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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Warum wir den Krieg brauchen
White_FangIch bin philosophischer Laie, und ich schreibe auch mehr um des Schreibens willens, also Nichts erwarten. (Ist generell eine gute Idee)

Ich möchte ein Erklärungsmodell liefern, warum die Menschheit auf Konflikte, Konkurrenzen und im Endeffekt Kriege angewiesen ist.

Die Geschichte der Menschheit, ist, ebenso wie die Geschichte des Lebens überhaupt, eine Geschichte des Konfliktes. Es ist die Natur des Lebens, auf das Überleben ausgerichtet zu sein. Dabei gibt es keine transzendente Moral, außer der alles was zur Sicherung des Überlebens dienlich ist zu fördern und alles was dem Überleben zu wiederläuft zu vermeiden, oder zu bekämpfen. Grundlage des Bekämpfen ist nun, die Tatsache, dass das Leben an sich, auf begrenzt vorhanden natürlichen Ressourcen basiert, und die Verfügbarkeit der Ressourcen, auch die quantitative Grenze des Lebens darstellt. Dienlich dem Überleben ist es nun, mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum dieser Ressourcen nutzen können. Doch wird irgendwann der Punkt überschritten, an dem das Leben alle mögliche, leicht zu erreichenden Ressourcen verwendet. Das einzelne Individuum (die einzelne Gruppe, Spezies, etc) könnte nun versuchen auf schwer zugänglicher Ressourcen auszuweichen, oder aber sie sich von anderen mit Gewalt zu nehmen. Entweder mittel indirekter Gewalt, durch bessere Anpassung, also Konkurrenzkampf, oder mittels direkter Gewaltanwendung, durch töten oder vertreiben.
Ich würde sagen, dieses Prinzip der Gewaltanwendung um seine eigenen Interessen durchzusetzen ist eines der ältesten überhaupt, und wurde im selben Augenblick geboren, als es die ersten primitiven Zellen gab. Das alles hat schon, Charles Darwin, in seiner Evolutionstheorie niedergelegt. Ohne das Kämpfen um das Überleben, gäbe es allerdings auch keine Evolution. Das Leben wäre immer noch bei den ersten Schwefelbakterien in der Ursuppe stehen geblieben. Erst als die ersten Bakterien mit einander konkurrierten, schlossen sich einige von ihnen zusammen um Schutz zu finden, und es entstanden die Cyanobakterien mit einem Zellkern. Das miteinander Konkurrieren ist also der Motor der Evolution, des biologischen Fortschrittes, und Prämisse für die Entstehung komplexer biologischer Strukturen. Dieses Prinzip, findet sich überall in der Natur, und natürlich auch im Menschen, er selbst ist auch nur ein Produkt dieses Überlebenskampfes.
Der Mensch jedoch, hat die Fähigkeit, sein Umfeld seinen Bedürfnissen anzupassen, er muss sich nicht mehr an die Natur anpassen. Um sich weiter zu entwickeln, braucht er keine genetische Evolution, sondern durch die allmähliche Globalisierung und Homogenisierung unserer Art, ist die Evolution bei uns, sogar fast zum Stillstand gekommen. Sie wäre auch viel zu langsam, ineffizient und inhuman, für unsere schnelllebigen Bedürfnisse. Jedoch, sind wir immer noch, abhängig vom Konkurrieren. Heute gibt es keine genetische Evolution mehr, sondern eine Evolution der Technik, der Ideologien, der Religionen, der politischer Systemen, der wirtschaftlichen Konzepten, etc. denn da der Mensch außer jeder Konkurrenz ist, kann er nur mit sich selbst konkurrieren.
In der Geschichte der Menschheit gab es ständig antagonistische Kräfte, in der eigenen Seele, zwischen Stämmen, Nationen, Ethnien, etc., die die Treibenden Kräfte jeder persönlichen oder menschlichen Entwicklung war. Und das Fehlen dieser Kräfte, markiert eine Degeneration.
Der Zenit, des alten Roms, war es, als es in Nordeuropa, Spanien, Italien und Nordafrika, gleichzeitig sich gegen die Karthager, Makedonier und Germanen wehrte und trotz erheblicher Verluste, erfolgreich waren. In diesem Rom, erst konnte ein Alexander geboren werden, der die damalige bekannte Welt eroberte und Rom untertan machte. Und eben diese Expansion Roms, die Elimination sämtlicher Feinde, war auch sein Untergang. Rom degenerierte, wurde weichlicher, der Fortschritt kam zum Stehen, und es war nur eine Frage der Zeit, bis ein anderes, bis dahin unterdrücktes Volk, das Machtvakuum, das Rom hinterlässt füllen würde, in dem Fall die Germanen. Der Krieg ist der Schöpfer aller Dinge. Erst die Reformationskriege, ermöglichten die Epoche des Mittelalters zu überwinden, in dem es zwischen der Katholischen und Evangelischen Konflikten, genug Raum für die Entfaltung säkularer Ideen gab. Die beide Weltkriege, den Unabhängigkeitskrieg, und dem Bürgerkrieg ist es zu verdanken das Amerika zu Weltmacht aufstieg. Und das Deutsche Reich wurde auch nur durch den Krieg, und durch den Hass der Menschen Groß. Der Holocaust erst ermöglichte den Zionisten einen eigenen Staat zu bilden. Das Machtvakuum die nach dem Fall des Deutschen Reichs entstand, wurde sofort von der UDSSR gefüllt, und dem Kalten Krieg erst verdanken wir das Wirtschaftswunder. Egal wo, in allen Bereichen des menschlichen Lebens, gibt es kaum eine Kraft, die so beflügelt, befähigt, die Grenzen erweitert, wie es der Krieg, der Konflikt, die Konkurrenz tun. Und was ist heute? Nach dem Fall der UDSSR, wer springt in das Machtvakuum, und bildet erneut den Antagonisten zur westlichen Welt? Seit 1989 gibt es keinen Gegenspieler mehr. Im Prinzip, könnten wir glücklich sein. Deutschland ist von Freunden umgeben und hat kaum, oder sogar keine Feinde in der Welt. Wir genießen im geschichtlichem Vergleich, ein Höchstmaß, an persönlicher Freiheit, Bildung, Luxus, und Sicherheit. Aber all diese Errungenschaften, die wir nur dem Konflikt verdanken, degenerieren in Friedenszeiten. Es gibt eine weltweite wirtschaftliche Rezession, Zukunftspessimismus, Politikverdrossenheit, die sozialen Systeme und Freiheiten, werden nach und nach abgebaut. Die Amerikaner, haben ihren Antagonisten schon im internationalen Terrorismus gefunden. Aber dieser Antagonist, ist hauptsächlich künstlich geschaffen, und nicht in der Lage wirklich für eine feindliche Großmacht einzuspringen. Und so dümpelt auch ihr Krieg langsam vor sich hin. Wollen wir uns weiter entwickeln, brauchen wir einen Antagonisten, da dafür allerdings keine Nation mehr in Frage kommt, denn entweder sind sie von uns und wie von ihnen Abhängig, wie China, oder Saudi Arabien, oder keine echte Bedrohung für uns, wie Nordkorea, daher wird wohl eine Ideologie, als Gegenpart zum westlichen Wertesystem einspringen. Oder wir werden selbst zerfallen und untereinander zerstritten. Jedoch ist das Fehlen eines Konkurrenten deutlich spürbar, durch weltweite Symptome wie Neoliberalismus, Globalisierung oder oben genannte.

Ist nur eine Idee, von mir, ich habe es auch sehr oberflächlich gehalten, aber Details können ja im Dialog erarbeitet werden.
shadow of deathnaja.... Streit ist ja vollkommen in ordnung, aber krieg bedeutet für mich gewalt und egal wie schlimm dieser streit ist, kann ich es nicht einsehen, dass da gewalt mit rein kommt, nur weil der eine die meinung des andern nicht akzeptieren will/kann/darf/soll.


Grüsse
SmeaGollum1Ich denke, die Gesellschaft braucht nicht notwendigerweise einen zu bekämpfenden Gegner, sondern ein Ziel auf das sie hinarbeiten kann.

Der Kampf gegen den Terrorismus wäre auch nicht möglich, wenn es nicht das endgültige Ziel der Zerstörung des Terrorismus gäbe.


Bei Zielen für die Gesellschaft denke ich nicht an irgendwelche abstrakten Gebilde oder Wertvorstellungen nach denen sie streben soll, sondern eher an so etwas, was die Mondlandung für die Amerikaner in den 60ern war (auch wenn da der Gegener Sowjetunion eine große Rolle spielte).

Ich denke das ist genau wie beim Individuum. Hat er kein Ziel vor Augen, keine Perspektive, hat er nichts wonach er streben kann. Er entwickelt sich nicht weiter.
D.Racula@WhiteFang
Da Du sicher keine Doktorarbeit schreiben wolltest, muß man Dir im großen und ganzen uneingeschränkt recht geben.
Die Menschheit ist sich nur im Science-Fiction-Film einig, wenn sie von "Außen" bedroht wird, ansonsten muß sie sich ihren Gegner auf der Erde suchen.
Wobei man versucht sein könnte, nach dem "Vogel-Ei"- Prinzip zu fragen, d.h., ob wir "Kriege brauchen" oder ob sie nicht an sich unvermeidlich sind, weil die Evolution kein Vacuum duldet:
In das Schwache dringt sofort das Stärkere ein.
Die Machtverhältnisse auf der Erde werden nie ausgeglichen sein, ähnlich den Temperaturverhältnissen auf der Erde, deswegen geht auch ständig irgendwo Wind.
Und sollten wir mal so etwas wie eine Weltdiktatur/-regierung haben, was wohl auf dasselbe hinausliefe, so wird es zu Bürgerkriegen kommen, die dann natürlich andere Namen erhalten.
-----------
Das Problem der westlichen und , mittlerweile, der ganzen Welt, besteht darin, daß die Waffen immer tödlicher, schlagkräftiger werden und seit dem WK I. das Verhältnis von getöteten Kombattanten zur Zivilbevölkerung ständig negativ anwächst.
Bei vielen "primitiven" Völkern (gebrauche das Wort ohne Wertung), stellten Kriege gewisse Rituale dar.
Zu Beginn der Besiedelung Nordamerikas gingen einige Indianerstämme Bündnisse mit den Weißen gegen andere Stämme ein.
Als ein weißer Offizier einem Indianerhäuptling anbot, seine Feinde auszurotten, soll dieser entrüstet geantwortet haben:
"Aber dann können wir doch keine Kriege mehr führen!"
Duionunter anderem wird der krieg auch gebraucht um die armut aufrechtzuerhalten indem das was durch menschen in harter arbeit geschaffen wurd wieder zerstört wird. wenn das nicht geschehen würde, würden alle menschen in totalem wohlstand leben und müssten kaum noch arbeiten, der nachteil daran ist dass die entwicklung sich verlangsamt und dass sich das volk nichtmehr beherrschen lässt, da es ja nun kein druckmittel mehr gibt nach dem man die menschen ausbeuten könnte.
D.Racula@Duion
Das mag ein unbeabsichtigter Nebeneffekt sein, aber das in irgendeinem Kriegskabinett ein bewaffneter Streit mit der Maßgabe konzipiert wird, mal wieder den Nachbarn und die eigene Bevölkerung zu verpaupern, halte ich schon für eine kühne These.
Nehmen wir doch Völker in Europa, die seit längerem keine Kriege mehr geführt haben, so die Schweden oder die Schweizer, eigentlich kann man auch die Norweger und Dänen hinzuzählen.
Sowohl die Schweden, als auch die Dänen sind verweichlicht und haben lange Zeit dem Fürsorgestaat oberste Priorität gesetzt, bis sie fast Pleite waren und das Ruder herumreißen mußten.
Norwegen lebt vom Erdöl, die Schweiz vom Geldgeschäft und der chemischen Industrie. Allen Staaten ist ein höheres durchschnittliches Wohlstandsniveau zu eigen, demzufolge müßte doch bei ihnen der nächste Krieg kurz vor der Tür stehen!?
:cool:
Schwarze_TränenVielleicht braucht die Menschheit den Krieg ganz einfach, um sich zu erinnern, wie schön der Frieden ist.
Wie heißt es doch so schön? Man kann alles ertragen außer einer Reihe von guten Tagen. (Hab vergessen wer das gesagt hat.)
AugenblickeNiemand braucht krieg ,
krieg ist nur ein mittel seinen willen durchzu setzen egal ob es der andere will oder nicht und der mensch lebt damit.
wir haben uns daran gewöhnt, abends beim essen läuft der nachrichten sender, wir essen krieg,
bomben tote blut schreie, schatz reich mir mal den ketchup rüber.

überall tote schatz gib mir noch ein steak....ect
Die sendung ist vorbei, schatz bist du sat'? ja danke es hat geschmeckt

Krieg war früher die macht, heute wo wir angeblich denken wir wüssten mehr und leben danach gibt es immer noch krieg.
Aber sicher ist krieg nichts gutes aber es ist dann gut wenn man nicht aufgibt und gegen seinen feind kämpft,
sich selber oder halt den Terror

Es gibt keinen frieden auf erden.
Wir sollten auch allen dankbar sein die ihr leben opfern
jetzt im momment an der front.Und wir hier in ruhe uns im web Discophilosophieren.

Krieg ist aber im laufe der natur /des menschen normal eigentlich oder?

Jede serie jeder film jede folge jede geschichte überall krieg.

Und man sollte sich selber dabei beobachten , wie mansich fühlt wenn man den film sieht und sich mit der haupfigur -dem HELDEN-
vergleicht man geht aus dem kino wie ein held und fühlt sich gut, warum? weil Krieg war weil der sieg meiner ist :)
Herr der Ringe erfolg ohne krieg? Harry Potter ohne krieg?

GZSZ ohne krieg :D (gzsz ist gewalt genug )

Krieg für- wegen- von- um- weil- Gott- Religion- Neid- Glaube-Gier-Liebe-
Hass- Missverständnisse- Einfach so habe lust dazu-Oder auch wegen Kranker Könige/Führer- Angst-Irrglube und und und

INteressant währe auch sich mal 3-4 echt geile kriegsfilme anzuschauen und danch -3-4 geile kathastrophen filme.
Wo währe das feeling wohl am grössten?

Und warum?

see you

Augenblicke
derroediKrieg ist in meinen Augen erst überhaupt die Grundlage zur Weiterentwicklung und zum Leben. Erst durch den Krieg werden Resourcen freigesetzt welche das Weiterleben ermöglichen. Frieden dagegen ist Stillstand und Zerfall. Im Frieden ruhen die Menschen sich nur aus und leben von den Resourcen, welche Sie im Krieg erschaffen haben. Doch irgendwann sind diese Resourcen aufgebraucht und müssen neu erschaft werden. Es mag zwar komisch klingen aber Krieg ist Vernichter und Schöpfer zugleich. Er vernichtet die Schwachen und erschaft die Starken.

Frieden macht die Menschen nur träge und faul. Erst im Krieg werden Sie dazu gezwungen Ihre gesamten Kräfte und Ihr gesamtes Potential freizusetzen. Komischerweise kam nach jedem Krieg eine Epoche des Aufschwunges und des Wohlstandes. Ich kann mich an keine Friedenszeit erinnern, in der nicht nach und nach alles zu Grunde gegangen ist.

Die meisten wichtigsten Erfindungen (z.B Internet, Computer, Raketen, Fahrzeuge u.s.w.) wurden für den Krieg gemacht da Sie vorher niemand benötigt hätte.

Wenn die Menschen es verlernen zu kämpfen, verlernen Sie dabei auch zu Leben. Erst der Kampf und die damit verbundene Herausforderung geben den Menschen einen Sinn zum Leben.

Ich muss dazu sagen, dass nicht nur das sinnlose Abschlachten zweier Völker untereinander einen Krieg darstellt. Auch eine Diskussion oder ein Gespräch kann in gewissermaßen ein Krieg sein. Nur sind hierbei nicht Gewehre und Kanonen die Waffen sondern Wörter und Argumente.

Wie sagte Nietzsche so schön: "Ihr sagt, die gute Sache sei es, die sogar den Krieg heilige? Ich sage euch: der gute Krieg ist es, der jede Sache heiligt"

PS: Bitte mich nicht falsch verstehen. Ich halte Kriege ganz und gar nicht für eine gute Sache aber leider für eine Notwendigkeit.
WaldgängerWaidmannsheil!

Kommt halt drauf an, wie man "Krieg" verstanden wissen will, d. h.: will man den Begriff im (str)engen Wortsinn oder eher in einem metaphorischen begreifen. Wenn der alte Heraklit den Krieg den "Vater aller Dinge" nannte, dann hat er ihn in einem sehr weiten Sinne verstanden, denn es ging es ihm in erster Linie um den Aspekt der Bewegung, der Entwicklung, Veränderung, und die läßt sich immer - um mit Nietzsche zu sprechen - als Ausdruck des Willens zur Macht verstehen: Wenn etwas entsteht, muß etwas anderes untergehen bzw. geht etwas anderes zwangsläufig unter.

Begreift man "Krieg" also als Metapher für die grundlegende Dynamik, die allem Geschehen zugrunde liegt, so ist er tatsächlich notwendig bzw. unvermeidbar - sonst kommt bzw. käme es zum finalen Stillstand, ergo: Tod. Leben ist Bewegung, Veränderung und damit immer ein Kampf zwischen antagonistischen Kräften oder Konzepten um Dominanz.


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Der Waldgänger
Demon17@white fang,

das liest sich alles etwas wirr was du schreibst. Ersteinmal war Alexander Grieche (falls Du den Großen meinst) Makedonier um genau zu sein und hat sich von Griechenland bis Nordindien betätigt. Seine Haupgegener waren die Perser, die zu Roms großen Zeiten längst keine Rolle mehr spielten.

Du hast sicher recht, jedes mittelmäßig entwickelte Lebewesen betrachtet die Umwelt unter zwei Aspekten, einmal als Nahrungsquelle und zum anderen als potentielles Risiko. In erster Linie, wenn es selbst zur Nahrung wird. Aber deshalb den Krieg als Vater aller Dinge zu bezwichnen halte ich für übertrieben. Natürlich war das in den Agrargesellschaften so. Ackerboden war nun einmal begrenzt. Wenn ein Volk seine Ressourcen erschöpft hatte blieb ihm außer kollektivem Selbstmord oder Hungertod nichts anderes übrig als die Nachbarn zu überfallen.

Das was Du über den 30 Jährigen Krieg sagst ist schlichtweg falsch. Bis zum Beginn des 30Jährigen Krieges waren die deutschen Länder, das "Heilige Römische Reich Deutscher Nationen" Eines der wohlhabenden, kulturellen Zentren Europas, das sich durch die dezentrale feudalistische Machtsstruktur machtpolitisch weitgehend selbst neutralisierte. Es gab bekanntlicher Weise starke Fürsten und schwache Kaiser.

Der gesellschaftliche Fortschritt, dessen geistiger Nährboden die Städte mit ihren Händlern, Handwerkern und Universitäten bildeten führte schließlich zur Reformation in ganz Europa. Nur war in den meisten anderen Ländern wie Spanien und Frankreich,
das Königtum zu stark um durch diese Schichten herausgefordert zu werden. In England vollzog sich der Konflikt entlang der tribalen Linie katholisches Schottland, protestantisches England und war mit der Hinrichtung von Mary Stuart erst einmal erledigt.
In Skandinavien übernahm das Königtum den Protestantismus, so das auch dort kein Konflikt entstand.

Nur in Deutschland gab es starke Städtebünde und relativ autonome Fürstenhäuser, die den Protestantismus vertraten. Dies hatte in erster Linie politische Gründe, es ging um die Autonomie vom katholischen Kaiserhaus Habsburg (und Rom), dessen Herrschaftsbereich ja von Spanien bis Deutschland reichte. Für diese Kräfte war der Protestantismus der "ideologische Überbau" der sie religiös legitimierte ihre Autonomie zu verwirklichen. Genauso wie der katholizismus die Legitimation für Habsburg war. Es gab natürlich auch rekligiöse Motive. Die Übersetzung der Bibel, die Aufhebung des Zölibat, die Einstellung des Ablasshandels usw. Also alles Sachen, die die Religion demokratisierten. Und die Macht der religiösen Zentrale Rom verringerten. Die Religion war oft zum Geschäft geworden, rom ging es auch um Geld aus dem Ablasshandel und aus dem Verkauf von Pfarrstellen.

Vor dem Dreissigjährigen Krieg war Deutschland für seine Zeit ein sehr fortschrittliches Land, in dem die oben genannten Kräfte des Fortschritts wesentlich stärker waren als in anderen Ländern, das die Reformation hervorbrachte und den Buchdruck erfand. Das an der Spitze der geistigen Entwicklung seiner Zeit stand. Nach disem Krieg war Deutschland jahrhunderte lang rückständig. Bezeichnenderweise sind dann auch die wesentlichen Fortschritte, wie die Aufklärung mit der Entwicklung des Naturrechtes (Menschenrechte) und die Industrialisierung nicht in mehr in Deutschland entstanden und erst verspätet eingeführt worden. Diese Rückständigkeit war eine eindeutige Folge des Dreissigjährigen Krieges. Ebenso WKI und WKII. Deutschland hatte vor dem ersten Weltkrieg das gleiche Wirtschaftswachstum wie Nordamerika und war auf dem besten Wege seine alte Rolle als dominante Macht (Zentral)europas zurückzugewinnen. Bis der erste Weltkrieg kam. Wir haben immer im Frieden gewonnen und im Krieg verloren. Die moderne zivilisierte Gesellschaft unserer Tage brauch f r i e d l i c h e n Wettbewerb. Aber in nur wenigen Tagen Krieg kann das was in 60 Jahren aufgebaut wurde zerstört werden. Kann die ganze Welt im Falle eines atomaren Konfliktes um Jahrhunderte zurück geworfen, oder ganz zerstört werden.

Der Krieg hat seine Funktion, die einmal darin bestand, die erfolgreichste Zivilisation auf andere Länder durch Eroberung zu übertragen und große Imperien zu schaffen längst verloren. Natürlich war das Römische Reich erst einmal ein Fortschritt und hat zu einer Vereinheitlichung der Kúlturen am Mittelmeerraum geführt. Die Option friedlicher austausch wäre damals Naiv gewesen. Die kleinen Königreiche und Stadtstaaten der Antike lagen ständig im Krieg.

Im Zeitalter der modernen Technologie und weltumspannender Kommunikationsnetze ist Krieg, mit dem Ziel dauerhafter Unterwerfung der Feinde und die Eroberung ihrer Länder jedoch keine Option mehr. Es gibt längst wirkunsvollere Mittel das Zusammenleben auch international friedlich zu organisieren. Vergessen wir doch nicht, das wir hier in Europa seit 45 eine rasante Entwicklung in Richtung Demokratie erleben. Deutschland, Italien, Spanien, Portugal, Irland haben die Demokratie eingeführt und leben seitdem in einem nie zuvor gekannten Wohlstand. Es hungert niemand mehr so wie in den Diktaturen der Kriege, es gibt keine Folter mehr. Dasselbe jetzt in Osteuropa. ganz Asien gelangt inzwischen zu Whlstand und demokratisiert sich langsam. Das alles kann sich nur im Frieden entwickeln.

Zum Frieden gehört halt auch innergesellschaftlicher Friede ohne Unterdrückung. An dem müssen viele andere Länder noch arbeiten. Der Krieg fördert die Unterdrückung. Wir werden sicher noch lange Armeen unterhalten müssen, bis das auch der letzte Mensch kapiert. Aber diese dürfen nur den Zweck haben den frieden zu sichern und nicht irgendwelche Raubkriege zu führen.

[COLOR=crimson]think twice its magic[/COLOR]

demon17
FuryOb mit der vielbeschworenen Demokratie auch alle Kriegsursachen beseitigt werden können - ach Menschheit, ich wünsche es Dir, allein mir fehlt der Glaube.
So drückt die indische Regierung immer wieder Hinduübergriffen gegenüber den Moslems eine Auge zu, was die Moslems in Pakistan reizt, beide Länder besitzen Atomwaffen und standen mehrfach an der Schwelle atomarer Auseinandersetzungen.

Die Türkei hat im Süden des Landes einen riesigen Staudamm gebaut, das Wasser ist in Syrien knapp, im Irak möglicherweise auch, in Israel erst recht. Israel wird jeden Tag von türkischen Wassertankern mit H2O beliefert, was wird Israel tun, wenn die Türkei diese Lieferungen einmal einstellt?

Was geschieht, wenn es zum Umsturz in Saudi-Arabien kommt und sich möglicherweise der Ölpreis verdoppelt?

Alle die vorgenannten Länder stehen unter dem Druck eines enormen Bevölkerungswachstums, was für ganz Europa und die USA heute nicht mehr zutrifft.
Demon17Es ist natürlich auch eine Frage der Werte. Blinder Nationalismus kann auch in Demokratien zum Krieg führen. Grundsätzlich kosten Verhandlungen normalerweise beide Seiten sehr viel weniger. Die wenigsten Völker sund bereit ihren Wohlstand und Teile der Bevölkerung in Kriegen zu opfern, zumal im Endeffekt auch meist die Sieger weniger haben als vorher. Es geht ja auch in diesem Thread um die positiven Aspekte des Krieges, glaubst Du ein Krieg im Nahen Osten würde den Leuten dort irgendwie gut tun? (Achtung: Ironie)

never surrender

demon17
Fury@demon17
Falsche Frage, mit oder ohne Ironie.
Haben die USA mit Hussein "verhandelt"?
Haben die Tutsi mit den Hutus "verhandelt"?
Haben die Nordstaaten mit den Südstaaten "verhandelt"?

Das Problem ist aber noch ein ganz anderes, irgendwo weiter oben heißt es sinngemäß, daß der letzte Mensch kapieren müsse, daß innergesellschaftliche Konflikte etc.
Egal um was es sich handelt, die "Menschheit" wird nichts "kapieren", denn solange sie sich dynamisch verhält, d.h. genug hungrige Junge nachwachsen, denen man "Ideale" zum Kriegführen verkaufen kann, werden sie sich an die Fronten schicken lassen.
In Europa sind die Gesellschaften auf dem Wege zur Vergreisung, da setzt ein Beharrungszustand ein. Umso älter der Mensch und gar das Kollektiv wird, desto weniger wird es die Veränderung schätzen, den Krieg erst gar nicht.
Weder von Deutschland noch von Schweden oder Spanien wird vermutlich je wieder ein Krieg ausgehen.
Aber in Asien, Afrika oder Südamerika sieht es ganz anders aus.
Demon17Natürlich ist es eine Frage der Werte, nämlich der Wertschätzung von Menschenleben.
Die Länder, die für den Krieg kommen sind glücklicherweise nicht in der Lage besonders gefährlich zu werden. Es wird noch viele Kriege geben, aber ich denke Europa hat es weitgehend hinter sich. (Bis auf den Balkan) Die anderen werden es auch noch lernen. Ich seh das alles relativ. Krieg ist in wenig technisch entwickelten armen Ländern mit vielen Jungen Männern für die keine andere Verwendung besteht normal. Nur die Regionen wo das nicht normal ist werden größer. China hat auch einen enormen Bevölkerungsddruck gehabt oder hat ihn ommer noch und hat keinen Krieg vom Zaun gebrochen. Es ist einfach eine Frage der Kultur. Die USA sind sicher ein Sonderfall. Es besteht immer die Gefahr das dort ein Cowboy an die Macht kommt. Allerdings sind diese "Kriege" noch relativ human. Das sich die Amis bis auf die Knochen blamiert haben mit ihren Foltercamps steht jedoch außer Frage. Das Verhalten der USA wird sicher entscheidend sein für die friedliche Beilegung von Konflikten.

never surrender

demon17
Ianusschon mal die veränderung eines bruttosozialproduktes bei kriegsbeginn und in den folgenden jahren beobachtet?

kriege werden aus wirtschaftlichen gründen geführt:
zur expansion, zur prävention und zur stabilisation.
NeonlichtSind Kriege unvermeidbar?

Krieg ist letztlich die Art und Weise einen Interessenkonflikt zu lösen. Wir sind in Europa dazu übergegangen diese Interessenkonflikte durch ein friedliches System zu lösen. Es wurde hier angesprochen, dass dies auch als ein Krieg mit Worten betrachtet werden kann. Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Auf zwischenstaatlicher Ebene werden Interessenkonflikte durch ein System von Verträgen und Kooperationen geregelt. Zusätzlich haben wir auf Brüsseler Ebene einen Abstimmungsprozeß, den alle Mitgliedsstaaten anerkennen. Dieser Abstimmungsprozeß hat zur Folge, dass sich auch vermeidlich „schwächere“ Staaten durchsetzen können, es fehlt somit die Willkür des Krieges, das Recht des Stärkeren ist auf europäischer Ebene außer Kraft gesetzt. Der Interessenkonflikt an sich ist nicht vermeidbar, aber die Art und Weise wie wir diesen lösen, können wir offensichtlich selbst bestimmen.


Die Frage ist, wodurch diese Situation in Europa zustande gekommen ist. Sind wir schlauer oder vernünftiger geworden?

Ich vermute, dass ausschlaggebend für dieses, ich nenne es mal friedliche Konfliktlösungssystem, ein militärisches Gleichgewicht ist. Ich vermute weiterhin, dass die militärische Situation sowohl gegenüber dem Warschauer Pakt damals, als auch innerhalb der NATO heute, relativ ausgeglichen ist. Dies hat zur Folge das ein Krieg nur mit unverhältnismäßig hohen Anstrengungen zu gewinnen ist. Es ist für die Staaten von Europa einfach „billiger“ die Interessenkonflikte untereinander friedlich zu lösen. Wir sollten die Kosten des Krieges, durch weitere militärische Abrüstung und gegenseitige Kontrolle, in die Höhe treiben. Zusätzlich sollten wir die Kosten der friedlichen Konfliktlösung weiter reduzieren, indem wir noch enger auf zwischenstaatlicher Ebene zusammenarbeiten, d.h. Stärkung und Reform von Brüssel.


Führt Frieden zu Stillstand und Degeneration, der Krieg als Schöpfer?

Die Wirtschaft von heute hat durch den ständigen Fortschritt, dem Wandel und der Umorganisation schon nichts mehr mit der Wirtschaft von 1980 zu tun. Dennoch ist insbesondere die deutsche Wirtschaft immer effizienter geworden. Es werden immer mehr Autos produziert und die Milch und Butterberge werden auch nicht kleiner. Von Stillstand in der wirtschaftlichen oder technischen Entwicklung kann da doch keine Rede sein. Man kann höchstens argumentieren, dass hier volkswirtschaftlich unerwünschte Entwicklungen entstehen. Das sollte aber keinen von einer Reform dann abhalten. Auch der Krieg als Schöpfer leuchtet nicht ein. Ich habe zwar jetzt kein Zahlenbeweis, aber warum sollten die Anmeldungen beim Patentamt bei einer Volkswirtschaft die auf Krieg eingestellt ist, höher sein, als bei einer Volkswirtschaft in Friedenszeiten? Ausschlaggebend sollte hierbei doch die Höhe der eingesetzten Forschungsmittel sein. Ist das in Kriegszeiten immer mehr?


Nein – den Krieg brauchen wir überhaupt nicht, Demon17 hat es trefflich formuliert, wir brauchen friedlichen Wettbewerb.

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