| Aenwyn | Wie mir scheint ein wichtiger Aspekt bei der Selbsterkenntnis. Was ist angeboren? Ein Teil müsste es wohl schon sein, sonst wären ja alle Babies gleich. Was ist anerzogen? Oder sind wir komplett hormongesteuert? In einem anderen Thread wurde diese Diskussion schon off-topic begonnen: captured: [QUOTE]Charakter ist nach Meinung von Psychologen die Gesamtheit der itrojizierten (richtig geschrieben?) Normen und demzufolge "abgeguckt". Vererbt sind nur physische Dinge, oder DInge die ihre Ursache im Körper haben.[/QUOTE] Montrose: [QUOTE]1. Das heißt "introjiziert", und der Begriff wird nicht von Psychologen, sondern von Psychoanalytikern gebraucht. 2. Eine Meinung besagt, daß der "Charakter" aus physischen Dingen, nämlich dem Gehirn, resultiert. Wenn "Charakter" aus dem physischen Ding Gehirn resultiert, physische Dinge vererbt sind, dann folgt logischerweise, daß auch der Charakter vererbt wird. Das Argument ist trotzdem nicht zwingend. Denn physische Dinge müssen nicht vererbt sein, sondern können auch durch Umwelteinflüsse verändert weden. Zum Beispiel die krumme Nase eines Boxers, der immer wieder einen Schlag auf eben diese Nase bekommen hat. [/QUOTE] captured: [QUOTE]Charackter entsteht im Leufe des Heranwachsens und ist nicht angeboren. Das nennen einige Reifungsprozess ich nenn es Mitläuferprinzip.[/QUOTE] |
| Niamh | Mhm, ich denke so erstmal, das man nicht allgemein sagen kann, diese Eigenschaft ist angeboren oder im anderen Fall eben anerzogen. Jeder bekommt gewisse Anlagen veerbt, die dann wiederum verschieden stark ausgeprägt sind. So kann beispielsweise die Eigenschaft nachdenklich zu sein auch schon veerbt worden sein bzw besser gesagt, man kann die Veranlagung dazu haben nachdenklich zu sein. Inwieweit diese Veranlagungen sich im Laufe des Lebens entwickeln hängt dann mit der Erziehung und der gesamten Umwelt zusammen. Denn wir werden ja nicht nur durch die Erziehung geprägt sondern eben auch durch Erlebnisse. Ich kann dir also keine genaue Antwort geben :rolleyes: sondern lediglich sagen, das die Gene bei dem Charakter sicherlich eine größere Rolle spielen als weithin angenommen wird, aber eben nichts komplett vorherbestimmt ist bei der Entwicklung des Charakters. -Niamh |
| Aenwyn | [QUOTE][i]Original geschrieben von Niamh [/i] [B]Ich kann dir also keine genaue Antwort geben :rolleyes: sondern lediglich sagen, das die Gene bei dem Charakter sicherlich eine größere Rolle spielen als weithin angenommen wird, aber eben nichts komplett vorherbestimmt ist bei der Entwicklung des Charakters. [/B][/QUOTE] Danke für deine Meinung/deinen Eindruck. Sehe ich ähnlich. Eine "genaue" Antwort gibt es ja auch nicht, es wäre ethisch kaum vertretbar, dergestalte Menschenversuche zu unternehmen, die da ein wenig aufschlußreich sein könnten, wenn sie denn funktionierten. Ist ja auch nicht so einfach zu definieren, was so ein Individuum ausmacht, und jede Charaktereigenschaft getrennt und unabhängig zu überprüfen, scheint mir nicht möglich. Deshalb ist das Thema meiner Ansicht nach auch ideal für einen philosophischen Diskurs. |
| Schattenreflex | Man sagt ja nicht umsonst "A ist stark durch seinen Charakter geprägt". "Geprägt sein" beschreibt nun etwas passives, also einen Vorgang verursacht durch andere, eine Reaktion. Natürlich sind die Verhaltensweisen Neugeborener nicht untereinander identisch, was ja den Glaube an eine Art genetische "Vorbelastung" nahelegt. Dieses Urstadium des Charakters ist meiner Meinung nach aber noch völlig formlos und gewinnt erst mit zumehmender Urteilskraft eines Menschen an Festigkeit. Der jedoch instabilste Punkt dieser Entwicklung scheint mir während der Pubertät erreicht, wenn eine überspitzte Wahrnehmung der Dinge objektives Urteilsvermögen verschleiert. Während der Pubertät stellt ein Mensch seine Werte/Ideale/Normen - wie auch immer man sowas nennen mag - auf allerstrengste Proben. Erst, wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist und die Person auf die "Tests" eine für sich schlüssige Antwort gefunden hat, kann sich der Charakter festigen. Das heißt nicht, dass er unveränderbar bleibt, denn - wie ja bereits erwähnt wurde - spielen äußere Einflüsse ein Leben lang die entscheidende Rolle. Dabei übt dann wiederum jeder Mensch mit seinem eigenen Charakter "Druck" auf andere aus. "A besitzt einen prägenden Charakter". Der mittellangen Rede kurzer Sinn liegt nun darin begraben, dass die Ausprägung eines Charakters - in meiner Vorstellung - ein ständiges Wechselspiel zwischen äußerem Druck der anderen und eigener Auffassung, bzw. Abwägung ist. |
| Aenwyn | [QUOTE][i]Original geschrieben von Schattenreflex [/i] [B]Der jedoch instabilste Punkt dieser Entwicklung scheint mir während der Pubertät erreicht, wenn eine überspitzte Wahrnehmung der Dinge objektives Urteilsvermögen verschleiert. [/B][/QUOTE] Ah ja, und da kommen dann auch die Hormone ins Spiel, deren Zusammenspiel eben auch charakterprägend ist. Die Erfahrung, daß man sich charakterlich verändert, wenn das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht gerät, war es dann auch, die mich meine Vorstellung von Persönlichkeit hinterfragen ließ, und auch ziemlich verunsichernd wirkte... [QUOTE][i]Original geschrieben von Schattenreflex [/i] [B]Der mittellangen Rede kurzer Sinn liegt nun darin begraben, dass die Ausprägung eines Charakters - in meiner Vorstellung - ein ständiges Wechselspiel zwischen äußerem Druck der anderen und eigener Auffassung, bzw. Abwägung ist. [/B][/QUOTE] Interessanter Aspekt, leuchtet auch ein. Ich war bisher allerdings davon ausgegangen, daß es eine individuelle Persönlichkeit gibt, die in ihren Grundzügen festgesetzt ist, deren charakterliche Ausformung davon zwar auch nicht unabhängig ist, aber dann als Reaktion auf Erlebtes stattfindet. So heißt es ja auch im Englischen bei unangenehmen Erlebnissen: "It builds character." |
| Any Body | auf die eingangsfrage hätte ich folgende definition anzubieten: [quote][size=1]quelle: xipolis.net[/size] [b]Charakter:[/b] relativ stabile, kennzeichnende Persönlichkeitszüge, die die Individualität eines Menschen ausmachen. Der C. formt sich aus angeborenen Anlagen, vielfältigen Erziehungseinflüssen und individuellen Lebenserfahrungen [/quote] ähnliches wurde hier bereits auch benannt. einem menschen mit sicherem auftreten wird meist bei oberflächlicher betrachtung ein starker charakter zugeordnet, einem menschen, der unsicherheit seinem gegenüber ausstrahlt, wird bei kurzzeitiger betrachtung als schwächling betitelt. menschen mit bestimmten wesenszügen werden in entsprechende "schubladen" gesteckt, gegen die sich diejenigen selten wehren können. .. weiteres wurde auf nachtwelten bereits mehrfach diskutiert... insofern werde ich einmal ein wenig die boardinterne suchmaschine aktivieren und die linkverweise später nachreichen... grüße am morgen Any B. PS. nun denn, keine linkverweise, sondern einfach nur ein paar nachträgliche gedanken. also persönlichkeiten, sind u.a. für mich auch menschen, die aufgrund der erkenntnis einer bestimmten neigung, dieser auch versuchen nachzugehen. beispielsweise die musiker - hier auf nachtwelten momentan besonders auffallend: nordy und solstice - oder die künstler wie beispielsweise creobotra oder crayon, oder auch h-nu, der durch seine beiträge zu einem doch eher pikantem und privaten thema zu informieren versucht hat... es gibt noch weitaus mehr nic's hier auf nachtwelten, die durch ihre einzigartigkeit besondere charaktere (für mich) darstellen. .... PPS. ein erster link: [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=826366&highlight=Pers%F6nlichkeiten#post825045[/url] |
| captured | Ich denke Any Body hat es auf den Punkt gebracht. Charakter ist relativ :D Es ist also blos eine Frage der Definition, wobei jeder eine andere haben darf, man muss es nur ´vorher definieren, wenn man davon trifft. Ich Folge immer noch der Definition von S. Freud, der ja dieses Instanzenmodell aufgestellt hat. Danach ist der Charakter: introjizierte Normen, die aus dem "Über-Ich"(den Eltern, den Lehren, den Chaffs, den Authoritäten) und der "Wirklichkeit"(Freunde, Umwelteinflüsse) aufgenommen wurden. |
| InBlackTears | Naja, wenn man von Freud ausgeht, würde dann das "Es" wohl alles Angeborene darstellen. (Also, da das "Es" ja für die Triebe und Wünsche, irgendwie für die Natur steht und Wünsche wie "Ich will jetzt Süßes essen!" nicht durch äußere Einflüsse entstehen, sondern höchstens angeregt werden, fänd ich das logisch. Schließlich werden auch die meisten lebensnotwendigen Dinge in der Natur den Tieren angeboren. Andere dagegen, wie z.B. dass Delfine an die Wasseroberfläche müssen um zu atmen, nicht, also ist es wieder geteilt.) Und beim "Ich" sagte schon Freud, dass diesem "Vermittler" manche Fähigkeiten angeboren sind, manche jedoch erlernt werden. Aber jetzt mal ganz losgelöst von Freud, viele haben ja schon gesagt, dass Eigenschaften sowohl vererbt als auch gelernt werden. Aber ich kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass Charakterzüge wie nachdenklich sein oder dergleichen vererbt werden können. Dass das genauso wie bei äußeren Merkmalen mit Aminosäuren funktioniert, ist irgendwie.. weiß nich... merkwürdige Vorstellung. Die Anlagen müssen natürlich dasein, aber die sind wohl in fast allen Menschen vorhanden. Die einzigste Möglichkeit das herauszufinden wäre ein äußerst unmenschlicher Versuch und der ist nun gegen die menschliche Moral (, die garantiert anerzogen ist.. ;) Das Thema lässt mich nicht mehr los..*grübel*) Naja, auf jeden Fall lässt sich das wohl nicht vollständig ergründen, denk ich. |
| Aenwyn | [QUOTE][i]Original geschrieben von InBlackTears [/i] [B]Aber ich kann mir irgendwie nur schwer vorstellen, dass Charakterzüge wie nachdenklich sein oder dergleichen vererbt werden können. Dass das genauso wie bei äußeren Merkmalen mit Aminosäuren funktioniert, ist irgendwie.. weiß nich... merkwürdige Vorstellung. Die Anlagen müssen natürlich dasein, aber die sind wohl in fast allen Menschen vorhanden.[/B][/QUOTE] Das ist gewiß richtig, jeder Mensch hat das Potential, jeglichen Gefühlszustand zu erleben, aber es gibt eben doch meist die Neigung, das ein oder andere häufiger zu empfinden. Das könnte man hormonell gewiß erklären, und die Feinstruktur des individuellen Hormonsystems als genetisch festgelegt zu sehen, erscheint auch nicht mehr merkwürdig, oder? Mir scheint, daß der Einfluß der Hormone auf Fühlen und Denken gemeinhin stark unterschätzt wird. |
| InBlackTears | Danke, Aenwyn, das hatte ich irgendwie nicht berücksichtigt. Jetzt ist halt nur noch die Frage, wie weit das nun mit der Vererbung zusammenhängt, d.h. in wie weit eine Art "Grundriss" vom Hormonsystem vererbt wird. Wäre irgendwie merkwürdig, wenn gewisse Gefühle und deren Neigung dominant vererbt werden... Außerdem, wenn sie genau wie äußere Merkmale vererbt werden würden, so müssten sie mit manchen anderen Merkmalen zusammen vererbt werden. (Zur Erklärung: Bei 46 Chromosomen, die der Mensch hat, also 23 x ein homologes Chromosomenpaar, liegen immer mehrere Merkmale auf einem Chromosom.) Das fände ich irgendwie doch relativ merkwürdig, wenn z.B. Nachdenklichkeit mit kleinen Füßen vererbt werden würde... :rolleyes: |
| Aenwyn | [QUOTE][i]Original geschrieben von InBlackTears [/i] [B]Danke, Aenwyn, das hatte ich irgendwie nicht berücksichtigt. Jetzt ist halt nur noch die Frage, wie weit das nun mit der Vererbung zusammenhängt, d.h. in wie weit eine Art "Grundriss" vom Hormonsystem vererbt wird. Wäre irgendwie merkwürdig, wenn gewisse Gefühle und deren Neigung dominant vererbt werden... Außerdem, wenn sie genau wie äußere Merkmale vererbt werden würden, so müssten sie mit manchen anderen Merkmalen zusammen vererbt werden. Das fände ich irgendwie doch relativ merkwürdig, wenn z.B. Nachdenklichkeit mit kleinen Füßen vererbt werden würde... :rolleyes: [/B][/QUOTE] Was da mitunter auf einem Chromosom vereint ist, ist nun mal merkwürdig. Abgesehen davon ist das Hormonsystem komplex genug, daß man davon ausgehen kann, daß so ziemlich jedes Chromosom eine Komponente abbekommen könnte. Man braucht Gene für Rezeptoren, die eigentlichen Hormondrüsenzellen und deren Komponenten zur Hormonherstellung, -ausschüttung usw., wobei es sowohl die eigentlichen Hormone gibt, als auch Hormone, deren Funktion es ist, ebenjene zu stimulieren, dazu muß ja beständig die aktuelle Hormonkonzentration gemessen werden, dafür werden sicher auch diverse Proteine benötigt. Ich würde mal schätzen, daß man schon einige hundert Gene braucht für die Geschichte... Da ist dann ein Merkmal am Ende derart polygen, daß das Konzept dominant-rezessiv nicht mehr greifen dürfte. |
| ReinGarNichts | EIn weiterer Faktor ist sicherlich die Links/Rechts/Beidhändigkeit. Jene ist angeboren und wirkt auch gravierend auf die Denkweise des Menschen... Rechtshänder sind generell rationaler , Linkshänder eher emotional (das ist jetzt sehr generell ausgedrückt. Es gibt natürlich auch emotionale Rechtshänder, die in Mathe eine Null sind... Aber das ist so der Normalfall.) Und die "Händigkeit" wird ja auch durch die Gene festgelegt... Na gut, Musiker werden früher oder später sowieso Beidhänder. Und enden im absoluten Chaos *grinst* |