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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Vergesslichkeit verhilft zum "Glück"?
NekroHallo,

und zwar überleg ich schon länger, ob der Mensch ohne Erlebnisse oder Ereignisse zu verdrängen überhaupt das Leben oder andere Momente genießen kann. Oder kurz und einfach...ob er denn sonst das Leid überhaupt ertragen könnte. Ich habe mich da im speziellen gefragt...kann ein Mensch die Realität als solche permanent "sehen" und eben ertragen ohne "verrückt" (*g*) zu werden. Meines Erachtens MUSS man sich ablenken...und man muss VERGESSEN ...damit man hm ja "glücklich" sein kann. Immerhin ist das eine Gabe die ziemlich wichtig ist. Würden wir nicht vergessen...würden dann nicht alle Gefühle, so intensiv wie wir sie einmal gefühlt haben immernoch fühlen? Mal abgesehen davon passt dazu "Alles ist vergänglich".
Jedenfalls hab ich diese Theorie bei Nietzsche wiedergefunden.
Mich würden ganz einfach eure Gedanken zum Thema "Vergesslichkeit" interessieren...

Grüße
weiße Zwerginich finde, dass der Blick auf die eigene gegenwärtige Realität ggf. nicht ertragbar ist und daher nach "Ablenkung" verlangt etwas anderes darstellt als "vergessen".

Ablenkung kann sich auch auf die Gegenwart beziehen. Vergessen eigentlich nur auf bereits Geschehenes.

Vergessen ist Segen und Fluch gleichermaßen. Fluch, wenn nicht aus gemachten Erfahrungen gelernt werden kann. Segen, wenn es um Traumata geht. Wenn es bei letzterem funktioniert (also das Vergessen)

Oft ist es doch so, dass man nicht(!) nur den gegenwärtigen Moment lebt, sondern permanent aus der Vergangenheit und den dort gemachten Erfahrungen in die Zukunft ahnt. Daraus ergibt sich für mich die Frage, welche Lebenswirklichkeit Ablenkung benötigt?

hm ja, auch nur ein paar Gedanken dazu
LesbiaIch glaube eigentlich nicht, dass vergessen der richtige Weg ist. Mit den schwierigen Erlebnissen richtig umgehen zu können ist, was wir lernen sollten.
Wenn wir zum Beispiel einen Freund, Verwandten, ecetera verlieren, können wir ihn doch nicht einfach vergessen. Nie mehr an ihn denken. Wir wollen uns an ihn erinnern, ihn nicht los lassen. Nicht das Erinnern ist das Problem, sondern die Trauer nicht los zu lassen.
Glaub ich zumindest. Aber wahrscheinlich hat jeder seinen eigenen Weg.
apartWirklich "vergessen" kann man im Grunde nichts, man kann die Dinge nur verdrängen und sich nicht bewusst mit ihnen auseinandersetzen. Im Unterbewusstsein (dem Über-Ich nach Freud) beschäftigt man sich aber weiter mit ihnen. Wenn man beispielsweise ein Erlebnis aus der Vergangenheit aus dem bewussten Denken verdrängt hat, kann es einen in seinem Denken und Handeln trotzdem noch beeinflussen und sich mitunter in einer psychischen Krankheit wie Depression äußern, auch ohne das einem die Ursache dafür bewusst ist.
Sven.x[QUOTE][i]Original geschrieben von Nekro [/i]
ob er denn [...] das Leid überhaupt ertragen könnte.
[...] man muss VERGESSEN ...damit man hm ja "glücklich" sein kann.
[...] Würden wir nicht vergessen...würden dann nicht alle Gefühle, so intensiv wie wir sie einmal gefühlt haben immernoch fühlen?[/QUOTE]

Hmm...als du das Leid, dass du inzwischen vergessen hast, erlebt hast, konntest du es doch auch irgendwie ertragen - warum gehst du davon aus, es nicht noch einmal zu schaffen?
Wie willst du glücklich sein, wenn du dein ganzes Leid vergisst - ist ein schöner Moment immer noch schön, wenn immer und ohne Abwechslung alles schön war? Du also im Idealfall alles Leid vergisst?
Irgendwie eine verwirrende Vorstellung, denn das beträfe ja nicht nur die schlechten Momente des Lebens, du hättest irgendwie eine Mischung aus, ich weiß nicht, dem Tod deines Opas und deines ersten Kusses o.ä. ;)

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