| Menedemos | Der amerikanische Politikwissenschaftler F.Fukuyama prognostizierte vor einigen Jahren - nach dem Ende des Sozialismus - das "Ende der Geschichte". Alle bedeutenden Widersprüche und Konflikte hätten sich aufgelöst. Erst unlängst hat nun Ralf Dahrendorf ein Buch geschrieben mit dem Titel "Der Wiederbeginn der Geschichte" (ich habe das Buch nicht gelesen, das letzte Buch seiner Lordschaft, "Die Krisen der Demokratie", habe ich nämlich ein wenig flach gefunden. Aber wer das neue Werk kennt, darf gerne darüber reüssieren...). Mir geht es aber hier gar nicht so sehr darum, ob das Ende der Geschichte gekommen ist oder nicht, sondern ob das wünschenswert wäre. Keine Geschichte bedeutet keine Entwicklung, oder sehe ich das falsch. Andererseits: Können wir uns - angesichts der Existenz der Atombombe - Geschichte überhaupt noch leisten? Sind Meinungsunterschiede nicht viel zu gefährlich geworden? |
| Distroia | Was genau meinst du mit dem "Ende der Geschichte"? Meinst du, Geschichte nicht mehr neu geschrieben wird, oder dass wir die Geschichte, die hinter uns liegt nicht mehr beachten? |
| Demon17 | Ich verstehe den Ansatz nicht. Geschichte war immer mehr als eine Kette von Interessenkonflikten. Fürmich ist die soziale Evolution der letzten Jahrhunderte, oder Jahrtausende, von der tribalen (Stammes-)Gesellschsft hin zur stratifizierten (Feudal-)Gesellschaft hin zur funktional differenzierten Gesellschaft. Also der arbeitsteiligen Gesellschaft in der nicht mehr 90% oder mehr als Bauern auf dem Lande leben und es sonst nur Klerus, Adel und ein paar Städter (Handwerker/Händler) gibt. Mit jeder neuem Technologie mit jedem neuen Berufsbild setzt sich diese Form der Geschichte fort. Wird der erste Mensch auf dem Mars kein historisches Ereignis sein oder die erste außerirdische Kolonie? Auch sehe ich die Lösung aller Konflikte noch in weiter ferne. Auch wenn Huntungtons Clash of Cultures mehr von der amerikanischen Paramoia zeugt als von einer echten Bedrohung durch eine mit chinesischen Waffen ausgerüsteten Umma, wird uns die Entwicklung in dieser Region noch eine Weile beschäftigen. Auch wenn das Ende des kalten Krieges der erste Fall in der Weltgeschichte war, in der sich zwei Supermächte lange Zeit feindlich gegenüberstanden, ohne es auszufechten, gibt es inzwischen genug Diktatoren mit A-Bomben, die jederzeit bereit sind ihre Bevölkerung Gras fressen zu lassen um die Atomrüstung zu finanzieren, wie Ziad Ul Haq, der ehemalige Diktator Pakistans es ausdrückte. Ich denke hierbei auch an die Ukraine und Weißrussland mit nicht zu unterschätzenden atomaren und biologischen Potentialen. Hoffen wir das diese Waffen bald verrostet sind. Auch die sich abzeichnende Ölknappheit kann zu Kriegen führen. Die alten Konfliktlinien sind weitgehend verschwunden, aber es ist nich auszuschließen, das es statt des Ost-West-Konfliktes in absehbahrer Zeit einen ebenso brisanten Nord-Süd-Konflikt geben wird. Eine solche Konfrontation würde sicher mit anderen Mitteln geführt, kann aber durchaus mehr als eine Fussnote der Geschichte werden. never surrender demon17 |
| Sanna I.S.P. | [QUOTE]Keine Geschichte bedeutet keine Entwicklung, oder sehe ich das falsch. [/QUOTE] keine geschichte kann es, solange es menschen gibt, nicht geben - jeder einzelne lebt geschichte, sieht geschichte, und liest geschichte, ob ge- bzw. erwünscht oder nicht - ebenso ist die entwicklung stets mit dem menschen verquickt, wenn man sich auf eine menschenbezogenen entwicklung bezieht (denn natürlich gibt es auch andere, bei denen der mensch eine mehr als unwichtige nebenrolle einimmt, auch wenn dies usner egoismus oft nur schwerlich zugibt). [QUOTE]Können wir uns - angesichts der Existenz der Atombombe - Geschichte überhaupt noch leisten? Sind Meinungsunterschiede nicht viel zu gefährlich geworden?[/QUOTE] geht es denn darum, sich geschichte leisten zu können? die wenigsten menschen betrachten geschichte als eine verschönerung ihres täglichen lebens (auch weil sie nicht an das denken, was ihnen die vergangenheit an annehmlichkeiten bescherte), das es zu erhalten gilt, viel eher sieht man in clios metièr eine eben nicht zu ändernde (aber doch wohl zu fälschende) gegebenheit, die oftmals lästig und störend wie eine dunkle wolke über den köpfen der menschen hängt. des weiteren sind es durchaus nicht nur die konflikte die geschichte ausmachten - gerade in den letzten jahrzehnten kam es immer mehr auf alltagsgeschichte zu erarbeiten, eine sparte, die von konflikten (zumindest im sinnlichen kontext mit atombomben, und weltumspannenden zerstörungen) im wesentlichen unberührt bleibt. die geschichte lebt nicht von konflikten oder kriegen, und genausowenig von großen männern - es sind die menschen, die geschichte ausmachen und schreiben, und über was sie schreiben, und was sie tun, bleibt ihnen überlassen ... |
| Fury | "Keine Geschichte" ist nur möglich bei Nomaden oder isoliert lebenden kleinen Einheiten (Berg- oder Dschungelvölkern), deren Lebensrhytmus höchstens von den Naturgewalten, nicht aber von Dritten beeinflußt wird. 'Ebenso müßte die soziale Ordnung stets gleich bleiben, es dürfte keine Revolten oder Machtverlagerungen geben. "Keine Geschichte" wäre allerdings auch unter totalitären Verhältnissen, wie sie in Orwells "1984" beschrieben wird, möglich: Geschichte geschieht zwar, aber da sie ständig nach Opportunitätsgesichtspunkten umgeschrieben wird und die alten Quellen vernichtet werden, kommt sie in Wirklichkeit zu einem Stillstand. |
| decay73 | Also [i]meine[/i] Geschichte hört auf, wenn ich meine Augen endgültig schließe. Dabei ist es irrelevant, ob jemand etwas von meinem Leben mitbekommt oder ob ich meinen Lebensstil komplett ändere, oder alles so lasse, wie es ist. Somit endet auch die Geschichte im Großen nie. Bzw. so lange nicht, so lange es Menschen (die diesen Begriff ja "erfunden" haben) gibt. Ich denke, es ist dabei nicht wichtig, ob Geschichte aufgeschrieben wird, ob sie jemand als Außenstehender beobachtet, oder ob sich ein gesellschaftlicher Wandel ergibt. ~decay~ |
| Sanna I.S.P. | tatsächlich gibt es auch sehr viele verschiedene arten geschichte weiterzugeben (was ja in gewissem sinn eine völkische und auch eine persönliche identität ausmacht) - die aborigines zb. geben ihre geschichte in form von gemeinschaftlichem träumen weiter. [QUOTE]Ich denke, es ist dabei nicht wichtig, ob Geschichte aufgeschrieben wird, ob sie jemand als Außenstehender beobachtet, oder ob sich ein gesellschaftlicher Wandel ergibt.[/QUOTE] ob die aufzeichnung von geschichte wichtig ist, hängt in erster linie von der art der kultur einer zivilisation ab, manche kommen ohne schriftliche überlieferungen aus, andere legen großartige monumentale schreibstücke an, um ihre taten etc. zu verewiglichen ... allen "höher entwickelten" zivilisationen ist jedoch der wunsch nach einer geschichte gemein, die auch festgehalten wird (und eine schriftliche aufzeichnung ist meist am praktischsten ...). |
| LaChatte | Ich wünsche mir eine Geschichte, die sich nicht mehr vor allem an Daten von Schlachten orientiert, sondern eher an der Schaffung von grossen Kunstwerken. Also lieber als Kapitel im Geschichtsbuch "Sokrates - Augustinus - Goethe - Henry Miller", um ganz willkürlich ein paar Namen zu nennen, als "Peloponnesischer Krieg - Gallischer Krieg - Dschingis Khan - Vietnamkrieg" |
| Fury | @LaChatte Geschichte ist dies alles - gute Geschichtswerke liefern oftmals Klapptafeln, wo die kriegerischen Ereignisse parallel dazu die Errungenschaften der Architektur, Literatur, Erfindungen usw. aufzeigen. Es wird einem oft schwindelig, wenn man versucht, sich ständig die Weltgeschichte oder auch nur die Geschichte Europas zu vergegenwärtigen, zu komplex und vielschichtig das ganze. Ich empfehle jedem, sich ein gutes Geschichtswerk die eigene Stadt oder Region betreffend zuzulegen. Im Mikrokosmos spiegeln sich zwangsläufig die Geschehnisse der "Großen Geschichte" wider, aber alles wird farbiger und faßbarer, weil einem die Geographie, die Topographie, die Namen und Umstände viel bekannter sind. |
| LaChatte | Es geht mir vor allem darum, wie Menschen sich selbst definieren... und wenn du von einem beliebigen Jahrhundert von einer beliebigen Person einfach mal die wichtigsten Eckdaten erfragst, werden dir in der Regel Daten von Kriegen geliefert... und nicht Daten, wann bedeutende Kunstwerke enstanden sind. |
| Peisithanatos | „Der vorerst letzte Prophet der Neuen Weltordnung war Francis Fukuyama 1989. Er deutete das "Ende der Geschichte" mithilfe der eigenwilligen Hegel-Auslegung von Alexandre Kojève, Paris, als "die Welt ohne Alternative". Nach 1989 triumphierte der Westen, denn es gab keine real existierende Alternative mehr zu "Kapitalismus und liberaler Demokratie", also hat die Menschheit in der pluralistischen Demokratie endlich gefunden, was sie in allen ihren politischen Experimenten seit Jahrtausenden gesucht hat: das Ende der Geschichte in einer Welt ohne Alternative. Was einst Geschichte war, ist nur noch im "Haus der Geschichte" zu besichtigen. Auf das Ende des Ost-West-Konflikts folgte ab 1989 die Globalisierung dessen, was der Westen war und wollte. Jetzt sprachen viele gern von der "Einen Welt", der "Weltgemeinschaft", dem global village oder der nach unseren Maßstäben "zivilisierten Welt". Die Globalisierung der Produktionen und Märkte, Finanzen und Konzerne, Kommunikationssysteme und Kulturindustrien brachte jedoch keinen Frieden in die Welt, sondern neue Konflikte. Der aggressive Kapitalismus produziert neue Ungleichheiten, während demokratische Gemeinwesen auf die Gleichheit der BürgerInnen angewiesen sind. Fukuyama und Kojève hatten Hegel auch missverstanden: Nicht die Alternativlosigkeit, sondern die Konfliktfreiheit beendet die Geschichte. Solange aber immer neue Konflikte zwischen Völkern und mit der Natur der Erde entstehen, ist kein "Ende der Geschichte" und auch keine messianische Neue Weltordnung in Sicht.“ (Jürgen Moltmann) |
| Menedemos | Ich muß LaChatte schon recht geben, die Geschichte wird viel zu sehr über Kriege definiert als über zivile Ereignisse und Errungenschaften (bzw. zu sehr über einzelne Mächtige). Auch heute noch wird Geschichte hauptsächlich so geschrieben, erst seit wenigen Jahrzehnten gibt es auch Sozialgeschichte, aber die ist auch heute noch in der Minderheit. Berthold Brecht hatte schon recht in seinen "Fragen eines lesenden Arbeiters": Man hört, Caesar habe Gallien erobert. Ja hatte er denn nicht wenigstens einen Koch bei sich...? Das Zitat von Peisithanatos kontrastiert Alternativlosigkeit mit Konfliktlosigkeit. Fukuyama hat natürlich geglaubt, beides gleichzeitig hätte Einzug erhalten. Tatsächlich haben wir momentan ein paar Konflikte, aber trotzdem keine Alternativen. Es sieht in der Tat so aus, als ob die Welt mehr und mehr zu einem globalen Dorf zusammenwachsen würde, alles sich vereinheitlicht. Der islamische Fundamentalismus ist allenfalls als Rückzugsgefecht zu begreifen, da bin ich mir völlig sicher (war ja bereits der deutsche Nazi-Fundamentalismus ein Rückzugsgefecht). Die Tendenz ist vollkommen klar. In einer so vereinheitlichten Welt wird es keine großen Kriege mehr geben, aber wird sie auch lebenswert sein? Oder ist es besser, in einer Welt MIT Alternativen zu leben, aber dafür mit der Gefahr großer Konflikte, vielleicht sogar eines Atomkriegs? Bereits während der Zeit des Kalten Kriegs haben ja manche gesagt: Lieber rot als tot. Das berüht genau unser Problem. Es heißt nämlich, lieber keinen Konflikt, aber dafür auch keine Alternative. Ob wir uns in Zukunft Konflikte/Alternativen noch erlauben können/wollen, ist m.E. eine der schwierigsten geschichtsphilosophischen Fragen der Zukunft (abgesehen von der praktischen Frage natürlich, ob und wenn ja inwieweit wir überhaupt eine Entscheidungsmacht darüber haben.) |
| LaChatte | [QUOTE]Tatsächlich haben wir momentan ein paar Konflikte, aber trotzdem keine Alternativen.[/QUOTE] Nicht einmal das kann ich so recht glauben. China ist meines Wissens immer noch kommunistisch, und weltweit ist von direkter Demokratie bis Diktatur jede mögliche und unmögliche Regierungsform immer noch vertreten, so zum Beispiel die "kommunistische Monarchie", wo ein kommunistischer Führer seinen Sohn zum Erben des Reiches bestimmt (was ja in Korea der Fall ist... sagt mir, wenn ich mich täusche) Und weltanschaulich siehts noch viel bunter aus: Feminismus, Kapitalismus, Liberalismus, Sozialreformer und Konservative, Autoanbeter und Ökofundis (nun, die Schweizer Autopartei gibts immerhin nicht mehr:D ), Atheisten und spirituell tätige, Gentechanhänger und Naturheilkundler... die Fronten sind geografisch nicht mehr so eindeutig wie auch schon, aber in den Köpfen dennoch da. [QUOTE]Es sieht in der Tat so aus, als ob die Welt mehr und mehr zu einem globalen Dorf zusammenwachsen würde, alles sich vereinheitlicht. [/QUOTE] Wobei das meiner Meinung so funktionieren muss, dass sich zwar die Infrastruktur und die Lebensbedingungen vereinheitlichen - Internetanschluss, Schulbildung und ein Dach über dem Kopf für alle - dass Kulturen, lokale Traditionen, neu entstehende globale Traditionen (wie die Hacker-Szene oder die internationale Manager-Szene) dafür sorgen müssen, dass wir nicht in kurzer Zeit alle mit Standardhose Nummer Eins herumlaufen müssen. Geschichte wird anders werden und neu - aber sie wird nicht abgeschafft. Konflikte wird und soll es geben, aber es ist nötig, dass alle vernünftige und gewaltfreie Lösungsstrategien anwenden, sonst wirds dann doch irgendwann irgendein Frustrierter schaffen, die Welt in die Luft zu jagen. |
| Fayve | über die Geschichtsschreibung: Es werden ja meist die negativen Ereignisse festgehalten,die positiven nicht so stark man kann zwar eine andere Schreibweise fodern ,doch niemand kann damit wirklich was anfangen weil man mit negativen Ereignissen mehr anfangen kann man kann negative Ereignisse eher für sein eigenes Leben nutzen nagut das was in weiter ferne liegt nicht direkt aber nehmen wir mal ganz einfach die nachrichten (ist zwar nicht direkt geschichtsschreibung...) "negative" informationen sind für mehr Menschen interesanter als "positive". Bei "positiven" Informationen kommt es auf die Person an die sie erhält und auf dessen vorlieben . Nachrichten können nur "positive" informationen senden die "mainstream" sind ,den alles andere würde den Rest nerven. Genau das denke ich ist auch auf die Geschichtsschreibung zu übertragen Es kommt aber genau so gut auf den an der die Geschichte verfasst oder sie Festhält Der tot eines Künstlers schlägt größere Wellen als ein neues Werk genauso ist es auch bei allem anderen die wichtigkeit von negativen informationen: dafür muss man die welt auf seinen näheren umkreis verkleinern mit welchen informationen kann man wirklich was anfangen was interesiert eine person die sich gar nicht für kunst interesiert kunst?-gar nichts ,und deswegen ist diese information unwichtig ihn interesiern vileicht eher die aktienkurse in seinem börsenblatt es ist kein verlust wenn die aktie steigt aber wenn die aktie fällt will diese person das umbedingt wissen das kann man wahrscheinlich auf die menschlichen anfänge zurück führen die information das man angegriffen wird ist wertvoller als das Glück bei der jagt |
| LaChatte | [QUOTE]Es werden ja meist die negativen Ereignisse festgehalten,die positiven nicht so stark[/QUOTE] Interessanterweise bleiben aber von sehr weit zurückliegenden Zeiten nur positive, konstruktive Sachen zurück. Von den Ägyptern kennen wir die Pyramiden, aber nicht jeder könnte die Kriege der damaligen Pharaonen aufzählen. Wenn wir "antikes Griechenland" denken, so kommen uns spontan Namen wie Sokrates und Platon in den Sinn, wenn wir an China denken der Konfuzius und Sun Tsi, die Renaissance verbinden wir mit Namen wie Leonardo da Vinci und Michelangelo (aber auch - es kippt langsam - mit Kolumbus), und wenn wir dann an das 20. Jahrhundert denken, da haben wir (hm), Hitler, Stalin, Vietnamkrieg... Offenbar braucht es immer eine gewisse Zeit von ein paar hundert Jahren, bis sich die wirklich grossen herauskristallisieren... und diese sind dann interessanterweise häufiger Künstler und Philosophen als Generäle. Oder, im Falle von Sun Tsi, eben Philosophen-Generäle. |
| Sanna I.S.P. | zum positiv - negativ eindruck in der geschichte ... dass speziell was zeitgeschichte angeht, besonders die schrecklichen/schlimmen/"bösen" gestalten hervortreten liegt, denke ich vor allem schon daran, dass es für die menschen wichtiger ist, einen bedrohlichen feind zu kennen, und über ihn bescheid zu wissen, als eine viel subtilere gestalt, wie sie eben ein künstler, philosoph etc. darstellt - hierin gebe ich Fayve absolut recht. von lange vergangenen zeiten ist das problem gegeben, dass eine unmittelbare bedrohung durch schreckgestalten verloren gegangen ist, sobald ihr schatten nicht mehr direkt, bzw. indirekt auf die gemüter der menschen fällt. schlimme taten werden vergessen, mitunter absichtlich weggelassen, sie verwischen sich und werden entrückt, sodass sie nicht mehr greifbar und fühlbar sind, und irgendwann bleibt im geschichtsverständnis der nachzeit von dem mordenden schlächter, und verursacher grauenhafter gemetzel nur noch der brilliante feldherr über, der er vielleicht nicht einmal gewesen ist ... dies ist jetzt nicht bezogen auf die beispiele zu sehen, die LaChatte anführte, doch kommt es immer wieder vor ... zum krieg - kultur geschichtsverständnis ... 333 war bei issos keilerei ... das ist tatsächlich die einzige schlacht, deren datum ich auswendig kann (zur information ... ich studiere geschichte!!); wie ich in diesem thread schon einmal erwähnte dreht sich heute schon längst nicht mehr alles um schlachten und deren daten, die feldherren etc.. vielmehr geht der trend schon seit einiger zeit in richtung alltagsgeschichte - und es kommen viele interessante teilbereiche auf, wie zb die mentalitätsgeschichte, mikrogeschichte u.v.m. |