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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Die Zeit
shaiyaDie Zeit ist meiner Meinung nach nur eine Maßeinheit die der Mensch erschaffen hat. Wenn mich jemand fragt ob ich die Zeit beeinflussen kann und er will mir nicht glauben, das ich das kann, dann ist das wieder einmal ein Beweis für die Grenzen die der Mensch sich selbst erschaffen hat.
Angenommen ich stehe unter großen Zeitdruck und ich muss noch schnell etwas schaffen, dann ist es ganz natürlich das man diese Arbeit entweder gar nicht oder nur mit großer Not schafft.
Das Problem liegt einfach darin das der Mensch sich selbst im Weg steht. Er hat sich selbst all diese unsichtbaren Grenzen aufgebaut. Er schrenkt sich in seinen denken drastisch ein wenn er nach den Richtlinien seiner "Grenzen" lebt wie z.B. Maßeinheiten, Logik, Zeit, Glaube etc. Wenn ich ganz offen in jederlei hinsicht bin, und mich damit abfinde das etwas immer da ist oder schon immer da war
(Was der Mensch mit sein kleinen Hirn nicht begreift, da es bei ihn nur ein Anfang und ein Ende gibt und es bei ihm nicht weiter geht >in jederlei hinsicht< sobald eine Grenze [des Begreifens??] in ihn auftritt)
dann kann ich alles in einen gewissen Zeitraum schaffen, was ich schaffen will, egal wie kurz er ist.
Mal so gesehen:
Besitze ich nur noch eine Minute, für irgentwas, und ich weiß das ich nur noch eine Minute habe, weil ich auf die Uhr schaute (und mich somit unter Zeitdruck setzte), bekommt man im Unterbewußtsein schon allein ein (Zeit)Druck den ich ausgesetzt bin und mir damit eine Qualitätsgrenze setze. weil ich also weiß ich habe nur noch eine Minute, denkt man gleich "Schrecklich, nur noch 60 sek.!" und vor lauter Druck schafft man weniger oder gar nichts, weil man verunsichert wird.
Wenn ich gar nicht erst auf die Uhr schaue und mir fest vor nehme "bis zu diesen Zeitpunkt schaff ich das 100%" nehme ich mir diesen Zeitdruck, weil ich nicht mehr an ihre Daten gebunden bin, wenn ich nicht auf die Uhr schaue. Und wenn ich nicht weiß das ich nur noch eine Minute habe und es aber irgentwann doch so sein wird, dann setze ich mich gar nicht weiter unter Druck und ich schaffe in dieser letzten Minute viel mehr als irgentein anderer.
Weshalb glaubt ihr kommt der Spruch, wenn man sagt "Ich habe keine Zeit": "Dann nimm dir einfach mal die Zeit!"In jeden Wort dieser Welt steckt ein Körnchen Wahrheit.

In meinen Augen sollte der Mensch in der heutigen hektischen und stressigen Zeit einfach mal sich nicht so oft an die Uhr und die Zeit binden...
Man kann sie beeinflussen, die Zeit ist eine Grenze die der Mensch sich selber geschaffen hat.
In der Ruhe liegt die Kraft- auch in der Wirklichkeit.

Schreibt mir eure Meinung dazu.

In aller bescheidenheit
[COLOR=purple]shaiya[/COLOR] ;)
Achaiahnja, ohne die maßeinheiten die wir uns selber setzen, ginge es wohl nicht... denn ohne maßeinheiten könnten wir nichtmal irgendetwas bauen.
dinge müssen gemessen werden, damit etwas funktioniert.
und somit auch die zeit.
klar, wenn ich mich nicht unter druck gesetzt fühle, dann schaffe ich mehr.
aber ohne zeit könnte ich den termin auch verpassen, und dann war alles für die katz.
also ich denke schon, das man zeit braucht. und eine gute erfindung ist sie sowieso. *gg*

(die zeit ist allerdings nicht nur ein konstrukt des menschen. die einteilung von zeit ist es.
die zeit ansich ist ein wesentlicher bestandteil unseres universums. ohne zeit würde sich nichtmal etwas bewegen.
auch wird zeit, bzw die raumzeit, von geschwindigkeit und masse beeinflusst.
somit ist sie also doch real vorhanden.)


Gruß, Achaiah
AiryAuchg in der Gefahr hier als Newb da zu stehen, habe ich folgendes kurz ein zu werfen: Ich hasse hektische Leute in U-Bahnen, denn das ist das dümmste überhaupt. Als wenn man durch die Hektik noch schneller ans Ziel kommen könnte. Wenn ich im Stress bin, nutze ich die Bahn oder de Bus als Kraftauftankung.

Was ich wiederum sehr gut kann ist, unter Druck aufräumen.
ShacklesOfFearHach, mein geliebtes Diskussionsthema "Zeit" :D

Ich bin ebenso, wie shaiya der Meinung, dass die Zeit nur eine vom Menschen festgesetzte Größe ist. Ich gehe sogar ncoh weiter, und behaupte, die Zeit als solches existiert nicht einmal.
Das was wir als Zeit bezeichnen, ist in meinen Augen nur die Bewegung des Raumes. Es gibt also nicht "Zeit und Raum", sondern nur den Raum. Er ist sichtbar (ok, keine Notwendigkeit um zu existieren... :) ), besteht aus verschiedenen Bestandteilen (könnte mir einer hier erklären, woraus die zeit bitte besthen sollte? wenn ja, dann überdenke ich meine Meinung sogar nochmal ;) ), er dehnt sich aus bzw zieht sich zusammen. Und eben diese Bewegung des Raumes ist es dann, die wir mit dem Begriff "Zeit" bemessen.
Aber gut, das ist meine Meinung, und bisher ist mir noch keiner untergekommen, der sie verstanden hat :D

Allerdings stimme ich trotz allem Achaiah zu. Ohne Zeit wären wir ebenfalls völlig aufgeschmissen. Natürlich arbeitet der ein oder andere ohne Druck effektiver, als wenn er ständig auf die Uhr schauen würde. Aber ohne eine konkrete Terminvorgabe würde wohl niemand mehr etwas machen (juchu Anarchie.. ^^ *g* nein, bloß nicht...).
Die Frage ist dann also eher, wie nutzen wir unsere Zeit - und da hast du, shaiya, vollkommen Recht - wir sollten uns mehr auf die Ruhe besinnen, denn damit lebt es sicher um einiges leichter.
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von ShacklesOfFear [/i]
[B]Ich gehe sogar ncoh weiter, und behaupte, die Zeit als solches existiert nicht einmal.
[/B][/QUOTE]
na dann versuche mal jetzt ohne die existenz von "zeit" an morgen oder gestern zu denken. :cool:
ShacklesOfFear[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]na dann versuche mal jetzt ohne die existenz von "zeit" an morgen oder gestern zu denken. :cool: [/B][/QUOTE]

*schmunzel* nein, so meinte ich das ja gar nicht. Ich dachte eher an die Zeit, als etwas greifbares, so wie den Raum. Wie gesagt, ohne diese Bestimmung des Menschen, dass es eben die Zeit geben soll, könnte ich schlecht daran denken, dass ich morgen zum Fotografen muss... *grinz*
Nur ist der Raum an sich ja etwas, dass der Mensch nicht geschaffen hat, die Zeit jedoch nur von ihm erdacht wurde, um der Bewegung des Raumes einen Namen zu geben. Oder um eben an den Fotografen morgen zu denken :D
So sehe ich das, aber wie gesagt ist mir da bisher noch keiner nachgekommen... ^^
Achaiah@ShacklesOfFear:

hmm... ich glaub da komme ich noch mit.
demnach würde sich zeit dadurch deffinieren, das zb die erde, die sich um die sonne und damit durch den raum bewegt, durch eben diese bewegung die zeit selber erschafft?
nja, ansich gefällt mir der gedanke...
es erklärt auch warum die zeit je weiter man von der erde bzw einem anderen masse-objekt entfernt ist langsamer vergeht.
wow, das klingt echt gut.
aber irgendwas daran stört...
eine dikussion darüber wäre aber vlt ein wenig zu ot.



Achaiah
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von ShacklesOfFear [/i]
[B]um der Bewegung des Raumes einen Namen zu geben. [/B][/QUOTE]
man muss schon genau definieren: die bewegung des raumes, oder die bewegung IN dem raum?

letztlich ist es doch so, dass die bewegung von a nach b in einem raum dauert. und das, was es dauert, heisst zeit. es ist nicht die bewegung selbst, noch der raum, in dem diese bewegung ausgeführt wird. es ist DIE ZEIT, die es braucht, sich IN dem raum VON A NACH B zu bewegen...
Achaiahdecay73, es kommt hierbei auf die deffinition an.
wenn ich nun sagen, das die bewegung des raumes oder die bewegung im raum zeit erst ausmacht, dann sind die aussagen richtig.

zumindest das bewegung die zeit beeinflusst, wissen wir seit einstein.
je schneller man ist, desto mehr verändert sich die zeit.
und lichtgeschwindigkeit bedeutet dann faktisch den stillstand der zeit.

nehme ich nun noch den fakt, das sich das universum immer weiter ausdehnt, und sich damit der raum bewegt, und wir uns auf der erde durch den raum, dann liegt der gedanke nicht all zu fern, das man sich vorstellen kann das es ohne bewegung keine zeit gibt.
also das die bewegung die zeit deffiniert, und nicht umgekehrt.

was die bewegung von a nach b anbelangt: sie dauert so lange, wie es das umfeld bestimmt.
dazu zählt die geschwindigkeit, die masse des sich bewegenden objekts, die evtl in der umgebung vorhandene masse und die lokale lichtgeschwindigkeit.
und damit bestimmt der raum die zeit, die man für diese bewegung braucht.
denn: je schneller desto mehr masse.
lichtgeschwindigkeit variiert je nach dem obs grad ein vakuum ist oder was auch immer.
also hängt die dauer von der masse in unserem systems ab.


Gruß, Achaiah
Evillight[QUOTE][i]Original geschrieben von decay73 [/i]
[B]na dann versuche mal jetzt ohne die existenz von "zeit" an morgen oder gestern zu denken. :cool: [/B][/QUOTE]
Kein Problem, es gibt kein morgen, oder gestern: :p

Das Jetzt dauert dreißig Millisekunden. Dreißig Millisekunden braucht das Gehirn, um zwei Reize
voneinander zu unterscheiden. Innerhalb dieses Zeitraums werden Informationen als gleichzeitig
behandelt. Es gibt während dessen kein Vorher oder Nachher, es ist eine Phase von Zeitlosigkeit.
Das Jetzt ist das Einzige, was wirklich und ewig existiert.

Wie soll diese Phase denn vergehen ? Wenn überhaupt vergeht das Jetzt mit einer Millisekunde pro Millisekunde -
doch schon ist man wieder bei der Erkenntnis, dass man Zeit nicht erklären kann, ohne Zeit vorauszusetzen.

Die Zeit ist jedoch nur eine Einbildung. Der Grund dafür ist einfach: Es ist noch nie etwas in der Vergangenheit
passiert und es wird auch nie etwas in der Zukunft geschehen. Alle Dinge geschehen in der Gegenwart.
Auch die Dinge der Vergangenheit waren Gegenwart, als sie geschahen. Jetzt existiert ggfls nur noch
eine Erinnerung an die vergangenen Ereignisse. Das Erinnern aber ist wieder ein Ereignis im Jetzt.

Auch Zukunft existiert nur in Form von Vorstellungen, Planungen und Projektionen. Jedes Vorstellen und Planen
geschieht aber im Jetzt. Die Zukunft ist so lange unwirklich, bis sie zur Gegenwart geworden ist. Bis dahin sind
nur die Planungen wirklich.

Die ewige Gegenwart ist der Raum, in dem sich dein ganzes Leben abspielt, die einzige Kraft, die beständig ist.
Es gibt keine andere Zeit außer diesem Augenblick. Oder, in der knappen Sprache des Zen formuliert:
Wenn nicht jetzt, wann dann?
decay73@evillight:
wenn du schon den zen-buddhismus ins spiel bringst, dann solltest du nicht bei der begrifflichkeit von ‘zeit’ stehen bleiben. so knapp ist die sprache im zen gar nicht. die eigenschaft von ‘zeit’ geht aber im zen über seine übliche begrifflichkeit hinaus.

shodo harada roshi sagt in seinem buch “zen und zeit”, dass es drei arten von zeit gibt:
[quote][b]“es gibt die zeit, die von der vergangenheit über die gegenwart in die zukunft geht. es gibt die zeit, welche von der zukunft in die gegenwart, und die, welche von der gegenwart in die gegenwart läuft. unser leben, so wie es ist, ist die zeit, welche aus der vergangenheit in die zukunft läuft. wir werden geboren, wachsen heran, werden langsam älter und sterben dann. wir alle verstehen diesen fluß der zeit von gestern nach heute und morgen.”[/b][/quote]
demnach ist zeit also wie der fluss, der den raum von gestern über heute nach morgen durchfliesst. du siehst also, dass auch im zen zeit seine zeit braucht.

und dogen zenji, der verfasser des shobogenzo, dem grundlegenden buch des zen-buddhismus, sagt:
[quote][b]„berge sind zeit, ozeane sind zeit. ohne die zeit könnten berge und ozeane nicht existieren: ihr sollt niemals bestreiten, dass die zeit hier und jetzt in den bergen und in den ozeanen existiert.“[/b][/quote]

und in dem kapitel “uji, die sein-zeit” wird klar, dass zeit ‘sein’ ist (nicht raum).
[quote][b]”jeder mensch und jedes ding in diesem ganzen all sind je für sich allein stehende augenblicke der zeit. so solltet ihr es sehen. kein ding behindert ein anderes ding und kein augenblick behindert einen anderen augeblick.”[/b][/quote]

d.h. alles existiert innerhalb eines augenblicks, aber das sagt noch nichts über das wesen der zeit aus. es gibt natürlich dennoch ein vorher und ein nachher durch die aneinanderreihung von augenblicken.
aber zu dem augenblick, als du etwas in der vergangenheit getan hast, war es der augenblick, an dem du dich in dem jetzigen augenblick erinnerst. beides ist nicht vergangen, aber auch nicht derselbe augenblick.


oder: die unendlich vielen unabhängigen augenblicke durchfliessen die zeit wie ein fluss, aber jeder augenblick ist immer gegenwärtig. sein-zeit ist eine kette von -gleichzeitig auch für sich allein bestehenden- augenblicken von heute nach morgen, von heute nach gestern, von heute nach heute und von morgen nach morgen, usw.
der mensch jedoch nimmt lediglich in einem augenblick das aufblitzen der sein-zeit wahr. aber was der mensch wahrnimmt, ist nicht automatisch das wesen der zeit. ;)

@achaiah:
ich glaube ich habe dich jetzt verstanden... :)
also die zeit wird durch den raum definiert. soweit so klar. aber die zeit ist nicht vom menschen erschaffen, wie es shaya postulierte. er hat da nur einen namen für ein phänomen vergeben. ;)
ShacklesOfFear@Achaiah
Ich fühle mich verstanden :D
*dir die hand schüttel*


@decay
Mit Raum meinte ich auch nicht unbedingt nur den Raum in dem man von A nach B gehen kann. Als Raum bezeichnen sich ja auch Gegenstände..
Ein Beispiel: Der Baum - er wächst, ist Teil des Raumes, in dem er steht, ist selbst Raum... Und eben diese Bewegung (sein Wachstum) messen wir mit dem Begriff Zeit.
Ich streite also nicht ab, dass wir diesen Begriff benötigen - natürlich brauchen wir ihn. Aber er ist eben nur eine erfundene Variable.
Und letzendlich, wie Achaiah auch meinte, ist es egal, ob der Raum sich bewegt, ob sich etwas in dem Raum bewegt. Denn wie gesagt, mit Raum meine ich auch Gegenstände etc. Demnach ist also die Bewegung dieser das, was wir mit der Zeit messen.
Ja ok, die Definition meines Raumes dürfte für manchen etwas abstrakt anmuten, aber wenn mich nicht alles täuscht, existiert solch eine Definition des Raumes sogar.

@Achaiah
[quote]nehme ich nun noch den fakt, das sich das universum immer weiter ausdehnt[/quote]
ok, da melde ich jetzt ganz große Widersprüche an! Es ist nicht bewiesen, dass sich das Universum ausdehnt. Es gibt genügend Thesen, die dagegen sprechen. Aber gut, das würde jetzt definitv OT werden :D

@Evillight
Ja, dein Beitrag ist gar nicht so abwegig. Dinge die passieren, geschehen nun einmal im Jetzt. Vergangenes ist Erinnerung, Zukünftiges nur vage Vorstellung...
Aber du bezeichnest das Vergangene, gibst ihm einen Moment, in dem es geschah. Und somit zeigst du, dass es einen zeitlichen Unterschied gibt.
Verstanden soweit?
Ich hoffe, denn ehrlich gesagt habe ich grad meine Faden verloren... :D

Aber interessantes Thema, schade nur, dass shaiya nichts mehr sagt ^^
decay73[QUOTE][i]Original geschrieben von ShacklesOfFear [/i]
[B]Ich streite also nicht ab, dass wir diesen Begriff benötigen - natürlich brauchen wir ihn. Aber er ist eben nur eine erfundene Variable.
[/B][/QUOTE]
na dann sind wir uns ja schon sehr nahe. was ich nicht begreife ist, was du gegen den begriff "zeit" hast. es ist ein begriff wie "geschwindigkeit" auch ein phänomen, welches beschrieben bzw. bezeichnet werden will.

und zum raum: meinst du damit eigentlich die eigenschaft (im sinne von raumgreifend, raumumfassend, raumbeanspruchend) oder das ding (den raum an sich)?
ShacklesOfFear[quote]was ich nicht begreife ist, was du gegen den begriff "zeit" hast.[/quote]

ja, eben das habe ich mich auch grad gefragt. *schmunzel* hatte grad eine kleine unterhaltung mit meiner mutter zu diesem thema.
ich hänge ehrlicherweise auch grad in meiner theorie ziemlich fest. werd wohl erstmal ne nacht brauchen um mir alle argumente mal richtig durch den kopf gehen zu lassen. denn völlig unschlüssig ist keines dieser argumente... ^^

und ich habe grad bemerkt, dass ich wohl nur ein problem damit habe, weil ich es nicht wirklich greifen kann. verstehst du? ich kann die zeit nicht greifen - kann sie weder wörtlich gesehn anfassen, noch im übertragnen sinne begreifen...aber wie gesagt, ich werd mal ne nacht drüber schlafen ^^
shaiyaIch grüße euch alle zusammen...

Ich hätte mich gerne schon eher gemeldet und meine einzelnen Kommentare zu euren tollen Texten gegeben, aber leider wurde ich gestern ins Krankenhaus gebracht und bin erst heute heim.
Es hat eine weile gedauert bis ich wieder hier vorbeischaute, weil es mir sehr schlecht geht da ich mein Kind verloren hab. Ich war in der 9.Woche.... der verlust ist grausam...es tut weh.
daher entschuldige ich mich auch für meinen winzigen Antwort Kommentar auf so schöne lange Texte, ich fühl mich schlecht dabei
ich bin glücklich das ihr so umpfangreich zu meinen Thema reagiert habt
Als ich die erste Nachricht von ShacklesOfFear gelesen hab hat er genau das alles so in Worte verfasst wie ich das alles meinte. Ich bin überwältigt wie gut ihr meine Gedanken in Worte fassen könnt... genau das wollte ich sagen, nur bin ich schlecht im Ausdruck und konnte so nur einen Bruchteil meiner Gedanken wiederlegen.
Ich hoffe wir "hören" uns bald wieder, ich brauch noch etwas Zeit, das versteht ihr sicher.

Liebe Grüße

Shaiya
ShacklesOfFear*nur mal kurz darauf verweisen möchte, dass ich weiblich bin*

Aber ich freue mich trotzdem von dir lesen zu dürfen. Auch wenn es unter Umständen geschieht die für dich sicher keinesfalls einfach sind.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit.
darkmavFür "Zeit" gibt es mehrere Interpretationen:

- Ein in bestimmte Gleichungen (beispielsweise Schrödingergleichung) eingeführter Parameter, um vorher von gleichzeitig und nachher unterscheiden zu können. In der Quantenmechanik gibt es [B]keinen[/B] "Zeitoperator", so wie es einen Orts- oder Impulsoperator gibt.

- Eine Extradimension, die mit den räumlichen Dimensionen zu einer gemeinsamen Raumzeit verknüpft ist. Die Einsteinschen Relativitätstheorien machen davon Gebrauch.

Was stimmt nun? Ich tendiere zur zweiten Interpretation, obwohl noch keiner geschafft hat, die QM und ART zu verheiraten.
kotokPhysikalisch gibt es die Zeit, sie ergibt sich aus dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik.
Ich bin auf diesem Gebiet (leider) kein Experte, und sicherlich sind in diesem Forum Leute, die sich besser damit auskennen, aber ich werde einmal versuchen zu verdeutlichen, was gemeint ist.


Erst einmal ist es wichtig zu wissen, dass Wärme eine Art von Energie ist. (Bewegungsenergie der einzelnen Molekuele im Koerper).
Ausserdem geht NIE Energie verloren, und es entsteht NIE Energie aus dem Nichts (erster Satz der Thermodynamik)

Nun einige einfache Beispiele:
-Wärme teilt sich immer von heissen Regionen zu kalten Regionen aus, bis zum Ausgleich der Temperatur. Man hat noch nie beobachtet, dass dass sich die Wärme in eine andere Richtung bewegt haette.
-Fällt eine Tasse vom Tisch, so wird ihre potentielle Energie nach und nach in Bewegungsenergie umgewandelt (während sie fällt), und am Boden entlaedt sich diese Energie wieder in der Verformung und Zerstoerung der Tasse, und der Boden wärmt sich durch den Impakt sehr geringfuegig auf. (nach dem 1. Satz der Thermodynamik geht ja nichts der urspruenglichen Energie verloren).
Niemand hat bisher beobachtet, dass eine zerbrochene Tasse plötzlich vom Boden wieder auf den Tisch springt, obwohl der Boden, auf dem die Tasse liegt, über genügend Energie (in Form von Wärme) verfuegt, um dies zu tun.
-....
Diese einfachen Beobachtungen führen zu einer ersten Formulierung des 2. Satzes, die die zeitliche (da haben wir's ja...) Entwicklung von natuerlichen Prozessen beschreibt:

Alle natuerlichen Prozesse, die sich ohne Einwirkung eines externen Faktors spontan ereignen sind irreversibel.

Man kann diesen zweiten Hauptsatz noch auf andere Weise ausdruecken:

In einem reversiblen Prozess bleibt die Entropie des isolierten Systems erhalten, in einem irreversiblen Prozess steigt die Entropie des isolierten Systems an.
Es ist schon sehr viel Tinte geflossen, um zu erklären was Entropie heisst. Man kann die Entropie leicht rechnen, es ist ein Integral, zwischen 2 Grenzen a und b, dessen Wert nur von den Grenzen a und b abhängt. Es ist also unabhängig vom Weg, ueber den man integriert. Es läuft darauf hinaus, dass es nur vom Anfangs- und vom Endzustand abhängt; nicht davon, was "dazwischen" passiert.
Nun ist diese Entropie wichtig, weil man mit ihrer Hilfe rechnen kann, wie wahrscheinlich ein Zustand ist.

Es folgt eine weitere Formulierung des 2. Hauptsatzes: Ein isoliertes System strebt immer seinen Zustand der grössten Wahrscheinlichkeit an. Das ist der Zustand der grössten Entropie.
(Ein einfaches Beispiel, um dies zu veranschaulichen: wir haben 2 Gasbehälter, gefuellt mit 2 verschiedenartigen Gasen. Sie sind am Anfang getrennt. Verbindet man sie nun, so werden die beiden Gase sich vermischen. Man spricht von Diffusion, so funktionniert uebrigens auch unsere Atmung... Man hat aber noch nie beobachtet, dass 2 gemischte Gase sich ohne äusseren Einfluss "getrennt" haben...)

Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik erlaubt es also, die Evolution des Universums zu beschreiben. Wir wissen, dass sämtliche irreversiblen Prozesse, die sich abspielen, die Entropie zu erhöhen. Genau das gibt der Zeit ihre Richtung.
Das alles steht nicht im Widerspruch zur Relativitaetstheorie.
Die Einteilung der Zeit in Sekunden, Minuten, Studen etc, geht natuerlich auf den Mensch zurueck. Jedoch nicht die physikalische Grösse "Zeit", genau so wenig wie die Richtung dieser Zeit. Sie ist eine physikalische Groesse, ohne die man das Universum nicht beschreiben kann.

kotok
Rose-of-Silence@Kotok: :eek: wenn ich jetz sagen würde, das habe ich verstanden, würde ich ganz arg lügen *immernochwörterimlexikonnachschlag*
aber ich glaube, du hast physikalisch erklärt, dass die dinge (und somit auch die zeit) die energie hätten, sich in ihren ausgangszustand zurückzuversetzen, es aber nicht tun, wodurch die zeit also immer gleichbleibend in eine richtung abläuft???

und der mensch hat diese zeit dann eingeteilt, nach dem wichtigsten ding für ihn, der sonne...

es gibt doch theorien (tatsachen?), dass im bereich größter masse und energie, also schwarzen löchern, raum und zeit verbogen werden. das geht nicht in mein kleines, menschliches hirn rein, ich kann mir raum nicht "verbogen" vorstellen und wie verbogene zeit "aussieht" erst recht nicht...

[QUOTE]Das waren nich glückliche zeiten, als man nach dem kalender lebte. Jetzt lebt man nach der uhr.(Alexandre Pierre Georges 1885-1957)[/QUOTE]

meiner subjektiven meinung nach sehr richtig, und das problem vieler neurosen auf dieser welt! der mensch ist nicht dafür geschaffen alles in 24 std erledigen zu müssen, aber die uhr gibt mir persönlich immer das gefühl das es doch so sein muss...

ich bin jetz nicht gegen die uhr an sich, wir brauchen sie ja wirklich, um das miteinander zu regeln, aber manchmal wünsche ich mir schon,dass die leute nicht sagen: in 24 std muss der entwurf auf dem tisch liegen, sondern: wenn der mond voll ist ^^

einfach alles bissi langsamer und auf die menschlichen bedürfnisse mehr zugeschnitten. aber seit erfindung von telefon und www werden arbeitsprozesse nicht mehr durch entfernungen begrenzt und somit muss alles sofort und auf der stelle gehen...sorry ich schweife ab zu globalisierung und informationszeitalter, off topic
zurück zur zeit!!! *laaangsaaaam davonflatter*
Kampfsau[QUOTE]meiner subjektiven meinung nach sehr richtig, und das problem vieler neurosen auf dieser welt! der mensch ist nicht dafür geschaffen alles in 24 std erledigen zu müssen, aber die uhr gibt mir persönlich immer das gefühl das es doch so sein muss... ich bin jetz nicht gegen die uhr an sich, wir brauchen sie ja wirklich, um das miteinander zu regeln, aber manchmal wünsche ich mir schon,dass die leute nicht sagen: in 24 std muss der entwurf auf dem tisch liegen, sondern: wenn der mond voll ist ^^

einfach alles bissi langsamer und auf die menschlichen bedürfnisse mehr zugeschnitten. aber seit erfindung von telefon und www werden arbeitsprozesse nicht mehr durch entfernungen begrenzt und somit muss alles sofort und auf der stelle gehen...sorry ich schweife ab zu globalisierung und informationszeitalter, off topic zurück zur zeit!!! *laaangsaaaam davonflatter*[/QUOTE]

Das Problem ist wohl scheinbar nicht,dass man keine Zeit mehr hat,sondern mehr zu tun hat.

Ein Bauer bestellt heute nicht sein Feld einfach so und hofft darauf,eine gute Ernte zu haben.

Heutzutage müssen viel weniger Leute die selbe Arbeit in weniger Zeit schaffen als früher.Der Bauer muss daher soviel wie möglich in kurzer Zeit produzieren und nebenbei vielleicht noch arbeiten und eine Familie versorgen.Er hat einfach keine Zeit dann noch Stunden lang auf irgendwenn zu warten.

Es gibt immer etwas zu tun.Das Problem ist dabei der 24 Stundentag.

Den Tagesrythmus nach der Rotation der Erde zu planen ist noch halbwegs natürlich aber nicht jeder funktioniert gleich.

Ich sehe die Zeit jedoch weniger physikalisch als subjektiv.Zeitreisen liegen noch in weiter ferne,die Theorie der Zeitreise die z.B. auf den Wurmlöchern basiert ist nicht umsetztbar,physikalisch bedeutsamen Einfluss hat nur die Reise zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt.Solange man das nicht ermöglichen kann,ist alles außer unser Bewusstsein nicht wichtig.

Die Zeit zu verlangsamen oder zu beschleunigen liegt nur in unserem Geist.Selbst wenn man z.B. durch ein Schwerkraftsfeld die Zeit verlangsamt,dann bewegen und denken wir vielleicht auch langsamer und würden das vielleicht gar nicht mitkriegen.

Und auch für den unwahrscheinlichen Fall,dass es möglich wäre frei in der Zeit zu reisen.

Dann gebe es all die theoretischen Probleme und Paradoxen die man auslösen könnte und vielleicht auch zwangsläufig würde.

Vielleicht könnte man manche Dinge nicht verhindern oder nur aufschieben oder würde der Menschheit keinen Dienst erweisen.

Wenn z.B. jemand dafür gesorgt hätte,dass der 2te Weltkrieg verhindert würde,dass z.B. Hitler und die NSDAP nie an die Macht kommen würden.Hätte man da wirklich das richtige getan?Natürlich kann man sagen zig Millionen Tote wären ein guter Grund dagegen was zu tun.Die Auswirkungen wären aber so weitreich und unvorraussehbar.

Ich glaube für manche Dinge ist es einfach Zeit uns Sie werden zwangsläufig passieren.

Es geht doch auch darum wie z.B. die Menschen im frühen 20ten Jahrhundert gelebt haben.Es könnte sein,dass der Konflikt ohnehin irgendwann entstanden wäre.Der 2te Weltkrieg hat die technologische Entwicklung voran gebracht von der wir heute profitieren.Computer wurden gebraucht um Atombomben zu entwickeln und Atombomben haben den Computer vorangebracht.
Die Bedeutung von Frieden wird einem erst wirklich klar,wenn man den absoluten Krieg erleben musste.Ohne dieses traumatische Erlebnis wäre man in Europa wohl viel leichtfertiger mit Konflikten umgegangen.

Dann hätte es vielleicht einen 2ten Weltkrieg in den 50ern oder 60ern gegeben und dann auch direkt mit Atomwaffen und noch schrecklicheren Methoden.

Man sollte nicht an der Zeit rumdoktorn sondern heute richtig zu handeln versuchen.
kotokHallo

@Rose Of Silence

Du sprichst die Verbiegung von Raum und Zeit an. Du hast Recht, das gibt es. Dieses Phaenomen wird von der Relativitaetstheorie beschrieben. Das ist aber sehr schwer zu erklaeren, und ich gebe auch offen zu, dass ich die Relativitaetstheorie nicht in allen Detailen kenne. Um sie richtig zu verstehen, muss man diese Gleichungen alle verstehen. Was aber sehr, sehr schwer fällt, ist diese Gleichungen in Worte zu fassen, um sie "anschaulich" zu machen. Wieso das so schwer fällt liegt, meiner Meinung nach, daran, dass die Aussagen der Relativitaetstheorie dem "gesunden Menschenverstand" zu widersprechen scheinen.
Die zentrale Aussage, die die Relativitaetstheorie über die Zeit macht ist folgende: Raum und Zeit sind relativ. Dieses Wort "relativ" kommt von "Relation", was soviel bedeutet wie "Verbindung". Raum und Zeit sind also voneinander abhängig. Je näher man sich an einer sehr grossen Masse befindet, desto langsamer verrinnt die Zeit. Ausserdem ist die Zeit von deiner Geschwindigkeit abhängig. Das ist so zu verstehen:
Angenommen, du fliegst mit einer Rakete im Weltall umher. Du bewegst dich sehr schnell. Fuer dich in der Rakete vergeht die Zeit weiterhin normal. Du bleibst zum Beispiel 10 Jahre an Bord dieser Rakete. Diese 10 Jahre vergehen fuer dich ganz normal, deine Uhr geht genau so schnell wie einst auf der Erde. Kommst du aber wieder auf der Erde an, so wirst du feststellen, dass auf der Erde beispielsweise 20 Jahre vergangen sind. (abhängig von der Geschwindigkeit der Rakete). Auch fuer die "Erdlinge" ist in der Zwischenzeit alles vollkommen normal weitergelaufen.
Um das wirklich zu "verstehen", ist sehr schwer. Man kann sich zwar mit dem Gedanken anfreunden, dass es so ist, aber es wirklich verstehen...? Schwierig...
Man kann das auch in einer Formel ausdrücken:
Du reist mit einer Geschwindigkeit v (v ist in Meter/Sekunde ausgedrückt),
und für dich vergeht die Zeit t. Die Zeit, die auf der Erde vergeht, nachdem fuer dich t vergangen ist, ist t0. c ist die Lichtgeschwindigkeit, sie betraegt 300.000.000 Meter/Sekunde. Dann sind die beiden "Zeiten" folgendermassen verknuepft:
t = t0*wurzel(1-v^2/c^2)
Um ein einfaches Beispiel zu geben: du reist mit 200.000.000 Meter/Sekunde. Fuer dich vergehen 90 Minuten. Dann vergehen auf der Erde: 2 Stunden!
Es ist also so, dass die Zeit fuer dich, in deinem Bezugssystem (sei das auf der Erde, oder auf einem anderen Planeten, oder in einer Rakete), die Zeit gleichmässig in eine Richtung abläuft. Es kommt zu "Verbiegungen", wenn du 2 Bezugssysteme hast, also beispielsweise eine Rakete und die Erde.
Das mit den schwarzen Loechern stimmt auch. Die Gesetze der Physik machen in einem schwarzen Loch keinen Sinn mehr. Man spricht von einer Singularitaet. So aus dem Stegreif raus kann ich dir das aber nicht erklaeren, da muesste ich mal etwas recherchieren ;)
Na denn, schönen Abend noch :)

kotok

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