| J.K. | ich hab mal eine frage zu eurer meinung. zwei kumpels und ich hatten in einer trinkerlaune angefangen zu philosophieren. es ging um dimensionen und götter, wie meistens. unsere theorie: dimensionen können andere physikalische gesetze aufweisen als unsere, z.b. dass aus nichts etwas erschaffen werden kann, was bei uns bekanntlich unmöglich ist. eine andere theorie besagt, dass schwarze löcher pforten zu einer anderen dimension sein könnten. was ist wenn etwas durch dieses loch gekommen ist und materie erschaffen hat, etwas, für das unsere gestze nicht existiern, und etwas, das der mensch später als "gott" bezeichnen wird. einer der beiden freunde bezeichnete dies dann als "Tor der Götter" es mag wie dummes geschwafel von drei angetrunkenen spinnern wirken, doch es hat uns sehr beschäftigt, sehr lange zeit. |
| Adore | also mal eine durchaus sehr interessante theorie zum thema gott und die welt (im wahrsten sinn des wortes gemeint). wenn ihr solche thesen schon im suff aufstellt, welche hochintelligenten dinge diskutiert ihr dann bitte im nüchternen zustand (das ist nicht ironisch gemeint)??? gegenfrage: wird die materie noch in der anderen dimenison erschaffen und dann in die unsere "hereingeworfen" oder erst in unserer durch (keine ahnung) irgendwelche hilfsmittel aus der anderen dimension in unserer hergestellt? noch eine klitzekleine allgemeine frage, ohne die sich das alles (für laien wie mich zum beispiel) besprechen lässt: welche definition hast du für schwarzes loch andere dimension diese begriffe sollten wohl erst erklärt werden (bitte hier, weil ich leider zu faul bin in mein dickes lexikon zu gucken:rolleyes: ). |
| Menedemos | Im gesamten Kosmos gelten dieselben Naturgesetze, das schließt auch andere Dimensionen und Schwarze Löcher ein. Allerdings kennen wir noch nicht alle Naturgesetze. |
| J.K. | dimension beziehe ich auf eine parallelwelt, die neben unserer existiert/existieren kann, die ebenfalls ein raum ist und auch physikalische gesetzte aufweist. das schwarze loch könnte man als riss in raum und zeit sehen, d.h. vorgänge, die ablaufen sind an keine zeit mehr gebunden und es gilt nicht mehr die regel, in so und soviel zeit wird dies und das geschehen. lange rede kurzer sinn, dieser riss ist aufgrund seiner instabilen lage und seiner verschobenen gesetzte das verbindungsstück zwischen den zwei universen, den zwei dimensionen. es wäre eine möglichkeit, oder nicht? sagts mir. |
| Phönix | Interessant. Also schwarze Löcher entstehen, wenn ein ziemlich großer Stern "stirbt". Sobald er allen Wasserstoff zu Helium fusiuniert hat, fängt er an Helium zu "verbrennen". (Das passiert zwar vorher auch schon, aber nur zu einem geringen Anteil.) Dabei bläht er sich zu einem Riesenstern auf (hängt mit div. Partialdrücken etc. zusammen) und sobald kein Helium mehr als Brennstoff zur Verfügung steht fällt er in sich zusammen. Dabei verdichtet sich die Mase wieder und eine neue Kettenreaktion tritt in Gang. Das kann sich ein paarmal wiederholen, jedesmal verliert er beim Zusammenfall etwas Masse, die sich weiter in den Raum fortbewegt, es bilden sich "Schalen", so ähnlich wie bei einer Zwiebel. Hubble hat von so was scöne Bilder gemacht. Nach dem der Stern genug pulsiert hat, fällt er in sich zusammen, und wenn die Masse und somit die Gravitation groß genug ist, werden die Atome immer dichter aneinander gedrängt. Die Elektronen in dieser "enarteten Materie" bewegen sich dabei immer schneller und heizen noch mal so richtig ein, bis der Druck so groß wird, dass sie in den Atomkern gepresst werden. Dabei wird aus jedem Proton ein Neutron, wir haben einen Neutronenstern. Wenn die Gravitation aber stark genug ist, werden alle Neutronen in einen einzigen Punkt gepresst (man kann sich das nur schwer vorstllen) und es entsteht ein schwarzes Loch. Schwarze löcher sind also nichts anderes wie ganz viel Masse auf ganz wenig Raum komprimiert. Jetzt krümmt nach Einstein Masse bekanntlich den Raum. Weil schwarze Löcher ganz viel Masse haben, krümmen sie ganz stark den Raum in sich. Kann man sich so ähnlich vorstellen wie ein Papiertaschentuch: glatt ist es der ungekrümmte Raum, man kann es aber auch biegen, so dass sich z.B. zwei Ecken näher kommen als in der ebenen Form. Wenn wir jetzt etwas fester Drücken, können wir das Taschentuch aber auch soweit zusammen knüllen, dass es sich an ganz vielen Punkten berührt, die sich sonst nie berühren könnten. Das wäre bei sehr massereichen schwarzen Löchern auch denkbar. Wenn sie den Raum soweit krümmen, dass er sich selbst an einem anderen Ort "berührt", sprechen wir von einem "Wurmloch". Gefunden hat man bisher noch keins, die Existenz ist nur theoretisch vorher gesagt. Einige Theoretiker postulieren auch die Existenz von "verdrillten Wurmlöchern", die nicht nur den Raum zusammen knüllen, sondern auch die Zeit. Wenn man durch so in Loch reisen könnte, kann man nicht nur ganz schnell in weit entlegene Gebiete gelangen, sondern eventuell in ein andere Zeit, was nicht weiter überraschend ist, da man davon ausgeht, dass die Zeit im Universum nicht überall gleich schnell verläuft. Parallele Universen, die Du andere Dimensionen nennst sind naturwissenschaftlich nur schwer zu erfassen, bisher auch nur theoretisch vorher gesagt. Es gibt einen mathematischen Ansatzu von Stephen Hawking, der mir aber zu hoch ist, und noch den, der besagt, das für jeden Zustand den ein Teilchen einnehmen kann ein Universum entsteht, in jedem davon natürlich ein anderer Zustand. Da wären natürlich auch andere Naturgesetze denkbar, ich denke aber, dass da auch geordnete Systeme entstehen, die unsererm Universum ähnlich sind. Ob die Wurmlöcher Pforten zu anderen Dimensionen sein können, wer kann das sagen? Ich nicht, meine Kenntnisse in höherer Mathematik reichen dazu nicht aus. Und selbst wenn sie theoretisch vorhergesagt werden können, haben wir noch keinen Beweis, dass es sie wirklich gibt. Wenn es sie aber gibt, wäre im Prinzip alles möglich. |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Menedemos [/i] [B]Im gesamten Kosmos gelten dieselben Naturgesetze, das schließt auch andere Dimensionen und Schwarze Löcher ein. Allerdings kennen wir noch nicht alle Naturgesetze. [/B][/QUOTE] Die Naturgesetze lassen sich auf die vier Grundkräfte der Physik 'reduzieren'. Von daher also gibt es weder einen Ort, noch einen Zustand, von dem aus dem Nichts etwas entstehen kann. |
| Phönix | Momentan gehen wir aber davon aus, dass unser Universum aus dem Nichts entstanden ist. Wir versuchen das durch Vakuumkräfte zu erkären, aber wirklich befriedigend ist das auch nicht, weil wir deren Ursache nicht kennen (Die hängt auch nicht mir den 4 Grundkräften zusmmen, da diese an Materie gekoppelt sind). Wir werden aber auch nie wirklich die endgültige Ursache der Entstehung des Alls erfahren, weil wir immer die Frage "Und was war davor?" stellen werden. So ähnlich wie mit den Elementarteilchen: Wenn wir glauben den kleinsten Baustein der Materie gefunden zu haben bauen wir noch größere Teilchenbeschleuniger und noch tollere Detektren und zertrümmern die kleinsten Teilchen wieder... |
| Pathos | [QUOTE][i]Original geschrieben von Phönix [/i] [B] So ähnlich wie mit den Elementarteilchen: Wenn wir glauben den kleinsten Baustein der Materie gefunden zu haben bauen wir noch größere Teilchenbeschleuniger und noch tollere Detektren und zertrümmern die kleinsten Teilchen wieder... [/B][/QUOTE] Auf so einen Schluss sind wir auch gekommen.... |
| Tiberon | [QUOTE][i]Original geschrieben von Phönix [/i] [B]Momentan gehen wir aber davon aus, dass unser Universum aus dem Nichts entstanden ist.[/B][/QUOTE] Das wäre mir neu - das man davon ausgeht und das dem so sein soll. Und was für Teilchen auch entdeckt wurden, hat es die vier Grundprinzipien nicht auf den Kopf gestellt. Imo fällt es manchen Leuten lediglich schwer zu akzeptieren, das es "da draussen" nichts gibt und man sich mit dieser Welt arrangieren muß, für seine Taten verantwortlich ist usw., da es eben keine andere "Dimension" gibt, in die man flüchten könnte. |
| Phönix | Und was war vor dem Urknall, falls es ihn gegeben hat?!? Wie konnte sich ein Objekt bilden, das diegesammte Masse des Universums besitzt und kleiner wie eineOrange ist? Wie ist es entstanden? Welche Kraft hat dafür gesorgt, dass dieses Objekt zum Universum expandiert? Die Fragen kann keiner Endgültig beantworten. Man hat zwar die Existenz einer "Vakuumkraft" nachweisen können, aber wodurch sie zustande kommt hat man meines Wissens noch nicht herausgefunden. Bis dahin müssen wir uns mit Theorien begnügen - und die sind eben nicht bewiesen. Eine davon ist, dass das Universum aus dem Vakuum entstanden ist. (Ich hab mir auch mal eigene Gedanken dazu gemacht, wenn's Jemanden interessiert stell ich sie gerne mal zur Disskusion.) Wir werden wahrscheinlich nie Teilchen finden, die den 4 Grundkräften wiedersprechen, da sich die Teilchen nach den Kräften ausrichten und nicht umgekehrt. Wir benutzen ja genau diese Kräfte, um die Teilchen nachzuweisen (z.B. Ladung, Masse). Mit Einstein's Theorien konnten wir schwarze Löcher vorhersagen - beweisen konnten wir sie nicht. Man hat aber welche gefunden. Überhaupt verhält sich das gesammte Universum so, wie wir esdemnach erwarten würde. Man hat noch keinen aspekt der Relativitätstheorie gefunden, der nicht so beobachtet wurde. Trotzdem nur eine Theorie. Oder die Quantenmechanik: Wir berechnen die Bindungsstärken in Molekülen, die Ladungsverteilung, Dipolmomente, Aufenthaltswahrscheinlichkeiten etc... und kommen immer auf Ergebnisse, die wir auch in Experimenten nachweisen können (natürlich im Rahmen der Näherungen, die man für die Berechnung mache muss). Hat schon jemand beweisen können, dass die Quantenmechanik wirklich so funktioniert, wie wir es uns vorstellen? Keiner hat das, es ist nur eine Theorie, die wir weiterhin wie die Relativitätstheorie benutzen, weil sie funktioniert. Jetzt hat Hawking Paralleluniversen vorhergesagt - vielleicht können wir dementsprechende Beobachtungen ja wirklich einmal machen. (Ich geb auch zu, dass nicht alle Vorhersagen immer eintreffen: Die Zeugen Jehovas haben schon mehrmals den Weltuntergang vorhergesagt und nix ist passiert. Und zur Jahrtausendwende ist nichtmal der Strom ausgefallen. Leider fallen mir spontan keine besseren Beispiele ein.) In der Wissenschaft wird immer die Idee bevorzugt, die am einfachsten ist und die am bequemsten ist. Als Niels Bohr sein Atommodell vorgeschlagen hat, hat er gewusst, das kein Atom so funktionieren kann, aber für bestimmte Fälle (Wasserstoffähnliche Systeme) funktioniert sein Modell trotzdem, das wir es auch heute noch benutzen können. Persönlich kann ich leider die Theorie hinter den Paralleluniversen nicht nachvollziehen und auch nicht sagen, wo Hawkings Theorie Schwachstellen hat. Wenn es aber Universen gibt, die nicht mit unserem in Verbindung stehen und es niemals werden, kann es uns ganz pragmatisch gesagt auch egal sein. [QUOTE]Imo fällt es manchen Leuten lediglich schwer zu akzeptieren, das es "da draussen" nichts gibt und man sich mit dieser Welt arrangieren muß, für seine Taten verantwortlich ist usw., da es eben keine andere "Dimension" gibt, in die man flüchten könnte.[/QUOTE] Das hast Du schön gesagt! |
| weiße Zwergin | Hö, die Hawking'sche "Vorhersage" von Paralleluniversen mit den Vorhersagen der Zeugen Jehovas zu vergleichen ist ja echt cool ;) In herkömmlichen Denkmodellen scheint mir eine solche Annahme - also die der viel zitierten Baby-Universen - fast eher plausibel als sie nicht anzunehmen. |
| Phönix | Ja, als Nachtrag sind mir noch ei paar bessere falshe Vorhersagen eingefallen, die wirklich von Naturwissenschaftlrn stammen: Die russische Akademie der Wissenschaften hat irgendwann Ende 19. Jhd behauptet: "Erdöl ist eine stinkende Abfallsubstanz der Erde, die zu nichts zu gebrauchen ist." Wenn es den Urknall wirklich so gegeben hat (ist ja auch nur eine Theorie), liegt die Vermutung nahe, dass er mehrmals in unserem Universum statt gefunden hat, anders lässt sich die asymmetrische Verteilung der Masse im Universum nicht erklären. Eine weitere Schwachstelle in der Theorie ist, dass uns Antimaterie fehlt: Sobald irgendwas entsteht, entsteht auch das Gegenstück dazu: Wenn etwas heißer wird, muss irgendwo anders Energie verloren gehen, wenn man Überdruck erzeugt, muss wo anders der Druck abfallen. Das selbe gilt auch für die Entstehung von Elementarteilchen. In einer Nebelkammer kann man z.B. die spontane Bildung eines Elektrons und eines Positrons (aus einem Gamma-Photon) beobachten. Wenn man davon ausgeht, das die gesammte Masse des Universums im Urknall entstanden ist, müsste genausoviel Materie wie Antimaterie entstanden sein. Natürlich könnten einige Sterne am Himmel aus Antimaterie bestehen ohne das wir es merken würden, man geht aber nicht davon aus. Wo die fehlende Masse ist, weiß auch noch keiner... |