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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Liebe = Chaos oder Lehre...
TroscaLiebe ist wie ein Chaos aus der man eine Lehre ziehen kann, oder nicht?
Sie lässt uns Leben und sie macht uns krank. Meine Geschichte hierzu ist, dass ich mich in ein Mädchen verliebt habe, wo beinahe alles passt, von beiden Seiten aus, doch weiß ich nicht, auf Grund vieler Enttäuschungen, ob ich es versuchen oder lassen soll, keine Lust noch einmal verletzt zu werden!!!
Wir kennen uns seit zwei Jahren und haben uns jetzt erst nach dieser Zeit das erste mal wiedergesehen, treffen uns so häufig es geht und telefonieren ständig, Versuch oder Feigheit, was ist richtig?
Was ich sagen will ist, dass die Liebe uns in ein Chaos - vielmehr in ein Gefühlschaos stürtzt, was für viele oder auch oft den Untergang bedeutet und das man daraus eine Lehre aus Fehlern zieht die man in Zukunft vermeiden kann. Sollte man vielleicht die ganze Sache einfach vergessen und die Gefühle versuchen zu vermeiden oder sollte man es immer wieder wagen den Fall ins Leere, ins Jenseits der Gefühle!!!
Einerseits muss und kann man aus Liebe Lehren ziehen, z.B. besser damit umzugehen zu lernen oder konsequent zu werden.
Andererseits zieht die Liebe einen ob man will oder nicht unweigerlich in ein oder das Chaos und lässt keine Chance zu entscheiden...

Welch ein Strudel des ewigen herzzerreißens
Manchmal bedeutet Liebe gleich Tod und manchmal gleich Leben!!Doch für welche Variante entscheidet man sich?
Das hängt glaube ich von jedem Einzelnen ab, wie er überhaupt eingestellt ist und was für Ansichten und Absichten er trägt!
AlterSchwedeDein jetziger Zustand hat weniger etwas mit "Liebe" zu tun , sondern mit "Verliebt sein" und das ist ein himmelweiter Unterschied - Du hast Schmetterlinge in den Füßen und Brausepulver im Kopf, nicht wahr?

Liebe ist der Zustand, der sich nach einiger Zeit einstellt, einstellen kann, wenn man den anderen Menschen gut kennengelernt hat und ihn nicht mehr missen mag.

Oder?
Lunar Lightder schwede hat recht. vielleicht magst du dazu meinen beitrag im thread 'der vorgesehene partner' lesen, ich denke der passt ganz gut...

hier ist der [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=36357&perpage=15&pagenumber=2]link[/URL]

alles gute~
MontroseDer Schwede hat Unrecht.

Wenn man irgendjemandem erzählt, daß man eine Person toll findet, aber es irgendwie nicht klappt, dann kommen immer gleich ein paar Klugscheißer daher und sagen: "Ach, das sind doch nur Illusionen, das ist doch nur Verliebtsein, du hast dich nur verguckt. Liebe ist doch was gaaanz anderes (und wir wissen das viel besser als du)".

Ich finde solch eine Haltung arrogant, hochnäsig und irgendwo auch dumm.

Verliebtsein, jemanden toll zu finden, auch wenn man noch nicht alles von ihm weiß, ist das nicht nur ein Anfang.Und das habt Ihr achso Klugen vermutlich einfach mal so kurz vergessen... daß am Anfang immer der Anfang steht. Und der ist manchmals besonders schön ... ;)

Sondern das Verliebtsein als solches schon hat seinen eigenen Wert,
- weil man bereits etwas vom anderen erkannt hat. Man verliebt sich ja nicht x-beliebig, sondern da steckt ja meist ein Erkennen vom anderen drin. Und jetzt mal ganz ehrlich: wenn ihr eine längeren Beziehung mit eurer hochgerühmten "Liebe" habt..... sind es denn nicht gerade auch die Erinnerungen an die erste Zeit, sind es denn nicht gerade auch die ganz am Anfang erkannten Eigenschaften des anderen, welche die Beziehung mit aufrechterhalten.

- weil man erfährt, daß man zu solchen Gefühlen fähig ist. Natürlich steckt da eine Lehre drin. Denn in seinen Wünschen und Vorlieben erfährt man sich selbst.

- weil gerade im eigentlich "sinnlosen" Anhimmeln ein gewissr Altruismus, etwas Bedingungsloses drinsteckt, eine Art "Opferdienst" für den anderen, wovon ich glaube, daß es die Welt doch besser macht. Wenn der andere merkt, daß er jemandem wichtig ist, dann freut ihn das doch auch, wenn die Sache schließlich doch nicht klappen sollte.
TroscaMan dankt für Verständnis Montrose!!!

Liebe Grüße Trosca
Lunar Lightliebe montrose,

du hast ja auch nicht unrecht mit dem, was du sagst. der zustand des verliebtseins ist wunderschön und nicht schlechter oder weniger schützenswert als die liebe. sicher hat es auch was mit 'erkennen' zu tun. dennoch sind beide begriffe nicht identisch.

wenn man verliebt ist befindet man sich in einem emotionalen ausnahmezustand. die biochemie des körpers gerät völlig aus dem gleichgewicht. deshalb wird man nervös, wenn man nur an die andere person denkt, und fühlt sich generell anders.

aber man sieht den anderen eben auch durch die sprichwörtliche 'rosarote brille'. charakterzüge und eigenarten, die einen an anderen menschen stören würden, fallen im zustand des verliebtseins wesentlich weniger ins gewicht, es fällt viel leichter über manche dinge hinwegzusehen.

nach spätestens einem jahr hat sich das natürliche gleichgewicht im körper wieder eingestellt, und wir sind chemisch gesehen nicht mehr verliebt. (für den körper wäre es auch länger nicht verträglich, da dieser zustand eine enorme belastung darstellt und die komplette biochemie beeinflusst.)

und das ist der punkt, an dem das verliebtsein aufhört und die liebe beginnt. es zeigt sich, ob die beziehung bestand hat. macken des partner werden deutlicher sichtbar, und es muss sich nun zeigen, ob die liebe, die sich in der zeit entwickeln konnte, stark genug ist, um alle teile der persönlichkeit zu akzeptieren und zu lieben.

jemanden, den man noch nicht näher kennt, kann man nicht spontan lieben. das wäre ja fast so etwas wie die jungfernzeugung bei maria.

damit will ich das verliebtsein gar nicht abwerten - oder wie du es sagst, man hätte sich 'nur' verliebt oder verguckt. das ist schon was tolles, worauf sich aufbauen läßt, aber wahre liebe muss sich entwickeln, und das passiert nicht von einem tag auf den anderen.
Andastra[QUOTE] Versuch oder Feigheit, was ist richtig?[/QUOTE]

Ich kann mich da Montrose anschließen... Denk nur mal an das Gefühl des Verliebtseins. Dein ganzes Denken dreht sich um eine Person, du verbringst viel Zeit mit ihr und lernst sie immer besser kennen. Und selbst wenn eure Beziehung eines Tages in die Brüche gehen sollte, wenn es eben keine "echte Liebe" war, dann bist du doch daran gewachsen und kannst dich an eine schöne Zeit erinnern.

Außerdem muss doch nicht an jedem Ende Schmerz stehen, oder? ;) Man kann sich auch in Freundschaft trennen.

Ich würde es also auf einen Versuch ankommen lassen.

Auf jeden Fall viel Glück!
Montrose@Lunar Light. Seneca hier auf dem Board hat nach drei Monaten geheiratet. Mit Sicherheit hat das Gelingen einer Beziehung wenig mit ihrer Dauer, sondern damit zu tun, wie weit zwei Leute mit sich selbst ---in ihrer eigenen Seele als Einzelpersonen---gekommen sind.

Umgekehrt: wenn eine Beziehung tatsächlich länger als ein Jahr hält, sagen wir mal sie hält fünf Jahre, und dann geht's auseinander: warum sollte das dann eine größere Liebe sein als eine Beziehung von einem halben Jahr. Das ist doch gerade die Doppelmoral heutzutage: daß man eigentlich Ehe und sowas gar nicht will, aber dennoch soll die Sache den Anschein einer höheren Moral haben.... und dann schafft man halt solche komischen Konstrukte wie "wenn's ein Jahr hält, dann ist es aber Liebe".... und das kommt mir alles ein wenig komisch. Zumal Liebe und Vertrautsein ja auch in den Zustand von Langeweile übergehen können... oder daß man sich "auseinanderlebt" usw..

Ich bin der Überzeugung, das Liebe wie Verliebtsein etwas gemeinsam haben: nämlich das beide einen Glauben an die Einzigartigkeit und Besonderheit des anderen haben. Und daß es dabei nicht um Hormone geht (egal ob die Hormone des Verliebt- und Vertrautseins), sondern um eine Entscheidung. Eine Entscheidung von zwei Leuten, wie weit sie miteinander gehen wollen.
meusOriginal geschrieben von Lunar Light

und das ist der punkt, an dem das verliebtsein aufhört und die liebe beginnt. es zeigt sich, ob die beziehung bestand hat.

Es gibt auch Liebe ohne jede Beziehung. Selbst wenn ich nie mit dieser Person zusammen war, oder wenn diese Beziehung auseinander geht, kann ich ihn trotzdem immer noch lieben.
Liebe hält sich nicht an Regeln oder Moral.

Sicher, Verliebtsein und Lieben kann schon etwas ganz anderes sein. (Was beides genau ist und wie man es unterscheidet ist eine eigene Frage)
Aber man darf keines der beiden abwerten oder höher stellen. Es ist beides etwas Besonderes.
broken dreams[QUOTE][i]Original geschrieben von meus [/i]
[B]Original geschrieben von Lunar Light

und das ist der punkt, an dem das verliebtsein aufhört und die liebe beginnt. es zeigt sich, ob die beziehung bestand hat.

Es gibt auch Liebe ohne jede Beziehung. Selbst wenn ich nie mit dieser Person zusammen war, oder wenn diese Beziehung auseinander geht, kann ich ihn trotzdem immer noch lieben.
Liebe hält sich nicht an Regeln oder Moral.

Sicher, Verliebtsein und Lieben kann schon etwas ganz anderes sein. (Was beides genau ist und wie man es unterscheidet ist eine eigene Frage)
Aber man darf keines der beiden abwerten oder höher stellen. Es ist beides etwas Besonderes. [/B][/QUOTE]

Ich glaube was du hier beschreibst ist nicht das Verhältnis zwischen 'Liebe - Verliebt' sein, sondern das Verhältnis 'Liebe - einseitige Liebe'



- Gegen das verliebt sein kann man nichts tun. Da bleibt uns gar keine Wahl. Ob am Ende Schmerz, Trennung, Freundschaft oder Glück steht, entscheiden wir nicht am Anfang. Es entwickelt sich genauso wie sich die Liebe entwickelt. Entweder zum Guten oder zum Schlechten.

Wir können entscheiden ob es für uns eine ernstzunehmende Beziehung ist oder nur eine "Spaßbeziehung" und natürlich ziehen wir eine Lehre daraus. Wir lernen aus jeder Beziehung -freundschaftlich oder Liebsbeziehung- das ist egal.
Jedoch sollte uns die Enttäuschung nicht von neuen Lehren abhalten, denn wir wissen nie wie eine Beziehung ausgeht.
Montrose[QUOTE]Ob am Ende Schmerz, Trennung, Freundschaft oder Glück steht, entscheiden wir nicht am Anfang. Es entwickelt sich genauso wie sich die Liebe entwickelt.[/QUOTE]Entweder man versucht den anderen zu gewinnen oder man läßt es bleiben. Entweder man öffnet sich dem anderen oder man läßt es bleiben. Liebe ist ein aktives Tun.

[QUOTE]denn wir wissen nie wie eine Beziehung ausgeht.[/QUOTE]Worum es mir bisher ging, ist den Dingen eine gewisse Freiheit zu lassen. In dem Sinne kann ich Broken Dreams nur zustimmen.

[QUOTE]Liebe hält sich nicht an Regeln oder Moral.[/QUOTE]Das ist falsch. Liebe hält sich an die Regeln und die Moral, die zwei Menschen miteinander vereinbaren. Wenn zwei Menschen nicht zu ihrem gemeinsamen "Spiel" finden, dann wird daraus auch keine Beziehung. Dieses Spiel kann fremdartig sein, es kann soweit gehen, daß sich zwei sogar weh tun. Es sind also nicht die Regeln und die Moral, die in der Öffentlichkeit gelten.
broken dreams[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]
Das ist falsch. Liebe hält sich an die Regeln und die Moral, die zwei Menschen miteinander vereinbaren. Wenn zwei Menschen nicht zu ihrem gemeinsamen "Spiel" finden, dann wird daraus auch keine Beziehung. Dieses Spiel kann fremdartig sein, es kann soweit gehen, daß sich zwei sogar weh tun. Es sind also nicht die Regeln und die Moral, die in der Öffentlichkeit gelten. [/B][/QUOTE]

Da kann ich auch nur zustimmen. Die zwei Menschen, die sich lieben müssen ihre eigenen Regeln aufstellen. Alle Menschen sind verschieden und deswegen sind auch alle Beziehung und deren Regeln verschieden. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn ok und was nicht ok ist. Nur so kann das funktionieren. Es kann vorkommen, dass sich diese zwei Menschen nicht an ihre eigenen Regeln halten aber dann tragen sie ja auch meistens die Konsequenzen. Auch diese machen sie selber aus und entscheiden wie schlimm der Verstoß gegen die Regel für sie selbst ist.
Das Kennen der Regeln in einer Beziehung ist sehr wichtig, denke ich, denn ohne Regeln geht es selbst in der Liebe nicht. Sie sind sowas wie ungeschriebene -ungesprochene- Gesetze.
meusSicher, ihr habt schon recht. Natürlich gelten die Regeln die sich zwei Menschen in einer Beziehung machen.
Ich meinte die Regeln, die niemand aufstellen kann.
Gegen das Verliebtsein kann man nichts tun, auch nichts gegen die Liebe. Ich kann mich nicht entscheiden wen ich liebe, ich kann mich nicht entscheiden, ob derjenige in die Moralvorstellung meiner Familie oder der Gesellschaft passt.
Vorallem meine ich nicht das Handeln, wobei man sich sehrwohl für die eigene Richtigkeit entscheiden kann, vielmehr meine ich Gefühle, die da sind, ob sie nun den Vorstellungen entsprechen oder nicht.
Wenn ich in einer Beziehung lebe und meinem Partner dadurch die Liebe schwöre, ich trotz alledem Gefühle für jemand anderen entwickle, kann ich diese Gefühle nicht einfach ausrotten um mich an die Regeln zu halten. So ist das Leben.
So stehen dann nicht nur Gesetze zwischen den beiden Partnern in der Beziehung, sondern vielleicht auch zwischen dem einen Partner und dem, für den man etwas empfindet. Man könnte sagen, die Regeln dieser einen Beziehung sind gebrochen, oder aber auch, dass sich alles aus verschiedenen Regeln gliedert.
Und ist es nur dann Liebe, wenn sie erwidert wird? Auch wenn ich alleine in einem Raum bin und mich niemand sehen kann, bin ich trotzdem da. Ich selbst kann mich fühlen und weiß über mein Dasein und über mein Selbst bescheid.
Mit den Regeln ist es wie mit der Vorstellung von der Liebe. Jeder hat eigene Regeln und Vorstellungen, die für andere oft nur schwer nachzuvollziehen sind.
broken dreams[QUOTE][i]Original geschrieben von meus [/i]
[B]Und ist es nur dann Liebe, wenn sie erwidert wird? [/B][/QUOTE]

siehe:

[Quote]Meus:
Es gibt auch Liebe ohne jede Beziehung. Selbst wenn ich nie mit dieser Person zusammen war, oder wenn diese Beziehung auseinander geht, kann ich ihn trotzdem immer noch lieben.
Liebe hält sich nicht an Regeln oder Moral.

Sicher, Verliebtsein und Lieben kann schon etwas ganz anderes sein. (Was beides genau ist und wie man es unterscheidet ist eine eigene Frage)
Aber man darf keines der beiden abwerten oder höher stellen. Es ist beides etwas Besonderes.
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broken dreams:
Ich glaube was du hier beschreibst ist nicht das Verhältnis zwischen 'Liebe - Verliebt' sein, sondern das Verhältnis 'Liebe - einseitige Liebe'[/Quote]

Das nennt man eine einseitige oder unerwiderte Liebe. Klar ist es dann auch LIebe aber halt nur von einer Seite her.
Montrose[QUOTE]Nein, sie ist eine Geisteskrankheit,[/QUOTE]
Dieser Unsinn wird von Neurobiologen verzapft und findet sich auch in Artikel vom SPIEGEL usw. Leider, kann ich nur sagen, weil diese Sichtweise dumm ist.

Wie kann denn etwas eine Geisteskrankheit sein, wenn es dazu dient, daß sich Menschen finden, zusammenleben und womöglich fortpflanzen? Genau weil diese "Geisteskrankheit" existiert, ist unser Leben interessant und viele von uns sind alleine nur aufgrund dieser "Geisteskrankheit" gezeugt und geboren worden.

Verliebtsein und Liebe sind natürliche, von Natur/Gott gewollte Vorgänge. Diese Vorgänge als Geisteskranheit zu bezeichnen... DAS ist eine Geisteskrankheit.

[QUOTE]Lehren im Sinne rationaler Erkenntnisse aus einer "Liebe" ziehen zu wollen, ist wie der Versuch, mit einem Fisch einen Baum zu fällen [/QUOTE]
Auch das ist falsch. Man kann im Sinne einer rationalen Erkenntnis die Lehre ziehen, wie die Welt wirklich ist. Es waren ja keine Denker, Philosophen, Wissenschaftler, Pfarrer oder Biologen, welche die Welt erschaffen haben. Sondern die Welt war vor uns schon so da.

Lieber NIX, Du mußt Dich damit abfinden .... und das wäre zum Beispiel eine rationale Erkennntis.... daß wir Menschen schleimige Schwabbelwesen sind, die eben nach anderen Gesetzen als der reinen Mathematik funktionieren. Sicherlich hat auch die Rationalität ihren Nutzen, indem sie als Staudamm gegen das Anfluten der Emotionen ein bißchen Freiheit und Ruhe verschafft.
Loup de nuitWer versucht aus der Liebe zu lernen, versucht mit dem Kopf einen Knoten zu lösen den Herz und Hormone gewoben haben.

Wer versucht Lehren aus vergangener Liebe in eine neue zu übertragen liebt nicht wirklich.

Lehren kann man in das Leben einbinden, nicht in die Liebe selbst.

Ja, ich weiss, das sind Thesen einer nicht besonders philosophisch veranlagten Wölfin, aber es sind die Worte die eben gerade dazu einfielen.

Zerfleischt sie!

Loup
Montrose[QUOTE]Wer versucht Lehren aus vergangener Liebe in eine neue zu übertragen liebt nicht wirklich.[/QUOTE]Ja, das ist sehr schön gedacht. Denn jeder ist einzigartig, und die Anwendung allgemeiner Regeln nimmt dem einzelnen das Gesicht.

Die Wirklichkeit sieht halt aber dann doch manchmal ein bißchen anders aus. Auf ganz plumpe Stammtischmanier könnte ich jetzt sagen, daß möglicherweise doch manche Frauen und Männer auf eine besondere Masche reinfallen und man diese Masche, diese Kunst jemanden einen lieben zu machen, lernen kann. Und umgekehrt zweifelt man natürlich an seine Liebesfertigkeiten, wenn man auf so jemanden reingefallen ist und sich dann denkt: hoppla, das ist also doch zum Teil nicht mehr als ein Spielchen mit ein paar ganz raffinierten Regeln.
Man kann das auch eleganter ausdrücken: vielleicht braucht man einige Erfahrungen, um rauszufinden, was wirklich wichtig ist. Das fängt mit Vorlieben an (wer gefällt mir eigentlich wirklich.... auch darüber muß man sich vieleicht mal gedanken machen) bis hin zur Frage: was trägt vielleicht länger bzw. wo fühle ich mich auch dann noch besser, wenn möglicherweise weniger schöne Seiten rauskommen.

Nehmen wir aber mal an, daß Liebe wirklich so unbedingt sein kann, daß einem wirklich alles wurscht ist und man für den anderen sogar bereit ist, sich durch den größten Mist schleifen zu lassen. Sagen wir mal, zwanzig mal betrogen worden zu sein, und dann immer noch zu vergeben und Liebeshymnen anzustimmen. Dann muß so eine Fähigkeit, wenn sie nicht aus schlichter Schwäche entspringt sondern eine Herzensgröße ausdrückt, auch geübt und geschult sein, muß da ja auch einmal eine Entscheidung getroffen worden sein.

Von daher bezweifle ich ein bißchen, ob das mit "keine Lehre ziehen" wirklich wahr ist.
Loup de nuitO.k. ich lenke ein Stück weit ein. Jedoch behaupte ich, dass in dem Moment in dem so etwas wie "Betrug" eine Liebe stört auch der Kopf zu Rate gezogen wird und in diesem Moment beginnt man zu entscheiden und zu lernen - zumindest meistens.

Nur wenn ich mich recht entsinne ging es um eine evtl. beginnende Liebe und da muss ich meine Worte verteidigen! Entweder ich liebe und wage, oder ich denke und schwanke....
Montrose[QUOTE]Längst nicht alle Krankheiten sind schädlich oder bedürfen einer Behandlung.[/QUOTE]Kommt darauf an. Wenn Du unter Krankheit verstehst: Vorsicht, der braucht Schonung ..... dann gebe ich Dir recht.

[QUOTE]Wer nämlich meint, das Realitätsempfinden eines Verliebten und seine (normalerweise vorhandene) Kritikfähigkeit gegenüber der/dem Verliebten sei auf Normalniveau, geht blind durch die Welt.[/QUOTE]Was ist denn verändert? Die Wahrnehmung oder die Beurteilung. Ich würde behaupten, eher die Beurteilung.

[QUOTE] Zitat:Man kann im Sinne einer rationalen Erkenntnis die Lehre ziehen,

Auch in anderem Sinne? Auch als nicht-rationale Erkenntnis? (Polemik)[/QUOTE]
Klar, genau das ist ja der Witz der Sache: Erkenntnis kann auch irrational sein. Angst zum Beispiel ist irrationale Erkenntnis.

[QUOTE] Zitat:wie die Welt wirklich ist.
Aha. Ist sie verliebt, die Welt? Ist sie überhaupt wirklich? Muss man verliebt sein, um den scheinbaren Wirklichkeitsgehalt der Welt im Sinne einer rationalen Erkenntnis begreifen zu können? Ich meine nicht.[/QUOTE]Das habe ich auch nicht behauptet. Ich habe nur behauptet, daß Verliebtsein ein reales Phänomen ist, das man nicht wegrationalisieren kann.


Warum müssen wir dieses Thema überhaupt diskutieren? Steckt da denn eine niveauvolle Fragestellung drin? Hm, also für mich persönlich schon. Denn gerade beim Thema Verliebtsein/Liebe geht es doch darum, inwieweit man sich auf seine Sinne verlassen kann. Und gerade bei einer eher nicht so gelingenden Sache, wie sie Ausgangspunkt des threads war, stellt sich die Frage: War da überhaupt nichts oder ist da was Vorhandenes eben nicht entsprechend gehegt worden? Wahrnehmungs- oder Handlungsfehler? Weniger zimperliche Leute stellen sich solche Fragen nicht, sondern die machen die Probe auf's Exempel.... und stehen dann vielleicht dennoch vor derselben Frage.
Montrose[QUOTE]Aber eben die werden getrübt. Liebe macht blind.[/QUOTE]Oder auch nicht. Wenn man jemanden mag, betrachtet man ihn genauer.
Loup de nuit[QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i]
[B]Oder auch nicht. Wenn man jemanden mag, betrachtet man ihn genauer. [/B][/QUOTE]

Damit wendest Du Dich bereits wieder vom Verliebtsein ab. Dieser Zustand, den Du beschreibst kommt erst sehr viel später.... mit Liebe UND Kopf:)
graziavlt bringt der artikel von Ulrich Mees über eine studie zum thema liebe, erschienen im FORSCHUNGSMAGAZIN DER CARL VON OSSIETZKY UNIVERSITÄT OLDENBURG licht ins dunkel
[B] Liebe und Verliebtsein[/B]

hier einige zitate
[i] Sogar die Frage, ob die Liebe überhaupt wissenschaftlich analysiert werden kann und soll, wird kontrovers beantwortet.

Der [B]erste Mythos[/B] besagt, daß die Aufgabe, das Phänomen der menschlichen Liebe zu definieren und zu erklären, prinzipiell unlösbar sei. Man habe es zwar seit Jahrtausenden versucht, aber bis heute könne keiner genau sagen, was die Liebe ist. [B]Die Liebe sei etwas Rätselhaftes, ein unergründliches Geheimnis.[/B]

Der [B]zweite Mythos[/B] geht noch über den ersten hinaus und behauptet: Selbst wenn wir das Rätsel der Liebe lösen könnten, sollten wir es nicht tun: [B]Die Liebe als Mysterium sollte dies gefälligst auch bleiben![/B]

"Verliebtsein" ist wesentlich gekennzeichnet durch das Verspüren "körperlicher Empfindungen" (also den berühmten "Schmetterlingen im Bauch", dem Herzklopfen, Kniezittern usw.) in Anwesenheit der geliebten Person. Dieses Merkmal ist jedoch bei der "Liebe" nur gering ausgeprägt.

"Verliebtsein" wird nicht etwa als weniger intensiv eingestuft als die "Liebe", sondern sie ist in der Beziehungsgeschichte zweier Personen eine frühere Phase, die entweder nach einiger Zeit in "Liebe" übergeht oder aber endet.

Jeder der beiden Partner verlangt zunächst vom jeweils anderen eindeutigere Liebesbeweise, als er selbst zu zeigen bereit ist.

Man kann seinen Partner offensichtlich nur dann auf Dauer lieben, wenn er diese Liebe auch erwidert.[/i]
[url]http://www.uni-oldenburg.de/presse/einblicke/25/mees.htm[/url]

salve
MontroseNa und? Dieses Zitat kann man glauben oder auch nicht.

[QUOTE]Der erste Mythos ....[/QUOTE]
Das ist Blablabla. Anders ausgedrückt behauptet der Autor: es könnte so oder so oder so oder wieder anders sein. Prima, so schlau sind wir selbst, dazu brauchen wir kein Buch.

[QUOTE]"Verliebtsein" ist wesentlich gekennzeichnet durch das Verspüren "körperlicher Empfindungen" (also den berühmten "Schmetterlingen im Bauch", dem Herzklopfen, Kniezittern usw.) in Anwesenheit der geliebten Person. Dieses Merkmal ist jedoch bei der "Liebe" nur gering ausgeprägt.[/QUOTE]Na und? Das ist eine phänomenologsiche Beschreibung ohne Interpretation. Was bedeuten diese Beobachtungen? Was für Konsequenzen resultieren daraus? Und, was heißt "bei der Liebe nur gering ausgeprägt"..... immerhin gering! Und warum steht "Liebe" in Anführungsstriche.

[QUOTE]Jeder der beiden Partner verlangt zunächst vom jeweils anderen eindeutigere Liebesbeweise, als er selbst zu zeigen bereit ist.[/QUOTE]Ist das immer so? Ich glaube nicht.

[QUOTE]Man kann seinen Partner offensichtlich nur dann auf Dauer lieben, wenn er diese Liebe auch erwidert.[/QUOTE]Das ist ja nun wirklich Blödsinn. Es gibt eine ganze Menge Beziehungen, bei der nur eine Seite vollauf begeistert ist und die andere Seite eher aus einer Sacherwägung, nicht alleine sein zu müssen, in der Beziehung bleibt. Dieser Carl von Irgendwoher sollte vielleicht mehr beobachten, bevor er Bücher schreibt.

Das Zitat gibt inhaltlich nichts her. Es ist halt das übliche Geschwafel von einem Gelehrten, der etwas schreibt, um sich ins Gespräch zu bringen. Über Liebe und Verliebtsein kann man daraus nichts lernen.
grazia[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B]Liebe ist kein Mythos. [/B][/QUOTE]
davon geht der studienleiter carl von o. auch aus. sonst hätte er die studie gar nicht begonnen.
John F. Kennedy wusste schon, dass [i]der größte Feind der Wahrheit nicht die Lüge, sondern der Mythos ist. [/i] es sind die mythen (tabus), auch die in der wissenschaft dominierenden, die der wahrheitsfindung im weg stehen, bis sich ein tabubrecher findet.

[B]Liebe[QUOTE](wenn auch nicht zu steuern oder zu kontrollieren). [/B][/QUOTE]
Laut einer Studie von indischen Wissenschaftlern im Jahr 1982 erweisen sich arrangierte Ehen im Vergleich mit sog. Liebesehen als dauerhafter.
Der Psychologe und Redakteur der amerikanischen Zeitschrift "Psychology Today" ROBERT EPSTEIN hat einen sog. Liebesvertrag vorgeschlagen und unterzeichnet. Skeptisch gegenüber romantischer Verliebtheit und nachfolgender Liebesheirat, hat er eine Art "Liebestraining" entwickelt, das außerhalb von Leidenschaft und Projektionen zu einer glücklichen Langzeit-Partnerschaft führen soll.
[url]http://www.textezurkunst.de/NR52/tzk52_Albig2.htm[/url]

hier einige aussagen von

[i]EPSTEIN: In Indien, wo 95% der Eheverbindungen arrangiert werden, ist Scheidung legal, aber die Scheidungsrate liegt unter einem Prozent.
... dass Liebe in arrangierten Ehen die Liebe in romantischen Ehen schließlich überholt um die Fünf-Jahresmarke herum.
Arrangierte Ehen sorgen für Stabilität in einer Gemeinschaft, ... in der Familie, Stabilität für die Kinder. Sogar wenn die Frauen oder Männer unglücklich sind, bringt dieser Typ der Ehe viele Vorteile mit sich, während das /westliche/ System komplett versagt. 50% unserer ersten Ehen enden mit Scheidung, über 60% unserer zweiten Ehen enden mit Scheidung, 80% der Menschen, die noch verheiratet sind, denken über Scheidung nach. Viele Studien belegen die überaus niedrige Sex-Rate von Menschen in Langzeit-Ehen.
... Wenn deine Beziehung auf körperlicher Anziehung basiert, dann ist die andere Person ein Ding, ein großes, aufblasbares Sex-Spielzeug, und du bist nicht wirklich verliebt.

EPSTEIN: Viele Leute gehen mit jemandem aus und sagen sich, ja, diese Person ist schon wunderbar, aber dieser Funke ist nicht da. Dabei kannst du diesen Funken erschaffen. Und der Funke, den du selber herstellst, ist viel besser als der, der wieder verschwindet, über den du keine Kontrolle hast.
... Leidenschaft verblasst sehr, sehr schnell. Sie kann an einem Wochenende verschwinden, meistens ist sie innerhalb von 18 bis 24 Monaten ziemlich schwach.
... Wenn die Leidenschaft verschwindet, klärt sich der Nebel, und du findest heraus, mit wem du zusammen bist. Meistens finden die Menschen hierzulande dann heraus, dass sie mit der falschen Person zusammen sind, und so ging es mir auch.
... Ich bin überzeugt, dass Liebe ohne Idealisierung der anderen Person möglich ist. Die Forschung zeigt sehr deutlich, dass glückliche Paare, die seit sehr langer Zeit zusammen sind, überhaupt keine Illusionen mehr haben.
... Eine gesunde Liebe basiert auf der Bereitschaft, verletzlich zu sein und den anderen tief in die Seele hereinzulassen, auf einer sehr tiefen Aufmerksamkeit und dem Wunsch, die andere Person glücklich zu machen. [/i]

noch eine beobachtung zur phase 1 - inkl. interpretation:

[b]Wenn der Verstand Pause macht: Verliebtsein - eine psychische Störung[/b]

«Lieben kannst Du, Du kannst lieben, doch verliebe Dich nur nicht», riet der Dichter Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) wohl aus eigener schmerzlicher Erfahrung. Auch heute, 250 Jahre später, ist Verliebtsein für die psychologische Forschung nicht nur ein ungetrübtes Vergnügen. Wer auf rosa Wolken schwebt, ist «ernsthaft psychisch gestört», sagt Prof. Rene Diekstra von der Universität Leiden. Da ist es ein Trost, dass die Leidenschaft in den meisten Fällen nicht von Dauer ist. Denn, so Diekstra, jahrelang verliebt zu sein, «würde zur totalen Erschöpfung führen».
Wenn die Schmetterlinge im Bauch zu flattern beginnen und das Herz wie wild klopft, ist es geschehen: Amor hat sein Ziel getroffen und «der Verstand tritt zurück». So jedenfalls sieht es der Stuttgarter Neurologe Klaus Gottwald. Verliebt sein hat aus seiner ärztlichen Sicht letztlich nur das Ziel, «den Fortpflanzungsmechanismus in Gang zu setzen». Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788-1860) sah das ähnlich: «Alle Verliebtheit, wie ätherisch sie sich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe.»
Ob Teenie oder Greis - wohl niemand ist davor gefeit, von Gefühlen überrollt und «Obsessionen» (Diekstra) überwältigt zu werden. Doch junge Menschen, die noch keine Erfahrungen mit diesen Empfindungen haben, sind besonders gefährdet, den Überblick zu verlieren. Dabei leben wirkliche Liebesbeziehungen aus der Sicht des Leidener Psychologen nicht nur vom Verliebt sein, sondern auch von Verbundenheit, emotionaler Intimität und Leidenschaft. Ein enorm komplizierter Mechanismus sorgt dafür, dass es einen «erwischt».
Treffen sich zwei Menschen, sind alle Sinne gefordert: Sie blicken sich in die Augen, nehmen den Geruch des anderen wahr, achten auf Tonfall und Körpersignale. Wenn die Chemie stimmt, kommt es im Zusammenspiel mit Gehirn und Nerven zu einer lawinenartigen hormonellen Ausschüttung. Es hat «gefunkt».
In Vorfreude auf die erhoffte sexuelle Vereinigung schaltet der Körper jetzt nach Darstellung Gottwalds auf Leistungsbereitschaft: Das Herz klopft wie wild, die Pupillen werden weit, der Blutdruck steigt und Schweiß bricht aus. Beim Mann erigiert der Penis, die Vagina der Frau wird feucht, und die Seele ist glücklich.
Das Schlimmste, was einem in dieser Situation passieren kann, ist unerwiderte Liebe. Dann wird die oder der Abgewiesene in dem «hormonellen Stresszustand» (Gottwald) allein gelassen, und der Triebstau kann nicht abreagiert werden. «Eine schwere Leidensphase» beginnt, sagt der Neurologe, der den Betroffenen gleich einen Tipp mit auf den Weg gibt: Sport heilt zwar nicht die Wunde, aber er hilft. Verliebte leiden oft, sagt auch Diekstra, «aber sie leiden gern».
Wirklich bedenklich wird Verliebt sein nach Ansicht des Psychologen, wenn es ein chronischer Zustand wird: Dies trifft auf jene zu, die ihre große Liebe nicht vergessen können und einen «inneren Altar» für das Objekt ihrer Sehnsucht errichtet haben. Es trifft aber auch auf diejenigen zu, die «verliebt in die Liebe» ganz im Sinne eines Casanovas sind. «Das sind Süchtige», meint Diekstra.
Wie gefährlich Verliebte leben, ist bereits in dem ältesten Leitfaden der Liebe, dem indischen Kamasutra, nachzulesen: Hoffnungslos Liebende kehren sich immer mehr von der Welt ab und werden schließlich verrückt. «Das Ende kommt dann unwiderruflich: Der Geist wird aufgegeben und der Tod tritt ein.»
[url]http://www.vaeter-aktuell.de/gesellschaft/Liebe990730.htm[/url]

salve
grazia[QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i]
[B]"Nicht zu steuern oder zu kontrollieren" bezog ich auf den Verliebten. Tatsächlich lässt sich der Zustand nicht (sinnvoll) beenden noch abschwächen. [/B][/QUOTE] [i]Ein Mann ist so groß wie die Sache, die ihn verrückt macht.[/i] aus einem alten US-Film

[i]Verliebtheit ist die einzige gesellschaftlich akzeptierte Psychose[/i], sagt W.F.
Ich schätze, so wird kein Liebespaar draus, denn [i]"Wenn der biochemische Prozess der Verliebtheit abgefackelt ist, geht es ans Eingemachte - das Herz..."[/i] sagt auch W. F.

allerdings beruhigt CARL VON OSSIETZKY, dass nämlich "Verliebtsein", die phase 1 - langfristig, nicht ad-hoc - [i]... entweder nach einiger Zeit in "Liebe" übergeht oder aber [B]endet[/B].[/i] und entlieben ist u.a. auch ein hormonelles geschehen.

beenden möchte den zustand des entbranntseins, verz(r)ücktseins, i.d.r. nur der unglücklich verliebte, der unerwidert liebende, einer, der deswegen einen gesellschaftlichen fall, verruf o.ä. befürchtet, einer, der angst hat ...

[QUOTE] Man hat keine Beziehung, man steht in einer Beziehung zu einer Person/Sache.[/QUOTE] das denglische "Liebe machen" der "in die Liebe Gefallenen" spiegelt eine Täter / Opfer-mentalität wider. aimée (geliebte) und amante (liebHABerin) spiegelt haben (activa) und sein (passiva) wider.
dennoch: liebe hält uns "in der Schwebe des Lebendigen".

[QUOTE]zwei Ichs, die alles nehmen aber gleichermaßen nichts zu geben haben. [/QUOTE] ein tragisches ungleichgewicht. doomed to die.
o.e. studie wies darauf hin, dass verliebte nach liebesbeweisen lauern, die die eigenen bei weitem zu übertreffen haben, um sich ja nichts zu vergeben. durch mangel an liebeszeichen erstirbt das flämmchen könnte-liebe-werden irgendwann.

[QUOTE]Liebe sollte nicht herstellbar oder produzierbar sein, sie sollte per se ein willkürliches (nichtstdestotrotz erklärbares) Phänomen bleiben.[/QUOTE] teil 2 widerspricht teil 1. die logische fortsetzung deines mythenbeschwerten gebots in teil 1, wäre wohl: ... ein UNwillkürliches phänomen bleiben.

gucke da, nix, du strickst UNwillkürlich weiter an dem ´rühr-sie-nicht-an´-mythos bzgl. der liebe, der schon dem studienleiter v. OSSIETZKY (s.o.) im wege stand und an dem du anstoß genommen hast.

was spricht gegen unwillkürlich erklärbares, gegen entwunderte wunder?
die entdeckung der hormonausschüttung in phase 1 - dopamin und noradrenalin - hat zur erklärung des unwillkürlich auftretenden phänomens verliebtheit beigetragen.
in phase 2 wirkt das bindungshormon Oxytocin.

die kath. kirche und reformator luther stritten sich um die frage: sind es
a) die willkürlich erbrachten werke (der liebe) oder ist es
b) die unwillkürliche unverdiente gnade,
die einem den himmel im himmel (auf erden) bescheren wird?
zwei seiten einer münze endeten im schisma.

jemand, der schmerzhaft fror, in dem wissen, dass die kälte seine kräfte konserviert, ohne sie zu beschädigen, wagte dennoch den versuch, ein kleines Feuer zu entfachen. er bekam den tipp: leg noch ein scheit nach, wenn´s mal feuer gefangen hat.

[QUOTE]Sie /die Liebe/ gehört zum Leben wie der Tod. Beide sind unausweichlich und schicksalshaft. [/QUOTE] liebe hält uns "in der Schwebe des Lebendigen".
[i]Love is a killer who forgot to finish his job.[/i] aus einem alten US-Film

[QUOTE]Das trifft auch auf Hörigkeit zu. Es ist zu wenig.[/QUOTE] für
[QUOTE]Etwas ganz und gar Wunderbares. Aber kein Mythos eben.[/QUOTE]
was fehlt noch an ingredenzien für das wunderbare? wann kippt es in hörigkeit?

[i]Love in human relations is always painful unless it is completely empty of motive, expectation, demands or ownership pretenses.[/i] Joanna Harcourt Smith, visionary dissenter

[i]Eben darin besteht ja die Liebe, das Wunderbare an der Liebe, dass sie uns [b] in der Schwebe des Lebendigen hält[/b], in der Bereitschaft, einem Menschen zu folgen in allen seinen möglichen Entfaltungen. ... . Das ist das Erregende, das Abenteuerliche, das eigentlich Spannende, dass wir mit den Menschen, die wir lieben, nicht fertig werden: weil wir sie lieben; solange wir sie lieben.[/i] Max Frisch, Tagebuch 1946-1949
salve

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wie eidechsen lieben (10 jahre angenagelt, geliebt, gefüttert, befreit)


[SIZE=1] [b]Bitte höre, was ich nicht sage
...
glaube mir nicht, bitte glaube mir nicht![/b]
Mein Äußeres mag sicher erscheinen, aber es ist meine Maske. Darunter bin ich, wie ich wirklich bin: verwirrt, in Furcht und alleine. Aber ich verberge das. Ich möchte nicht, dass es irgend jemand merkt.
Beim bloßen Gedanken an Schwäche bekomme ich Panik und fürchte mich davor, mich anderen überhaupt auszusetzen. Gerade deshalb erfinde ich verzweifelt Masken, hinter denen ich mich verbergen kann: Eine lässige, kluge Fassade, die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die mich vor dem wissenden Blick sichert, der mich erkennen würde. Dabei wäre dieser Blick gerade meine Rettung. Und ich weiß es. Wenn er verbunden wäre mit Angenommen werden, mit Liebe, das ist das einzige, das mir die Sicherheit geben würde, die ich mir selber nicht geben kann: Dass ich wirklich etwas wert bin!
Aber das sage ich Dir nicht, ich wage es nicht. Ich habe Angst davor. Ich habe Angst. dass Dein Blick nicht von Annahme und Liebe begleitet wird. Ich fürchte, Du wirst gering über mich denken und über mich lachen - und Dein Lachen würde mich umbringen.
Ich habe Angst, dass ich tief drinnen in mir selbst nichts bin, nichts wert, und dass Du das siehst und mich abweisen wirst. So spiele ich mein Spiel, ein verzweifeltes Spiel: Eine sichere Fassade außen und ein zitterndes Kind innen.
Ich rede daher im gängigen Ton oberflächlichen Geschwätzes. Ich erzähle Dir alles, was wirklich nichts ist, und nichts von alledem, was wirklich ist, was in mir schreit; deshalb lass Dich nicht täuschen von dem, was ich aus Gewohnheit rede.
Bitte höre sorgfältig hin, und versuche zu hören, was ich nicht sage, was ich gerne sagen möchte, was ich um des Überlebens willen rede und was ich nicht sagen kann.
Ich verabscheue Versteckspielen. Ehrlich! Ich verabscheue dieses oberflächliche Spiel, das ich da aufführe. Es ist ein unechtes Spiel. Ich möchte wirklich echt und spontan sein können, einfach ich selbst, aber Du musst mir helfen.
Du musst eine Hand ausstrecken, selbst wenn es gerade das letzte zu sein scheint, was ich mir wünsche. Nur Du kannst diesen leeren, toten Glanz von meinen Augen nehmen. Nur Du kannst mich zum Leben rufen. Jedes Mal, wenn Du freundlich und sanft bist und mir Mut machst; jedes Mal, wenn Du zu verstehen suchst, weil Du Dich wirklich um mich sorgst, bekommt mein Herz Flügel, sehr kleine Flügel, sehr brüchige Schwingen, aber Flügel.
Dein Gespür, dein Mitgefühl und die Kraft Deines Verstehens hauchen mir Leben ein. Ich möchte, dass Du das weißt.
Ich möchte, dass Du weißt wie wichtig Du für mich bist, wie sehr Du aus mir den Menschen machen kannst, der ich wirklich bin - wenn Du willst.
Bitte, ich wünschte, Du wolltest es. Du allein kannst mir die Maske abnehmen. Du allein kannst mich aus der Schattenwelt, aus der Angst und Unsicherheit befreien aus meiner Einsamkeit.
Übersieh mich nicht! Bitte - bitte, übergeh' mich nicht! Es wird nicht leicht für Dich sein. Die lang ausdauernde Überzeugung, wertlos zu sein, schafft dicke Mauern. Je näher Du mir kommst, desto blinder schlage ich zurück. Ich wehre mich gegen das, wonach ich schreie. Aber man hat mir gesagt, dass Liebe stärker sei als jeder Schutzwall und darin liegt meine Hoffnung.
Bitte versuche, die Mauern einzureißen, mit sicheren Händen; ein Kind ist sehr empfindsam.
Wer ich bin, magst Du fragen. Ich bin jemand, den Du gut kennst. Denn ich bin jedermann, den Du triffst, jeder Mann, jede Frau, die Dir begegnen.[/SIZE]

[b] Bitte höre, was ich nicht sage[/b]
Tobias Brocher, aus "Von der Schwierigkeit zu lieben"
von 1962-1970 war er Professor für Sozialpsychologie in Frankfurt /M. und Pittsburgh, USA. Er leitete die Akademie für Psychotherapie in Stuttgart und war stellvertretender Direktor des Sigmund-Freund-Instituts in Frankfurt.
Montrose[QUOTE]Ein Mann ist so groß wie die Sache, die ihn verrückt macht.[/QUOTE]Soll ich darüber lachen oder weinen? Manchmal macht man sich nämlich auch wegen nichts verrückt. :)

Diese Indien-Studie kenne ich übrigens auch und es gab noch eine andere Studie mit demselben Resultat. Ich vermute, das hängt damit zusammen, daß man für eine dauerhafte Beziehung miteinander reden können muß. Und wenn da immer gleich die Emotionen hochgehen (dieses Verliebtsein ist ja auch oft mit Angst usw. gekoppelt), dann klappt das nicht so gut.

Was hier geschreiben wird, finde ich recht überzeugend.

[QUOTE]Man sieht nur das, was man sehen will.[/QUOTE]Stimmt auch.

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