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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Der freie Philo-Thread
LaChattePhilosophie geht oft verschlungene Wege, man kommt vom Hundersten ins Tausendste, übers Ganze zum kleinsten Detail und wieder zurück, in einer anderen Perspektive - und hier möchte ich nun einem Thread Raum geben, der ungehemmtes Philosophieren ohne die Offtopic-Angst ermöglicht...

das soll nicht heissen, dass man völlig zusammenhangslos schreibt, man gehe bitte auf die drei, vier letzten Posts ein, und der Standard des Philo-Forums soll bitte auch beachtet werden.

Ich werfe mal ein paar Sätze als Denkanstoss in die Runde:

"Liebe ist, den andern so zu nehmen, wie er ist"

"ich bin der ich bin"

"Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"

"Love is all you need - tatatatataaaaa"

"Jeder Mensch, aus seiner eigenen Sicht her gesehen, tut nichts Böses... "
Duionhm das sind keine denkanstösse, für mich ist es eine provokation dies als denkanstösse gelten zu lassen, bis auf den letzten, merk dir, dass ich nie etwas böses tue ;)
DarayEinzelne Sätze können ja wohl kaum eine philosophische Diskussion auslösen! Wann seht ihr endlich ein, dass man eine Fragestellung so differenziert wie nur möglich ausdrücken sollte, wenn man eine vernünftige These erarbeiten will???

Also bitte...
DarayIch hätte hier aber mal einen Sachverhalt der Naturphilosophie / naturethik der mich interessiert:

Wie steht ihr der These gegenüber, dass die gesamte Biosphäre als ein einziger Organismus wahrgenommen werden sollte (die sogenannte Gaia-Theorie)?
Empirisch lässt sich das nicht beweisen (aber auch nicht widerlegen), allerdings würde es verschiedene Sachverhalte erklären (Zusammenspiel der div. Spezies, Evolution etc.). Natürlich würde ein solches Weltbild auch ethische Fragen aufwerfen. So z.B. die Frage, ob der Mensch die Umwelt schützen darf oder ob er damit seine natürliche funktion verfehlt...

Wer noch nie was von der Gaia-Theorie gehört hat, soll sich bitte vor dem Diskussionseinstieg mit der Thematik vertraut machen. Ich hab keine Lust die ganze Theorie hier zu erklären...
cocreafyi

James E. Lovelock. Mediziner, Kybernetiker und Klimatologe. Entwickelte zusammen mit der Biologin Lynn Margulis, 1970 die sogenannte "GaiaHypothese"

Die Erde ist ein lebender Organismus. Der englische Wissenschaftler JamesLovelock benennt seine Theorie des "lebenden Systems Erde" nach der altgriechischen Erdgöttin Gaia. Die Hauptthese: Der Planet Erde ist ein vielfach vernetzter, lebendiger Organismus. Konsequent stellt Lovelock deshalb die Existenz des gesamten Planeten in den Vordergrund - nicht das Überleben einzelner Arten, auch nicht das des Menschen.

Die Gaia-Hypothese

* Die Erde ist ein selbstregulierendes System ; abiotische und biotische Teile stehen in enger Wechselwirkung. Negative Rückkopplungen [siehe FeedBack] dominieren.

* Das Leben regelt und stabilisiert die (mittlere) Temperatur und die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre und der Ozeane so, dass sie für das Leben optimal sind. Beide sind also von der und für die Biosphäre bestimmt.

* Die Erde ist ein Organismus mit einem Kreislauf, homöostatischer Regulierung und auch Krankheiten.

* Die zugehörige Wissenschaft ist die Geophysiologie.

* Der Gesundheitszustand der Erde kann durch die Methoden der Planetenheilkunde bestimmt und evtl. verbessert werden.

quelle: [url]http://www.wikiservice.at/dse/wiki.cgi?GaiaHypothese[/url]
Duionhm das erklärt natürlich warum die erde immer versucht die menschen umzubringen :p die lebende erde hat wohl auch ein imunsystem gegen alles was ihr schadet.
LaChatteWas mich an den Scherz erinnert, der schonmal jemand hier gebracht hat - ich weiss bloss nicht mehr wo:

Ein Planet begegnet dem andern, sagt "ich habe homo sapiens..." - sagt der andere "keine Angst, das geht vorbei"...

:eek:

[QUOTE]Wie steht ihr der These gegenüber, dass die gesamte Biosphäre als ein einziger Organismus wahrgenommen werden sollte (die sogenannte Gaia-Theorie)? [/QUOTE]

Sie ist sicher sinnvoll, denn alles hängt irgendwie zusammen und voneinander ab. Und dass Menschen so empfinden, wird ja auch in Begriffen wie "Mutter Natur" deutlich...

Warum ist Gaia, die Erde, immer und unbedingt weiblich? Weil sie fruchtbar ist? Oder weil sie *studier* ... hm...

Nun, ich hoff, da gibts noch klügere Leute als mich, die das wissen.:)
MissPan[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]
Warum ist Gaia, die Erde, immer und unbedingt weiblich? Weil sie fruchtbar ist? Oder weil sie *studier* ... hm...

[/B][/QUOTE]

weil sie rund ist und viel wasser eingelagert hat? ;)

okay, das war keine wissenschaftliche erklärung, man möge es mir verzeihen.
LaChatteDie Leute, die vor x-Tausend Jahren Gaia anbeteten, waren es vermutlich auch nicht;)

Hab heute gerade ein Interview mit einem Astronauten gelesen, der sagte, dass die Erde aus der Entfernung eine wahnsinnige Anziehungskraft habe, und eben ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit vermittle - dass es ihm im Weltraum sehr gefallen habe, aber dass er doch wieder froh war, in der Atmosphäre zu sein, wo es Farben, blauen Himmel, Pflanzen, Menschen, Leben gäbe... sie hat schon mütterliche Qualitäten, und weniger väterliche, unsere Gaia.
Tiberon[quote]Warum ist Gaia, die Erde, immer und unbedingt weiblich?[/quote]Wegen des lebenspendenden Aspekts der Natur. Man geht mitunter davon aus, daß die Rolle des Mannes bei der Fortpflanzung lange Zeit unbekannt war und deswegen alles Leben allein von weiblichen Wesen in die Welt gesetzt wurde.
Auch wenn das garnicht stimmt, ist doch bei der 'Schöpfung' die Rolle der Frau wesentlich direkter und unmittelbarer als die des Mannes.
Und eben deswegen dürfte Gaia (gleich welcher Interpretation) immer weiblich sein.
DarayWenn wir von Lovelocks Gaia ausgehen, so ist sie wohl geschlechtslos. Würde man ihr ein geschlecht zusprechen, so würde dies implizieren, dass noch ein anderes Geschlecht der selben Art existiert, doch soweit wir wissen ist Gaia einzigartig un den uns bekannten Regionen des Alls.

aber ihr habt euch ja auch nicht auf Lovelocks Gaia bezogen, wenn ich euch richtig verstanden habe.
CagliostroLaChatte

[QUOTE]"Jeder Mensch, aus seiner eigenen Sicht her gesehen, tut nichts Böses... "[/QUOTE]

das ist doch sehr naiv gedacht...........

Das Tun einzelner Menschen hat immer eine Wirkung
auf andere Menschen.
Da 99% aller Menschen sehr unreflektiert sind,
ist ihr Wirken eher negativ, als positiv zu bewirken,
im Grunde stört fast jeder die Kreise anderer, irgendwann.
Demzufolge ist objektiv betrachet jegliches Tun des Menschen
von hause aus negativ............
DarayDeswegen steht da ja auch "aus seiner eigenen Sicht gesehen"...
LaChatte@Daray

in der Regel sagt ist doch die Erde nicht die Ergänzung zu einem andern Planeten - sondern eher als Mutter Erde / Vater Himmel. (unten, oben) zu sehen, nicht?

Ich kenne ein indianisch inspiriertes Ritual, in dem zu Beginn die vier Himmelsrichtungen und dann eben Vater Himmel und Mutter Erde angerufen werden.
Daray@LaChatte: ich sprach ja auch von Gaia im Lovelock'schen Sinne. Also Gaia las ERde mit Biosphäre (d.h. alles inklusive der Atmosphäre).

Was ich euch alle mal fragen wollte, ist folgendes: habt ihr euch schon mal überlegt, ob all die Umweltzerstörung und Ausrottung diverser Spezies vielleicht gerade die Funktion des Menschen im System von Gaia ist? Vielleicht fungieren wir als Aufräummechanismus von Gaia. Vielleicht müssen wir die Erde entvölkern, damit Platz für Neues frei wird, welches sich nicht gegen die heute existierenden Arten behaupten könnte? Und achtung: die Frage war nicht, ob dieser Gedanke euch gefällt (mir widerstrebt er auch), sondern ob und mit welchen Argumentationen ihr darüber nachgedacht habt.
LaChatte[QUOTE]Vielleicht fungieren wir als Aufräummechanismus von Gaia. [/QUOTE]

Bis Gaia selbst uns aufräumt - ein paar Stürme, ein paar Erdbeben, ein kleiner Temperatursturz während ein paar hundert Jahren, und Menschheit ade...

Nein, ich glaube, die Aufgabe der Menschheit ist eher, sich selbst zu entwickeln - nicht nur eine körperliche Evolution zu machen, sondern ebenso eine spirituelle, mentale, emotionale.

Unsere Aufgabe auf das Aufräumen von Gaia zu beschränken, das leuchtet mir nicht ein, dafür sind wir einfach zu komplex...
Daray[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Bis Gaia selbst uns aufräumt - ein paar Stürme, ein paar Erdbeben, ein kleiner Temperatursturz während ein paar hundert Jahren, und Menschheit ade...[/B][/QUOTE]

Ja, klar, das ist der lauf der Dinge. Alles auf Gaia ist zu vergehen bestimmt. Da erzählst du aber nix neues...

[QUOTE][B]Nein, ich glaube, die Aufgabe der Menschheit ist eher, sich selbst zu entwickeln - nicht nur eine körperliche Evolution zu machen, sondern ebenso eine spirituelle, mentale, emotionale. [/B][/QUOTE]

Das wäre aber keine Aufgabe die Gaia etwas nützen würde... das wäre wie wenn unsere Lymphknoten Shakespear zitieren würden.
Nene, dass ist vielleicht unser Zeitvertreib, aber offensichtlich nicht unsere Aufgabe.

[QUOTE][B]Unsere Aufgabe auf das Aufräumen von Gaia zu beschränken, das leuchtet mir nicht ein, dafür sind wir einfach zu komplex... [/B][/QUOTE]

Glaub mir, schon das Immunsystem eines Säugers ist sehr komplex, also darfst du nicht verwundert sein, wenn dasjenige von Gaia noch ein wenig komplexer ist...
xxxzinixxxich glaube nicht an diese gaia-theorie.
alles ist zufall und wir menschen können nun aus diesem zufall machen was wir wollen. oder können...
also nützen wir "gaia" nichts, haben auch keine besondere aufgabe, außer der uns selbst gestellten irgendwie zu überleben. irgendwann womöglich sogar außerhalb dieses planeten erde...
und dieser zufall unserer menschlichen existenz beruht nunmal auf dieser komplexität.
ein magnetischer kern der die ionen an sich bindet und schon ist alles möglich...
wie oft mag das im ganzen universum vorkommen?
LaChatteIch habe schon die Theorie gehört, dass wir Menschen das Nervensystem Gaias seien. Früher vereinzelt, und nun vernetzen wir uns mehr und mehr... bis die Vernetzung eine solche Stufe der Komplexität erreicht, dass ein neues planeterisches Bewusstsein entsteht, ein Erde-Bewusstsein.
Lord VoldemortAber wäre alleine durch die Gaia-Theorie nicht schon ein solches Erde-Bewusstsein vorausgesetzt?

Irgendwie muss ich aber zini zustimmen... Für mich klingt das alles sehr weit hergeholt. Die Erde als Lebewesen, nun ja... Was ich mir vorstellen könnte, wäre das Universum als Zelle eines Lebewesens oder ähnliches - ist natürlich auch weit hergeholt, aber klingt für mich trotzdem logischer als das mit der Erde.

Wenn man nun aber mal von Gaia ausgeht, dann könnte man unsere Rolle interpretieren wie man will. Und egal, was wir tun, wir würden sie erfüllen. Das klingt sehr nach Gefangen-Sein - aber in gewisser Weise sind wir das sowieso (immerhin haben wir keine Macht über unseren Willen und haben alle immer noch menschliche Eigenschaften und das, was eben einen Menschen ausmacht - auch wenn wir es nicht wollen :) ).
LaChatteMal wieder den verwaisten Thread hoch hol mit der Frage:

Brauchen Menschen Grenzen, damit sie sich wohl fühlen?

In so vielen Threads kommt auf einmal die starke Versuchung, off topic zu schreiben, einen andern Strang zu verfolgen... und hier, wo dieses off topic institutionalisiert sein soll, interessierts offenbar niemanden...

Brauchen wir die Bretter vor unsern Köpfen wirklich?
Duionwenn die bretter erstmal da sind, sind sie wohl schwer wegzubekommen da die bretter die manche menschen vorm kopf haben für andere die welt bedeuten, es würde weh tun diese bretter zu entfernen und das wollen viele nicht in kauf nehmen.
Lord VoldemortEhrlich gesagt kann ich mir gar nicht vorstellen, ohne diese Grenzen zu leben... Das dürfte für Menschen ziemlich unmöglich sein, alleine schon aufgrund unseres primitiven Vorstellungsvermögens.

Wenn alles ohne Grenzen wäre, dann könnte ich mir vorstellen, dass Menschen darauf ängstlich reagieren würden - es ist immerhin etwas, was sie nicht begreifen können und womit sie dann schlussendlich auch nicht umgeben können.
LaChatteja, grenzenlos zu sein, ist sicher ungewohnt. Aber ist es nicht das, was wir im Innersten anstreben? Oder auch das Gefühl, dass wir beim Orgasmus haben oder bei einem Adrelaninkick? Das "ich bin das Universum"-Gefühl? ich hoffe, ihr versteht, was ich meine...

Keine Grenzen zu haben ist sicher schwierig, weil wir auch alles Leid mitkriegen... man stelle sich vor, du fühlst alle Gefühle aller Menschen mit, vom Minenopfer, dem gerade ein Bein abgerissen wurde, über den Bush, wie er den Brezel gerade am Verschlucken ist, bis zu Liebe und Freude... das ist wohl doch eine leichte überforderung...

Aber andererseits schränken Grenzen, und vor allem selbstgemachte Grenzen, sehr ein. Die allermeisten Leute haben Talente, die sie aber aus irgend einem Grund - kein Geld, keine Zeit, kein was-weiss-ich - nicht pflegen, und das finde ich sehr schade...

ich frage mich gerade, wie Gott sich fühlen muss... denn der kriegt ja tatsächlich alles mit. *grübel*

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