| Glückssucher | Wieviel ist eigentlich ein Menschenleben wert? Angenommen ich schlendere durch eine Einkaufszone und sehe irgendetwas, das mir gefällt und entschließe mich zu einem Lustkauf. Ich kaufe mir z.B. für 75 Euro ein schönes Paar Schuhe. Müsste ich mir dann nicht bewusst sein, dass ich für diese 75 Euro Leben retten könnte, wenn ich das Geld etwa hungernden Kindern in Afrika spenden würde? In diesem Fall ist mir doch offensichtlich ein Menschenleben gar nichts wert. Wenn es mich hingegen direkt betrifft, wenn ich den Menschen vor mir habe, dann geht der sein Wert wohl gegen Unendlich. Wenn ich etwa zu einem schweren Verkehrsunfall komme und erste Hilfe leiste, mir der Mensch aber aufgrund eines Fehlers in den Armen wegstirbt, dann werde ich mir normalerweise noch ewig Vorwürfe machen und lange Zeit nicht darüber hinwegkommen, dass ich für den Tod eines Menschen verantwortlich bin. Wieviel ist also ein Menschenleben an sich wert? Eigentlich müssten wir diese Frage doch mit "gar nichts" beantworten, oder? Man müsste sich doch bewusst sein, dass man jeden Tag mit etwas Verzicht auf Luxus Menschenleben retten könnte. Sogesehen ist doch eigentlihc jedem von uns ein Menschenleben, wenn er den Betroffenen nicht mit eigenen Augen sieht oder etwas über sein Schicksal erfährt, absolut gar nichts wert. Mit solch einer Argumentation liese sich dann natürlich nicht einmal etwas gegen z.B. den Irakkrieg sagen: Wir können das Öl brauchen, wir sehen das Leid nicht, wo ist das Problem? ... Was ist eure Meinung dazu? MfG, Der auf der Suche nach dem Glück |
| Duion | so wie die westliche welt sich verhält scheint ein menschenleben grade soviel wert zu sein dass man es ausnutzen kann um sich zu bereichern. zb damit du deinen reichtum halten kannst müssen 100 menschen auf der anderen seite der welt kripieren, so oder so ähnlich sieht die sache aus. was wir zuviel haben haben andere zuwenig nur das scheint hier niemanden zu interessieren. |
| LaChatte | Kommt darauf an, wonach du fragst... Der reine Materialwert dürfte so um zwei-dreihundert Euro liegen - für säuberlich geteilte Häufchen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Chlor etc... Wie sehr du als nützliches Mitglied der Gesellschaft geschätzt wirst, kannst du auf deiner Lohnabrechnung ablesen... Und der Mensch "an sich" ist etwas, was mit Geld überhaupt nicht bewertet werden kann. Menschliche Qualitäten wie Liebe, Freundschaft, ein nettes Lächeln, Güte und Grosszügigkeit kannst du dir nun mal einfach nicht einkaufen - es ist ein völlig anderer Bezugsrahmen |
| Haevion | [QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i] [B]Kommt darauf an, wonach du fragst... Der reine Materialwert dürfte so um zwei-dreihundert Euro liegen - für säuberlich geteilte Häufchen Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Chlor etc... Wie sehr du als nützliches Mitglied der Gesellschaft geschätzt wirst, kannst du auf deiner Lohnabrechnung ablesen... Und der Mensch "an sich" ist etwas, was mit Geld überhaupt nicht bewertet werden kann. Menschliche Qualitäten wie Liebe, Freundschaft, ein nettes Lächeln, Güte und Grosszügigkeit kannst du dir nun mal einfach nicht einkaufen - es ist ein völlig anderer Bezugsrahmen [/B][/QUOTE] Ich muss Dich leider enttäuschen LaChatte, der reine Materialwert eines Menschen liegt bei etwa 2.50 Euro. (Streng gerechnet waren es sogar, soweit mir bekannt, 70 Cent). Im Vergleich zum geistigen Wert mancher Menschen rechnen sich die Geburtskosten diesbezüglich also nicht. |
| LaChatte | Oh, dann hab ich eine falsche Zahl im Kopf - my excuses. Aber dass wir soooo wenig wert sind, enttäuscht mich schon ein bisschen.:D |
| Haevion | Was glaubst Du, warum Menschenhandel in den letzten Jahren so exzessiv zurückgegangen ist? ;) |
| LaChatte | Nu, im Moment können wir ja einfach mit den Organen, ohne Mensch dran, handeln... gesunde Organe sind allerdings etwas teurer als die paar Cent - wenn du deine Organe alle verkaufst, kannst du deine Erben ein bisschen wohlhabend machen... |
| Iceland | Eigenartige Frage. Als Kind habe ich das mal meine Mutter gefragt, so von wegen "1 Millionen? 2 Millionen ?"und sie meinte , ein Mensch wäre unbezahlbar. Was glaube ich aber eher auf jemanden zutrifft den man unendlich liebt oder aber auch hasst (Ja Hassen auch , denn einige geben tatsächlich viel Geld dafür aus, um jemanden aus dem Weg zu räumen oder geben dafür ihre eigene Freiheit und damit einen Großteil ihres eigenen Lebens) Dagegen ist das Leben von Menschen, die wir nicht kennen, oft sozusagen wertlos, weil wir nichts von ihrem Leben mitbekommen haben. Es gibt aber noch den Unterschied zwischen dem Wert des Lebens anderer und dem des eigenen. Manchmal ist es auch eine Art Wertlosigkeit aus Mitleid ("Wenn ich so ein Leben hätte, würde ich mich umbringen"). Dabei kann niemand beurteilen wie das Leben für jemanden selbst Wert ist. Man kann nur sagen wieviel jemand einem selbst bedeutet und daher ist der Wert eines Menschenlebens eben individuell. |
| Jaddy | [QUOTE]Wieviel ist eigentlich ein Menschenleben wert?[/QUOTE] ein menschenleben ist viel wert, nur finde ich es nicht gaaaanz realistisch wenn man sich nur weil man ein paar shcuhe kauft darüber einen kopf macht ob jmd stirbt... den wenn ich mal zuviel esse, dann denk ich auch nicht dran das jmd anders hungert... soviele menschen am tag sterben durch selbstmord oder mord... dagegen wird man nie was tun können vondaher @iceland ein mensch ist unbezahlbar... |
| Glückssucher | Meine Frage zielt eigentlich darauf ab, was für persönliche Konsequenzen man aus einer solchen Argumentation ziehen müsste. Wenn es richtig ist, dass für jeden von uns ein unbekanntes Menschenleben absolut nichts wert ist, dann sind doch Spenden, etwa im Advent für die Hungernden auf der Welt oder humanitäre Hilfsprojekte, absolut sinnlos und wir sollten das Geld lieber gleich für uns selber ausgeben. Es wäre sogar scheinheilig etwas zu spenden(wenn uns das Schicksal anderer Menschen im Alltag überhaupt nicht interessiert, aber wird dann doch 1x im Jahr etwas spenden, nur weil wir ein schlechtes Gewissen haben; Wir bräuchten ja nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben weil das Leben nichts wert ist). Und warum sollte überhaupt irgendjemand gegen z.B. den Irakkrieg demonstrieren? Auf den Punkt gebracht: Ist es nicht absolut sinnlos, bzw sogar dumm, wenn man Menschen, von denen man nie etwas zu sehen oder hören bekommen wird, etwas gutes tut? Man könnte die Zeit/das Geld doch viel besser für sich selbst nutzen. Warum sollte z.b. Deutschland überhaupt etwas von seinem Wohlstand für humanitäre Zwecke ausgeben, wenn wir doch selbst "so große" Probleme (Arbeitslosigkeit,etc) haben? |
| Glückssucher | @Jaddy Genau darum geht es ja. Wenn du nicht soviel selber gegessen hättest und statt dessen dein Wurstbrot (bzw das Geld dafür) einem hungernden Kind gespendet hättest, hättest du sein Leben für eine Zeit lang retten können. Auch wenn das weit hergeholt ist, lässt sich glaub ich nicht abstreiten, dass das eine Tatsache ist. Somit ist dir (und nicht nur dir, sondern eigentlich allen) ein Menschenleben nicht wirklich etwas wert, weil du von dem ganzen Leid, dass du verhindern könnest ja nix mitbekommst. |
| Duion | menschen führen halt kriege gegeneinander und der verlierer ist halt der dumme, blöderweise dann warscheinlich auch noch über viele generationen hinweg.so ähnlich wie im tiereich wo kranke ausgetoßen werden damit nur die starken überleben. der mensch an sich ist warscheinlich überhaupt nichts wert, kommt nur drauf an was man aus dem mensch sein macht, nur sind die wettbewerbsbedingungen mehr als unfair. wo der eine könig wird indem er einfach nur da ist und nichts tuen muss, kann sich auf der anderen seite jemand zu tode schuften und wird nichts erreichen, höchsten dass er überhaupt überlebt. |
| Thalmos | Wert? Also nee...ein Menschenleben an einem fiktiven Wert, nämlich Geld, zu messen ist nicht möglich. Den Wert von Geld bilden wir uns doch nur ein, damit alles funktioniert. Desweiteren ist es schließlich nicht meine Schuld, wenn in Afrika Kinder an Unterernährung sterben. Man kann da helfen wenn man sein Gewissen beruhigen will, aber meine Aufgabe oder Verantwortung ist es nicht. |
| LaChatte | [QUOTE]ein Menschenleben an einem fiktiven Wert, nämlich Geld, zu messen ist nicht möglich. [/QUOTE] Ja, irgendwie als ob man fragt "sind fünf Meter wärmer als drei Meter?".. |
| shadow of death | Ein Menschenleben ist unbezahlbar, da bin ich mir irgendwie ganz sicher---- @ La Chatte der Spruch mit den Metern is geil..*:) |
| Thalmos | Und wenn es bezahlbar wäre, mit was dann? Geld? Das Krebsgeschwür unserer Erde, was uns noch alle irgendwann zum Verhängnis wird. |
| Böses Mädchen | Hallo! Hmm also was ein Menschenleben wert ist. Der Mensch, der nah ist, ist mehr wert für den einzelnen als der, der fern ist. Einen Deutschen in Nürnberg also interessiert das Leben eines Kindes in Australien jetzt weniger als wenn er dessen Vater wäre. Dann wird das Kind wieder nah für ihn. Jeder sieht den Wert des Menschen aus einem ihm eignen Blickwinkel. Es liegt an ihm, diesen zu vergrößern oder gleichbleibend zu erhalten. Wenn er ihn vergrößert, dann kann das für das betreffende Kind(um bei dem Beispiel zu bleiben) positiv ausgehen. Aber ich denke mit Spenden und geld allein ist es nicht getan. Wenn man wirklich seinen Blick erweitern will, muss man vor ort sein, sich ein Bild machen und darf nicht den Medien glauben. Um es auf den punkt zu bringen: Der Wert des Menschen steigt also in dem Maße, in dem wir ihn kennenlernen und er in unser Blickfeld tritt. Gruß Spirit |
| Daray | Ich sehe das so: Es gibt nicht genug Ressourcen auf der Erde als dass jeder Bewohner dieses Planeten in ähnlichen Verhältnissen wie wir leben könnte. Will ich, dass z.B. Leute in der Sahelzone verhungern? Nein. Bin ich bereit meinen Lebensstandard herabzusetzten? Nein. Daraus schliesse ich, dass ich (moralisch gesehen) ein widersprüchlicher Arsch bin, denn scheinbar beudeuten mir Leben anderer weniger, als der Luxus indem ich schwelge. Ich denke, dass nicht nur ich so empfinde /handle. |
| Haevion | [QUOTE][i]Original geschrieben von Iceland [/i] [B]Eigenartige Frage. Als Kind habe ich das mal meine Mutter gefragt, so von wegen "1 Millionen? 2 Millionen ?"und sie meinte , ein Mensch wäre unbezahlbar.[/b][/QUOTE] Intelligenz lässt sich nicht kaufen, Dummheit sich nicht verkaufen. Darin liegt alles begründet. ;) |
| Jaddy | [QUOTE]@Jaddy Genau darum geht es ja. Wenn du nicht soviel selber gegessen hättest und statt dessen dein Wurstbrot (bzw das Geld dafür) einem hungernden Kind gespendet hättest, hättest du sein Leben für eine Zeit lang retten können. Auch wenn das weit hergeholt ist, lässt sich glaub ich nicht abstreiten, dass das eine Tatsache ist. Somit ist dir (und nicht nur dir, sondern eigentlich allen) ein Menschenleben nicht wirklich etwas wert, weil du von dem ganzen Leid, dass du verhindern könnest ja nix mitbekommst. [/QUOTE] ehrlich gesagt will ich von dem leid nix mitbekommen, ich bin froh wenn es mir gut, geht, ich kann mich nicht permanent um andere kümmern ich kümmer mich um meine engsten freunde und selbst die wollen das gar nicht so... also von daher! ich meine wieso soll sich so ein kind den rumquälen und einen tag länger "im dreck" wühlen denen fgehts von anfang an schlecht, sowas muss man nicht unbedingt unterstützen, da müsste man ganz woanders anfangen |
| SebG | Carpe Noctem, ich habe nicht wirklich viel zusagen und wahrscheinlich haben es schon Philosophen vor mir gesagt (ohne dass ich es weiß), aber ich bin der Ansicht, dass ein Menschenwesen genauso viel wert ist, wie es dem eigenen Menschen wert ist und seinen Bekannten usw. Schmerzen zufügt.. Gehabet euch wohl.. Memento Mori |
| Jaddy | [QUOTE]@Jaddy ... Somit ist dir (und nicht nur dir, sondern eigentlich allen) ein Menschenleben nicht wirklich etwas wert, weil du von dem ganzen Leid, dass du verhindern könnest ja nix mitbekommst. [/QUOTE] wenn deine geliebte und ein fremder am gleichen ort sterben würden, wenn du nicht hilfst, und du könntest nur einer person helfen? würdest du da nicht eher einem bekannten / geliebten menschen helfen? |
| phillossoff | quote]Ich sehe das so: Es gibt nicht genug Ressourcen auf der Erde als dass jeder Bewohner dieses Planeten in ähnlichen Verhältnissen wie wir leben könnte. Will ich, dass z.B. Leute in der Sahelzone verhungern? Nein. Bin ich bereit meinen Lebensstandard herabzusetzten? Nein. Daraus schliesse ich, dass ich (moralisch gesehen) ein widersprüchlicher Arsch bin, denn scheinbar beudeuten mir Leben anderer weniger, als der Luxus indem ich schwelge. Ich denke, dass nicht nur ich so empfinde /handle.[/quote] Ich bin mir sicher, dass es für jeden Menschen auf der Erde genug zu Essen gäbe. Und genug Material für Häuser gäbe es auch. Der einzige Luxus, den wir nicht mit allen Menschen der Erde teilen könnten wäre Elektrizität und Treibstoff. Allerdings bin ich mir sicher, dass die Strom- und Erdölindustrie seit mindestens 100 Jahren (seit Tesla) alles daran legen den Fortschritt in beiden Branchen zu bremsen, wo es nur geht (wir fahren immer noch mit Autos, die gerademal 17% der Energie des Treibstoffes aufs Rad bringen!!) um sich Absatzmärkte zu sichern, um den Konsum zu sichern. Wer mehr zu dem Thema wissen will muss sich nur mal mit Teslas Leben befassen. Also ist es doch möglich, die gesamte Erdbevölkerung in einer sauberen Umwelt gesund und satt leben zu lassen. Warum das aber dennoch nicht umgesetzt wird ist eigentlich schon beantwortet. Nun kommen wieder die Kritiker und sagen ja aber stimmt doch gar nicht, alles viel komplizierter, 6 Mrd. Menschen sind viel zu viel, die Politiker wissen schon, was sie tun, die Wirtschaft tut was sie kann usw. Klar alles nicht so einfach und darum schüttet jedes Jahr jede Industrienation milliarden Tonner Weizen, Mais usw. in die Flüsse Ozeane oder verbrennt sie. Und warum? Damit der Preis für diese Produkte nicht soweit fällt, dass die Bauern nicht mehr davon leben können. Und wer bezahlt das? Der Staat. Anders geht's halt nicht oder? Würde man die Subventionen streichen würden viele Bauern arbeitslos. Könnte man nicht für die Milliarden € Agrarsubventionen Umschulungen bezahlen oder neue Arbeitsplätze schaffen? Aber was machen, mit dem Essen? Weniger produzieren? Warum nicht zu Dumpingpreisen an 3. Weltländer verkaufen, während man sie z.B. in der EU weiter zu normalen Preien verkauft? Die Dumpingprodukte könnten aufgekauft und wieder zurückverschifft werden und den EU-markt zerstören. Dass müsste man aber unter Kontrolle bringen können. Aber die Dumpingprodukte würden die Märkte der 3. Weltländern zerstören, sie könnten selbstangebaute Produkte nicht mehr absetzen. Könnten wir ihnen ihre Produkte nicht abkaufen, für 3€ teuerer und dafür keine 75€ Schuhe kaufen? Und selbst wenn sie ihre eigenen Produkte gar nicht mehr absetzen können, es kann mir keiner erzählen, dass ein Volk von dem vielleicht über 50% der Bevölkerung im arbeitfähigen Alter unterversorgt und damit nicht arbeitsfähig sind, mehr wirtschaftlich leisten und damit einen höheren Wirtschaftswachstum erarbeiten kann als ein Volk das gut ernährt ist. Eine 3. Welt Nation mit gut ernähreter Bevölkerung erwirtschaftet in kurzer Zeit mehr als eine, die ein paar Agrarprodukte verkaufen kann und dessen Bevölkerung zu tausenden verhungert. Allein 32 000 Tote Kinder allein in Afrika auf Grund von Nahrungsmangel und das täglich! Nun da wir das wissen, warum leben wir weiter im Luxus? Ich glaube das ist die Frage, die uns wirklich beschäftigen sollte. Ich weiss, dass man auch in Deutschland in einer billigwohnung ohne Fernsehr, Stereoanlage und allem Einrichtungsschnickschnack überleben kann. Auch mit nur einer einzigen Kleidungsgarnitur ist ein Überleben möglich. Aber, und das ist der Punkt, man kann so hier nicht leben. Unsere Gesellschaft lässt ein Besitzloses Leben nicht zu. Punks und Landstreicher sind mehr oder weniger geächtet, und viele leben nur eine sehr begrenzte Zeit so beinahe Besitzlos. Wäre es salongfähig auf allen überflüssigen Luxus zu Gunsten der 3. Welt zu verzichten, dann würden glaube ich sehr sehr viele Leute das tun. Das ist genau das, was mich auch an Leuten, die spenden, anwiedert, besonders bei Promies, die mal schnell ein paar hunderttausen spenden, was sie eigentlich überhaupt nicht juckt, ist, dass sie gleichzeitig auf keinerlei Luxus verzichten, d.h. sie spenden nur, wenn ihr Luxus darunter nicht leiden muss. Warum ist unsere Gesellschaft so? Schauen wir mal, woran sie sich orientiert: Stars, Politiker und Wissenschaftler und Pfarrer im weitesten Sinne. Alle rufen zum spenden auf, alle spenden selbst, keiner verzichtet. Alle wollen noch mehr wie der Star sein, der was spendet, damit man auch mal im Luxus leben und so viel gutes tun kann. Sagen wir, wie es ist, ein Star und Politiker spenden nur, um in den Median gut dazustehen, denn sie entscheiden, ob sie ihren Job und ihren Luxus behalten können. Der Pfarrer spendet um sein Gesicht zu wahren. Ein Freund hat mich mal zusammengeschissen, als ich ihm erzählt habe, dass ich Spenden scheisse finde. Er meinte: "Immerhin machen die etwas, was machst du denn? Du schnautzt nur." Ich habe nur erwidert, dass ich sehr wohl was macht, ich versuche durch harte Arbeit mich an Positionen zu arbeiten, in denen ich Einfluss nehmen kann auf die ganze Gesellschaft, ich versuche mich mit gleichgesinnten kurzzuschließen und zu organisieren ich versuche Überzeugungsarbeit zu leisten wo ich kann. Seine Meinung haben die allermeisten. Als ich ihm jedoch meinen Standpunkt ausführlich erläutert hatte gab er mir recht. Einer mehr aufgeklärt. [quote]ehrlich gesagt will ich von dem leid nix mitbekommen, ich bin froh wenn es mir gut, geht, ich kann mich nicht permanent um andere kümmern ich kümmer mich um meine engsten freunde und selbst die wollen das gar nicht so... also von daher! ich meine wieso soll sich so ein kind den rumquälen und einen tag länger "im dreck" wühlen denen fgehts von anfang an schlecht, sowas muss man nicht unbedingt unterstützen, da müsste man ganz woanders anfangen[/quote] Eben, man müsste unsere Gesellschaft umkrämpeln, aber von wegen am liebsten nichts mitbekommen, dein Leben wäre wesentlich erfüllter, wenn du mal alles Leid Hautnah miterleben würdes, mal mitspühren könntest und dann anfangen würdest zu helfen. Das verlangt aber fast, dass man sich dort hinbegiebt, denn über spenden ist nicht viel zu machen. Das kann aber nicht jeder und wenn wir hier auf unseren Luxus verzichten ist das ein Tropfen auf den heissen Stein. Wenn wir aber unser Geld nutzen unsere Mittel und unser Potential können wir vielleicht so viele Menschen überzeugen/aufklären, dass es irgentwann so viele sind, dass wir den Stein löschen können. Wer jetzt von wegen Utopie kommt dem ist nur entgegen zu setzen, wo ein Wille ist ist auch ein Weg und Utopie ist nur der Schlachtruf all derer, die zu faul und feige sind dass zu tun, was sie selbst glücklicher machen würde, nämlich das richtige. Lieber ein unglücklicher Sokrates, als ein zufriedengestelltes Schwein. [quote]wenn deine geliebte und ein fremder am gleichen ort sterben würden, wenn du nicht hilfst, und du könntest nur einer person helfen? würdest du da nicht eher einem bekannten / geliebten menschen helfen?[/quote] Es ist egal, wem ich helfe, beide Entscheidungen sind gleich richtig und jeder mit genügend sozialer Intelligenz würde die Entscheidung als gut beurteilen. Dass war's mal nicht ganz so nüchter wie sonst. Phillossoff |
| Behemoth | Interessant, daß sobald über den Wert eines menschlichen Lebens diskutiert wird, früher oder später die sozialen Möglichkeiten einwirken. In diesem Fall schon nach 1 Seite. Die eigentliche Frage, welchen Wert es aber besitzt, kann damit aber nicht beantwortet werden. Die zwei Fragen haben nichteinmal elementarste Gemeinsamkeiten. Soziales Wohl und das Leben selbst, sind zwei Paar Schuhe. Auch wenn ich beispielsweise ein egoistischer Misanthrop wäre, der lieber sterben würde als sich nur ansatzweise für sozial Shwächere zu engagieren, würde dies nichts am eigentlichem Wert ändern. Schon alleine die Möglichkeit, diese Entscheidung zu treffen setzt vorraus am Leben zu sein und sich dadurch selbst unglaubhaft darzustellen. Jeder, der am Leben ist und etwas anderes behauptet, ist ein heuchler. Auch würde ich durch meinen Egoismus niemals eine solche allgemeingültige Wertigkeit in Frage stellen. Zum Thema zurück würde das bedeuten: Einem Menschenleben darf man entweder gar keine Wertigkeit zuordnen, oder aber die höchstmögliche Wertigkeit. Ich tendiere zu letzterem. Ersteres würde den Vorteil haben, daß ein Vergleich mit einem anderen Menschenleben oder sogar mit einer Geldsumme/Dienst erst gar nicht möglich wäre. Das Problem ist dann natürlich, daß schon alleine die Aussage, was ein Leben wert sei, im Hinterkopf die Möglichkeit offen lässt, es könnte ja seinen Wert verändern - so wie es mit allem anderem ist. Aber das ein Massenmörder Nr. X den selben menschlichen Wert besitzt wie eine Person, die jährlich mehrere Tausend Euro in die 3. Welt schickt, muss außer Frage stehen. Das bedeutet nicht, daß es keine unterschiedlichen Sanktionen geben muss. Das ist sogar extrem wichtig. Nur sobald ein Menschenleben gegen das von mehreren Menschen abgewogen wird, oder gar 1:1 gegenübergestellt wird überschreitet man eine Grenze hinter dieser ein Menschenleben nichtmehr den höchsten bekannten Wert besitzt. Und alles andere ist wohl absolut inkzeptabel. |
| Jaddy | [QUOTE]Es ist egal, wem ich helfe, beide Entscheidungen sind gleich richtig und jeder mit genügend sozialer Intelligenz würde die Entscheidung als gut beurteilen.[/QUOTE] da hast du recht... aber diese aussage sollte eiegtnlich nur bestättigen, das einem ein menschenleben NIE so wichtig sein kann das man an kinder [...] denkt die aber tausende kilometer weg sind und sich nicht über dich aufregen werden, weil du in dem moment in dem du ein brötchen zu viel zum frühstück ist, an ihren hunger denkst... es ist schlimmer sich KEINE gedanken darüber zu machen... nur einer von 10 mill. menschen würde sich komplett für andere aufgeben... ich betone komplett... zumindest denk ich da so |
| Duion | man sollte auch mal bedenken das man niemandem damit wirklich hilft indem man ihn von sich oder anderen abhängig macht (zb spenden) wenn ich jetzt mein brötchen was ich zuviel gegessen hab wem gebe der nix zu essen hat wird er es essen und danach ist alles wie zuvor |
| Böses Mädchen | HI! Mir is grade noch was eingefallen: Wenn man den Wert von einem Menschenleben von Kaufmännischer Seite ansieht, muss man sehen, dass, sobald man einem anderen was gibt der eigne Wert abnimmt. Also ist der Wert als solcher immer gleichbleibend und nimmt nicht ab, denn schließlich bin ich selber ja auch ein Mensch. Von kaufmännischer Seite übrigens deshalb, weil das Vermögen ja auch von Reinvermögen und Schulden bestimmt wird und diese immer im Gleichgewicht zueinander stehn müssen. Allerdings muss man dann eben sehen, was ist Gewinn und was sind Schulden. Gruß Spirit alias Nancy |
| phillossoff | [quote]man sollte auch mal bedenken das man niemandem damit wirklich hilft indem man ihn von sich oder anderen abhängig macht (zb spenden) wenn ich jetzt mein brötchen was ich zuviel gegessen hab wem gebe der nix zu essen hat wird er es essen und danach ist alles wie zuvor[/quote] derjenige, der entweder, was von dir zu essen bekommt oder stirbt, der ist es, den man retten kann. Genau, wie ich schon geschrieben habe, es nützt nichts zu sagen, wenn ich den Menschen in der 3. Welt helfe bringt das nichts, denn dann klönnen sie sich nicht selbst helfen. Das ist ja der Witz, man kann ja nicht von einem Menschen, der zu schwach ist um zu arbeiten, verlangen sich seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Die Menschen der 3. Welt müssen durch unsere Nahrungsmittel erst mal alle überlebensfähig werden, sonst können sie doch niemals ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen. Im Moment ist es so, dass die Länder der 3. Welt darauf hoffen müssen, dass ihnen so viele arme Einwohner wegsterben, bis die arbeitsfähigen die übriggebliebenen ernähren und die Wirtschaft zum laufen bringen können. Alles was wir tun, wenn wir unsere Nahrungsmittel wegkippen ist genau das unterstützen. Wir unterstützen das Sterben der Menschen, die für die kleine Wirtschaft der 3. Weltländern zu viel sind. Würden wir die Menschen erst mal durchfüttern, könnten sie selbst arbeiten und die Wirtschaft ihres Landes könnte wachsen. Genau so hat das nach dem 2. Weltkrieg auch in Deutschland geklappt. Nur scheinen die, die die Fäden in der Weltpolitik ziehen diese Idee nicht so sehr zu begrüßen. Warum kann sich jeder denken. Phillossoff |
| Duion | die wirtschaftlichkeit ist ja wohl eine der hauptursachen für soviel elend, menschen können auch so gut leben ohne in irgendeiner weise wirtschaftlich zu sein es ist zb nicht wirtschaftlich den armen zu helfen also tut man es nicht, ganz einfach |
| Black Moni | Entschuldigt bitte, habe hier nur einiges überflogen. Habe gerade in einem völlig anderen Forum folgenden Beitrag einer Mutter gelesen: „Aber ich habe ein letztes mal etwas für ihn tun können obwohl das Urteil für ein Menschenleben lautete .Schuldig der fahrlässigen Tötung, hat er 1 Monat Fahrverbot ,70 Stunden gemeinnützige Arbeit und 300 € Geldstrafe. Das ist also mein Kind wert im Jugendgericht. „ Beim Lesen dieses Beitrags fiel mir der thread hier ein. Hoffe es ist nicht OT. Bin so wütend darüber, wie "viel" ein Menschenleben wert ist. Entschuldigt bitte, wenn es hier nicht hinpassen sollte, PN an mich und ich lösche es wieder. Musste es einfach loswerden. Dankefürszuhörensagende Grüße Black Moni |
| Duion | das hat indirekt was mit wert zu tun eher zeigt dies wie verkorkst unser system ist |
| Suicide-Smurf | [QUOTE][i]Original geschrieben von Black Moni [/i] [B]Entschuldigt bitte, habe hier nur einiges überflogen. Habe gerade in einem völlig anderen Forum folgenden Beitrag einer Mutter gelesen: „Aber ich habe ein letztes mal etwas für ihn tun können obwohl das Urteil für ein Menschenleben lautete .Schuldig der fahrlässigen Tötung, hat er 1 Monat Fahrverbot ,70 Stunden gemeinnützige Arbeit und 300 € Geldstrafe. Das ist also mein Kind wert im Jugendgericht. „ Beim Lesen dieses Beitrags fiel mir der thread hier ein. Hoffe es ist nicht OT. Bin so wütend darüber, wie "viel" ein Menschenleben wert ist. Entschuldigt bitte, wenn es hier nicht hinpassen sollte, PN an mich und ich lösche es wieder. Musste es einfach loswerden. Dankefürszuhörensagende Grüße Black Moni [/B][/QUOTE] hört sich imo ziemlich stark nach eigenverschulden des Kindes an. Kann mir nich denken, dass ein Gericht so milde urteilen würde wenn der Fahrer total rücksichtslos vorgegangen wäre. Wer dann die grösste schuld an dem Tod des kindes hätte wäre wohl auch klar |
| Glückssucher | Bisher gabs ja schon einige interessante Beiträge, allerdings ist mir immernochnicht wirklich klar geworden, wie denn nun ein Menschenleben zu bewerten ist. Ich versuch das ganze nochmal an einem Beispiel zu verdeutlichen: Wie ist es "moralisch objektiv" (nicht vom Gesetz her) zu bewerten, wenn jemand ein "erfolgreicher" Immobilienbetrüger ist, der durch sein Handeln andere Menschen in den Ruin treibt, Familien zerstört, etc? Objektiv gesehen schätzt er doch den Wert seiner Mitmenschen äußerst gering, er stellt seine eigenen Bedürfnisse und sein eigenes Wohlergehen über den Wert eines Menschen. Dass es ihm gut geht, ist ihm wichtiger als das Schicksal anderer. (Erwartete Reaktion des Durchschnittsbürgers: Verachtung für einen solchen Menschen) Dem Immobilienbetüger stelle ich jetzt Otto Normalverbraucher gegenüber: Auch er weiss, dass seine Turnschuhe durch Kinderarbeit hergestellt werden, dass er durch Spenden das Leben anderer retten könnte; würde er nur etwas auf seinen Alltagsluxus verzichten, könnte er das Schicksal anderer positiv verändern. Fazit(?): Beide, sowohl der anständige Durchschnittsbürger, als auch der Immoblienbetrüger stellen ihre Bedürfnisse über das Wohlergehen anderer. Da dem Durchschnittsbürger ein Menschenleben nicht wirklich etwas Wert ist (abgesehen natürlich von Verwanden, Freunden, Menschen die er sieht, etc), ist doch der Immoblienbetrüger auch kein "schlechterer Mensch", letztenendlich macht er nämlich auch nichts anderes als es sich ohne Rücksicht auf unbekannte Menschen gut gehen zu lassen. Gesellschaftlich ist der Immobilienbetrüger natürlich geächtet, aber kann diese Ächtung auch einer objektiven Betrachtung standhalten? |
| Böses Mädchen | Hi! Hm, also ich denke, dass du im Grunde und Kern der Sache recht hast, Glückssucher. Aber hier noch einmal, was ich zu der Sache Denke: Nimm einen Betrüger und einen Durchschnittsbürger, um bei deinem beispiel zu bleiben. Der Betrüger hat sich eine rosarote Brille aufgesetzt und sieht nur sich und sein Wohlergehen. Die andern Menschen sieht er nicht oder will er nicht sehen. Der Durchschnittsbürger, der noch nie etwas geklaut hat, sieht sich und seine staatsbürger. Außerdem zahlt der Staatsbürger steuern, um den Staat zu erhalten, was ein Betrüger nicht immer tut. Also kann man doch sagen, dass ihm ein Menschenleben mehr wert ist, als dem, der durch unfähres Handeln andere ehrliche in den Ruin treibt. Und deshalb finde ich es in Ordnung, wenn das eine strafbar ist, das andre nicht, abgesehen von den sozialen Gesichtspunkten natürlich Gruß Spirit alias Nancy Gruß |