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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Philosophie des Adels Hochgenuss, des Bauerns dumpfer Schrei...
TroscaPhilosophierte der Adel nur aus Interesse, aus Langeweile und nicht aus Bedürfniss etwas mitzuteilen oder anzukreiden???

Die kleinen Bauern philosophierten jedoch aus wahrem Grund, um das Leben und ihr Dasein in Frage zu stellen und sich vielleicht auch Mut zu geben.

Die wahren Philosophen sich unter den kleinen unscheinbar wirkenden Menschen befinden und nicht unter dem hochgeborenen blauen Blut!!!
BlackDragonIch möchte mal behaupten, dass ein Bauer gar nicht großartig philosophiert - wenn man sich immer kümmern muß, dass man wieder was in den Magen bekommt, bleibt dazu recht wenig Zeit...

(Kommt natürlich drauf an, was man unter philosophieren versteht)
die Aversion[QUOTE][i]Original geschrieben von Trosca [/i]
[B]Philosophierte der Adel nur aus Interesse, aus Langeweile und nicht aus Bedürfniss etwas mitzuteilen oder anzukreiden???[/B][/QUOTE]

Ich dachte eigentlich, dass man Philosophie zu Zwecken des Erkenntnisgewinns betreibt, nicht um sich mitzuteilen oder sozialkritisch tätig zu sein.

Könntest Du Deine These, der Adel philosophierte aus Selbstzweck und der Bauer aus Erkenntnisstreben, mit Beispielen untermauern? Philosophierende Bauern sind mir nicht bekannt, was auch dahingehend nicht verwundert, dass so gut wie kein Laie - selbst wenn er philosophierte - ob der prozentual ÄUSSERST geringen Lesefähigkeit (um 1800 lag sie bei 2 %, wenn mich nicht alles täuscht) irgendwelche Schriftstücke hinterließ.

Gruß,
Deine Aversion
Loup de nuitHey Dragon!

Bitte in der Vergangenheit schreiben, ja?;) Heutzutage gibt´s glücklicherweise "Bauern" die nicht mehr nur auf ihren Teller schauen (müssen/können). Ansonsten stimme ich Dir zu, solange der Lebensunterhalt mit 14 bis 20 Stunden härtester Arbeit verdient werden musste, war da keine Zeit für Philosophie. Später hat sich die jahrtausendelange Bevormundung der Bauern durch den Adel ausgezahlt, so dass der Bauer auch dann nicht dachte (dies formuliere ich bewusst überspitzt). Langsam aber sicher finden sich einige Exemplare, die tatsächlich anfangen einiges in ihrem Leben zu hinterfragen - ganz langsam.

Der Adel hatte früher nicht nur die Zeit für solcherlei "Beschäftigung", sondern auch die entsprechende Bildung um philosophische Fragen zuformulieren und auch zu diskutieren, denke ich.

Loup
TroscaFalsch verstanden!!!

Philosophie ist eine Art Wissen und Gedanken über etwas mitzuteilen, wie gesagt um Kenntnisse zu äußern...

Jedoch mit den Bauern meine ich das innere Philosophieren für den Geist für sich selber und nicht für die Seelen anderer.
Philosophiert man nicht um schlauer zu werden um sich selber konstruktive Fragen beantworten zu können und auch nicht aus dem Grund, weil man etwas mitteilen möchte???
Bei den Bauern war es genau so nur unter der Hand und im kleinen aber dafür vollkommenen Stil
BlackDragonÖhm ja...sorry. War auch in der Vergangenheit gemeint...

@Trosca: ich verstehe philosophieren als einen Prozeß um Erkenntnisse zu gewinnen. Mitgeteilt werden diese dann doch eher in Diskussionen, Veröffentlichungen etc.
TroscaGut hab mich etwas schlecht ausgedrückt, nicht um anderen mitzuteilen, sondern um seinem Geiste und seinem Verstand etwas mitzuteilen
Loup de nuit@ Trosca

Hast Du je stundenlang körperlich hart gearbeitet?

Wenn ja kannst Du Dich entsinnen währenddessen über für Dich wesentliche Dinge philosophiert zu haben?

Aus persönlicher Erfahrung: Du bist froh wenn Du die riesigen Berge Heu- und Strohballen endlich auf dem heißen, staubigen Strohboden aufgestapelt hast, an die frische Luft darfst, etwas Wasser und eine Scheibe Brot bekommst um dann endlich völlig erschöpft in Dein Bett zu fallen. Da is nix mit Philosophie und als ich das machen durfte (ja, ich bin zwar schon alt, aber so alt denn doch noch nicht;) ), waren bereits neunzig Prozent der Arbeit maschinell erledigt.


Nein, an eine Philosophie der früheren Bauern kann ich nicht wirklich glauben.
ashipisburning[QUOTE][i]Original geschrieben von Trosca [/i]
[B]Bei den Bauern war es genau so nur unter der Hand und im kleinen aber dafür vollkommenen Stil [/B][/QUOTE]
Woher weißt du das? Und was meinst du mit "vollkommenen Stil"?
die AversionHallo Trosca,

ich frage mich immer noch, auf was für Quellen Du Dich bei Deinen Thesen stützt.

Das ist jetzt gewiss nicht verletzend gemeint, aber hast Du eine Affinität zu Mittelaltermärkten oder Mittelalterspielmannsmetal? Solche Instanzen besitzen ein ähnliches Mittelalterbild, wie es Dir - so glaube ich wenigstens - zu Eigen ist; es ist die Vorstellung eines naiv-idealisierten Mittelalters, in dem - um es bewusst überspitzt zu formulieren - jeder Bauer einen Dudelsack unter dem Bett hatte und von Freiheit sang. Wie gesagt, das soll nicht diffamierend sein, sondern ist lediglich eine Frage, die ich mir in Anbetracht Deiner Beiträge in diesem Thread gestellt habe.

Gruß,
Deine Aversion
TroscaHi Aversion

ich gebe Dir ja vollkommen recht mit dem was Du sagst oder zweifelst!!!

Mir geht es nicht um Bauern um Adelsvolk um das Mittelalter, sondern darum, das die Philosophie in Jedem steckt und oft von weniger auffälligen Personen, von Personen die nicht studiert sind stärker ausgeprägt werden kann als von jenen Anderen...

Wie gesagt vergiss einfach mal das Mittelalter und die Bauern und geh in die Gegenwart. Hier wirst Du unter den nicht studierten zwar auch nur ganz seltene Exemplare finden, die philosophieren können oder gar wollen bzw. verstehen aber von diesen wenigsten ist oft am meisten zu erwarten. Das wollte ich damit eigentlich nur sagen!!!
Hintergrundwissen ist mehr als nur Bestandteil der Philosophie, aber auch ohne perfektes Hintergrundwissen und nur Ahnungen kann man sich Dinge Fragen etc. erklären, selbst beantworten.
Mit des Bauerns dumpfer Schrei, habe ich auf das oft Selbst in Frage stellen, nicht so gut positionierter Menschen in der Gesellschaft angespielt, die vielleicht hoch intelligent sind aber nicht die Chancen haben, sei es finanziell oder gesundheitlich... Diese Menschen kreilen durch die Poesie wie auch Philosophie sehr, ohne das andere Menschen es mitbekommen.
Sie stellen sich Fragen über das Leben und beantworten sie sich selbst nur aus ihren Eindrücken oder Erfahrungen!!!

Liebe Grüße zurück

Dein Trosca
DarayMich würden wirklich mal deine Quellen interessieren.

Dass die Philosophie vor allem durch Unstudierte Fortschritte macht, ist doch eher als grober Unfug abzutun!
Wenn du jedoch meinst, dass sie keine Fortschritte erzielt hat, weil, jene "externen" Philosophen sich eben nicht in der aktuellen philosophischen Debatte beteiligen und nur für sich Philosophie betreiben, so wird deren Erkenntnis bedeutungslos, da sie sich nicht mitteilen und somit kein Wissen mehren.

Allerdings bin ich während meines noch kurzen (3.Sem) Studiums oftmals auf die tatsache gestossen, dass die wirklich grossen Werke oftmals erst geschrieben wurden, nachdem der Verfasser aus dem akademischen Prozess ausgetreten ist. Bzw. dass viele der bedeutensten philosophischen Schriften nicht dem
akademischen Standard entsprechen.
die AversionHallo Trosca,

ich hatte diese Mittelalterassoziation, da Du mehrfach diesen Bauern-Adel-Antagonismus erwähntest.

Deiner Behauptung, dass die Fähigkeit zur Philosophie unabhängig vom Bildungsgrad in prinzipiell jedem Menschen steckt, kann ich uneingeschränkt so zustimmen.

Was ich allergings nicht nachzuvollziehen vermag, ist Deine Ausführung über das Potential nicht studierter/studierender Philosophen. Wieso besitzen sie größere Kapazitäten als Menschen mit formal hoher Bildung? Der Willen zur Philosophie liegt im Wesen jedes einzelnen Menschen begründet, der sich Fragen stellt, neugierierig ist und Verständnis sucht - ganz unabhängig von irgendwelchen Bildungsinstitutionen.

[QUOTE]Diese Menschen kreilen durch die Poesie wie auch Philosophie sehr, ohne das andere Menschen es mitbekommen.[/QUOTE]

Aber das ist doch die Eigenheit eines jeden Menschen, der sich mit solchen Aspekten des Lebens auseinandersetzt - und wieso sollte es auch anders sein, da man sich der Philosophie wie der Poesie aus dem individuellen Bedürfnis heraus widmet und nicht, um damit zu prahlen und Eindruck zu schinden.

Danke übrigens auch für Deine Mail.

Liebe Grüße,
Deine Aversion

PS:@ daray: Ich glaube, es geht hier weniger um allgemeine akademische Philosophie, als vielmehr um individuelle Lebensphilosophie. Was meinst Du eigentlich mit "Fortschritt" in der Philosophie? Ich kann mir das ehrlich gesagt recht schwer vorstellen, da man - wie ich es sehe - höchstens an seinem eigenen Weltverständnis zu arbeiten vermag, nicht jedoch an der Philosophie "als solcher", da diese wohl eher ein abstraktes Konstrukt darstellt.
Daray[QUOTE][i]Original geschrieben von die Aversion [/i]
[B]

PS:@ daray: Ich glaube, es geht hier weniger um allgemeine akademische Philosophie, als vielmehr um individuelle Lebensphilosophie. Was meinst Du eigentlich mit "Fortschritt" in der Philosophie? Ich kann mir das ehrlich gesagt recht schwer vorstellen, da man - wie ich es sehe - höchstens an seinem eigenen Weltverständnis zu arbeiten vermag, nicht jedoch an der Philosophie "als solcher", da diese wohl eher ein abstraktes Konstrukt darstellt. [/B][/QUOTE]

naja, über individuelle Lebensphilosophie müssen wir uns ja nicht unterhalten, da diese (wie es der name schon impliziert) nicht wissenschaftlich betrieben werden kann.

Unter Fortschritt in der Philosophie verstehe ich, dass sich die Qualität der Schlüssigkeit der Thesen und Theorien verbessert.
Leron[URL=http://endwelten.de.gg]was bitte schön hat phylsophie mit Reichtum und Armut zutun bzw Groß oder klein

Phylosophie hat jeder in sich und wie sa´tark das interesse sich mit der Zeit ausbildet ist aber wieder vollkommen individuell[/URL]
Daray[QUOTE][i]Original geschrieben von Leron [/i]
[B][URL=http://endwelten.de.gg]was bitte schön hat phylsophie mit Reichtum und Armut zutun bzw Groß oder klein

Phylosophie hat jeder in sich und wie sa´tark das interesse sich mit der Zeit ausbildet ist aber wieder vollkommen individuell[/URL] [/B][/QUOTE]

Sehr viel. Denn nur wer vermögend ist, kann sich Bildung leisten... und die ist unabdingbar, wenn wir wissenschaftliche Philosophie betreiben wollen.
TroscaJa da hast Du Recht Bildung ist unbedingt nötig um gelehrte Philosophie zu studieren, jedoch gibt es auch eine eigen Philosophie, die aus Einfühlungsprozessen und sich in etwas reinzudenken können, stammt und diese ist oft viel filigraner und intensiver, da sie halt nicht nur mal studiert, gelernt und gemerkt ist, sondern weil diese ungelehrte Philosophie sehr viel Arbeit und Zeit in Anspruch nimmt und deswegen so zu schätzen ist...

Gruß Trosca
NiamhJeder kann philosophieren, das ist keine Frage der Bildung oder des Lebendsstandard. Sicher kann jemand 'in einem größeren' Rahmen philosophieren, wenn er ein gutes Allgemeinwissen hat, aber Philosophie kann man meiner Meinung nach nicht bewerten, also ist 'der Rahmen' wieder irrelevant.
Früher hatte Philosophie schon was mit Geld zu tun, denn nur wer die Zeit hatte konnte philosophieren, aber das wurde ja schon geschrieben.

-Niamh-

Etwas kurz da keine Zeit :rolleyes:
TroscaDes Mühlen Windes ist jedoch nicht stark genug, Pures studiertes ist oft einfach nicht vertieft genug um wahre Wissensfragen zu beantworten...
Daray[QUOTE][i]Original geschrieben von Trosca [/i]
[B]Des Mühlen Windes ist jedoch nicht stark genug, Pures studiertes ist oft einfach nicht vertieft genug um wahre Wissensfragen zu beantworten... [/B][/QUOTE]

Willst du Wissensfragen oder Glaubensfragen beantworten? Die Fragen, welche sich ein "Unstudierter" stellt, sind doch meist metaphysisch. Wohl kaum einer würde dabei erkenntnistheoretische Ansätze und sprachphilosophische Probleme berücksichteigen, mit denen sich die Gedanken des "Unstudierten" (meist) problemlos widerlegen lassen.

Wenn ich nicht weiss, mit welchen Problemen ich bei der Beantwortung einer philosophischen Frage zu kämpfen habe, werde ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach in der Antwort irren. Deswegen glaubt der Unstudierte nur und der Studierte weiss (hauptsächlich dass er so ziemlich nichts weiss).

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