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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Die Kultur unterdrückt die Liebe...
SeperaudeIch musste erst kurz überlegen, aber ich glaube dieses thema passt wohl am ehesten in den "Platz der Philosophen". (Falls nicht bitte verschieben)

Ich las heute eine Biographie von Jim Morrison ("Keiner kommt hier lebend raus")
Da war die Rede von einem Auftritt von "The Living Theatre" am 28 Februar 1969. Einige Schauspieler durchschweiften das Publikum und sprachen einen Satz aus

[QUOTE]
" 'ICH HABE KEIN RECHT, OHNE PASS ZU REISEN.'
Sie verwickelten die Zuschauer in Dialoge. Wenn nötig, quälten sie Antworten aus ihnen heraus. Sie schrien ihren Text frustriert und unter Qualen.
'Ich bin von meinen Mitmenschen getrennt. Meine Grenzen stecken willkürlich andere ab.'
'Die Pforten des Paradieses sind mir verschlossen!'
Nach wenigen Minuten standen die Schauspieler vor der Hysterie, das Publikum war verwandelt. Jim und viele andere standen auf, schrien mit, brüllten nach dem 'Paradies: Jetzt!'
Die Schauspieler zogen sich stumm zurück, gingen wieder auf die Bühne, machten eine kleine Pause und begannen mit dem zweiten Satz:
'ICH WEISS NICHT WIE MAN KRIEGE BEENDET!'
Und so ging es weiter, ein Katalog von Klagen, vorgetragen mit explosiver Energie.
'ICH KANN NICHT OHNE GELD LEBEN!'
'ICH HABE KEIN RECHT, HASCHISCH ZU RAUCHEN!'
und schließlich:
'ICH HABE KEIN RECHT, MEINE KLEIDER ABZULEGEN!'

'Der Körper, aus dem wir sind, ist tabu!
Wir schämen uns vor dem wunderbarsten, wir fürchten uns vor dem Wunderbarsten!
Wir dürfen nicht natürlich miteinander umgehen.
Die Kultur unterdrückt die Liebe!
Ich habe kein Recht, meine Kleider abzulegen!'

Die Schauspieler begannen sich auszuziehen. Sie ließen viele Kleidungsstücke fallen. Dann standen sie auf der Bühne und in den Gängen, die verbotenen Körperzonen bedeckt haltend. Es war eine greifbare Demonstration des Verbots. Als das Ausziehen an die Grenze des legal Erlaubten kam, riefen sie noch einmal:
'Ich habe kein Recht, meine Kleider abzulegen! Die Pforten des Paradieses sind mir verschlossen!'
An diesem Punkt schritt die Polizei ein und verhinderte den Fortgang des Stückes. (Zitat: S. 225 u.226, Jerry Hopkins - Daniel Sugarman - Keiner kommt hier lebend raus)"
[/QUOTE]

Was schießt euch so durch den kopf, wenn ihr darüber nachdenkt?
ModgudrEin klasse Beispiel für unsere Gesellschaft, ein Spiegel dessen was passiert, wenn die von ihr eigens erbauten Mauern überschritten werden. Die Polizei hat für mich eine bestimmte Symbolik in dem Gescheken, sie ist nicht nur "der Böse" sondern die Ausgeburt der gesellscht, wir wollten es doch so oder zumindest irgendjemand wollte das so.

Ja, wir sind schon lange keine "freien" Menschen mehr, wnen es um Gesetze geht, alleind as Gesetz zur "Erregung öffentlichen Ärgernisses".. - der Name..

Die Gesetze die einst unser Zusammenleben regeln solten( oder uns gefügig machen sollten), uns hätten behilflich sein sollen im gesellschaftlichen Leben ( -> gesellschaftliche Ein-/ Unter- Ordnung, so sollte das doch sein, oder? ) wirken oftmals als Barieren (für Freidenker). Eine Unzulänglichkeit des Menschen, dass er es nötig hat von Außen vorgegeben Regeln anzuerkennen und sich nicht nur seine eigenen Grezen setzen kann, die jedoch den Willen anderer nicht verletzen.

Ich finde es klasse, dass ja jemand für das was ihn beschäftigte einstand und dass diese Leute gezeigt haben, dass es auch anders geht als sich immer nur irgendwelchen Richtlinien zu unterwerfen.

Hätte das gern miterlebt :)
ErinnyenEs tut mir leid, aber irgendwie finde ich das nichtmehr aktuell, wie es damals schon nichtmehr überall aktuell, denkt man an fkk am ostseestrand.
Der Mensch wird sich wohl ewigh begrenzen, da es anders unerträglich wäre... es wäre unerträglich, könnte man sich einfach so fixen, könnt man einfach mal so einen rauchen, könnt man sich einfach mal so ausziehen oder gegenseitig mit peitschen schlagen... nicht alles davon, was *verboten* ist, sollte es sein, aber manches mal ist es vielleicht gut, dass noch so ist, sei es, um es zu leben oder sei es, es gerade nicht zu leben.

und um deine Frage zu beantworten, ich sehe mich dabei eine Frau zu küssen, obwohl ich selbst eine bin.
SeperaudeNun ja, eigentlich geht es um einiges mehr als nur die gesellschaftliche Anerkennung von Freizügigkeit. Denn diese ist ja seit damals wirklich gewachsen, wie du bereits sagtest.
Im Grunde wächst die Problematik aus einem viel allgemeinen Gedanken heraus. Ich kann es nur wage formulieren:

Die Regeln, welche die Gesellschaft uns auferlegt um eine soziale Infrastruktur zu erhalten sind in vielen Dingen so eng, dass es schwer bis unmöglich ist sich noch im gesellschaftlich anerkannten rahmen frei zu entfalten. Die Individualität und Natürlichkeit des Menschen geht verloren durch Regeln und soziale Konventionen welche oft eigens zu seinem Schutz erschaffen worden sind.
Es sind nicht nur die Gesetzte die uns einengen - Es ist das ganze soziale Umfeld und Zwanggefüge einer homogenen Gesellschaft welche zumeist durch die konventionelle Moral älterer Generationen geprägt ist.
Eine vorschnelle Lösung dieses Konflikts würde uns nur in Anarchie führen und ist somit kaum zu gebrauchen. Dieses schier unlösbare Problem der gesellschaftlichen Einengung des Menschen wird in diesem Theaterstück in mein Bewusstsein gerufen. Natürlich klingt das etwas überholt, aber heute macht sich das gleiche Problem in anderer Form bemerkbar:
Die Jugend ist nicht mehr eingeengt in altertümlich-konventionelle Moralvorstellungen aus denen sie sich zu befreien versucht. Die Einengung erfolgt über mediale Programmierung der Gefühls- und Gedankenwelt junger Menschen. Und die Jugendlichen versuchen meist nicht einmal mehr sich gegen diese verkorkste Bierzelt-Talkshow-Kultur aufzulehnen. Sie merken den Missstand, der sie gefangen hält, nicht einmal. Die Dummheit steigert sich (wie wir am populärem Fernsehprogramm sehen) ins unermessliche. Und wenn doch mal jemand versucht sich in solch einer Gesellschaft als freier Geist zu entwickeln wird er stets gehemmt durch dämliche Vorstellungen und Verhaltenregeln dieser ach so modernen und „aufgeklärten“ Gesellschaft.

[QUOTE]es wäre unerträglich, könnte man sich einfach so fixen, könnt man einfach mal so einen rauchen, könnt man sich einfach mal so ausziehen oder gegenseitig mit peitschen schlagen[/QUOTE]

Wie bitte? Was wäre daran unerträglich? Jeder Mensch sollte die natürlich Freiheit haben, ob er mal einen Joint rauchen will, sein Kind abtreiben will, seine Religion wechseln will, sterben will, oder einen anderen (im gegenseitigen Einverständnis) mit der peitsche schlagen will. Von mir aus könnte jeder der will sonst welche Verrücktheiten anstellen, solange er anderen dadurch nicht sonst wie schadet.
Was wäre daran falsch den Menschen ihre natürliche Freiheit zu lassen.
Anm.: Natürlich verstehe ich unter Natürlich Freiheit nicht, das dumme kleine Kinder anfangen sich Heroin zu schießen, weil’s ihnen niemand verbietet. Aber leichtere bis mittlere Drogen sollten für Erwachsene schon freigestellt sein. Die Zensur sollte verringert werden. Sterbehilfe... Es gibt viele Punkte

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