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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Definitionen und Kreativität
Einsamer KönigDefinitionen gehören in den Bereich des rationalen Kalküls, und sind somit jenseits der grenzenlosen Existenz. So verhält es sich auch mit Worten, Formen, Farben und jeglichen Objekten. Die Festlegung verschiedener Begrenzungen und eindeutiger Einheiten, hat sich durch alle Schichten des Daseins bewährt, aber das ist nicht gut. Man muss beginnen zu differenzieren, denn es gibt das "Zeitliche" und das "Ewige", wobei beide zusammengehören und das eine aus dem anderen wächst oder entsteht. Trotzdem sollte zum Beispiel im Wesen der Philosophie keine "akribische" Gleichung mit mathematischer Perfektion vorausgesetzt werden, denn Philosophie ist ungreifbar und im Falle unverständlicher Aussprüche sollte dennoch kein Normwert bei der Urteilsbildung unnachgiebig festgelegt werden. Man muss oft auch zwischen den Zeilen lesen, und den berechnenden Verstand ausschalten, um die emotionale Seite der Empfindungen voll auszukosten. Insofern gelangt man in den Genuss unbeschreiblicher Wunder !!! Zitate bekannter Philosophen sind angesichts der eigenen Kreativität - vorausgesetzt man entdeckt sie - nicht immer auf höherem Niveau, und deshalb würde jeder Mensch sehr gut daran tun, zu erkennen woraus wahre Schöpfungskraft entsteht. Kreativ ist nicht nur der bekannte Schriftsteller dem unzählige Statuen zur Verewigung gebaut wurden, sondern auch der "kleine" Müllmann der mit erbaulicher Tatkraft ein Werk der Erschaffung gewisser Dinge im Rahmen seiner Aufgabe bildet. Ein Gespräch, eine Handlung ja sogar ein Blick kann kreativer sein als tausende von Bildern oder Büchern !!!! Im Kontext dieser Einsicht entsteht die Freude über die eigenen Möglichkeiten eines sehr sinnvollen Daseins, denn Kreativität ist der Ursprung des Lebens, und somit durchdringt es jedes Lebewesen in jeder Sekunde seiner Existenz.
ErinnyenZwei Sachen zuerst, und zwar: Was ist das Ewige???
Und: Hast du schonmal E.Fromm gelesen? (Ich fühl mich gerade erinnert ;) )

Obwohl die Philosophie ungreifbar ist und es wohl auch erstmal bleiben wird, bin ich trotzdem der Meinung, dass die Physik, die auf diesen Gleichungen beruht (deren Genauigkeit und Absolutheit sind zweit- und drittfragen), ein Teil derer ist. Die Philosophie wie auch die höhere (oder kleinst-) Physik sind die Suche nach etwas elementaren, Beispiel für die Unzufriedenheit und Ruhelosigkeit der Menschen, eine Suche nach Sinn und Ursprung.
Vielleicht ist deine propagierte Akzeptanz der Kreativität gerade ein Aufruf zur Ruhe und bemessener Suche?!??
hmm... ist schon spät und meine Großhirnrinde macht sich dank mir schon recht rar, deshalb hab ich dich vielleicht erstens nicht recht verstanden und zweitens kann ich mich nimmer ausdrücken ;)
CastroHmm ich halte es auch etwas reservierter mit der Philosophie und Kreativität. Natürlich stechen kreative Menschen immer heraus, denn diese Schaffen etwas neues was die alte Definition auflöst und in etwas neues zu verwandeln scheinen. Aber das neue wird in kurzer zeit wieder etwas Altes. Jede geniale Idee scheint der nächsten Generation als logisch und zweckmässig. Und verwandelt sich in das was sie gesprengt hat. Der Surrealismus, die Relativitätstheorie, oder irgendeine bahnbrechende Produktionsmethode, sie alle bekommen Definitionen, Namen und Zahlen. Der menschlich Geist walkt durch die Welt und hat einen natürlichen Trieb zu all dem was er tut. Die Philosophie versucht diesen Trieben einen Wert beizumessen. Sie ist für mich ein abstraktes Konstrukt das eigentlich keinen Zweck erfüllt.
Ich glaube jedenfalls nicht an etwas Ewiges das für den Menschen bestimmt ist. Meine Sicht ist auch eher wissenschaftlich geprägt, denn diese Kunst liefert Antworten, ein Paar...
AeneadorIch finde den emotionalen Aspekt, den Einsamer König angesprochen hat, sehr interessant. Meiner Meinung nach sollte eine solch ambivalente Gedankendisziplin wie die Philosophie keinesfalls durch die Ratio bestimmt werden. Ganz im Gegenteil: die Gefühle, die uns im Laufe unserer permantenten und ständig im Wandel befindlichen Konfrontation mit dieser Welt überkommen, sind teilweise rational kaum nachvollziehbar und verlangen nach einer weit abstrakteren Erklärungsmethode. Liebe ist das beste Beispiel... natürlich: die Wissenschaft enträtselt dieses Phänomen mit dem Zusammenspiel verschiedener Chemikalien, die im Hirn eine Affinität zu einer Person auslösen, die bestimmte Schlüsselreizpunkte bedient. Aber ist wirklich alles Serotonin, Pheromone und synaptischer Austausch? Warum verlieben wir uns in Menschen, obzwar diese unseren Schönheitsidealen bisweilen gar nicht entsprechen? Warum sind wir bereit, für die Geliebten unser Leben zu opfern?

Um die Liebe zu erklären, ist es mit der wissenschaftlich-rationalen Methodik meiner Ansicht nach nicht getan. Die chemischen Grundlagen dieses Gefühls lassen sich auf diese Weise freilich entschlüsseln, aber um die ganze Bandbreite dieser Empfindung erfassen zu können, muss sich die Philosophie auch auf die Empfindungen einlassen, statt sie als analytischen Störfaktor auszuklammern.

Kurz gesagt: Philosophie ist in meinen Augen die Kunst, Logik, Ratio mit Empathie und Impulsivität zu verbinden.

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