| FiliaNoctis | Wo wir hingekommen sind und was noch geschehen wird??? Ich glaube, dass heut zu Tage viele Menschen abgestumpft sind. Sie wissen gar nicht mehr um all ihre Sinne; wissen nicht, wie ‚richtiges’ Obst oder Gemüse schmeckt oder können Gerüche nicht unterscheiden, z.B. bei Kräutern. Genauso wenig können sie noch fühlen. Fühlen mit ihren Fingern, mit ihrer Haut und mit ihren Füßen. Wir packen uns physisch wie mental dick ein und lassen kaum noch zu, dass etwas zu uns durchdringt. Traurig- das ist das erste Wort, was mir dazu einfällt. Es macht mich traurig! Fühlen in seiner ambivalenten Bedeutung und das Erfahren unserer Umwelt durch unsere Sinne plus unsere transzendente Fähigkeit sind die Eigenschaften, welche uns Menschen primär ausmachen, jedenfalls meiner Meinung nach. Beobachtungsgabe und abstraktes Denken haben uns Menschen erst so viel ‚verstehen’ und ‚erschaffen’ lassen. Um aber überhaupt etwas zu verstehen und als nächsten Schritt vielleicht etwas zu erschaffen, war es notwendig auszuprobieren/ unsere Umwelt zu erfahren. Die Vorfahren des homo sapiens sapiens lernten durch erfühlen, schmecken, sehen/ beobachten die Welt um sich herum kennen und mit ihr in Einklang zu leben. Ihr feines Gespür für ihr Umfeld (bezogen sowohl auf Natur als auch auf das soziale Umfeld) machte sie zum ‚Eroberer’ der Welt. Offensichtlicherweise ist der Mensch heut zu Tage dazu nicht mehr in der Lage. Vielleicht liegt das daran, dass wir fälschlicher Weise zu dem Schluss gekommen sind, dass wir genug wüssten und nicht mehr auf unsere Umwelt zu achten bräuchten. Die Konsequenzen dieser Art zu Denken sind katastrophal! Nicht nur für Flora und Fauna, genauso sehr für uns Menschen als eigentlich sozial abhängiges Lebewesen. Man betrachte sich doch nur einmal die Umgangsformen der Menschen in Schulen. Ich erlebe es tagtäglich. Alle sind laut, schauen nicht nach rechts und links und rennen einen folglich um; man schreit sich gegenseitig an und nimmt einfach keinerlei Rücksicht. Respekt ist ein Wort, dessen Bedeutung ersten vermutlich nur noch wenige kennen und zweites etwas, was kaum noch ein Mensch dem anderen gegenüber darbringt. Schüler werden systematisch fertig gemacht und ausgeschlossen. Verständnis- was ist das? Empathie- gibt es das Wort überhaupt? Natürlich ist es nicht überall und immer so, aber leider viel zu oft oder doch meistens die Regel. An meiner Schule ist es so schlimm, jedenfalls für mich, dass ich sogar schon Angst habe in diesen Lärm- und Stresstiegel hineinzugehen. Ohne Discman mit beruhigender Musik und Freistunden, in denen es wenigstens etwas ruhiger ist, bzw. ein kurzer Schulweg, der es mir ermöglicht in Freistunden auch mal schnell nach Hause zu gehen, um etwas Ruhe zu tanken, wäre ich gar nicht mehr dazu in der Lage diesen Ort überhaupt noch aufzusuchen. Unsere Verschlossenheit macht unsere Gesellschaft kaputt. Was alles dazu beiträgt bzw. beigetragen hat, dass es soweit gekommen ist, kann ich nicht sagen. Außerdem ist dieser Eintrag schon ziemlich lang... . Jedoch fände ich, dass schon ein Schritt in die richtige Richtung wäre, wenn sich so manch einer mal wieder in den Wald verirren würde oder auch in den Park oder auch die Stadt, letztendlich ist es egal wo. Man setze sich einfach mal irgendwo hin uns lausche, beobachte einfach mal und versucht seinen Geist zu öffnen. Ich laufe auch sehr gerne Bahrfuß. Dann kann ich spüren. Dann merke ich, dass ich verbunden bin mit der Erde und kann mich auf alle Eindrücke am besten einlassen. Ja, selbst über Schotter laufen wird irgendwann zum Erlebnis und nur wenn man mal über abscheulich heißen Asphalt gelaufen ist, kann man wirklich die kühle der Wiese schätzen. Hören, sehen, schmecken und ‚fühlen’: alles kann darauf hinauslaufen, dass wir besser verstehen; dass es uns vielleicht auch mal wieder besser geht. |
| Alex77 | Mir ist auch schon aufgefallen das Tomaten nicht mehr nach Tomaten schmecken sie schmecken einfach nur Synthetisch. Jeder ist sich selbst überlassen und es gibt nicht so was wie liebe wo Zwei individuen dann zusammen denken und fühlen können. Jeden ist es selber überlassen ob er mal nachdenkt oder nur stumpf Lebt. Ich setze mich oft irgendwo hin und schau Leute Landschaften und mich von innen an. |
| Grete | Ich stimme dir da auch zu, dass Menschen ihre Umwelt einfach nicht mehr wahrnehmen. Das fällt mir manchmal auch bei mir selbst auf, ich gehe zum Beispiel durch die Straßen und nehme die Schönheit der Natur nicht wahr. Ich bin zu sehr mit mir und meinen Problemen beschäftigt, sodass ich für sowas gar keinen Blick habe. Aber wenn ich das dann bemerkt habe und mich wirklich auf das Drumherum konzentriere, dann sehe ich die schönen Blumen, die blühen, ich höre die Bienen summen, ich nehme einfach die Dinge wahr, für die ich viel zu oft gar kein Auge/ Ohr habe. Oder auch beim Essen, ich esse einfach, schnell und ziemlich unbewusst. Ich sage zwar dann 'es schmeckt mir', aber der wirkliche Geschmack, der Genuss geht verloren, wenn ich es einfach nur in mich hineinstopfe und den Geschmack doch nicht wahrnehme. Und das von dir beobachtete Verhalten in der Schule kann ich auch nur bestätigen. Das ist an meiner Schule nicht anders und an den meisten anderen wohl auch nicht. Wenn ich diese Ignoranz der Menschen sehe, könnte ich kotzen. Manchmal sehe ich dann, wie ich mich so verhalte, wie ich es bei anderen Menschen hasse. Dann denke ich mir manchmal 'ich verhalte mich doch ähnlich wie die anderen, wie kann ich dann erwarten, dass sie sich nicht so verhalten wie sie es tun??' Und die Aussage 'unsere Verschlossenheit macht unsere Gesellschaft kapput' kann ich auch nur bestätigen. Da brauch ich auch nicht auf die andere zu schauen, da muss ich nur mich selbst beobachten. Die Wahnehmung der Umwelt durch die Sinne ist eigentlich etwas sehr schönes, aber es geschieht viel zu selten bewusst. Man bekommt zwar hier und da etwas mit, aber wirklich wahrnehmen tun wir unsere Umwelt oft doch nicht. Es ist kompliziert, aber ich denke wenn wir selbst an uns arbeiten, dann können wir was daran ändern. Das Leben ist auch um einiges angenehmer wenn man seine Sinne wirklich zum Einsatz bringt und mit ihnen Wahrnimmt, was man sonst übersehen oder überhört hätte. |
| Zerodyme | ich stimme dir ebenfalls zu die menschen wissen meistens nicht mehr was sie tun (jedenfalls sinlich) und bemerken nicht die schönheit der natur! Nun das mit der Schule stimmt ebenfalls man wird ausgeschlossen und geärgert wen man nicht das tut was die anderen heute als "normal" bezeichnen! Ich habe bis jetzt nur einen menschen getroffen auf dem das alles nicht zugetroffen hat! Er brachte mir trost und frieden für meine Seele! Ich war eine seelenlose Hülle als ich ihn traf er füllte mich jedoch wieder mit lebensfrohsinn auf! Solche menschen finde ich einfach gut und ich hoffe das jeder solch einen Menschen trifft, der Probleme hat! |
| ShadowStalker | Bewusster leben! Da kann ich aus eigener Erfahrung Meditation und Zen-Buddhismus empfehlen. Wenn man über monotone Tagesabläufe oder Handlungen reflektiert, beginnt man viele Dinge einfach "bewusster" zu erleben. Viele Menschen betrachten nur das Leben und denken sich: "Ist das alles nicht schön, morgen is´s auch noch." Die Schönheit der Dinge hat sich Verselbsständlicht. Das finde ich ziemlich Schade. Aber ich denke, das Problem is nicht die Veränderung an sich, sonder die Geschwindigkeit mit der sie voranschreitet. |
| decay73 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Alex77 [/i] [B]Mir ist auch schon aufgefallen das Tomaten nicht mehr nach Tomaten schmecken sie schmecken einfach nur Synthetisch. [/B][/QUOTE] Mir ist auch schon aufgefallen, daß die Grunftis nicht mehr das sind, was sie mal waren. [QUOTE]Bewusster leben! Da kann ich aus eigener Erfahrung Meditation und Zen-Buddhismus empfehlen. [/QUOTE] Zen- Buddhismus ist ne gute Idee. Vor allem das Zazen kann ich nur empfehlen, um mal wieder zur Ruhe zu kommen. [QUOTE][I]Kodo Sawaki[/I] Die Frage ist: Worüber grübeln wir eigentlich so angestrengt nach? [/QUOTE] :) |
| Alex77 | Aber was ist bewusst leben ist es sich den leben an zu passen oder das Leben für sich an zu passen? Bewusst leben ist es wirklich auf das Leben zu achten? Jeder Mensch kommt in eine art Trott Jeden tag dass selbe an die Arbeit gehen, heim gehen, schlafen gehen...aufstehen das sieben tage lang naja manchmal auch nur sechs Tage aber kann man da das leben nachholen??? Man kann vielleicht mal über sein Leben nachdenken in ruhigen stunden aber ich kann nicht dadurch Bewusst leben. Und wer weiß ob wir überhaupt leben…das führt jetzt zu weit. |
| decay73 | Bewußt leben heißt doch, sich jeden Moment bewußt zu sein, was man gerade macht und sich dann ausschließlich auf das zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen. [QUOTE]Und wer weiß ob wir überhaupt leben[/QUOTE] Wenn nicht, hättest du deinen Beitrag nicht schreiben können. :) |
| Alex77 | Also was bestimmt jeder kennt man fährt zur Arbeit oder so, jedenfalls man ist erst aufgewacht und fährt sagen wir mal 45minuten ich kann dann oft nicht sagen was ich für Leute gesehen habe wäre mich überholt hat oder wen ich, ist dies Unbewusst leben ist es nur Bewusst wenn ich alles nach vollziehe, wenn ich nachvollziehen kann welche Ursachen bestimmte Sachen auf meinen Körper haben??? Was gerade mit mir und meinen Leben geschieht. Oder Bewusst leben einfach nur sich ruhe gönnen und sie genießen für 1-2 stunden in der Woche? |
| Funus | Bewusst leben... Was ist bitte schön bewusst? Ich denke, man kann darunter verstehen, dass man bei allem was man tut sich bewusst ist, dass man es tut und auch was für Konsequenzen sich daraus ergeben. Das hört sich vielleicht einfach an, ist es aber nicht. Wie oft hab ich mich schon gefragt, ob ich jetzt schon das gemacht habe, was ich machen wollte/sollte. Allerdings denke ich auch, dass bei einer solchen Definition der Mensch gar nicht in der Lage ist bewusst zu leben. Er würde irgendwann daran zerbrechen, bei jeder Kleinigkeit sich bewusst zumachen, dass er es tut, und vor allem immer nachzudenken was für Konzequenzen entstehen könnten. Das kann man einen Menschen einfach nicht zumuten. Die Selbstmordrate würde in die Höhe schnellen... |
| decay73 | @Alex77: Bewußt leben heißt wohl eher ganz bei der Sache zu sein. Mehr würde ich da nicht reininterpretieren wollen. Man muß sich auch nicht über alle Konsequenzen bewußt sein (was aufgrund der Begrenztheit des Denkens auch gar nicht geht), man sollte aber auch nicht völlig gedankenlos durch die Gegend wandeln. Man macht ja auch nie etwas ohne sich vorher Gedanken darum gemacht zu haben. Also bedarf dies eigentlich auch keiner weitere Betrachtung. Es ist vielleicht noch eine Frage, in welche Richtung man seine Gedanken lenkt, aber das ist vielleicht ein anderes, grundsätzlicheres Thema. Sich ein- bis zweimal die Woche Ruhe zu gönnen reicht m.E. nicht aus. Man sollte jeden Tag eine gewisse Zeit in Ruhe und alleine verbringen. :) |