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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Philosophie und Sprache
oOManyFacesOoIch zerbreche mir schon total lange den Kopf, aber ich komme zu nichts. Bitte helft mir.
Ich soll darüber schreiben, was der Zusammenhang zwischen Sprache und Philosophie ist. Ist nicht weiter prezisiert, bitte schreibt mir so schnell wie möglich eure Meinung dazu! Wäre wirklich sehr nett :)

Danke!
BeowulfWie der Pinzel für den Maler, ist die Sprache das Werkzeug eines Philosophen um sein Umfeld zu nerven.
dochtja DU sollst DIR gedanken machen.. und nicht WIR
oOManyFacesOooh, wirklich? das wusste ich gar nicht... war mir neu, dass man nicht nach Hilfe fragen darf...
Vielleicht ist ja irgendwer bereit mir n Denkanstoß zu geben...
Efeu[QUOTE][i]Original geschrieben von Beowulf [/i]
[B]Wie der Pinzel für den Maler, ist die Sprache das Werkzeug eines Philosophen um sein Umfeld zu nerven. [/B][/QUOTE]

Dem kann ich nur zustimmen.
Die Sprache ist das Werkzeug des Philosophen . Ohne Pinzel wäre der Maler immernoch ein Maler, er könnte seine Bilder jedoch niemandem zeigen da nur er sie sieht.
Die Sprache ist mehr als ein ausgesprochener Gedanke und weniger als der Gedanke an sich.
Sie ist die Mittlerin in uns und ohne sie könnten wir dennoch unsere Gedanken übermitteln als wenn der Maler der keinen Pinsel findet mit seinen Fingern malt .
Aber dennoch liebt der Maler sein Werkzeug da es zum Teil ein Teil von ihm ist.


lg, Efeu
Exile... überleg mal, inwiefern Sprache eine Bedingung für Philosophie ist. Das dürfte eigentlich als Denkanstoß reichen.
TrauerwesenAnhaltspunktze wären z.b. Humboldt, Whorf und Sapir. Habe mal eine Hausarbeit darüber geschrieben, google mal nach Humboldt und Whorf, da dürfte man im Netz was finden. Da geht es dann mehr um Denken und Sprache, und Philosophie sollte ja das reine denken sein. Ist halt Sprachphilosophie. Abstraktere Sprachphilosophie wäre zu finden bei Frege, Russell, Wittgenstein.
BlackDragonHallo oOManyFacesOo,

die Sprache ist nicht nur das Werkzeug eines Philosophen, er wirkt auch an ihrer Entstehung mit. Die Stichworte naturalistisches und idealistisches Missverständnis in Verbindung mit Sprache dürften Dir da einiges an Material liefern.
Weiterhin unterliegt der Philosoph allerdings auch den Begrenzungen der Sprache: Alle Beschreibungen, Konkretisierungen, Ideen etc., müssen mithilfe der Sprache formuliert werden, werden damit aber in bestimmte Schablonen gepresst - man könnte sagen, sie sind nichtmehr im Originalzustand. Anknüpfend daran sollte man auch bedenken, dass der Rezipient dieser vom Philosophen formulierten Botschaften, die Worte nicht zwingend so versteht, wie sie der Philosoph gemeint hat: Zumindest in leichten Schattierungen wird sich das Wortverständnis des einen immer von dem des anderen unterscheiden.

Wenn Du noch weitere Anstöße brauchst oder Dir etwas nicht klar ist, frag einfach nochmal nach...

Desweiteren tut es mir leid, dass es gerade hier sein muss, aber ich will jetzt mal was los werden, was mir schon seit geraumer Zeit auf den sprichwörtlichen Sack geht:
[QUOTE]ja DU sollst DIR gedanken machen.. und nicht WIR[/QUOTE]
Muss denn sowas wirklich sein? Selbst, wenn man Kritik vorbringen will, kann man dies durchaus auch auf eine ordentliche Art und Weise tun und nicht einfach ohne Punkt, Komma oder korrekte Grammatik einen unproduktiven Satzfetzen von sich geben!
MenedemosEigentlich ist es nicht Ziel dieses Forums, anderer Leute Hausaufgaben zu bearbeiten. Andererseits ist die Frage an sich nicht uninteressant. Daher habe ich den Titel des Threads geändert (bitte die REGELN beachten! der Titel soll über das THEMA Aufschluß geben!) und denselben offengelassen.

Menedemos
Montrose[QUOTE]ja DU sollst DIR gedanken machen.. und nicht WIR[/QUOTE]Ich möchte mich diesem Standpunkt anschließen. Der thread-Ersteller hat ja nichts davon, wenn er die Dinge nur abschreibt, anstatt sich selbst darum zu bemühen. Denn Abschreiben bedeutet ja noch lange nicht Kapieren.

Es gibt auch Schulformen, in denen man sich nicht mit Philosophie beschäftigen muß ...
BlackDragon[QUOTE]Ich möchte mich diesem Standpunkt anschließen. Der thread-Ersteller hat ja nichts davon, wenn er die Dinge nur abschreibt, anstatt sich selbst darum zu bemühen. Denn Abschreiben bedeutet ja noch lange nicht Kapieren.[/QUOTE]
Wenn ich einen Vortrag über Altenpflege halten soll, gehe ich in ein Altenpflegeheim, um mir ein paar Informationen zu holen.
Wenn ich einen Vortrag über den deutschen Mischwald halten soll, hole ich mir Anregungen bei einem Förster.
Dieses Forum war halt ein Anlaufpunkt für MF. Was spricht dagegen sich ein paar Ideen und Gedanken anzuhören? Niemand hat hier etwas geposted, was MF hätte abschreiben können, er erhielt lediglich einige Stichworte, mit denen er sich genauer auseinandersetzen muss. Ich finde es gut, wenn man sich über ein Thema mit Menschen auseinandersetzt und verschiedene Meinungen erfragt, als mit trockenen Büchern zu arbeiten (aus denen man im Übrigen viel leichter abschreiben kann)...
Montrose[QUOTE]Ich finde es gut, wenn man sich über ein Thema mit Menschen auseinandersetzt, als mit trockenen Büchern...[/QUOTE]Mir wäre es lieber, die Leute würden selbst denken. Denn das, was Bücher oder andere Menschen sagen, könnte ja auch falsch sein.

Stell Dir mal vor, ein Fahrlehrer würde im Scherz sagen, der Fahrschüler müsse das Steuerrad immer links drehen ..... und es kommt eine Rechtskurve.

Intelligenz im Sinne von erfolgreichem Denken und Handeln hat fast gar nichts mit Wissen zu tun, sondern damit, daß jemand die Dinge beobachten und seine Modelle und Handlungen entspechend anpassen kann.

Und genau diese Fähigkeit lernt man halt nicht, wenn man nur abschreibt. Machen Lehrer ja auch manchmal in der Schule, daß sie Schüler erst einmal selbst Lösungen finden lassen, anstatt bloß reinzupauken.
BlackDragon[QUOTE]Mir wäre es lieber, die Leute würden selbst denken. Denn das, was Bücher oder andere Menschen sagen, könnte ja auch falsch sein.[/QUOTE]
Irgendwoher muss alles kommen und es geht hier ja lediglich um Denkanstöße. MF kann ja sicher auch (zumindest hoffe ich das) kritisch mit den geäußerten Gedanken umgehen...
Wenn jemand immer nur in sich selbst gefangen ist und sich keine anderen Meinungen anhört, dreht er sich im Kreis.
Insofern hinkt auch das Beispiel mit dem Fahrlehrer, denn MF hat lediglich gesagt "gebt mir ein paar Anregungen" und nicht "sagt mir, was ich machen soll".
oOManyFacesOoso, meine hausaufgabe ist erledigt und nur zu eurer beruhigung, ich habe nicht abgeschrieben, was ihr gesagt habt, aber es hat mir sehr geholfen und ich glaub, es ist was vernünftiges draus geworden.
aber dieser thread ist nicht dazu da, darüber zu diskutieren, ob ich fähig bin selbstständig zu denken. ;) Ich denke es geht hier um die Frage an sich. Und dazu würde ich gerne auch mal einen Gedanken äußern, der mir durch die anderen gekommen ist.
Ist die Sprache nicht eher die Farbe des Malers als der Pinsel, denn besteht ein Gedanke nicht aus Worten? So wie ein Bild im Kopf des Malers aus Farben besteht ist doch der Gedanke im Kopf des "Philosophen" aus Sprache. Wobei man schon bei der nächsten Frage wäre: Denken wir in Worten? ICh denke einen klaren, fassbaren GEdanken denken wir in Worten. Erst die gesprochene oder geschriebene SPrache ist dann der Pinsel, der es möglich macht, die eigene Idee für andere sichtbar(oder eben hörbar) zu machen. Das waren meine GEdanken zu dem Thema...
Ich hoffe ich habe niemanden mit der Bitte um Hilfe verärgert und habe euch nun überzeugt, dass ich mir durchaus eigene Gedanken gemacht habe...
Danke an alle, die mir geholfen haben.
TrauerwesenHumboldt und Sapir, wie ich berei6ts schrieb, beschäftigen sich damit. Sie bringen auch das Beispiel vom Eskimo, der statt wie wir, verschiedene bzw mehrere Ausdrücke für schnee hat, während wir oder im englischen nur schnee bzw snow existiert. Was daran liegt, dass wir nicht unterscheiden müssen, da es nicht wichtig ist, so zu überleben. Schnee ist schnee und schnee ist glatt und kalt und vorsicht beim Autofahren ;)

Die These, dass Sprache das Denken beeinflusst,hört bei jenen auf, die eben nicht in Sprache denken, so wie ich beispielsweise. Ich denke in Bildern, abstrakten Formen usw. Hat den Vorteil, dass ich teils abstraktere Zusammenhänge erfassen kann, aber den erheblichen Nachteil, dass ich es nicht ausdrüvcken kann. Hatte das mal im Nietzschekurs, dass ich es verstand, aber nicht erklären konnte.
Ein weiteres Gegenbeispiel sind Träume, da Träume auch eine Art des Denkens sind und jene nicht wirklich in Worten ablaufen.

Tja, das mal als Einstieg aufbauend auf Sapir/Whorf und HUmboldt und mir ;)
ExileEben aus den genannten Gründen hab ich nur einen "Denkanstoß" gegeben.

Sprache ist IMO nur die einfachste Möglichkeit Kausalität und Logik darzustellen, die die Vorraussetzung sowie den Inhalt der Philosophie bilden.
Ich hatte in diesem Punkt heftige Auseinandersetzungen mit meiner Philolehrerin, die meinte, Kausalität könne nur über Sprache verstanden werden, und ergo wäre jeder, der einen Gedanken nicht ausformulieren kann, auch unfähig, ihn zu denken, hätte ihn also nicht verstanden.
Damit stimme ich absolut nicht überein - Sprache ist ein Medium, das entworfen wurde, um die Grenze, die der Rand des eigenen Bewusstseins darfstellt zu überwinden. Sprache ist aber nicht die Struktur selbst, auch wenn sie zur Ordnung der Gedanken wesentlich beiträgt.
Diese Punkte stellen, wie immer, meine Meinung dar, und sind natürlich nicht zwangsläufig richtig. Die Frage ist nur, ob sie debattierbar sind...

Grüße.
TrauerwesenIch denke auch, dass Kausalität und Logik auch ohne Sprache existieren können. Habe da letztens ein Essay drüber geschrieben. Denn Ksualität besteht ja ohnehin.

Hm, könnte das nun auf Hume und Aristoletilesche Normalform ausbauen, bin atm aber noch zu müde, irgendwie die Komplexität zu erfassen. Sollte zunächst reichen ;)
FichuHallo.

Philosophie wird sprechenderweise betrieben. Deswegen ist es häufig sehr sinnvoll, sich über die Sprache Gedanken zu machen, wenn man mehr über das Philosophieren herausfinden will. Man schaltet der Untersuchung einer philosophischen Frage sehr oft eine sprachliche Analyse der Frage vor; das hat u. a. den Sinn, daß man sich nicht in sprachlichen Fallen verzettelt und letztlich eine große Diskussion um nichts führt. Das ist (besonders, aber nicht nur) wichtig, wenn in der Frage Ausdrücke vorkommen, die sehr unterschiedlich gebraucht werden. (Paradebeispiel: "Gott" -- die beste 'Antwort' auf die Frage "Gibt es Gott?" ist erst mal "Wie meinst du das?".)

[QUOTE]Sprache ist ein Medium, das entworfen wurde, um die Grenze, die der Rand des eigenen Bewusstseins darfstellt zu überwinden.[/QUOTE]
Ist etwas mißlich, das so zu formulieren, weil Sprache nicht "entworfen wurde, um …", sondern sich entwickelt hat und man jetzt, wo sie da ist, vielerlei damit anstellen kann. Was man nicht denken kann, kann man wohl auch nicht sagen, deshalb versteh ich nicht, inwiefern Sprache zur Überschreitung der Grenzen des Bewußtseins taugen könnte.

[QUOTE]Ich denke auch, dass Kausalität und Logik auch ohne Sprache existieren können. Habe da letztens ein Essay drüber geschrieben. Denn Ksualität besteht ja ohnehin.[/QUOTE]
Ich würde sagen, Logik ist die Darstellung der Gesetze unseres Denkens. Kausalität ist ein Aspekt, unter dem wir die Welt sehen. Eine rein empirische Beschreibung der Welt kommt ohne Kausalität aus (stattdessen: "A passiert nach B"; "immer, wenn B passiert, passiert danach C"). Kausalität ist, wenn wir denkenden und sprechenden Wesen Zusammenhänge zwischen den Ereignissen sehen. Wir [I]sagen,[/I] daß A passiert, weil vorher B passiert ist. Das ist eine Kategorie, die wir selber eingeführt haben, weil wir die Welt eben so sehen. Ich könnte mir vorstellen, daß es das ist, was Exiles Lehrerin meinte, als sie Kausalität an Sprache gebunden hat.

Inwiefern besteht Kausalität deiner Meinung nach "ohnehin"?
Montrose[QUOTE]Eine rein empirische Beschreibung der Welt kommt ohne Kausalität aus (stattdessen: "A passiert nach B"; "immer, wenn B passiert, passiert danach C"). [/QUOTE]
Das ist eine interessante, allerdings anzweifelbare Behauptung.

Kausalität meint, daß eine [u]festgelegte Beziehung[/u] zwischen zwei Ereignissen besteht. Diese Festlegung könnte man so fassen, daß wenn A ist, immer auch B sein muß. Wenn A ohne B und B ohne A vorkommen kann, dann hingegen könnte es sich um ein Zusammentreffen ohne festgelegte Beziehung handeln.
Nun ist dieses Wortchen "immer" empirisch nicht unbedingt überprüfbar. Somit überschreitet Kausalität im Sinne der Formulierung einer Regel die unmittelbare Beobachtung, und könnte deshalb unter einer bestimmten Perspektive und scharf formuliert als "menschliche Erfindung" verstanden werden.

Das Nacheinander von A und B erscheint mir hierbei nicht so zwingend. Zwei Dinge können auch bei unmittelbar gleichzeitigem Auftreten einander verändern. Und im "weichen Determinismus" eines Vaihingers kann Zukünftiges auch Vergangenes bedingen, wenngleich das natürlich nicht ganz astrein ist, sondern nur "psychologisch" funktionert.

Eine Kausalaussage kann aber auch auf singuläre Ereignisse angewandt werden, was dann keine unbeobachtbare Regelaussage, was oben ja problematisch erschien und auch Humes Kritik zugrundeliegt, beinhaltet. Z.B. Konzepte wie Mutterschaft geben nicht nur apriori, sondern einen empirischen kausalen Sachverhalt wider ("Das Kind ist durch die Mutter."). Die starke Abschwächung des Kausalprinzips durch Hume, und das ist für mich der Punkt, ist demnach weder pragmatisch zweckmäßig noch wirklich "ontologisch" zwingend so nach dem Motto "Man darf überhaupt keine Kausalität erwarten."

[QUOTE]Inwiefern besteht Kausalität deiner Meinung nach "ohnehin"?[/QUOTE]Wenn ich einen Nagel in die Wand reinschlage, und jemand fragt mich "Wie kam der Nagel in die Wand?", dann darf ich sagen "Ich hab den Nagel da reingeschlagen". Das weiß ich ganz genau, da gibt es nichts dran zu deuteln .... ich hab das gemacht.

In dieser Situation darf ich mit Fug und Recht behaupten:

"Der Nagel ist in der Wand, WEIL ich den da reingehauen habe."
Und das ist ein in der Realität ---und nicht bloß in der Sprache --- kausaler Sachverhalt. Dementsprechend besteht Kausalität "ohnehin", wie Trauerwesen zu recht feststellte, und nicht nur in der Sprache oder der menschlichen Erfindungskraft.

Aufgrund der Erfahrung, daß man selbst etwas verursachen kann, geht man auch davon aus, daß andere Dinge in der Welt ebenfalls etwas verursachen können.

Hume, überhaupt die Erkenntnistheorie kann die Kausalität meines Erachtens keineswegs erschüttern. Aber, und das ist recht nützlich, sie kann auf Grenzen und Irrtümer hinweisen. So, wie ich falsche einfache Aussagen herstellen kann, z.B. "Kühe können fliegen", genauso kann ich auch falsche komplizierte Aussagen herstellen wie "Nachts wird es dunkel, weil Wotans Nutellabrötchen auf die Erde fällt." Die Möglichkeit, daß Aussagen, und Kausalausssagen im besonderen, falsch sein können, heißt aber noch lange nicht, daß Kausalaussagen immer falsch sein müssen. Vom Prinzip her stellen Kausalaussagen gegenüber anderen Aussagen hierbei nichts außergewöhnliches dar.

[QUOTE]Logik ist die Darstellung der Gesetze unseres Denkens.[/QUOTE]Wie ich andernorts bereits sagte, denken wir für gewöhnlich nicht logisch, zumindest nicht im Sinne der einfachen Logik. Das, was im Hirn abläuft, ist eher so ein "es dämmert einem irgendwie", vielleicht im Sinne einer Fuzzy-Logik.

Anders käme das Gehirn mit der Wirklichkeit nicht zurande. In den Lehrbeispielen der Logik kommen normalerweise Ausdrücke der Art (A und B) oder C -> C vor. Es sind also nur drei Variablen (A,B,C) im Spiel, und die können nur die Werte 1 oder 0 annehmen. Das ist absoluter Pipifax, und schon bei solchen Kleinkinderbeispielen müssen wir, wenn wir das logisch analysieren, minutenlang rumgrübeln.
Die Bewältigung der Realität sieht aber in etwa so aus:
Morgen hab ich Klausur (A). Ich sollte Oma besuchen (B), möchte aber lieber die Freundin sehen (C), aber irgendwie regnet's (D), und im Fernsehen läuf ein guter Film (E), aber fernsehen ist dumm (F) usw. Wenn man bedenkt, daß das ganze nicht nur im 0/1-Modus funktioniert, sondern da eine kontinuerliche Wertung hinsichtlich Spaß und sozialer Verpflichtung dazukommt und sich die Person nicht mal im klaren ist, wie sie das jetzt genau gewichten soll.....

Wenn man solch einen Sachverhalt irgendwie formalisieren und dann auch noch "logisch" ausrechnen wollte, käme der Philosoph nach zwei Jahren Berechnung auf das Ergebnis: "Die Person schaltet den Fernseher an". Und selbstverständlich wäre das Ergebnis falsch, weil der Person mittlerweile einfiel, daß sie auch noch Hunger hat, und deshalb erst mal an den Kühlschrank ging, ein Joghurt aß, um dann per Telefon die Freundin zu sich einzuladen und statt fernsegucken zu knutschen.

Lange Rede, kurzer Sinn: die philosophische "Logik" oder Erkenntnistheorie ist für die Beschreibung der Welt untauglich. Meines Erachtens kann zumindest die menschliche Welt psychologisch oder biologisch (Sinnesphysiologie) sehr viel treffender erfaßt werden als durch Philosophie.

@Exile. Ich teile Deinen Standpunkt.
takeshiVertreter der Sprachphilosophie u.a. sind: Hans Georg Gadamer & Roland Barthes!
weitere wichtige informationen zum thema findest du auch bei Georg Lukacs, Jürgen Habermas, Luis Althusser, Antonio Gramsci und Michel Foucault.

ich empfehle folgendes buch (natürlich neben der unerlässlichen lektüre von Foucault, Habermas, gadamer, gramsci und barthes):


Cultural Studies
Grundlagentexte zur Einführung.
Herausgeber: Bromley, Roger - Goettlich, Udo - Winter, Carsten
ISBN: 3924245657
Einband: Paperback
Seiten: 389
Erscheinungstermin: 1999
Kategorie: Kritische Theorie
Versand erfolgt innerhalb von 3 Werktagen
Preis: 24.00 EUR(D) | 41.40 SFR
[url]http://dan4u.de/zuklampen/bookdetails.php4?wkid=1124646056&id=178&usess=&qx=[/url]

Cultural Studies nehmen in den Humanwissenschaften der angelsächsischen Länder einen zentralen Platz ein. Sie untersuchen mit einer offenen Methodologie kulturelle, geschlechtsspezifische und mediale Phänomene. Nur auf dem alten Kontinent scheint dieser bedeutenden theoretischen Bewegung bisher nicht der gebührende Platz eingeräumt zu werden. Die Grundlagentexte geben dem deutschsprachigen Publikum eine Einführung in die Cultural Studies. Historisch gibt der Reader einen Überblick über die entscheidenden Etappen der Entstehung und Entwicklung der Cultural Studies seit den fünfziger Jahren bis zur MItte der neunziger Jahre. Systematisch werden die theoretischen Grundlagen der Cultural Studies behandelt sowie die Themengebiete Populär- und Medienkultur vorgestellt. In einer allgemeinen und einer speziell auf die deutschsprachige Rezeption zielenden Einleitung wird von den Herausgebern der gegenwärtige Stand der Diskussion reflektiert und ein Ausblick auf die Entwicklungstendenzen der Cultural Studies gegeben. Den Grundlagentexten vorangestellt wird dabei eine kurze Einführung zu den jeweiligen Autoren. Ein umfassendes Sach- und Personenregister erleichtert die Orientierung.

"Eins ist vollkommen klar: Beim Cultural Studies-Reader des Lüneburger zu Klampen Verlages handelt es sich um ein wichtiges Buch. Erstmals liegen Schlüsseltexte der Cultural Studies in einem Sammelband in deutscher Übersetzung vor." Widerspruch, Münchner Zeitschrift für Philosophie
"Eine nutzbringende Lektüre für Germanisten, Historiker und interdisziplinär orientierte Leser." Germanistik / Internat. Referatenorgan mit bibliographischen Hinweisen, Bd. 40 (1999)
"Anhand ausgewählter und - soweit man das bei einer erst 40 Jahre alten Disziplin sagen kann - klassischer Texte bietet sich dem Leser die ganze Bandbreite des Faches dar." wortlaut.de, Göttinger Zeitschrift für neue Literatur
"Durch die vorbildliche Aufbereitung (alle Texte werden durch biografische und werkbezogene Informationen eingeleitet) fungiert der Reader als ein wertvolles Einführungswerk für alle, die sich auf das intellektuelle Abenteuer der Cultural Studies einlassen möchten." Rundschau der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft (SWS)

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hier einges zu roland barthes:

Roland Barthes

* 12.11.1915, Cherbourg
† 26.03.1980, Paris

Zeichen-, Kultur- und Literaturtheoretiker

Roland Barthes gehört zu den neugierigsten und anregendsten französischen Denkern der Nachkriegszeit. In stets unorthodoxer und provozierender Weise ist es ihm gelungen, verschiedene Theorien (Marxismus, Strukturalismus, Psychoanalyse, Dekonstruktion) aufzugreifen und zu vermischen, ihre Anwendung an den unterschiedlichsten kulturellen Objekten (Texte, Filme, Mode, Liebe etc.) zu demonstrieren und in die Wege zu leiten, um sich bald darauf einem neuen Gebiet zu widmen. Durch die Lektüre seiner Arbeiten läßt sich daher auch ein umfassender Einblick in die Entwicklung der jüngeren Literaturwissenschaft gewinnen.

Literatur ist für ihn jedoch nur ein Gegenstand unter vielen: Barthes ist Mitbegründer der Semiologie (Semiotik), der Wissenschaft vom Zeichen, die er zunächst als ideologiekritisches Mittel versteht, um die Mythen des Alltags in der französischen Gesellschaft aufzuspüren und ihre Funktionsweise unter Zuhilfenahme von sprachwissenschaftlichen Methoden aufzudecken: er betreibt "die subtile Analyse der Sinnprozesse, mit deren Hilfe die Bourgeoisie ihre historische Klassenkultur in universelle Natur verwandelte." (S.8 f.)

Später dienen ihm die semiologischen Methoden zur Analyse literarischer Werke. Zunächst beteiligt er sich an dem Projekt der strukturalen Analyse von Erzähltexten, d.h. dem Versuch, im Rahmen einer Art Erzählgrammatik universale Verknüpfungsstrukturen von narrativen (erzählenden) Textbausteinen zu erarbeiten. Fundamental ist dabei die Unterscheidung von handlungsfreien Segmenten - beispielsweise zur Charakterisierung einer Figur (Indizien) - und den Funktionen. Mit den letzteren kennzeichnet Barthes alle Segmente einer Erzählung, die handlungslogisch mit früheren oder späteren Segmenten verbunden sind und unter anderem der Spannungserzeugung dienen: "Der Kauf eines Revolvers korreliert mit dem Augenblick, in dem man ihn benutzen wird (benutzt man ihn nicht, so kehrt sich die Anmerkung um und wird zum Zeichen des Zauderns usw.) [...] Manche Erzählungen sind hochgradig funktionell (etwa die Volksmärchen), andere wieder hochgradig indiziell (etwa der 'psychologische' Roman)." (S. 111f.)

In seiner Studie S/Z distanziert sich Barthes von solchen Versuchen, das Besondere einer Erzählung auf das Erfassen allgemeiner Strukturprinzipien zu reduzieren. Dennoch folgt aus seiner Kritik an der formalistisch-strukturalen Werkanalyse keine Betonung des besonderen Inhalts eines Werkes. Vielmehr versteht er Literatur als ein sekundäres Zeichensystem, das sich parasitär der Sprache als Trägermaterial bedient. Intertextualität wird zu einer zentralen Kategorie: Lesen wird verstanden als ein Akt der Dekomposition, in dem es darum geht, den vorliegenden Text aufzulösen, indem man den mannigfaltigen Spuren der älteren Texte sowie den zahlreichen und verschiedenartigen Verbindungen des Textes mit den Lesern über das Geflecht der Kultur nachgeht.

Gleichzeitig zeichnet sich in S/Z Barthes‘ Entwicklung von einer wissenschaftlich-klassifizierenden zu einer literarisch-subversiven Schreibweise ab, was sich vor allem in der Aufhebung der Grenze zwischen dem Textgegenstand und der eigenen Schreibweise bemerkbar macht. Seine späteren Texte geraten zu Sammlungen von Fragmenten: voller Anspielungen und Spiegelungen der behandelten Gegenstände bereits auf der formalen Ebene, ohne jede hierarchische Ordnung umspielt und umschreibt Barthes Die Lust am Text sowie Fragmente einer Sprache der Liebe und macht in Über mich selbst das Schreiben des eigenen Lebens zum Gegenstand.

©pflug

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Roland Barthes: Das semiologische Abenteuer, in: ders.: Das semiologische Abenteuer, Frankfurt/M. 1988.

Roland Barthes: Einführung in die strukturelle Analyse von Erzählungen, in: ders. Das semiologische Abenteuer, Frankfurt/M. 1988.



Wichtige Schriften:

* Mythen des Alltags (1964, frz. 1957)
* S/Z (1987, frz. 1970)
* Das semiologische Abenteuer (1988, frz. 1985)

Sekundärliteratur:

1. O. Ette: Roland Barthes, in: Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur.
2. O. Ette: Roland Barthes. Eine intellektuelle Biographie, Frankfurt/M. 1999.
3. T. Pflugmacher: Betrachtungen zum Werk von Roland Barthes unter besonderer Berücksichtigung des linguistischen Paradigmas nach Saussure, in: [url]http://www.linse.uni-essen.de/esel//bartsau.htm[/url]
Fichu@Montrose

[QUOTE]Kausalität meint, daß eine festgelegte Beziehung zwischen zwei Ereignissen besteht. Diese Festlegung könnte man so fassen, daß wenn A ist, immer auch B sein muß.[/QUOTE]
Stimm ich zu. Ich meinte aber: In einer [I]empirischen[/I] Beschreibung der Welt würden solche Aussagen nicht vorkommen. Du kannst nicht empirisch feststellen, daß B auf A folgen [I]muß,[/I] sondern nur, daß B auf A [I]folgt[/I] (oder nicht). Anders ausgedrückt: Kausalität ist nicht meßbar.

Damit will ich nicht sagen, daß es Kausalität nicht oder nicht objektiv gibt. Selbstverständlich steckt der Nagel in der Wand, [I]weil[/I] du ihn reingehauen hast. Aber dieses "weil" läßt sich nicht durch naturwissenschaftliche Beobachtung veri- oder falsifizieren, sondern es ist eine Beziehung, die wir Menschen/Sprecher unserer Sprache zwischen den Tatsachen herstellen; wir benutzen den Begriff der Kausalität so, daß das und das darunterfällt und das nicht. So denken wir, so sehen wir die Dinge. Es ließe sich vorstellen, daß andere Wesen dieselbe Welt beschreiben und ohne Kausalität auskommen.

Daß Kausalität in einer vollständigen empirischen Weltbeschreibung nicht vorkommt, nimmt dem Begriff nicht seine Rechtfertigung. Emp. vollst. heißt ja nur: alles, was man empirisch über die Welt sagen kann, und das ist eben nicht [I]alles,[/I] was man über die Welt sagen kann. (Hume als Empirist hat das vielleicht anders gesehen, aber das tut ja nichts zur Sache.)

[QUOTE]Konzepte wie Mutterschaft geben nicht nur apriori, sondern einen empirischen kausalen Sachverhalt wider ("Das Kind ist durch die Mutter.").[/QUOTE]
Es ist ein empirischer Sachverhalt und ein Fall von Kausalität, aber die kausale Beschreibung ist nicht die empirische. Die empirische wäre so etwas wie: Zum Zeitpunkt t0 passiert das und das, zum Zeitpunkt t1 jenes, zum Zeitpunkt t2_…

[QUOTE]Das Nacheinander von A und B erscheint mir hierbei nicht so zwingend. Zwei Dinge können auch bei unmittelbar gleichzeitigem Auftreten einander verändern.[/QUOTE]
Das kommt mir aber sehr komisch vor. Ich glaube nicht, daß ich den Begriff der Kausalität so verwende. (Ich würde mich übrigens wohl als h[COLOR=red]/[/COLOR]a[COLOR=red]/[/COLOR]r[COLOR=red]/[/COLOR]t[COLOR=red]/[/COLOR]e[COLOR=red]/[/COLOR]n kompatibilistischen Deterministen bezeichnen.)

[QUOTE]Und das ist ein in der Realität ---und nicht bloß in der Sprache --- kausaler Sachverhalt.[/QUOTE]
Richtig. Aber du mußt die Realität irgendwie beschreiben, wenn wir darüber reden, und die kausale ist nur eine Möglichkeit der Realitätsbeschreibung, die für uns Menschen in gewisser Hinsicht notwendig sein mag (weil wir so denken), aber nicht schlechthin notwendig ist.

Deshalb müssen wir nicht (nur) die Welt mit Meßgeräten erforschen, um der Kausalität auf die Schliche zu kommen, sondern uns sprachphilosophisch mit dem Begriff der Kausalität und seiner faktischen Anwendung beschäftigen.

[QUOTE]Wie ich andernorts bereits sagte, denken wir für gewöhnlich nicht logisch, zumindest nicht im Sinne der einfachen Logik. […] In den Lehrbeispielen der Logik kommen normalerweise Ausdrücke der Art (A und B) oder C -> C vor. Es sind also nur drei Variablen (A,B,C) im Spiel, und die können nur die Werte 1 oder 0 annehmen. Das ist absoluter Pipifax […][/QUOTE]
Es gibt auch komplexere Logik als die Prädikatenlogik erster Stufe. Was ich meinte, das war: Logische Gesetze (etwa der Satz vom Widerspruch) sind Gesetze unseres Denkens (aber nicht unbedingt eine [I]vollständige[/I] Beschreibung!), so daß kein vernünftiger Mensch so etwas denken kann wie: Es regnet, und es regnet nicht.

[QUOTE]Meines Erachtens kann zumindest die menschliche Welt psychologisch oder biologisch (Sinnesphysiologie) sehr viel treffender erfaßt werden als durch Philosophie.[/QUOTE]
Psychologen und Biologen müssen auch logisch denken, z._B. ist eine selbstwidersprüchliche Theorie für uns inakzeptabel. Philosophie und Biologie/Psychologie sind im übrigen auch keine Konkurrentinnen. Philosophen haben natürlich von den Fakten auszugehen, die ihnen z._B. die Biologen liefern können. Andererseits reden Biologen oft Müll, wenn sie sich auf die Philosophie versteigen (à la "wir wissen, wie das Gehirn funktioniert, also ist der Mensch unfrei").
Montrose[QUOTE]Selbstverständlich steckt der Nagel in der Wand, weil du ihn reingehauen hast. Aber dieses "weil" läßt sich nicht durch naturwissenschaftliche Beobachtung veri- oder falsifizieren, [/QUOTE]Natürlich läßt sich dieses "weil" verifizieren. Man kann zwanzig Zeugen einladen, darunter Physiker, Nobelpreisträger, Pfarrer und Polizisten.... und die beobachten mit eigenen Augen, wie ich den Nagel reinschlage. Es ist eindeutig verifizierbar, daß der Nagel aus dem Grund in der Wand ist, WEIL ich den da reingehauen habe.

[QUOTE]weil du ihn reingehauen hast. Aber dieses "weil" läßt sich nicht durch naturwissenschaftliche Beobachtung veri- oder falsifizieren, sondern es ist eine Beziehung, die wir Menschen/Sprecher unserer Sprache zwischen den Tatsachen herstellen;[/QUOTE]Nö. Sprache entwickelt sich aus Beobachtungen. Und wenn eine Sache auf die andere folgt und sich zwingende Gründe dafür aufzeigen lassen, daß ein Zusammenhang zwischen beidem besteht, dann nennen Menschen das Kausalität. Sprache entsteht nicht losgelöst von der Realität, sondern Sprache ist ein Abbild von einem realen Sachverhalt. Wenn dem nicht so ist, sprechen wir von Lüge oder Unwahrheit.

[QUOTE]Es ist ein empirischer Sachverhalt und ein Fall von Kausalität, aber die kausale Beschreibung ist nicht die empirische. Die empirische wäre so etwas wie: Zum Zeitpunkt t0 passiert das und das, zum Zeitpunkt t1 jenes, zum Zeitpunkt t2_…[/QUOTE]
Wer sollte mich denn dazu zwingen, plötzlich wie ein gestörter Vollidiot zu sprechen, wenn ich mit der Alltagssprache die Dinge knapp, präzise und verständlich ausdrücken kann.

Auch Ärzte, Psychologen, wissenschatftliche Autoren bekommen explizit die Anweisung, sich möglichst einfach und ungekünstelt auszudrücken. Man lacht sich ja immer schäbs und scheckig, wenn irgendwelche Sozialfuzzis plötzlich mit ihrem sprachgestörten, aufgeblasenen Insidertalk daherkommen. Wieso nicht mal zur Abwechslung zum Beispiel statt von "Impulsstörung" einfach von "Jähzorn" reden. Mit der Abschaffung der Umgangssprache durch Fachsprache geht eine gehörige Portion Wahrheit, Authentizität/Echtheit und Eindrücklichkeit verloren. Das ist in etwa so, wie wenn man Fleisch so lange kocht, bis es nur noch ein Pulver oder Matsch ist, das aus einer Tüte kommt. Das Ursprüngliche geht durch diese "Sprachphilosophie" verloren und wird zur Verlogenheit.


[QUOTE]Deshalb müssen wir nicht (nur) die Welt mit Meßgeräten erforschen, um der Kausalität auf die Schliche zu kommen, sondern uns sprachphilosophisch mit dem Begriff der Kausalität und seiner faktischen Anwendung beschäftigen.[/QUOTE]Nö, muß man nicht, soll man nicht, darf man nicht. Wie sagte Kant einmal: Hundert gedachte Taler sind keine hundert wirklichen Taler. Und Marx sagte: Das Sein bestimmt das Bewußtsein. Diese sprachphilosophischen Spielchen sind bloß faule Ablenkmanöver von der richtigen Arbeit. Indem ich mit Worten spiele, hab ich noch gar nichts erkannt oder bewirkt.

[QUOTE]das war: Logische Gesetze (etwa der Satz vom Widerspruch) sind Gesetze unseres Denkens (aber nicht unbedingt eine vollständige Beschreibung!), so daß kein vernünftiger Mensch so etwas denken kann wie: Es regnet, und es regnet nicht.[/QUOTE]Gegensätze kann jeder vernünftige Mensch fühlen und denken. Man kann ja durchaus wahrnehmen: ich liebe und hasse. Ich freue mich auf eine Reise, hab aber auch angst davor.

Nochmals: Menschen denken nicht logisch. Logik ist völlig unnatürlich und resultiert aus monatelanger Ausbildung. Und normalerweise kann der Mensch sehr wohl Gegensätze denken, denkt sie auch ständig und praktiziert sie sogar. Siehe Sozialpsychologie, z.B. Fishbein und Aizen. Das menschliche Denken kann seine Gesetze jederzeit umformulieren, es ist sehr flexibel.

[QUOTE]Philosophen haben natürlich von den Fakten auszugehen, die ihnen z._B. die Biologen liefern können. Andererseits reden Biologen oft Müll, wenn sie sich auf die Philosophie versteigen (à la "wir wissen, wie das Gehirn funktioniert, also ist der Mensch unfrei").[/QUOTE]Philosophie ist völlig uninteressant. Momentan sind die großen Fragen des Lebens in den Händen von Physikern und Neurobiologen. Für die eher alltagspraktischen Dinge sind Politiker zuständig. Selbst in primär philosophischen Fragestelungen wie Ethik finden sich in der Regel eher Ärzte und Juristen als Philosophen.


Es ist doch merkwürdig, daß Philosophen einem jegliches Handwerkszeug aus der Hand schlagen (es gibt keine Wirklichkeit, es gibt keine Kausalität, man darf dieses und jenes nicht sagen) aber stattdessen nichts Positives zu bieten haben. Aus dem Negativen kann man nun einmal nichts schaffen, und deshalb interessiert mich die (gegenwärtige) Philosophie auch nicht sonderlich. Sie bringt einfach nichts.
Fichu@Montrose

[QUOTE]Natürlich läßt sich dieses "weil" verifizieren. Man kann zwanzig Zeugen einladen, darunter Physiker, Nobelpreisträger, Pfarrer und Polizisten.... und die beobachten mit eigenen Augen, wie ich den Nagel reinschlage. Es ist eindeutig verifizierbar, daß der Nagel aus dem Grund in der Wand ist, WEIL ich den da reingehauen habe.[/QUOTE]
Klar, ich kann dir auch bestätigen, daß das ein Fall ist, in dem man korrekterweise den Begriff der Kausalität anwenden kann. Oder kurz gesagt: Der Nagel steckt da, [I]weil[/I] du ihn reingehauen hast. Ändert nichts an der Tatsache, daß sich das Ganze mit gleichem Recht anders beschreiben ließe (was nicht heißt, daß man es anders beschreiben sollte!) und daß mit [I]empirischen, naturwissenschaftlichen[/I] Methoden nicht zu entscheiden wäre, welche Beschreibung besser ist. Es ist eine praktische "Entscheidung" (tatsächlich ist sie durch unsere menschliche Natur vorgegeben), im Begriff von Kausalität zu denken.

[QUOTE]Sprache entwickelt sich aus Beobachtungen. Und wenn eine Sache auf die andere folgt und sich zwingende Gründe dafür aufzeigen lassen, daß ein Zusammenhang zwischen beidem besteht, dann nennen Menschen das Kausalität. Sprache entsteht nicht losgelöst von der Realität, sondern Sprache ist ein Abbild von einem realen Sachverhalt. Wenn dem nicht so ist, sprechen wir von Lüge oder Unwahrheit.[/QUOTE]
100%ige Zustimmung. Genau das, was ich sagte.

[QUOTE]Wer sollte mich denn dazu zwingen, plötzlich wie ein gestörter Vollidiot zu sprechen, wenn ich mit der Alltagssprache die Dinge knapp, präzise und verständlich ausdrücken kann.[/QUOTE]
Niemand. Es ist völlig in Ordnung, so zu reden. Ich weise dich nur darauf hin, daß du, wenn du so redest, bestimmte Voraussetzungen machst, die nicht [I]notwendigerweise[/I] (im strengen Sinn des Wortes) gegeben sind. Und das ist völlig in Ordnung, weil es absolut vernünftig ist, diese Voraussetzungen zu machen und man wie ein Idiot reden würde, wenn man es nicht täte. Ich will dich nur von der Illusion befreien, es mit einer völlig "nackten" Realität zu tun zu haben.

[QUOTE]Das Ursprüngliche geht durch diese "Sprachphilosophie" verloren und wird zur Verlogenheit.[/QUOTE]
So zu reden ist nicht Sprachphilosophie. Sprachphilosophie ist z. B. (s. o.) zu erkennen, daß man mit der Alltagssprache die und die Voraussetzungen macht. Sprachphilosophie, wenigstens die sog. Philosophie der Alltagssprache, will nicht die Umgangssprache abschaffen (was völlig dämlich wäre), sondern gewinnt Erkenntnisse aus der Untersuchung der Umgangssprache.

[QUOTE]Diese sprachphilosophischen Spielchen sind bloß faule Ablenkmanöver von der richtigen Arbeit. Indem ich mit Worten spiele, hab ich noch gar nichts erkannt oder bewirkt.[/QUOTE]
Du sollst nicht mit Worten spielen, sondern z. B. Irrtümer erkennen, die dadurch entstehen, daß du ein Wort falsch/mehrdeutig/wie auch immer benutzt.

[QUOTE]Gegensätze kann jeder vernünftige Mensch fühlen und denken. Man kann ja durchaus wahrnehmen: ich liebe und hasse. Ich freue mich auf eine Reise, hab aber auch angst davor.[/QUOTE]
Wir wissen beide, daß das keine logischen Widersprüche sind. Im übrigen ist Logik nur so gut wie die Prämissen, die man macht -- und die müssen wir immer noch selber machen, das hat auch kein Logiker jemals anders gesehen.

[QUOTE]Nochmals: Menschen denken nicht logisch. Logik ist völlig unnatürlich und resultiert aus monatelanger Ausbildung.[/QUOTE]
Nicht Logik resultiert aus monatelanger Ausbildung, sondern Wissen über Logik. Nach deiner Argumentation dürfte es ja auch keinen Sprachunterricht in der Schule geben, weil das unnatürlich und verbildet ist, schließlich sprechen Menschen auch so.

Ich glaube, dein Problem mit Logik ist, daß du dir falsche Vorstellungen davon machst.

[QUOTE]Philosophie ist völlig uninteressant. Momentan sind die großen Fragen des Lebens in den Händen von Physikern und Neurobiologen.[/QUOTE]
Ich weiß ehrlich nicht, was Physiker und Neurobiologen zu den großen Fragen des Lebens beitragen könnten. Sie verschaffen uns Wissen über die Welt, so daß wir eine sicherere Basis für unsere Urteile haben, schön. Aber wie wir urteilen [I]sollten[/I] können sie uns auch nicht sagen.

[QUOTE]Selbst in primär philosophischen Fragestelungen wie Ethik finden sich in der Regel eher Ärzte und Juristen als Philosophen.[/QUOTE]
Entweder verlassen die Ärzte und Juristen dann ihr genuines Fachgebiet, um zu philosophischen Fragen Stellung zu nehmen, oder sie bringen einfach das nötige Faktenwissen ein, ohne daß dadurch das Problem selbst schon gelöst wäre.

[QUOTE]Es ist doch merkwürdig, daß Philosophen einem jegliches Handwerkszeug aus der Hand schlagen (es gibt keine Wirklichkeit, es gibt keine Kausalität, man darf dieses und jenes nicht sagen) aber stattdessen nichts Positives zu bieten haben.[/QUOTE]
Wo ist dein Problem? Natürlich gibt es die Wirklichkeit, ich seh sie doch vor mir. Und selbstverständlich gibt es Kausalität. Und du darfst sagen, was du willst, ein Philosoph würde dich bestenfalls darauf hinweisen, daß du damit die und die Voraussetzungen machst oder dich hier und hier in Widersprüche verwickelst. Völlig legitime und nützliche Tätigkeit.

[QUOTE]und deshalb interessiert mich die (gegenwärtige) Philosophie auch nicht sonderlich.[/QUOTE]
Wat de Buur nich kennt, dat frett he nich, hm? ;)
Montrose[QUOTE]Entweder verlassen die Ärzte und Juristen dann ihr genuines Fachgebiet, um zu philosophischen Fragen Stellung zu nehmen,[/QUOTE]Zu bestimmen, wo's langgeht, haben ja prinzipiell alle Berufsgruppen, ja sogar jeder Bürger (Wahl der Regierung) ein Recht. Inwiefern hat der Philosoph ein Expertenwissen, das ihn über andere erheben würde?

Zum Rest kann ich mit Dir einig gehen.
Fichu@ Montrose

Wollte den Ärzten usw. nicht das Recht absprechen, sich zu äußern; sie können natürlich auch zu nichtmedizinischen Themen was (Hörenswertes) sagen, aber das macht die Themen nicht zu medizinischen.
Montrose[QUOTE]aber das macht die Themen nicht zu medizinischen.[/QUOTE]Zu philosophischen aber auch nicht unbedingt. Es wäre doch merkwürdig, wenn nicht jene über die Ethik entschieden, welche mit einem Thema unmittelbar konfrontiert sind, und dies stattdessen an irgendwelche weltfremden Theoretiker abgäben.
Philosophen haben nicht das Monopol auf das Denken und Entscheiden.

Man muß Ärzten, Juristen, sogar Physikern usw. eine eigenständige Ethik zugestehen. Daß diese Ethik in gewisser Weise philosophisch ist, heißt noch lange nicht, daß Berufs-Philosophen zu besseren Lösungen kämen als Nicht-Berufs-Philosophen.
FichuRichtig. Nichtsdestotrotz würde ich Leuten, die sich jahrelang umfassend mit einem Thema beschäftigt haben, tendenziell eine gewisse Kompetenz auf dem Gebiet unterstellen. Es geht ja auch nicht darum, daß Philosophen da qua Beruf immer recht haben und alle anderen nicht mitreden dürfen. Ich wehr mich bloß gegen die Einstellung, alles Philosophische sei von vornherein bloß heiße Luft oder weltfremde Theorie. Philosophen sind schließlich auch Menschen und haben Moral genau so zu leben wie alle anderen auch. Daß sie sich darüber hinausgehend noch Gedanken darüber machen, scheint mir kein Nachteil zu sein.

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