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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Warum ich immer recht habe
Fichu[B]Alle meine Meinungen sind notwendigerweise wahr, denn anzunehmen, daß ich mich irre, wäre widersprüchlich.[/B]

BEWEIS:

Ich habe die Meinungen:
M1 Schnee ist weiß.
M2 Dänemark ist kleiner als Schweden.
M3 Ich bin kein Uhu.
M4 Paris ist die Hauptstadt von Frankreich.

Mn

Wenn ich meine, daß Schnee weiß ist, kann ich nicht gleichzeitig glauben, daß es nicht wahr ist, daß Schnee weiß ist. Etc.

Ich glaube also, daß (M1, M2, M3, M4, … Mn) wahr sind.

Nehme ich nun an, daß ich nicht unfehlbar bin sondern daß ich mich irgendwobei irre, heißt das ja anzunehmen, daß mindestens eine meiner Meinungen falsch ist. Ist gleichbedeutend mit: nicht alle meine Meinungen sind wahr. Oder:

Ich glaube nicht, daß (M1, M2, M3, M4, … Mn) wahr sind.

Folglich müßte ich glauben:

(M1, M2, M3, M4, … Mn) sind wahr [B]&[/B] (M1, M2, M3, M4, … Mn) sind nicht wahr.

… was widersprüchlich ist. Also führt die Annahme, daß ich mich irgendwobei irre, zu einem Widerspruch.

[B]Also bin ich unfehlbar.[/B]



Scherz ;)
Muß ja auch mal sein.
Nimm das, Logik!
TrauerwesenScherz....ja wollte schon sagen, meine Augen wurden immer grösser und ich erinnerte mich vage an die Wahrheitstheorien. Denn angenommen es seien Aussagesätze, dann können sie ja nur eins sein und nicht beides. Bzw liesse sich Deine wahrhaftigkeit (oh, welch wort^^) aufgrund der Korrespondenztheorie nachweisen, Deine eigene Überzeugung jedoch nicht. Würdest Du den Satz so stellen, dass die [I]Überzeugung[/I] klar rüberkommt, so sei es kein Aussagesatz mehr, und, und und.

ich denke, du weisst das alles selbst, aber ich wollte mal einen schlauklingenden verwirrenden Text schreiben ,)
DarayDie Logik würde dir damit antworten, dass du hier keinen Konjunktor (also kein Und) sondern einen Disjunktor einsetzten musst (ein Oder) und schon ist es nicht mehr paradox.

Dein Fehler war, dass du darüber schreibst was du glaubst, die Logik sich aber damit befasst was wahr bzw falsch ist.
fragmentIm Allgemeinen läßt sich die Logik nicht mit Schwachsinn verbiegen.
VampireMiyuHm... ich denke, dass es vielleicht, wenn man etwas entschärft, nicht mal mehr so falsch ist.

Denn wenn ich denke, dass Schnee weiß ist, hat es mir ja nie jemand anders anders beigebracht.

Und wenn ich denke, dass Schnee weiß ist, bleibt dennoch der Zweifel bestehen. Fragen, die man sich im Laufe des Lebens stellt: Warum? Weshalb? Wieso? Wie? Was? Wer?

Und somit könnte man nicht behaupten, dass Schnee wirklich weiß ist. Weil jeder Zweite bestimmt schon dran gezweifelt hat.

Mi
TzeviDu kannst vielleicht nicht gleichzeitig glauben, dass deine Meinung wahr und unwahr ist, aber nur weil du etwas glaubst/nicht glaubst, ist es ja noch lange nicht wirklich so^^
Du kannst deine Meinung aber natürlich auch ändern, wenn dich irgendetwas zu der Überzeugung bringt, dass Schnee eigentlich rot und oder du plötzlich glaubst ein Uhu zu sein :D
Das allerdings würde beweisen, dass du doch unfehlbar bist/warst. :rolleyes:
lisan_al-gaibDer Fehler liegt schon darin, dass Du behauptest, dass Meinungen wahr sein können. Meinungen sind aber subjektiv. Logik ist objektiv.
[i]und wieder einen Gott gestürzt...[/i]
FichuOk, zunächst mal:
[QUOTE][I]Original geschrieben von mir selber[/I]
[B]Scherz ;)[/B][/QUOTE]
bezog sich auch noch mit auf
[QUOTE]Nimm das, Logik![/QUOTE]
M. a. W. ich bin keineswegs geneigt, deswegen die Logik über Bord zu werfen.

Ganz kurz:
Trauerwesen: Es klingt schlau, und ich bin verwirrt. ;)

Daray: Wieso ein Oder? Da muß schon ein Und rein.

Miyu: Ich weiß ja nicht, wo du wohnst, aber beim nächsten Schnee sieh nochmal näher hin. ;)

Tzevi (?), Daray, lisan: Ist egal, der Widerspruch in meinem Meinungssystem ist schon alles, worum es geht. Wenn man unterstellt, daß ich logisch denke, ist der unangenehm genug.

lisan: Dann eben "zutreffend" statt "wahr", keine Ahnung, solange es bivalent ist, wird der Satz vom ausgeschlossenen Dritten verletzt -> Widerspruch. Um die Realität gehts ja nicht, es is ein apriorisches Argument (s. o.).

[SIZE=1]Würd ich ma meinen …[/SIZE]

---

Na ja, ein möglicher Einwand wäre wohl zu behaupten, daß es gar nicht der Fall ist, daß wir bei einer hinreichend großen und unübersichtlichen Menge von Meinungen, die wir einzeln für wahr/zutreffend halten, auch an die Wahrheit/das Zutreffen der Konjunktion glauben. Ist vielleicht nicht die beste Antwort, ich weiß nicht.

[QUOTE]und wieder einen Gott gestürzt...[/QUOTE]
Ej! :D
suriel666*lol*
behauptung: alle ungeraden zahlen sind primzahlen
beweis: durch vollständige induktion:
1 - stimmt
3 - stimmt
5 - stimmt
7 - stimmt
9 - meßfehler, wegwerfen!
11 - stimmt
...

also passt es für n, n+1, n+3, ...

fertig *g
LilEevee@ suriel:
das wären dann aber verdammt viele messfehler.. ^^"
Midirhi fichu,

was söll da ???? ...............

ist dies dein geist, oder der rest dessen ???




midir
Lord VoldemortDas ist das lustige an der Logik - man kann so lustige Sachen beweisen, die vollkommen unrealistisch sind... Das haben wir damals im Seminar auch festgestellt und uns darüber lustig gemacht, indem wir Gottes Existenz und seine Nicht-Existenz bewiesen haben... Das Interessante dabei ist, dass es keinen (logischen) Fehler in der Argumentation gibt, denn es muss in der Tat eine Konjunktion und keine Adjunktion sein - und da ein Widerspruch die Wahrheit des Gegenteils der zum Widerspruch führenden Prämisse impliziert, kann man quasi alles beweisen... Man braucht nur die richtigen Prämissen (;

Natürlich ist niemand unfehlbar und man darf nicht einfach Meinungen als Tatsachen darstellen (da hat Lisan selbstverständlich Recht), aber in dieser logischen Argumentation gibt es keinen Fehler. ^^
TrauerwesenLord:

Ja, die Nichtexistenz haben wir auch mal gemacht, dieses ganze Gottesbeweissache.
Interessant auch sonstige Antinomien, wie die Russelsche beispielsweise. Die hatte mich damals bekloppt gemacht ;D
Morag of NimesVermutlich kennt ihr auch schon das einfachste logisch - pilosophische Prinzip, mit dem man alles beweisen kann: den Syllogismus...
z.B.:
1. Prämisse: Katzen atmen.
2. Prämisse: Ich atme.
Conclusio: Ich bin eine Katze.

Man möge mir die Logik des Beweises widerlegen;)

So wurde auch schon folgendes bewiesen:
Alles gerechte ist nützlich.
Alles gerechte ist ehrenvoll.
Nützliches ist ehrenvoll.
Was meint ihr, stimmt letztgenanntes?
LilEevee[QUOTE]1. Prämisse: Katzen atmen.
2. Prämisse: Ich atme.
Conclusio: Ich bin eine Katze. [/QUOTE]

ja aber..

3. Katzen haben ein Fell und landen immer auf den Füßen.
4. Ich habe kein Fell und ich lande selten auf meinen Füßen.

Also.. wenn mans so sieht bin ich wohl keine Katze ^_^
TrauerwesenSo, da ich ja immer schön fleissig in meinem absehbaren Prüfungskurs (was habe ich mir da nur angetan) aufgepasst habe, meine Meinung zur letzten Aufgabe.

Angenommen, beide Prämissen sind wahr, dann ist auch die Konklusion wahr.


In Deinem Fall ist das 2. Modell aber falsch, weil teil 2 Deiner P1 (Prämisse 1) auch Teil 2 Deiner P2 ist, welches aber nicht sein kann, da diese Art der Logik eine Art mathematische Mengenlehre ist.
TromsøM1 und M2 und .. und Mn nicht wahr

ist das Gleiche wie

nicht M1 wahr oder nicht M2 wahr oder nicht .... oder nicht Mn wahr

Wenn also eine Aussage falsch ist, sagt das nichts über die
Richtigkeit der anderen Aussagen aus..
:)
Morag of Nimesder Beweis is ja auch nur logisch - nicht unbedingt realistisch:D
Fichu[QUOTE][I]Original geschrieben von Morag of Nimes[/I]
[B]Man möge mir die Logik des Beweises widerlegen[/B][/QUOTE]
Das ist eine Induktion. Induktive Schlüsse sind keine logisch gültigen Schlüsse.

(Du bräuchtest als weitere Prämissen, daß alles, was atmet, Katze ist, bzw. daß alles Nützliche gerecht ist (Bikonditional).)
Morag of NimesDoch, logisch ist er schon, da keine der Prämissen falsch ist - nur verbindet man mit Logik meist etwas nachvollziehbares und real anwendbares...
Und das mit nützlich und gerecht stammt von Cicero "De officiis".
hitokorilogik hat ja an sich nichts mit wahrheit zu tun.... logik ist immer nur so gut wie die prämissen ^^
FichuLogik mal als der Kalkül nach bestimmten Schlußregeln verstanden: Diese Schlußregeln rechtfertigen induktive Schlüsse nicht. Die übliche Logik ist deduktiv. (Hat mit Wahrheit der Prämissen nichts zu tun.)

Was nicht heißt, daß induktive Schlüsse nicht unter bestimmten Voraussetzungen angebracht und vernünftig sein können. Vielleicht gehen hier "logisch" und "rational" durcheinander?

(Den guten Cicero in Ehren, aber auch sein Schluß ist nicht logisch zwingend. Damals hatte man aber noch keine formale Logik, sondern bloß so Syllogismen, glaube ich, deswegen hätte ein Logiker ihn damals vielleicht nicht ohne weiteres widerlegen können. Daß es nicht aufgeht, dürfte aber auch damals schon klar gewesen sein, schätze ich.)
Lord VoldemortHier stimme ich Fichu absolut zu. Beim letzten Beispiel handelt es sich um einen induktiven Schluss - er ist also nicht zwingend wahr. Und ob in der Logik die Prämissen wahr sind oder nicht, spielt absolut keine Rolle. Es spielt auch keine Rolle, ob die Konklusion dann wahr ist oder nicht. Es geht lediglich um die Beziehung zwischen Prämissen und Konklusion - die die Wahrheit der beiden zueinander.

So gibt es natürlich auch Beispiele, bei denen die Prämissen völliger Blödsinn sind, die Konklusion aber durchaus wahr ist. Und es gibt selbstverständlich auch Beispiele, bei denen Prämissen und Konklusion beide völliger Blödsinn sind. Das sagt aber rein gar nichts über die Richtigkeit der Argumentation aus, mit der man von den Prämissen auf die Konklusion schließt. Und nur die zählt.

:)

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