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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Ist die Welt so, wie sie uns erscheint?
Saves The NightMich beschäftigt seit ein paar Tagen eine Vermutung, die es meiner Meinung nach erlauben würde, den Glauben an die Existenz "übernatürlicher" Phänomene einerseits und an eine Erklärung der Welt allein durch die Naturwissenschaften andererseits, miteinander zu versöhnen.
Angenommen, die Welt existiert unabhängig vom menschlichen Denken (was leider weder zu be- noch zu widerlegen ist) und angenommen, wir können unseren Sinnen unter Vorbehalt möglicher Täuschungen vertrauen , d.h. wir können uns ein (unvollständiges) Bild der Welt machen können, so wie sie auch unabhängig von uns existiert. Da selbst unsere fünf Sinne nur einen eingeschränkten "Leistungsbereich" besitzen, frage ich mich, ob es nicht auch physikalische Vorgänge/Energien/Materieformen/whatever gibt, die weder vom Menschen noch einem anderen uns bekannten Lebewesen wahrgenommen werden können. Diese würden das Prinzip der kausalen Geschlossenheit physikalischer Phänomene nicht verletzen, würden aber paranormalen Erscheinungen zumindestens die Möglichkeit einer Existenz einräumen. Was haltet ihr davon? Was ist mir entgangen?

P.S. Mir ist bewusst, dass diese Möglichkeit sicherlich schon von viel klügeren Köpfen als mir erwogen wurde. Um Hinweise diesbezüglich wäre ich dankbar.
GarrettIch kann dem Grunde nach nur zustimmen, deine Theorie ist da sicher schlüssig. Problematisch ist aber welchen Maßstab du an übernatürliche Phänomene legst, d.h. an welche Übernatürlichkeiten du bei deiner Theorie denkst. Da leider viele dieser Übernatürlichkeiten mir der Überbrückung und Verschiebung der Zeit zu tun haben, finde ich es schwer deine Theorie darauf anzuwenden, da wir dann zu der Frage nach einer Existenz neben unserer und dem Problem der Existenz der Zeit kommen. Aber ich finde deinen Ansatz sehr interessant.
NymphenzeitIch finde deine Theorie auch nicht schlecht, nur habe ich Probleme mit den Bezeichnungen. Warum "übernatürlich"?

Es gibt auch die Theorie, die ich persönlich sehr interessant finde, die besagt dass jeder Mensch gewissermaßen in seiner eigenen Welt, oder besser ausgedrückt, in seiner eigenen Version der Welt lebt. Denn es ist nicht anzunehmen, dass unsere Bewusstsein alle die selben Eindrücke erhalten. Somit ist unser Bild der Welt immer unvollständig..
Vielleicht unterscheiden sich unsere Eindrücke aber auch dadurch, dass jeder ein klein wenig dieser "neuen Dimension" oder dieses "Übernatürlichen", wie ihr es nennt, mitbekommt.
So bekäme man vielleicht ein vollständigeres Bild der Welt, wenn mandie Eindrücke der Menschen sammelt und zusammenfügt...


btw: ich weiß, dass das so nicht gehen kann, is auch nur ein Gedankenexperiment..
CthughaPrinzipiell ist die Idee nicht schlecht. Es ist durchaus möglich, dass es Dinge gibt, die wir schlicht und einfach nicht wahrnehmen können.
Der Haken an der Sache ist: Wenn wir sie auf keine erdenkliche Art und Weise wahrnehmen können, kann es auch keine Wechselwirkung zwischen diesen nicht nachweisbaren Dingen und unserer Welt geben. Dementsprechend macht es für uns nicht wirklich einen Unterschied, ob es diese Phänomene tatsächlich nicht gibt oder ob wir sie nur nicht wahrnehmen können und so kann zwar durchaus eine Basis für den Glauben an das Vorhandensein solcher Dinge entstehen, allerdings kann es keine Erklärung für so "beliebte" Phänomene wie Geistererscheinungen oder Ähnliches geben.
JimmyVoiceWenn man das Übernatürliche anerkennt, dann ist es nicht mehr übernatürlich.

Für mich gibt es das Übernatürliche nicht.<--- Damit will ich sagen, das für mich alles was andere als Übernatürlich ansehen,etwas normales und wirkliches ist.
Frater R+C 93Aleister Crowley schreibt:

"Eine Rote Rose absorbiert alle Farben außer Rot; Rot ist daher die eine Farbe, die ihr nicht zukommt. (...) Alles was wir vom Menschen wissen, von der Natur, von Gott ist genau das, was sie nicht sind; es ist das, was sie als unverträglich von sich stoßen. (...)" - Quelle: Das Buch der Lügen, A. Crowley

Prof. Dr. Deussen hat ähnliche Arbeiten verfasst, er legt dar, dass die Welt lediglich eine Vorstellung ist, da wir sie nur durch unsere Sinne erfahren. Bzw. einzig durch unsere Interpretation der Sinneseindrücke betrachten.

Literaturnachweis: Elemente der Metaphysik, Prof. Dr. Deussen

i.d.u.h.z.
FRC
Harbinger13379Ich denke es geht sogr noch weiter: Es gibt Konzepte, die sich der Mensch einfach nicht vorstellen kann, die aber (zumindest Theoretisch) trotzdem existieren. Ein Beispiel: Ratten können zählen, haben aber kein Konzept von Primzahlen (ihr wißt schon: 2, 3, 5, 9, 11, 13...). Das hat man rausgefunden, weil man Ratten trainieren kann, abzweigungen in Labyrinthen in 2-wer Schritten zu nehmen, aber nicht in Prim-Schritten. Wenn es also ähnliche Dinge gibt, die dwer mensch nicht verstehen kann, die aber existieren, wird es nie vollständig möglich sein, die Realität zu begreifen.

Noch ein kleines Zitat: Die Summe deiner Erfahrungen, betrachtet durch den filter deiner Erinnerung formen deine persönliche Realität.
DarkHazeSaves The Night, ich sage es mal so: Es wäre kurzsichtig, anzunehmen, deine Theorie sei falsch. Es wäre aber waaghalsig, anzunehmen, deine Theorie sei richtig.
Diese Art von Fragestellungen sind sehr interessant, da sie einem die Wahl lassen, oder nicht, aber unabhängig davon, ob wir eine Wahl treffen, oder nicht, ist unsere Überlegung schon potentiell falsch und potentiell richtig zugleich.

Ich selbst bin davon überzeugt, dass es derartige Ebenen und Bereiche gibt, die der Mensch nicht erreichen kann. Woher soll man wissen, dass man in einem Glashaus sitzt, wenn man es nie zu verlassen gedenkt..?
Alleine die neusten Erkenntnisse der Quantenphysik zeugen davon, dass es wohl immer etwas neues geben könnte, das man "mit bloßem Auge" niemals erkennen kann, obwohl es einen komplett umgibt.
rochusmmh.
bei vielen forschern ist es ja inzwischen anerkannt, dass folgender satz stimmt:

"wir nehmen nur so viel wahr, wie wir fürs überleben brauchen."

das heißt, dass wir gar nicht realisieren können, ob da noch mehr ist. daher fällt es uns ja auch so schwer, darüber zu reden bzw. uns konkretisierte gedanken zu machen und vieles hat einfach von der eigenen einstellung und erfahrung zu tun.
ich denke, dass es da "mehr" gibt als nur das, was wir sehen. nehmen wir allein mal die chaostheorie, mit hilfe der man heutzutage in testreihen den exakten zeitpunkt eines schlaganfalls oder einer herzattacke berechnen konnte. mir fehlen leider die links (ich hatte so schöne favoriten in meinem browser aber mir musste ja damals die festplatte kaputt gehen..) aber das zeigt eigentlich schon ein wenig darauf, dass dort mehr ist.

naja, vielleicht fällt mir irgendwie noch mehr ein
rochus
SmeaGollum1Interesanter Weise ist das ein Thema über das ich in letzter Zeit auch öfter nachgedacht habe. Und zwar seit ich auf das sogenannte Gödel-Theorem in der Mathematik gestoßen bin.

Das Gödel-Theorem besagt (so wie ich es verstehe), dass es mathematische Sätze gibt, die zwar WAHR sein müssen, aber die nicht beweisbar sind (also im Sinne von, dass man sie nicht aus anderen mathematischen Sätzen ableiten kann). Ich stelle mir dieses Theorem irgenwie immer als eine abgespaltene "Blase" in der Mathematik vor, ohne Verbindung zum Rest.

Nun ist ja die Mathematik die Sprache der Physik. Warum sollte es also nicht auch so etwas wie "Gödel-Theoreme" in der Physik geben.
Problem: Da man sie nicht aus anderen Formeln ableiten kann, können sie nicht mit der übrigen physikalischen Welt in "Kontakt" stehen (keine Wechselwirkung). Man könnte es also niemals feststellen, ob es so etwas wirklich gibt.
Eulenjünger[color=deeppink]Die Übernatürlichkeit der eulischen Wesenszüge besteht im allgemeinen und konkreten aus der Verdichtung der Gedankenmasse. Im Gehirn der Eule ist das Raum-Zeit Kontinuum gekrümmt, sodass ein schwarzes Loch in der Welt entsteht. Es gilt zu kombinieren, was nicht zusammenpassen zu scheint.. damit soll erläutert werden, DASS eine neue AErA begonnen hat, in der die EULe das universelle SEIn bestimmt. Sie ist der ALLEIniGe Schöpfer des Universums und unter ihrer Vorherrschaft werden wir Transzendenz erfahren in höhere, bewusstseinserweiternde Sphären, jenseits des Geodreiecks unserer menschlichen Seelen. Für die richtige WürZe sorgt hierbei Elmar, der den kÖstlichen Apfelstrudel mit Hilfe von geheimen Zutäten aus seinem Burgverlies unter großem Holterdipolter zubereiten tut. Alle Eulenjünger dürfen davon kÖsten, wenn sie bereit sind, der Eule zu dienen.[/color]
Cagliostro[QUOTE]Ist die Welt so, wie sie uns erscheint[/QUOTE]


wieso uns?

Ich glaube nicht, dass es ein einheitliches homogenes Bild
über die Welt gibt,
jeder hat seine eigene Wahrnehmung.
Es gibt kleine und grosse Abweichungen,
aber so ist das halt im Leben,
kein Grund zur Beunruhigung.
Seele der Nacht[QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i]
Ich glaube nicht, dass es ein einheitliches homogenes Bild
über die Welt gibt, jeder hat seine eigene Wahrnehmung.
Es gibt kleine und grosse Abweichungen, aber so ist das halt im Leben, kein Grund zur Beunruhigung. [/B][/QUOTE]

Naja, da kann ich dir nicht so ganz zustimmen.
Eigentlich nehmen wir doch alle dieselben Informationen auf, wir können Licht sehen, akustische Wellen hören und Druck spüren. Das sind doch im Prinzip die selben Informationen, nur haben wir dafür unterschiedliche Toleranzbereiche. Es ist zwar nachgewiesen, dass bestimmte Menschen irgendwelches Essen anders schmecken als andere, aber deshalb erkennen sie doch nichts vollkommen neues.

Der Theorie, dass es noch anderes gibt als wir kennen, kann ich dagegen nur zustimmen. Wer sagt denn, dass wir wirklich nur in einer Welt von drei (oder vier, wer die Zeit einrechnet) Dimensionen leben? Kann es nicht einfach so sein, dass es da noch mehr gibt, was wir aber nicht wahrnehmen können,weil wir einfach keinen blassen Schimmer haben, wo wir suchen sollen? Wer kann denn ersthaft widerlegen, dass der Raum, in dem wir uns befinden, nicht von anderen Dimensionen gekreuzt wird, die wir aber nicht erkennen, weil dort die Materie oder ein Äquivalent davon einen ganz anderen Zustand hat?
Wir müssen uns wohl damit abfinden , dass wir da die Wahrheit nie erfahren werden ...
DarkWaveWahrnehmung ist subjektiv geprägt durch Erfahrungen und Prägungen, die man/frau im Laufe seines Lebens sammelt. (Beispiel: Zeugen beschreiben ein und den selben Tathergang unterschiedlich). Was ist dann die Realität? Das was wir daraus konstruieren?

Ich denke, jeder nimmt unterschiedlich wahr und prägt durch seine Aktionen / Reaktionen die "Realität".

Anekdote am Rande: Ein Freund, der sich mal auf dem Weg zu mir verfahren hatte bemerkte dazu: "Da hat sich die Realität mal wieder geirrt."

Gruß an die philosophische Gemeinde

DarkWave:)
CagliostroNun, behaupten wir es gäbe so etwas wie gleiche Voraussetzungen (Arme, Bein, Augen etc. alles vergleichsweise
ähnlich): es kommt aber immer noch darauf an,
wie der Computer in meinem Kopf Information verarbeitet,
das sind dann die Abweichungen.
Wer weiss, vielleicht bin ich seit meinem 4. Lebensjahr
davon überzeugt, dass in jeder Strassenlaterne
ein Laternenwärter sitzt.
Wer kann mich davon abhalten
(ausserdem Arbeitsplätze wären's auch...).

Aber Scherz beiseit, es gibt Menschen, die haben
eine sehr, sehr abweichende Wahrnehmung und
interpretieren Dinge in sehr abstruser Weise,
manchmal ist das nicht sehr angehnehm.



Nun, es wäre nicht sehr originell von mir, zu behaupten ich wüsste alles über das Leben und den Rest,
um dann im Brustton der Überzeugung ein bezerztes
"42" in die Runde zu werfen....

Aber im Grunde gebe ich Seele der Nacht recht:
"Wir müssen uns wohl damit abfinden , dass wir (da) die Wahrheit nie erfahren werden ..."
SmeaGollum1Die Wahrheit:

Was ist ein Stuhl?

Eine Ansammlung von toten Zellen eines Baumes?
Eine Ansammlung von Atomen?
Ein Konstrukt das man auf Quantenbasis beschreiben kann?

Was zum draufsetzten?

Ja und Nein. Wahrheit ist relativ. Ist subjektiv?

Gibt es eine "letzte" Wahrheit? Die "absolute" Wahrheit?


Oder IST alles einfach nur? (bin mir nicht sicher ob ich verstehe was ich mit diesem letzten Satz meine, am besten einfach ignorieren)
IkonosWas die Sache mit der Realität noch ein wenig problematischer macht, ist, das allein schon das Beobachten die Realität verändert.

Oder um es mal in der Quantenebene zu beschreiben: man kann nicht gleichzeitig Position und Impuls (vereinfacht - Geschwindkeit und Richtung) eines Teilchens genau messen. Vielmehr wenn man eine Komponente misst, ändert sich die andere.

Das heist - die beobachtete Realität ist definitiv eine andere als es die unbeobachtete wäre. Auf der Quantenebene ist das ein ganz massiver Effekt - in der makroskopischen Welt weniger. Aber labile Zustände in der Makro-Welt könnten natürlich durch beliebg kleine Störungen in den einen oder anderen Zustand umkippen - Schrödinger's Katze lässt grüßen.

Und mehr noch, eigentlich kann damit der gleiche Zustand nicht zweimal beobachtet werden, da er schon durch das erste Beobachten ein anderer geworden ist.

Scheint so, als ob sich das Universum nicht wirklich genau beschreiben lassen will.

Gunter
adeptohnekonzepoh mann! immer diese diskussionen über die realität und die wirklichkeit.
Wir wissen absolut nichts über diese dinge. das sind reine erfindungen unseres ängstlichen geistes.

ich muss Ikonos vollkommen recht geben. wir haben nichteinmal eine vorstellung davon, was ein atom sein könnte, geschweige denn, was seine bestandteile sind. und je tiefer die forschung geht, desto mehr abgründe von unwissen und unverständnis tun sich auf. die beschreibung des universums durch physik ist ein verzweifelter versuch, der ins leere führen muss. Ladungen, Elektronen, Quarks, Quanten....das sind alles krücken für unsere vorstellungen. in wirklichkeit weiß keiner was ein elektron ist, wir nehmen nur an, dass es da ist.

Für mich ist diese ganze Suppe einfach nur ein rießiges unglaubliches wunder. Und dann kommt der mensch, selbst ein teil der welt, die keine ist und wundert sich, warum er die geistererscheinung nicht versteht.
tztz:rolleyes:
hitokorinaja wenn wir mal davon ausgehen das sowas wie eine welt existiert in der objekte sind und wir als mensch ebenfalls existieren so entesteht die welt aus eine kombination von subjektivem empfinden und objektivem vorhanden sein.

zb parfum, für den einen stinkt es für den anderen richt es gut. das wäre die subjektivität. aber ohne parfum riechen wir das parfum nicht, daswäre die objektivität! eine kombination aus beidem ergibt die realität, die aufgrund der subjektivität durchaus verschieden sein kann.

also wenn man sich selbst beeinflussen kann, kann man die welt verändern!

MfG SSJ

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