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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Alles nur ein Traum?
Silence1989Wenn wir träumen, dann träumen wir häufig von Menschen. Diese scheinen nicht zu wissen, dass dies nur ein Traum ist. Ist es möglich, dass das gleiche für uns gilt? Sind wir auch nur ein Traum? Bedeutet das Aufwachen der träumenden Person dann den Tod, oder gar die Apokalypse, den Weltuntergang?

Ich bin auf weitere Meinungen gespannt.

~>Norman K.<~
bucksnortEin Traum kann eine schöne Analogie zu unserer Wirklichkeit sein.

In einer sehr subjektiven Perspektive wäre die Wirklichkeit dann ein Traum, der sich in unserem Bewusstsein abspielt. Wenn wir sterben, also mit dem Erlöschung aller Körperfunktionen, erlischt auch das Bewusstsein, und mit diesem wiederum verschwände auch der Traum dieser Wirklichkeit. Dies tut er ja auch schon in jedem Schlaf, in dem unser Bewusstsein nicht mehr existiert und an dessen Stelle die Träume des Unterbewusstsein treten - oder einfach das absolute Nichts.

Der Tod wäre also das Erwachen aus unserer subjektiven Wirklichkeit in der wahren Wirklichkeit, und im Schlaf bekommen wir bereits einen kleinen Eindruck von dieser Bewusst(seins)losigkeit und Unwirklichkeit.

In einer objektiven Perspektive gedacht, wäre die gesamte Wirklichkeit inclusive allen bewussten und unbewussten Wesen, die ein Teil davon sind, ein Traum. Wir selbst würden geträumt, so intensiv, dass wir glauben die Kontrolle über uns selbst zu haben, doch ist dieser Glaube selbst auch nur ein Traum.

Das Ende dieses Traum wäre dann eine Apokalypse, das augenblickliche Verschwinden des gesamten Universums, und allem, was in ihm ist.

[SIZE=3][I][B][FONT=century gothic][COLOR=darkred]"Das Leben kann als ein Traum angesehen werden und der Tod als Erwachen."[/COLOR][/FONT][/B][/I][/SIZE]
[B][I][COLOR=firebrick](Arthur Schopenhauer)[/COLOR][/I][/B]
PhönixMich würd dann mal interessieren, wer mich träumt - oder ob ich mich selbst träume.

Persönlich glaub ich aber nicht, dass ich geträumt werde, da ich der Meinung bin, dass ich meinen eigenen Willen und Charakter habe, und dass erdachte Figuren, wie z.B. Personen aus meinen Träumen nur dass tun, was ich sie tun lasse/ tun träume.
Ich kann das zwar jetzt nicht wirklich beweisen, aber es ist so mein Eindruck.
HugimonTheoretisch ist es in der Tat möglich das unsere Welt und wir nur ein "Traum" sind. Hier könnte man vergleiche vom Film "Matrix" oder zu Computersoftware ziehen.
Ein Programm mit einer Umwelt in der Individuen leben die ihre Bedürfnisse erfüllen möchten und dabei selbstständig denken können. Und da Computer auch nur Gehirne sind ist es tatsächlich möglich das wir und alles um uns herum ein "Traum" bzw eine Computersimulation ist.
Escalielnach decartes ist es wirklich nur ein traum in dem wir leben.jedoch,wie erklärt ihr euch dann das träumen im leben?das aufwachen nach träumen? ...dem bewusstsein,dass es nur ein traum war? auch nur eine illusion zu aufrechterhaltung des "wirklichen" traumes?
ich denke schon,das die wirklichkeit die wirklichkeit ist,nur durch medieneinflüsse und umwelt zu einer traumwelt etabliert wird.wie kämen wir sonst auf die idee einer exiestierenden traumwelt? wären wir den ganzen tag nur mit weltlichen dingen beschäftigt kämen wir wohl kaum auf die idee einer matrix.erst im wohlleben entsteht der sinn nach philosophie...in der misère die suche nach antworten...
ich würde es zwar bevorzugen zu wissen,dass dies alles ein traum ist,aufzuwachen und woanders zu sein,doch scheint es zu illusionär.

liebe grüße!
Rayknicht ganz richtig, decartes benutzt das traumargument (ich [u]könnte[/u] diese ganze welt nur träumen - niemand kann das gegenteil beweisen) nur dazu um zu dem schluss zu kommen, dass das einzige dessen man sich [u]gewiss[/u] sein kann ist, dass man selbst existiert ("ego sum, ego existo" - ich denke, ich bin) ...man kann absolut alles anzweifeln abgesehen davon, [b]dass[/b] man zweifelt... Zweifel/Denken = Zweifelnder/Denkender - und als solcher existiert man demzufolge unanfechtbarerweise - es ist also möglich, dass ich euch alle und diese ganze welt nur träume - ich kann mir allerdings sicher sein, dass ich kein traum bin, denn dann könnte ich mir keine gedanken machen. ^^
bucksnort[QUOTE]erst im wohlleben entsteht der sinn nach philosophie...in der misère die suche nach antworten...[/QUOTE]

Ich glaube eher, sobald man denken kann, stellen sich einem Menschen zwangsläufig die essentiellen Sinnfragen. Ganz abgesehen von unserer Neu- und Wissbegierde, die zur Entwicklung der Wissenschaften und des hohen technischen Standards der heutigen Zeit geführt hat.

Im Verlauf dieses Denkens beginnt man vielleicht irgendwann auch mal damit, die Wirklichkeit als solche in Frage zu stellen. Wohlstand und Bequemlichkeit gehören aber gewiss auch dazu.

Und der Schmerz bedingt die Hoffnung auf Erlösung oder ein Paradies in einer anderen Wirklichkeit.

[QUOTE]Persönlich glaub ich aber nicht, dass ich geträumt werde, da ich der Meinung bin, dass ich meinen eigenen Willen und Charakter habe[/QUOTE]
Meinungen und Überzeugungen können auch geträumt sein.

Es ist sicher nicht leicht für die meisten festzustellen, wie wackelig und illusionär letztlich die Fundamente unserer Wahrnehmung, unserer Wirklichkeit sind.
SenseLäuft letztlich nicht alles auf eine Illusion hinaus? Selbst wenn wir existieren leben wir dennoch in einer Illusion, in einer Illusion, die unser Geist uns vorgibt oder als Wirklichkeit ausgibt. Wir sehen, doch diese Bilder sind alle Geistgemacht...
Sind wir oder sind wir nicht? Wenn wir geträumt sind, dann sind wir auf einer subtileren Ebene und dennoch sind wir nicht... Wer uns träumt ist letztlich egal, und doch suchen viele Menschen nach diesem jemand und er kommt in vielen Kulturen vor in Form von Göttern... wir bitten, beteln, heucheln um ihm zu gefallen, damit er sich in einem anderen Traum an uns erinnert und wir wieder oder weiterleben können. Wenn dies so ist, dann sind wir uns auf einer Ebene des "Bewusst" sein bewusst, dass wir Träume sind...
Illusion und Wirklichkeit sind letztlich dasselbe... alles eins und doch getrennt?!
Es wurde gesagt, dass man nicht geträumt ist, wenn man denkt, zweifelt oder sonstiges... warum? Das kann immernoch geträumt sein... der Traum kann sich schützen indem er uns zweifeln lässt, er gibt uns die Gedanken freiwillig um weiter zu leben.
Vielleicht wacht diese Person schon bald auf, oder vielleicht ist diese Person selbst ein Traum? Vielleicht sind wir nur existent in einer Traumwelt eines im Koma liegenden, der sich diese Welt zum "weiterleben" erschaffen hat... er selbst jedoch kann diese Welt nicht mehr steuern, weil er Teil dieser Welt geworden ist und sich selbst nicht ihrer Bewusst ist... wenn er sich bewusst wäre, wäre dies sein Tod oder der unsrige? Ob wir nun geträumt sind oder nicht können wir nicht beweisen, ich kann nicht beweisen, dass ich bin aber auch das Gegenteil kann ich nicht beweisen.
Doch so oder so sind wir alle Gefangene UNSERES Geistes, unseres Bewusstseins, unserer Sinne und Wahrnehmung... so oder so können wir der Illusion der Wirklichkeit nicht entfliehen in jeder Form des Seins werden wir Gefangen sein... vielleicht sind wir einfach zu Überzeugt von der Wirklichkeit der Illusion... und die Erleuchtung ist der einzige Ausweg... unser Tod würde uns in eine weitere Illusion / Wirklichkeit stürzen... oder ins NICHTS? Ob wir sind oder nicht ist eine gute Frage... selbst wenn wir nicht sind, sind wir doch...

Das ist jedenfalls meine Auffassung unserer "Wirklichkeit" / Illusion...

Sense :D
P.S. Ich hoffe es war nicht zu verworren!
DarkSoul13Das erinnert mich noch an eine andere Sache.
Habt ihr euch eigentlich schonmal überlegt, dass wir vielleicht
in einer Art Miniaturwelt leben, in einem Glas bei einem Wesen
im Haus (oder was auch immer), zur Belustigung dieser Wesen, so wie wir Fische in einem Aquarium halten...

Dass wir "Menschen" eigentlich nur ganz kleine, wehrlose Wesen sind und wir vollkommen von der Laune der Wesen abhängig sind, die uns erschaffen haben. Und vielleicht sind wir denen irgendwann langweilig und sie lassen unsere Welt einfach fallen, und aus die Maus. Diese Wesen sind vielleicht so etwas, was wir als Götter bezeichnen...

Da kann man sich auch schön wuschig mit machen...
Silence1989@Sense: Das lass ich jetzt mal kommentarlos so stehen, da man das nicht weiter ergänzen kann *g* Aber es ist - auch meiner Ansicht nach - die "Wahrheit".

Jetzt könnte man eine 2. Diskussion starten: Gibt es so etwas wie "Wahrheit" überhaupt? Ich meine, alles wurde von Menschen erdacht, es könnte jedoch völlig anders sein...

@DarkSoul13: Die "Aquarien-These" finde ich auch äußerst interessant... So könnte man sich auch die "Naturkatastrophen" erklären. Das wäre dann die Willkür der "höheren Wesens". Und da man sich nicht in Fische hineinversetzen kann, kann man auch nicht beurteilen, ob diese wissen, dass es uns Menschen gibt...

In diesem Sinne...

~>Norman K.<~
EskapistDie Möglichkeit, dass wir Teil einer Computersimulation sind, fasziniert mich schon seit längerer Zeit. In akademischen Kreisen wird das sehr ernsthaft diskutiert - der Oxforder Philosoph Nick Bostrom hat dazu ein ausführliches Papier geschrieben, welches ich einmal unter religionssoziologischen Gesichtspunkten analysiert habe. Ihr könnt euch das gerne mal anschauen [url]http://www.delfi-network.de/PDF-Data/ki_workshop_2004/Simulation.pdf[/url][URL=http://www.delfi-network.de/PDF-Data/ki_workshop_2004/Simulation.pdf]Das Simulation Argument[/URL]. Habe dazu auch einen eigenen Thread auf meiner HP: [URL=http://www.delfi-network.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=18]Wir leben bereits in einer Simulation - oder doch nicht?[/URL]

Ist auf jeden Fall ein philosophisch hochinteressantes Thema, dass sogar den renommierten "Philosophical Quarterly" ziemlich aufgemischt hat...
BudoKurt[QUOTE][i]Original geschrieben von Eskapist [/i]
[B]Die Möglichkeit, dass wir Teil einer Computersimulation sind, fasziniert mich schon seit längerer Zeit. In akademischen Kreisen wird das sehr ernsthaft diskutiert - der Oxforder Philosoph Nick Bostrom hat dazu ein ausführliches Papier geschrieben, welches ich einmal unter religionssoziologischen Gesichtspunkten analysiert habe. Ihr könnt euch das gerne mal anschauen [url]http://www.delfi-network.de/PDF-Data/ki_workshop_2004/Simulation.pdf[/url][URL=http://www.delfi-network.de/PDF-Data/ki_workshop_2004/Simulation.pdf]Das Simulation Argument[/URL]. Habe dazu auch einen eigenen Thread auf meiner HP: [URL=http://www.delfi-network.de/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=18]Wir leben bereits in einer Simulation - oder doch nicht?[/URL]

Ist auf jeden Fall ein philosophisch hochinteressantes Thema, dass sogar den renommierten "Philosophical Quarterly" ziemlich aufgemischt hat... [/B][/QUOTE]

Ich weiss nicht ob das hier schon irgendwo genannt wurde aber dieser Spiegel Artikel passt wunderbar zu diesem Thema:

[url]http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,328008,00.html[/url]

Ich könnte mir das jetzt durchaus vorstellen. (Es ist zumindest Glaubhafter als die Existenz eines Gottes, wobei komischerweise dann unsere Programmierer ja eine Art Gott wären... hmm...)
MontroseDie Welt ist kein Computerprogramm, weil erstens die Welt schon vor Computer bestand (okay, mag Euch nicht überzeugen,; Vergangeheit könnte ja auch Programm sein). Aber ein viel schlagenderes Argument ist, daß Naturvorgänge nach keiner bislang bekannten Computersprache funktionieren. Alles, was Computerprogramme machen, sind etwas digital und recht einlinig auf dem Bildschirm vorzugaukeln. Die Welt hingegen kann man vieldimensional erleben und anfassen, und sie ist analog.
FichuDie Welt ist kein Computerprogramm und auch kein Traum. Beweis: Dies *wink* ist meine Hand (frei nach Moore). Meine Hand ist ein Spezialfall eines realen Gegenstands. Also gibt es um mich herum reale Gegenstände. Warum sind das reale Gegenstände? Nun, eben das bedeutet der Ausdruck "realer Gegenstand" bzw. der Ausdruck "Welt". Wer sagt, die Welt sei geträumt oder simuliert, stellt überhaupt keine neue These auf, sondern verpaßt den Dingen nur einen neuen Namen.

Es erstaunt mich ehrlich gesagt ein wenig, daß so etwas noch in Philosophiezeitschriften diskutiert wird. Was soll denn das?

Leicht überheblich,
Fichu
Sense@Fichu
Kannst du das was du sagst belegen? Kannst du 100% beweisen, dass es so ist? Kannst du die These widerlegen? Ich kann sie nämlich weder be- noch widerlegen. Und eben, deshalb kann man über ein solches Thema philosophieren. Das ist die Essenz... ;)

@Silence1989
Danke!
Wegen der Wahrheit:
Es ist wie vieles, was Menschen definierten abstrakt. Es gibt keine einheitliche Definition von Wahrheit, das hängt alles von dem Menschen ab.
Fichu@Sense:
Was gibtsn da zu beweisen? Ich beherrsche die deutsche Sprache. Das Wort "Realität" bedeutet, na ja, eben das da *zeigaufirgendwasummichherum*. Das Wort "Traum" bedeutet was anderes, nämlich das, was ich veranstalte, während ich z. B. schlafe. Also ist die Frage, ob Realität Realität ist oder Traum, nicht nur beantwortbar, sondern trivial.

Nochmal, es [I]ist[/I] gar keine These. Es ist bestenfalls ne pragmatische Frage, ob man die Welt nicht lieber "Simulation" oder "Traum" nennen sollte. Nur, warum sollte man so etwas tun wollen?

Es ist mir klar, daß das nicht die Antwort ist, die solche Leute hören wollen ... Aber so ist es nun mal in der Philosophie.
Silence1989@Sense: Und das ist es. Keiner kann irgendeine These weder be- noch widerlegen. Jeder kann nur das sagen/schreiben, was er denkt (bzw. was ihm/ihr *gedacht wird* [?]).

@Fichu:

1. Du sagst, das sind reale Gegenstände. Wenn man die Möglichkeit hätte, irgendeine Figur in einem Rollenspiel zu fragen, würde sie dir erzählen, dass genau dieses Gebäude, was du auf deinem Bildschirm siehst, ein realer Gegenstand ist.

2. Keiner sagte, dass wir unser Leben träumen (was jedoch auch eine Möglichkeit wäre...). Es geht mehr darum, ob wir in dem Traum eines "höheren Wesens" leben/vorkommen.

Ich denke der Begriff Realität existiert nur, um es den Menschen leichter zu machen, sich etwas vorzustellen.

Dieser Beitrag spiegelt lediglich meine Meinung wieder. Ich will sie niemandem aufzwingen.

In diesem Sinne...

~>Norman K.<~
Fichu@Silence1989:
[QUOTE]1. Du sagst, das sind reale Gegenstände. Wenn man die Möglichkeit hätte, irgendeine Figur in einem Rollenspiel zu fragen, würde sie dir erzählen, dass genau dieses Gebäude, was du auf deinem Bildschirm siehst, ein realer Gegenstand ist.[/QUOTE]
Wenn du eine Figur im Rollenspiel fragen könntest, wärst du selbst Teil des Rollenspiels. Und in dem (unmöglichen) Fall [I]wäre[/I] das Rollenspiel-Gebäude auch real, nämlich ebenso real wie du.

[QUOTE]2. Keiner sagte, dass wir unser Leben träumen (was jedoch auch eine Möglichkeit wäre...). Es geht mehr darum, ob wir in dem Traum eines "höheren Wesens" leben/vorkommen.[/QUOTE]
Wo ist der Unterschied? Es läuft doch darauf hinaus, daß die Wirklichkeit nicht die [I]wirkliche[/I] Wirklichkeit sein soll, wobei sich die [I]wirkliche[/I] Wirklichkeit von der ansonsten völlig identischen Wirklichkeit nur dadurch unterschiede, [I]wirklich[/I] wirklich zu sein. In diesem Fall hätte (das kursive) [I]wirklich[/I] überhaupt keinen Sinngehalt, m. a. W. es macht gar keinen Unterschied.

[QUOTE]Ich denke der Begriff Realität existiert nur, um es den Menschen leichter zu machen, sich etwas vorzustellen.[/QUOTE]
Das Wort "Realität" ist ein sprachliches Zeichen, das wir verwenden, wenn wir uns auf dies und das um uns herum beziehen. Aus diesem Gebrauch erhält es ja seine Bedeutung: nämlich eben dies und das um uns herum. Die Bedeutung von "Realität" ist kein Stück geheimnisvoller als die von z. B. "Tisch", von daher hat es gar keinen Sinn zu behaupten, es würde [I]in Wirklichkeit[/I] was ganz anderes ('ein höheres Wesen, das träumt', etc.) bedeuten.

Ich will auch niemandem meine Meinung aufzwingen. Wir philosophieren doch bloß. ;) Außerdem tu ich zwar manchmal etwas klug, behalte mir aber ausdrücklich vor, absoluten Stuß zu reden. ;)
SenseKlaro,
letztendlich ist es egal, ob wir erdacht / erträumt, simuliert sind oder in einem Biotop leben. Es ändert nichts an unserer Wahrnehmung der Dinge. Aber diese Gedanken sind eben trotzdem äußerst Interessant.

Also warum kann es denn nicht sein?
hitokories ist anzweifelbar um auf decartes zurückzukommen, aber immerhin durchaus möglich!
jedoch nicht bestritten werden das ich bin!

ich existiere ich bin

später abgwandelt in:

ich denke also bin ich


und den rest stellen wir uns einfach nur vor!
Fichu[QUOTE][i]Original geschrieben von Sense [/i]
[B]Also warum kann es denn nicht sein? [/B][/QUOTE]
Weil der Satz, der "es" ausdrücken soll, sprachlich scheitert. Wir spekulieren hier doch scheinbar über den Wahrheitswert des Satzes "Die Welt ist der Traum eines höheren Wesens". Damit der Satz einen Wahrheitswert haben kann, muß er eine Bedeutung ausdrücken (völlig klar, "Qllabaadgiuwabaäakdodj." ist nicht wahr oder falsch). Der Satz ist ein komplexes sprachliches Zeichen, dessen Bedeutung sich mit aus den Bedeutungen der darin vorkommenden Wörter ("Welt", "Traum" usw.) ergibt. Die Bedeutung der Wörter ergibt sich aus dem Gebrauch: "Tisch" bedeutet deshalb 'Tisch', weil man es in bezug auf Tische gebraucht.

Das hat Konsequenzen. Zum Beispiel, wenn eine Figur in einem Computerspiel "Tisch" sagt, bedeutet das was anderes als unser Wort "Tisch", nämlich nicht 'Tisch' sondern 'simulierter Tisch'/'Tisch auf dem Bildschirm'. Die Figur im Spiel hat gar nicht die Möglichkeit, sprachlich auf etwas außerhalb der Spielwelt zu referieren, weil alle Wörter, die sie zur Verfügung hat, ihre Bedeutungen nur relativ zur Spielwelt haben. Ich als Spieler kann sagen "Der Tisch da [auf dem Bildschirm] ist nicht real" und hätte recht. Wenn die Spielfigur denselben Satz äußern würde, hätte sie aber unrecht, weil ja "Tisch" und "real" in ihrer Sprache eben genau das bedeuten.

Und genau wie die Spielfigur (aus Prinzip, nicht aus Unzulänglichkeit) nicht in der Lage ist, sprachlich aus der Spielwelt herauszutreten, können auch wir nicht sprachlich aus der Welt heraus, in der wir uns bewegen. Das aber ist der Anspruch solcher Sätze wie "Die Welt ist eine Computersimulation" oder "Die Welt ist der Traum eines höheren Wesens", die ja beide in diesem Thread vorkamen. Allerdings kommt bei dem zweiten Satz vielleicht eine religiöse Dimension hinzu, ich weiß es nicht. Religiöse Sätze funktionieren anders (und man sollte sich auch nicht über ihre Wahrheit streiten).

((Ich will ja niemandem die Diskussion verbieten, wollte bloß auf (mögliche) sprachliche Mißverständnisse hinweisen.))
SenseVon dieser Seite habe ich es noch nicht gesehen, aber dieser Aspekt ist mir eigentlich auch nicht so wichtig. Die Sprache führt immer zu missverständnissen, weil sie nie alles ausdrücken kann, dennoch kann man versuchen etwas mit ihr auszudrücken, was nicht auszudrücken ist. (Der Satz ist etwas merkwürdig) Ich schaue über die Sprache hinweg und wirdme mich der Essenz der Gedanken, ich denke nur so kann man philosophieren.

Und was ist mit dem dritten Gedanken, das mit dem Biotop unter Glas?

Ich weiß nicht, ob jemand versteht was ich sagen will :) hoffe es aber.

Sense
Fichu[QUOTE]Die Sprache führt immer zu missverständnissen, weil sie nie alles ausdrücken kann, dennoch kann man versuchen etwas mit ihr auszudrücken, was nicht auszudrücken ist. (Der Satz ist etwas merkwürdig) Ich schaue über die Sprache hinweg und wirdme mich der Essenz der Gedanken[/QUOTE]
Genau diese Einstellung ist nach vielen moderneren Philosophen dafür verantwortlich, daß die Philosophie in tausenden von Jahren kaum weitergekommen sei.
[QUOTE]ich denke nur so kann man philosophieren. [/QUOTE]
[I]"Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenzen der Sprache geholt hat. Sie, die Beulen, lassen uns den Wert jener Entdeckung erkennen."[/I]
– Ludwig Wittgenstein, "Philosophische Untersuchungen", § 119.


:)
Silence1989[QUOTE][i]Original geschrieben von Fichu [/i]
[B]Genau diese Einstellung ist nach vielen moderneren Philosophen dafür verantwortlich, daß die Philosophie in tausenden von Jahren kaum weitergekommen sei.
[/B][/QUOTE]

Gibt es dafür auch eine Begründung? Die hätte ich ganz gerne... Ich verstehe nicht, was diese Einstellung mit dem Weiterkommen der Philosophie zu tun hat.
Ich selbst denke auch, dass man viele Gedanken einfach nicht in Worten ausdrücken kann...


[QUOTE][i]Original geschrieben von Sense[/i]
[B]Und was ist mit dem dritten Gedanken, das mit dem Biotop unter Glas?[/B][/QUOTE]

Ich denke mal, dass ich weiß, was du meinst.... liege ich richtig, wenn ich sage, dass es der "Aquarium-Vorstellung" sehr ähnelt?

In diesem Sinne...

~>Norman K.<~
FichuWas sich nicht sagen läßt, läßt sich nicht sagen. Philosophieren heißt wesentlich auch sprechen (Gedankenaustausch). Deshalb kann Unsagbares nicht selber zur Philosophie gehören (man kann zwar philosophieren, ob es Unsagbares gibt und so, aber nicht das Unsagbare selbst). Wer sich daran versucht, scheitert (was immer er/sie sagt, ist ja nicht unsagbar), und wenn sich daran ziellose Diskussionen entzünden (deren eigentlich intendiertes Ziel nicht sagbar, also philosophisch nicht greifbar ist), kommt man nicht weiter. Da hilft dann Sprachanalyse, und das ist es, was moderne Philosophen sehr oft auch tun.

(Das ist unabhängig von der Frage, ob alles Denkbare auch sagbar ist. Nur, wenn es Unsagbares gibt, dann muß man eben davon schweigen. ;))

Oder so.

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