| Einsamer König | Wir müssen das primitive Menschenbild von "Gut und Böse" aufgeben, denn es gehört in den Bereich der subjektiven Beurteilung. Jeder Mensch hat das Recht auf eine gewisse Meinung seinem Umfeld gegenüber, wobei dies nicht bedeutet dass alle Ansichten diesbezüglich mit der absoluten Realität übereinstimmen müssen. Somit steht also die vollkommene Wahrheit auf der einen Seite, und die empfindungsmässige und individuelle Betrachtungsweise auf der anderen. Eine makellose Verbindung wird es in diesem Punkt nicht geben können, aber die Anerkennung der eigenen Fehleinschätzung sollte immer als "wahrscheinliche Möglichkeit" in Betracht gezogen werden. Niemand kann davon ausgehen, dass alle seine Urteile "richtig" und "gut" sind, wobei dies oft mündlich in dieser Form so "rüberkommen" mag. Deshalb ist es zunächst sehr wichtig seinen Geist insofern zu läutern, dass man die innere Überheblichkeit ablegt und erkennt, dass Bescheidenheit und nicht Stolz zur wahren Anhebung des Bewusstseins führt. Infolge dessen ist eine maßvolle Anwendung aller Kommunikationsorgane angebracht, um die dementsprechende Ausbreitung jeweiliger Fehlbotschaften zu vermeiden. Reden kann effizient sein, aber Schweigen noch kraftvoller. Aus der ruhenden Kraft tiefgründiger Überlegung in Kombination mit angemessenen Sprachpausen, entstehen erhabene Worte die inhaltlich sinnvoll, und zusätzlich mit einer hervorragenden Wortwahl bespickt sind. Letztendlich gerät jeder Mensch in die Versuchung zu be- und verurteilen, aber wenn sich nur jeder ein klein wenig zurücknehmen würde, entstünde ein großer Effekt der weltweit spürbar zur Geltung käme, denn negative Gedanken vernetzen sich, sodass sie sich nach ihrer Zuspitzung jeweils kraftvoll entladen. Die Vektoren der Entladung sind dann häufig labile und anfällige Individuen. So ist also kein Mensch nur "gut" oder nur "böse", denn beide Elemente stecken in ihm drin. Beide entstehen im Gemeinwesen, und somit sollte man davon abrücken einzelne für ihre Handlungen zu verdammen, da sie ja ohnehin möglicherweise nur Opfer des Kollektivs sein könnten...... |
| Pallor | 1) Ich bin immer "Gut" und "richtig", bis zu dem Punkt an den ich selbst meine Meinung für falsch erkenne. Bis zu diesem Punkt sollte ich alles Menschenmögliche tun um meine Ansichten zu verbreiten und umzusetzten. Wenn dies nicht so wäre, dürften wir nie handeln. 2) Hast du begründungen für deine Thesen? 3) Was ist die absolute Realität? Pallor |
| Fayve | So ein Menschenbild ist nicht einfach aufzugeben ,sowas benötigt eine radikale Umerziehung.Ich glaube nicht das eine Gesellschaft wie die heutige dazu in der Lage ist.Der Mensch ist ein Wesen mit Gefühlen und bildet sich über sie seine teilweise Urteile.Nur die Wenigsten sind bereit ihr eigenes Handeln zu überprüfen.Ich bezweifle nicht das möglich ist. Ich mag nicht gerne von absoluten Dingen sprechen.Es hört sich so an als ob sich der Mensch nicht mit der Realität befassen kann,als ob er von etwas falschem spricht,das er zu Objektivität nicht fähig wäre. Wen man die supjektive Welt abschaffen will und sie durch eine Objektive ersetzt , haben gefühle kein Platz mehr in der Welt. Ich will keine Welt ohne Gefühle.Eine Welt ohne Gefühle ist eine Welt im kollektiv wie in einem Termitenstaat. |
| MagnusCaudar(Bw | Gut und Böse sind wahrlich nichts weiter als Ansichten . Doch ohne solche Gegensätze könnte der Mensch nicht sein ureigenstes Verlangen befriedigen , Dominanz , Macht , etc . Nur durch Gut und Böse kann man den Menschlichen Verstand soweit Manipulieren um gewaltige Macht zu erlangen . Solche Manipulationen können Jahrtausende bestehen . Der gute und fügige Diener und der niederträchtige krative und Böse Rebell . Doch den Verstand der gesammten Menschheit von ihrer Ignoranz und Arroganz zu befreien ( die meisten sind sich dessen nicht bewust und halten sich selbst für aüßerst tolerant in ihrer Intoleranz ) ist als würde man sich und anderen die Hand abtrennen . Menschen die stark in ihrer Ignoranz waren vollbrachten oftmals große Taten . Doch um selbst nicht Opfer solcher "Prinzipen" , "Ideale" oder wie man es auch immer nennen möchte zu werden sollte man aufhöhren seinem Geist Grenzen zu setzen . Immerhin bedeutet Bescheidenheit ja nichts weiter als bescheid wissen , somit sich über die eigenen Fähigkeiten im klaren zu sein . |
| nebeltaucher | Diese Problematik wird jedoch immer bestehen, solange es eine große Anzahl von Menschen gibt, die in einer sozialen Gemeinschaft leben und aufeinander angewiesen sind. Ich gebe MagnusCaudar in dem Punkt, dass Gut und Böse nur Ansichten sind Recht, denn in jedem Menschen ist ein gewisser Drang danach über etwas Macht oder Einfluss zu haben. Das ist von Natur an veranlagt und nicht zu verurteilen. Denn sonst müssten wir uns alle verurteilen und die Diskussion wäre sinnlos. |
| Tajela | [QUOTE]Letztendlich gerät jeder Mensch in die Versuchung zu be- und verurteilen, aber wenn sich nur jeder ein klein wenig zurücknehmen würde, entstünde ein großer Effekt der weltweit spürbar zur Geltung käme, denn negative Gedanken vernetzen sich, sodass sie sich nach ihrer Zuspitzung jeweils kraftvoll entladen. Die Vektoren der Entladung sind dann häufig labile und anfällige Individuen. So ist also kein Mensch nur "gut" oder nur "böse", denn beide Elemente stecken in ihm drin. Beide entstehen im Gemeinwesen, und somit sollte man davon abrücken einzelne für ihre Handlungen zu verdammen, da sie ja ohnehin möglicherweise nur Opfer des Kollektivs sein könnten......[/QUOTE] Da gebe ich Dir recht. Die Menschen neigen dazu mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu urteilen, obwohl sie dazu gar nicht in der Lage sind, weil sie nicht alle Aspekte kennen oder richtig einschätzen können. Viele Menschen werden von der Gesellschaft vorschnell verurteilt, weil ihr Verhalten nicht der allgemeinen Auffassung von "gut" oder "richtig" entspricht, obwohl die Hintergründe nicht bekannt sind bzw. man sich nie zu 100 % in einen anderen Menschen hinein versetzen kann. Wir können alle den moralischen Zeigefinger heben, um uns besser zu fühlen, nur wissen wir nicht, ob wir unter den gleichen Bedingungen nicht genauso "böse" gehandelt hätten. Was die Begriffe "gut" und "böse" betrifft, liegt das natürlich im Auge des Betrachters. Es gibt Dinge, die oberflächlich betrachtet einfach schlecht oder böse sind, aber man muss vorsichtig damit sein, auch den Menschen, der dafür die Verantwortung trägt als böse zu bezeichnen. Auch oberflächlich betrachtet gute Dinge, könnten eine böse Intention haben. Das Problem allerdings ist, dass wir alle uns eine Meinung aufgrund unserer eigenen subjektiven Eindrücke bilden, ich denke in vielen Fällen ist es schwer, davon Abstand zu nehmen. In sofern finde ich es schon richtig, seine eigene Meinung nicht immer als Wahrheit zu betrachten bzw. sich selbst nicht zu überschätzen. Andererseits gibt es auch Situationen, in denen es absolut wichtig ist, zu seiner Meinung zu stehen und sich dafür auch einzusetzen. |