| Nachtschwärmer | Ich hoffe, dies ist das richtige Subforum.. :) Was haltet Ihr von dieser Aussage? Ein Psychotherapeut äusserte sich heute in dieser Formulierung. Als Behandlungsmethode wurden Neuroleptika und Elektroschocktherapie vorgeschlagen, um dieses Problem zu beheben. Wo liegt der Sinn, in der absichtlichen Verdummung? In volkswirtschaflicher Hinsicht ist dies doch eine Verschwendung von Ressourcen. Andererseits könnte man es als gefügig machen von Individualisten sehen um diese zu einer einfachen doch "ordentlichen" Arbeit zu dressieren. Tatsächlich ist das Vorgehen in der Psychiatirie genau dasjenige. Erstrebenswert sei das Heranführen des Patienten an die "Grenze des Schwachsinns" -> "Dumm aber glücklich"? |
| Kitty-Jay | In welchen Zusammenhang hat er es denn gesagt? und zu wem? |
| the batwaver | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nachtschwärmer [/i] [B]Tatsächlich ist das Vorgehen in der Psychiatirie genau dasjenige. Erstrebenswert sei das Heranführen des Patienten an die "Grenze des Schwachsinns"[/B][/QUOTE] WO ist es "genau dasjenige"? WOBEI ist dieses vorgehen erstrebenswert? erklär's mir. [quote][b]Ich hoffe, dies ist das richtige Subforum.. :)[/b][/quote] *auf [i]Dunkelheit und Licht[/i] deutet* aber keine sorge, das ist sache der mods. |
| Nachtschwärmer | Vielen Dank für eure Antworten! Mein Psychiater erwähnte dieses Problem in einem Gespräch mit mir als Patient. Ich leide an Depressionen, welche mit normalen Antidepressiva nicht erfolgreich behandelt werden konnten. In diesem Artikel wird die absichtliche Verminderung der Intelligenz beschrieben: [url]http://www.cchr.org/ect/ger/page04a.htm[/url] Die Aussage stamt von 1942... ok, ist schon eine Weile her, doch das Prinzip ist das gleiche geblieben. Die Medikamente sind feiner geworden, die Wirkung ist im Grunde genommen die selbe geblieben. Elektroschocktherapie heisst jetzt Elektrokrampftherapie, doch die Vorgehensweise und der Effekt, welcher damit erzielt wird ist ebenfalls der selbe. |
| the batwaver | warum hält er deine intelligenz für ein hindernis? |
| Mondtänzerin | @ Batwaver Ich denke, dass die Intelligenz für viele Leute den Weg zu erfolgreichen Therapie versperrt, zumindest in den Augen der Psychiater, denn wer viel weiß, macht sich viele Gedanken, kommt somit auch auf Hintergründe und Umstände, die andere vielleicht nicht bemerken, kommt ins Grübeln, denkt zu viel (wenn das überhaupt geht) über ausweglose Dinge nach, logische Folge sind Depressionen. I Die Psychiater werden meinen, dass, wer weniger intelligent ist, weniger dazu neigt, sich über etwas Gedanken zu machen, zum Beispiel über hirnrissige Behandlungsmethoden oder ähnliches. Demzufolge ließen sich dann angeblich Depressionen besser 'heilen', falls dies wirklich möglich sein sollte. |
| the batwaver | ah, hier antwortet B auf eine frage an A. [i]that's life[/i]. [QUOTE][i]Original geschrieben von Mondtänzerin [/i] [B]@ Batwaver Ich denke, dass die Intelligenz für viele Leute den Weg zu erfolgreichen Therapie versperrt, zumindest in den Augen der Psychiater Die Psychiater werden meinen, dass, wer weniger intelligent ist, weniger dazu neigt, sich über etwas Gedanken zu machen, zum Beispiel über hirnrissige Behandlungsmethoden oder ähnliches.[/B][/QUOTE] fette nachtigall namens verallgemeinerung, ick hör dir trapsen. von "[i]Die[/i] Psychiater" habe ich hier nichts gelesen, sondern nur von einem bestimmten doc, nämlich den des nachtschwärmer-patienten. und was "die" so meinen, damit wäre ich sehr vorsichtig. und woher gleich die unterstellung, sie möchten gleichgeschaltete dutzi-dutzi-patienten? nun ja, diese befürchtung äußerte ja auch schon nachtschwärmer selbst. daß manche intelligente menschen sich mit ihrer kopflastigkeit "selbst im wege stehen", ist nichts neues und auch nicht anzuzweifeln. jedoch hat dies m. erfahrung nach nichts mit "intelligenz" als solcher zu tun, sondern mit eigenem zwangsdenken, dem unvermögen "abzuschalten" oder den ausknopf der inneren analyse-tonbänder zu finden. ob jemand deswegen gleich "unmöglich erfolgreich zu therapieren" ist (oder nur mit dem brecheisen), das ist noch lange nicht zwingend. andere frage... sind tumbe patienten tatsächlich besser therapierbar? und ist es tatsächlich so, daß die heutigen psychiater in ihrer ausbildung den unterschied bzw. die antwort auf diese frage NICHT beigebracht bekommen? noch anderere frage: welche feindbilder werden hier eigentlich unterschwellig zum tragen gebracht? "die" psychologen wollen pflegeleichte ja-sager und wenden dazu brachialmethoden an, um den individualismus zu unterdrücken?? und jetzt die alleranderste frage: was wäre der LOGISCHSTE weg, wenn man tatsächlich mit einer solchen meinung konfrontiert würde, daß man elektrokrampftherapie o.ä. bekommen sollte? - meinungen ANDERER ÄRZTE einholen - bei PSYCHOLOGISCHEN VERBÄNDEN nachfragen - falls der psychiater wirklich ein ar*** mit nazi-methoden (??) sein sollte, KICKEN - es gibt massig psycho-docs, nicht nur den einen - leute fragen welche eventuell den psychiater, MINDESTENS aber DEN PATIENTEN genau kennen!!! was kann ich schon über dich, nachtschwärmer, sagen? was weiß ich über deine krankheit, deine symptome, deine bisherigen therapie-erfahrungen, eventuelle klinikaufenthalte? so gut wie nichts - deine informationen bleiben knapp und schwammig. KANN ich dich beurteilen und entscheiden, ob eine bestimmte therapie für dich geeignet wäre? KANN ich beurteilen, ob deine intelligenz wirklich so enorm, deine medikamente so wirkungslos sind? und selbst wenn ich es könnte - SOLLTE ich es? nein. [b]denn das hier läuft auf ferndiagnose heraus.[/b] und sowas mache ich nicht und halte auch dieses forum für denkbar ungeeignet! solltest du stattdessen die frage diskutieren wollen, ob dumme menschen glücklicher sind - dazu gibt es bereits laufende threads. zach |
| Nachtschwärmer | Batwaver, die Frage ist nicht auf eine bestimmte Situation bezogen, sondern allgemein auf die psychiatrische Praxis; deswegen auch nicht im Hospital gepostet. Mondtänzerin hat es verstanden %) Wenn Du von unterschwelligen Feindbildern sprichst, dann könnte man den Sinn der Behandlungsmethoden in Frage stellen. Von überdurchschnittlicher Intelligenz ist nicht die Rede, mehr von normalem Menschenverstand. Die Methoden, welche zur Behandlung von schwerwiegenderen psychischen Krankheiten eingesetzt werden, Medikamente, Schocktherapie, haben schlussendlich das selbe Ergebnis, das ist die Verminderung der Intelligenz. Die geläufigste Form der Therapie ist das Verschreiben von Medikamenten, welche von Gesprächstherapie begleitet wird. Die Gesprächtherapie beläuft sich hauptsächlich darauf, die Wirkung und die Dosis der Medikamente zu kontrollieren. Diese Medikamente verringern den Verstand, ebenso wie die Schocktherapie. Ob dies glücklich macht, bezweifle ich. Und wenn, dann ist es ein imo unannehmbarer Kompromiss. [quote] "die" psychologen wollen pflegeleichte ja-sager und wenden dazu brachialmethoden an, um den individualismus zu unterdrücken??[/quote] Wenn ich auf "Einer flog über das Kuckucksnest" verweise, klingt das wahrscheinlich lächerlich. Tatsächlich wird die Situation in diesem Film überspitzt dargestellt, doch im Grunde ist es auch heute noch so, wenn auch gemässigter. Aber diese Begebenheiten werden verleugnet und mit geschickter Diplomatie versteckt. Schliesslich können nur Verrückte über die Zustände berichten, und die sind ja sowieso dumm. (Zumindest nach der Behandlung.. :\ ) |
| the batwaver | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nachtschwärmer [/i] [B]Batwaver, die Frage ist nicht auf eine bestimmte Situation bezogen, sondern allgemein auf die psychiatrische Praxis; deswegen auch nicht im Hospital gepostet.[/b][/quote] ich habe gar nicht auf das hospital verwiesen. eine diskussion über psychiatrische praxis gehört allerdings dennoch nicht zur philosophie. [quote][b]Mondtänzerin hat es verstanden %)[/b][/quote] sie ist der gleichen meinung wie du, das zumindest ist fakt. [quote][b]Die geläufigste Form der Therapie ist das Verschreiben von Medikamenten, welche von Gesprächstherapie begleitet wird.[/b][/quote] kommt drauf an welche krankheit und in welcher stärke diese vorliegt, oder? [quote][b]Die Gesprächtherapie beläuft sich hauptsächlich darauf, die Wirkung und die Dosis der Medikamente zu kontrollieren.[/b][/quote] auch das ist wieder von der krankheit und der jeweiligen behandlung abhängig. gesprächstherapie als genereller begriff kann jedoch keinesfalls mit bloßer "pillen-kontrolle" gleichgesetzt werden! [quote][b]Wenn ich auf "Einer flog über das Kuckucksnest" verweise, klingt das wahrscheinlich lächerlich. Tatsächlich wird die Situation in diesem Film überspitzt dargestellt, doch im Grunde ist es auch heute noch so, wenn auch gemässigter. Aber diese Begebenheiten werden verleugnet und mit geschickter Diplomatie versteckt. Schliesslich können nur Verrückte über die Zustände berichten, und die sind ja sowieso dumm. (Zumindest nach der Behandlung.. :\ ) [/B][/QUOTE] gut, ich sehe worauf du hinauswillst. (habe übrigens den film gesehen und den roman gelesen.) [b]aber dann leg endlich mal die karten auf den tisch: WELCHE formen von psychischen krankheiten? in WELCHEM umfeld? mit WELCHER begründung?[/b] sag klipp und klar, wovon du redest!!! denn ansonsten werden hier schwammige begriffe wild in den raum geworfen, verallgemeinerungen und ängste geschürt, die anderen menschen viel gründlicher eine therapie verbauen könnten als ihr "normaler menschenverstand". nicht nebelhaft beschuldigen. keine diffusen verschwörungsgedanken aufbauen. FAKTEN UND KLARTEXT - ansonsten lassen wir das mau-mau-spiel gleich bleiben, denn da blufft man nicht. zach |
| TheTurningPoint | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nachtschwärmer [/i] [B]Mein Psychiater erwähnte dieses Problem in einem Gespräch mit mir als Patient. Ich leide an Depressionen, welche mit normalen Antidepressiva nicht erfolgreich behandelt werden konnten. [/B][/QUOTE]@Nachtschwärmer: Irgendwie kann ich mich in deine Situation nicht hineinversetzen. Könntest du mir in einer PN schreiben, wie sich die Depressionen äußern? Noch weniger kann ich mir vorstellen, daß es "Antidepressiva" gibt.[QUOTE][B]In diesem Artikel wird die absichtliche Verminderung der Intelligenz beschrieben: [url]http://www.cchr.org/ect/ger/page04a.htm[/url] ... Elektroschocktherapie heisst jetzt Elektrokrampftherapie, doch die Vorgehensweise und der Effekt, welcher damit erzielt wird ist ebenfalls der selbe. [/B][/QUOTE]Klingt schon irgendwie grausam. Den Menschen durch "Verminderung der Intelligenz" zum willenlosen Arbeitstier zu machen, kann eigentlich auch nicht das Ziel einer menschlichen Gesellschaft sein. Andererseits bin ich bei Artikeln von Scientology immer etwas skeptisch. Ihre Reduzierung des Menschen auf ein rein geistiges Wesen finde ich genauso problematisch. Ich glaube, eine Gesellschaft kann dem Menschen nur gerecht werden, wenn sie ihn als Einheit von Körper und Geist (Tier und vernunftbegabtes Wesen zugleich) betrachtet. |
| Menedemos | [QUOTE][i]Original geschrieben von the batwaver [/i] [B] *auf [i]Dunkelheit und Licht[/i] deutet* aber keine sorge, das ist sache der mods. [/B][/QUOTE] Thema bleibt hier! |
| the batwaver | [QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i] [B]Noch weniger kann ich mir vorstellen, daß es "Antidepressiva" gibt.[/B][/QUOTE] antidepressiva = fachausdruck für stimmungsaufhellende medikamente. sind besonders dann gegeben, wenn die depression endogen (also von innen kommend, aufgrund eines verschobenen hirnstoffwechsels) sind. brauchen auch immer einige zeit, bis sie "anschlagen" - sich mal eben die schlechte stimmung "wegdröhnen" ist also nicht. |
| Menedemos | Ich kann mir - theoretisch - zwei Möglichkeiten vorstellen, daß Intelligenz ein Problem ist: 1. Man durchschaut die psychologischen Tricks der Therapeuten, so daß sie nichts nützen und man das Vertrauen in den Psychologen verliert. Sicherlich setzen Therapeuten manchmal kleine Tricks ein. Aber ich glaube, nicht nur. Der beste Beweis ist ja, daß auch Psychologen selbst, die ja alle diese Tricks und Kniffe kennen, durchaus erfolgreich therapiert werden können. Ein Freund von mir, der Psychologe ist, hat auf meine FRage, ob ein Psychologe selbst überhaupt therapierbar ist durch einen anderen, geantwortet: "Auch der Chefkoch kann gut essen gehen!" Freilich muß man aufpassen, daß man an einen guten und aufrichtigen Therapeuten gerät, der einen nicht mit faulen Tricks zu therapieren versucht, sonst verliert man schnell das Vertrauen, nachdem man diese durchschaut hat. Wenn dein Therapeut so etwas sagt, solltest du einmal nachdenken, einen anderen zu suchen, vielleicht fühlt er sich dir nicht gewachsen. 2. Ein anderes Problem ist vielleicht, daß man, wenn man "intelligent" ist, mehr nachdenkt als andere. (?) Weiß nicht, ob sich das überhaupt so verhält. Auch doofe Leute sind keineswegs frei von psychischen PRoblemen. Ein Problem könnte ich mir vorstellen, daß man, wenn man allgemein sehr nachdenklich ist, dazu neigt, seine "Intelligenz" dazu benutzen zu wollen, seine Probleme zu lösen, während andere Leute sich vielleicht stattdessen abzulenken versuchen, indem sie in Gesellschaft gehen oder indem sie ihre Probleme mit Vertrauten bereden. Und wenn dann das viele Grübeln überhaupt das Problem [i]an sich[/i] ist oder zumindest ein Teil davon, dann könnte man, in gewisser Weise, schon sagen, daß "Intelligenz" ein Problem ist. |
| spiegelkind | ich möchte kurz einwerfen, dass diese behandlungsmethoden in keinster weise legitim sind. kein arzt, der zumindest halbwegs etwas von seinem beruf versteht, würde ernsthaft über solche lächerlichkeiten wie "Intelligenzminderung" nachdenken, die berühmte elektroshocktherapie existiert in dieser form seit den 50er jahren nicht mehr. meine mutter arbeitet in einer psychiatrischen, geschlossenen anstalt seit nun mehr mehr als 15 jahren, durch sie und ihren kollegenkreis erfährt man eigentlich recht viel über gültige behandlungsmethoden sowie die unterstützende medikation - aber die von dir angemerkten methoden werden sicherlich nicht angewendet. |
| HerrSamsa | Oh ich wünschte mir, ich könnte einen Tag lang dumm sein. Nicht ständig denken, zu verstehen suchen oder Sinn suchen. Einmal so naiv sein wie ein glückliches Kleinkind, dessen größtes Problem ist, seinen Daumen für Nahrung zu halten. Aber mal ehrlich. Das chaldäische Wort für Erkenntnis ist auch das Wort für Wissen. Das heißt Adam und Eva stahlen auch Wissen von gott. Unsere Intelligenz war also nicht gottgewollt, sondern wir haben sie uns gestohlen. Ich persönlich halte nicht viel davon aus der bibel zu zitieren, aber dieses Bild finde ich sehr interessant. Es erklärt warum Genie und Wahnsinn so nahe beieinander liegen, warum Erkenntnisse schmerzhaft sind und wenn man den Faden weiterspinnt so manches mehr. Man darf nie vergessen , daß die Intelligenz der EINZIGE Grund für Probleme ist, denn würden wir die Probleme nicht verstehen hätten wir sie nicht. Die künstliche Verdummung ist doch nur die humanere Art als die, die modernen Medien sich zu nutzen machen. Im Grunde sind wir doch nicht über "Brot und Spiele" hinaus. Auch denke ich, daß das "vulga(man beachte, daß dieses Wort Neutrum ist) stultum est" Senecas(ich meine den Philosophen) immer noch gilt. |
| Nachtelbin | "Ihre Intelligenz ist ihr Problem". zur Aussage an sich... ...ich halte sie für gefährlich. Szenario: Mensch hat Probleme, weiß sich nicht zu helfen, ist am verzweifeln. Psychater sagt nun: Heureka, wir haben ihr Problem: alles liegt an der Intelligenz! Und nun? Wird dieser Mensch sich nun nicht darauf "ausruhen"? Wenn er durch sein handeln wirklich den Eindruck erweckt hat, intelligenter zu sein, mehr über alles nahzudenken, wird er jetzt nicht zu dem Schluss kommen, dass alle Therapie nichts bringt, weil er eben zu intelligent ist, mit Intelligenz als Wesensbestandteil, also "unveränderlich"? Wenn er jetzt aber nun weiter so nachdenkt, wird ihm nicht vielleicht klar, dass er ab nun seine Intelligenz als "Schutzschild" benutzen kann, dass er alles, was "nicht normal" verläuft auf seine Intelligenz schieben kann und sich somit weiterhin gar nicht auf sein restliches Wesen besinnen braucht/will um nach eventuellen anderen Quellen für seinen seelischen Mißstand zu suchen? Wozu sollte er dann eine Therapie wollen? Wozu überhaupt noch mit sich selbst auseinandersetzen, denn "die Intelligenz ist doch Schuld"? Und da, denke ich, liegt die Gefahr. Es wird überbewertet, alles auf die Intelligenz geschoben, vielleicht sucht noch der Arzt nach anderen Faktoren, aber vom Patienten wird abgeblockt, denn sein "Makel" behindert ihn zwar (angeblich) aber an sich ist es doch eher Prestige...wer würde sich nichts auf seine Intelligenz einbilden, wenn auch vielleicht nur unbewußt? Oder zumindest darauf, dass sie nun auch schon von "offizieller" Seite bemerkt wurde? Die oben benannte Äußerung an sich wird schon etwas in dem Patienten auslösen, was die weitere Behandlung erschweren würde, wenn dann auch noch Medikamente verschrieben werden sollen wird vermutlich zunächst alles so interpretiert, dass es "verdummen" soll. ..und da liegt das Paradoxe an der ganzen Situation, auch an den Behandlungsmethoden von anno dazumal: wie soll man ein vermeintliches Problem in den Griff bekommen, wenn es "ausgeschaltet" ist? Das Prinzip des "von außen betrachtens" und erst mal "davon wegkommens" wie es sonst öfters praktiziert wird, dürfte hier nicht ziehen, da man hier ja eigentlich schon seine Intelligenz benutzen müsste um das Problem zu lösen, sozusagen ein Lösungsweg, der an sich das Problem darstellt, wie es bei Depressionen, die man von seiner Person ja trennen will und auch kann, eben nicht der Fall ist. Von daher ist ausschalten des ganzen keine Lösung...und von den rabiaten Methoden, die du, nachtschwärmer, aufgeführt hast, ganz zu schweigen... wenn also tatsächlich eine viel zu hohe Intelligenz das Problem sein sollte (und nicht nur ein permanentes Grübeln), sollte vllt eher eine Förderung angestrebt werden...was allerdings bei unserem schönen Gesundheitssystem, über das soetwas vermutlich zunächst laufen würde, auch nicht allzu leicht sein dürfte... Gruß, die Nachtelbin |
| elfenkind | "Ihre Intelligenz ist das Problem", macht irgendwo Sinn. Sowas Ähnliches hat mein Psychiater auch mal zu mir gesagt. Ich glauche auch, dass es grundsätzlich richtig ist, jedenfalls auf die Krankheit bezogen. Grundsätzlich ist Intelligenz kein Problem, aber wenn man eben zu viel über etwas nachdenkt, sieht man die negativen Seiten und mögliche Probleme viel leichter, und über die denkt man dann zuviel nach..jedenfalls bei mir so. Wenn jemand weniger intelligent ist (oder intellektuell?!), denkt er einfach nicht so viel nach, das Offensichtliche reicht. Und das Offensichtliche ist oft das, was am wenigsten Probleme verursacht..zuviel Nachdenken ist zwar grundsätzlich gut, kann aber eben auch ganz böse Folgen haben.. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen, die ich kennengelernt habe und die irgendwelche psychischen Probleme hatten, entweder überdurchschnittlich intelligent waren und sie eben andere Probleme hatten, die andere gar nicht gesehen haben, oder irgendwann mal längere Zeit Drogenprobleme hatten, aber das ist was anderes. Ich glaube also schon, dass Intelligenz Problem sein kann, aber auch nur, wenn man es auf Depressionen u.ä. bezieht..ich habe auch Depressionen, bin aber lieber depressiv als dumm. (Was sich ja nicht grundliegend ausschließt..) "Glücklich aber dumm" macht oft Sinn..intelligentere Menschen haben Probleme, die andere gar nicht sehen und nicht begreifen. So hab ich jedenfalls die Erfahrungen gemacht.. Im Allgemeinen finde ich diese Aussage von einem Psychiater ziemlich bescheuert und ungeschickt.. :confused: |
| BlackDragon | Der Thread ist zwar schon etwas älter, aber ich bin gerade darauf gestoßen und kann das hier nicht so stehen lassen - hier werden ja Feindbilder par excellence aufgebaut! Zu dem Thema "Intelligenz als Problem" möchte ich mich eigentlich garnicht weiter äußern, da es absoluter Blödsinn ist, dass die Elektrokonvulsionstherapie zur Minderung des Intellekts eingesetzt wird. Früher gab es zwar derlei Nebenwirkungen, diese treten allerdings heute durch Perfektionierung der EKT kaum bzw. nicht mehr auf. (Vor allem durch Umstellung von bilateraler auf unilaterale Ausführung) Intelligenz stellt kein Hinderniss für eine erfolgreiche Behandlung dar. Das Abblocken von Therapieversuchen seitens des Patienten hat nichts mit Intelligenz zu tun. [QUOTE]ich möchte kurz einwerfen, dass diese behandlungsmethoden in keinster weise legitim sind.[/QUOTE] Das ist falsch, die EKT ist absolut legal. Auch, dass sie seit den 1950'er Jahren nicht mehr eingesetzt wird, ist nicht richtig, obgleich in Deutschland vergleichsweise wenige Patienten mit dieser Behandlungsmethode behandelt werden. (BRD etwa 1000 Patienten pro Jahr, USA etwa 100 000 - Quelle: Bundesärztekammer) Die EKT wird zwar nur verhältnismäßig selten und ausschliesslich bei Einwilligung des Patienten und nach genauer Abschätzung der Indikatoren, Chancen und Risiken eingesetzt, ist aber eine legitime Behandlungsmethode, die retrospektiv von dem Großteil der Patienten als sehr gut und hilfreich bewertet wird. Ich bin dieser Behandlungsmethode gegenüber selbst skeptisch, allerdings sollte man die Erfolge auch nicht verschweigen, vor allem, da die Nebenwirkungen sich heutzutage größtenteils auf Kopfschmerzen, kognitive und neuropsychologische Störungen belaufen und sich binnen weniger Stunden oder Tage zurückbilden. [QUOTE]Man darf nie vergessen , daß die Intelligenz der EINZIGE Grund für Probleme ist, denn würden wir die Probleme nicht verstehen hätten wir sie nicht.[/QUOTE] Das ist ebenfalls schlichtweg falsch. Wenn ich nichts zu essen habe, habe ich ein Problem - egal, ob ich es verstehe, oder nicht. |
| trismegistos | hört sich für mich nach einer therapie für schizoide charaktere an, dort war das zumindest mal so üblich. was veranlaßt überhaupt jemanden ein psychotherapeut zu werden ...... ?! |
| BlackDragon | [QUOTE] therapie für schizoide charaktere an, dort war das zumindest mal so üblich. [/QUOTE] Auch falsch, schizoid ist eine sehr allgemeine Klassifikation, die in diesem Zusammenhang ungern gewählt wird. Kaum eine schizoide Persönlichkeitsstörung kann oder wird mit EKT behandelt (werden). [QUOTE]was veranlaßt überhaupt jemanden ein psychotherapeut zu werden ...... ?![/QUOTE] [I]EDIT, sonst riskiere ich hier ein Schreibverbot...[/I] |
| trismegistos | ich meinte bei der behandlung so die zeit zwischen 1930-1955. unter schizoiden characteren verstehe ich nicht unbedingt nur personen die mehrere in sich vereinen. siehe auch alexander lowen "bioenergetik". |
| BlackDragon | [QUOTE]ich meinte bei der behandlung so die zeit zwischen 1930-1955[/QUOTE] Die EKT wurde 1938 das erste Mal angewandt und zu diesem Zeitpunkt noch nicht als Therapieform. [QUOTE]unter schizoiden characteren verstehe ich nicht unbedingt nur personen die mehrere in sich vereinen.[/QUOTE] Habe ich auch nicht vermutet. Schizoid ist einfach nur eine allgemeine Klassifikation für verschiedene Persönlichkeitsstörungen. (Asperger-Syndrom, schizoide Neuronenstruktur etc.) [QUOTE]siehe auch alexander lowen "bioenergetik".[/QUOTE] Ich nehme an, dass Du weisst, was da drin steht. Dann schreib es doch bitte auch, mit so einer Quellenangabe kann ich da nicht viel anfangen... |
| grazia | sh. Artikel aus Michael Kents Wochenzeitschrift „mehr wissen - besser leben" Nr. 02/2001 sowie die >>RESOLUTION für Menschenrechte in der Psychiatrie Tatsache ist, dass die Geschichte des Elektroschocks zeigt, dass diese Methode weniger als Therapie diente als zur Disziplinierung von Menschen; im Ersten Weltkrieg wurde diese Praktik als Methode verwendet, um Soldaten wieder "frontfähig" zu machen, in Südafrika und in Ländern des Mittleren Ostens wurden Elektroschocks als Folter benutzt sowie für "Mind Control" Experimente in den USA und in Kanada. Die englischen Psychiater Dr. Graham Sheppard und Dr. Saad Ahmed haben 1989 eine schockierende Stellungnahme bezüglich der Wirksamkeit des Elektroschocks veröffentlicht, in der sie nach Überarbeitung ALLER zu dieser Zeit weltweit existierenden kontrollierten Studien zu dem Schluß kamen, dass diese Studien fehlerhaft waren. Sie kritisierten die psychiatrischen Kollegen dafür, dass sie nur so wenige Studien über diese Praktik in einer derart langen Zeitspanne erstellt hatten und fanden heraus, dass KEINE Beweise für die Behauptung existierten, dass man mit Elektroschocks Depressionen überwinden kann. << [url]http://de.geocities.com/anti_psychiatrie/ECT.htm[/url] mein neffe ist mit 1,2 notenschnitt im abi hochintelligent - ist jetzt dabei ne chroniker-karriere als psychotiker zu machen, 4 x in der psychiatrie. ich kenne eine 59 jährige amerikanerin, deren hellsichtige urgroßmutter -- als die urenkelin 7 jahre alt war - als ´mentally instable´ diagnostiziert wurde, und in der psychiatrieabt. elektroschocks verabreicht bekam. die urgroßmutter kam heim, hatte ihre fähigkeiten nicht verloren, doch fortan kein wort mehr darüber verloren. die enkelin pflegte ihre eigene hellsichtigkeit nicht mehr offen, sie hatte ja auch keine lehrerin mehr, wollte sein wie alle anderen, bis ihre söhne aurasichtig waren - als kleine buben. sie wollte mehr darüber wissen und machte die erforschung von aura und hellsichtigen fähigkeiten zu ihrer lebensaufgabe. erst vor wenigen jahren fing sie an, offen über ihren sekundärschock zu sprechen, den sie bekommen hatte, durch die misshandlung ihrer urgroßmutter mit elektroschocks. salve. |
| BlackDragon | Einiges an Deiner Kritik mag berechtigt sein, grazia, allerdings halte ich die von Dir zitierte Seite eher für eine Einseitige und unzureichende Quelle. Über den Punkt mit der EKT als Disziplinierungs-/Foltermaßnahme liese sich eventuell streiten, allerdings muss man dazu sagen, dass Elektroschocks zur Folter meist nichts mit der EKT in Form einer Behandlung zu tun haben (das Selbe trifft auf das amerikanische Mindcontrol-Projekt zu). Von menschenrechtlicher Seite lässt sich an der Elektrokonvulsionstherapie nichts beanstanden, da für die Durchführung das ausdrückliche Einverständnis des zu Behandelnden erforderlich ist. Über Deine Bekannten kann ich wenig sagen, da ich die Fälle nicht kenne, allerdings ist es doch möglich, dass z.B. besagte Großmutter an schweren therapieresistenten Depressionen oder Wahnvorstellungen litt und deshalb behandelt wurde...aber wie gesagt: ich möchte mich dazu garnicht äußern. Tatsache ist in jedem Fall, dass die allgemeinen Vorstellungen zur EKT von einem sich unter Schmerzen windenden, hilflosen Patienten teils veraltet, teils einfach falsch sind. Die EKT wird heute unter Kurznarkose und Gabe von Muskelrelaxantien durchgeführt und ist für den Patienten weit weniger unangenehm als eine Wurzelbehandlung... |
| C.H. | Das ist ein Philosophieforum, oder sehe ich das falsch? Ich möchte dem Nachtschwärmer nicht zu nahe treten, aber es ist erstaunlich, wie viele Leute auf eine Frage reagieren, die von einem psychisch kranken Therapiepatienten gestellt wird. Ich weiß nicht, wen ich mehr kritisieren soll: den Fragesteller oder den Moderator, der explizit geschrieben hat, dass dieses Thema im Forum bleiben soll. Die einzige Person, die darauf hingewiesen hat, dass dasThema (in dieser Form) nicht in ein Philosophieforum gehört, ist Batwaver. Es ist durchaus legitim, die Aufgabe der Philosophie darin zu sehen, Fachwissenschaften bezüglich ihrer theoretischen Grundlagen zu kritisieren. Dazu gehört aber, dass man A) als Philosoph über ein fundiertes Fachwissen verfügt und dass man B) dann ordentlich über die betreffende Sache philosophiert. In den jüngeren Beiträgen wird zwar anhand vieler Details über Elektoschocktherapie (oder wie diese Behandlungsmethode heißt) diskutiert, aber ohne direkt Bezug zu nehmen auf die Ausgangsfrage, die mit „Intelligenzminderung“ zu tun hat. In den älteren Beiträgen wird zwar konkret über das angebliche Problem der „Intelligenzminderung“ diskutiert, aber es wird übersehen, dass nur Menschen mit psychischem Defekt unter ihrer Intelligenz leiden. Dadurch, dass diese Menschen nämlich nicht ganz richtig „ticken“, wird Intelligenz erst für sie zum Problem. Die Problematik wird aber so dargestellt, als sei die Intelligenz die Ursache geistiger Störung. Wenn dem so wäre, müssten alle Schulen, Universitäten,etc. geschlossen werden. Die Formulierung "richtig ticken" ist zwar unsauber, aber ein pragmatisches Argument reicht aus: Wer sein Leben ohne Therapie meistert, tickt richtig. Was genau unter „Intelligenz“ verstanden wird, wird in diesem Thread auch nicht erörtert. Das ist das größte Problem, da das Thema nun einmal mit "Intelligenz" ist. Es wird wild mit Wörtern um sich geschmissen, eine Tatsache, auf die nur Batwaver verweist. Batwaver, ich kenne Dich nicht, aber trotzdem: Respekt vor Deinen Beiträgen! |
| grazia | [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Ich hatte immer den Eindruck, daß die Patienten über Medikamente erst abhängig und dann verblödet wurden. [/B][/QUOTE] eine freundin von mir las neulich das autobiographische buch ´katharsis´ von einer ärztin, die unter einer vollamnesie psychiatrisch un-betreut wurde. sie wurde mit valium vollgepumpt und funktionsuntüchtig entlassen. meine freundin ist bekannt mit einer angeblichen psychiaterin - die letztlich nur kurzfristig in der psychiatrie zu tun hatte (sonst beruflich untätige allgemeinärztin ist, da von beruf erbin) bei einem ausgang mit den hunden zitierte meine freundin die bemerkung: ´wurde mit valium vollgepumpt und hat dort keine menschliche/praktische hilfe erhalten´. die pseudo- psychiaterin flippte regelrecht aus bei dieser bemerkung. die bekanntschaft zerbrach an diesem (wunden) punkt, dass psychiater zumeist unvermögend sind im direktem umgang mit schweren seelischen problemen und sie mit vorliebe medikamentös zum schweigen bringen, wegspritzen und ausblenden. [QUOTE][i]Original geschrieben von Ronin76 [/i] [B]Viele Leute werden nur deshalb depressiv, weil sie zu schlau und sensibel sind, und die Manipulation durch das System durchschaut haben, und sehen wie hilflos man als Einzelperson dagegen ist, und wie sehr sich Andere davon blenden lassen. [/B][/QUOTE] »Fast jeder kennt dieses Phänomen aus dem Alltag: Man kann besser Auto fahren als all die anderen, man hat den Durchblick, der dem Kollegen fehlt, man hat die richtige politische Einstellung – und das Unglück widerfährt sowieso nur anderen Menschen. Diese Selbstüberschätzung gelingt uns, so die Sozialpsychologin Shelley Taylor, aus drei Gründen: - Wir erliegen der ILLUSION, Kontrolle über unser Leben zu haben, und glauben, auch in Krisenzeiten noch selbst bestimmen zu können. - Gelingt uns etwas, dann schreiben wir das unserem Konto gut, ein Misserfolg hat viele Väter. - Wir erliegen einem unrealistischen Optimismus. Zum Beispiel sind wir davon überzeugt, dass uns niemals ein Autounfall passiert, dass in unserem Land niemals ein Atomkraftwerk einen schweren Störfall haben wird, dass die Zukunft nur Gutes bringt. Dieser unrealistische Optimismus hilft uns, die harte Realität zu beschönigen. [COLOR=blue]Depressive Menschen machen bei diesen Selbsttäuschungsmanövern nicht mit – selbst wenn sie wollten, sie können es nicht. Sie wissen ganz genau, wieviel Kontrolle sie über ihr Leben haben, sie wissen, wann sie versagt haben, und sie sehen die Dinge, wie sie sind – ohne den rosaroten Filter der positiven Illusionen. Depressiven Menschen scheint ein Schutzschild zu fehlen, der die Härte der Realität von ihnen fernhält. Ob dieser Schutzschild durch biologische Faktoren, Kindheitserlebnisse oder andere widrige Lebensumstände zerstört wurde, erscheint zweitrangig, weil es fraglich ist, ob dieser Schutzschild jemals wieder völlig aufgebaut werden kann – und ob dies überhaupt erstrebenswert ist. [/COLOR] Ursula Nuber, Kreuz Verlag, 1991, Stellv. Redakteurin von »psychologie heute«, »Die verkannte Krankheit Depression«, S. 136 [COLOR=ORANGE]"Eigentlich ist die Grandiosität die Abwehr gegen die Depression und die Depression die Abwehr des tiefen Schmerzes über den Selbstverlust." Alice Miller, »Das Drama des begabten Kindes«, Frankfurt/M. 1979 [/COLOR] salve |