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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Tao
adiich habe mich da etwas gefragt...vieleicht kann mir jemand weiterhelfen:

"Vergiss das Streben, es wird sich alles von selbst ergeben".

Kann das von jemandem gesagt werden der schon nach nichts mehr strebt, oder bloss von einem der danach strebt so zu sein.

[SIZE=3]bitte weiter unten neudefinition reinziehen.-->[/SIZE]
JesterEine sehr sehr seeeehr grundlegende Frage, welche die Definition vorraussetzt, die man selbst dem Terminus "streben" gibt.
Wo beginnt das streben, in welcher Größenkategorie? Wenn das streben sich für einen nur auf die all zu ferne Zukunft bezieht kann es durchaus möglich sein, das die Möglichkeit besteht "Nicht zu streben".
Wenn man aber einfach davon ausgeht, das alleine alltägliche und unmittelbare bevorstehende Handlungen ein Streben darstellen dann ist es schlichtweg nicht möglich nicht zu streben!

Allein der Griff nach einem Apfel stellt doch schon ein unmittelbares Streben dar, man strebt danach den Apfel zu greifen und ihn zu verspeisen, und in diesem Fall ist es nicht möglich einfach davon auszugehen das es sich von selbst ergeben wird, das der Apfel zu einem kommt und verspeist werden kann, da eine aktive und bewusste Handlung dafür nötig ist. Und diese stellt doch schon, in einem gegebenen Kontext, ein streben dar.

Die Definition des "Streben" an sich ist also für die beantwortung essenziell, und ich denke das eine bewusste und überlegte Handlung ein Streben darstellt, da mit jeder Handlung ein gewisses Ziel verfolgt wird, nach welchem man nunmal strebt...

Das Jesterchen
cleopatraSo ein Spruch könnte jemand sagen, der nicht ständig nach etwas "sucht" sondern "findet", denn wenn man nicht sucht, findet man immer. Es kommt immer etwasauf einen zu. Das ist auch so, dass sich um sonst den Stress macht, als wenn man alles in Ruhe abwartet.
Der Spruch sagt ja auch, dass man alles in Ruhe angehen lassen sollte.
NopeEs ist nicht möglich, nach "nichts" zu streben. Siehe Jesters Definition.

[QUOTE]Kann das von jemandem gesagt werden der schon nach nichts mehr strebt, oder bloss von einem der danach strebt so zu sein.[/QUOTE]

Ich verstehe nicht ganz, warum es eine dieser beiden Parteien [b]nicht[/b] sagen könnte.
Letztere könnte leichtsinnigen Mutes, erstere mit begründeter Erfahrung argumentieren.

*fragendguck*
JesterArgumentieren wir kurz zu den zwei Beispielen die du gennant hattest,

zuerst die Blume:

Sie strebt nicht danach schön zu sein....
Da drängt sich schon wieder die Frage nach der Definition aus ob "streben" einem nicht (nachweislich) denkendem "Ding" überhaupt de facto möglich ist. (Ich will hier nicht auf Wortmalereien wie "Der Baum strebte der Sonne entgegen" verwiesen wissen, da man denke ich doch mit Bestimmtheit sagen kann das diese Wortmalerische Darstellung nicht im geringsten in dem Zusmmenhang mit dem hier gemeinten Streben steht, wenn es auch ohne weiteres Ableitbar wäre*).


die Laotse-Geschichte:

Wenn man behaupten wollte das Laotse nach nichts streben würde, so denke ich das wäre es doch sehr naiv das einfach so zu behaupten, nur weil er in diser kurzen Geschichte keine besondere Gier zu materiellen Besitztümern darlegt. Auch er strebt nach etwas, so wie er daliegt. Er strebt nach einem beruhigendem Sonnenbad, und wie sich duch die Ankunft des zweiten Herren zeigt, muß er sogar eine aktive Handlung begehen um diesen bestrebten Zusatnd aufrehct zu erhalten, er muß nämlich seinen Gegenüber davon überzeugen in weiterhin dort in der Sonne liegen zu lassen und sich nicht im Schatten zu befinden. Auch Laotse hat ein Ziel, und sobald ein Ziel vorhanden ist, gibt es auch das Bestreben dieses ZIel zu erreichen.


Wieder bleibt die Definition die Frage. Heutzutage begnügt sich der Normalsterbliche damit das Streben sehr einfach und herunterreduziert zu definieren, was meiner Ansicht nach ein Fehler ist.
Streben wird heutzutage sehr materiell oder sehr egoistisch definiert. So ist nur strebsam, wer großes vorhat, keiner sieht eine Strebsamkeit in dem Versuch sich im Alltäglichen selbst zu überwinden um dadurch nach einem größeren Selbst zu streben.

Ich lass das hier erstmal zum sacken lassen, bevor ich in zu viel Geschwafel übergehe das nur ermüdet ...

Wenn wir das Streben nur einem Wesen zugestehen welches über einne Geist (bzw. Instinkt) verfügt, würde eine Blume nach dem Stand unserer, ach so wundervollen, Wissenschaft als Kandidat wegfallen. Auch wenn man durchaus auch das Vorteilsprinzip auf diese Tatsachen anwenden kann (Siehe auch Fußnote).


* Denn auch der Baum "strebt" mit einem Ziel der Sonne entgegegn ,wen ner dies auch vielleicht nicht wissenlich ttut. Immerhin offeriert es ihm weitaus vielversprechende Vorteile der Sonne entgegen zu wachsen. Allein die Tatsache das er die Sonnenstrahlen für die ihm überlebenswichtige Photosynthese braucht. Dadurch das er auf die Sonne zuwächst steigt die Chance das seien Krone höher empor ragt als die anderer Pflanzen, was einen enormen Vorteil darstellt. Aber ich will das hier nicht weiter ausführen, das könnte man ewig ausdehnen.
adiIch habs, gebe dir in allem recht Jester.

muss nur etwas noch klar stellen.

Lassen wir mal das streben der natur beiseite(essen, Tiere, Pflanzen usw.)

...ich weiss, ich weiss, ihr seit nicht so für das nicht-streben aber freundet euch doch einfach kurz für die winzig kleinen zeilen mit diesem gedanken an:

Meiner Ansicht nach ist die Person, welche im Zustand des nicht-Menschlichen-strebens(also die natürlichen streben ausgelassen) ist, sich auch gar nicht [SIZE=4]bewuss[/SIZE] das sie nicht-strebt.

nun also meine frage, kann diese person denn überhaupt eine aussage über das streben machen, wenn sie sich nicht einmal dem nicht-streben bewusst ist?
JesterIst das nicht mehr eine Wortdreherei die zum verwirren anmutet?

Gegenfrage:

Wie kann man sich etwas bewusst sein, wenn es nicht existent ist?

Darauf läuft deien Aussage hinaus, und die Aussage setzt auch vorraus das die besagte Person noch nie in ihrem Leben nach irgend etwas gestrebt hätte, denn sonst könnte sie schon aufgrund der Erinnerung an das letzte Streben eine Aussage über den Teminus an sich machen.
Wenn eine Person aber nun noch nie nach etwas gestrebt hatte, warum sollte sie danach streben eine Aussage über das Streben an sich treffen zu sollen?

Und wenn wir das Streben im Zeitgenössischen sehen, also das Streben welches ich in meinem letzten posting beschrieben hatte (Karriere, Geld,Glück), denke ich das selbst ein Mensch der sich seines eigenen "nicht-strebens" nicht bewusst ist doch eine Aussage über das Streben an sich abgeben, alleine dadurch das er es immerzu um sich herum wahrnimmt.
Vorraussetzung dafür ist, das ihm der Terminus "Streben" an sich bekannt ist. (Das allerdings würde wieder dazu folgen das er aufgrund der Tatsache das er weiss was streben an sich ist, auch darauf schliessen kann das er nicht nach etwas strebt. Denn sobald man sich der Bedeutung eines Wortes bewusst ist, wird man es unbewusst auch auf die eigene Situation anwenden.)
adihier wird man ja richtig in die wiege gelegt.
finds toll, danke Jester. hat mir viel geholfen, dein beitrag. :)
JesterFreut mich wenn meien Gedanken irgedenwem helfen seine eigenen besser zu definieren. Austausch kann immer nur allen Seiten von Vorteil sein.

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