "Engelmacherin"... Ich denke, die wenigsten Frauen machen es sich mit einer Abtreibung leicht (ja, es gibt auch welche die nehmen es leicht, aber das sind die wenigsten...) - und, zum letzten Mal, dann muß man(n) es halt akzeptieren!
GrauerWolfNa, wenn Du Deine Reizwörter nur benutzt, um zu provozieren, dann hätten wir das "Gespräch" auch früher abbrechen können.
Schön, daß Dein Mann so verständnissinnig ist, aber wollt Ihr denn vorher wissen, ob es gefährlich ist (Kristallkügelchen)?

Warum ich den WK II als Beispiel benutze, nun, weil das eine haarige Zeit war, im Vergleich zu den plüschigen Zuständen von heute. Wenn ich als Legitimation damals bereits gelebt haben müßte, dann müßte sich ja jedes Geschichtsstudium von selbst verbieten.
Bei mir hatte das Studium der Geschichte (als Hobby) den wohltuenden Effekt, daß ich vieles besser einordnen kann.
Menschen, die keine Vergangenheit haben, tun sich auch mit der Zukunft schwer (bevor es gleich wieder los geht, der letzte Satz ist NICHT persönlich gemeint).
NnordyWunderbar! Das ist doch eine Ebene mit der ich leben kann!

Das mit den Gefahren einer Geburt kann man sehr einfach vorher von einem Gynäkologen prüfen lassen (z.B. zu schmales Becken, Gebärmutterverengung usw.), dafür brauchts nichtmal eine Kristallkugel...

Natürlich war der 2. WK eine schwierige Zeit, für alle und gerade für werdende Mütter, aber wir leben nunmal heute in einer völlig anderen Zeit und auch wenn es uns im Vergleich 100.000 Mal besser geht gibt es eben auch Dinge, die heute genauso wenig einfach sind wie damals. Die Frage nach deinem Alter kam nur daher, daß Du diese Zeit ständig bemüht hast, fast - nicht wertend gemeint - obsessiv. Heute gibts andere Probleme, die natürlich im Vergleich sog. "Peanuts" sind, aber für die Betroffenen sehr wichtig und ich denke, da hat kein Außenstehender ein Recht darüber zu urteilen. Tun wir natürlich trotzdem, sonst würden wir hier nicht diskutieren. Jedem seine Meinung! ;)
aaraen[QUOTE][i]Original geschrieben von GrauerWolf [/i]
[B]Du fragst schon wieder nach der Verantwortung der Männer, obwohl ich geschrieben habe, daß ich persönlich nie einer Abtreibung zustimmen würde, also doch wohl auch die Verantwortung übernehme oder was liest Du schon wieder da raus? [/B][/QUOTE]

Ui! Das eine impliziert nicht das andere! Nur weil Du einer Abtreibung nicht zustimmst, heisst das noch lange nicht, dass Du die Verantwortung für das Kind und die damit einhergehenden Entscheidungen übernimmst. (Speziell deine Äusserungen erwecken in mir den Verdacht, dass du dich leichter darin tust "Pflichten" der Frauen aufzulisten als deren Rechte, aber das nur am Rande). Allein was eine Mutterschaft betrifft, da ergeben sich Probleme, Sorgen, Aufgaben, die Männer oft weit von sich weisen, ja nichteinmal bemerken. Wenige, das soll erwähnt werden, nehmen tatsächlichen einen gebührenden Teil auf sich. Dennoch ist es mitunter gar nicht möglich, Aufgaben auf den Mann zu übertragen. Schwangerschaft und Geburt sind nun mal Frauensache. Also vorsicht mit den großen Reden. IN den seltenen Fällen, wo der Wille da ist, ist noch längst nicht wirklich ein Weg. Es bleibt wie es ist. Schwangerschaft, Geburt, Mutterschaft sind Themen wo Männer naturgemäss wenig Zugang haben. Deshalb ist dieses "Ich übernehme Verantwortung" viel Blabla und wenig Substanz. Schliesslich kann ein Mann das Kind nicht austragen. Deshalb, Wolf, ganz unpersönlich sondern generell an die Männer: Ihr könnt beraten, empfehlen, Wünsche äussern, Hilfe anbieten ABER nicht entscheiden!
aaraen[QUOTE][i]Original geschrieben von GrauerWolf [/i]
[B]
Sorry, ich spreche vielen Frauen die Fähigkeit ab, darüber selbst zu entscheiden, gerade, weil sie von außen beeinflußt werden:
von Leuten wie dir und areen, von linken Frauengruppen,
verständnislosen Eltern usw.
[/B][/QUOTE]

und das schrieb ich noch, dass das jede Frau selber entscheiden muss. .. kam wohl nicht an...

Die Frauen können nicht entscheiden, also entscheidest du für sie? Oder irgendjemand sonst? Es mag schon sein, dass die eine oder andere Frau diese Entscheidung nicht so super trifft, aber dennoch ist sie als massgeblich Betroffene die Einzige, die überhaupt eine einigermassen sinnvolle Entscheidung treffen kann.
SuicideAbtreibung ist nichts schlimmes,jeder der abgetriben wird kann doch froh sein das er das ganze Elend nicht erleben muss.Was soll schlimm daran sein ein Leben auszulöschen das noch garnicht begonnen hat?Da kann man doch auch Kondome verbieten,die töten Leben noch bevor es eine Chance hat sich zu bewähren.
DolphinZu dem Thema enthalte ich mich lieber, aber hier trotzdem mal was anderes zum drüber nachdenken:

Wieso glauben wir Menschen immer, das unser Leben mehr wert ist alles alles andere Leben auf der Erde? Ich denke ohne die Menschheit wäre die Erde wesentlich besser dran.

Es gibt soviel Tod der durch Menschen verursacht wird (ja selbst gegenseitig unter den Menschen), wieso sollte da eine Abtreibung eigentlich so eine große Bedeutung haben?
Christie@grauer wolf
ganz ehrlich: ich schliesse mich nnordy an. ich denke nicht das du ein recht hast darüber zu urteilen, was eine frau mit ihrem körper macht.
auch wenn du behauptest danach für die da zu sein...das ist sowieso nur in einem gewissen rahmen zu schaffen...
ich persönlich bin füpr abtreibung und würde aus gesundheitlichen und moralischen gründen abtreiben.
moralisch? ja, ich könnte kein baby aufziehen, da ich mit babys nichts anfangen kann. sie sind ja ganz süss, aber ich käme nicht damit klar eunes aufzuziehen.
abgesehen davon bin ich was arbeit und sowas betrifft zu sehr auf erfolg und mich bezogen, das ein kind da keinen platz hätte.
charunaDas ist ja mal eine hitzige Diskussion.
Ich sorge in diesem Fall lieber vor und verhüte mit den best möglichen Mitteln, um es ja nicht soweit kommen zu lassen.
Dennoch, wenn ich schwanger würde, liesse ich abtreiben. Nicht weil ich das gut finde oder gar eine tolle Sache, sondern ganz einfach, ich stehe am Anfang meines Lebens, habe kaum Erfahrungen, wie soll ich da ein Kind erziehen, bzw. nach welchen Werten, wenn ich meiner nicht sicher bin?! Ebenso besuche ich noch die Schule, werde nächstens studieren und möchte ganz einfach etwas erreichen im Leben. Das mag jetzt egoistisch klingen, aber was nützt es, wenn ich meinem Kind nicht das Gefühl geben kann, es sei gewollt? Ich weiss nicht mal ob ich überhaupt Kinder möchte, kann nicht besonders viel mit ihnen anfangen. Ich würde auf jeden Fall abtreiben, da kann mir niemand drein reden, nicht mal meine Eltern mit ihrer christlichen Moral.... Das ist und bleibt meine Entscheidung und die ist mir bestimmt nicht leicht gefallen, es dauerte lange bis ich überzeugt davon, war, dass ich auf keinen Fall Kinder möchte, ob dies der Mann will oder nicht, ist mir nicht grundsätzlich egal, hat für mich jedoch keinen Einfluss.
Jetzt mag man mich verurteilen, aber ich verhüte bestmöglichst und etwas schief gehen kann immer. Und schliesslich müssen wir verhüten und Männer mit der Einstellung, wenn eine Frau zu blöd dafür ist, selber schuld..., können mir gestohlen bleiben!

Sagen/Versprechen geben, kann man lange, aber um zurückzugeben: Wieviele Männer bezahlen ihre Alimente nicht (oder können nicht) ? Diese Zahl würde mich mal interessieren, um den Masstab der Sicherheit der Frau nach einer Geburt zu haben. Jede Frau soll das tun, was sie will und ihr Männer könnt Ratschläge geben oder helfen, entscheiden muss sich jedoch die Frau und nicht ihr!!!

Das gleiche gilt übrigens für Frauen, welche gezwungen werden ein Kind abzutreiben, weil ein kleiner Schreihals nicht in den Lebensplan/Budget des Papas passt. Das finde ich persönlich sehr traurig. Wer Sex will, muss auch mit den Folgen leben und Kinder sind immer noch die Sache einer Frau!
Azurite@ GrauerWolf: Wenn doch jedes Leben unausweichlich mit dem Tode endet, warum ist dann an der Abtreibung überhaupt irgendwas schlimm? Ich meine, dieser noch nicht geborene Mensch würde ja auch sowieso irgendwann sterben...
Äh, ja... das ist vielleicht nicht ganz ernst zu nehmen, aber was macht dieses ungeborene Leben wertvoller als das der Mutter (falls es eben zu Komplikationen kommen sollte)?

Ist es nicht völlig gleichsetzbar, ob eine Mutter bei der Geburt stirbt (also durch das Kind), oder ob selbiges durch die Entscheidung der Mutter stirbt?

Auch wenn eine normale Schwangerschaft wahrscheinlicher ist...
die Betroffene hat in meinen Augen das Recht, sich frei zu entscheiden, egal wie die Umstände sind.

Ich bin also Pro-Choice, alles andere ist eine Einschränkung meiner Rechte. Jetzt mal rein hypothetisch, wenn ich je schwanger werden sollte, würde ich wirklich nicht lange fackeln. Ich empfinde es als äußerst schauderhafte Vorstellung, dass da etwas in meinem Körper wächst... wie ein Parasit. (Da werden sich wieder einige aufregen, aber so würde ich mir da vorkommen, sollte es mich selbst betreffen)
Ein Kind hätte es weiters niemals gut bei mir... ich bin absolut verantwortungslos und weiß es auch, und deshalb möchte ich das niemandem antun (auch mir nicht).
Und nur um es wegzugeben, tue ich mir aber schon ganz sicher keine 9 Monate Morgenübelkeit und Schwerfälligkeit und den ganzen Kram an, ganz zu schweigen von der Geburt.
Meinetwegen ist das egoistisch, aber wem schulde ich schon was? Sicher keinem Embryo, das noch nicht mal ein Bewusstsein hat.

Azurite
NnordyMädels, seid froh daß es GrauenWolf nicht mehr gibt, das hätte hier noch böse geendet... :D
AzuriteAhja? Das hab ich nicht so mitbekommen... nur mal kurz, aber habs wieder vergessen.
Naja egal, deshalb hätt ich auch nichts anders formuliert ^^

Azurite
*SchwarzeTräne*Ich finde das ein Leben sehr kostbar ist.
Man kann doch nicht einfach so ein kleines würmchen töten.
Es hat doch ein recht aufleben so wie du und ich .Wenn man weiß das man sex hat und dadraus was entstehen kann.Sollte man auch die konzigwensen tragen.
Oder richtig verhüten.

Wenn eine frau bei einer Vergewalltigung schwanger wird .Die würde das kind bestimmt nicht wollen wenn sie jedes mal in das gesicht schauen müsste dann würde sie den täter sehn.

Bei sowas bin ich nicht gegen die Abtreibung den wenn ich es am eigenem leibe spühren würde dann würde ich es auch machen.

Wenn es eine behinderung hätte dann hat dieses kind auch ein recht für ein leben.

Es braucht dann halt mehr pflege als ein normales.
Aber alle kinder sollten die Liebe erfahren wo wir auch erfahren haben und die wärme und geborgenheit.

Wenn man die nachrichten hört das wieder ein neugeborenes gefunden ist.Dann geht mir echt die Galle hoch.

Es gibt doch jetzt schon babyklappen wo man die kinder reinlegen kann.Dann müsste man es doch nicht töten oder ausetzen.Und die Mütter können nach 3 monaten das kind wieder bekommen aber wenn sie es nicht wollen dann wird es in ein heim oder in eine Pflegefamilie untergebracht.

Ich finde sowas nicht menschenwürdig.

gruß,

*schwarzeträne*
LaronaAls ich 15 Jahre alt war bin ich schwanger geworden. Irgendwie hab ich das alles verdrängt.Ich wollte es gar nicht wahrhaben das ich schwanger bin.Meine Mutter bekam es allerdings mit und schleppte mich zum Arzt.
Eine Woche später lag ich im Krankenhaus und hatte eine Abtreibung hinter mir. Natürlich hätte ich mich dagegen wehren können,doch in diesem Moment war ich gar nicht in der Lage das zu tun. Ich war irgendwie in einem Art Trance Zustand.
Danach ging es mit mir bergab. Ich habe mich super Vorwürfe gemacht und wollte es nicht wahrhaben.
Das ist jetzt knapp 5 Jahre her und verarbeitet habe ich es immer noch nicht richtig.Wenn ich heute darüber nachdenke,tut es sehr weh,vorallem jetzt wo ich wieder schwanger bin. Diesmal ist es ein gewolltes Kind.
Doch leider war diese Abtreibung nicht nur seelisch eine starke Anstrengung,sondern leider gab es auch einige gesundheitliche Probleme. Die Ärzte scharben ja bei so einer Abtreibung aus, und dabei haben sie mich leider verletzt.
Durch spätere weitere Verletzungen habe ich heute starke Schmerzen,Tag für Tag.Ich sehe das irgendwo als "Strafe" an,auch wenn das natürlich nicht so ist.

Ich würde jedem abraten eine Abtreibung vor zu nehmen, weil dies kein Ausweg ist. Man hat vielleicht das "Problem"gelöst nicht mehr schwanger zu sein,aber man selbst zerstört sich in der darauffolgenden Zeit total.
Azurite> Ich finde das ein Leben sehr kostbar ist.
Man kann doch nicht einfach so ein kleines würmchen töten.
Es hat doch ein recht aufleben so wie du und ich.

Demnach darfst du nichtmal ne Mücke zerklatschen, die dich grad gestochen hat. Die hat genauso ein Recht auf Leben wie du und ich und außerdem macht sie das nur um zu überleben.
Kümmert das wen? Nein (ich kenne halt niemanden)

Azurite
garde de nuitabtreibung ist ein thema, über das man sich wohl noch in hundert jahren streiten wird. ist der "mord" an einem ungeborenen moralisch nicht vertretbar?
ab wann beginnt das kind zu leben, sobald beide komponenten verschmolzen sind? ab dem dritten monat oder bei seinem ersten schrei nach der geburt?
ist eine abtreibung überhaupt ein mord, oder nur ein schutz für das kind?

ungeliebte katzenbabies werden in einen sack gestopft und totgeprügelt oder in einen fluß geworfen, damit sie jämmerlich ertrinken.
hatten sie eine wahl? nein! ist das ein mord, oder nur ein weg sich unliebsame dinge vom hals zu schaffen?
katzen werden eingefangen und von tierärzten kastriert. konnten sich die katzen wehren? nein! ist das moralisch verwerflich, einfach in die natur einzugreifen?
ich halte das für eine gute idee, da somit den nachkommen der qualvolle tod gleich ersparrt wird.

es ist vielleicht ein etwas krasser "vergleich", aber was macht eine junges mädchen/ eine junge frau, die nicht in der lage ist, dem kind das zu geben, was es braucht? wie wird es dem kind wohl später gehen?
es ist ein "unfall", vielleicht durch eine vergewaltigung, oder weil das kondom gerissen ist. werden durch seine geburt nicht gleich zwei leben zerstört? das leben der mutter, die völlig überfordert ist und das leben des kindes, das dementsprechend keine schöne kindheit haben wird?

situationsbedingt halte ich persönlich eine abtreibung für verständlich. sicher ist, dass die mutter immer mit dem wissen leben wird, dass ein teil von ihr gestorbn ist.

und das erzähle ich nun zum ersten mal:

nach mir wurde meine mutter noch einmal schwanger, hat das kind aber abgetrieben. und aus erfahrung kann ich sagen, dass es das beste war... denn hier hätte das kind, mein bruder oder meine schwester, sicher kein gutes leben gehabt.

wie gesagt, abtreibung ist ein sehr heikles thema und ich denke, dass es manchmal einfach der beste weg ist und man keinen menschen verurteilten sollte, wenn er ein wesen durch den frühzeitigen tod, vor einer eventuellen lebenslangen qual schützen konnte.
BehemothDann möchte ich mich auch mal zu dem Thema beitragen.

Zunächst einmal geht es hier um menschliches Leben und nicht um Tiere oder wie oben erwähnt Mücken. Das ist eine qualitative Unterscheidung. Für mich zählt ein Menschenleben eben mehr als das Leben eines Tieres - Fakt.
Auch die, für mich, einzige relevante Streitfrage wäre, ab wann man vom "menschlichen Leben" sprechen kann. Ist nicht auch potenzial zum menschlichen Leben bereits schützenswert? Meiner Ansicht nach, ja.

Die Kernfrage, die sich immer stellt ist die:
Welcher Wert ist kostbarer.
1. Das leben des ungeborenen Kindes
2. Das soziale-emotionale Wohl der Schangeren

Dabei finde ich es arg bedenklich den 2 Wert vorzuziehen. Es bedeutet praktisch eine Höherbewertung der sozialen Bedürfnisse und der emotionalen Ausgegelichenheit im Vergleich zu einem menschlichen Leben.

Dabei geht es auch nicht darum, wie die Frau schwanger geworden ist. Ob es eine Vergewaltigung war, oder eine andere unverschuldete Schwangerschaft, ist nicht relevant. Das es natürlich eine schlimme Sache ist, steht außer Frage.
Aber aus diesen Gründen einem ungeborenen Menschen, das Recht auf Leben zu verweigern ist für mich DER Tabubruch der Gegenwart. Man bevormundet dadurch einen Menschen, der nicht in der Lage ist selbst eine Entscheidung zu fällen - und zwar insoweit, daß über den höchsten Wert entschieden wird, den wir kennen - eben das menschliche Leben.
Sobald man also einem Menschen das Recht auf Leben verweigert, hat man wohl eine Grenze überschritten die alle anderen ethischen Muster, die sich in laufe von zig Jahrhunderten gebildet haben, für nichtig erklärt.

Und um einmal auf Detailfragen herunterzusteigen - in Deutschland haben wir das soziale Netz und die Möglichkeit einer Adoption - also wird selbst auf der oberflächlichen Ebene, die ja so gern in den Medien diskutiert wird ein Schwangerschaftsabbruch indiskutabel.
Aber zu erkennen, daß es nicht um diese kleinen Fragen geht, sondern um elementare Menscherechte geht in die wenigsten Köpfe.
Dann wird die Abtreibungsfrage ganz schnell zu einer Ja/Nein Entscheidung. Genauso wie man entweder rot, schwarz, grün, gelb etc. wählen kann.
LaChatte[QUOTE]Aber aus diesen Gründen einem ungeborenen Menschen, das Recht auf Leben zu verweigern ist für mich DER Tabubruch der Gegenwart. Man bevormundet dadurch einen Menschen, der nicht in der Lage ist selbst eine Entscheidung zu fällen - und zwar insoweit, daß über den höchsten Wert entschieden wird, den wir kennen - eben das menschliche Leben.[/QUOTE]

Dass man mit einem Verbot der Abtreibung einen Menschen bevormunden würde, der sehr wohl in der Lage ist, eine eigene Entscheidung zu fällen, stört dich hier nicht?

Und - wenn man so anschaut, wie Menschen miteinander umgehen - sooo viel Wert wird dem menschlichen Leben nîcht beigemessen - wirklich nicht...

[QUOTE]Zunächst einmal geht es hier um menschliches Leben und nicht um Tiere oder wie oben erwähnt Mücken. Das ist eine qualitative Unterscheidung. Für mich zählt ein Menschenleben eben mehr als das Leben eines Tieres - Fakt.[/QUOTE]

Was macht Menschen so viel wertvoller als Mücken?

[QUOTE]Sobald man also einem Menschen das Recht auf Leben verweigert, hat man wohl eine Grenze überschritten die alle anderen ethischen Muster, die sich in laufe von zig Jahrhunderten gebildet haben, für nichtig erklärt.[/QUOTE]

Dass Menschen ihr Lebensrecht abgesprochen wird, ist ja wohl nichts neues. Und solange es die Todesstrafe gibt, und Tiere massenhaft getötet werden - wie die Vögel mit Grippe heute nur, um sie fortzuschmeissen - solange ist es für mich unglaubwürdig, wenn hehre Gesänge auf die "Menschenwürde" gesungen werden...
BehemothWarum ein menschliches Leben für mich mehr zählt als das Leben eines Tieres?
Weil ich selbst ein Mensch bin und subjektiv Entscheiden muss.
Ich sehe mich und meine Mitmenschen als wertvoller an, als eine Mücke oder ein x-beliebiges Tier/Insekt oder eine Pflanze.

Wenn ich mich entscheiden müsste einen Menschen Leid zuzufügen oder einem Tier, dann würde ich das Tier wählen. Ich sehe es als Grundlage für die Diskussion, daß menschliches Leben den höchsten Wert besitzt dem es auf der Erde gibt. Daraus folgt, daß es keinen höheren bekannten Wert gibt. Alle Normen zielen daraufhin ab diesen Wert zu schützen.
Es kann immer nur einen höchsten Wert geben. Und der ist für mich der Mensch. Daneben hat auch nichts anderes Platz - nicht auf dieser Stufe. Gerechtigkeit, Freiheit, Tierschutz - das alles kommt erst später. Das alles hat keinen Sinn ohne zuerst das elementarste zu schützen was es gibt - unser Leben.

Und zu dem Punkt mit der Bevormundung:
Ja ich bevormunde einen Menschen, einem anderen Menschen das Leben zu verwehren. Ich bevormunde auch einen potenziellen Mörder ein Opfer umzubringen. Bevormundung zum Schutz des menschlichen Lebens ist legitim.
Ansonsten führt Deine schwammige Argumentation zur Abschaffung aller Restriktionen, welche greifen sobald man einen Menschen umbringt oder verletzt, führen.

Das bedeutet natürlich gleichzeitig das ich radikal gegen die Todesstrafe bin - nur weil du es anklingen hast lassen.
NnordyEs geht zwar etwas ot, aber deine Argumentation erinnert mich zu sehr an die Zeiten von Grauer Wolf, und daher muß ich das loswerden: Ich finde es interessant, daß Du die Ansicht vertrittst, daß das Leben des Menschen das Allerhöchste ist was es gibt. In Anbetracht dessen, daß der Mensch seit Jahrtausenden nichts besseres zu tun hat als sich immer tollere und effektivere Waffen auszudenken um sich gegenseitig umzubringen, finde ich dieses Argument... nunja, sehr idealistisch. In meinen Augen hat der Mensch sich diesen Status als das "Höchste" nichtmal annäherungsweise verdient. Warum ist ein Mensch für Dich mehr wert als ein Tier? Weil er denken kann? Das können Tiere auch? WEil er Gefühle hat, Selbst-Bewußtsein, Reflexionsvermögen, Sprache? Woran machst Du denn den Wert fest? Nur weil wir unfähig sind, die Tiere zu verstehen, heißt das nicht daß das Leben eines Tiers weniger wert ist. Tiere haben nicht im Laufe der Evolution immer perfidere Tötungsmethoden in Bezug auf ihre eigenen Artgenossen entwickelt... ot Ende.

Ansonsten: Ja, die Schwächeren muß man schützen. ABER: Der Vergleich zwischen dem Mörder und der werdenden Mutter ist absolut schwach und v.a. daneben. Es hängt alles davon ab ab wann ich Leben definiere. Für Dich ist Leben schon, wenn eine Ei- und eine Spermazelle verschmelzen, für mich ist das erstmal bloß ein Zellhaufen. Ich wähle dieses Wort ganz bewußt (Provokation!). Niemand gibt Dir das Recht, zu bestimmen, was der alleinige Anfang von Leben ist, und mir auch nicht. Ich bin nicht prinzipiell für Abtreibung, aber wenn die Beratungsmöglichkeiten und die Unterstützung gerade für werdende Mütter mal besser würden, würde es bestimmt weniger Abtreibungen geben. ICH kann es niemandem verdenken, bei einer Schwangerschaft durch Vergewaltigung abzutreiben - und würde es selbst in einer solchen Situation auch abtreiben. Wie willst Du denn später dem KIND klarmachen, daß sein Vater seine Mutter vergewaltigt hat und nie irgend etwas mit ihm zu tun haben wird? Toll für das Kind, oder? Das ist natürlich eine Extremsituation, aber ich kann es in anderen Fällen genauso verstehen. Wenn ich mir anschaue was Eltern heutzutage alles mit ihren Kindern anstellen, weil sie nicht gewollt waren - Kindstötungen sind keine Seltenheit, dann denke ich - dieses Kind hatte jetzt eine dreijähriges Leben voller Qualen, ohne Liebe, ohne Wärme... War es das wert? Und nun komm mir nicht mit Adoption. Sicher ist auch dies in einigen Fällen eine Lösung.
ABer: Es ist immer noch der Körper der Frau. Und sie allein muß entscheiden, ob sie in der Lage ist, mit allen Belastungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt, fertig zu werden. Was sagst Du denn im Fall daß die Geburt bzw. die Schwangerschaft lebensgefährlich für die Mutter wäre? Nimmst Du dann den Tod der Mutter billigend in Kauf - ein Leben für ein anderes, Auge um Auge, Zahn um Zahn (Achtung! Provokation!)? Das würde mich mal interessieren...
Ich warte gespannt auf eine Antwort, Nnordy
BleedingHeartAbtreibung würde ich nur befürworten, wenn die Betreffende z.B. durch eine Vergewaltigung schwanger geworden ist; ihres oder das Leben des Kindes durch eine Schwangerschaft/Geburt gefährdet wäre oder sie das Ganze psychisch nicht verkraften würde.
AzuriteHmm.. ich kann es nachvollziehen, wenn man Artgenossen bevorzugt behandelt und deshalb menschliches Leben höher schätzt, aber nicht aus der Begründung raus, dass der Mensch einfach die Krone der Schöpfung ist und deshalb mehr wert als alles andere Leben.

Zur Abtreibung... wenn es jemals verboten werden sollte, würde ich mich lieber eine Treppe hinunterwerfen, als ein Kind auszutragen. Am allerliebsten wär mir natürlich gleich, mich sterilisieren zu lassen, aber das macht ja kaum jemand.

Azurite
LaChatteWarum sollte ein Menschenleben so viel wert sein? Irgendwann ist es ja doch zu Ende... Freiheit und Menschlichkeit kommen da vor. Die Argumentation "Menschenleben sind das Höchste" würde Schlussfolgerungen zulassen wie zum Beispiel: "Ich muss einem Menschen erlauben, dass er mich unterdrückt - vielleicht quält, oder foltert, aber leben lässt - ich darf mich nicht wehren, da Menschenleben höher stehen als Freiheit" - und solches, nein danke...

Es würde mir persönlich auch deutlich leichter fallen, einen winzigen Zellhaufen, dem man den Menschen noch nicht ansieht, zu töten, als eine ausgewachsene Kuh, die mit mir kommunizieren kann.

Noch ein Gedankenspiel: Embryos von Säugetieren sehen in frühen Stadien alle für Laien genau gleich aus. Angenommen, du würdest vor die Wahl gestellt, einen von zwei Embryos - ein Mensch, ein Tier - (die gleich aussehen) zu töten, und du weisst nicht, welcher Mensch und welcher Tier ist. Was würdest du tun? *bitte beachten: Gedankenspiel!*

@Abtreibung

Abtreibungen wären unnötig, wenn alle neugeborenen Kinder mit Freude und offenen Armen empfangen würden - wenn wir keine Abtreibungen mehr wollen, müssen wir daran arbeiten, die Welt für unsere Kinder lebenswert, schön und freudvoll zu machen.
aurora borealis[QUOTE][i]Original geschrieben von Behemoth [/i]
Auch die, für mich, einzige relevante Streitfrage wäre, ab wann man vom "menschlichen Leben" sprechen kann. Ist nicht auch potenzial zum menschlichen Leben bereits schützenswert?[/quote]

Das Abtreibungsrecht, inkl. Nidationshemmung (Empfängnisverhütung) sind gerechtfertigt. Und zwar aus den Interessen der Mutter und dem "Lebensinteresse" des Embryos heraus.
Das ist im Grundgesetz verankert.
Und eine Mutter, die das Potenzial in sich trägt, wird auch mit entscheiden dürfen, was damit passiert. Es ist IHR Körper.

Warum wird das Menschenleben höher gehalten als das eines Tieres? Im Blastozystenstadium sieht ein Embryo nicht anders aus als das eines Schweines oder einem Mäuseembryo.

[quote] 1. Das leben des ungeborenen Kindes
2. Das soziale-emotionale Wohl der Schangeren[/quote]

hier geht es nicht nur um das emotionale Wohl der Schwangeren, sondern auch um die Zukunft des Kindes. Deutschland z.B. ist kein besonders kinderfreundlicher Staat.
Und eine Frau keine Gebährmaschine.

[quote] Dabei geht es auch nicht darum, wie die Frau schwanger geworden ist. Ob es eine Vergewaltigung war, oder eine andere unverschuldete Schwangerschaft, ist nicht relevant. Das es natürlich eine schlimme Sache ist, steht außer Frage.
Aber aus diesen Gründen einem ungeborenen Menschen, das Recht auf Leben zu verweigern ist für mich DER Tabubruch der Gegenwart.[/quote]

solche Sätze können eigentlich nur von einem Mann kommen.
9 Monate einen Teil von jemandem in sich zu tragen, der mit Gewalt eingedrungen ist und den man dafür hasst, soll gut für das Kind sein?
Diese psychische Belastung und resultierende Entscheidung darf niemand bewerten oder gar verurteilen.
Das ist unverschämt.
Frauen werden oft sogar von Gynäkologen dazu degradiert, auf der Welt zu sein, um Kinder zu bekommen.
Mittelalter lässt grüßen.
BehemothHabe einen ausführlichen Text geschrieben und in den Moment als ich ihn abschicken wollte, hatte ich nen Crash. Oh man ... Also ich raffe mich auf es nochmal so ausfürlich zu schreiben.

Ersteinmal allgemein:
Ich hoffe ich habe mit meinem Text niemanden unbeabsichtigt angegriffen, was bei einem solchen Thema ja schnell passieren kann.
Meine Argumentation geht davon aus, daß eine befruchtete Eizelle potentielles Leben und damit schützenswertes meschliches Leben darstellt. Wer von dieser Meinung abweicht, was ich auch verstehen kann, müsste konsequenterweise ein neues Topic eröffnen. Es wäre fast so als wenn ich davon ausgehe, daß die Erde eine Scheibe ist und mein Gegenüber davon ausgeht sie ist rund - oder umgekehrt.

Zu den Leuten, die unser Leben nicht als höchsten Wert anerkennen wollen:
Wenn es nicht den höchsten Wert den wir kennen darstellt, muss es logischerweise einen anderen höchsten bekannten Wert geben und den würde ich doch gerne einmal kennenlernen. Jede Restriktion, jedes Gesetz, Regelung und sogar die Wissenschaft von der Ethik haben zum Ziel das menschliche Zusammenleben zu erklären und zu verbessern. Das dadurch verminderte Konfliktpotential, verringert auch die Chance, daß sich Menschen leid zufügen oder sogar umbringen. Alles zielt also darauf hin ab.
Und die Argumente, die Menschen sind ja soo schlecht, es gibt die Kernwaffen, Umweltgiffte etc. pp. - geschenkt.
Erklärt ihr einem Menschen vor 1000 Jahren, der rund um die Uhr seinen Wachturm besetzt halten muss, weil sonst sein Feld geplündert und er womöglich gefangen genommen wird, einmal das es ihm ja so gut geht, da es noch keine Kernwaffen oder Umweltgifte gibt. Der 30 jährige Krieg als konkretes Beispiel hergenommen - wunderbar, oder? Eine tolle Zeit. Noch besser war es ja im Mittelalter, da durften Frauen noch nichteinmal eine eigene Meinung laut aussprechen - einfach toll, ein echtes Paradies, nicht? Genauso hören sich diese Meinungen für mich an. Also wer hier einen Werteverfall anprangert und das menschliche Leben als etwas nebensächliches - einem Mittel zum Zweck abstempelt - der hat für mich eine doch sehr menschenverachtende Einstellung. Das ist für mich nichts weiter als naives, pseudoradikales Geschwaffel. An diesen Leute sind 200 Jahre Humanismus spurlos vorbeigegangen.
Es gibt keinen Werteverfall, sondern nur einen Wertewandel. Und er war bisher zum größtenteil positiv. Noch nie gab es so wenige Kriege auf der Welt, noch nie haben so wenige Menschen gehungert wie heututage. Das alles wird ignoriert und man sitzt selbstgefällig in seinem geheizten Zimmer - ja ich zum Teil auch, keine Frage - und jammert über die schlechte Menschheit und die böse Welt.

Zu den konkreten Themen:
@Nnordy

Hi, also ein Satz ist da hängengeblieben. Nämlich, daß du eine Abtreibung der Adoption vorziehen würdest. Der hat mich sehr nachdenklich gemacht. Will deswegen auch nicht weiter darauf rumreiten. War vieleicht doch gut, daß mein erster Text nicht losgeschickt werden konnte, denn dort hab ich es recht deutlich gesagt, wie ich dazu stehe.
Zu deinem Problem mit der Mutter, die bei der Geburt womöglich sterben könnte. Also ich bin seit 5 Jahren in Pro-Life und kenne natürlich alle argumente. Deines ist dasjenige, welches am besten zugang zu mir findet, weil eben 2 Leben gegeneinander abgewogen werden müssen. Ich würde mich aber dieser Entscheidung entziehen - das bedeutet, die Mutter sollte das Kind bekommen, denn ich würde durch einen medizinischen Eingriff eine küsntlich herbeigeführte Entscheidung zugunsten eines Menschen auf kosten eines anderen Menschen treffen. Und wie soll man 2 höchste Werte gegeneinander abwägen?
Das rechtliche Problem ist folgendes:
Bei jeder Geburt besteht die Möglichkeit, daß die Muter diese nicht überleben kann. Somit hätte jede Frau in der Zeit d. Schangerschaft, welche ja mit der Geburt endet, die legitimation ihr Kind abzutreiben, da es immer die Möglichkeit gäbe diese nicht zu überleben.
Welche Chancen /in % / ist hier wieder nicht relevant, auch wenn es schwer zu verstehen ist. Die 2 Werte dürfen nicht abgewogen werden. Das wäre die selbe Problematik, wie einem Behinderten Menschen zu verbieten Kinder zu bekommen. Sich anzumassen hier eine Wertigkeit zu verteilen, ist falsch.

@Unity
Es ist schwer mit einer Frau darüber zu diskutieren, daß habe ich inzwischen auch schon gelernt. Ich habe auch keine Probleme wenn Du meine Meinung nicht mit der einer Frau gleichsetzen kannst/willst, aber dann sag das bitte gleich jetzt, denn dann kann ich mir weitere Erklärungsversuche sparen.
Zum Text:
Es geht eben nicht um die Zukunft des Kindes, wir müssen es einmal schaffen aus diesem Mikrokosmos herauszukommen. Es geht auch nicht um das Leben im Sinne von sozialem Wohlstand oder emotionaler Ausgeglichenheit, sondern um das Leben an sich. Und auch wenn wir uns im Kreis drehen - Nein, die Mutter, kein Mensch hat das Recht einem anderen Menschen das Recht auf Leben zu verwehren. Denn ein Recht kann nur von jemanden verweigert werden, der es auch erlassen oder gegeben hat. Und das Recht auf Leben, wer hat denn das gegeben? Die 2 Partner durch ihren Geschlechtsverkehr, oder durch eine Vergewaltigung? Dürfte dann der Vergewaltiger ein Mitspracherecht haben, ob das Kind ausgetragen werden darf? Absurder Blödsinn, daß merkst Du ja selbst denke ich.
Also: wer dieses Recht gegeben hat, kann nicht festgestellt werden - und da braucht auch niemand mit so einem Schwachsinn kommen wie, Gott hätte das getan. Und wenn selbst ich, der unter anderem Theologie studiert so etwas sage, dann kannst Du, hoffe ich, sehen wie wichtig mir das Thema ist.

Wie ich es kenne, wird sich das Thema jetzt im Kreis drehen, deswegen halte ich mich wohl raus, bis Argumente kommen, die dasThema weiterführen.
AzuriteIch frage mich, warum sich Männer überhaupt einbilden, ein Mitspracherecht in dieser Sache zu haben.
Als Nicht-Betroffener redet es sich nämlich immer leicht drüber.
Ich würde ihnen genau soviel Anteil an Mitspracherecht einräumen, wie sie Anteil an der gesamten Erzeugung dieses Lebens tragen, was ein paar Minuten gegenüber von neun Monaten sind.

Was anderes: Wenn Abtreibungen so schlimm sind, warum ist es dann so schwierig, sich sterilisieren zu lassen, wenn man keine Kinder will? Ich glaube, da ist noch irgendwie der Gedanke zu sehr verankert, dass Frauen eben doch auf der Welt sind, um Kinder zu gebären.

Azurite
aurora borealis[QUOTE][i]Original geschrieben von Behemoth [/i]
[B] Meine Argumentation geht davon aus, daß eine befruchtete Eizelle potentielles Leben und damit schützenswertes meschliches Leben darstellt. Wer von dieser Meinung abweicht, was ich auch verstehen kann, müsste konsequenterweise ein neues Topic eröffnen. Es wäre fast so als wenn ich davon ausgehe, daß die Erde eine Scheibe ist und mein Gegenüber davon ausgeht sie ist rund - oder umgekehrt.[/B][/quote]

Du willst hier nur Ja und Amen Sager in diesem Thread? Was hat das für einen Sinn?
Deine Ethikvorstellung ist nicht allgemeingültig.
Und wenn diese noch dazu kurzsichtig ist, musst Du mit Abweichungen rechnen. Oder nicht?

[quote] Das dadurch verminderte Konfliktpotential, verringert auch die Chance, daß sich Menschen leid zufügen oder sogar umbringen. Alles zielt also darauf hin ab. [/quote]

wer sagt, dass Tiere in manchen Dingen nicht sozialer sind?
Du maßt Dir ganz schön was an.

[quote] Es geht eben nicht um die Zukunft des Kindes, wir müssen es einmal schaffen aus diesem Mikrokosmos herauszukommen. Es geht auch nicht um das Leben im Sinne von sozialem Wohlstand oder emotionaler Ausgeglichenheit, sondern um das Leben an sich. Und auch wenn wir uns im Kreis drehen - Nein, die Mutter, kein Mensch hat das Recht einem anderen Menschen das Recht auf Leben zu verwehren.[/quote]

Hier liegt aber der Unterschied.
Das Potenzial muss erst geboren werden, um lebensfähig zu sein.
Du kannst nicht um ein Prinzip kämpfen und alles drum herum aus den Augen verlieren.
Wenn etwas 9 Monate lang im Körper einer Frau heranwächst, kommt automatisch eine Beziehung zustande. Darum kannst Du keine Adoption verlangen.
Wer sich dafür entscheidet, möchte, dass das Kind auch eine Zukunft hat, dass es ihm gut geht, man will nur das Beste.
Wieviele Kinder sind auf die Welt gesetzt worden, verstoßen, ohne Perspektive, die sich jeden Tag wünschen, man hätte sie nie geboren. Was soll das? Das Prinzip? Welchen Nutzen hast Du davon?
Nur weil eine Befruchtung stattgefunden hat, eine Zellteilung vorgeht, besteht NICHT die Pflicht, dass man das Kind auch austragen muss. Wenn Du das BESTIMMEN willst, fehlen mir wirklich die Worte. Die Frau wird bestraft, weil ihr die Möglichkeit gegeben ist, Kinder zu gebären.
Ist für Dich Verhütung auch schon indirekter Mord?
Wenn jemand verhütet und es geht schief (es besteht keine 100%ige Sicherheit), ist er selbst schuld und muss die Konsequenzen tragen, auch wenn er mit dem Verhütungsmittel ja schon "ausdrückte", dass er/sie kein Kind gebären möchte?

[quote] Also: wer dieses Recht gegeben hat, kann nicht festgestellt werden - und da braucht auch niemand mit so einem Schwachsinn kommen wie, Gott hätte das getan.[/quote]

jeder sollte über seinen Körper bestimmen dürfen, das ist persönliche Freiheit.
Auch darüber, ob ein Leben in einem wachsen soll oder nicht. Schliesslich ist es ein Teil der Frau (und des Erzeugers). Was damit geschieht ist deren Sache.
Ich glaub, bei dem ganzen Prinzipien-Kampf vergisst Du die psychische Komponente. Verantwortung kann man unterschiedlich definieren in solch einem Fall.

[quote] Und wenn selbst ich, der unter anderem Theologie studiert so etwas sage, dann kannst Du, hoffe ich, sehen wie wichtig mir das Thema ist.[/quote]

Das ist ok, wenn Du das studiert hast. Hat aber dennoch nichts damit zu tun, dass Du einer Frau das Recht streitig machen willst, ob sie ein Kind austrägt oder nicht. Ob sich jemand ein Kind wünscht oder nicht. Es besteht jeden Monat das Potenzial (theoretisch), schwanger zu werden.
Und es ist nicht witzig, wenn Menschen in den chaotischsten Situationen schwanger werden oder Fehlgeburten erleiden.
Ethik sollte erst mal in einer gynäkologischen Klinik anfangen.

Mich juckt es zugegebenermaßen schon, für Dich einen Thread über Stammzellenforschung und therapeutisches Klonen zu eröffnen. Das Recht/Ethik bezüglich potentiellem Leben in einer Petrischale.
Night_Caller[I][B][COLOR=crimson][FONT=courier new]Ich denke es ist besser ein Leben auszulöschen bevor es eine Persönlichkeit entwickelt, als im ein Leben voller Ablehnung zuzumuten[/FONT][/COLOR][/B] [/I]
Behemoth@Unity

Ich will mir sicher nichts nur Ja und Amen sager, ich weiß auch nicht wie Du auf so eine Idee kommst. Und ich höre auch immer wieder gerne die Gegenseite und nehme sie ernst, was ja die Grundvoraussetzung für ein Gespräch ist. Im Gegensatz zu Deinem Posting habe ich auch niemandem vorgeworfen eine kurzsichtige Meinung zu haben, sondern mich bemüht es so neutral wie möglich zu formulieren. Das meine Meinung natürlich nicht wertefrei ist, sollte jedem klar sein.
Das Thema mit den Tieren hatten wir ja bereits besprochen. Von sozialem Verhalten habe ich dabei niemals gesprochen, lediglich vom Wert eines Tierlebens im Vergleich zu einem Menschenleben.
Also bitte nur das lesen, was ich auch geschrieben habe.

Die Behauptung Potential muss erst geboren werden ist ein Widerspruch in sich, wenn es um eine Schwangerschaft geht. An einer weiteren Stelle hast du erneut nicht das gelesen, was ich deutlich geschrieben habe. Für mich ist ein potentieles Leben ab der befruchtung einer Eizelle schützenswert, wenn es um die Frage der Schwangerschaft geht. Damit sollte sich die Frage nach der Verhütung ja jetzt geklärt haben. Bei der Stammzellenforschung sieht es dann wieder ganz anders aus.

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr auf die bereits geklärten Argumente eingehen, aber ich werds wohl trotzdem noch tun.
Indem Du dem Kind eine gute Zukunft schaffen möchtest und deswegen eine Adoption ausschließt und stattdessen eine Abtreibung beführwortest handelst Du eben genauso wie ich es niemals beführworten kann.
Indem Du nämlich bereits festlegst was gut oder schlecht für da Kind ist bevormundest Du es erneut. Aus Deinem Standpunkt heraus wirst Du Deinem Kind kein gutes und konfortables Leben bieten können. Das Kind aber hat keine Vergleichsmöglichkeit wenn Du es abtreibst. Niemand würde auf die Chance verzichten wollen, selbst die Erfahrung des Lebens zu machen. Was für Dich schlecht ist, kann für das Kind alltäglich werden. Oder vieleicht sogar ein erfülltest Leben. Einem Menschen dieses Recht zu verwehren, nämlich aus der eigenen Überzeugung heraus, ihm nichts bieten zu können und es stattdessen nichteinmal eine Chance auf Leben zu gewähren, ist absolut indiskutabel.

Ein Beispiel das ich gerne bei der Gelegenheit bringe ist folgendes:
Du hast vor Dein Kind abzutreiben, entscheidest Dich aber dagegen um zu warten bis Dein Kind ein Alter erreicht hat indem es fähig ist eine eigene Meinung zu bilden und artkulieren zu können. Sagen wir 16. Frag dann noch einmal Dein Kind ob es nun weiterlebenmöchte oder lieber sterben. 99.9% werden das Leben vorziehen. Die verbleibenden 1% haben dann eine Legitimation sich umzubringen, oder von einem Menschen ihrer Wahl umbringen zu lassen.
Eben aus dem oben erwähnten Gründen.
Du findest das utopisch und abartig? Ist es auch. Aber eine Abtreibung ist auch immer abartig, etwas unnatürliches.
Wieso aber findet man es plötzlich so abartig? Weil eben ein Mensch vor einem steht. Er sieht aus wie man selbst. Er spricht und hat Gefühle. Und plötzlich hat er auch einen größeren Wert für uns. Das ist der einzige Grund.

Freiheit ist immer die Freiheit des anderen und nicht Dein Körper oder Dein Geschlecht oder Rasse oder Hautfarbe gibt Dir das Recht auf Freiheit. Immer die anderen geben Dieses Recht. Also wie kannst Du dann behaupten alleine die Schwangerschaft als biologischer Prozess gibt dir das Recht über deinen Körper hin über das Leben eines anderen Menschen entscheiden zu dürfen?

Unser subjektives Verhalten drängt uns Entscheidungen ethisch zu betrachten. Und wir befinden uns immer im Bereich der normativen Ethik. Es gibt für mich keine interessantere und auch keine grausamere Wissenschaft als die Ethik und bei einem solchen Thema wird es immer wieder deutlich.
Und auch deswegen neigen wir dazu einem Sexualstraftäter oder einem Serienmörder einen weniger hohen Wert zuzuordnen als einer Mutther Theresa oder einem Gandhi.
Und das ist das große Problem unserer Moderne. Und auch das gefährlichste.
Wenn Du interesse hast empfehle ich Dir mal "After Virtue" von Alasdair MacIntyre zu lesen. Er sagt das recht schön, woran die Diskussionen oft scheitern.
Nämlich am Egoismus, sich selbst als Individuum mit einer eigenen Meinung profilieren zu wollen. Das möchte ich, daß möchtest Du und so ziemlich jeder der an diesem oder ähnlichen Themen mitschreibt.

Um es nochmal ganz, ganz klar zu machen. Ich schreibe keiner Frau in 1. Instanz vor eine Kind bekommen zu müssen. Die Argumentation starte ich von der Gegenseite. Ich dränge darauf einem Kind das Recht auf Leben gewähren zu müssen. Das endet in der selben Schlußfolgerung, aber ist ein verdammt gewaltiger Unterschied. Denn ersteres lasse ich mir nicht vorwerfen.

Und wenn Du interesse daran hast einen weitere Threat zum Thema Stammzellenforschung oder Retortenbefruchtung oder auch Prä-Implantations-Diagnostik aufzumache - gerne. Mir ist auch jedes Topic recht, daß vieleicht ersteinmal die Ethik als Grundlage mit ihren Begriffen etc. klärt. Dann aber aus ernsthaftem Interesse und nicht nur weil Du mir hier Eins reinwürgen willst. Denn darauf lasse ich mich sicher nicht ein.
Azurite@ Behemoth: Ist für dich die Pille danach dann auch schon fragwürdig, oder wäre das noch zu tolerieren?

Azurite
Behemoth@Azurite

Jeder unnatürliche Eingriff nach der Befruchtung der Eizelle ist für mich keine Option.
Das war jetzt bereits das dritte Mal, daß ich es sage. Hoffe jetzt ist es damit geklärt.
Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei :)
aurora borealis[quote] Das Thema mit den Tieren hatten wir ja bereits besprochen. Von sozialem Verhalten habe ich dabei niemals gesprochen, lediglich vom Wert eines Tierlebens im Vergleich zu einem Menschenleben.
Also bitte nur das lesen, was ich auch geschrieben habe.[/quote]

Keine Sorge, ich lese, ich bin voll dabei, nur muss ich nicht alles Geschriebene auch verstehen, oder?
Ich finde es eine Anmaßung, wenn der Mensch sich höher setzt als ein Tier. Menschen sind letztlich nämlich auch Tiere.

[quote] Für mich ist ein potentieles Leben ab der befruchtung einer Eizelle schützenswert, wenn es um die Frage der Schwangerschaft geht.[/quote]

Für mich ist die Verhütungsfrage damit nicht geklärt, da ich Dir bereits geschrieben habe, dass eine Frau monatlich das Potential hat. Und wenn sie verhütet, ihren Nicht-Wunsch damit deutlich ausdrückt.
Nur weil es schief geht, heißt es nicht, dass sie die Pflicht hat, es auszutragen.
Die Entscheidung, die Du kritisierst, ist nämlich ambivalent. Es ist die Entscheidung über ihren Körper und über potentielles Leben.
Und da eine Frau mit ihrem Zyklus automatisch ein engeres Verhältnis zu ihrem Körper hat, ist es nicht unerheblich, ob man Alkohol trinkt (noch in der Unwissenheit der Schwangerschaft), Medikamente, Rauchen etc. Wenn man somit potentielle Schädigung befürchtet, fängt die Frage doch schon an. Das ist nämlich auch eine Seite der Verantwortung.
Was ist lebenswert? Gesundheit als des Menschen höchstes Gut etc.

[quote] Indem Du nämlich bereits festlegst was gut oder schlecht für da Kind ist bevormundest Du es erneut. Aus Deinem Standpunkt heraus wirst Du Deinem Kind kein gutes und konfortables Leben bieten können. Das Kind aber hat keine Vergleichsmöglichkeit wenn Du es abtreibst.[/quote]

Ich vertrete noch immer die Meinung, dass Dir ein Uterus fehlt, um diesen Standpunkt nachzuempfinden. Es kann nicht auf eine Zellteilung reduziert werden, auf ein Potential.
Und diese Entscheidung hat mit Verantwortung zu tun. Eine Mutter /und der Erzeuger müssen sich auch um das Kind kümmern können.
Es sind schon genug – hatte ich bereits geschrieben – Kinder auf die Welt gesetzt worden, zu Unfällen degradiert, ungewollt und ungeliebt.
Nur damit ich dem Kind eine Vergleichsmöglichkeit gegeben habe, ist es das wert?
Ich sehe nicht die Welt so negativ, wie vielleicht manch anderer hier. Aber es ist eine komplexe Entscheidung und genau das möchte ich Dir vermitteln, dass Du es nicht nur auf diese – Deiner Meinung nach – stattfindende Bevormundung reduzieren darfst und kannst.

[quote] Du hast vor Dein Kind abzutreiben, entscheidest Dich aber dagegen um zu warten bis Dein Kind ein Alter erreicht hat indem es fähig ist eine eigene Meinung zu bilden und artkulieren zu können. Sagen wir 16. Frag dann noch einmal Dein Kind ob es nun weiterlebenmöchte oder lieber sterben. 99.9% werden das Leben vorziehen. Die verbleibenden 1% haben dann eine Legitimation sich umzubringen, oder von einem Menschen ihrer Wahl umbringen zu lassen.[/quote]

Zum einen müssen wir noch etwas Mathe üben, ;), zum anderen ist dieses Beispiel völlig indiskutabel, da die 16 Lebensjahre entscheidend sind und es vom Umfeld, der Entwicklung, der Erziehung abhängig ist.
Die Antwort, die man bekäme, wäre somit immer individuell und das ist auch gut so.
Also nichts mit 99,9% oder anderen erfundenen Zahlen.

[quote] Wieso aber findet man es plötzlich so abartig? Weil eben ein Mensch vor einem steht. Er sieht aus wie man selbst. Er spricht und hat Gefühle. Und plötzlich hat er auch einen größeren Wert für uns. Das ist der einzige Grund. [/quote]

Du hast es ja schon geschrieben. Der MENSCH.
Nicht aber das Blastozytenstadium.

[quote] Freiheit ist immer die Freiheit des anderen und nicht Dein Körper oder Dein Geschlecht oder Rasse oder Hautfarbe gibt Dir das Recht auf Freiheit.[/quote]

Doch, hier sind 2 Freiheiten miteinander gekoppelt.
Die Freiheit über seinen Körper zu bestimmen, über sein Leben.
Und die Freiheit/das Recht auf Leben des „Potentials“. Und da dieses Potential öfters gegeben ist, soll eine Frau auch entscheiden dürfen – freiheitlich – wann dieser Zeitpunkt stattfinden soll.
Deine Verständnis von Ethik in diesem Fall würde dazu führen, dass eine Frau latent damit beschäftigt ist, Kinder zu bekommen.
Das ist aber wiederum ein Einschränken ihrer Freiheit.
Vielleicht auch ein PFLICHTverständnis, hm?

Ich habe keine Angst vor der Moderne. Ich habe meine persönlichen Ansichten über Verhaltensweisen und dennoch werde ich niemanden für die seinigen aburteilen.
Wenn eine Freundin abtreibt und im späteren Verlauf ihres Lebens eine Fehlgeburt erlebt, so hängt da eine tiefgreifende Geschichte dran, die man nie vergessen darf.
Abtreibung mit Mord gleichzusetzen, ist Anmaßung und Aburteilen zugleich.
Es stellen sich somit Außenstehende über diese eine Person.


[quote] Nämlich am Egoismus, sich selbst als Individuum mit einer eigenen Meinung profilieren zu wollen. Das möchte ich, daß möchtest Du und so ziemlich jeder der an diesem oder ähnlichen Themen mitschreibt.[/quote]

wie sieht die „Alternative“, der andere Weg aus?
Das Leben an sich wird meist aus Egoismus gezeugt, nämlich aus dem Gefallen des Aktes heraus.

[quote]Ich dränge darauf einem Kind das Recht auf Leben gewähren zu müssen. Das endet in der selben Schlußfolgerung, aber ist ein verdammt gewaltiger Unterschied. Denn ersteres lasse ich mir nicht vorwerfen.[/quote]

Kind ist es erst, wenn es geboren wurde.
Wenn die Verhütung nicht funktioniert, darf es einfach nicht die Pflicht sein, dass Potential zum Kind werden zu lassen und es gebären zu müssen.

[quote] Dann aber aus ernsthaftem Interesse und nicht nur weil Du mir hier Eins reinwürgen willst. Denn darauf lasse ich mich sicher nicht ein.[/quote]

Erschreckend, wenn Du es als so empfindest.
Präimplantationsdiagnostik (ebenso wie die PND), Stammzellenforschung und therapeutisches Klonen sind einfach Dinge, die mit Ethik, Forschung und Nutzen einhergehen und somit ein breites, interessantes Spektrum bieten.
Aufgrund von Zeitmangel und Unterstellung werde ich vorerst verzichten.
Was ist gut, was böse, was falsch.
Einer und mehrere Personen dürfen das nicht für alle Menschen festlegen.
Behemoth@Unity

Uff, ja. Sorry, da muss natürlich 0.1% stehen :)
Naja Mathe und Physik waren schon immer mein Alptraum.

Also wenn Du einmal Zeit und Interesse daran hast und einen neuen Thread eröffnest, bin ich sicher mit einer der Ersten dabei :)

Bis denn!
crazy-shadowAbtreibung ist Mord! Das ist doch wohl ganz klar! Ich bin grundsätzlich gegen Mord! Egal in welchem Fall! Ich meine, ich geh auch zur Kirche und so, aber nichts desto trotz: Abtreibung ist Mord, selbst wenn man nach dem 1. Tag abtreiben würde!!
Duionschwachsinn, wenn dus so genaunimmst mordest du jeden tag irgendetwas
Steffken[QUOTE][i]Original geschrieben von crazy-shadow [/i]
[B]Abtreibung ist Mord! Das ist doch wohl ganz klar! Ich bin grundsätzlich gegen Mord! Egal in welchem Fall! Ich meine, ich geh auch zur Kirche und so, aber nichts desto trotz: Abtreibung ist Mord, selbst wenn man nach dem 1. Tag abtreiben würde!! [/B][/QUOTE]

Das ist Blödsinn und ne völlig engstirnige, aber leider von extremen Abtreibungsgegnern weit verbreitete ([b]und vor allem persönliche[/b], und daher indiskutable) Meinung. Wenn Abtreibung tatsächlich Mord wäre, warum geht dann keiner dafür ins Gefängnis? Eben...und genau deswegen ist genau diese These indiskutabel.

Grüße
Steffi
DarkWingedLadyAlso ich finde es gibt Gründe ein Kind abzutreiben (Vergewaltigung, wenn man nicht dafür sorgen kann, wenn es nur bedingt lebensfähig ist etc.) aber man sollte das mit seinem Gewissen ausmachen und sich von keinem reinreden lassen. Denn auch wenn es erst einige Millimeter groß ist lebt es trotzdem. und sollte man nicht wenigsten versuchen leben zu schützen?!?
tuxedomoonHier geht's ja ans Eingemachte...


Ich (M) bin jetzt 30 und habe in den letzten zehn Jahren zwei Abtreibungen in meiner Nähe (nicht "meine" potenziellen Kinder) mitbekommen. "Leichtgemacht", wie so'n kleinen ambulanten Eingriff hat sich das keine der beiden Frauen. Eine von ihnen hat inzwischen doch ein Kind und ist eine supersüße Mutti. Die andere will überhaupt keine Kinder.

Ich bin mir da noch nicht sicher - aber über eins könnte man da doch auch debattieren: Wenn man sich wirklich sicher ist (das muss man natürlich erst mal abschätzen können...), dass man keine Kinder will, kann man sich ja auch sterilisieren lassen. Ich kenne einen mann, der das mit Mitte 20 gemacht hat und bis heute nicht bereut. Der Sex hat auch nicht darunter gelitten, sagt er... Was haltet ihr davon?

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