| White_Fang | Präambel, siehe anderen Text, gleiches Subforum. Unsere Gesellschaft ist, zumindest scheinbar, eine aufgeklärte und säkulare Gesellschaft. Mit dem Aufkommen des Emprisimus und dem Gebrauch unserer Ratio zur Verständnis natürlicher Phänomene, haben wir das Korsett des Aberglaubens und der Religion weitgehend abgestreift, in manchen Fällen bis hin zum (wenig durchdachten) Positivismus. Ein absoluter Novus in der menschlichen Entwicklung. Erstaunlicherweise ist der Glaube an eine Metaphysik, untrennbar mit der menschlichen Zivilisation gebunden. Es gab, und so denke ich, wird es auch nie eine Gesellschaft ohne Religion geben. Wenn auch der Begriff „Religion“ sehr ausdifferenzierte Formen annehmen kann. (Hier sind damit alle Erscheinungen von Theismus und Metaphysik gemeint) Die Menschen der Vorzeit bereits, werden ein metaphysisches Erklärungsmodell für die Welt in sie lebten gehabt haben. Sie gaben bei Gräber Opfergaben, hatten okkulte, abergläubische, sprich religiöse Symbole, Zeichnungen, Glücksbringer etc. Es wird vermutet dass sogar die Neandertaler bereits eine Form des Religiösen hatten. Von den folgenden Jahrhunderten und Jahrtausenden ganz zu schweigen. Religion war bei dem Menschen immer da, und immer omnipräsent. Sei es im alten Griechenland, Ägypten, Rom, Germanien, den Ureinwohner Amerikas und praktischen allen menschlichen Gesellschaften, die Religiöse Entwicklung war untrennbar gekoppelt mit der menschlichen Entwicklung. Dabei zeichnen sich auch unverkennbare Muster ab. Je höher eine Gesellschaft entwickelt ist, desto einheitlicher wird die Religion, bis zum Monotheismus, und desto abstrakter, und auch humaner wird sie. Primitive Religionen zum Beispiel verlangten oft, nach menschlichen Opfern, mit dem Fortschreiten der menschlichen Entwicklung, wurde aus Menschenopfern Tieropfern, und daraus seelische und geistige Opfer. Die Religion hat für den Menschen sicherlich viele Aufgaben. Eine Aufgabe, die Marx bemängelte, wenn sie missbraucht wird, ist es, dass soziale Leben zu regeln. Auch unsere Verfassung beruft sich noch auf Gott. Es gibt viele Meinungen, dass die Verfassung eines Staates, einen religiösen Bezug bräuchte, auch wenn die Verfassung selbst, säkular verfasst wäre. Einfach weil eine so omnipräsente Maxime menschlichen Zusammenlebens, sich nicht selbst rechtfertigen könne, sondern einen Bezug bräuchte der über sie selbst steht, eine Autorität auf die sie sich berufen könnte. Eine weiter Aufgabe, der Religion war es, Ordnung in das Chaos zu bringen. Religion war der erste Versuch des Menschen, Phänomene zwar unvernünftig, aber doch in sich logisch zu erklären. Die Angst vor dem Unbekannten und Unverstanden zu lindern, in dem man ein System erarbeitet mit dem man kalkulieren konnte. Die natürlichen Vorgänge, wie Tag und Nachtwechsel, oder die Jahreszeiten, oder Naturkatastrophen, geschahen dank der Religion nicht „einfach so“, sondern es gab exakte, religiöse Regeln und Ursachen für das jeweilige Ereignis. Mit der Religion wollte man also auch, die Welt verstehen in der man lebt, aber ich denke, eine weitaus subtilere, aber dafür unausrottbare Funktion der Religion war und ist es, die Welt zu verstehen, so wie man sie „erlebt“, dass heißt sie interpretiert. Würde die Religion einzig nur dazu dienen ein Regelwerk für natürlich Ereignisse zu erschaffen, wäre sie abstrakt und wertneutral. Aber das war sie nie. Stattdessen ist sie ein Spiegel, der menschlichen Gesellschaft und des menschlichen Individuums. Für die Navajo Indianer war alles, was in der Welt wirkte, ein Spiegel der Seele. Jeder Stein, jeder Blume, und auch jeder Mitmensch, war eine Projektionsfläche des Betrachters. Sie hatten eine schöne Metapher dafür: Eine Feder liegt im Zentrum eines Kreis aus Menschen. Jeder Mensch, der um die Feder steht, sieht die selbe Feder, aber jeder sieht sie aus einer anderen Perspektive. Und anhand der Betrachtungsweise, sprich aus welcher Perspektive jemand diese Feder sieht, lassen sich Rückschlüsse auf den Betrachter ziehen. Und so dient, wirklich jedes Objekt und jedes Subjekt, für den Menschen als ein Spiegel von dem er auf sich selbst schließen kann. Es wohnt dem Menschen inne, die Welt aus seiner tiefenpsychologischen Sicht heraus zu interpretieren. Der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung zum Beispiel meinte, der Tag und Nachtwechsel stelle für den Menschen die eigene Dualität, dass eigene Ringen von Gut und Böse dar. Und würde man diesem Ringen, als Beispiel einen Namen geben, würde man es vielleicht als Gott und Teufel bezeichnen. Für Feuerbach, war die Religion, ein Mittel um eigene psychologische Energie zu aktivieren. Eine Art Placebo. Wenn man zu Gott beten würde, würde man zu sich selbst beten, und würde etwas gelingen, und diese Gelingen Gott zu geschrieben, käme diese Kraft nicht von Gott sondern von einem Selbst. Dass kann gut sein, jedoch stellte für Feuerbach, die Religion eine Selbstentfremdung dar. Die Religion würde verhindern, dass man seiner eigenen Potentiale und seiner Natur bewusst werden würde, ich jedoch denke, die Religion ist eine Formalisierung eigener psychologischer Vorgänge und gerade dadurch, bei einem gesunden religiösen Empfinden, kann man sich seiner selbst durch die Religion auch besser bewusst werden. Die Religion dient auch dazu, seinen eigenen Wert und seinen Platz im Leben festzustellen, hat somit eine egobildende Wirkung. Das Fehlen der Religion hat in der Regel negative Folgen für die Gesellschaft und das Individuum. Nehmen wir als Beispiel, die Missionarisierungen durch die katholische Kirche, bei den Indianer. Wo missioniert wurde, dass heißt, die alten Religionen abgeschafft wurde, gingen die Gesellschaften kaputt. Ein indianischer Krieger wusste wo und wer er war, er hatte, sagen wir, 20 Federn auf seinem Stab die er durch rituelle Kämpfe erworben hatte. Nun wurde dieses Wertesystem abgeschafft, und das neue Wertesystem, kann nicht wirklich die Lücke füllen, dafür ist die Neue Religion zu unbekannt, unverständlich und abstrakt. Was passiert? Der ursprünglich stolze Krieger, weiß nicht mehr, wer er ist und wo er im Leben steht, er hat keinen Wert mehr, Alkoholismus und Kriminalität sind die Folge, wie häufig zu beobachten bei missionierten Naturvölkern. Religion, wozu ich auch Volksmärchen, wie Rotkäppchen, zähle, sind also Formalisierungen, psychologischer Vorgänge. Rotkäppchen zum Beispiel, wäre eine schöne Metapher für die Entwicklung eines Menschen. Wolf und Großmutter, repräsentieren noch unbekannte, distanzierte Psychologische Ebenen des Menschen, wobei der Wolf, die negativen Aspekte und die Großmutter die positiven darstellen. Das aber vollständig auszuführen, würde zu viel Zeit beanspruchen. Des weiteren dient die Religion der Schaffung von Selbstachtung, und Wertschätzung, und dem Einbinden in die menschliche Gemeinschaft. Das alles sind psychologische Grundbedürfnisse, und daher kann jeder Versuch, die Religion abzuschaffen nur scheitern, man könnte höchsten die Religion durch etwas anderes ersetzten. Aber, wäre dieser Ersatz wirklich keine Religion? Der erste ernsthafte Versuch der Menschheit die Religion abzuschaffen, war der Kommunismus. „Religion ist Opium fürs Volk“ wie Lenin (und nicht Marx) formulierte. Aber war der Kommunismus wirklich nur ein politisches Konzept? Ich denke der Kommunismus war eine Religion, die ebenso wie alle andere Religionen, keine Religion neben sich duldet. Der Personenkult um Mao oder Lenin, war nichts weiter als Gottheit Verehrungen. Ihnen wurden aberwitzige Fähigkeiten zugeschrieben, wie zum Beispiel, das Mao taubestumme Menschen heilen könnte. Aber der Kommunismus ist weltweit gescheitert. Auf dem Vormarsch ist die Demokratie und der Kapitalismus. (Zumindest in der westlichen Welt, bzw. nördlichen) Mit dem Verlust, der Religion, wurde ein psychologisches und gesellschaftliches Vakuum frei, das gefüllt werden muss. Und es wird gefüllt, vom Okkultismus, Parawissenschaft, Konsum, etc. Ironischerweise muss man sich nur bewusst werden, welche Vokabeln sich das Finanzwesen bedient, (Schuldner, Gläubiger, Erlös etc) um zu merken, welche Einstellung wir zum Geld haben. Konsumgüter haben stark egobildende Funktionen, dergestalt das der Wert eines Menschen, sich über seinen materiellen Besitz definiert, ähnlich wie der Krieger mit seinen zwanzig Federn. Sogar die Wissenschaft, kann sich zur Ersatzreligion avancieren. Man denke nur mal an Scientology. Im eigentlichem Sinne, ist das keine Religion, sie glauben nicht an Metaphysik, oder eine Gottheit, sie bedienen sich, zur Messung „seelischer Energien“ sogenannten E-Metern, dass nichts weiter ist, als eine Messung der elektrischen Leitfähigkeit der Haut. Ihre ganze Religion, wird „wissenschaftlich“ zumindest dem Anschein nach, begründet. Wir wurden also nie wirklich, die Religion los, sie hat lediglich ihre Form gewandelt. Wird sind heute mehr auf der Suche denn je, nach einer Religion. Nach einem System, dass uns hilft uns bewusst zu werden, und, auch wenn es die „Individualisten“ selbst nicht wahrhaben wollen, auch nach einem System dass uns einordnet. So, ich habe fertig. |
| Berkana | Hallo White-Fang, ich habe deinen kleinen Essay von vorne bis hinten durchgelesen und möchte nun ein paar Bemerkungen zu deiner Ausführung machen. Zum Einen fällt auf, dass du dir selbst nicht darüber klar werden kannst, ob und inwiefern es nötig ist, die Religion aus der Gesellschaft zu verbannen. Während du zu Beginn vom "Korsett" der Religion sprichst, das nun beinahe abgestreift sei, bringst du in der Mitte deines Textes das Beispiel des Indianerkriegers, der dem Alkoholismus verfällt, weil er seiner spiritueller Tradition beraubt ist. Zu Beginn möchte ich gleich anmerken, dass für mich die "Abschaffung" der Religion ebenso sinnlos ist wie die "Abschaffung" der Literatur. Natürlich könnte man auch hier argumentieren, dass im Groß der literarischen Werke die realen Umstände zugunsten der ausgeklügelten Fiktion ausgeblendet werden. Dennoch wäre es nicht vernünftig vom "Korsett der Kunst" zu sprechen, ebensowenig wie vom Korsett der Religion. Für mich ist Religion und Spiritualität ein essentieller Bestandteil des menschlichen Lebens, egal ob sie nun als ästethische Beschäftigung oder als Sinnsuche im eigenen Dasein betrachtet wird. Aber das nur, um meinen Standpunkt darzulegen. Ich frage mich, ob dein Text aus christlicher Perspektive verfasst wurde. Deine Behauptung jedenfalls, der Monotheismus sei der Höhepunkt in der Entwicklung der Religionssysteme kann ich so nicht stehen lassen. Deine Rechnung "je weniger Götter, umso höher ist die Gesellschaft entwickelt" kann so nicht aufgehen. Zum einen ist der Monotheismus ja keine Erfindung der Neuzeit, zum anderen sind die Monotheistischen Buchreligionen in keinster Weise weniger "grausam" als polytheistische Religionen. Vergleiche bitte den Buddhismus oder Hinduismus mit den ersten Büchern der Bibel, in denen durchaus Menschenopfer gefordert werden (erst mit zu Abrahams Lebzeiten verzichtete der christliche Gott auf menschliche Opfer, du kennst sicher die Geschichte mit Isaak). Monotheismus ist also in keinster Weise "humaner", vielmehr um einiges diktatorischer als polytheistische Systeme. In Letzteren geht es eben nicht um den Gegensatz von "Gut und Böse" bzw. "Tag und Nacht", diese künstliche Zwiespaltung der menschlichen Natur ist mit Sicherheit keine bloße Erfindung der Monotheisten (in vielen Religionen gibt es dahingehende Tendenzen), doch mit Sicherheit ist es folgendermaßen auf den Punkt zu bringen: Im Monotheismus heißt es für den alleinherrschenden Gott zu sein oder eben gegen ihn. Gut oder Böse, schwarz oder weiß. Und diese Banalisierung der tatsächlichen Pluralität hältst du für human und fortschrittlich? Ist denn die Diktatur die humanste Regierungsform? Denn so weit ist der Abstand zum politischen Alltag nicht. Auch die Götter sind von den Menschen dazu gedacht, die Welten in irgendeiner Forum zu ordnen und zu verwalten. Wieso sollte sich eine demokratische Gesellschaft eine Diktator-Gottheit wünschen? Ein weiterer Punkt ist das Volksmärchen. An anderer Stelle trennst du strickt zwischen Aberglauben und Okkultismus auf der einen und Religion auf der anderen Seite. Wieso nicht auch hier, wo es sich doch ganz offensichtlich um eine Form des Volksaberglaubens handelt? Denn aus religionswissenschaftlicher Sicht wird und wurde stets zwischen der "hohen" und der "niederen" Mythologie unterschieden, wenngleich diese Begriffe natürlich wertneutral zu gebrauchen sind. Ich würde allerdings deine Ausführung über die Großmutter als positive und den Wolf als negative "voneinander distanzierte psychologische" Ebene gerne hören. Das würde mich wirklich interessieren... Erst mal bis hier her, ich will dich ja auch noch zu Wort kommen lassen ;-) Ich bin gespannt auf deine Antwort. Berkana |
| White_Fang | Ha, sachliche Kritik, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Ok, zuerst, verweise ich auf die Präambel. Es ist kein Essay. Ist nur eine formlose, Niederschrift ein aus dem Augenblick geborener Gedanke. Ein Essay, wäre besser formuliert, strukturiert, fundiert, hätte Quellen Angaben, und wäre mit Sicherheit länger und absolut wasserdicht. Nun, als ich vom Korsett der Religion sprach, nannte ich im gleichen Atemzug den Empirismus, und andere Geistesströme. Der Beginn der modernen Säkularisation fand, soweit ich weiß, im Zeitalter der Aufklärung statt. Und für mich, war die Aufklärung eine „Befreiung“ von der Religion im positiven Sinne. Da zu der Zeit, die Religion vielfach missbraucht wurde, und im allgemeinen negativ zu bewerten war. Nun, ist die Aufklärung, eine Geistesströmung, die von der Kultur selbst geboren wurde, ein natürliches Abstreifen sozusagen. Im Gegensatz zu der aufgezwungen „Befreiung“ durch die Missionierung. Man kann also nicht monokausal behaupten, eine Loslösung, von der Religion wäre ausschließlich positiv oder negativ. Zu deiner Frage: Nein er wurde nicht aus christlicher Perspektive verfasst. Der Buddhismus zum Beispiel, ist eine recht hochentwickelt Religion, aber nicht monotheistisch, sonder abstrakt, in dem Sinne, dass keine anthropomorphe Numinose existiert, sondern ein indifferentes Nirwana. Ich meinte lediglich, dass die Entwicklung der Religion, in Kausalität zur Entwicklung der jeweiligen Kultur steht. Dass es auch Monotheistische Religionen, gibt, die auch inhuman ausgelegt werden können, ist damit zu erklären, dass auch die Kultur inhuman wird. Sinnt die Kultur nach trivialer Rache, erscheinen auch grausame Götterbilder. Der Monotheismus ist eine Erscheinungsform, eine höher entwickelten Religion. Nehmen wir den Polytheismus des antiken Roms. Der Glaube war legier, jeder Zeit konnte jeder man neue Götter, neue Rituale neue Geschichten dazu erfinden. Es gab noch keine klaren Regeln oder Strukturen, die Religion ist daher flexibel aber nicht einheitlich. Es gab große Regionale Unterschiede, dass änderte sich erst mit dem christlichen Monotheismus, als Beispiel. „Diktatorisch“ wie du es nennst, ist einfach das herauskristallisieren fester einheitlicher Strukturen. Das sind sowohl kulturelle, soziale, politische als auch religiöse Prozesse, die alle in einander greifen. Gerade die Flexibilität des Polytheismus disqualifiziert ihn als moderne Religion, es wäre unmöglich, ihn zum Beispiel in der EU, mit 450 Millionen Einwohner in Form allgemein anerkannter Institutionen zu etablieren. Und die Moral des Christentums, ist bei weitem nicht so Schwar-Weiß wie viele glauben. „Auge um Auge, Zahn und Zahn“ aber auch die Feindesliebe wird gepredigt. Das Wiederspricht sich, ebenso wie sich die menschliche Seele widerspricht. Jeder Mensch trägt auch Hassgefühle in sich, und jede Religion, die diese Gefühle einfach ignoriert, ist unvollständig. Außerdem, habe ich nie behauptet, der Monotheismus stelle den Höhepunkt der Religion dar, oder auch nur einen Endpunkt. Dass sich die Religion auch weiterhin, anpassen und entwickeln, erblühen und degenerieren wird, und komplett neue Formen annehmen kann und wird, habe ich nie bestritten, oder? Der Unterscheidung von Religion und Volksmärchen, als „höhere“ und „niedere“ Mythologie ist ganz legitim, aus theologiewissenschaftlicher Sicht, aus psychologischer Sicht jedoch nicht. Aus psychologischer Sicht, sind alle Formen der Religion, gleichberechtigt da man auf alle Formen gleichwertige Rückschlüsse auf die Gläubigen, bzw. ihre Kultur machen kann. „Höhere“ Religionen sind nur klar determiniert, ausformulierte, einheitliche und fixierte Religionen. Und ja ich finde sie im allgemeinen humaner, wenn ich nur an die Jährlichen 14 Kinderopfer im antiken römischen Polytheismus an „Minotaurus“ denke, oder an dass essen roher Menschenherzen bei den Inkas, et cetera. Zu der psychologischen Interpretation von Rotkäppchen: Die Idee stammt nicht von mir, ich habe sie in M.B.T.I (Meyer Briggs Typen Indikator) von Bents und Blank entlehnt. Da geht es um die Individuation von Rotkäppchen und dem Kampf zwischen Inferior und Dominante psychologische Funktionen. Dass könnte ich, nur dann wirklich sinngemäß wiedergeben, wenn ich auch Grundbegriffe des MBTI einführe, ich würde das auch per Mail tun, aber nicht im Forum. Danke, dass du mich hast zu Wort kommen lassen, ich weiß das zu schätzen. Es ist spät ich bin müde, sollte ich grammatikalische, ortgraphische, oder logische Fehler habe, bitte ich um Verzeihung. |
| Anaximander | White_Fang, von dem eigentlichen Thema mal abgesehen - ich habe auch große Probleme mit deiner Behauptung, der Monotheismus sei moderner, humaner und höher entwickelt als der Polytheismus. Du kritisierst beim Polytheismus die fehlende Einigkeit, Festigkeit, Dauerhaftigkeit. Das könnte man aber ebenso gut umdrehen: Der Polytheismus ist flexibel und offen für Entwicklungen, die mit dem Monotheismus in seiner Starrheit nicht möglich sind. Man bedenke, dass zeitgleich mit dem Aufstieg des Christentums im römischen Reich die heidnischen Akademien geschlossen wurden und damit praktisch alle Philosophie (bei der das Ergebnis nicht im wesentlichen durch die Bibel vorgegeben war) - für gut ein Jahrtausend aussetzen musste. Damit hätten wir das Thema Toleranz: Mit dem Polytheismus war religiöse Toleranz in einem hohen Maße möglich, da die eigene Religion das Vorhandensein anderer Götter nicht ausschloß. Erst mit dem Monotheismus kam der Wahn, im Besitz der alleinseeligmachenden Wahrheit zu sein, auf die Welt. Erst mit ihm gab es Zwangs-Missionierungen und Ketzerverfolgungen im großen Stil. Die römisch-heidnische Welt war nicht perfekt, aber das damalige Niveau an ideologischer Vielfalt und Toleranz wurde erst wieder in der Neuzeit erreicht - die nicht umsonst mit einem allmählichen Zurückdrängen des Christentums einherging und zu Beginn als "Wiedergeburt der Antike" gefeiert wurde. Dass der Monotheismus tendenzieller humaner ist, halte ich schließlich für ganz und gar reines Wunschdenken. Es ist richtig, dass die Person Jesus Christus (bzw. seine Ghostwriter ;)) eine erstaunlich humane und sympathische Moral vertrat. Ebenso ist es aber eine Tatsache, dass viele dieser lobenswerten Grundsätze wenige Jahrhunderte später, nämlich sobald das Christentum in die Oberliga der Religionen aufstieg, in der Praxis fallen gelassen wurden, und das Christentum ab dann vielleicht mehr Opfer forderte als jede andere Religion. Du erwähnst die 14 jährlichen Kinderopfer im römischen Polytheismus. Gut, so etwas gab es im Christentum nicht, aber dafür finden sich im Christentum Millionen Opfer der Inquisition, der Ketzerverfolgung, der Zwangs-Christianisierung etc. Alles eine Folge des christlichen Absolutheitsanspruches, der fehlenden Flexibilität. Du magst dagegen halten, dass dieses Verhalten nicht mit den Glaubensgrundlagen des Christentums übereinstimmt - mag sein. Aber ich denke, dass eine Religion sich auch am [i]gelebten[/i] Glauben messen lassen muss. Zumindest wenn da behauptet wird, diese Religion sei humaner als andere. Im Übrigen haben viele Kirchenlehrer, darunter Thomas Aquin, die Ermordung von Ketzern befürwortet und gerechtfertigt. Übrigens, noch dazu: [quote]Gerade die Flexibilität des Polytheismus disqualifiziert ihn als moderne Religion, es wäre unmöglich, ihn zum Beispiel in der EU, mit 450 Millionen Einwohner in Form allgemein anerkannter Institutionen zu etablieren.[/quote] Das ist inzwischen auch mit dem Christentum nicht mehr möglich. Wirklich christlich-gläubig sind in Deutschland, will man diversen Umfragen glauben, vielleicht noch 10 - 20 Prozent der Menschen. Und selbst bei diesen Wenigen hat man es dann meist nur noch mit einem vollkommen uneinheitlichen Weichspüler-Christentum zu tun. In anderen Ländern ist es ähnlich - teilweise nicht ganz so extrem, teilweise extremer - und der Trend geht eindeutig zu noch mehr Pluralismus und Selfmade-Religion. Mit ach und krach kommt vielleicht durch die christlich-konservativen Parteien ein Gottesbezug in die EU-Verfassung. Aber das ist reine Fassade. Ein verlorener Stellungskrieg, bei dem der Verlierer kurz vorm Ende noch mal einen kleinen Matschhügel erobert. Für eine einheitliche EU-Religion kommt die EU 200 Jahre zu spät. Und ich finde das nicht im geringsten bedauerlich. Ich behaupte sogar, dass gerade die Vielfalt und Uneinheitlichkeit zu dem Besten gehört, das die Moderne hervorgebracht hat. Ich bin Agnostiker, aber ich will ums Verrecken keine Gesellschaft die nur aus Agnostikern und Atheisten besteht. Mir ist eine Gesellschaft am liebsten, die ein bunter, völlig inhomogener Mix aus Weltbildern, Ideen und Überzeugungen ist. --- zum eigentlichen Thema vielleicht morgen oder die Tage |
| Berkana | Also, White_Fang, dann wollen wir mal. "Essay" habe ich natürlich nicht ernst gemeint, zumindest nicht so, wie du den Begriff verstehst, denn wenn du eine wissenschaftliche Arbeit verfassen wolltest, würdest du sie wohl kaum in einem Gothic-Forum posten. Deine Erläuterung zum Thema "Religion als Korsett" bzw. Aufklärung scheint mir plausibel. Allerdings fehlt mir in deiner Darlegung die Trennung zwischen der religiösen Institution der religiösen Weltanschauung ansich, die du gleichsetzt. Eine Wertung dieses Vorgangs wird natürlich nur dann möglich, wenn man die Trennung beachtet. Meiner Meinung nach ist es unentschuldbar, den gewöhnlichen Menschen (ich rede hier nicht von den sogenannten Intelektuellen) seines Glaubens an eine höhere Ordnung und vor allen Dingen an einen höheren Sinn im Leben zu berauben. Dies muss zwangsläufig in Nihilismus oder eben einer Ersatzreligion ausarten. Diese Ersatzreligion muss nicht unbedingt als negativ bewertet werden, oft ist jedoch fraglich, ob z.B. Hedonismus Erfüllung über den Augenblick der Befriedigung hinaus verschafft. Du kannst gerne anderer Meinung sein, doch ich kenne kein Beispiel, in dem die sogenannte Aufklärung, also die Verleugnung jeglichen göttlichen Seins dem normalen Menschen Freiheit gebracht hätte und nicht Verwirrung und Haltlosigkeit. Wie gesagt rede ich nicht von der Entmachtung diktatorischer Priesterschaften, das ist vollkommen klar. Selbstverständlich ist der Buddhismus nicht als Monotheismus zu bezeichnen (wolltest du vielleicht Polytheismus schreiben?). Die Tatsache, dass alle Menschen in das Nirwana eingehen und sich dann als Einheit mit dem göttlichen Sehen, schließt eine polytheistische Ausrichtung keineswegs aus. Klär den Punkt bitte noch mal, bevor ich näher darauf eingehe! Zum Schwarz-Weiß-Denken der Christen: Auch wenn die Bibel ansich widersprüchlich ist (was eben auch daraus resultiert, dass die Glaubenden sich verändern und ihre Religion den neuen Umständen angepasst wird), bedeutet nicht, dass heute und solange dem Christentum eben in unseren Breiten Bedeutung beigemessen wird, die Welt in "gut" und "böse" unterteilt werden kann und ihrer Ansicht nach muss. Ich sehe keinen Punkt, an dem das in der christlichen Weltanschauung nicht der Fall wäre. Zur Unterscheidung zwischen höherer und niederer Mythologie: Gerade das psychologische Argument finde ich hier nicht zutreffend. Die sogenannte niedere Mythologie ist viel aufschlussreicher, was den individuellen Glauben des Einzelnen betrifft. Die hohe Mythologie ist meist ein von Dichtern etc. konstruiert und spiegelt eben seine Inspiration und seine ästhetischen Vorstellungen wieder, nicht zwangsläufig die Ansicht des Volkes. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Wotanskult der Eddas. Wotan, Runenmeister und Dichtermeterringer übte auf die Skalden große Faszination aus, während das Volk mit Wotan fast nichts anfangen konnte. (Odin höchst selten als Orts- oder Eigennamenbestandteil erhalten). Dagegen genoss Thor, der in den Gedichten und der Prosaedda zweitrangig ist, den höchsten Status. Das ist jetzt zwar kein Beispiel für höhere versus niedere Religion, aber ich glaube, dass du trotzdem verstanden hast, was ich dir damit sagen wollte. Ich glaube zwar, dass ich psychologisch so weit geschult bin, um deinen Ausführungen folgen zu können, aber du kannst mir gerne per Mail die Grundbegriffe des MBTI definieren. Zwar halte ich so naheliegende Thesen wie die simple Verarbeitung von Kindesmissbrauch bzw. die Initiationstheorie für schlüssig, aber ich höre mir deine bevorzugte Theorie gerne an. Ich bin gespannt auf deine Antwort. Viele Grüße, Berkana |
| White_Fang | Hallo Barkana, Zuerst mal: Mir scheint du wolltest mir unterstellen, ich würde die Abschaffung der Religionen befürworten. Dem ist nicht so. Ich denke, die Religionen werden immer einen Platz im menschlichen Leben besitzen, und denke weiterhin, dass der Religion sowohl für die Individualentwicklung als auch für eine ganze Kultur eine unterstützende Funktion innewohnen kann. Der Titel „die seelische Inflation“ ist aus dem Gedanken heraus geboren, dass die wahnhafte Negation der Religion im abendländischen Kulturraum ein Verlust darstellt, der nur ungenügend kompensiert wird. Zum Buddhismus: Im Buddhismus existiert keine Numinose, dass heißt er besitzt keine personifizierten Götter im Sinne des Monotheismus oder Polytheismus. Er ist also weder Poly- noch Monotheistisch. Ist es dass was ich klären sollte? Nebenbei finde ich die Verwendung der Redewendung „Die Tatsache, dass... “ für religiöse Vorgänge etwas merkwürdig. Ich möchte dir, nicht beipflichten was die Moral des Christentums angeht. Könntest du bitte erläutern, warum man nach dem Christentum die Welt in Gut und Böse einteilen muss? Hat zum Beispiel nicht Jesus als er grausam gekreuzigt wurde, um Gnade für seine Peiniger gebeten? Von Verurteilung, bzw. Einteilung von Gut und Böse, keine Spur. Die Menschen die „Böses“ taten waren eben nicht nur „böse“. Ich habe religiöse Institutionen und die Religiöse Anschauen nicht getrennt, weil beides auch zusammengehört. Die Macht religiöser Institutionen fußt auf dem Glauben der Menschen. Wenn man also die Macht dieser Institutionen brechen will, muss man auch die religiöse Anschauung brechen. Vielleicht muss man auch die Religion negieren um Erfolg zu haben. Ein Extrem wird durch ein anderes bekämpft, um sich mit der Zeit wieder zu nivellieren. Das negieren der Religion ist also kein Endzustand, oder zu erstrebendes Ziel, es ist ein Mittel zu dem Zweck, die Religion wieder ihrer eigentlich Aufgaben zuzuführen, und sie aus den Bereichen wie Politik oder Wissenschaft zu verdrängen. Ich denke, im Zeitalter der Aufklärung war es legitim die Religion zu negieren und die Masse der Menschen, werden durch die Forderungen einige Intellektueller ihren Glauben bestimmt nicht verlieren, aber zumindest überdenken. Ich auf jeden Fall, möchte die Aufklärung, ein Meilenstein auf dem Weg einer freien, liberalen Weltanschauung, nicht missen Ich habe die höheren und niederen Mythologien, und die Religionen prinzipiell psychologisch gleichgestellt, weil sie die gleichen psychologischen Funktionen haben, resp. weil sie generell psychologisch sind/sein können. Oder wolltest du sagen, dass eine nieder Mythologie, immer zwangsläufig volksnäher sein muss? Das müsstest du mir bitte ausführen. Denn es gibt auch Umkehrbeispiele, zum Beispiel in der römischen Religion, bzw. in ihrem Sagentum, wo von Schriftsteller erdachte Legenden zum Vorbild für Generationen wurde. Meine Weigerung, hier genau auf Rotkäppchen einzugehen, hat nichts damit zu tun, dass ich glauben würde du würdest meinen Ausführen angeblich nicht folgen können. Ich wollte mit dem Beispiel des MBTI nur anführen, dass es sich doch rechtweit vom eigentlichen Thema entfernen würde. Am Ende hätten wir dann eine Diskussion darüber ob der MBTI generell Humbug ist, etc. Im übrigen, ist das nicht meine bevorzugte Interpretationsmöglichkeit, es ist nur „eine“ von vielen, vielen möglichen. Edit: Ach ja, herzlich willkommen an Board. |
| White_Fang | Warum haben Menschen immer die Angewohnheit etwas werten zu wollen? (Das ist nur eine rhetorische Frage) Ich argumentiere nicht pro Religion, aber auch nicht gegen die Religion. Ich denke, Religion kann etwas sehr positives sein, oder auch etwas sehr negatives. Jedoch hat sie außerhalb ihres moralischen, theologischen, soziologischen Aspekt, auch psychologische Aspekte. Ich betrachte das alles grundsätzlich wertneutral. Dass ich im Superlativ sprach, es wird NIE eine Kultur ohne Religion geben ist sicherlich übertrieben. Wer weiß schon, wo wir in fünf tausend Jahren stehen? (Wieder nur rhetorisch) Auf etwas bestimmtes wollte ich nie hinaus. Höchstens darauf Religionen mit Achtung und Respekt zu behandeln. Ich kenne leider nur allzu viele, die religiöse Menschen geringschätzig behandeln. Und Meinungen miteinander kollidieren, klingt irgendwie abwertend. Ich wollte über ein Thema sprechen, oder auch nur meine Gedanken zu einem Thema fixieren, dass mich interessiert. Was glaubst du denn was für eine religiöse Weltanschauung ich habe? |
| Berkana | Also, ich wollte dir natürlich nichts unterstellen, ich dachte nur eben, du würdest in deinem Text in irgedeiner Form deine Meinung wiedergeben. Wie es in der Natur des Menschen liegt, habe ich von mir auf andere geschlossen.Denn ich finde es nicht nachteilhaft die eigene Meinung zu vertreten, solange man bereit ist, sie gegebenfalls zu korrigieren. Aber gut, ich habe verstanden, dein Text ist wertneutral. Prinzipiell stimme ich dir zu, dass die "wahnhafte Negation" der Religion einen Verlust darstellen würde, allerdings sollte man sich hier vielleicht einmal die Frage stellen, inwieweit Religion in unserem schönen Abendland überhaupt negiert wird. Immerhin existiert die christliche (orthodoxe, katholische, baptistische etc.) Kirche noch und ich denke, dass es bei uns eine Menge gläubiger Christen gibt. Tatsache ist, dass sich mehr und mehr Menschen von den sogenannten traditionellen Religion zurückziehen, da hast du recht. Aber liegt das wirklich an der Aufklärung und an dem neuen Weltbild, das man dem Menschen vermittelt hat? Liegt es daran, dass die Menschen tatsächlich an keine göttlichen Mächte mehr glauben? Wenn man Umfragen glauben darf, so ist das Korsett der Religion/des Aberglaubens längst nicht abgestreift. Trotz hochentwickelter Wissenschaft und massiver "Aufklärung" haben spirituelle oder meinetwegen auch paranormale Dinge im Leben der Menschen ihren festen Platz. Nur scheint eben besonders das Christentum den Ansprüchen der Leute nicht (mehr?) gerecht werden können. Das ist nun keine Kritik an dir, sondern bloß ein Gedanke. Ich soll dir also erläutern, warum die Christen dazu tendieren die Welt in "Schwarz" und "Weiß" einzuteilen? Ich verstehe schon was du mir mit Jesu Predigten von Gnade für die Peiniger etc. mitteilen möchtest, aber man muss doch zwischen blanker Theorie und der Realität unterscheiden! Was wirklich zählt sind nicht irgendwelche gutgemeinten Ratschläge, sondern Taten. Wenn sich die Christen an die Regeln ihres Heilands halten würden, wären sie zwar nicht unbedingt glücklich (Jesus lehrt ja eine sehr duldsame und leidende um nicht zu sagen demütige Haltung, die vielleicht nicht jedermanns Sache ist), zumindest aber um einiges erträglicher und auch ungefährlicher. Der christliche Gott wird in der Bibel als eifersüchtiger Gott beschrieben, der nichts und niemanden neben oder gar über sich duldet. Wenn du ehrlich bist, wirst du zugeben müssen, dass genau dieser Umstand das Christentum zu einer extrem intoleranten Religion macht. Alles was nicht der christliche Gott ist, ist teuflisch und muss inklusive Anhänger ausgemerzt werden. Ich muss dir doch jetzt nicht die brutale Missionierung, die Hexenverfolgung oder auch heute noch die Intoleranz gegenüber Andersgläubigen oder Andersartigen (z.B. Homosexuellen) erläutern, oder? Sogar harmlose Kinderbücher wie Harry Potter gelten als teuflisch und die Jugend verderbend. Wenn das kein Schwarz-Weiß denken ist... Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass sicher nicht alle Christen so sind, aber ich kenne herzlich wenig Gegenbeispiele. Ich möchte auf der Buddhismus-Sache nicht länger herumreiten, da es ja keine so große Rolle spielt, aber ich glaube zu verstehen, dass du vom Zen-Buddhismus sprichst. Tatsächlich sehen sich die Buddhisten ja als eher mit monotheistischen Religionen wie dem Christentum verwandt, aber ich finde dennoch, dass man Buddhismus weder monotheistisch, noch polytheistisch nennen kann. Ich wollte es nur als Beispiel ein hoch entwickelten nicht monotheistischen Religion anführen. Schade, dass du mir die Rotkäppchen- Theorie nun doch nicht erklären willst. Wahrscheinlich würde es wirklich zu weit vom Thema wegführen, aber du kannst mir ja vielleicht Literatur empfehlen? Das wäre wirklich nett von dir. Viele Grüße, Berkana |