| Sturmkrähe | Ich habe letzens in meinem Kopf ausversehen ein kleines Wortspiel entdeckt, nämlich: man sagt ja: mein Körper. Auf wen bezieht sich "mein"? Jetzt könnte man sagen: "mein" bezieht sich auf meinen Geist, meine Seele, mein ich oder sonstwas. Aber da ist schon wieder dieses "mein" Auf wen oder was bezieht sich das??? ~Sturmkrähe~ |
| Daray | Auf das Subjekt des Gedankens bzw. der Aussage. Sprich auf das ich. Dem Begriff "ich", mit dem ich das oben erwähnte Subjekt bezeichne, kann man meiner Meinung nach auch unmöglich ein "mein" vorausschicken... "mein ich" würde zum einen implizieren, dass es für mich mehrere "ichs" gibt und dann natürlich auch, dass diese "ichs" irgend jemandem/etwas zugehörig sind. Dies scheint jedoch beides nicht der Fall zu sein. Die Begründung dafür liefert Descartes, dessen radikale Skepsis in diesem Forum ja schon zu genüge (und oft sehr gut) erläutert wurde. |
| Daray | Wenn sich hier irgendjemand mit Wittgenstein auskennt, würde ich gerne wissen, was der wohl dazu gesagt hätte. Hält Wittgenstein es mit "mein" Sätzen, wie er es mit "ich sätzen" hält? Sind sie also keine Behauptungen sondern expressive Sätze über deren Subjekt bzw. im "mein"-Fall Objekt ich mich nicht irren kann? Natürlich wären auch die Sichtweisen anderer Aprachphilosophen interessant, da ich mich selbst aber nicht sonderlich gut mit Wittgenstein & Co auskenne, wär ich froh, wenn sich jemand bemühen würde mir ihre Ansichten diesbezüglich kurz darzulegen. |
| Sturmkrähe | Aber durch was definierst du denn das Subjekt des Gedankens oder der Aussage bzw. das ICH? Durch was definiert sich ein Mensch? Durch Körper, Geist und Seele oder wie auch immer man es bezeichnen möchte? Und ich glaube, das man sagen kann MEIN Körper, MEIN Geist, MEINE Seele, und wenn das ICH daraus besteht, dann kann sich das "mein" doch nicht darauf beziehen, oder? ~Sturmkrähe~ |
| VampireMiyu | Das "Mein" bezieht sich auf das Denken, das Handeln, das Sein desjenigen Menschen. Auf ihn selbst und was ihn ausmacht, worüber man sich aber auch wieder streiten kann. Obwohl ich der Meinung bin dass schon alleins eine Existenz dazu genügt. Miyu |
| DarkHaze | weder körper, noch geist, noch seele repräsentieren das ich in diesem fall, denn das ich wird hier nicht als subjekt angesehen sondern nur als instanz, die über besagte organe besitz ergreift, um die zugehörigkeit beschreiben zu können. das ist ein grammatikalisches dilemma, mehr nicht. |
| carmilla | Auf dieses Problem geht Sarte meiner Meinung nach in seiner Schrift "Die Transzendenz des Ego" ein. Das Dilemma ist ja, daß der Terminus "ich" eigentlich das Subjekt des Gedankens/Handelns bezeichnen soll, daß der Mensch aber, sobald er "ich" denkt, das "ich" sofort zum Objekt macht. |
| deathly_silence | nun, "mein" bezieht sich auf das eigene denken und handeln, auf die empfindungen und taten. das was man selber hervorbringt bzw. einen selbst betrifft. es ist von uns bestimmbar was "mein" ist. |
| Lesther | "mein" ist das besitzergreifende pronomen jenes organismus', der das Wort "Körper" bzw. die Worte "mein Körper" aussprechen kann und es auch tut, der somit die macht über seine Worte und auch über den Rest von sich hat. Sprechen tut der Mund, aber er wird nur dazu benutzt, vom Gehirn, welches die Worte formt und ihnen sinn gibt. Der, der beherrscht, kontrolliert und benutzt, ist der Besitzer des Benutzten: Des Körpers. Gruß, L. |