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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Todeszeitpunkt selber wählen?
LacertaWas spricht dagegen, wenn man sich durch seine eigene Hand töten würde? Sprich Selbsttötung! Gemeint ist kein Selbstmord in einer verzweifelten Lage, sondern an einem festgelegten Zeitpunkt, wo der Mensch zu sich selbst sagen kann "Ich hatte ein Erfülltes und glückliches Leben und will nun abdanken". Wieso sollte ein Mensch sein Leben weiterführen, wenn er fast alle möglichen Erfahrungen gesammelt hat und sterben möchte?
Ist es nicht ein interessanter Gedanke, wenn man am Tag bevor man sich durch eine überdosis Tabletten tötet, noch eine Abschiedsfeier organisieren kann? Eine Feier an dem man sich Persönlich von seinen Liebsten und Verwandten verabschieden kann anstatt an seinem Grabe, wo man sowieso nichts mitbekommt?
Ich bin durch eine Onlinebekanntschaft auf einen sehr interessanten Link gestoßen, der mich sehr zum grübeln gebracht hat. Gemeint ist die Seite... "http://cgi.tod.de/user-cgi-bin/forcetoframe.pl?[url]http://cgi.tod.de/user-cgi-bin/db.cgi?db=todestag&uid=default[/url]" oder aber auch [URL=http://www.kultur-des-sterbens.de/]http://www.kultur-des-sterbens.de/[/URL]
Auch wenn ich von dieser Idee vorerst nichts gehalten habe, konnte ich ihm, nach dem Lesen seiner eigenen Meinung, sehr viel Verständniss entgegenbringen. Wenn ihr auf seiner Seite die "Bombe" anklickt, so seht ihr ein Art "Countdown". Dieser Countdown datiert seinen Todestag. In 27 Jahre, 6 Monate, 23 Tage, 1 Stunde, 19 Minuten und 29sekunden, an seinem 80sten Geburtstag will er sich selbst töten. Hat nicht jeder in uns selbst einen eigenen Countdown? Macht uns dies nicht bewusst, wie wenig Zeit wir doch noch haben? Spornt uns ein selbstgewählter Countdown nicht dazu an aus unserem Leben was zu machen?
Mich würde eure Meinung interessieren. Was hält ihr von der Sache? Ich kann euch wirklich nur raten seine Seite zu lesen! Sehr interessant.
TsafriedSo etwas sollte man niemals vor Ärzten oder Polizisten äußern, schließlich ist das Leben ja das höchste Gut und muss in jedem Fall erhalten werden.

Das tut dem Selbstmörder viel mehr weh als zu sterben? Schade, Leben muss trotzdem sein.

Sowas würde wohl in Deutschland passieren...

Egal, ich halte es für vernünftig, jedoch nicht zwangsläufig zu sagen das man sihc mit 80 umbringt. Denn wenn du vorher schon sicher bist alles erlebt zu haben, dann wartest du nur noch bist du 80 bist
illuminatIch halte den Tod in einer Klinik sowieso für unwürdig. Meine Oma ist Krankenpflegerin und pflegt die Leute zu Hause bis zu ihrem Ende. Am wichtigsten ist ihr dabei, dass die Leute mit einem lächeln gehen, das wirst du in den sterilen Krankenhäusern wohl eher selten erleben.
Im Film Soylent Green werden die Toten z.B. zu essen verwertet und wer sich vor seinem natürlichen ableben freiwillig schmerzlos töten lässt, bekommt es vorher nochmal extra gemütlich.

Schade, dass der Tot für die Marktwirtschaft noch zu unrentabel ist, wir brauchen mehr Maschinen!
VampiricSeit gegrüßt

Also Wirtschaftlich gesehen währe es rentabel,
wenn sich die Leute so ab 80 aus suchen könnten ob sie sterben oder nicht
aber wen ich mir so überlege das meine Uroma jetzt 82 ist und ich sie lieb gewonnen hab das sie sagt
[COLOR=crimson]"Nun ist meine Zeit gekommen"[/COLOR]
ich weiß nicht ob ich das akzeptieren würde ich währ fertig mit der Welt
ich würde das erst akzeptieren wen es mit ihr sowie so schon zu ende geht
und sie nur noch leidet aber einfach so?:(

Oder besser noch man könnte es sich aus suchen egal wie alt
an ist jetzt stellt euch doch mal vor ihr habt nen Kind
und es sagt zu euch
[COLOR=firebrick]"so morgen um 13:00 will ich sterben"[/COLOR]
würdet ihr das zu lassen?

Für mich eine Horror version:eek:

Lebt wohl (und doch noch etwas länger)

gez.: Vampiric
LesbiaAlso ich weiß nich... wenn man schmerzen hat oder leidet, dann ja. aber ich glaub nich, dass ich irgendwann sagen würde: ja toll, hab jetzt alles erlebt. tschüssi!
Es gibt doch immer etwas, was man noch tun kann, was man noch nicht erlebt hat. außerdem will man doch so viel zeit mit denen, die man liebt, verbringen...
LouhiHallo,

Ich denke ich würde mich umbringen, wenn ich an einer Unheilbaren Krankheit leiden würde und starke Schmerzen hätte...

Aber einfach so, weil ich denke schon genug erlebt oder gesehen zu haben... eher nicht...
AscaronDen Akt der Selbsttötung zu einem bestimmten Zeitpunkt finde ich sehr egoistisch und unfair den Angehörigen und Freunden gegenüber!
Mal abgesehen von der Trauer und dem Schmerz, welcher der Familie wissentlich zugefügt wird, wird jeder Mensch durch seine Umwelt geprägt, und da spielen die Großeltern eine sehr große Rolle. Und jeder, der seinen Nachkommen diese Chance nimmt, handelt höchst unverantwortlich.
Außerdemwürden mir persönlich z. B. die Geschichten meiner Oma aus ihrer Jugend fehlen. Diese und andere schöne Erlebnisse möchte ich nicht missen, denn man lernt gerade durch diese Generation, gewisse Dinge eher zu schätzen bzw. anders zu sehen.
Ashriel[QUOTE][i]Original geschrieben von Ascaron [/i]
[B]Den Akt der Selbsttötung zu einem bestimmten Zeitpunkt finde ich sehr egoistisch und unfair den Angehörigen und Freunden gegenüber! [/B][/QUOTE]

Man kann doch nicht nur am Leben bleiben, um seine Mitmenschen nicht unglücklich zu machen.
Wenn man für sich selbst den richtigen Zeitpunkt gekommen sieht, dann ist es sinnlos, an andere zu denken.
Ascaron[QUOTE][i]Original geschrieben von Ashriel [/i]
[B]Man kann doch nicht nur am Leben bleiben, um seine Mitmenschen nicht unglücklich zu machen.
Wenn man für sich selbst den richtigen Zeitpunkt gekommen sieht, dann ist es sinnlos, an andere zu denken. [/B][/QUOTE]Ich sehe aber einfach keinen Zweck in der Selbsttötung zu einem selbstfestgelegten Zeitpunkt, nur weil man meint, alles gesehen und erlebt zu haben. Die Logik kann ich nicht nachvollziehen.

Ich stelle mir jetzt mal vor, ich wäre schon 80 Jahre alt, hätte Kinder und Enkelkinder und wäre auch noch recht rüstig. Ich hätte doch ein gesteigertes Interesse, meine Enkel aufwachsen zu sehen und mich an ihnen zu erfreuen. Was würde ich durch Selbsttötung nicht alles versäumen: ihre ersten Schritte, die ersten Worte, Einschulung, Konfirmation/Kommunion, Schulabschluß, Hochzeit usw. Ich könnte ihnen nichts von alledem erzählen, was ich erlebt habe.
Außerdem habe ich dann jahrzehntelang gearbeitet und habe endlich wieder Zeit für mich und meine Lieben. Warum sollte ich das wegwerfen?

Das alles möchte ich mir auf keinen Fall nehmen lassen, geschweige denn selbst nehmen.
AshrielDa widerspreche ich dir nicht. Ich persönlich würde wahrscheinlich auch nicht aufstehen und anstatt zu frühstücken einfach mal ein Päckchen Schlaftabletten schlucken. Ich hätte dann immer die Frage im Hinterkopf, was noch passiert wäre, oder auch wie mein natürlicher Tod ausgesehen hätte. (was jetzt ja vorraussetzt, das man nach dem Tod noch denken kann. Daran glaube ich eigentlich nicht, aber ich bin momentan nicht fähig, den Satz sinnvoll umzuformulieren, ich hoffe du verstehst, was ich meine)

Und trotzdem, wenn ich mit 80 eine frustrierte, gelangweilte Oma bin, der nichts mehr am Leben liegt, dann möchte ich keine Rücksicht auf meine Verwandten/Freunde nehmen..
Ascaron[QUOTE][i]Original geschrieben von Ashriel [/i]
[B]Und trotzdem, wenn ich mit 80 eine frustrierte, gelangweilte Oma bin, der nichts mehr am Leben liegt, dann möchte ich keine Rücksicht auf meine Verwandten/Freunde nehmen.. [/B][/QUOTE]Wenn ich mit 80 Jahren vom Frust aufgefressen werde, heißt das, daß ich in meinem Leben irgendetwas falsch gemacht habe. Dann würde ich eher versuchen, das Bestmögliche aus meinen letzten Tagen herauszuholen, um den Frust zu lindern. ;)
Ashriel[QUOTE][i]Original geschrieben von Ascaron [/i]
[B]Wenn ich mit 80 Jahren vom Frust aufgefressen werde, heißt das, daß ich in meinem Leben irgendetwas falsch gemacht habe. Dann würde ich eher versuchen, das Bestmögliche aus meinen letzten Tagen herauszuholen, um den Frust zu lindern. ;) [/B][/QUOTE]
Sieh dir doch mal einige Vertreter der älteren Generation an: Verbittert, stur, verbohrt.. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich plötzlich, mit sagen wir 75 Jahren, entschließen, ihr Leben zu genießen. Die haben vielleicht einfach nur Angst vorm Sterben..
AnaximanderJa, ich finde es ganz und gar verständlich und gerechtfertigt, wenn ein Mensch das Ende seines Lebens selbst bestimmt, wenn er einen sauberen Schnitt macht, statt zu warten, bis Krankheit und Zerfall ihn gewaltsam aus der Existenz reißen.

Ich selbst werde es so machen. Ich werde so lange leben, wie es auf lohnenswerte, erfüllte, selbstständige und würdige Art möglich ist - und keinen Tag länger. Ich werde auf keinen Fall meine letzten Jahre mit trübem Geist in irgendeinem Heim vegetiere, den Arsch von Pflegern abwischen lassen - bloß aus Anpassung an die Zeitgeist-Moral.

Aber ich hoffe ohnehin, dass die Gesellschaft bis dahin von der christlichen Irrlehre vom Selbst"mord" weit genug abgekommen ist, um die Entscheidung für den Freitod mit der Gelassenheit und Toleranz zu begegnen, die ihr gebürt. :)

Von der verlinkten HP halte ich trotzdem nicht viel. Mir scheint, dass sie mehr theatralische Selbstdarstellung ist - als ehrliche, nüchterne Beschäftigung mit der Sache. Was z.B. soll eine Festlegung des Todesdatums? Das ist doch offensichtlich pure Show! Wer vor hat, so lange zu existieren, wie sein Leben lebenswert ist, der legt sich doch nicht im Voraus fest. Vielleicht kriegt man mit 70 Alzheimer - vielleicht ist man noch mit 90 fit.
AscaronDa gebe ich Dir Recht, allerdings habe ich nur von mir gesprochen. ;)
Ich hoffe nur, daß mir der Altersstarrsinn keinen Strich durch die Rechnung macht. :rolleyes: ;)
Aber bis zum Suizid wird er mich auf keinen Fall bringen.
Silence1989Wenn ich wüsste, dass ich in 2 Wochen sterben muss, würde ich alles daran setzen, alles zu erleben, was ich noch nie erlebt habe und unbedingt erleben will. Da ich für diese 2 Wochen nicht mehr unbedingt auf die Finanzen achten muss, kann ich dies absolut auskosten. So denke ich, dass, wenn ich mir einen näher liegenden Zeitpunkt setze, ich mein Leben weitaus besser auskosten könnte.
Aber zum jetzigen Zeitpunkt würde ich mir meinen Todestag noch nicht festlegen wollen... Ich bin doch erst 16 -g-
Svartich finde man sollte sein leben so leben wie man will und dann an dem tag an dem man sagen kann ich hab alles erlebt ich bin jetzt glücklich ich würde nur noch vor mich hinleben sich umbringen. ein countdown macht keinen sinn, was wenn er an dem tag dasteht und noch leben will und freunde hat mit denen er zusammen sein will?
Lacerta[QUOTE]Wenn ich wüsste, dass ich in 2 Wochen sterben muss, würde ich alles daran setzen, alles zu erleben, was ich noch nie erlebt habe und unbedingt erleben will. [/QUOTE]

[QUOTE]So denke ich, dass, wenn ich mir einen näher liegenden Zeitpunkt setze, ich mein Leben weitaus besser auskosten könnte. Aber zum jetzigen Zeitpunkt würde ich mir meinen Todestag noch nicht festlegen wollen... Ich bin doch erst 16 -g-[/QUOTE]

Darum geht es ja!
Sobald man seinen Todeszeitpunkt kennt, setzt der Mensch alles daran das zu tun was er schon immer mal machen wollte.
Da der Mensch jedoch seinen Tod nicht wahr haben möchte, es ignoriert und sich dieser Tatsache nicht stellt, dass man sterben WIRD, kann es bei vielen Menschen sein, dass sie aus ihrem Leben praktisch nichts machen und ein sinnloses Leben geführt haben.
Woher will man schon wissen, dass man morgen noch lebt? Niemand kann es sagen, denn der Tod kann jederzeit kommen.
Vor zwei Jahren musste ich erleben, wie ein Auto mit 70km/h von der Straße abgekommen ist und eine Bushaltestelle total zerfetzte. 2min vor diesem Unfall stand ich selbst noch unter dem Bushaltehäuschen. Das hat mir gezeigt, dass man soviele Erfahrung sammeln sollte wie möglich. Der Tod kommt schneller als man denkt. Natürlich soll man nicht mit der Einstellung leben, dass hinter jeder Ecke der Tod lauern kann ...man sollte sich dem nur bewusst sein und es nicht ignorieren.
VampiricSeit gegrüßt

ich mein wen man weiß wann man stirbt dann kostet man alles aus man macht alles im inneren(das Gefühl) herrscht Anarchie das heißt alles ist dir egal du machst grade das worauf du lust hast, ich denke sogar das man dann nicht mehr schläft sondern so viel wie möglich noch macht.
Wen man weiß das man stirbt merkt man wie kurz und kostbar das Leben ist es ist viel zu schade zum selbst beenden.
Man Lernt das Leben zu schätzen und Lieben.

lebt wohl und lange

gez.: Vampiric
StörtebekerWenn man für sich selber weiß, das man sein Leben gelebt hat und nichts mehr zu erwarten und zu erleben hat denke ich, ist der Tod für manch einen vielleicht eine Lösung.
Aber für mich selbst glaube ich, dass man Tag für Tag neues erleben kann. Das Leben ist schon so kurz genug warum sollte ich es dann noch weiter verkürzen?
Man sollte jeden Tag sein bestes geben, dann bekommt man auch viele Aspekte zurück, die das Leben lebenswert machen!
Klar gibt es aber trotzdem genug Gründe, bei welchen ich mich eindeutig und ohne groß drüber nachzudenken in den Selbstmord stürzen würde. Wie zum Beispiel unheilbare Krankheiten oder so. Aber vorher würd ich noch mal richtig auf die Kake hauen!
LothenEs gibt ein Stück darüber, mir ist nur gerade der Name entfallen. Ein Stück, in dem alle Leute ihren Todestag schon von Anfang an wissen, ein Baby wird dann nicht mit dem Alter 0 geboren, sondern mit dem Alter... meinetwegen 79. Und die Zahl verringert sich von Jahr zu Jahr.

Wenn es aber so wäre, dass man seinen Todszeitpunkt genau festsetzen würde - was ist, wenn man z.B. am Tag davor seine Traumfrau/seinen Traummann trifft? Außerdem, glaube ich, wäre es für Freunde oder Familienmitglieder ein Alptraum... wenn ich mir vorstelle, ich wüsste, dass ein Freund von mir in drei Tagen stirbt... Ich glaube, das würde mich zugrunde richten!
fallengothDie Vorstellung, selber bestimmen zu können, wann man von dieser Welt gehen will, finde ich eigentlich sehr schön. Davor kann man in Ruhe mit allem Abschliessen und ja,man kann bewusst alle Menschen die einem wichtig sind zum letzten mal sehen!Allerdings sollte man nunmal auch bedenken,dass es verdammt egoistisch ist,weil ich glaube nicht,dass man die Leute denen man wichtig ist,davon überzeugen kann,dass es für einen jetzt das beste ist zu gehen!Und genau an diese Leute sollte man denken,weil diese haben dein bisherige Leben lebenswert gemacht!So wie sie für dich wichtig waren,warst du es für sie und sie dann nur weil du denkst das es für dich jetzt richtig ist zu gehen,im Stich zu lassen wäre nicht fair!Seinem Leben selber ein Ende setzen sollte man nur tun,wenn man keine Verpflichtungen anderen gegenüber hat..oder was denkt ihr?
FunusWenn man keine Verpflichtungen anderen gegenüber hat? Na, dann würde ich sagen, dass sich keiner umbringen darf, denn es gibt niemanden auf den das zutrifft. Irgendwo hat man immer jemanden, den man kennt, der einem auch was bedeutet, alles andere ist unnormal.
Anaximander[QUOTE][i]Original geschrieben von Funus [/i]
[B]Wenn man keine Verpflichtungen anderen gegenüber hat? Na, dann würde ich sagen, dass sich keiner umbringen darf, denn es gibt niemanden auf den das zutrifft. Irgendwo hat man immer jemanden, den man kennt, der einem auch was bedeutet, alles andere ist unnormal. [/B][/QUOTE]
Niemand hat eine Pflicht zum Leben. Niemand ist es anderen schuldig, am Leben zu bleiben, nur damit sie nicht um ihn trauern müssen.

Das Leben eines Menschen ist stets sein alleiniges Eigentum und Selbstzweck. Es ist nicht Mittel für die Zwecke seiner Mitmenschen.

Einem Menschen den Selbstmord zu verbieten, weil man selbst unter dem Verlustschmerz leiden könnten, das ist so absurd und egomanisch, als wollte man einem unglücklichen Partner die Auflösung der Beziehung verbieten, weil man selbst unter der Trennung leiden könnte.

Komischerweise würde nicht mal mehr der verstockteste Katholik mit einem solchen Argument gegen das Recht auf Scheidung vorgehen - aber sobald es um Selbstmord geht, holt man gerne die Pflicht- und Egoismus-Keule heraus, um den Betroffenen das Verfügungsrecht über das eigene Leben abzusprechen.
Samsas_TraumIch weiss nicht, ich find diese Frage total schwer.

Aber wenn ich eine unheilbare Krankheit hätte und genau wüsste dass ich früher oder später sowieso sterben müsste...wenn mein ganzes Leben nur noch aus unerträglichen Schmerzen bestünde, ich glaube dann würd ich es tuen.

Wenn ich 80 und kerngesund wäre, denke ich dann würd ichs nicht machen.
Onugninich kenne diese seite seit einigen monaten und fand sie hoch interessant

und ich kann der begründung des verfassers komplett folgen:

wir sind uns nicht wirklich bewußt, dass auch wir eines tages sterben
natürlich wissen wirs, aber solange wir jung und gesund sind, sind wir uns dessen nicht wirklich bewußt sondern sagen: "ich hab noch laaaaange zeit"
somit verplempern wir einen großteil unserer zeit mit nichtstun

wenn wir aber jetzt wissen, dass wir "nurnoch" 50 jahre (bzw 28 in seinem fall) zu leben haben, dann setzen wir diese zeit viel bewußter ein

auch kann ich hier drin nichts egoistisches erkennen (noch weniger im üblichen selbstmord), er hat doch nur festgelegt, wann er sterben wird
all seine freunde und verwanten können sich darauf einstellen und wenn nicht irgendjemand kommt und ihnen erzählt, wie schrecklich das alles ist, können sie das ganze ohne übermäßige trauer problemlos verarbeiten
viel einfacher als einen plötzlichen tod durch autounfall oder einen tod nach langem leider
denn sie wissen ja: es war seine entscheidung, sie war gut durchdacht und er hat nicht gelitten

außerdem ist er mit 80 sowiso in einem alter, wo die gesundheit stark nachlässt, er geht also ein geringes risiko ein, viel zu verpassen, wird dafür sein leben 30 jahre lang intensiver leben können

mein fazit:
ích sehe hier nichtmal wirklich negative punkte
ok, es ist gegen den christlichen wertekanon (der übrigens durch das egoismusargument auch versucht wird, in atheistische kreise hereinzuziehen) aber moralisch absolut nicht verwerflich
nichtmal die angehörigen hätten schaden davon, da sie sich ja darauf vorbereiten könnten und so das zusammensein mit ihm auch viel bewußter erleben könnten
und wenn er nun gerade an dem tag seine traumfrau kennenlernt ?
pech, shit happens
vielleicht überlegt er es sich ja dann doch noch anders
dann hat er zwar sein wort gebrochen aber wirklich übel nehmen wirds ihm auch keiner, viel mehr werden sie sich DANN richtig freuen ...
schlafundtodCesare pavese legte den punkt seines todes auf den 50. todestag nietzsches fest. Ein durchaus faszinierender gedanke, sich seinen endpunkt selbst und frei zu wählen. und doch sträubt sich in mir etwas: dass sich solches denken aus der ethischen sicht selbstredend verbietet. ebensowenig wie wir unseren geburtszeitpunkt selbst wählen konnten, steht es uns auch nicht zu, den todeszeitpunkt zu wählen. nicht in einer gehen zu dürfen, sondern dann, wann es unsere bestimmung ist , darin liegt wohl die grösse des menschlichen (bewusst)seins.
Jedes wort kann ich dreimal hinterfragen und neu bewerten. denn was ist real, was vermutung, was ist selbsttäuschung ? erkennen werden wir nur, wenn wir uns dem kosmischen strom hingeben, so wie er fliesst.

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