German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Solipsismus
graulichterDer Solipsismus ist eine philosophische Denkschule, die alles Seiende zum Teil des eigenen Bewusstseins erklärt. Ein Solipsist hält nur das eigene Ich und seine Bewußtseinsinhalte für Wirklichkeit oder zumindest als das einzig Zugängliche.

Bei oberflächlicher Betrachtung ist diese Philosophie nicht gesellschaftsfähig, da sie die Existenz des Diskussionsparteners ausschliesst.

Dieser Gedanke ist gar nicht neu, da bereits Platon meinte - unsere Wirklichkeit besteht aus Schatten einer idealen Welt.
Wenn ein Mensch nicht an Leben nach dem Tod glaubt und falls er dabei im Recht ist, dann hört doch die Welt nach seinem Tod für ihn auf zu existieren. Und zwar absolut und endgültig, als ob sie nie existieren würde. Ist das nicht ein solipsistischer Gedanke?

eure meinungen würden mich hier mal intressieren .ich hoffe ich habe mich an alle regularien gehalten ,den dies ist mein erster forenbeitrag......lg graulichter
PhönixEs gab mal 'nen Thread über das Thema wie weit wir unseren Sinnen vertrauen können, und ob alle das selbe wahrnehmen. Könnte Dich vielleicht interessieren.

Zu Deiner Frage:

Wenn ein Solipsist stirbt, sollte für ihn also die Welt aufhören zu existieren. Nachdem aber jeder Mensch stirbt, und wir nicht wissen, was mit uns passiert und wo wir landen ist eine andere Welt für viele eine plausieble Erklärung. Ob diese andere Welt eine reion geistige ist, ein anderes Universum, eine andere Dimension, Garten Eden, ewige Jagdgründe, Tir 'na 'nog oder Walhalla ist jetzt vorläufig mal egal. Abgesehen von ein paar Esoterikern, denen ich nicht glaube, können wir nicht mit den toten kommunizieren (na gut, es mag ausnahmen geben). Wenn sie also in einer anderen Welt sind, mit unserer keinen Kontakt haben, kann ihnen unsere Welt wirklich egal sein. Somit würde sie für einen Toten nicht existieren, egal ob er in dieser Welt Solipsist war oder nicht. Is jedenfalls meine Meinung.
Lain_of_RlyehÄh, aber das tut sie dann doch in gewisser Weise so oder so.... der Tod IST eine Schwelle, irgendwas (vermutlich das Leben) endet dort.... und wer weiss, ob dahinter etwas Neues beginnt?

Ich meine: wenn du stirbst, deinen letzten Atemzug tust, dann hört die Welt für dich auf zu existieren; subjektiv gesehen ist meiner Meinung nach der Tod immer das/ein Ende... ich denke, es ist zu vergleichen mit einer durchschlafenen Nacht, wenn man abends (hrhr- ein Wortspiel) todmüde ins Bett gefallen ist und am nächsten Morgen irgendwie ohne Erinnerung an die Nacht aufwacht. Ich zumindest frage mich da oft, ob die Welt in der Zeit wirklich da war oder ob mein Universum mit mir zusammen eingeschlafen ist...
(Natürlich ist mir klar, dass die Welt aller nicht weg war, während ich geschlafen habe, aber was ist mit meiner persönlichen WeltSicht?)

*verneig*
Lain
MenedemosHallo Graulichter, danke für deinen Beitrag.

Irgendwer hat einmal gesagt: Es sei eine Täuschung zu glauben, daß der Mensch nach dem Tod untergeht. Vielmehr geht die ganze Welt unter. Daß es möglicherweise einige parallele , relativ ähnliche Welten gibt, ist nicht von Belang.
graulichter@phoenix danke für den threadverweis :)
@all danke für eure Antworten ,intressant damit seit ihr auf die Frage eingegangen ,aber nicht auf die Lehre.... ich bin immer noch ein bisschen unbefriedigt...ich wollte in allgemeinen Wissen was ihr so von dieser Lehre haltet und ob ihr ,diese vielleicht wiederlegen könnt auch, wenn ich selbst nicht glaube,das dies möglich ist, den
ein Solipsist stellt fest, alles was er ist, was er empfindet, wahrnimmt und von der Welt ausserhalb von ihm weiss, existiert nur in seinem Bewusstsein. Diese einzig mögliche, richtige Feststellung ist allgemein und absolut. Kein Mensch kann etwas gegensätzlichen beweisen.
Ein Solipsist unterscheidet sich von allen, die es nicht sein wollen, nur in dem, dass er sagt, wenn die Welt für mich primär in meinem Bewusstsein wahrgenommen wird, und eine Wahrnehmung ausserhalb des Bewusstseins ohnehin unmöglich ist, dann braucht die Welt nicht notwendigerweise objektiv zu existieren. Es ist möglich anzunehmen, dass alle Sinnesempfindungen nur Produkte dieser Sinne sind, ohne dass es etwas objektives ausserhalb des Bewusstseins gibt.
Man scheut sich weniger von Sinnestäuschung zu sprechen, als die Existenz der Welt anzuzweifeln, deswegen gab es viele Philosophen, die die Wirklichkeit als etwas anderes postulieren, als das was uns die Sinne vortäuschen, oder unvollkommen wiedergeben, aber nur weinig beachtete Solipsisten.
PhilalethesDer Solipsist meint ja, er wäre die einzige wahre Realität.
Alles von ihm Verschiedene sei seines Geistes Einbildung.
Dies betrifft dann auch die Existenz anderer Menschen.
Was aber wäre, wenn ein anderer Mensch auftauchte mit der selben Behauptug wie der Solipsist, nämlich er sei Solipsist?
Zwei Solipsisten kann es ja laut dieser Lehre nicht geben.

"Der Solipsismus ist eine philosophische Denkschule, die alles Seiende zum Teil des eigenen Bewusstseins erklärt. Ein Solipsist hält nur das eigene Ich und seine Bewußtseinsinhalte für Wirklichkeit oder zumindest als das einzig Zugängliche."

Wie also soll in dem Falle geklärt werden, wer Recht hat?

Würde dies für die Lehre nicht eine Schwierigkeit bedeuteten, wenn sie diese Frage nicht eindeutig klären kann?
DarkHaze[QUOTE][i]Original geschrieben von Menedemos [/i]
[B]Hallo Graulichter, danke für deinen Beitrag.

Irgendwer hat einmal gesagt: Es sei eine Täuschung zu glauben, daß der Mensch nach dem Tod untergeht. Vielmehr geht die ganze Welt unter. Daß es möglicherweise einige parallele , relativ ähnliche Welten gibt, ist nicht von Belang. [/B][/QUOTE]

mit der zeit ließe sich das auch erklären..
Endet, wenn auch nur subjektiv, die Zeit nach dem Tod, so, wie sie unserer Empfindung nach vor der Geburt auch nicht existiert hat, dann würde die zeit nur noch für die lebenden existieren. falls der zustand nach dem tod also zeitlos ist, geht auf jeden fall die gesamte welt in dem augenblick des todes unter, da das zeitempfinden des einzelnen nicht relevant für das endgültige sterben und vergehen von allem.




@philalethes
wenn zwei solipsisten auftauchen und behaupten beide, sie seien solipsist und einer von beiden "hat recht", dann kannst du die frage leider nicht stellen, weil du nicht existent wärst, es sei denn du wärst selbst einer der beiden solipsisten, und dann wüsstest du ja, wer von euch beiden der wirkliche solipsist ist.
Philalethes"wenn zwei solipsisten auftauchen und behaupten beide, sie seien solipsist und einer von beiden "hat recht", dann kannst du die frage leider nicht stellen, weil du nicht existent wärst, es sei denn du wärst selbst einer der beiden solipsisten, und dann wüsstest du ja, wer von euch beiden der wirkliche solipsist ist."

Ich wäre nur in der Phantasie des einen Solipsiten existent, und in seiner Phantasie könnte ich die Frage stellen, was wäre wenn ein anderer mit der selben Behauptung aufträte, Solipist zu sein.
Wie will die Entscheidung nach dieser Lehre getroffen werden, wer Recht hat?

Hinzufügung:

Der Solipsist müßte, wenn er mir klar machen wolle, alles sei nur durch seine Phantasie entsprungen, den Beweis liefern können, daß ich auch nur ein Produkt seiner Phantasie wäre, d.h. nicht wirklich existent.
So möge mir ein solcher Beweis meiner nicht - Existenz geführt werden.

Und ich muß ja noch nicht einmal die Frage stellen.
Der angebliche Solipsist A kann es den Solipsit B genauso fragen und umgekehrt.
Wie wollen sie dem anderen die Richtigkeit ihrer Lehre beweisen?

Die Frage ist nur bei dem Auftreten zweier Solipsiten, wie die Entscheidung nach dieser Lehre herbeigeführt werden soll!
DarkHazevon einer solchen situation kann nur ausgegangen werden, wenn man selbst nicht existent ist und objektiver betrachter ist - auch wenn es so etwas im solipsismus nicht geben dürfte. die frage ist also eigentlich gar nicht zu beantworten.

unbeachtet dessen gibt es einen beweis höchstens dadurch, dass sich einer der beiden solipsisten umbringt, dann wäre der beweis perfekt.
PhilalethesDie Frage müßte aber, wenn die Lehre einigemaßen haltbar sein will, beantwortbar sein.

Nehmen wir folgende Situation:

Ich treffe mich mit einem Freund.
Wir unterhalten uns.
Im Verlauf des Gesprächs sagt er mir, er sei Solipsist.
Ich entgegne ihm, er irre, ich sei schon Solipsist. Nach der Lehre sei es unmöglich, daß wir beide es sind.
Mein Freund will mich mit Folgendem überzeugen:

Es können laut der Lehre keine zwei Solipsisten existieren.
Er ist Solipsist.
Daher kann ich keiner sein.

Ich kann ihm aber das selbe aus meiner Sicht entgegnen.

Er kann noch einwenden, er bildet sich meine Person und das Gespräch nur ein.
Alles was ich sage, und auch ich selbst sind Produkte seiner Einbildungskraft.
Da dies aber mit der Lehre übereinstimmt, ist er Solipsist.

Auch dieses Argument könnte ich gegen ihn anführen.

Man kann es beliebig weiterführen, man gelangt zu keiner Entscheidung.

Aber wie will ein Anhänger dieser Lehre selbige verteidigen, wenn er kein eindeutiges Kriterium hat, mit dem er obiges Gespräch für sich entscheiden kann?


- Selbst dann, wenn er ein solches Gespräch sich nur vorstellen würde, müßte er es für seine Lehre so verteidigen können, daß eine Entscheidung fällt. Aber sie wird nicht fallen können. -
DarkHaze1. ein solipsist muss gar nichts verteidigen, weil er selbst das zentrum ist. somit ist man selbst gottesähnlich; nur dass bei gott alle welt einsieht, dass man ihm nichts nehmen kann.

2. der solipsist könnte sein gegenüber ja davon überzeugen, dass er recht hat, indem er den anderen solipsisten umbringt, schließlich existiert der andere nur in seiner einbildung und nicht wirklich


so langsam habe ich das gefühl, dass die voll ausgelebte auffassung der solipsisten ziemlich gefährlich sein kann, wenn sie denn so stimmt, wie sie hier beschrieben&interpretiert wurde (grad keine lust, nachzuforschen)..


mal eine ganz andere frage:

WIE kann ein anderer einen solipsisten umbringen?

und (auch wenn sich das merkwürdig anhört):

welchen "grund" hätte der solipsist dann zu sterben, wenn er von einer einbildung umgebracht wird?
PhilalethesDer angebliche Solipsist sollte aber doch eine gewisse Sicherheit seiner Lehre haben.

Wenn sich nämlich die Unhaltbarkeit der Annahmen der Lehre herausstellt, wäre es doch recht unschön, solch eine Lehre zu vertreten.

Jedenfalls würde ich es mir überlegen, eine schwer oder unhaltbare Lehre zu vertreten und zu verteidigen.

Der Solipsismus kann mit dem Problem der Entscheidung bei dem Auftreten zweier Menschen mit der je eigenen Behauptung Solipsist zu sein, nicht fertig werden. Dies führt aber zu einem Problem mit einer seiner Annahmen.

Jedenfalls fällt mir im Moment kein Argument ein, mit dem der Gegner des Solipsismus in arge Bedrängnis gebracht oder das genannte Problem beseitigt werden könnte


"mal eine ganz andere frage:

WIE kann ein anderer einen solipsisten umbringen?

und (auch wenn sich das merkwürdig anhört):

welchen "grund" hätte der solipsist dann zu sterben, wenn er von einer einbildung umgebracht wird?" (DarkHaze)

Findest du nicht, dies ist auch ein Argument gegen diese Lehre?
graulichterWas kann den Solipsist bekehren? Ich glaube, dass es vor allem ein mitgeteiltes Wissen ist. Ein Wissen, das der Solipsist bereit ist als nicht von ihm stammend anzuerkennen. Ich kann mich noch erinnern, als ich in Alter von fünf Jahren von meinem Vater erfahren habe die Erde sei eine Kugel. Wäre ich damals ein Solipsist, dann würde ich in der Konsequenz dieser Mitteilung meine Philosophie in Frage stellen.
Als ich vor einiger zeit in einem Studentengespräch das Thema Solpsimus zur Sprache brachte, sagte der anwesende Dozent: „Wäre die Wirklichkeit nur eine Vorstellung, dann würde ich mir eine schönere Wirklichkeit vorstellen“. Nur wie weit sind wir Herren und Schöpfer unserer Gedanken? Auch der eifrigste Gegner des Solipsismus muss zugeben, dass zumindest seine Träume nicht objektiv die äussere Welt darstellen, und eher subjektives Produkt seines Bewusstseins sind. Dennoch wie oft träumt er nur Angenehmes und Schönes? Kann er die eigenen Träume gestalten?
und was ich ganzn intressant finde:
Im Computerzeitalter, könnte man auch eine solipsistische Version vertreten: Alles was ich wahrnehme ist nur meine Vorstellung und ich bin eines der vielen Programme auf einem Computer, dessen Existenz keines dieser Programme empfinden kann.....
Lain_of_RlyehVerstehe ich das jetzt falsch oder wird diese Lehre nicht eh schon durch die Existenz der Sprache wiederlegt?
Ich meine wozu müsste sich ein Solipsist eines Werkzeuges bedienen, das dazu gemacht ist, mit ANDEREN zu kommunizieren/sich auszutauschen, wenn er sich
eh alles in seinen Gedanken ausmalen kann/muss, wozu man nicht wirklich eine Sprache braucht...


Ausserdem erinnert mich das irgendwie doch alles zu sehr an "Matrix".... wobei mir gerade der Gedanke kommt: wie ist das eigentlich mit erlebten Sachen, also Dingen, die schon vorbei sind? Die Erfahrung und Erlebnisse eines Solipsisten wären doch hinterher dann auch Einbildung oder?

*verneig*
Lain
Abellusarus[QUOTE]welchen "grund" hätte der solipsist dann zu sterben, wenn er von einer einbildung umgebracht wird?" (DarkHaze)[/QUOTE]

Das ist nicht unbedingt ein Argument gegen die Lehre, der Solipsist könnte ja seinen eigenen Tod suggerieren... :)

Tja, ist das nicht im Entferntesten etwas mit den Shizoprenen verwandt, welche sich selbst schlagen mit der tiefen Überzeugung ein Anderer tue es?
Ich selbst schätze mal, dass es sowas tatsächlich nicht gibt, aber Fight Club zeigt uns ja Gegenteil :D !

(Sch***s Fernsehen)


Aber dennoch ist man selbst in der Lage, allein mittels seines Geistes das eigene Leben zu beenden. Da sind zum Beispiel die Buddhisten anzuführen, von denen sich einige an ihrem Lebensabend derart tief versenken können, dass ihr Herz stehen bleibt.

Insofern wäre es möglich, dass ein Solipsist von seiner Einbildung ermordet werden könnte.
Was mich nur irgendwie stört ist der Gedanke, dass dieser unserer Solipsist die gesamte Menschheit, die Geschichte, alle möglichen Wissenschaften und Philosophischen Theorien, die er kennt, aus sich selbst heraus aufbringt, und das ist dummerweise nicht wenig.
Ebenso wäre es doch möglich, dass sich der Solipsist dieser Tatsache bewusst ist (immerhin behauptet er dass ja selbst), dann wäre er in der Lage, alles um sich herum zu verändern, wie in einem Traum (geil, keine Gravitation usw.)?!

Das könnte unter Umständen zu einem noch abstrakteren Schluss führen:
Da diese "Veränderungen" nicht möglich sind, wie sieht es dann mit einer Art Suggestion aus, welche jedoch in einen Kollektiven Kompromis der Dinge mündet. Das heisst: es ist das tatsächlich existent, wovon die Meisten überzeugt sind, ebenso sind ALLE Anderen existent, bilden sich jedoch selbst jeweils eine art geistige Dimension ein, die aber ebenso alle anderen Menschen umfasst.

Oh Gott
PhilalethesDer Solipsist müßte von seiner eigene Vernunft bekehrt werden können.
Wenn er entdeckt (mit Hilfe seiner Vernunft, die er, wenn er Mensch ist, ja haben wird), es treten, wie ich oben meinte, in seiner Lehre Widersprüche auf, die mit Hilfe der selben Lehre nicht beseitigt werden können, müßte er als rationales Lebewesen, diese Lehre als absurd verwerfen.

- Es gäbe noch die Möglichkeit des Descartes und seines radikalen Zweifels bis hin zu der sicheren Erkenntnis, ich selbst sei, die jedem Menschen offen steht, um den Beweis nicht nur der eigenen, sondern auch der Existenz anderer zu erlangen. -


Gleichwohl kann, soweit ich es weiß, der Solipsismus keine Entscheidung herbeiführen, wenn es mehr als eine Person gibt, die von sich die Behauptung aufstellt, Solipsist zu sein.
Solange er es nicht kann, bleibt diese Lehre nicht haltbar.

[Wo lebt eigentlich ein Solipsist?]
graulichterWir sollten hier, glaube ich, ein wenig trennen zwischen der Bezeichnung Solipsist als Diagnose und als Anhänger einer bestimmten Denkrichtung

@philalethes: Als Denkrichtung muss der Solispsismus anerkennen, dass, wenn tatsächlich die Welt nur in der Vorstellung dieses einen alleinigen denkenden Subjekts ist (denn das genau sagt der Solispismus), dass dann alle vermeintlichen Reaktionen der vermeintlichen anderen auch nur Vorstellungen dieses einen Subjekts sein können. Damit wäre alles ein philosophisches Schmoren im eigenen Saft. Langeweile eben.

Ein Mensch der sich im sicheren Gefühl wähnt, dass er alleine existiert und alle(s) andere nur in seinem Kopf stattfindet, wird sehr schnell eine Gefahr für sich und andere werden. Auf diese Weise würde sich das eigene Ich auf eine erinnerungslose, aus bloßem Bewusstsein bestehenden Singularität beschränken, wäre also kein psychischer Komplex mehr.


Von der Philosophie erwarte ich, dass sie die Position des konsequenten Solipsismus auslotet und als Eckpfeiler erkennt. Die Frage der übrigbleibenden Grundmotivation beim Solispsismus scheint mir auf jeden Fall ein guter Ansatz diesen zu erschüttern.
Philalethes"Als Denkrichtung muss der Solispsismus anerkennen, dass, wenn tatsächlich die Welt nur in der Vorstellung dieses einen alleinigen denkenden Subjekts ist (denn das genau sagt der Solispismus), dass dann alle vermeintlichen Reaktionen der vermeintlichen anderen auch nur Vorstellungen dieses einen Subjekts sein können. Damit wäre alles ein philosophisches Schmoren im eigenen Saft. Langeweile eben. "

Selbst in dem Falle müssen wir zugestehen, der Solipsismus kann das oben gestellte Problem nicht lösen.
Wenn der Solipsist dies einsieht, durch eine Prüfung seiner Ansicht durch sich selbst, so wird er zu dem Ergebnis kommen, seine Lehre ist in einem Dilemma, welches er lösen muß, wenn diese Lehre einen gewisse Ernsthaftigkeit haben soll.
Aber vor alle dem hat der Solipsismus erst den Beweis der Richtigkeit seiner Lehren zu führen, er hat seine Thesen zu beweisen, so wie jede andere Wissenschaft, die Anspruch auf Ernsthaftigkeit verlang, es auch tun muß.
Bisher aber kenne ich keinen ernsthaften Beweis dieser Lehre.

Ich wäre aber erfreut, einen kennenzulernen.

"Von der Philosophie erwarte ich, dass sie die Position des konsequenten Solipsismus auslotet und als Eckpfeiler erkennt. Die Frage der übrigbleibenden Grundmotivation beim Solispsismus scheint mir auf jeden Fall ein guter Ansatz diesen zu erschüttern." (Graulichter)

Die Philosophie erkennt den Solipsismus nicht an.
Und der einzige wahre Vertreter des Solipsismus war, glaube ich, ein Herr Stirner. Ich mag mich in diesem Falle aber irren.
Demon17Niemand kann beweisen, das es eine objektive Welt gibt, daran scheitert die europäisch und insbesondere die deutsche Philosophie schon seit Descartes (Franzose), der die Frage nach seiner objektiven Existenz mit dem Zirkelschluss (Tautologie) "cogito ergo sum" Ich denke also bin ich beantwortete. Die ontologische Frage lässt sich nun einmal logisch nicht beantworten. Das Subjekt ruht in sich selbst und ist auf seine subjektive Wahrnehmung bzw. Vorstellung der Umwelt angewiesen ohne letztendlich beweisen zu können, das es diese wirklich/objektiv gibt. Es gibt sicherlich noch die Intersubjektivität. Zwei Personen unterhalten sich, reagieren aufeinander und erhalten dabei den Eindruck einer gemeinsamen Realität. Durch die gemeinsame Kommunikation bestätigen sie sich gegenseitig ihre Realitätswahrnehmung. Aber das widerlegt weder den Solipsismus, denn Person A kann Person B träumen und umgekehrt und es bedürfte eines objektiven Beobachtersm (den es nicht gibt) um das zu entscheiden. Die Ontologie basiert halt immer wieder auf der Unterstellung, das es einen objektiven Standpunkt eine objektive Wahrnehmung des Seins gibt und scheitert genau daran immer wieder. Denn sie kann es nicht beweisen.

Deshalb eine kleine Geschichte aus China. Einst trafen sich die Weisen des Landes am Gelben Fluss um festzustellen ob dieser Fluss wirklich existiert oder nur in der Vorstellung des chinesischen Vólkes besteht. Doch da trat der Yang Tse Kiang über die Ufer und spülte die Weisen davon...nun wissen wir immer noch nicht ob der Gelbe Fluss wirklich existiert.;)

never surrender

demon17
PhilalethesImmer noch:

Wie löst der Solipsismus das oben genannte Problem?


Nebenfrage:

Wie beweist der Konstruktivist oder Solipsist, die Nichtexistenz einer objektiven Welt?

Geht er nicht auch von einem Zirkelschluß aus?


Nebenbemerkung:

Das Cogito, ergo sum ist als logischer Schluß problematisch, da nicht sicher ist, ob es ein logischer Schluß sein soll oder nicht.

Selbst Descartes äußert sich in seinen Briefen beispielsweise dazu widersprüchlich.
Pluna_XAus dieser Langeweile erschaft der Solipsist bzw. das Subjekt sich diese Vorstellungen und die Welt um ihn herum halt um seine langeweile zu vertreiben...(is bloßne Idee ^^)

Die Frage wie man die nichtexistenz beweist is genau so unsinn wie die frage wie man die Existenz einer welt beweist da die Eindücke eines jeden Getäucht sein können(von einem selbst oder anderen ist egal)...
MXNihilIch persönlich würde mich durchaus auch als Solipsisten bezeichnen, auch wenn Schopenhauer mal meinte, daß alle Solipsisten in eine Anstalt gehören.
Ich habe manchmal Tage an denen mir alles dermaßen unwirklich erscheint und zugleich so derart lächerlich und unbedeutend, daß ich nicht weiß: Soll ich jetzt lachen oder lieber heulen? Ich entscheide mich eigentlich fast immer für Option Nummer 1.
Ich glaube sagen zu können, daß ich mich in meinem gesamten Leben NIE WIRKLICH frei gefühlt habe. Ich habe immer die Fesseln meiner "Vernunft", meiner "Erziehung", meiner "Moral" und meiner "Prägungen" gespürt, aber sie nie akzeptieren können. Viele "Freunde" kamen und gingen - ICH war stets die einzige Konstante.
Liebe? Hoffnung? Oder sogar Erlösung? Ein schlechter Scherz!

"Du wirst allein geboren, du lebst allein, du stirbst allein. Allein, immer allein. und selbst wenn du fickst, bist du allein. Allein mit deinem Fleisch, allein mit deinem Leben." (Aus dem Film "Menschenfeind" von Caspar Noe)

"Strangulation - of emotions. Strangulation - cold and empty. Why can´t I feel free?" (Agathocles von "Thanks for your Hostility")
DarayDie Theorie des Solipsismus ist eine sehr starke und unwiderlegbare Theorie.

Unwiderlegbar deshalb, weil ich (=das Denkende) alles Seiende bin. Was ich mir vorstellen kann ist Realität. Offensichtlich kann ich den grössten Teil meines Denkens nicht bewusst verändern, so kann es passieren, dass ich unbewusst einen Menschen kreiere, den ich in einer meiner erdachten Sprachen sagen lasse, er sei Solipsist. Als Solipsist sollte ich mich darüber amüsieren, was mir mein Unterbewusstsein auftischt, aber niemals würde so ein Gedanke einen Solipsisten aus der Bahn werfen.

Genau das ist auch der Grund, weshalb der Solipsismus in der Philosophie aussen vor gelassen werden muss. Er lässt sich weder bestätigen noch bestreiten. Eine Kritik schliesst sich durch das Wesen des Solipsismus aus.
schwarzer-vodkaAllerdings muss der [COLOR=red]Solipsist[/COLOR] sich eingestehen, dass es einen Raum gibt in dem er existiert. Und somit ist er an dem Punkt angelangt wo er sich fragen muss woher dieser Raum kommt. Ebenso bantwortet der [COLOR=red]Solipsismus[/COLOR] nicht die Frage woher überhaupt der [COLOR=red]Solipsist[/COLOR] kommt bzw wohin er geht. Somit ist der [COLOR=red]Solipsismus[/COLOR] nur die Extremform des Nihilismus oder umgekehrt ist der Nihilismus eine relativierte Form des [COLOR=red]Solipsismus[/COLOR]. Ähnliches gilt dann auch für Diskordianismus.

[COLOR=orange]Si tacuisses, philosophus mansisses![/COLOR]
MXNihilJa, hätte ich geschwiegen wäre ich ein Philosoph geblieben! ;)

WENN diese Existenz nicht real ist, somit meine oder eines anderen "Einbildung", so kann ich davon ausgehen, daß HIER auch keinerlei Raum existiert. Lediglich meine Halluzination eines Raumes oder die Projektion eines solchen würde demnach existieren. Natürlich stellt sich dann die Frage, was hinter dieser "Halluzination" bzw. "Projektion von Außen" steckt.

Vielleicht bin ich auch lediglich der Bruchteil eines EINZIGEN Überbewußtseins und glaube nur eine Person bzw. ein Mensch zu sein !?!?

Ich streite die Möglichkeit einer Existenz der materiellen Welt nicht ab, glaube aber nicht an sie!
Ebenso streite ich die Möglichkeit ihrer Nicht-Existenz nicht ab, glaube aber auch daran nicht!

Rape shit, like shit is raping you!

MXNihil
illuminatWenn es den Solipismus gibt, muss er ja von jemandem ins Leben gerufen worden sein. Wenn dieser jemand aber meint er lebe in seiner eigenen Illusion, mit welcher Begründung sollte er irgendwelchen Wesen in seiner Scheinwelt klarmachen, dass er sie träumt? Das ganze würde man heute mehr als Realitätsfremd und psychisch krank bezeichnen, denn wenn jemand nur seine Gedanken um sich hat, gebührt ihm auch das Recht, diese zu töten, etc.
Der Diskordianismus hat damit meiner Meinung nach nicht so viel zu tun. Er bezeichnet jedes Wesen unabhängig vom anderen als real. Nur mit dem Einschnitt, dass die verwendete Sprache auf erfundenen Worten basiert und überhaupt alles nur mit menschlicher "erfundener" Logik erklärt wird. Wenn jemand von einem Baum spricht, haben die meißten automatisch einen Laubbaum im Kopf weil sie ihnen öfter begegnen. Salamander findet man ja auch nur noch im Schuhgeschäft ;)

[quote]
Mein Hund heißt Rex, darum ist er auch ein Dackel geworden
Wer an Pluto denkt, muss nicht gleich mit ihm Gassi gehen
Wer an Mars denkt, sieht nicht immer Planeten, aber Snickers lässt sich besser vermarkten.
Und Saturn ist auch nur ein Geschäft
[/quote]
ShadowMatterDer Solipsismus sagt, dass es nur einen Verstand gibt, und das alles eine Einbildung dieses Verstandes ist.

Solipsismus ist weniger ein Lehre, wie hier behauptet, sondern vielmehr nur ein Gedankenexperiment.

Genauso wenig, wie der Solipsismus nicht bewiesen oder widerlegt werden kann - das ist unmöglich - lässt sich nicht beweisen, welcher von Leuten, die sich Solipsisten nennen, recht hat.

Insofern, dass ein solcher Streit von einem der beiden, oder einem dritten wahrgenommen wird, ist natürlich klar, welcher der "wahre" Verstand ist.

Wenn der Solipsismus recht hat, dann ist der Verstand derjenige, welcher denkt und daher ist. Alle anderen sind nur Fleischmaschinen, Schöpfungen seiner Imagination.
schwarzer-vodkaDieser Raum muss ja nicht der Raum sein den der [COLOR=red]Solipsist[/COLOR] wahr nimmt sondern der Raum in dem er existiert. Schließlich muss er, wenn wir davon ausgehen das der [COLOR=red]Solipsist[/COLOR] eine wie auch immer geartete Masse hat, in einem Raum existieren, welchen er zwar nicht wahrnimmt, da er "träumt" aber der doch da ist. Und so kann es sein, dass außer dem einen [COLOR=red]Solipsisten[/COLOR] mehrere gibt die aufgrund ihres "träumens" nicht miteinander kommunizieren oder sich überhaupt wahrnehmen aber dennoch gemeinsam im Raum wandeln.

Die Frage wer von den Beiden im zweifelsfalle Recht hat müsste sich doch damit erklären lassen, dass sie beide recht haben, da sie beide aus dem gleichem Geist stammen.

Interessant am [COLOR=red]Solipsismus[/COLOR] ist dass der [COLOR=red]Solipsist[/COLOR] sein eigenes Aussehen nicht kennt. Denn selbst der Körper unterliegt ja den Sinneswahrnehmungen.
*Kopfschmerz*

Ein Gedankenexperiment was sich quasi auf der elemtarsten Stufe der Philosophie abspielt. Wobei es ja für den radikalen praktizierenden [COLOR=red]Solipsisten[/COLOR] so eine Art Religion ist.
illuminatHätte Morpheus jemand geglaubt, wenn er Neo gesagt hätte: "Hey, wir sind nicht hier, sondern liegen im Raumschiff mit einem Eisenstab im Hinterkopf"?
Es gibt Drogen, die bringen dich in diese Ebene, aber ob du sie als realer als das Diesseins betrachtest, wage ich zu bezweifeln. Immerhin hört so ein Trip irgendwann auch wieder auf - er bringt aber oft eine globalere Denkweise mit sich und macht offener für die Vorstellung einer solchen "nachexistenz" also das aufwachen aus einem Traum nach dem Tod. Find ich eigentlich ganz interessant, wenn man sich vorstellt, man läge z.B. irgendwo in einem Wald (so im Mittelalter) und wenn man aufwacht, fängt man an, dort weiter zu handeln. Wenn man dort wieder aufwacht, befindet man sich vielleicht noch weiter zurück. Also man träumt quasi vorwärts und tötet sich gegen die Zeit :D oder eben umgekehrt - wies gefällt. Aber im Grunde doch recht abwegig und kein Grund die momentane Realität zu vernachlässigen.
S!nn1RHi leuts

das die Welt meine Einbildung ist wage ich hier ernsthaft zu bezweifeln...
Auch die großen Philosophen wandten sich spätestens seit Kant vom Solipsismus ab.

Nun wenn die Welt meine Vorstellung währe...

Ich behaupte die einzige Realität zu verkörpung, und alles übrige existierende ist nur meine Vorstellung. Ich kann indessen nicht leugnen, daß meine Vorstellungswelt von Geistergestalten bewohnt ist, die mir nicht unähnlich sind. Folglich muß ich einräumen, das diese Wesen Ihrerseits darauf bestehen können, sich als einzige Realität, alles sonst aber als Produkt ihrer Einbildung zu betrachten. Auch ihre Vorstellungswelt währe dann von Geistergestalten (von mir) bevölkert.

Wirklichkeit=Gemeinschaft

Dies und vieles mehr in Paul Watzlawick.... die erfunde Wirklichkeit

einfach empfehlenswert

...sagt ma iss das schlimm wenn ich mein eigens geschriebenes mal Kopiere?...... hoffe net
LosAnHallo

Spontan fällt mir zu diesem Thema Zhuang-Tse ein. Er war ein Vertreter des fernöstlichen, ursprünglich chinesischen Taoismus. In seinem gleichnamigen Werk befaßt er sich u.a. mit der Erscheinung der Realität bzw. mit ihrer Wahrnehmung.

Sein Hauptanliegen ist generell zu verdeutlichen, daß der Mensch nicht Alles wissen kann. Als Beispiel führe ich hier den „Schmetterlingstraum“an. Zhuang-Tse beschreibt, daß er „träumte“ ein Schmetterling zu sein. Während des Traums war das „Schmetterling-Sein“ für ihn die Realität. Nun weiß er nicht, ob er Zhuang-Tse ist, der träumte ein Schmetterling zu sein, oder ob er als Schmetterling träumt Zhuang-Tse zu sein.


Macht was draus. Entscheidet selbst, ob ihr diese Geschichte glaubt oder nicht. Das ist immerhin auch ein Grundprinzip des Solipsismus. Wenn niemand außer dem Solipsist da ist, der Entscheidungen fällt, muß er es alleine tun. Desweitern muß er senen Entscheidungen und den daraus resultierenden Auffassungen einen Wert geben.

Carpe noctem,
LosAn
DeathGirl666Ziemlich interessant, die ganze Sache hier zu verfolgen... allerdings wüste ich jetzt nicht so genau was du für Statements bezüglich der Lehre lesen möchtest, so viel zu diesem Thema kann man nicht mehr sagen, wurde doch schon alles nötige erwähnt o. etwa nicht? ach ja, außerdem finde ich das dieses Thema vielleicht sogar ein bisschen zu schwer für Disskusionen o. für einen Meinungsaustausch ist, denn so genau ist wirklich niemand auf die Lehre eingegangen und ich wage es nicht mich damit jetzt zu beschäftigen, weil ich der Meinung bin, dass ich in irgendeiner Hinsicht noch zu unreif dafür bin...
faydustsei gegrüßt, graulichter...ich empfehle dir zum thema das buch "die dunkle seite des mondes" von martin suter...
dyonorich kann euch allen nicht beweisen, dass etwas außer meinem eigenen geist existiert - keiner kann das - daher das erste axiom der philosophie: außer meinem eigenen geist existiert noch etwas (sonst würde ich nur eine debatte mit mir selbst führen, und der fehlte ein wenig das wettbewerbsmoment *ggg*). aber vielleicht bin ich nicht schizo- und nicht quadro-, sondern polyhochzehnphren und habe spaß daran, mit mir selbst zu debattieren (ihr alle seid dann nur auswüchse meines einzigen geistes - immerhin vielleicht dadurch dann wieder real, wodurch das axiom in gefahr gerät!!).

das ist ziemlich spannend & lustig.

wer den spaß noch weiter treiben mag, der lese nicht einen berufs-philosophen, sondern den größten philosophen unter den science fiction-schriftstellern - ich meine Philip K. Dick. "Der unmögliche Planet" gibt's noch zu erwerben, und eine Story wie "Die elektrische Ameise" wirft absolut um (bitte: das ist nicht der PKD der diversen Hollywuut-Filme!).

für eingeweihte empfohlen: die "Valis-Trilogie".

lg dyonor
AnaximanderNette Diskussion...

Das Nachdenken über den Solipsismus stand bei mir ganz am Anfang meiner Beschäftigung mit der Philosophie. Ich hatte damals noch einen wunderbar naiven Realismus, hatte geglaubt, allein durch die Wissenschaft wäre unanzweifelbare Erkenntnis möglich (was man mit 13 nicht alles so geglaubt hat ;)) - umso mehr hat es mich dann fasziniert, dass sogar eine entsetzliche These (kann mans überhaupt so nennen?) wie der Solipsismus nicht zu widerlegen ist. Nicht mal so weit reicht die Möglichkeit der absolut sicheren Erkenntnis.

Inzwischen finde ich den Solipsismus wieder eher uninteressant - weil man so wenig mit ihm anstellen kann, weil er für das philosophische Denken nicht besonders fruchtbar ist. Eigentlich kann man nur einmal schaudernd seine Möglichkeit zur Kenntnis nehmen und sich dann selbst sagen: [i]Ich gehe erstmal hypothetisch davon aus, dass die Realität um mich doch nicht nur ein Produkt meines Geistes ist [/i]. Etwas anderes bleibt einem gar nicht übrig. Denn andernfalls stagniert das Denken an diesem Punkt - und das Leben würde auch an Qualität verlieren ;)

Diese Unattraktivität und Unfruchtbarkeit erklärt mir auch, weshalb der S. in der Philosophie verhältnismäßig wenig Beachtung erhalten hat. Und das, obwohl man von einer These, die mehr in Frage stellt als alles andere, die sozusagen den Rekord im Zweifeln hat, ansonsten eine größere Popularität erwarten würde.

Aber das vielleicht größte Problem des Solipsismus ist seine Diskussions-Untauglichkeit. Man kann zwar über das Thema Solipsismus sprechen, aber man kann nicht gemeinsam darüber diskutieren, ob der Solipsismus tatsächlich wahr ist oder nicht. Und zwar deshalb, weil unter der These des Solipsismus strenggenommen jeder etwas völlig anderes versteht. Ich verstehe darunter, dass ICH das einzig reale Wesen bin und alles andere nur meine Kreation. Diese Erwägung ist für euch andere (vorausgesetzt es gibt euch ;)) natürlich unannehmbar, weil ihr jeweils nur euch selbst als Ich wahrnehmt, und unter Solipsismus unter anderem die Nichtexistenz von mir versteht.

Kurzum: Diskussionen über Solipsimus müssen schon allein daran scheitern, dass es keine gemeinsame Schnittmenge gibt. Man kann den S. nicht gemeinsam als mögliche objektive These besprechen, weil einfach kein Wechsel zur 3. Person möglich ist. Jeder hat eine eigene These und eine eigene Prämisse. Wenn man es ganz dramatisch haben will könnte man sagen: Beim Nachdenken über den Solipsismus ist man völlig isoliert und auf sich allein gestellt - eben genau so, wie man es bei allen Lebensbereichen wäre, falls der S. wahr sein sollte. Wobei "man" schon wieder zu viel gesagt ist :D

Möglich ist es natürlich, über den S. zu diskutieren, indem man gar nicht über seine tatsächlich Wahrheit oder Unwahrheit streitet, sondern zum Spaß erstmal voraussetzt, dass er falsch ist, und dann gemeinsam über die Gründe diskutiert, die dann jeder [i]jeder für sich selbst[/i] für den Solipsimus in Anschlag bringen kann.

....................

oh je... gerade noch schlimmen Fehler korrigiert!
dyonordeshalb prägte mensch ja das erste axiom aller philosophie: außer meinem geist existiert noch anderes. das kann man nicht wirklich beweisen, man kann es nur annehmen (=> siehe dazu Bertrand Russell, "Probleme der Philosophie", die ersten drei kapitel). mit dem solipsismus kann man in der tat nicht wirklich "etwas machen"; das hat Anaximander im vorhergehenden beitrag ausführlich begründet. man kann ihn nur als ein reizvolles (oder beängstigendes gedankenspiel -"schreckliche these" fand ich gut) annehmen (PKD fühlte sich meistens beängstigt, so weit ich ihn verstehe) oder sich eben darauf einigen, dass noch jemand da ist, mit dem es sich zu diskutieren lohnt, und etwas, über das man reden kann (=> axiom).

als philosophische idee taugt der solipsismus aus den oben von Anaximander genannten gründen wirklich nicht für diskussionen, höchstens für statements bzw. präsentationen - künstlerisch finde ich ihn sehr anregend, siehe PKD. kunst ist spiel, und im spiel ist alles erlaubt, auch "schrecklicher" - so lange es spiel bleibt (wobei jedem spiel sein eigener ernst einwohnt).

da fällt mir etwas von Nietzsche zur wissenschaft ein, deren naiven realismus Anaximander ebenfalls angesprochen hat (glücklich, wer ihn rechtzeitig ablegen kann - die schlimmste religion ist die der so sich nennenden atheisten aus wissenschaftlichen gründen, die um ihre wissenschaft tanzen, das kalb aus goldenen zahlen und fakten). Nietzsche sagt in der "Geburt der Tragödie":

"Nun aber eilt die Wissenschaft, von ihrem kräftigen Wahne angespornt, unaufhaltsam bis zu ihren Grenzen, an denen ihr im Wesen der Logik verborgener Optimismus scheitert. Denn die Peripherie des Kreises der Wissenschaft hat unendlich viele Punkte, und während noch gar nicht abzusehen ist, wie jemals der Kreis völlig ausgemessen werden könnte, so trifft doch der edle und begabte Mensch, noch vor der Mitte seines Daseins und unvermeidlich, auf solche Grenzpunkte der Peripherie, wo er in das Unaufhellbare starrt. Wenn er hier zu seinem Schrecken sieht, wie die Logik sich an diesen Grenzen um sich selbst ringelt und endlich sich in den Schwanz beißt - da bricht die neue Form der Erkenntnis durch, die tragische Erkenntnis, die, um nur ertragen zu werden, als Schutz und Heilmittel die Kunst braucht."

genau dieses in-den-schwanz-beißen haben wir beim solipsismus ...
dochthey, interessanter thread

ihr moegt wohl recht haben, wenn ihr sagt, dass eine diskussion nicht wirklich moeglich ist. das ist klar, denn eine diskussion geht von mehreren gleichwertigen subjekten aus. im solipsismus sind aber die anderen menschen vielmehr nur teile des eigenen selbst, und der der man zu sein glaubt ist auch nur eine konstruktion (psyche).
die frage nach einem ort stellt sich garnicht, denn ein ort ist etwas relatives zu einem anderen ort. wo aber das gesamte universum eine einheit ist (uni-), da gibt es nichts "ausserhalb" und da der solipsist, also derjenige der er wirklich ist, und zwar "gott", gleichzeitig das universum verkoerpert, existiert er ueberall - oder nirgends!
(uebrigens - die aeussere welt ist im solipsismus nicht innerhalb deines "kopfes", denn der selbst ist konstruktion.. du und alles andere befindet sich innerhalb deiner selbst)

dass diskussionen nichts bringen, ist klar. es nutzt auch nichts mit traumgestalten zu diskutieren, sie befaenden sich im eigenen traum. wenn sie es nicht glauben, dann ist dieser nicht-glaube auch nur konstruktion des eigenen (un-) bewusstseins. "beweisen" muss man niemandem etwas. warum auch? die anderen, denen ich etwas zu beweisen haette, sind ja sowieso nicht in dem sinne real, wie ich es bin.
naja, in meinen traeumen gelingt es mir manchmal mit "magie" beweise zu fuehren.. dann glauben sie mir. aber unabhaengig davon, ob sie glauben oder nicht, muss der solipsist sich selbst glauben und sonst niemandem! weil er ja davon ausgeht, dass nur er die einzige konstante und die einzige wahrheit ist.
dass man also nicht mit den anderen diskutieren kann, widerlegt nicht den solipsismus. es stellt nicht einmal ein problem dar, denn der solipsist selbst weiss ja schon die antwort fuer sich selbst(der andere ist konstruktion..)

eine these muss nicht fuer alle anderen menschen unbedingt beweisbar sein, wenn die these selbst darueber steht. wenn die these die gleichartigkeit aller menschen ablehnt.
philosophie ist, was ihr draus macht. da gibts keine festgelegten axiome. jeder definiert es fuer sich anders. philosophie muss nicht wissenschaftlich sein.. und auch muss sie keine diskurs-philosophie sein..
die "großen" denker und die wissenschaften und alle anderen menschen und was sie denken und behaupten, ist doch voellig egal. es geht in erster linie darum, was man selbst denkt..


so, nun da der solipsist keine magischen faehigkeiten hat (ich habs nich, un ich bin ja der solipsist ;)), stellt sich die frage, ob er wirklich alles bewusst steuert. und die antwort ist klar, nein.. das meiste wird wohl unbewusste konstruktion sein. in traeumen ist das manchmal weniger unkontrolliert.. auf jeden fall existiert eine gesellschaft, und man selbst ist teil dieser. ob das nun konstruktion des eigenen geistes ist oder sonst was, is ja egal. sie existiert und man kann (noch) nichts dagegen tun! so ist der solipsismus doch garnicht gefaehrlich.. man kann/muss doch einfach so weiter in dieser welt traeumen..

die frage nach dem tod ist schwer. natuerlich existiert fuer den solipsisten die gravitation deshalb, weil er sie konstruiert hat und es sich suggiert. so koennte es mit dem tod sein, je nachdem an was er glaubt, das wird nach dem tod auch eintreten. und weil der solipsist an die eigene sterblichkeit glaubt, so ist er auch sterblich. wenn er stirbt und nach dem tod in einer anderen welt lebt, dann ist die alte welt mit ihm gestorben - und nicht nur subjektiv sondern auch objektiv - weil es in dem fall keinen unterschied zwischen beidem gibt..


fuer mich bleibt immernoch die schwieigste frage offen.. warum bin ich mit meinem bewusstsein nicht gott? warum ist meine seele in dieser psyche, in diesem koerper und nicht ueberall?
dyonor[QUOTE][i]Original geschrieben von docht [/i]
[B]

dass diskussionen nichts bringen, ist klar. es nutzt auch nichts mit traumgestalten zu diskutieren? [/B][/QUOTE]


es sei denn, das Eine Ich ist eine extrem multiple persönlichkeit, deren einzelne teile nichts voneinander wissen - dann macht die ganze sache wieder sinn (und spaß?).
vielleicht ist jeder von uns ja nur eine besondere phantasmagorische nische im kopf des weltgeistes :-)

aber wirklich: interessanter thread!
dochtich glaube nicht dass es um das ich im sinne der persoenlichkeit geht, die kann so sehr gespalten sein wie sie nur will.. (weil die persoenlichkeit, der charakter, das verhalten, der koerper etc. alles nur konstruktion sind)
es geht um das ich als seele, als goettlichkeit, als unspaltbare und als einzige (zwei gleichwertige gottheiten das waere paradox)..

wenn meine person gespalten wird, dann bleibt meine seele immernoch einzig, sie wird nicht gespalten. sie ist ja nur das fuehlende, bewusste etwas.. die frage stellt sich eben, warum umfasst sie nicht alles, die gesamte existenz? warum bin ich nicht ueberall? oO
warum gibt es so etwas wie das unbewusste?
ich glaube, das ist auch ein problem des solipsismus, welches er nicht loesen kann, und was ihn im grunde auch ein wenig paradox macht. oder aber ich bin irgendwie schwer von begriff *g*
Anaximander@docht: Einen ähnlichen Gedanken hatte ich auch schon. Ich würde sogar sagen, dass dieses Unterbewußtsein, das man dem einzigen Wesen zwangsläufig einräumen müsste, die größte Schwäche des Solipsismus ist.

Mich stört dabei gar nicht mal so sehr, dass dieser Ich-Gott ein Unterbewußtsein haben soll (herrje, der christliche Gott ist sogar in 3 Teilpersönlichkeiten gespalten..), sondern das abstruse Größenverhältnis von beidem: Das Unterbewußtsein müsste buchstäblich um Welten gewaltiger, tiefer und intelligenter sein als das bewußte Ich.

Das lässt sich leicht veranschaulichen: Angenommen der Solipsismus (aus meiner Perspektive) wäre wahr. Dann müsste ich unter anderem der Schöpfer von Beethovens 9. sein. Ich - als bewußtes Ich - kann Beethovens 9. aber gerade mal ansatzweise fassen, aber nicht mal ganz verstehen. Ich könnte, da ich von Musiktheorie keine Ahnung habe, nicht beschreiben, was es ist, das Beethovens 9. so gut macht, geschweige denn, dass ich sie selbst geschaffen haben könnte.

Solche Beispiele könnte man unbegrenzt aufzählen. Architektur, Literatur, Physik, Technologie... überall in der Welt findet man Dinge vor, die man selbst wahrnehmen, aber nicht geistig verstehen/durchdringen kann, obwohl man ihre Komplexität registriert.
Wäre man selbst der solipsistische Gott, dann könnte man die Existenz dieser Dinge nur mit einem aufgeblähten Unterbewußtsein erklären. Das Unterbewußtsein hätte all diese Werke erschaffen müssen, die das bewußte Ich, dieser Hans-Wurst, bestenfalls ansatzweise verstehst aber selbst nie hervorbringen könnte.

Dazu kommt noch die ständige Aufrechterhaltung von all den Details, die das bewußte Ich größtenteils nicht mal beachtet (die räumliche Umgebung, die pausenlosen, nach "Naturgesetzen" stimmigen Sinneseindrücke usw.). Niemand von uns behält auch nur ein einziges wahrgenommenes Bild länger als ein paar Sekunden im Kopf. Das sieht man daran, dass die wenigsten wirklich realistisch zeichnen können. Und unser Unterbewußtsein soll dutzende davon, in makelloser Qualität jede Sekunde selbsständig kreieren und in unser Bewußtsein schießen?

Nicht falsch verstehen. Es könnte durchaus so sein. An dieser Vorstellung ist nichts unlogisches. Aber die Preisfrage ist: Kann man, wenn Bewußtsein und Unterbewußtsein so unendlich weit auseinanderklaffen, überhaupt noch von ein und demselben Wesen sprechen? Liegt dann überhaupt noch eine Identität der Person vor?
Vielleicht kann man den S. auf diese Art zurückweisen: Um den S. zu rechtfertigen muss ich ein so göttliches, über mein Bewußtsein hinausgehendes Unterbewußtsein haben, dass man es nicht mehr als Teil meines Ich betrachten kann, und [i]es also doch etwas außer mir gibt[/i] - nämlich mein schöpferisches Unterbewußtsein.

In diesem Sinne wäre dann vielleicht sogar die bessere Beschreibung des Solipsismus Descartes Weltvorstellung, die nur aus mir und einem täuschenden, schöpferischen Dämon besteht, der mir die Welt vorgaukelt. Ich wäre dann das Bewußtsein und der Dämon das Unterbewußtsein...
dochthu anaximander :)
freut mich, dass mein geschreibsel verstanden wurde bzw dass du das auch so in etwa kennst vom gedanken her ;)
danke fuer deinen beitrag ;)

dass das unter- (oder eher un-) bewusste solch große leistungen vollbringen kann, das mag ich auch nicht anzweifeln, traeume sind da ein sehr guter "ort" (oder eher zustand), wo dem man das erleben kann und wo man damit experimentieren kann..

der solipsismus ist moeglicherweise so etwas wie ein pantheismus, wenn man ihn so deutet. naemlich dass alles beseelt und goettlich ist. die entscheidende aussage ist naemlich: die unbewusste umwelt ist mit mir verbunden oder umgekehrt. oder auch: mein unbewusstsein umfasst das ganze universum, es ist gott zuammen mit mir. und ich, mit meinem bewusstsein, kenne und kontrolliere immer nur einen teil davon. doch im prinzip bin auch ich gott.
(in der regel identifizieren wir "uns" ja auch mit unserem unbewussten - doch der begriff "ich" ist sowieso ziemlich vieldeutig und schwammig..)
man koennte genausogut auch sagen, dass die gesamte welt "unsere" konstruktion sei.. (hatte nicht berkeley die sache so in etwa gesehen?). jedoch glaube ich, die solipsistische aussage waere immernoch: ob das unbewusste, also ob all die anderen wesen die ich sehe, wirklich einen geist, eine seele haben, ob sie wirklich ihre eigene ansicht haben ueber das ganze geschehen, kann ich zumindest nicht herausfinden.
einige gehen mittlerweile auch davon aus, dass traumgestalten ein eigenes bewusstsein haben (das kann man nicht wirklich pruefen, man testet eben nur inwieweit sie ihre eigene ansichten und ihre eigenen verhaltensweisen darlegen, die vom bewussten ich getrennt sind)

die tatsache, dass man auch in traeumen sein unterbewusstsein immer weiter (fragt sich wie weit) kontrollieren kann, wenn man es uebt (klartraeume), laesst vielleicht die annahme zu, das unbewusste koennte, im idealfall, immer mehr vom bewusstsein durchdrungen werden. wenn das der fall ist (sind wir schon beim buddhismus? ;) ), waere es ja prinzipiell schon moeglich, dass wir (als solipsist) gott sind. aber eben nur prinzipiell, das heisst.. die moeglichkeit besteht, aber der ist- zustand sieht anders aus.
nighttearihr verheddert euch jede frage wirft neue fragen auf!! Ihr müsst immer wieder den ersten beitrag lesen um zurückzukommen ;) also ich bin mir nich sicher ob ich das mit den soliphisten oder wie se heißen verstanden hab aber...
für den soli selbst hört die welt auf zu existieren, ich glaube ein soliphist ist einfach ein verdammt egozentrischer mensch. Wenn du selbst der soliphist bist und morgen stirbst du dann ist die welt weg, aber das interessiert dich ja nicht weil ja nur du für dich interessant bist. als soliphist denkst du nicht über andere nach(wenn ich das richtig verstanden hab). Gesetzt der fall es gibt zwei soliphisten oder mehrere, dann macht das doch nichts, jeder hält seine Lehre für die einzige, wahre, aber er interessiert sich nicht für andere, schließlich ist er kein lehrer und so versuchen sie nicht sich zu beeinflussen.
so seh ich das!!! Hab aber bestimmt uch irgendwat nich verstanden ;)
dyonordie idee des riesigen und dominanten ubw ist gut, gefällt mir (gibt Freud ja auch durchaus her; das ich, das arme, tanzt da oben ja nur wie ein korken auf den wellen). ich hätte auch kein problem damit, Beethovens 9. und Kings romane geschaffen zu haben - höchstens damit, dass mir keiner die tantiemen dafür aufs bewusste konto überweist :-))
noch besser finde ich die idee, dass der dämon, der mich täuscht, dann ebenfalls ich selbst / mein ubw. bin; etwas großes außer mir, so dass der solipsismus irgendwie widerlegt und doch irgendwie gerettet ist. in der story von Philip K. Dick, die ich am anfang erwähnt habe (Die elektroische Ameise) geht es dem protagonisten in etwa so: er erkennt, dass er nur ein android ist, der durch ein ewig laufendes so genanntes "realitätsband" programmiert wird - er hat davon die nase voll (weil in seiner gesellschaft androiden eben nur wesen zweiter klasse sind) und kappt dieses band - woraufhin nicht nur für ihn die welt untergeht, sondern auch für die anderen figuren der geschichte. er war das einzige existente wesen, aber er war zugleich der getriebene - wenn ich für "Poole" (so heißt der protagonist) jetzt "Ich" einsetze und mal unterstelle, dass das realitätsband von ihrgend jemand anderem ausgedacht wurde (Poole hat davon ja keine ahnung, auch nicht von den konsequenzen) - dann kann ich dieses andere etwas ubw. oder dämon nennen, und dann erklärt sich mir auch das, was diese geschichte bisher an fragen aufgeworfen hat. danke!
Descartesdie bewertung des solipsismus hängt mit dem Ich-begriff zusammen, auf den er sich bezieht.

solipsismus, der die eigene person als das zentrum allen seins begreift, verfängt sich in einer argumentationsfalle, in die er sich selbst begeben hat. denn sobald er argumentiert, hat er sich selbst widerlegt.
solipsismus, der nicht die einzelne person als zentrum begreift, sondern das nichtpersonale bewußtsein, das alles einschließt, ist etwas vollkommen anderes. diese form findet meine unterstützung.

die welt ist eine bühne. aber der darsteller weiß nichts über das schauspiel und seinen zusammenhang. diesen zusammenhang kenne nur Ich, der ich alles bin.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur