| Pallor | Guten morgen, ich habe nun eine Nacht geschlafen und mich nun durchgerungen diesen Text zu verfassen. Ausgangs Situation für diesen Text sind sowohl der Aktuelle Thread "NPD - Text", als auch vorherige unzählige Disskusionen. Er soll sich mit dem Thema der geistigen Konstrukte, ihrer Akzeptanz und der Identifikation aus ihnen beziehen. -------------------------------------- "Die Vaterlandsliebe ist für mich gleichzusetzen mit der Vater- bzw. Mutterliebe. Auch wenn Du Deinen Geist von solchen antiquierten, überflüssigen Sentimantalitäten befreien willst." Jospeh K. -------------------------------------- Unsere Welt bzw. die Möglichkeiten von uns die Welt wahrzunehmen, erfordern das Wir Menschen uns unsere eigene Welt erschaffen und ordnen. So sind begriffe wie Mensch, Familie, Nation, Natur, Kultur etc. alles Definitionen, da sie keine natürliche Grundlage haben sondern von uns erschaffen wurden. Es ist zwar der Versuch Vorhandende Dinge zu erfassen, aber sich der Illusion hinzugeben das ein Bildnis ein Gegenstand wiedergibt ist nicht möglich. Dieses Verhalten unseres Geistes bedingt sich aus zwei Dingen, einerseits versuchen wir diese Dinge positiv als Arbeitskonstrukte zu benutzten, andererseits können sie uns gefangen nehmen und instrumentalisieren uns selbst, sie werden dann zur Sinnstiftung hoch stilisiert. Beispiel: Betrachte ich Deutschland unter dem Gesichtspunkt, das ich in diesem Bereich bestimmte Rechte und Pflichten haben durch die Gesetzte. Behandle ich das Konstrukt Deutschland als wertneutrale Beschreibung dieses Umstandes. Wird nun aber der Fehler gemacht, die Identifikation des Individuums durch das "Deutsch" sein zu deklarieren, so bin ich Sklave meiner eigenen Gedanken geworden. Entscheidend bei diesen Konstrukten, ob sie als wahr oder falsch betrachtet werden können, ist nicht der wissenschaftliche Gehalt sondern die Akzeptanz bei den Menschen. Religion, Heimat, Familie durchlaufen ständig Veränderungen in ihrer Definition dies zieht sich seit anbeginn der Menschheit Geschichte, entscheident dabei ist die Akzeptanz dieser Thesen durch die Mächtigen oder das Volk. Somit ist die Macht die diese Dinge haben, auch ihre Sinnstiftung, die Macht des Volkes. Wir geben der Nation oder dem Gott die Kraft Dinge zu verändern, weil wir dieses Konstrukt als real akzeptieren. Beispiel: Ein König hat die Macht, durch das Konstrukt der "göttlichen Hierarchie". In dem Moment, wo der König aber einen Befehl gibt, und das gesamte Volk ihn als einen von sich nur noch versteht, hat er faktisch keine Macht mehr. Nun davon auszugehen das irgendein Konstrukt richtig sein könnte, und nicht nur Definition, ist erneut eine Illusion. Ein Gedanke kann nicht wahr oder falsch sein, wenn er versucht die Realität wieder zu geben. Wieso versuchen nun also Menschen sich über diese Konstrukte zu identifizieren? [QUOTE] Original geschrieben von Josef K. Wahre Freiheit kann nur dann entstehen, wenn sie auf dem Fundament nationaler Identität und kulturellen Bewusstseins fußt. Wer sprachliche und kulturelle Identität abschaffen will, befürwortet nichts weiter als den kollektivistischen Einheitsmenschen. [/QUOTE] [QUOTE]Das Schweben im Nichts ist aber auch nicht das Wahre. Zumindest haben sehr viele Dichter und Denker deutscher Nation ein gesundes Nationalbewußtsein vorgelebt und aus diesem heraus großartige Dinge geleistet. [/QUOTE] Die Hauptthese beläuft sich darauf das die Konstrukte Sinn und Identitätsstiften sein müssen, weil sonst ein Schweben in einem Nichts vorhanden wäre. Interessant daran ist das man also laut diesen Stimmen, wenn man die Konstrukte des Menschen dem Menschen wegnehmen würde Nichts hätte. Wir sind also laut diesen Menschen, die Summe unserer Sinnstiftenden Konstrukte, und würde in Willkür statt in Freiheit leben, wenn wir echte Individuen sein sollen. ----------------------------------------------- Diese These ist aber ein Armutszeugnis für den Menschen, wir ergeben uns unserer Schöpfung anstatt sie zu nutzten. Die Dinge, die uns helfen, sollten die Welt wahrzunehmen, wurden zu unserer Welt, wir verklären uns selbst und ergeben uns dieser Tatsache. Wir aber sind die Herren (und Frauen) über unsere Schöpfung, weder Nationen noch Familie oder Religionen sind real, außer wir erschaffen sie und befinden sie für richtig. Es gibt keine Mutter/Vater Liebe, und es gibt keine Liebe zur Nation a priori ... Was es aber geben kann, ist die Liebe zur Mutter, wenn diese sich so verhalten, hat das man sie Lieben kann. Man kann eine Nation auch mögen, weil ihre Verfassung gut ist, aber man kann sich weder über das Land noch über seine Geburt identifizieren. Dies würde heißen man übernimmt unreflektiert Konstrukte anderer Menschen, und gibt sich in Sklaverei anstatt in die besagte Freiheit. Somit ist nicht Willkür das Produkt das entsteht, wenn wir uns unserer Sinnstiftenden äußeren Einflüssen entziehen, sondern die Freiheit selbst die Welt zu Gestallten, wie man sie für richtig hält. Und diese Freiheit muss sich jeder Mensch erkämpfen, und wir müssen dafür sorgen das jeder Mensch die Möglichkeit hat sich seine Welt unvoreingenommen zu erschaffen. Dies bedeutet das Menschen Bildung und Nahrung zugesteht werden muss. Und irgendwann werden wir es dann geschafft haben, die kleinen Konstrukte abzustreifen, und zu einem Konstrukt der Erde zu kommen, wo wir uns als Menschen identifizieren, denn dies ist die Erde als Arbeitsthese wahr zunehmen, anstatt die Nationen/Völker zur Sinnstiftung. Beste Grüße, Pallor |
| ShadowMatter | dito |
| Dark Luzifer | Schön gesprochen. Und weiter?;) |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dark Luzifer [/i] [B]Und weiter?;) [/B][/QUOTE] Drüber nachdenken in einer stillen Minute und vielleicht, ganz vielleicht und, zunächst nur für sich selbst, Rückschlüsse ziehen? |
| scorpio666 | Das hört sich alles toll an. Die Sache hat nur einen Haken. Nicht jeder kann sich seine Welt schaffen, da er schnell in Intressenkoflikten mit anderen kommen würden. Ein Zusammen mit Menschen die gleiches wollen, würde vielleicht neue Gesellschaften, vielleicht sogar neue Staaten schaffen, jedoch auf kurz oder lang würde es auch wieder Regeln geben müssen, die die Freiheit des einzelnen einschränken würde. Selbst in der Anarchie wo zwangsweise das Recht des Stärkeren gilt, wird irgentwer nach der Macht streben. Mal angenommen es gelänge Leuten sich ihren eigenen Staatengemeinschaft zu formen, so wären sie doch irgentwie automatisch stolz drauf, auf das gemeinsam Erreichte, selbst wenn der einzelne nicht viel beigetragen hat, aber es erst durch dieses Kolektiv möglich wurde. Ohne ein Patriotismus, würde jedoch dieser auf Dauer nicht überleben können da sich zumindest viele mit ihn identifizieren müßen. Ansonsten würden sich wieder neue Strömungen entwickeln die ihre Interessen durchsetzen wollten. Geistige Freiheit und Bildung hingegen ist ein wichtiges Gut einer Gesellschaft, und sollte gefördert werden .Das seh ich genauso. |
| Trinity Goth | Interessante Sichtweise. Ich würde es sehr begrüßen wenn die Menschen sich endlich darauf besinnen würden, das alles aus dem gleichen 'Stoff' gemacht ist in diesem Universum und das niemand besser als der andere ist. Leider ist es nur sehr schwer alte Hierachien zu brechen. Das mangelnde Wissen vieler Menschen ist sicher ein Problem und das andere die Gier derjenigen die die Macht haben. Aber die ideale Gesellschaft sicher ein Ziel wofür es sich immer noch lohnt zu kämpfen. Gruß Trin |
| Goat93 | Jeder Mensch ist gleich, nur manche sind gleicher :( |
| Caranaldion | [i]Nach Rücksprache mit der dortigen Moderation ins Philosophieforum verschoben. Caranaldion, Moderation des Kaiser's Bart [/i] |
| Lesbia | Ich denke, dass man sich schon mit einigen Sachen identifizieren sollte. Nur nicht über eine alleine und nich in völliger übereinstimmung. Beispiel: Ich kann mich mit dem katholischen Glauben identifizieren, aber durchaus kritisch mit den äußerungen des Pabstes umgehen. Man sollte nie bedingungslos folgen. Die Kunst dabei besteht nur darin zu akzeptieren, dass das,w as für einen selbst richtig, wichtig Erscheint nicht unbedingt für andere gelten muss und sie deswegen nicht zu belächeln oder zu bekämpfen. Aber bei aller liebe zum Vaterland oder zu einer Religion, darf man nie in Fachismus oder Hörigkeit abrutschen. Dann wirds gefählich.... |
| TheTurningPoint | Das sind interessante Gedanken, die du hier entwickelt hast, Pallor. Meine Vorposter haben dazu schon einige wichtige Ergänzungen gemacht. [QUOTE][i]Original geschrieben von Pallor [/i] Unsere Welt bzw. die Möglichkeiten von uns die Welt wahrzunehmen, erfordern das Wir Menschen uns unsere eigene Welt erschaffen und ordnen. So sind begriffe wie Mensch, Familie, Nation, Natur, Kultur etc. alles Definitionen, da sie keine natürliche Grundlage haben sondern von uns erschaffen wurden. Es ist zwar der Versuch Vorhandende Dinge zu erfassen, aber sich der Illusion hinzugeben das ein Bildnis ein Gegenstand wiedergibt ist nicht möglich. [/QUOTE]Hier unterläuft dir meines Erachtens ein kleiner Denkfehler. Die von dir genannten Begriffe sind nicht nur Abbilder für Dinge, die eine natürliche Grundlage haben, sondern die Begriffe "Familie", "Nation" und "Kultur" beschreiben Dinge, die von Menschen geschaffen wurden. Hinter diesen Begriffen stehen genauso wie hinter den Begriffen "Fernseher", "Computer", "Tisch", "Stuhl" usw. real existierende Dinge mit bestimmten Eigenschaften. [QUOTE]Dieses Verhalten unseres Geistes bedingt sich aus zwei Dingen, einerseits versuchen wir diese Dinge positiv als Arbeitskonstrukte zu benutzten, andererseits können sie uns gefangen nehmen und instrumentalisieren uns selbst, sie werden dann zur Sinnstiftung hoch stilisiert. [/QUOTE]Das gilt sowohl für abstrakte Konstrukte als auch für ganz reale Konstrukte (ob natürlich oder von Menschen geschaffen). Für viele Menschen dient der Besitz von Dingen als Sinnstiftung. [QUOTE]Somit ist die Macht die diese Dinge haben, auch ihre Sinnstiftung, die Macht des Volkes. Wir geben der Nation oder dem Gott die Kraft Dinge zu verändern, weil wir dieses Konstrukt als real akzeptieren. [/QUOTE]Wobei der Begriff "Volk" genauso ein Konstrukt ist, wie "Nation" oder "Gott". Dinge haben dann reale Macht, wenn sie reale Veränderungen auslösen können. Und wer das Wissen über diese den Dingen innewohnende Macht hat, kann damit seine eigene Macht erweitern. Beispiel: Wenn ich weiß, dass man mit einem gezielten Steinwurf ein Tier oder einen Menschen töten kann, dann erlange ich selbst mehr Macht. [QUOTE]Beispiel: Ein König hat die Macht, durch das Konstrukt der "göttlichen Hierarchie". In dem Moment, wo der König aber einen Befehl gibt, und das gesamte Volk ihn als einen von sich nur noch versteht, hat er faktisch keine Macht mehr. [/QUOTE]Es sei denn, er hat zum Beispiel bewaffnete Soldaten, die ihm weiterhin dienen (z.B. um eigener Vorteile willen). [QUOTE]Wieso versuchen nun also Menschen sich über diese Konstrukte zu identifizieren? [/QUOTE]Zum Beispiel, weil sie glauben oder sogar selbst erfahren haben, dass ihnen diese Konstrukte größere Macht verleihen und ihnen damit helfen, selbst verändernd zu wirken und damit die eigene Besonderheit und Einzigartigkeit zu erfahren, einen Beweis für die eigene Existenz zu hinterlassen.. [QUOTE]Die Hauptthese beläuft sich darauf das die Konstrukte Sinn und Identitätsstiften sein müssen, weil sonst ein Schweben in einem Nichts vorhanden wäre. Interessant daran ist das man also laut diesen Stimmen, wenn man die Konstrukte des Menschen dem Menschen wegnehmen würde Nichts hätte. [/QUOTE]Was bleibt von den Menschen übrig, wenn du die von ihnen geschaffenen Konstrukte wegnimmst? Nichts weiter als ein Dahinvegetieren. [QUOTE]Wir sind also laut diesen Menschen, die Summe unserer Sinnstiftenden Konstrukte, [/QUOTE]Das ist eine von dir hinein-interpretierte Aussage. Wir Menschen sind zugleich denkende (Konstrukte schaffende) und biologische Wesen. Wenn wir das Denken (Konstrukte schaffen) weglassen, was bleibt dann übrig außer Fressen, Scheißen und Vermehren? [QUOTE]und würde in Willkür statt in Freiheit leben, wenn wir echte Individuen sein sollen. [/QUOTE]Eine Reduzierung auf die letztgenannten 3 Tätigkeiten mag ich auch nicht Freiheit nennen. [QUOTE]Wir aber sind die Herren (und Frauen) über unsere Schöpfung, weder Nationen noch Familie oder Religionen sind real, außer wir erschaffen sie und befinden sie für richtig. [/QUOTE]Wenn wir sie im Nachhinein nicht für richtig befinden, sind unsere Schöpfungen trotzdem genauso real und wirken auf uns zurück, wir sind ihnen teilweise unterworfen (solange wir nicht genug Macht haben sie zu neutralisieren). [QUOTE]Es gibt keine Mutter/Vater Liebe, und es gibt keine Liebe zur Nation a priori ... Was es aber geben kann, ist die Liebe zur Mutter, wenn diese sich so verhalten, hat das man sie Lieben kann. [/QUOTE]Genauso kann es Liebe zu einer größeren Gruppe von Menschen geben, wenn diese sich so verhalten hat, das man sie lieben kann, ob das nun eine Familie, eine Kommune oder eine noch größere Gruppe von Menschen ist. [QUOTE]Man kann eine Nation auch mögen, weil ihre Verfassung gut ist, aber man kann sich weder über das Land noch über seine Geburt identifizieren. [/QUOTE]Neben Gruppen von Menschen kann man auch Landschaften, ein bestimmtes Klima usw. als angenehm und heimelig empfinden, das hängt ganz von den eigenen Erfahrungen ab, die man im Laufe seines Lebens sammelt. Menschen, die wenig direkten Kontakt zur Natur hatten, werden diese auch später kaum vermissen. Letztere sind in meinen Augen arm dran. [QUOTE]Somit ist nicht Willkür das Produkt das entsteht, wenn wir uns unserer Sinnstiftenden äußeren Einflüssen entziehen, sondern die Freiheit selbst die Welt zu Gestallten, wie man sie für richtig hält. [/QUOTE]"Die Kunst dabei besteht nur darin zu akzeptieren, dass das, was für einen selbst richtig, wichtig Erscheint nicht unbedingt für andere gelten muss und sie deswegen nicht zu belächeln oder zu bekämpfen." (Lesbia) Sich allen äußeren Einflüssen entziehen zu wollen, nenne ich nicht Freiheit, sondern Ignoranz, die all die Beton- Stahl- und Chemiewüsten schafft, die uns umgeben. [QUOTE]Dies bedeutet das Menschen Bildung und Nahrung zugesteht werden muss. [/QUOTE]Und dazu braucht es, wie von Josef K. gefordert, Sprache und Kultur, und eine Gemeinschaft von Menschen, die den in sie hinein Geborenen Nahrung gibt. "Global denken, lokal handeln" ist mein Lösungsvorschlag. Passend zum Thema Zitate aus dem Buch [URL=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499228491]"Die Welt als Supermarkt" von Michel Houellebecq,[/URL] das ich am Wochenende verschlungen habe: [QUOTE]Die Techniken zum Erlernen der Veränderung, wie sie von den Workshops des New Age in Umlauf gebracht wurden, setzen sich zum Ziel, Individuen zu schaffen, die sich unendlich versetzen lassen, die jeder intellektuellen oder emotionalen Starrheit entledigt sind. Von den Einengungen befreit, wie sie Zugehörigkeitsgefühl, Treue oder ein streng kodiertes Verhalten bedeuteten, ist das moderne Individuum somit bereit, in einem System verallgemeinerter Transaktionen Platz zu nehmen, in dem es möglich geworden ist, ihm auf eindeutige, unzweideutige Weise einen [b]Tauschwert[/b] zuzuweisen. ... Die Werbung bildet den vorläufig letzten dieser Versuche. Obwohl sie anstrebt, das Begehren hervorzurufen, zu provozieren, das Begehren zu sein, sind ihre Methoden im Grunde denen recht ähnlich, die die frühere Moral kennzeichneten. Sie setzt ein erschreckendes, hartherziges Über-Ich ein, das weit unerbittlicher ist als jedes Pflichtgebot, das jemals existiert hat. Es klebt sich an die Haut des Individuums und wiederholt ihm unaufhörlich: "Du musst begehren. Du musst begehrenswert sein. Du musst am Wettkamf teilhaben, am Kampf, am Leben der Welt. Wenn du aufhörst, existierst du nicht mehr. Wenn du zurückbleibst, bist du tot." Die Werbung , die jedes Konzept von Ewigkeit in Abrede stellt, die sich selbst als Prozess einer ständigen Erneuerung definiert, strebt die Zerstörung des Subjekts an, um es in ein höriges Phantom des Werdenden zu verwandeln. Und diese oberflächliche, seichte Beteiligung am Leben der Welt soll das Begehren nach dem Sein ersetzen. Die Werbung scheitert, die Depressionen werden zahlreicher, die Verwirrung nimmt zu. Die Werbung baut trotzdem an den Infrastrukturen weiter, mit deren Hilfe ihre Botschaften empfangen werden. Sie arbeitet weiter an der Vervollkommnung der Fortbewegungsmittel für Menschen, die keinen Ort haben, an den sie fahren könnten, weil sie keinen Ort haben, an dem sie zu Hause sind. Sie arbeitet weiter an der Entwicklung von Kommunikationsmitteln für Menschen, die sich nichts mehr zu sagen haben. Sie arbeitet weiter an der Erleichterung von Interaktionen zwischen Menschen, die keine Lust mehr haben, mit wem auch immer in Verbindung zu treten. [/QUOTE] |
| Deinos | Wir sind nicht in der Lage, die ganze Welt zu lieben. Wir würden ihr gegenüber stumpf. Wir brauchen fassbare Grenzen, im Rahmen derer wir uns bewegen und agieren. Wir brauchen Strukturen, Muster, Regeln in unserem Leben, das uns sonst erbarmungslos überforderte. Im engeren Sinne wäre das Familie, die meinen persönlichen Lebensraum darstellt, gefolgt vom Freundeskreis und der damit verbundenen Subkultur, mit der ich mich identifiziere, und im letztendlich der Staat, nach dessen Auflagen ich zu leben bereit bin. Nichts davon ist wirklich verzichtbar. Nun projezieren inbesondere Menschen, bei denen eine Bindung zu Familie und Freundeskreis nicht stark genug ausgeprägt ist, die oben genannten Motive - also Lebensraum und Identifikation - auf die nächstgrößte Instanz, also die Nation. Das wäre als solches noch hinnehmbar, ist aber wie ich eingangs schon erwähnt habe, nicht wirklich schaffbar. Der irrationale Versuch, das gesamte Ich-Bewusstsein in einem solch gigantischen Gefäss unterzubringen, dünnt es aus bis zur Unauffindbarkeit. Die Unfähigkeit, so viele Menschen zu lieben, lässt das im Nichts schwebende Individuum lieblos werden. Was bei übersteigerten Patrioten oft zu beobachten ist. Ach so, Threadsteller, Du solltest Deiner Grammatik und Kommasetzung mehr Beachtung schenken. Es ist bei Deinem oben geschilderten Ansichten wirklich, sauhart zu verstehen was Du, uns eigentlich mit zu teilen, versuchst und es auch noch nachzuvollziehen. |
| Lesbia | @Deinos: Pallor hat ne Lese- und Rechtschreibschwäche, soweit ich mich erinnern kann.... |
| Pallor | 3 Dinge: 1) Es tut mir leid ich bin aber Legastheniker, ich habe zwar schon die Rechtschreibprüfung über den Text gejagt aber es scheint noch Jahre zu dauern bis mein Manko ausgeglichen wird. 2) Es gibt keinen Unterschied zwischen Konstrukten die sich auf Angeblich Reale Sachen beziehen und auf Dinge die nur "Konstrukte" sind. Ein Tisch ist auch kein Tisch, sondern wird zum Tisch indem wir ihn dazu interpretieren und das Konstrukt des Tisches im Kopf erstellen. 3) Das Konstrukte nötig sind, habe ich niemals bestritten. Ebenso wenig möchte ich das Konstrukte abgeschaft werden. Was ich möchte ist das der Mensch die Vergänglichkeit der Konstrukte begreift. Das wir begreifen das es nur Konstrukte sind, die wir erschaffen haben. Und das wir unsere Konstrukte hinterfragen, und selbst erschaffen. Ich spreche mich gegen z.b. Nationalismus aus nicht weil es ein Konstrukt ist, sondern weil es ein Sinnstiftendes Fremdeskonstrukt ist welches ich nicht Hinterfrage. Beim Nationalismus ist es sogar so schlimm das ich mich nichtmal frei dafür entscheiden könnte selbst wenn ich es wollte. Daher wird in diesem Zwang Konstrukten keine Freiheit vorhanden sein können. Pallor |
| MagnusCaudar(Bw | Wenn wir den Menschen durch seine Umwelt definieren welche er selbst geschaffen hat um seine Unwissenheit zu verschleiern , was würden wir dann finden ? Noch nie wurde ein Mensch geboren der vollkommen berfeit von jedem "Konstruckt" war , keine kulturelle Beeinflussung oder Motivation . Keine eigene Meinung oder ein Verlangen nach Macht . Wie währe so ein Mensch , vielleicht ein Tier ohne jegliche Emotionen , getrieben von Instinkten . Vielleicht ist es besser in einer Welt voller selbsterschaffenen Illusionen gefangen zu sein um den eigenen Verstand zu kultivieren |
| Pallor | 1. Tiere haben Emotionen 2. Was wäre daran so schlimm? Ich fände es als Affe auf einem Baum, den ganzen Tag nur Obst essen und mit Frauen schlafen sehr angenehm... oh wie gerne wäre ich ein Bonobo Affe(nicht so ein schrecklicher Schimpanse... elende Militaristen!). Pallor |
| Montrose | [QUOTE]Ich fände es als Affe auf einem Baum, den ganzen Tag nur Obst essen und mit Frauen schlafen sehr angenehm... (nicht so ein schrecklicher Schimpanse... elende Militaristen!).[/QUOTE]Abgesehen davon, daß man irgendwann satt ist und ein Mann eh nicht 24 Stunden am Tag "kann"...... wäre es nicht langweilig, 70 oder gar 80 Jahre nur so zu verbringen? Im Übrigen kannst Du auch als Mensch heute jederzeit so leben. Die Sozialhilfe reicht für zentnerweise Bananen. Einen passenden Baum und Frauen für Dein Projekt zu finden, steht Dir jederzeit frei. Obwohl jeder tun und lassen kann, was er will, läuft die Sache dennoch nicht reibungslos. Warum? Die Menschen langweilen sich schnell, und deshalb schaffen sie sich Aufgaben oder sogar Probleme. Nun, zum Militaristen wirst Du nur solange nicht, wie man Dir alles schenkt, was Du willst. Das ist keine große Kunst. Aber wenn es mal nicht nach Deinen Vorstellungen geht, wirst Du zwangsläufig zum Militaristen: irgendjemandem mußt Du dann den Baum, die Bananen und die Frauen wegnehmen. Und der wird sich wehren. [QUOTE]Interessante Sichtweise. Ich würde es sehr begrüßen wenn die Menschen sich endlich darauf besinnen würden, das alles aus dem gleichen 'Stoff' gemacht ist in diesem Universum und das niemand besser als der andere ist. [/QUOTE]Natürlich gibt es schlechtere und bessere Menschen. Nicht gehässig, nicht neidisch, nicht habgierig zu sein, das ist für den Menschen eine sehr lange Reise. Der gute Mensch wird nicht geboren. Der "Stoff" ... klar, wir bestehen alle zu 70% Wasser und der Rest ist Fett und Eiweiß. Ein Schwabbelkörper halt, wie ans Land geschwemmte Quallen. Ich denke nicht, daß es der "Stoff" ist, welcher den Menschen zum Menschen macht. [QUOTE]Die Kunst dabei besteht nur darin zu akzeptieren, dass das,w as für einen selbst richtig, wichtig Erscheint nicht unbedingt für andere gelten muss und sie deswegen nicht zu belächeln oder zu bekämpfen.[/QUOTE]Das geht doch aber gar nicht, eigene Dinge zu leben, ohne anderen auf den Schlips zu treten. Wann immer Du eine Idee oder ein Interesse oder auch nur einen Euro mehr in der Tasche hast, geht das auf Kosten eines anderen: denn der andere möchte, daß seine und nicht Deine Idee gilt. Er möchte sein Interesse durchgesetzt haben und nicht Deines. Und er möchte den Euro lieber in seiner Tasche als in Deiner. Wenn wir so tun, als ob es keine Konflikte gäbe, dann lernen wir niemals, mit Konflikten umzugehen. [QUOTE]Wir aber sind die Herren (und Frauen) über unsere Schöpfung, weder Nationen noch Familie oder Religionen sind real, außer wir erschaffen sie und befinden sie für richtig. [/QUOTE]Wenn die Menschen sie erschaffen haben, haben sie offensichtlich einen Gewinn daraus gezogen. Wenn wir diese "Schöpfungen" abschaffen, dann fehlt uns womöglich was. Das ist wie mit dem Essen: natürlich kann ich aus purem Trotz, um der Welt meine Freiheit zu beweisen, nichts mehr essen. Aber irgendwann bin ich verhungert... Apropos Schöpfung: ich meine mich zu erinnern, daß es die Erde, die Tiere und Pflanzen und somit bestimmte Ordnungen schon vor dem Auftreten des Menschen gab. Sorry, aber ich glaube, der Mensch hat diesen Planeten nicht geschaffen, sondern ein anderer.... Das sollten wir bei aller "Freiheit" auch mal bedenken: das wir mit etwas umgehen, das nicht von uns stammt, das wir im Grunde nur als Geschenk bis zu unserem Tode geliehen haben und dann wieder zurückgeben müssen. [QUOTE]Es gibt keine Mutter/Vater Liebe, und es gibt keine Liebe zur Nation a priori ... Was es aber geben kann, ist die Liebe zur Mutter, wenn diese sich so verhalten, hat das man sie Lieben kann. [/QUOTE]Psychologische Studien zeigen, daß Kinder auch gewalttätige Eltern lieben. Die Liebe ist biologisch vorgegeben, wir können sie nicht einfach willentlich beeinflussen. |
| Lesbia | [QUOTE]Das geht doch aber gar nicht, eigene Dinge zu leben, ohne anderen auf den Schlips zu treten. Wann immer Du eine Idee oder ein Interesse oder auch nur einen Euro mehr in der Tasche hast, geht das auf Kosten eines anderen: denn der andere möchte, daß seine und nicht Deine Idee gilt. Er möchte sein Interesse durchgesetzt haben und nicht Deines. Und er möchte den Euro lieber in seiner Tasche als in Deiner. Wenn wir so tun, als ob es keine Konflikte gäbe, dann lernen wir niemals, mit Konflikten umzugehen.[/QUOTE] Eben deshalb hab ich ja gemeint, dass es eine Kunst ist. Wenn es ums Zusammenleben und so geht müssen wir halt einen Kompromis finden, in dem jeder die gleiche Strecke gehen muss (mal bildlich gesprochen). Und zwar ohne dauern egoistisch zu sein. Das ist das Ziel. Bis dies erreicht ist (was nach der Natur des Menschen niemals funktionieren wird...) giebt es natürlich Konflikte. Das habe ich nicht geleugnet. Aber diese Konflikte müssen im hinblick auf das Ziel gelöst werden. Ha, ich hab entdeckt, wie man das mit dem Zitat macht *freu* |
| Pallor | [QUOTE]Abgesehen davon, daß man irgendwann satt ist und ein Mann eh nicht 24 Stunden am Tag "kann"...... wäre es nicht langweilig, 70 oder gar 80 Jahre nur so zu verbringen? Im Übrigen kannst Du auch als Mensch heute jederzeit so leben. Die Sozialhilfe reicht für zentnerweise Bananen. Einen passenden Baum und Frauen für Dein Projekt zu finden, steht Dir jederzeit frei. Obwohl jeder tun und lassen kann, was er will, läuft die Sache dennoch nicht reibungslos. Warum? Die Menschen langweilen sich schnell, und deshalb schaffen sie sich Aufgaben oder sogar Probleme. Nun, zum Militaristen wirst Du nur solange nicht, wie man Dir alles schenkt, was Du willst. Das ist keine große Kunst. Aber wenn es mal nicht nach Deinen Vorstellungen geht, wirst Du zwangsläufig zum Militaristen: irgendjemandem mußt Du dann den Baum, die Bananen und die Frauen wegnehmen. Und der wird sich wehren. [/QUOTE] Du verkennst die Situation die ich geschaffen habe, es geht darum das es keine "Zivilisation" gibt. Es gibt keine Menschheit die die Potenz hätte diese Erde zuzerstören etc.(Das würde mich imoment sehr stören!) Ausserdem könnten wir diesen Tatbestand sehr gut an unseren nächsten Nachbarn den Schimpansen und den Bonobo Affe deutlich machen. Die Schimpansen mussten immer in Angst und Materieler BEdrohung vor den Gorillas leben, sie entwickelten eine martialische Kultur in der die Frau unterdrückt wird etc. Dahin gehend haben die Bonobo Affen immer genügend Nahrung gerade am Boden gefunden, und keine Gorillas tauchen dort auf wo Bonobos vorhanden sind. Aus diesem Tatbestand entwickelte sich eien emanzipierte und friedliche Ordnung. Dir ist niemals in den Kopf gekommen das der Mensch sich mit seinen Umständen ändern kann? [QUOTE] Wann immer Du eine Idee oder ein Interesse oder auch nur einen Euro mehr in der Tasche hast, geht das auf Kosten eines anderen: denn der andere möchte, daß seine und nicht Deine Idee gilt. Er möchte sein Interesse durchgesetzt haben und nicht Deines. Und er möchte den Euro lieber in seiner Tasche als in Deiner. Wenn wir so tun, als ob es keine Konflikte gäbe, dann lernen wir niemals, mit Konflikten umzugehen. [/QUOTE] Wo ist die Begründung? Wieso kann ich bei Menschen die ich liebe es akzeptieren das es ihnen gut geht? Bei Menschen die ich kaum kenne ist es mir schlicht und ergreifend egal, solange sie keine Notleiden oder Dekandent sind. [QUOTE] Wenn die Menschen sie erschaffen haben, haben sie offensichtlich einen Gewinn daraus gezogen. Wenn wir diese "Schöpfungen" abschaffen, dann fehlt uns womöglich was. Das ist wie mit dem Essen: natürlich kann ich aus purem Trotz, um der Welt meine Freiheit zu beweisen, nichts mehr essen. Aber irgendwann bin ich verhungert... Apropos Schöpfung: ich meine mich zu erinnern, daß es die Erde, die Tiere und Pflanzen und somit bestimmte Ordnungen schon vor dem Auftreten des Menschen gab. Sorry, aber ich glaube, der Mensch hat diesen Planeten nicht geschaffen, sondern ein anderer.... Das sollten wir bei aller "Freiheit" auch mal bedenken: das wir mit etwas umgehen, das nicht von uns stammt, das wir im Grunde nur als Geschenk bis zu unserem Tode geliehen haben und dann wieder zurückgeben müssen. [/QUOTE] Wir können die Schöpfung nicht abschaffen, wir können sie aber Verändern, damit ändern wir einige Ordnungen in unseren Köpfen. Dabei geht es um unsere Welt, diese hat nichts mit Gott zutun, es geht um die PErsönliche Individuelle Sicht der Welt. Ausserdem würde ich es persönlich sogar erstmal in zweifel ziehen ob es eine Welt ohne Menschen gibt. [QUOTE] Psychologische Studien zeigen, daß Kinder auch gewalttätige Eltern lieben. Die Liebe ist biologisch vorgegeben, wir können sie nicht einfach willentlich beeinflussen.[/QUOTE] Wunderbares Beispiel, und leider eine reaktionäre Begründung. Kinder sollten ihre Eltern nicht Lieben wenn sie diese schlagen, das ist doch z.b. eine gute erkenntniss die wir villeicht irgendwann übernehmen sollten, anstelle unsere dummen Bibel die uns generelle Mutter/Vater Liebe vorschreibt. Kinder mögen ihre Eltern nicht weil die biologie dies vorgibt, sondern es sind psychologische Gründe die dazuführen. Kinder orientieren sich an den Menschen die ihnen nahe stehen, und schaffen sich ebenfalls ihre Welt. Sie übernehmen gerade von den Eltern Verhaltesnmuster, weil sie diese für real "wahrnhemen". Solange diese aber unreflektiert sind, schaden sie den Kindern sehr oft, anstatt das sie den Kindern nützt. Diese Muster funktionieren aber noch bei vielen Menschen bis ins hohe Alter, solange nicht diese Dinge hinterfragt werden. Z.b. suchen Frauen die in Kindheit gewalt erfahren haben, überdurchschnittlich häufig einen Mann der sie ebenfalls schlägt. Pallor |
| scorpio666 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Lesbia [/i] [B] Wenn es ums Zusammenleben und so geht müssen wir halt einen Kompromis finden, in dem jeder die gleiche Strecke gehen muss (mal bildlich gesprochen). Und zwar ohne dauern egoistisch zu sein. Das ist das Ziel. Bis dies erreicht ist (was nach der Natur des Menschen niemals funktionieren wird...) giebt es natürlich Konflikte. Das habe ich nicht geleugnet. Aber diese Konflikte müssen im hinblick auf das Ziel gelöst werden. [/B][/QUOTE] Mal angenommen die Strecke führt zum Abrund.Doch niemand hört auf mich. Soll ich dann nicht egoistisch sein? Mal angenommen ich gebe nur. Müßte ich dann sterben, weil für mich nichts mehr übrig ist? Mal angenommen ein Raubtiere würden nicht mehr töten ,weil ihnen ihre Opfer zu leid tun. Alle würden umkommen, sowohl die Raubtiere ,als auch die"Opfer" da schon bald nicht mehr genug Nahrung für alle vorhanden wäre. |
| MagnusCaudar(Bw | Na ja . villeicht war das Beispiel des Tieres etwas unbedacht gewesen ... Ich ging eigentlich von der einfachen Existens-grundlage aus wie am Beispiel von Insekten . Wie wir alle wissen sind Insekten relativ Intelligent . Ich ging eigentlich davon aus dass ein Mensch ohne jeglichen Kulturellen sowie Sozialen Hintergrung , also ohne jegliche kultivierten Emotionen , vileicht nicht mehr wäre als ein effektives Raubtier . Brutal , Emotionslos ohne gnade oder Reue . Wenn man so darüber nachdenkt ist es wirklich schade das wir es wahrscheinlich nie wissen werden . |
| Deinos | [QUOTE][i]Original geschrieben von Pallor [/i] Es tut mir leid ich bin aber Legastheniker, ich habe zwar schon die Rechtschreibprüfung über den Text gejagt aber es scheint noch Jahre zu dauern bis mein Manko ausgeglichen wird.[/QUOTE]Dann nehm ich's zurück. Die meisten Legastheniker scheinen nichtmal die Rechtschreibprüfung zu bemühen. Insofern kann ich Dir dann wirklich keinen Vorwurf machen. [QUOTE][i]Original geschrieben von Montrose [/i] Abgesehen davon, daß man irgendwann satt ist und ein Mann eh nicht 24 Stunden am Tag "kann"...... wäre es nicht langweilig, 70 oder gar 80 Jahre nur so zu verbringen?[/quote]Für einen Menschen wäre es vielleicht langweilig... aber einem Affen? Es ist alles eine Frage der Grundeinstellung gegenüber der eigenen Existenz. Unser ständiges, vergebliches Streben nach Glück, nach Erfüllung, nach Sinn, nach Bedeutung lässt uns zwar viel erreichen, ermüdet und frustriert aber gleichzeitig unseren Geist. |
| Anaximander | [quote]Ich ging eigentlich von der einfachen Existens-grundlage aus wie am Beispiel von Insekten . Wie wir alle wissen sind Insekten relativ Intelligent [/quote] Ach - das wissen wir alle? Woher denn? Quellen? Studien? Belege? So weit ich weiß, haben Insekten ein dermaßen primitives ZNS, dass Wissenschaftler ihnen nicht mal ein primitives Bewusstsein oder Wahrnehmungsfähigkeit zutrauen. |
| Anaximander | [quote]Für einen Menschen wäre es vielleicht langweilig... aber einem Affen? Es ist alles eine Frage der Grundeinstellung gegenüber der eigenen Existenz. Unser ständiges, vergebliches Streben nach Glück, nach Erfüllung, nach Sinn, nach Bedeutung lässt uns zwar viel erreichen, ermüdet und frustriert aber gleichzeitig unseren Geist.[/quote] Nein, es ist genau umgekehrt! Erreichen tun wir durch unser Streben nie irgendetwas, nie ist irgendein Zielpunkt erreicht, nie etwas dauerhaft gewonnen - aber dafür hat unser Geist sein Beschäftigungsprogramm. Deshalb ist es auch allein der Geist, der uns daran hindert, uns mit Fressen, Schlafen, Fortpflanzung zu begnügen. Und ehrlich gesagt: Ich nehme das dem Geist nicht übel! Ich bin lieber ein unruhiger, zersorgter Mensch, als ein rundum glückliches Schwein. |
| lisan_al-gaib | @Pallor [quote]So sind begriffe wie Mensch, Familie, Nation, Natur, Kultur etc. alles Definitionen, da sie keine natürliche Grundlage haben sondern von uns erschaffen wurden.[/quote] Begriffe wie Mensch, Natur etc sind Definitionen, die keine natürliche Grundlage besitzen. Soso. Was ist hier mit natürlicher Grundlage gemeint? Denn du lehnst ja Natur als Definition ohne natürliche Grundlage ab. Ist ein Gehirn, dass aufgrund seiner gegebenen Möglichkeiten die Welt beschreibt nicht natürlich(?). Du willst vermutlich darauf hinaus, dass Worte und deren Bedeutung nicht natürlich sind. Aber dafür würde ich gern eine entsprechende Argumentation hören bzw. lesen. Denn der Logikfehler ist immanent, du kannst nicht so einfach einen Begriff als natürlich und den anderen als nicht natürlich titulieren. [quote]Es ist zwar der Versuch Vorhandende Dinge zu erfassen, aber sich der Illusion hinzugeben das ein Bildnis ein Gegenstand wiedergibt ist nicht möglich.[/quote] Begriffe dienen nicht nur der bloßen Beschreibung, sie dienen der Kommunikation untereinander. Wenn ich von einem Apfel spreche, mag jeder seine eigene Vorstellungen über Form, Farbe und Größe darüber haben; wichtig ist, dass er weiß worüber ich spreche. [quote]Dieses Verhalten unseres Geistes bedingt sich aus zwei Dingen, einerseits versuchen wir diese Dinge positiv als Arbeitskonstrukte zu benutzten, andererseits können sie uns gefangen nehmen und instrumentalisieren uns selbst, sie werden dann zur Sinnstiftung hoch stilisiert.[/quote] Man sollte unterscheiden zwischen Arbeitskonstrukten und abstrakten Begriffen wie Sinn und Freiheit. Ein Hammer oder eine Arbeitsmaschine nehmen uns nicht gefangen, nein sie geben uns die Freiheit Dinge zu tun, die wir ohne sie selbst nicht verwirklichen könnten z.B. Nagel in Wand, schwere Lasten heben etc. Sinnstiftung ist eine Methode von Religionen und dieses weite Feld würde ich nicht so platt (wie du es tust) mit Versklavung des menschlichen Geistes gleichsetzen. [quote]Wird nun aber der Fehler gemacht, die Identifikation des Individuums durch das "Deutsch" sein zu deklarieren, so bin ich Sklave meiner eigenen Gedanken geworden.[/quote] Der Kulturkreis indem ein Mensch geboren wird, beeinflusst ihn. Das ist kein Fehler, sondern eine Tatsache. Wenn nun etwas als "deutsch" erkannt wird, dann ist diese Person nicht gleich Sklave ihrer Gedanken, sondern vielleicht eher Meister derselbigen, denn sie ist fähig den kulturellen Kontext in den ihre Welt- und Wertevorstellungen gebettet sind zu verstehen. [quote]Somit ist die Macht die diese Dinge haben, auch ihre Sinnstiftung, die Macht des Volkes. Wir geben der Nation oder dem Gott die Kraft Dinge zu verändern, weil wir dieses Konstrukt als real akzeptieren.[/quote] Nein, wir geben niemanden Kraft, wir schreiben sie jemanden zu. Die Realität dieser Dinge kann nicht bewiesen werden und ist auch eigentlich nicht relevant. [quote]Beispiel: Ein König hat die Macht, durch das Konstrukt der "göttlichen Hierarchie". In dem Moment, wo der König aber einen Befehl gibt, und das gesamte Volk ihn als einen von sich nur noch versteht, hat er faktisch keine Macht mehr.[/quote] Tyrannen wurden immer wieder gestürzt, ohne dass ihre Hierarchie in Frage gestellt worden wäre. Normalerweise werden auch nur 'Mächtige' (z.B. Politiker) gewählt, die bei dem Volk als "einer von ihnen" erscheinen. [quote]Wieso versuchen nun also Menschen sich über diese Konstrukte zu identifizieren?[/quote] Weil sie auf der Suche nach Orientierung im Leben sind. Dies führt fast automatisch zu der Beschäftigung mit anderen Menschen (Philosophen, Schriftstellern, Religiösen etc) und ihren Ideen aus dessen Erfahrung sie schöpfen wollen. [quote]Die Hauptthese beläuft sich darauf das die Konstrukte Sinn und Identitätsstiften sein müssen, weil sonst ein Schweben in einem Nichts vorhanden wäre. Interessant daran ist das man also laut diesen Stimmen, wenn man die Konstrukte des Menschen dem Menschen wegnehmen würde Nichts hätte. Wir sind also laut diesen Menschen, die Summe unserer Sinnstiftenden Konstrukte, und würde in Willkür statt in Freiheit leben, wenn wir echte Individuen sein sollen. Diese These ist aber ein Armutszeugnis für den Menschen, wir ergeben uns unserer Schöpfung anstatt sie zu nutzten. Die Dinge, die uns helfen, sollten die Welt wahrzunehmen, wurden zu unserer Welt, wir verklären uns selbst und ergeben uns dieser Tatsache. [/quote] Du hast die angeführten Zitate nicht verstanden. Man lebt keinen bestimmten Sinn oder seine Kultur nicht, weil einem sonst nichts besseres einfällt, oder wir Angst haben vor dem nichts zu stehen. Wir leben aufgrund sozialer, technischer und historischer Verhältnisse in einer Welt, die von uns genutzt werden kann. Man kann sich dem Einfluss entziehen, aber nur wenige sind bereit von vorne zu beginnen. Wer ist schon gerne enterbt? Aber sei es drum. Es gibt theoretisch auch heute noch die Möglichkeit für eine Anarchie, aber sie funktioniert erfahrungsgemäß nur temporär und in kleinem Maßstab. Sie wäre ein so genannter Schwebezustand. Und das Gegenteil, der kollektive Einheitsbrei? Die Globalisierung ist im vollen Gange und was wird aber bewahrt? Die Kultur. Deiner Meinung nach vermutlich nur aus niederen Gründen. Die Frage nach der Identifikation beginnt immer mit der Differenz. Ein Individuum wählt frei, aber nicht unbeeinflusst. Es stützt sich auf Vorhandenes. Dieses 'Vorwissen' kann nicht in gut oder schlecht eingeteilt werden. Jeder reagiert anders. Das Nutzen oder Ausnutzen von Sinngebung oder Wissen ist ein menschlicher Zug, aber keine Eigenheit der Information selbst. [quote] Und irgendwann werden wir es dann geschafft haben, die kleinen Konstrukte abzustreifen, und zu einem Konstrukt der Erde zu kommen, wo wir uns als Menschen identifizieren, denn dies ist die Erde als Arbeitsthese wahr zunehmen, anstatt die Nationen/Völker zur Sinnstiftung.[/quote] Nun, sieh sie dir an -die Globalisierung. Sie kreiert ihre eigene Kultur, die eine KULTUR. |