German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 
  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Hegel – was er wirklich ist!
Joan Eric TanatVerdient jeder Scharlatan, Philosoph genannt zu werden? Sicherlich nicht. Ist wirklich jeder ein Philosoph, der sich so nennt oder so genannt wird? Ich denke, nein. Philosoph ist jemand, der wertvolle Gedanken von bleibendem Wert gedacht hat, von denen noch zukünftige Generationen etwas haben. Ob jemand wirklich ein Philosoph ist, läßt sich nachprüfen.

Ich habe behauptet, daß Georg Wilhelm Friedrich Hegel kein Philosoph ist, sondern ein Philosophieverderber. Er hat vorgetäuscht, ein Philosoph zu sein, hat jedoch nichts geleistet, was den Namen Philosophie verdiente. Das ist meine aktuelle Meinung.

Bin ich im Irrtum? Was ist Hegel wirklich – Scharlatan oder Philosoph? Dies soll hier philosophisch-sachlich herausgearbeitet werden.

In diesem Thread möchte ich allen die Möglichkeit geben, mit eigenen Worten und Zitaten Hegels Bedeutung klarzumachen, d.h. seine wertvollen Leistungen und großen Gedanken aufzuzeigen bzw. seine Verdienste um die Philosophie zu verdeutlichen.

Ebenso ist hier im Thread Gelegenheit, minderwertige oder gar wertlose Texte Hegels, bedeutungslose Wortaneinanderreihungen ohne Hand und Fuß, ohne Sinn und Verstand, unsinnige oder verkehrte Gedanken jeder Art aufzuführen – falls solche in Hegels Werken existieren.

Ich bin gespannt auf das Ergebnis und werde mich auch selbst um Wahrheitsfindung bemühen. :)
Dark LuziferJet, Hegel hat ein philosophisches System aufgebaut und ein schlüssiges noch dazu, das verdient Respekt. Auch wenn man über Hegels ansichten geteilter Meinung sein kann, kann man ihn nicht als Scharlatan bezeichnen.
Er war nur ein naives Kind seiner Zeit, aber ein kluges denkendes Kind.
Schopenhauer geht mit seinen Beleidigungen gegen Hegel zu weit, obwohl die Kritik an sich angemessen ist, verfehlt Schopenhauer das Thema vollkommen.
Ich fand seine Hetzrede amüsant, aber nicht wirklich konstruktiv. In diesem Fall muss Leider Schopenhauer den kürzeren ziehen.
Dark LuziferWas hältst du bzw. diejenigen die auch dieser Meinung sind davon uns zu sagen was genau du/ihr an Hegel auszusetzen hast/habt.
Dann könnt hier wirklich eine interessante Diskussion entstehen.
Joan Eric Tanat@ Dark Luzifer: Welches philosophische System hat Hegel denn aufgebaut und inwiefern ist es schlüssig? Solange man den Wert seiner Gedanken nicht nachweisen kann, ist es nicht verkehrt, für möglich zu halten, daß Hegel die Bezeichnung "Philosoph" nicht verdient, und es ist auch nicht unberechtigt, in ihm einen Scharlatan zu vermuten, wenn seine Schriften eine klare philosophische Aussage durchweg vermissen lassen.


Dark Luzifer: "Er war nur ein naives Kind seiner Zeit, aber ein kluges denkendes Kind."

Müssen uns "naive Kinder" irgendeiner Zeit als Philosophen gelten?


Dark Luzifer: "Schopenhauer geht mit seinen Beleidigungen gegen Hegel zu weit, obwohl die Kritik an sich angemessen ist, verfehlt Schopenhauer das Thema vollkommen."

Was denn nun?!


Dark Luzifer: "Ich fand seine Hetzrede amüsant, aber nicht wirklich konstruktiv."

Unkrautjäten ermöglicht Kulturpflanzen zu wachsen. Wenn Hegel die Philosophie verdirbt, indem er den größten Unsinn für Philosophie ausgibt und echte philosophische Leistungen herabwürdigt, verdient er, dafür getadelt zu werden und muß es sich gefallen lassen, als philosophischer Scharlatan in die Geschichte einzugehen.


Wer z.B. in der folgenden Textpassage aus dem Werk Hegels einen Sinn sucht und darin doch keinen findet, braucht sich über seinen eigenen geistigen Zustand keine Sorgen zu machen, da in dem Text durchaus kein Sinn enthalten ist. Es ist eine bloße Wortspielerei, um sich wichtig zu machen und sich den Anschein zu geben, ein Philosoph zu sein:

[QUOTE]"VIII. Das absolute Wissen

Der Geist der offenbaren Religion hat sein Bewußtsein als solches noch nicht überwunden, oder, was dasselbe ist, sein wirkliches Selbstbewußtsein ist nicht der Gegenstand seines Bewußtseins; er selbst überhaupt und die in ihm sich unterscheidenden Momente fallen in das Vorstellen und in die Form der Gegenständlichkeit. Der Inhalt des Vorstellens ist der absolute Geist; und es ist allein noch um das Aufheben dieser bloßen Form zu tun, oder vielmehr weil sie dem Bewußtsein als solchem angehört, muß ihre Wahrheit schon in den Gestaltungen desselben sich ergeben haben. - Diese Überwindung des Gegenstandes des Bewußtseins ist nicht als das Einseitige zu nehmen, daß er sich als in das Selbst zurückkehrend zeigte, sondern bestimmter so, daß er sowohl als solcher sich ihm als verschwindend darstellte, als noch vielmehr, daß die Entäußerung des Selbstbewußtseins es ist, welche die Dingheit setzt, und daß diese Entäußerung nicht nur negative, sondern positive Bedeutung, sie nicht nur für uns oder an sich, sondern für es selbst hat. Für es hat das Negative des Gegenstandes oder dessen sich selbst Aufheben dadurch die positive Bedeutung oder es weiß diese Nichtigkeit desselben dadurch einerseits, daß es sich selbst entäußert, - denn in dieser Entäußerung setzt es sich als Gegenstand oder den Gegenstand um der untrennbaren Einheit des Fürsichseins willen als sich selbst. Andererseits liegt hierin zugleich dies andere Moment, daß es diese Entäußerung und Gegenständlichkeit ebensosehr auch aufgehoben und in sich zurückgenommen hat, also in seinem Anderssein als solchem bei sich ist. - Dies ist die Bewegung des Bewußtseins, und dieses ist darin die Totalität seiner Momente. - Es muß sich ebenso zu dem Gegenstande nach der Totalität seiner Bestimmungen verhalten und ihn nach jeder derselben so erfaßt haben. Diese Totalität seiner Bestimmungen macht ihn an sich zum geistigen Wesen, und für das Bewußtsein wird er dies in Wahrheit durch das Auffassen einer jeden einzelnen derselben als des Selbsts oder durch das eben genannte geistige Verhalten zu ihnen.

Der Gegenstand ist also teils unmittelbares Sein oder ein Ding überhaupt, was dem unmittelbaren Bewußtsein entspricht; teils ein Anderswerden seiner, sein Verhältnis oder Sein für Anderes und Fürsichsein, die Bestimmtheit, was der Wahrnehmung, teils Wesen oder als Allgemeines, was dem Verstande entspricht. Er ist, als Ganzes, der Schluß oder die Bewegung des Allgemeinen durch die Bestimmung zur Einzelheit, wie die umgekehrte, von der Einzelheit durch sie als aufgehobene oder die Bestimmung zum Allgemeinen. - Nach diesen drei Bestimmungen also muß das Bewußtsein ihn als sich selbst wissen. Es ist dies jedoch nicht das Wissen als reines Begreifen des Gegenstandes, von dem die Rede ist, sondern dies Wissen soll nur in seinem Werden oder in seinen Momenten nach der Seite aufgezeigt werden, die dem Bewußtsein als solchem angehört, und die Momente des eigentlichen Begriffes oder reinen Wissens in der Form von Gestaltungen des Bewußtseins. Darum erscheint der Gegenstand im Bewußtsein als solchem noch nicht als die geistige Wesenheit, wie sie von uns soeben ausgesprochen wurde, und sein Verhalten zu ihm ist nicht die Betrachtung desselben in dieser Totalität als solcher, noch in ihrer reinen Begriffsform, sondern teils Gestalt des Bewußtseins überhaupt, teils eine Anzahl solcher Gestalten, die wir zusammennehmen und in welchen die Totalität der Momente des Gegenstandes und des Verhaltens des Bewußtseins nur aufgelöst in ihre Momente aufgezeigt werden kann."

[Hegel: Phänomenologie des Geistes, S. 857 ff. Digitale Bibliothek Band 2: Philosophie, S. 39615 (vgl. Hegel-W Bd. 3, S. 575 ff.)][/QUOTE]
Dark LuziferUnglücklicher Weise muss ich sagen, dass ich Hegels Gedanken in gewissen Punkten teile.

Ich gehe davon aus, dass der Mensch weit mehr über "Gut" und "Böse" weis, als er eigentlich glaubt.
Ich habe nun in den Schicksalsgesetzen geschrieben, dass Freude und Leid gleichermaßen Teil unseres Schicksals sind. Nun strebt der Mensch zu etwas, was er nicht einmal kennt. Würde der Mensch, oder besser die Menschheit, (denn ein einzelner kann in diesen Punkt nicht viel bewegen), versuchen tiefer zu gehen und ihren Blick von den materiellen Sachen nehmen, und mehr nach dem Leben an sich forschen, so könnte es im Laufe der Zeit (einer sehr langen Zeit zugegeben) zu einer geistigen Evolution des Menschen kommen. Schließlich würden wir hier nicht philosophieren, wenn wir nicht den Wunsch hätten unser Leben besser zu verstehen und uns auch zutrauen dazu in der Lage zu sein.
Aristoteles hat nicht umsonst von der Eudaimonia gesprochen. Zwar können wir nicht diese auf körperlicher Ebene nicht erlangen, doch könnte irgendwann der Punkt kommen wo wir auf geistiger Ebene ein vollkommenes Gleichgewicht haben werden.
Leider ist das ein Problem, dass die Menschheit allgemein betrifft. Und so wie es aussieht wird es noch lange dauern, bis wir bereit sein werden uns dieser Herausforderung zu stellen (falls es jemals so weit kommen wird.)
Damn Mealso ich kann für mich sagen, dass ich mit hegel nicht sehr viel anfangen konnte.... es hat mich einfach nicht angesprochen und an einigen stellen habe ich mich gefragt, wo der philosophische hintergedanke ist.... trotzdem bin ich mit kritik in solchen dingen lieber vorsichtig.... wir leben in einer ganz anderen zeit und können vieles garnicht mehr nachvollziehen/verstehen es anders als es gemeint war....
als beispiel dafür, einen kommentar meines philosophielehrers über hegels kritik an reinholds auffassung, dass die philosophie wie ein handwerk sei, das stetig perfektioniert würde: "wir müssen aufhören, zu denken, die philosophie sei etwas nützliches!"
ich denke, das wollte uns hegel bestimmt nicht sagen....
wie dem auch sei: ich bin froh, dass ich mit hegel durch bin....
TajelaIch muss ehrlich sagen, dass Hegel mir immer wie ein fanatischer Spinner vorkam.
Vor allen Dingen kritisiere ich, dass er z. t. völlig absurde Theorien aufgestellt hat, die eindeutig unlogisch sind.

So weit ich weiß, hat Hegel den Kern des Seins als Vernunft betrachtet, dadurch gab es allerdings keine Erklärung mehr für das Schlechte in der Welt, weil das ja wohl kaum aus Vernunft heraus entstanden sein kann.

Hegel hat auch gesagt, dass sich Philosophie mit der Wahrheit beschaftigt und die Wahrheit Gott sei, demnach sind Philosophie und Religion das selbe, er hat auch gesagt: "Gott zu erkennen durch die Vernunft ist die höchste Aufgabe der Wissenschaft", ich finde, dass sind drei verschiedene Bereiche, die nur sekundär miteinander verbunden sind. Mich hat immer gestört, dass Hegel alles als Ganzes betrachtet hat.
"Das Ganze ist wahr, dass Einzelnen allein ist unwahr"
"Das Einzelne wir nur erkannt aus seiner Verwobenheit in das Ganze"
Ich frage mich, wie ein Bestandteil einer wahren Sache unwahr sein kann, das hieße, dass Unwahrheiten sich zu Wahrheiten zusammen fügen, was ich auch irgendwie widersprüchlich finde.

Hinzu kommt noch, dass Hegel sehr von sich selbst überzeugt war und seine eigenen Überlegungen weder in Frage stellte noch offen war für Kritik. Gerade das ist aber ein bedeutender Teil der Philosophie, seine Überlegungen immer wieder zu überdenken neue, vielleicht bessere Gedanken zu entwickeln.
Ich tue mich auch schwer damit, Hegel als Philosophen zu bezeichnen. Für mich war er eher ein Verkünder seltsamer Theorien, denen es an Logik und Hintergrund fehlten. In der Philosophie geht es nicht um Fakten, aber Hegel hat Thesen in den Raum gestellt, die er auch nicht gedanklich begründet und die für mich von vorne herein daher auch nicht nachvollziehbar waren.

German Gothic Board
 
Boardansicht: Klick HIER und betrachte das Thema mit allen Funktionen direkt im Board.

 

German Gothic Board

Startseite Chat Grüße SchwarzKultur