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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Wahrnehmungsfähigkeit und Erkenntnisfähigkeit trainierbar?
skywalkerWahrnehmungsfähigkeit und Erkenntnisfähigkeit zählen zum kognitiven Denken und umfassen die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns auf verstandesmäßige Wahrnehmungen und Erkenntnisse.

Es existieren physische und intellektuelle Fähigkeiten die trainierbar sind. Ich bin der Überzeugung, dass auch diese Fähigkeiten hier ebenfalls trainierbar sind. Eine Veranlagung bzw. eine Begabung hinsichtlich der oben genannten Fähigkeiten steht hier nicht zur Debatte, da diese eine besondere Leistungsvoraussetzung hervorhebt.

Vielmehr dreht es sich darum, welche Prozesse, Zusammenhänge und Kriterien bezogen werden können, die eine Trainierbarkeit voraussetzen und ermöglichen? Wie und mit welchen Mitteln kann ich meine Wahrnehmungsfähigkeit und Erkenntnisfähigkeit weiterentwickeln bzw. fördern?

Nachträgliche Ergänzung: hinsichtlich des Philosophierens?

Gruß
BlackDragonUm sich über etwas zu unterhalten sollte man erstmal klar machen, was das denn ist.
Was verstehst Du unter Wahrnehmungsfähigkeit und Erkenntnisfähigkeit?
Ist Wahrnehmung die bloße Erscheinung oder schon die Verknüpfung mit dem Bewußtsein? Spielt die produktive Einbildungskraft dabei eine Rolle?
Ist Erkenntnis nur die Erkenntnis aus Erfahrung oder auch die Vernunfterkenntnis? Und welche Prozesse liegen der Fähigkeit zugrunde zu Erkenntnis zu gelangen?
Dazu sollte man erstmal eine Theorie zugrunde legen, um auf einen grünen Zweig zu kommen.

Grüße zur Nacht,
ein aufgrund einer Hausarbeit gerade ziemlich von Kant beeinflußter BlackDragon
skywalkerStopp, Stopp. Wir wollen nichts überstürzen. Eine Hausarbeit über Kant zu schreiben, erachte ich als sehr produktiv hinsichtlich der individuellen Horizonterweiterung, andererseits existieren gewisse Abgrenzungen zwischen diversen Kenntnisstufen hinsichtlich der gesamten Kapazität philosophischer Systeme. Damit ist das gezielte Ansprechen gemeint. Kaum den Raum der Philosophie betreten zu haben und zugleich alles auseinander nehmen, das ist ein bisschen possenreißerisch und löst den so genannten „(Schuss nach hinten) – Effekt. Die Erklärung folgt:
[QUOTE] Ist Wahrnehmung die bloße Erscheinung oder schon die Verknüpfung mit dem Bewußtsein? Spielt die produktive Einbildungskraft dabei eine Rolle?[/QUOTE]
Nun erstmal, Wahrnehmung ist keine Erscheinung, sie ist im Allgemeinen, der Prozess der bewussten Informationsaufnahme über die Sinne (Wikipedia). In dem Sinne von einer damit verbundenen Fähigkeit zu sprechen, die auch trainierbar sein soll, wäre hier ein wenig trivial, denn nur die Aufmerksamkeit dann in Frage kommt. Vielmehr handelt es sich, um die Auswertung der Informationen.

Erkenntnis bezeichnet das Ergebnis und den Prozess des Erkennens. Erkenntnis bezeichnet immer die Beziehung zwischen einem erkennenden Subjekt und etwas Erkanntem (Objekt) – Wikipedia. In dem Sinne bleibt es auch überflüssig wodurch die Erkenntnis gewonnen wird.

Kant macht es uns verständlicher: „so fängt denn alle menschliche Erkenntnis mit Anschauungen an, geht von da zu Begriffen und endigt mit Ideen“!!!

Gruß
Achaiahich denke, das zumindest die wahrnehmungsfähigkeit trainierbar ist.
nehmen wir mal einen bodygard als beispiel:
er ist ein musterbeispiel für einen sehr aufmerksamen menschen.
zumeist nimmt er soviele informationen zugleich auf, das er "alles im blick" hat.
diese wertet er im gleichen augenblick aus und handelt danach.
wer einmal gesehen hat, wie unglaublich schnell sich so einer auf eine veränderte situation einstellt, der weiss wovon ich spreche.
auch kampfsportler könnte man als beispiel anführen.
sie reagieren weitaus schneller als normale menschen.
auch hier wird die information wieder effektiver aufgenommen und verarbeitet.

an beiden benannten beispielen kann man nach meiner meinung sehen, das der prozess wahrnehmung->information->verarbeitung->reaktion trainierbar ist.
und dies muss ja nicht bloß aufs physisches reagieren beschränkt sein.
auch der "geist", also das bewusstsein kann man trainieren denke ich.
durch geziehlte anstrengung des selbigen, zum beispiel schwierige texte, starke selbstdisziplin, vlt sogar meditation, kann man diesen wohl trainieren.

ein anderer ansatz: dies geschieht ansich alles schon in frühester kindheit.
wir lernen mit der zeit unsere umwelt bewusster und besser wahrzunehmen.


So, ich hoffe das war nicht am thema vorbei *gg*


Gruß, Achaiah
LaChatte[QUOTE]Wahrnehmungsfähigkeit und Erkenntnisfähigkeit zählen zum kognitiven Denken [/QUOTE]

Hast du einen Grund, dich aufs Kognitive zu beschränken? Wahrnehmungsfähigkeit kann ja auch Empathie bedeuten, das Wahrnehmen von Gefühlen eines Menschen - und diese Wahrnehmung muss nicht unbedingt mit Worten stattfinden, sondern kann auch in einem Gefühl bestehen, für das man nicht so leicht Worte findet. Auch bei Musikalität oder Kunstsinn spielt nicht das Kognitive die Hauptrolle, sondern es ist höchstens der letzte Schritt, indem man das Gefühlte und Erlebte in (mehr oder weniger passende) Worte fasst.

[QUOTE]Vielmehr dreht es sich darum, welche Prozesse, Zusammenhänge und Kriterien bezogen werden können, die eine Trainierbarkeit voraussetzen und ermöglichen?[/QUOTE]

Ich denke, grundsätzlich kann jede nur vorstellbare Fähigkeit trainiert werden.

[QUOTE]Wie und mit welchen Mitteln kann ich meine Wahrnehmungsfähigkeit und Erkenntnisfähigkeit weiterentwickeln bzw. fördern?[/QUOTE]

Wahrnehmungsfähigkeit entwickelt man mit Wahrnehmungsübungen - da gibts enorm viele davon - und Erkenntnisfähigkeit benötigt einerseits logisches Denken, anderreseits aber auch Mut und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, damit man dem Wahrgenommenen nicht gleich eine gefällige Interpretation überstülpt, die dann zwar bequem, aber möglicherweise falsch ist.
skywalkerAchaiah, Lachatte,

interessante Beiträge. Lachatte, die Kognition habe ich nur als Begriff herangezogen. Natürlich gilt das auch für Empathie und anderen Formen der Wahrnehmung.

Vielemehr handelt sich um das wie und die Mittel. Eine simple Frage hierzu: wie und mit welchen Mitteln kann ich diese Eigenschaften trainieren um überdurchschnitliche Leistungen zu erreichen? Was hebt den Meister hervor, der in der Lage sein kann neue Antworte zu entdecken?

Gibt es eine Formel, die das Maximum der beiden Fähigkeiten in jedem von uns gewähren könnte?


Gruß
Achaiah[quote]"wie und mit welchen Mitteln kann ich diese Eigenschaften trainieren um überdurchschnitliche Leistungen zu erreichen? Was hebt den Meister hervor, der in der Lage sein kann neue Antworte zu entdecken?"[/quote]

neue antworten.... die formulierung passt irgendwie nicht ganz, finde ich.
aber zu einer antwort vlt:
wie gesagt, funktioniert das wohl am ehesten über die gleichen mittel, wie es auch im physischen sinne möglich ist. geziehlte ansträngung.
so hat zum beispiel das lesen von camus meine wahnehmungs- und erkenntnissfähigkeit für anspruchsvolle texte und schwierige gedankengänge vergrößert. (vorallem das zweite kapitel seines mythos...)
durch das nachvollziehen komplexer gedankenkonstrukte kann ich selbst die nötige tiefe entwickeln, derartige konstruckte selbst zu entwerfen.
meine wahrnehmung im allgemeinen kann ich trainieren, indem ich versuche mich einfach ständig auf etwas bestimmtes zu konzentrieren. dann auf mehr.
wenn ich zu fuß unterwegs bin kann ich zum beispiel versuchen mich erstmal nur auf meine schritte zu konzentrieren, dann auf die geräusche, das bildlich wahrgenommene... so kann ich trainieren das, was um mich herrum ist geziehlter und besser wahrzunehmen.
viele kleinere übungen machen hier vlt den "meister".
dies gillt natürlich auch für dinge wie emphatie oder die wahrnehmung von gefühlen.


Gruß, Achaiah
LaChatte[QUOTE]Vielemehr handelt sich um das wie und die Mittel. Eine simple Frage hierzu: wie und mit welchen Mitteln kann ich diese Eigenschaften trainieren um überdurchschnitliche Leistungen zu erreichen? Was hebt den Meister hervor, der in der Lage sein kann neue Antworte zu entdecken? [/QUOTE]

Das hängt natürlich sehr davon ab, welche Form der Wahrnehmung du fördern möchtest. Für Körperwahrnehmung gibts Atemübungen, für künstlerische Wahrnehmungen zeichnest du was ab, für musikalische Wahrnehmung singst du, spielst ein Instrument oder hörst bewusst Musik, um die Empathie zu fördern, übst du dich im Zuhören... und gut ist, wenn du dir irgendwie ein Feedback organisieren kannst, das hilft, schneller zum Wesentlichen zu kommen.

Und Meisterschaft entsteht durch üben, üben, üben. da führt kein Weg daran vorbei. Allerdings ist es ein sicherer Weg; Fortschritte geschehen notwendigerweise beim Üben.
skywalker@ Achaiah ,

ja, du hast den Kern der Thematik erfasst. Was ich mit neuen Antworten meinte ist, die neue Erkenntnis die daraus resultiert wird.

Wenn wir Talent und Genialität außer vor lassen, dann können wir daraus schließen, dass große Wissenschaftler, Philosophen und Denker Antworte finden könnten, die Anderen verborgen blieben. Natürlich gibt es hier Ausnahmen, die relativiert werden müssen, die stehen aber nicht zur Debatte.

Beim Sport z.B. ist diese Anwendung leichter, da die physischen Eigenschaften trainiert werden.

Beim Denken ist anderes. Es können z.B. mehrere Personen das gleiche Interesse an einem Objekt haben und die gleiche Anstrengung führen, aber einem vielleicht gelingt die Zusammenhänge richtig zu erkennen, und das wiederholt, das setze ich voraus. Natürlich gibt es Zufälle bzw. die richtige Momente usw. aber die lasse ich gezielt außer vor. Wie kann ich aus mir einen kleinen Meister gewinnen? Es bleibt sowieso ein Dilemma etwas erkennen zu können. Wie sollte ich dann meine Erkenntnisfähigkeit trainieren?
Achaiahwohl am besten durch "durch üben, üben, üben." ;)
durch den versuch, den weg der erkenntniss anderer meister nachzuvollziehen, dieses denken dahinter zu verstehen, und selber versuchen diesen weg zu nutzen.

auf was möchtest du wieder hinnaus, skywalker? ;)
oder täusche ich mich etwa, und du hast nichts konkretes im hinterkopf?


Gruß, Achaiah
skywalkerAchaiah,

da stimme ich dir zu. Andererseits was beinhaltet dieses Üben genauer? Ich meine, das was du beschrieben hast ist nachvollziehbar, das findet auch statt. Es gibt z.B. viele studierte Philosophen und Theologen die geübt sind, und trotzdem die Erkenntnisfähigkeit nicht besitzen um Hintergründe entdecken zu können, trotz dass sie das Interesse daran haben.

Das was ich meine nähert die Ebene der Eigenschaft zur Begabung. Wikipedia sagt:

Zitat:[I] die Studien zeigen, dass bei begabten Menschen eine erhöhte Hirnaktivität im entsprechenden Bereich festzustellen ist. Außerdem sind gewisse Hirnregionen (geringfügig) stärker ausgeprägt als beim Durchschnitt. Diese Ausprägung entwickelt sich vor allem durch frühe Förderung bzw. Stimulation gewisser Fähigkeiten und somit der entsprechenden Hirnregionen.

Begabung äußert sich durch eine relativ frühe spezifische Ansprechbarkeit, für ein bestimmtes Material, eine bestimmte Aufgabe, für eine bestimmte Sache. Der Begabte verspürt zudem eine Neigung, für dieses Material usw. interessiert zu werden. Im Falle einer Begabung zeigt sich auch eine lustbetonte Leichtigkeit im Umgang mit der Bemeisterung dieses Materials etc. Ein Begabter kann sich durchaus für seinen Stoff aufopfern, da dieser ein gesteigertes Bedürfnis hat, auf seinem Gebiet mehr zu erleben. Außerdem ist die begabte Person ständig unzufrieden mit den bereits erlangten Leistungsstufen, was die Anstrengungsbereitschaft in diesem Bereich erhöht. Wissenschaftler bezeichnen es als ,, produktive Unzufriedenheit". Wachsendes Selbstvertrauen ist ein weiterer Indikator einer Begabung, da ein Talentierter (= Begabter) weiß, wie sehr er seine Materie, Aufgabe, Sache... beherrscht. Schließlich führt dies dazu, dass ein Begabter auf seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten vertraut. Ein begnadeter Sänger z. B. würde sich eher wagen, vor einem Publikum aufzutreten als eine Person, deren Begabung nicht das Singen ist. Der letzte und vollkommenste Schritt dieser Entwicklung, eine Begabung umzusetzen, ist die schöpferische Produktivität. Der Begabte wird hier selbstständig und schöpferisch tätig. Er kreiert Neues wie man es bei einem Genie vorfinden kann. [/I]
Dow[QUOTE][i]Original geschrieben von Achaiah [/i]
[B]an beiden benannten beispielen kann man nach meiner meinung sehen, das der prozess wahrnehmung->information->verarbeitung->reaktion trainierbar ist.
[/B][/QUOTE]

Stellt sich nur die Frage ob es um die Bewußte Wahrnehmung geht...

denn...

Bei einem Kampfsportler läuft sehr vieles Unbewußt ab. Er hat mit seinem Training entsprechende Reaktionmuster angelegt, die er nicht mehr Bewußt steuert. Sonst wäre er zu langsam... sein Bewußtsein kümmert sich nur noch um die Strategie...

Der Bodyguard tut sicherlich auch bewußt Beobachten... Allerdings bilden sich auch bei Ihm Reaktionsmuster die Primär vom Bewegungskanal des Visuellen-Systems getriggert werden. Er nimmt ein typisches Bewegungsmuster war und reagiert unbewußt mit entsprechenden Gegenmaßnahmen... und wieder, nur so kann man schnell genug werden...

Denn unser Bewußtsein ist verhältnismäßig lahm...
LaChatte[QUOTE]da stimme ich dir zu. Andererseits was beinhaltet dieses Üben genauer? [/QUOTE]

Kommt darauf an, in welchem Fach?

Möchtest du in der Theologie gross werden, so gibts einerseits viel zu studieren - Geschichtliches, Dogmatisches, Textverständnis - und andererseits die praktische Seite, Gebet und Meditation.

Bei anderen Fächern ist es halt entsprechend Anderes, das dir Kompetenz verschafft.

Dann gibts Übungen, die immer nützlich sind und die Wahrnehmung erweitern und auch im Hirn Veränderungen hervorrufen, zum Beispiel kontemplative Meditationen wie Zen, aber auch so einfache Dinge wie Abwaschen oder Spazieren oder Gartenarbeit. Atemübungen können auch einen Zugang zu mehr Bewusstein verschaffen, und Körperarbeit.

Begabung ist sicher ein wichtiges Element, und es ist nicht falsch, sich als Erster zu überlegen "was kann ich gut, was fällt mir leicht?" - das Kultivieren dieser Begabung ist dann das Zweite. Auch Menschen, die nicht besonders begabt sind, können sehr weit kommen, nur durch konsequentes Üben.

Fredmund Malik schreibt in "Führen, Leisten, Leben", dass zum Beispiel Herbert von Karajan und Truman (Präsident der USA) beide als nicht besonder begabt galten, dafür aber als Menschen, die es verstanden, alle ihre Ressource optimal einzusetzen und sich konsequent auf ihr Ziel zu fokussieren. Eine klare Ausrichtung ist auch wichtig, um in einem Gebiet Meisterschaft zu erlangen.
BlackDragonAch herrje, ich sollte lernen mich verständlicher auszudrücken.
[QUOTE]Eine Hausarbeit über Kant zu schreiben, erachte ich als sehr produktiv hinsichtlich der individuellen Horizonterweiterung[/QUOTE]
Sie ist in erster Linie produktiv für meine Zulassung zur Diplomprüfung. ;)
Was Du aber mit dem zweiten Teil des Satzes sagen willst, kann ich mir nicht so ganz zusammenreimen.
[QUOTE]Nun erstmal, Wahrnehmung ist keine Erscheinung, sie ist im Allgemeinen, der Prozess der bewussten Informationsaufnahme über die Sinne[/QUOTE]
Die "bewusste Informationsaufnahme über die Sinne" läuft in den meisten Modellen auf zwei Ebenen ab: Erstens die bloße Aufnahme ohne Beeinflussung, Verknüpfung oder Auswertung durch das Subjekt - Kant bezeichnet dies als Erscheinung. Zweitens die Strukturierung und Einordnung dieser Informationen.
Insofern: Wahrnehmung ist [I]auch[/I] Erscheinung. Das ist alles, was ich gemeint habe und erfragen wollte.

Die Definition von Erkenntnis aus Wikipedia ist ja richtig, allerdings gibt es auch mehrere Formen von Erkenntnis, zum Beispiel aus Erfahrung, Vernunft oder Intuition. Das ist in meinen Augen schon wichtig, wenn man sich über die Verbesserung von Erkenntnisfähigkeit auseinandersetzt.
[QUOTE]Kant macht es uns verständlicher: „so fängt denn alle menschliche Erkenntnis mit Anschauungen an, geht von da zu Begriffen und endigt mit Ideen“!!![/QUOTE]
Bei diesem Zitat spielen aber mehr als nur Wahrnehmung und Erkenntnis eine Rolle - unter anderem produktive Einbildungskraft und apriorische Vernunftideen.
Tut mir ja leid, dass ich immer wieder den Herren Immanuel ins Spiel bringe, aber eine bessere und umfassendere Erkenntnistheorie gibt es m.E. einfach nicht.

Aber um mal etwas praktischer zu werden:
Die Wahrnehmung ist durchaus trainierbar. Als Beispiel soll da einfach mal die Schulung nonverbaler Kommunikation herhalten: Hier wird die Wahrn. auf beiden Ebenen trainiert, nämlich einerseits die Aufnahme von Informationen ("Auf was muss ich achten?" und andererseits die Strukturierung ("Wie kann ich es deuten?")
Die Erkenntnisfähigkeit umfassend zu trainieren ist so eigentlich nicht möglich (das gilt aber auch für die Wahrnehmung - aber das hat LaChatte ja schon schön gesagt). Man kann nur Teilaspekte verbessern, z.B. durch Sammeln von Erfahrung oder das Üben strukturierten Denkens auf Basis der Vernunft (letzteres schließt durchaus auch Intuition und Eingebung mit ein).
skywalkerIch habe letzte Nacht kaum geschlafen; Nun merke ich, dass ich Einiges übersehen habe. La Chatte, eins davon war das von dir gemeinte Fach, hier meine ich die Philosophie bzw. das Philosophieren.

Zweitens die bewusste Wahrnehmung die Dow angesprochen hat; sie steht durchaus im Vordergrund. Daher bestätige ich seine Aussage.

@BlackDragon
[QUOTE]Die "bewusste Informationsaufnahme über die Sinne" läuft in den meisten Modellen auf zwei Ebenen ab: Erstens die bloße Aufnahme ohne Beeinflussung, Verknüpfung oder Auswertung durch das Subjekt - Kant bezeichnet dies als Erscheinung. Zweitens die Strukturierung und Einordnung dieser Informationen.
Insofern: Wahrnehmung ist auch Erscheinung. Das ist alles, was ich gemeint habe und erfragen wollte. [/QUOTE]
Hier liegst du falsch. Du hast bestimmt etwas übersehen.
Kant definiert die Wahrnehmung als bewusste Anschauung. „Das erste, was uns gegeben ist, ist Erscheinung, welche, wenn sie mit Bewusstsein verbunden ist, Wahrnehmung heißt“ (Kritik. d. rein. Vern. S. 130). „Das Bewusstsein einer empirischen Anschauung heißt Wahrnehmung“
[QUOTE]Die Definition von Erkenntnis aus Wikipedia ist ja richtig, allerdings gibt es auch mehrere Formen von Erkenntnis, zum Beispiel aus Erfahrung, Vernunft oder Intuition. Das ist in meinen Augen schon wichtig, wenn man sich über die Verbesserung von Erkenntnisfähigkeit auseinandersetzt. [/QUOTE]
Wie ich zuvor erwähnt habe, das ist in der Hinsicht eigentlich gleichgültig, da alle Kriterien hinsichtlich der Erkenntnisfähigkeit zur Philosophie bzw. zum Philosophieren herangezogen werden.

Nun, wie ich zuvor erwähnt habe, Üben ist sehr wichtig, aber das ist mir zu allgemein. Was beinhaltet genau dieser Prozess? Was und wie viele Kriterien kommen zum Einsatz, wenn mein Ziel das Erreichen einer höheren Stufe des Erkennens bzw. das Ergebnis meines Philosophierens ist?

Beim Sport und der Wissenschaft ist etwas einfacher, da der physische Faktor bzw. das Wissen dazu kommt. Im religiösen Bereich spielt das Glauben eine Rolle. In der Philosophie handelt es sich vielmehr um die Schöpfung neuer und „richtiger“ Erkenntnisse. Erkennbare Dinge sind Sachen der Meinung, Tatsachen oder Glaubenssachen. Im philosophischen Bereich z.B. kann ich Heute behaupten, dass ich etwas erkannt habe und Morgen oder 50 Jahre später komme ich zu der wahren Erkenntnis. Das ist individuell.

Das Beispiel mit der Begabung verdeutlicht mein Vorhaben. Stellen wir uns vor, wir treffen einen begabten Philosophen wie Kant z.B – wenn er noch am Leben wäre – und stellen ihn die Frage: „Kannst du mir den Weg zeigen; wie und was genau sollte ich trainieren um deine Leistung ein bisschen annähernd zu erreichen? Einem Begabten fällt dieser Prozess sehr leicht und ist für ihn selbstverständlich. Aber wie soll er diese Fähigkeit weiter vermitteln bzw den Pfad beschreiben können?

Gruß
LaChatte[QUOTE]Nun, wie ich zuvor erwähnt habe, Üben ist sehr wichtig, aber das ist mir zu allgemein. Was beinhaltet genau dieser Prozess? Was und wie viele Kriterien kommen zum Einsatz, wenn mein Ziel das Erreichen einer höheren Stufe des Erkennens bzw. das Ergebnis meines Philosophierens ist?[/QUOTE]

Hol das Maximum aus deinen Alltagserfahrungen heraus. Ein schöner Liebeskummer kann dich in ungeahnte philosopische Höhe katapultieren... wenn du ihn nach allen Regeln der Kunst bearbeitest, die da unter anderem wären:

- sei ehrlich zu dir selbst
- sei ehrlich zu anderen
- aktzeptiere konstruktive Kritik
- übernimm Verantwortung für dich
- übernimm keine Verantwortung, die anderen gehört
- liebe dich selbst
- liebe andere

...so, mit diesem Programm dürftest du eine Weile beschäftigt sein - und es lässt sich selbstverständlich nicht nur auf Liebeskummer anwenden, sondern auf alle Situationen, die du dir nur vorstellen kannst.;)
skywalker[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Hol das Maximum aus deinen Alltagserfahrungen heraus. Ein schöner Liebeskummer kann dich in ungeahnte philosopische Höhe katapultieren...[/B] [/QUOTE]
Stimme ich zu.
[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]
- sei ehrlich zu dir selbst
- sei ehrlich zu anderen
- aktzeptiere konstruktive Kritik
- übernimm Verantwortung für dich
- übernimm keine Verantwortung, die anderen gehört
- liebe dich selbst
- liebe andere
[/B][/QUOTE]
Hier bewegen sich unsere Ansichten teils auseinander. Den dritten Punkt stimme ich zu. Nun gebe ich zu, es ist auch nicht leicht das Ganze in der gewünschten Richtung zu verdeutlichen. Trotzdem werde ich es versuchen, da der argumentative „Streit“ ebenfalls eine Kunst ist und gehört durchaus zum Trainingsrahmen des Philosophierens!

[B]Wikipedia Zitat:[/B] [I]Die Erforschung der Wege zur Erkenntnis sind Sache der Kognitionswissenschaften (v. lat.: cognitio = Erkenntnis) und der Epistemologie (griechisch epistemé = Verstehen, (theoretisches) Wissen, Erkenntnis, Einsicht), auch Erkenntnistheorie genannt. Erkenntnistheorie ist eine Teildisziplin der Philosophie, die sich mit der Frage befasst, was das Wesen, das Zustandekommen, die Bedingungen, Grenzen und Prinzipien von Erkenntnis sind.

Das pure Denken muss mit irgendeinem inhaltlichen Material umgehen, es benötigt Empfindungen, Wahrnehmungen. Wir benötigen auf der anderen Seite Begriffe, Ideen, um irgend etwas mit dem wahrgenommen Material anfangen zu können, erkennen gar nichts, wenn wir nicht mit einem begrifflichen Raster an es herantreten – so die beiden Rahmenpositionen der Erkenntnistheorie.[/I]

Dein Beispiel zuvor mit der Gartenarbeit, Atemübungen, Gebet und Meditation hinsichtlich der Theologie kommt schon näher zur Trainingsschablone.

Achaiah hat z.B. geschrieben: [I]üben, üben………durch den versuch, den weg der erkenntniss anderer meister nachzuvollziehen, dieses denken dahinter zu verstehen, und selber versuchen diesen weg zu nutzen.[/I]

Hierzu habe ich eine passende Annahme: eine Person fängt schon als Kind ihre Umwelt zu beobachten und sucht nach diversen Antworte. Durch ihre Aufmerksamkeit, ihre Merkfähigkeit, Abstraktionsvermögen und ihre Betrachtungsvielseitigkeit gelangt sie zur zu einer besonderen Erkennung von Mustern, die später eine umfangreiche Sphäre bildet. Diese Person besitzt so zu sagen, eine besondere Erkenntnisfähigkeit ohne Bücherstudium. Irgendwann kommt diese Person zu der Entscheidung, ein Buch über Philosophie zu kaufen. Nachdem sie das Buch komplett gelesen hat, stellt sie fest, dass ihre eigenen Erkenntnisse mit denen des Buches zu 70-80% übereinstimmen. Das ist die Bestätigung, dass diese Person eine hochgradigere Erkenntnisfähigkeit besitzt. Dass diese ein Produkt der Übung ist, – auch wenn unbewusst – steht somit fest.

Würde ich nun diese Person fragen: Hey, wie schaffst du das? Dann würde sie wahrscheinlich damit Schwierigkeiten haben, eine ausreichende Antwort zu geben. Wenn ja, dann würde sie unter anderen die Eigenschaften Aufmerksamkeit, Abstraktionsvermögen, Betrachtungsvielseitigkeit, Erinnerung, Merkfähigkeit nennen, die sie zur dieser hochgradigen Form des Erkennens von Mustern geführt haben und zu den richtigen Schlussfolgerungen.

Nun ja, diese Eigenschaften hören sich gut an, und dass man sie üben sollte, klingt durchaus interessant. Aber wie sehen die Prozesse detaillierter aus hinsichtlich des Wachstums der Erkenntnisfähigkeit? Allgemein klingt das wie „ich möchte meine Muskeln trainieren…….nun, nimm ein Paar Gewichte, mach ein Paar Übungen, dann klappt es!

Aber was für Übungen sollte ich genau machen, wenn ich meine Erkenntnisfähigkeit steigern möchte? Wie sehen die oben genannten Eigenschaften im Detail aus?

Gruß
LaChatte[QUOTE]Aber was für Übungen sollte ich genau machen, wenn ich meine Erkenntnisfähigkeit steigern möchte? Wie sehen die oben genannten Eigenschaften im Detail aus?[/QUOTE]

Wenn du Krafttraining machen willst, wird dich der Trainer auch fragen: was ist dein Ziel? Willst du Bodybuilder werden, etwas gegen deine Rückenschmerzen tun, oder einfach ein bisschen fitter werden? - und je nachdem wird er andere Übungen vorschlagen.

Darum auch hier die Frage: was ist dein Ziel? Welche Erkenntnis möchtest du gewinnen? Möchtest du Gott erkennen, möchtest du deinen Alltag besser bewältigen, möchtest du logisch denken lernen, oder noch etwas anderes?;)
~DS~ich finde wenn ihr hir ein ordentliches tehma afangen wollt dan solltet ihr nicht über die mensclichen sinne schreiben :eek:
skywalker[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Wenn du Krafttraining machen willst, wird dich der Trainer auch fragen: was ist dein Ziel? Willst du Bodybuilder werden, etwas gegen deine Rückenschmerzen tun, oder einfach ein bisschen fitter werden? - und je nachdem wird er andere Übungen vorschlagen.

Darum auch hier die Frage: was ist dein Ziel? Welche Erkenntnis möchtest du gewinnen? Möchtest du Gott erkennen, möchtest du deinen Alltag besser bewältigen, möchtest du logisch denken lernen, oder noch etwas anderes?;) [/B][/QUOTE]
Nun wir brauchen nicht so weit zu gehen. Jeder große Philosoph hat sich in der Vergangenheit mit den Themen Gott, Mensch, Leben, Moral, Ethik, Geist, Psyche usw. befasst. Der Eine mehr oder weniger mit Ethik und den Menschen und der Andere mit Gott und das Leben. Letztendlich lief es über das Gleiche hinaus. Die Religion möchte ich gezielt außer vor lassen, da Gott und Religion einerseits eine „Notwendigkeit“ darstellen. Ansonsten bleibt die gesamte Palette als ein Gebiet der Hinterfragung zur Erkenntnis.

Und hier sehe ich eine Notwendigkeit zur Übung der kognitiven Fähigkeiten. Allerdings bleibt immer noch die Frage offen wie? Wie sieht der Trainingsplan aus?

Gruß
LaChatteNun, da du so ein Breitbanddings möchtest, hier ein paar Breitbandvorschläge:

Rätsel wie Sudoku oder Kakuro sind gut für die Konzentration und gut fürs Zahlenflair. Da gibts natürlich auch noch jede Menge Streichholzrätsel und andere Zahlenrätsel...

Anspruchsvolle Kreuzworträtsel helfen, um die Ecke zu denken und zu assoziieren.

Einen Gegenstand abzuzeichnen - etwas ganz (scheinbar) Einfaches, wie ein Stein oder ein kleines Blümchen - schärft den Blick fürs Detail und für den Reichtum, der in so unscheinbaren Gegenständen verborgen ist. Wenn du mal eine Stunde lang an einem Stein gezeichnet hast, schaust du die Welt ganz anders an nachher...

Aus Büchern exzerpieren (also, den Inhalt des Buches in kurzen Notizen abschreiben/zusammenfassen) schärft den Blick für das Wesentliche und hilft, tief ins Thema einzutauchen.

Jeden Tag etwas machen, das du noch nie gemacht hast - zum Beispiel, die Zahnbürste in die linke statt die rechte Hand nehmen. Irgend etwas Kleines verändern, das hält flexibel und zeigt uns, wie einseitig unser Körper in der Regel ist - viele Dinge können wir nur auf eine Seite, aber nicht auf die andere. Die Körperseite wechseln hilft dem Hirn auf die Sprünge, auch sonst mal mehr Perspektiven zuzulassen.

Körperwahrnehmung, zum Beispiel mit Atemübungen - stell dir vor, du bist ein rotes Blutkörperchen, das Sauerstoff zu den einzelnen Körperteilen bringt und Abfallstoffe entfernt. Gehe einen Körperteil am anderen durch und achte darauf, wie sie sich anfühlen.

wieder mal eine Musik hören, die du schon lange nicht mehr gehört hast, und dazu tanzen (nein, es muss niemand dabei zuschauen. Ja, es ist super, wenn es völlig lächerlich aussieht). Und immer wieder mal was Anderes hören - Klassik, Volksmusik, Hiphop, Pop, Chansons, Marschmusik, gregorianische Gesänge, Feng-Shui-Geplätscher, Hard Rock... und einfach mal spüren, was die verschiedenen Stücke mit dir machen. Und beobachten, wie sich dein Musikgeschmack verändert.

Vor den Spiegel stehen, und sich selbst zwanzig Mal sagen "ich bin schön!" oder "ich bin intelligent!" oder "ich bin ein wunderbarer Mensch", und beobachten, was passiert - welche inneren Stimmen melden sich? Was sagen sie? Haben sie recht?

Einen tollen Text auswendig lernen - dein Lieblingsphilosoph, ein Gedicht, einfach ein Text, der dir viel bedeutet.

so, das wären mal ein paar Anregungen... wichtig ist, ständig etwas zu tun - lieber fünf Minuten täglich als wöchentlich eine Stunde - und kreativ bleiben. Es gibt wirklich tausende von verschiedensten Übungen, du musst selbst herausfinden, welche die liegen und welche nicht.
skywalkerLaChatte sehr amüsant!!! Nebenbei, man könnte aus dem Inhalt deiner Aussage einen fließenden Übergang zur Ironie vermuten! :rolleyes: Wie dem auch sei, kannst du mir einen Beispiel von einem großen Philosophen nennen, den diese Übungen zur seiner Erkenntnisfähigkeit verholfen haben?

Die Punkte die du aufgelistet hast, verraten meines Erachtens, einen esoterischen und künstlerischen Hintergrund. Nun falls dies stimmt, dann ist das somit die Bestätigung zu meiner Erkenntnis. Würde man annehmen, dass wir uns hier im Forum zum ersten Mal treffen, dann resultiert sich daraus, dass meine Schlussfolgerung das Ergebnis meines kognitiven Denkens ist. Das heißt, ich habe über ein vorhandenes Muster einen Zusammenhang und einen Hintergrund in deiner Aussage erkennen können.

Und hier liegt der Kern der Übung. In dem Sinne, besitzt ein guter Philosoph eine hochgradigere Fähigkeit, die ihn zu überdurchschnittlichen Leistungen führt aufgrund seines geübten kognitiven Denkens.

Kognitives Denken beinhaltet laut Wikipedia: Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsfähigkeit Erkenntnisfähigkeit, Schlussfolgerung, Entscheidungsfindung, Erinnerung / Merkfähigkeit Lernfähigkeit, Abstraktionsvermögen, Rationalität.

Nun, Rationalität, Schlussfolgerung, Entscheidungsfindung, Erinnerung und Lernfähigkeit habe ich absichtlich außer vor gelassen. Erkenntnisfähigkeit setze ich als zentralen Begriff voraus, da sie das Ziel ist. Dies folgt aus dem Grund, dass die anderen Eigenschaften zu diesem Ziel führen.

Das heißt also, ich müsste unter allen anderen meine Aufmerksamkeit, meine Wahrnehmungsfähigkeit und mein Abstraktionsvermögen trainieren um meine Erkenntnisfähigkeit zu steigern. Nun wie mache ich das?

Viele von euch werden sich vielleicht denken, ich wiederhole mich unnötig und Ähnliches, aber ich denke und hoffe, dass ich mich hier nicht irre. Weil ok, schön und gut; jemand kommt zu mir und sagt: „weißt du was Skywalker? Wenn du ein guter Philosoph werden willst und es zum Etwas bringen willst, dann musst du deine Aufmerksamkeit, deine Wahrnehmungsfähigkeit und dein Abstraktionsvermögen trainieren, dann wirst du scharfsinniger werden und bessere Leistungen erbringen.“

Toll oder? Jetzt weiß ich was ich zu tun habe. Hhhmmm….aber….wie…was…wo? Ich starte Morgen mit dem Training meiner Wahrnehmungsfähigkeit. Und wie genau? Außerdem ich muss all diese Fähigkeiten mit einander kombinieren können. Ich will nicht ein guter Schachspieler werden, ich will ein guter Philosoph werden, darum geht es mir.

Nun, ein konkretes Beispiel hierzu. Ich möchte den Menschen ergründen. Ich will keine Bücher über Psychologie, Verhaltensforschung, Ethik usw. kaufen um mehr zu erfahren. Ich will alles ganz allein entdecken können, so viel wie möglich halt. Also ich fange an den Menschen zu „staunen“ bzw. zu beobachten und zugleich trainiere ich meine Fähigkeiten, damit ich so viel wie möglich ausfindig machen kann!

Vorschläge?
LaChatte[QUOTE]LaChatte sehr amüsant!!! Nebenbei, man könnte aus dem Inhalt deiner Aussage einen fließenden Übergang zur Ironie vermuten! Wie dem auch sei, kannst du mir einen Beispiel von einem großen Philosophen nennen, den diese Übungen zur seiner Erkenntnisfähigkeit verholfen haben?[/QUOTE]

Schön, dass ich dich amüsiere. ;)
Aber du kannst sicher sein, das Ganze ist nicht ironisch gemeint. Und die östlichen Liebhaber der Weisheit haben ihre Erkenntnisfähigkeit schon seit Jahrtausenden mit solchen und ähnlichen Übungen trainiert... Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, solche Übungen sind wirksam - und richtig, ich habe, was man einen esoterischen Hintergrund nennt. Ich bin in Ausbildung zur Körper-, Energie- und Bewusstseinstherapeutin und da liegt ein sehr wichtiger Schwerpunkt eben darin, die Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit zu schulen.

[QUOTE]Das heißt also, ich müsste unter allen anderen meine Aufmerksamkeit, meine Wahrnehmungsfähigkeit und mein Abstraktionsvermögen trainieren um meine Erkenntnisfähigkeit zu steigern. Nun wie mache ich das?[/QUOTE]

Siehe oben... ich weiss gar nicht, was du gegen diese Übungen einzuwenden hast?

Sonst gibts auf dem Netz auch diverse IQ-Tests, die man gratis machen kann; solche Übungen können auch nützlich sein.

Und ausserdem braucht jede Philosophie, die diesen Namen verdient, einen guten, soliden, im Alltag verankerten Boden, sonst läuft sie Gefahr, zur reinen Hirnwichserei auszuarten, die zwar wohl superintellektuell und hochgestochen sein mag, aber keinerlei Bedeutung und Gewicht besitzt.

[QUOTE]Nun, ein konkretes Beispiel hierzu. Ich möchte den Menschen ergründen. Ich will keine Bücher über Psychologie, Verhaltensforschung, Ethik usw. kaufen um mehr zu erfahren. Ich will alles ganz allein entdecken können, so viel wie möglich halt. Also ich fange an den Menschen zu „staunen“ bzw. zu beobachten und zugleich trainiere ich meine Fähigkeiten, damit ich so viel wie möglich ausfindig machen kann![/QUOTE]

Beginne bei jenen Menschen, die dich ärgern und nerven - immer, wenn du wütend wirst, so heisst das, dass es etwas zu lernen gibt. Die Frage, die du stellen kannst, heisst "und was hat das mit mir zu tun?" oder auch "was habe ich hier beigetragen?"
skywalkerHallo La Chatte, ich habe dich schon verstanden. Andererseits möchte ich hier etwas verdeutlichen. Die zwei Aussagen von dir:
[QUOTE]Siehe oben... ich weiss gar nicht, was du gegen diese Übungen einzuwenden hast?

Sonst gibts auf dem Netz auch diverse IQ-Tests, die man gratis machen kann; solche Übungen können auch nützlich sein. [/QUOTE]
und
[QUOTE]Schön, dass ich dich amüsiere.
Aber du kannst sicher sein, das Ganze ist nicht ironisch gemeint. Und die östlichen Liebhaber der Weisheit haben ihre Erkenntnisfähigkeit schon seit Jahrtausenden mit solchen und ähnlichen Übungen trainiert... Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, solche Übungen sind wirksam - und richtig, ich habe, was man einen esoterischen Hintergrund nennt. Ich bin in Ausbildung zur Körper-, Energie- und Bewusstseinstherapeutin und da liegt ein sehr wichtiger Schwerpunkt eben darin, die Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit zu schulen. [/QUOTE]
Kommen näher zum Grundgedanken von mir, andererseits widersprechen sich in der Hinsicht unbewusst. Das was ich meine, betrifft die Grundebene des kognitiven Denkens. Um sie eingehender zu erklären, nehme ich deine Ausbildung als Beispiel oder auch die östliche Lehre allgemein. Yoga zum Beispiel beinhaltet ein bestimmtes System diversen Übungen, durch Meditation und Konzentration, Atemregulierung usw. Diese Übungen sind durchaus vom Nutzen zur Bewusstseinserweiterung. Daher verwerfe ich deine Aussage nicht. Diese Übungen sind ebenfalls hilfreich. Aber das ist nicht genug für mein Training.

Die tiefere Ebene die ich meine, betrifft den Pfad der Erkenntnis. Im Hinduismus z.B. wird dieser Pfad als Jnana Yoga bezeichnet. Damit meine ich die Philosophie die dahinter steckt. Lao-Tse, Konfuzius, Sokrates und andere Meister waren in der Lage Antworte zu finden über so ein Art Selbststudium. Sie waren zugleich die Entdecker neuer Systeme. So ein neues System wäre in der Hinsicht deine Ausbildung z.B. oder die Yoga. Also die Gründer dieser Systeme haben viel mehr vollbracht als einer der diese Systeme praktiziert.

Ein anderes Beispiel in der Hinsicht gab es beim Zen. Nach Überlieferungen haben die Zen - Mönche ein gestelltes Thema erhalten. Die Prüflinge sitzen in einer Halle unter strenger Aufsicht eines überwachenden Priesters und versuchen die Lösung zu finden. Mehrere Tage und Nächte vergehen bei dieser Prozedur.
[QUOTE]Und ausserdem braucht jede Philosophie, die diesen Namen verdient, einen guten, soliden, im Alltag verankerten Boden, sonst läuft sie Gefahr, zur reinen Hirnwichserei auszuarten, die zwar wohl superintellektuell und hochgestochen sein mag, aber keinerlei Bedeutung und Gewicht besitzt.[/QUOTE]
Volle Übereinstimmung! Ein gewichtiges Kriterium. Ich sage immer wieder, Fachidioten gibt es genug heutzutage!

Nun gehen wir zurück zu den Gründern von Systemen. Hier liegt die tiefere Ebene die ich gemeint habe. Die Gründung eines Systems steht in Verbindung mit der einhergehenden Erkenntnis. Meine Kognition verhilft mir dabei Muster und Zusammenhänge zu erkennen um damit ein System gründen zu können. Kognition aber heißt auch, dass ich während meiner Studiumsphase in der Lage bin, mein Abstraktionsvermögen, meine Wahrnehmung und meine Aufmerksamkeit besser [B]fokussieren[/B] zu können. Und dieses Fokussieren entsteht nicht einfach zufällig. Manchen ist es unbewusst da, andere wiederum müssten es erlernen. Wie bringe ich es jemandem bei?

Ein Teil der Lösung liefern die Begriffe selbst. Aufmerksamkeit z.B. Wie kann ich diese Eigenschaft fast zur Perfektion treiben? Das gleiche gilt für die anderen Eigenschaften. Wie hole ich das Maximum heraus? Und wie verbinde ich all diese Maximen zusammen? Weil wenn ich sie nicht verbinde, dann bin ich wie ein Computer der alles wahrnimmt und speichern kann, aber wozu? Es muss ein Ziel da sein, ein Programm das dem Computer den Weg weist. Dieses Programm wäre für uns Menschen das Objekt. Ich analysiere das Objekt, gelange ich zur Schlussfolgerungen und dann zur Erkenntnis. Das ist die Theorie, die Praxis muss noch veranschaulicht werden.

Gruß
LaChatteIch bin sicher, du wirst das herausfinden. ;)
Anaximander[quote]Nun, ein konkretes Beispiel hierzu. Ich möchte den Menschen ergründen. Ich will keine Bücher über Psychologie, Verhaltensforschung, Ethik usw. kaufen um mehr zu erfahren. Ich will alles ganz allein entdecken können, so viel wie möglich halt. [/quote]
Dürfte ich fragen, warum du alles "ganz alleine" machen willst?

Ich schätze, da steckt eine Art Eigenbau-Ethos hinter. Man will zeigen, dass man es nicht nötig hat, von anderen zu nehmen, dass man auch an alles auf eigenen Wegen kommt.

Nun, ganz ehrlich: Ich halte diese Einstellung für vollkommen verfehlt. Erkenntnis ist etwas ganz anderes als Strümpfe oder Apfelwein: Echter Wissenserwerb kostet ungeheure Mühen und ist nur in winzigen Stückchen möglich. Wer da nicht bereit ist, an bisheriges anzuknüfen, anzunehmen, was Andere bereits gesammelt haben, der wird vermutlich zu überhaupt nichts kommen.

Und offensichtlich kann auf so eine Schnapsidee auch nur ein Mensch mit philosophischen Allüren kommen. Niemals würde z.B. ein (angehender) Physikstudent sich hinstellen und sagen: "Ich les' keine Bücher; ich kaufe mir ein Teleskop, mache ein paar Experimente und finde alles selbst heraus." Denn wie weit würde so einer auch kommen, wo die Physik zweitausend Jahre gebraucht hat, allein um die Fallgesetze herauszukriegen?

Ich selbst würde dir das genaue Gegenteil von dem, was dir offenbar vorschwebt, vorschlagen: Setze dich zwei, drei, vier Jahre intensiv mit Philosophie und mit wichtigen Teilen der Wissenschaft auseinander. Nicht passiv-aufnehmend, sondern kritisch-analytisch. Arbeite dich richtig kaputt an dem, was andere bisher gesagt haben - so als würdest du hartes Brot kauen. Und dann, wenn du voll bist mit klassichen Denkfiguren, mit wertvollem Wissen, mit der Kenntnis von typischen Fehlern und Fallen -- dann wirst du schon auch selbst den einen oder anderen interessanten Gedanken entwickeln.

Selbstverständlich nur, wenn bereits ein gewisses Talent und eine gute kognitive Ausstattung vorhanden sind. Denn, auch wenn ständig das Gegenteil behauptet wird: Intelligenz und kognitive Fähigkeiten allgemein lassen sich nicht trainieren. Sie sind erblich bedingt und vollkommen fixiert. Sie werden höchstens mit dem Alter schlechter, aber nie besser.
Das bedeutet: Wer von dummer Geburt ist, wird leider auch dumm sterben. Unvermeidbar!
Alles was man tun kann, ist, das vorhandene Potenzial so es geht auszunützen und zur Blüte zu treiben. Aber niemand kommt über seine einmal festgelegten Grenzen hinweg.
skywalkerAnaximander, ich respektiere deine Ansicht, aber zur anspruchvollen Philosophie gehört auch dazu, dass man die gesamte Thematik erfassen kann. Dafür ist es auch erforderlich, dass man nicht nur die letzten zwei, drei Beiträge entziffert und darauf folgend eine übereilte Aussage präsentiert.

Kritisch und analytisch ja, da hast du Recht, das setze ich voraus, daher wäre es sehr hilfreich, wenn du den Faden zur Zusammenhang findest, dann können wir die Debatte gerne fortsetzen.

[QUOTE]..... und kognitive Fähigkeiten allgemein lassen sich nicht trainieren. Sie sind erblich bedingt und vollkommen fixiert [/QUOTE]
Darum geht es hier. Insofern widersprichst du dich, da deine Ausführung eher dem Ergebnis einer unzureichend kritischen und analytischen Betrachtung entspricht.

Gruß
DyspenthesWenn ich mich mal einmischen darf, skywalker, LaChatte und Anaximander haben beide vollkommen Recht.
Geh raus, schau dir die Welt an, als ob du sie nie gesehen hättest, beobachte, betrachte, wie ein Kind. Und auf einmal fallen dir Dinge auf, die du nie zuvor gesehen hast. Da ist an der Kirche die Turmuhr, die exakt auf 12:00 stehengeblieben ist, ein Täuberich, der sich aufplustert, um eine Taube zu bekommen, und wenn du letzteres beobachtet hast und deinen Blick wieder nach oben richtest siehst du genau das gleiche bei Menschen, die in der Nähe sind, eine andere Taube, die versucht, ein hartes Brötchen zu essen, geh in die Natur und lass einen Wald ohne viele Menschen drum rum auf dich wirken, fahre mit deinen Händen durch das feuchte Gras oder durch einen kleinen Bach - und auf einmal werden dir ganz langsam Dinge klar, die du vorher nie gesehen hast. Dazu noch das Studium der Philosophen, möglichst viel Wissen bekommen und dich damit auseinandersetzen, und du wirst merken, wie sich langsam bei dir was bewegt, wie die Erkenntnisse, die du mal gemacht hast, nicht mehr stehenbleiben, sondern neue dazukommen. Jeden Tag neue Erfahrungen sammeln, immer offen sein für Neues, alte Ideen im Hinterkopf haben, aber in der Lage sein, diese zu revidieren. Und das ein Leben lang. Es ist kein Wunder, dass nur sehr wenige und vor allem alte Menschen als Weise betrachtet werden. Weil nur sehr wenige Menschen mit offenen Augen durch die Welt gehen und ihr beschränktes Weltbild wirklich erweitern wollen. Und LaChatte hat mit allem, was sie gesagt hat, vollkommen Recht, es ist absolut nicht ironisch: Das Gehirn bekommt so neue Impulse und kann anderes auch von einer anderen Seite betrachten. Sie als angehende Körpertherapeutin lernt das, und ich merke alle 2 Wochen in der Körpertherapie, dass ich dadurch eine ganz neue Sichtweise bekomme, dass sich verkrampfte Weltbilder lösen und dass ich flexibler werde. Und Flexibilität im Denken ist das, was weiterbringt.
skywalkerHallo Dyspenthes,

sorry, ich glaube du hast einen wichtigen Punkt verpasst. Ich meine, ich gebe zu, er ist nicht eindeutig zu erkennen, vor allem wenn man die gesamte Thematik nicht verfolgt hat. Lachatte hat diese Verknüpfung erkannt, Anaximander hingegen nicht, daher das Missverständnis. Das Beispiel zur meiner vorherigen Ausführung, zielte genau auf diese Verknüpfung zur Betonung einer Ebene, wo die Hilfsmitteln nicht vorhanden sind. Die vorherige Aussage,
[QUOTE] Toll oder? Jetzt weiß ich was ich zu tun habe. Hhhmmm….aber….wie…was…wo? Ich starte Morgen mit dem Training meiner Wahrnehmungsfähigkeit. Und wie genau? Außerdem ich muss all diese Fähigkeiten mit einander kombinieren können. Ich will nicht ein guter Schachspieler werden, ich will ein guter Philosoph werden, darum geht es mir.

Nun, ein konkretes Beispiel hierzu. Ich möchte den Menschen ergründen. Ich will keine Bücher über Psychologie, Verhaltensforschung, Ethik usw. kaufen um mehr zu erfahren. Ich will alles ganz allein entdecken können, so viel wie möglich halt. Also ich fange an den Menschen zu „staunen“ bzw. zu beobachten und zugleich trainiere ich meine Fähigkeiten, damit ich so viel wie möglich ausfindig machen kann![/QUOTE]
hängt mit dem Grundgedanke zusammen, den du mit deiner Aussage angenähert hast. Deshalb habe ich dies geschrieben:
[QUOTE] Ein Teil der Lösung liefern die Begriffe selbst. Aufmerksamkeit z.B. Wie kann ich diese Eigenschaft fast zur Perfektion treiben? Das gleiche gilt für die anderen Eigenschaften. Wie hole ich das Maximum heraus? Und wie verbinde ich all diese Maximen zusammen? Weil wenn ich sie nicht verbinde, dann bin ich wie ein Computer der alles wahrnimmt und speichern kann, aber wozu? Es muss ein Ziel da sein, ein Programm das dem Computer den Weg weist. Dieses Programm wäre für uns Menschen das Objekt. Ich analysiere das Objekt, gelange ich zur Schlussfolgerungen und dann zur Erkenntnis. Das ist die Theorie, die Praxis muss noch veranschaulicht werden. [/QUOTE]
Worauf ich anstrebe, ist das gezielte Training bestimmter kognitiven Fähigkeiten. Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Abstraktionsvermögen bilden zusammen einen hohen Berg, so zu sagen. Die Spitze des Berges ist die Erkenntnisfähigkeit. Sie trainieren zu können, ist die größte Herausforderung. Da müssen wir uns zweimal überlegen. Erkenntnisfähigkeit trainieren? Ist das möglich? Ich sage ja, es gibt einen Weg. Man könnte es sich so vorstellen; Kant war ein begabter Philosoph, Einstein ein begabter Wissenschaftler. Letztendlich wäre mein Vorhaben, die Beschreibung eines Weges, wie man zur Begabung gelangen kann, da das Training was ich andeute, etwas Besonderes liefern solle. Es dreht sich nicht um durchschnittliche Leistungen sondern um höhere Ebenen.

Was die Aufmerksamkeit betrifft, hast du den richtigen Punkt erwischt! Weil es liegen Welten zwischen passives Hinschauen und „Staunen“. Das ist auch der wichtige Punkt, den der Sokrates gemeint hatte. Da die Aufmerksamkeit direkt mit der Wahrnehmung verbunden ist, heißt es, dass die Wahrnehmung als Fähigkeit maximiert werden soll. Das heißt zufolge, die Wahrnehmung muss bewusst sein. Und hier kommt das Abstraktionsvermögen an der Reihe.
Anschließend steht die Erkenntnisfähigkeit bevor. Wie soll es mir möglich werden, dass ich die richtigen Schlussfolgerungen treffen kann, damit ich daraus Erkenntnis gewinnen kann?

Ich hoffe, ich habe mich bisher verständlich ausgedrückt, da das Thema ein bisschen knifflig ist.

Nun, die Aufmerksamkeit haben wir schon hinter uns. Wie sieht es mit dem weiteren Trainingsplan aus?

Grüße
DyspenthesDu sprichst von den "richtigen" Schlussfolgerungen - aber was ist richtig? Was ist Wahrheit? Du kannst etwas sagen, was in diesem Moment absolut wahr zu sein scheint, aber sich später, wenn dein Wissen größer wird, als absolut falsch herausstellt. Und wenn dein Wissen noch größer wird, merkst du, dass beides wahr und falsch ist.
Je größer dein Wissen wird, desto mehr merkst du, wie beschränkt der Mensch eigentlich ist. Wenn du auf der einen Seite mehr Fakten weißt, hast du die Jahreszahl einer anderen wichtigen Begebenheit vergessen. Weil das menschliche Gehirn nicht für diese Art der Erkenntnisfähigkeit geschaffen ist. Deshalb geht es darum, im Denken weiterzukommen. Eine absolute Erkenntnis wird es nie geben. In den Lehren Buddhas spiegelt sich große Weisheit wieder - in den Äußerungen meiner Großeltern aber auch. Die Weisheiten sind teilweise gleich, teilweise unterschiedlich.
Eine große Weisheit, die man erlernen sollte, ist die Geduld. Und zwar echte Geduld, so, dass man auch an einer Sache dranbleibt, und dass einem die Sache nicht irgendwann egal wird. Dass man auch in der Lage ist, über Jahre etwas zu trainieren, ohne aufzugeben, weil sich keine Ergebnisse zeigen. Dass man über Jahre auf etwas wartet, ohne damit rechnen zu können, dass es je eintritt.
Eine weitere Weisheit ist, dass man sich nicht vom täglichen Leben stressen lässt und davon, dass morgens der Haustürschlüssel nicht zu finden ist und man zu spät zur Arbeit kommt oder zu lange bei einem Ttermin festsitzt und einen anderen wichtigen Termin verpasst, etc. Es benötigt eine große Weisheit, solches als gegeben anzusehen. Und diese Weisheit muss auch gelernt werden.
Durch diese Weisheiten, und auch andere, wird man ruhiger. Und wenn man ruhiger wird, kann man Dinge besser wahrnehmen. Wenn man andere Areale des Gehirns trainiert, indem man die Hand zum Schreiben wechselt, werden auch Teile des Gehirns aktiv, die vorher passiv waren, damit trainiert man wieder etwas, was dazu dienen kann, Dinge besser wahrzunehmen. Indem man lernt, seinen Körper wieder wahrzunehmen, kann man auch Dinge, die um einen herum geschehen, besser wahrnehmen. Wenn du deinen Körper besser fühlst, kannst du auch fühlen, wie sich die Rinde eines alten Baumes unter deinen Händen anfühlt, wie das Wasser eines Baches um deine Hände rinnt. Und wenn du diese Dinge besser wahrnehmen kannst, kannst du auch das weitere Wahrnehmen.
Es gibt Menschen, die große Weisheit hatten, aber nicht abstrahieren konnten. Ansonsten, wenn du abstrahieren willst, kommt noch ein Schritt dazwischen: Du musst lernen, deine Wahrnehmung wiederzugeben. Erstmal angefangen mit Musik, mit Bildern, mit Tanz, oder was dir auch immer dafür am geeignetsten erscheint, dann versuchen, dein Gefühl und deine Wahrnehmung in Worte zu fassen. Und dann, wenn du in gefühlten Worten etwas ausgedrückt hast, kannst du so allmählich anfangen, es zu abstrahieren. Du fühlst, dass du Kopfschmerzen hast, kennst deinen Tagesablauf vorher, kannst deshalb erstmal den Schmerz in einem Bild, einem Musikstück oder in einem Tanz wiedergeben und dabei intensiv fühlen, dann kannst du diese Wahrnehmung niederschreiben, dann kommt das warum. Warum hast du Kopfschmerzen? Zu wenig geschlafen, zu wenig getrunken, zu viel Stress, usw. Und dann kannst du abstrahieren: Diese Dinge führen zu Kopfschmerzen. Die Erkenntnis ist dann vielleicht, dass 6 Stunden Schlaf für dich absolut notwendig sind, dass du dich daran halten solltest, bei einem heißen Sommertag genug zu trinken, etc. Die Weisheit ist, dass du dies in dein Leben aufnimmst.
Das war jetzt ein ziemlich profanes Beispiel, aber bei komplexeren Sachen sieht es genauso aus. Und wenn du dies trainierst, dann trainierst du genau damit deine Erkenntnisfähigkeit. Training ist ja nicht weiter als regelmäßige Anwendung. Wenn du jeden Tag dies anwendest, wirst du irgendwann überrascht feststellen, dass deine Erkenntnisfähigkeit um einiges gewachsen ist. Die absolute Erkenntnisfähigkeit wirst du dabei aber niemals erreichen.
skywalker[QUOTE] Du sprichst von den "richtigen" Schlussfolgerungen - aber was ist richtig? Was ist Wahrheit? Du kannst etwas sagen, was in diesem Moment absolut wahr zu sein scheint, aber sich später, wenn dein Wissen größer wird, als absolut falsch herausstellt. Und wenn dein Wissen noch größer wird, merkst du, dass beides wahr und falsch ist. [/QUOTE] da stimme ich dir zu, deshalb muss ich hier ergänzen, da ich den Kant als Beispiel im Kopf hatte. Ein begabter Wissenschaftler oder Philosoph entdeckt neue Systeme die in sich schlüssig sind und einen Aufbau erlauben. Ok bei Wissenschaft fällt dies leichter, deshalb lassen wir sie außer vor. Kant hat zum Beispiel schon in jungen Jahren erkannt, dass er irgendwie auf dem richtigen Weg sei. Er hat auch während seine Philosophie einiges berichtigt, aber im Groß und Ganzem hat er die Philosophie revolutioniert. In der Hinsicht möchte ich kurz Wikipedia zur Hilfe nehmen. Wikipedia sagt zur Begabung:
[QUOTE] Begabung äußert sich durch eine relativ frühe spezifische Ansprechbarkeit, für ein bestimmtes Material, eine bestimmte Aufgabe, für eine bestimmte Sache. Der Begabte verspürt zudem eine Neigung, für dieses Material usw. interessiert zu werden. Im Falle einer Begabung zeigt sich auch eine lustbetonte Leichtigkeit im Umgang mit der Bemeisterung dieses Materials etc. Ein Begabter kann sich durchaus für seinen Stoff aufopfern, da dieser ein gesteigertes Bedürfnis hat, auf seinem Gebiet mehr zu erleben. Außerdem ist die begabte Person ständig unzufrieden mit den bereits erlangten Leistungsstufen, was die Anstrengungsbereitschaft in diesem Bereich erhöht. Wissenschaftler bezeichnen es als "produktive Unzufriedenheit". Wachsendes Selbstvertrauen ist ein weiterer Indikator einer Begabung, da ein Talentierter (= Begabter) weiß, wie sehr er seine Materie, Aufgabe, Sache... beherrscht. Schließlich führt dies dazu, dass ein Begabter auf seine überdurchschnittlichen Fähigkeiten vertraut. Ein begnadeter Sänger z. B. würde sich eher wagen, vor einem Publikum aufzutreten als eine Person, deren Begabung nicht das Singen ist. Der letzte und vollkommenste Schritt dieser Entwicklung, eine Begabung umzusetzen, ist die schöpferische Produktivität. Der Begabte wird hier selbstständig und schöpferisch tätig. Er kreiert Neues wie man es bei einem Genie vorfinden kann. [/QUOTE]
Ich meine klar, Begabung ist was anderes, aber damit wollte ich ein gewisse Struktur bezüglich des Denkens und den damit verbundenen Schlussfolgerungen andeuten.
[QUOTE] Je größer dein Wissen wird, desto mehr merkst du, wie beschränkt der Mensch eigentlich ist. Wenn du auf der einen Seite mehr Fakten weißt, hast du die Jahreszahl einer anderen wichtigen Begebenheit vergessen. Weil das menschliche Gehirn nicht für diese Art der Erkenntnisfähigkeit geschaffen ist. Deshalb geht es darum, im Denken weiterzukommen. Eine absolute Erkenntnis wird es nie geben. In den Lehren Buddhas spiegelt sich große Weisheit wieder - in den Äußerungen meiner Großeltern aber auch. Die Weisheiten sind teilweise gleich, teilweise unterschiedlich. [/QUOTE]
Volle Übereinstimmung. Allerdings lasse ich die Möglichkeit einer absoluten Form der Erkenntnis gezielt außer vor. Hierfür denke ich, ist eher eine Begabung, bzw. eine Bestimmung notwendig.

Des Weiteren stimme ich dir zu. Um Weisheit zu erlangen, muss eine solide Basis vorhanden sein. Zuerst kommt die Entdeckung neuer Systeme, dann die Schlussfolgerungen, dann die Erkenntnisse. Und das Gesamte bildet die Erfolge hinsichtlich des Wissens und der Weisheit.

Sorry, ich glaube meine Konzentration ist am Ende. Ich habe gestern gar nicht geschlafen, deshalb fällt mir auch momentan schwer, irgendwelche Sätze zusammen zu kriegen. Deshalb dauert es auch so lange bis ich dir antworte.

Fazit ist, wir kommen weiter. Wichtig hierbei ist, ein Training kann in der Hinsicht keinen 100%gen Erfolg garantieren, da die Individualität vorhanden ist. Allerdings sie kann eine gewichtige Ebene gewährleisten.

Gruß
skywalker@Dyspenthes

Du hast den Faktor Weisheit erwähnt. Hier kommen wir zu einem Punkt, wo die Individualität führend wirkt. Ich kann einem Menschen z.B. zeigen, wie er seine Fähigkeiten trainieren kann, aber er muss auch in der Lage, sich trainieren zu lassen. Ein nervöser Mensch oder ein Choleriker hätte z.B. schlechte Chancen was die Geduld angeht. Für die Weisheit zählen zusätzliche Faktoren, die lassen wir erstmal außer vor, da es auch gute Philosophen existierten, die es ein wenig chaotischer hatten!!

Dein Beispiel mit der linken Hand zur Aktivierung zusätzlicher Funktionen heiße ich gut. Ich denke es wäre besser wenn wir mein Beispiel zur Analyse des Menschen fortfahren würden.
Aufmerksamkeit; wie du auch erwähnt hast, ich schaue mir die Person mal richtig an, wie ein Detektiv halt. Ich versuche halt, so viel wie möglich aus meinem „Staunen“ zu gewinnen.
Dann kommt die bewusste Wahrnehmung. Ich nehme jedes Detail bewusst auf. Wie ein Computer der jeden Byte an einer bestimmten Speicherstelle setzt. Jede Information wird entsprechend getrennt gespeichert so zu sagen. Das Gesicht, der Körper, die Falten des Gesichts usw. alle Details halt. Hier kommt das Abstraktionsvermögen an der Reihe. Wozu die Falten speichern, zum welchen Zweck. Na ja, dass muss man erstmal nicht unbedingt wissen können, aber hauptsächlich man hält es abrufbereit.

Wie du auch sagtest, man abstrahiert um Hintergrunde zu erforschen. Ein Mensch, eine bestimmte Person kann mir so vieles liefern. Das Äußere, die Farben, die Körperform, die Maßen, die Farben usw. Wenn man zusätzliche Objekte hinzuzieht, dann hat man viel mehr. Verhalten, Benehmen, Etikette, die Art wie man redet, denkt, fühlt usw. Die Abstrahierung hat zur Folge, dass man an Schlussfolgerungen und Erkenntnisse gelangen kann, die bisher unentdeckte Gebiete waren. Wie du auch erwähnt hast, es gibt so viele unterschiedliche Therapieformen was die Psyche und den Körper angeht. Psychologie liefert aus dem gleichen Prinzip so viele Aussichten z.B.

Die Erkenntnisfähigkeit ist die Kraft die alle Teile des Puzzles zusammensetzt. Die damit verknüpften Faktoren, die das Hantieren bzw. den Vollzug gewährleisten, die müssen noch veranschaulicht werden. Geduld ist wie du sagtest, ein sehr wichtiger Faktor.
DyspenthesWenn ich dich richtig verstanden habe, finde ich, dass Sherlock Holmes ein gutes Beispiel dafür ist, wie man Dinge richtig erkennt und in den richtigen Zusammenhang bringt: während Dr. Watson nur die Oberfläche sieht, vielleicht das Karierte Hemd oder dass die Krawatte schief hängt oder so, sieht er, dass an den Schuhen roter Matsch ist, den es nur in bestimmten Gegenden gibt (Verknüpfung), er sieht, dass die Hose ungebügelt und sehr faltig ist und auch feuchter Dreck dranhängt, obwohl der Mann vielleicht behauptet hat, gerade erst von zu Hause gekommen zu sein, und es nicht regnet, etc. Er schaut bis ins kleinste Detail und bringt alles, was er sieht, in einen größeren Zusammenhang. Miss Marple oder Hercule Poirot sind da auch gute Beispiele. Ihnen fallen verschiedene Dinge auf, und anders, als andere, zucken sie nicht mit den Schultern und gehen daran vorbei, sondern speichern diese Kleinigkeiten in ihrem Gehirn ab, um später den größeren Sinnzusammenhang zu sehen.
Ich weiß, das sind jetzt alles Beispiele aus der Literatur, aber diese Beispiele zeigen ja auch, dass diese Form der Erkenntnisfähigkeit zu dieser Zeit, in der diese Bücher geschrieben wurden, angestrebt wurde. Und ich finde auch, dass man von den Protagonisten lernen kann: Miss Marple versucht z.B. nicht gleich dahinter zu kommen, warum jetzt die Kleinigkeiten so verlaufen, wie sie sind, aber sie geht auch nicht achtlos daran vorbei. Sie merkt sich, dass ihr entwas aufgefallen ist, und wartet ab, bis sich die ganzen Teile zusammenfügen. Hercule Poirot geht Dinge, die erst offensichtlich scheinen, aber ein Teil nicht passt, von einer anderen Seite an, und voilá, nun passt alles.
Ganau wie diese Beispiele kann man seine Fähigkeiten auch trainieren, ich finde sogar, dass man in diesen Büchern relativ gute Anregungen bekommt, näher hinzusehen.
Und das Beispiel mit der linken Hand war ja nicht von mir, es war von LaChatte, wenn du dich richtig erinnerst - da hast du das noch als Ironie abgetan. Aber lies dir nochmal genau durch, was sie schreibt. Denn diese Dinge haben alle ein gemeinsam: das Gehirn muss in völlig profanen Dingen umdenken, und wenn es lernt, umzudenken und Dinge von einer anderen Warte aus auszuführen, kann es auch lernen, Dinge von einer anderen Seite aus zu betrachten. Ich hab von der Körpertherapie gesprochen, die ich besuche, sie als angehende Körpertherapeutin wird dir mit Sicherheit noch erheblich mehr darüber sagen können.
Die Weisheit ist meines Erachtens etwas, was man als oberstes Ziel sehen sollte. Nicht nach der Weisheit Buddhas oder Christi oder wem auch immer zu leben, sondern eigene Weisheit zu erlangen. Und Geduld halte ich für wichtig, wenn man überhaupt Fähigkeiten trainieren möchte (OK, ich gebs zu, das ist zur Zeit das Thema, was mich am meisten beschäftigt, neben dem der Gelassenheit ;) ). Weil man wird nicht gleich Verbesserungen sehen. Man wird wahrscheinlich auch später keine Veränderungen sehen. Aber sie sind da. Andere werden es bemerken, aber man selber fühlt sich immer noch so wie vorher. Das meint der Wikipedia-Artikel ja auch damit, wenn er sagt, dass man immer mehr erlangen will, weil man fühlt, dass man noch zu schlecht auf diesem Gebiet ist.
skywalker[QUOTE] Wenn ich dich richtig verstanden habe, finde ich, dass Sherlock Holmes ein gutes Beispiel dafür ist, wie man Dinge richtig erkennt und in den richtigen Zusammenhang bringt [/QUOTE]
Ja, du sagst es. So genau meine ich es!!!
[QUOTE] Und das Beispiel mit der linken Hand war ja nicht von mir, es war von LaChatte, wenn du dich richtig erinnerst - da hast du das noch als Ironie abgetan. [/QUOTE]
Hierüber war meine Absicht La Chatte genau zu zeigen, dass man nach Möglichkeiten suchen soll, die eine höhere Basis aufweisen. Einer der sich in der Philosophie besser werden will, muss er auch eine Vorstufe besitzen. Das Interesse, der Wille und der Durst müssen da sein sowie andere Faktoren. Das Beispiel mit der linken Hand habe ich auf eine andere Ebene transferiert, da ich genau wusste, wie La Chatte es meinte. Ein Beispiel zur Verdeutlichung:
Es ist nachgewiesen worden, dass Frauen eine angeborene Fähigkeit besitzen, Menschen gut einschätzen zu können. Sie besitzen so zu sagen eine Art Antennen, die es den Frauen erlaubt hinter den Kulissen zu schauen! Deshalb sind Frauen heutzutage gute Psychologen usw. Es gibt gewisse Fähigkeiten die Männer und Frauen während der langen Zeit hier auf Erden entwickelt haben.

Was die Weisheit betrifft, da hast du Recht, sie ist der großer Begleiter einer gute Philosophie. Es ist auch kein Zufall, dass alle große Philosophen sich mit der Weisheit und der Religion befasst haben.

Worüber ich mich sehr freue ist, dass wir das Thema hier ertragreich gestallten haben. Und deshalb möchte ich ein Lob für deine Gedanken aussprechen!

Somit ist es auch leichter geworden, die Faktoren zu beschreiben, die für die Erkenntnisfähigkeit relevant sind. Geduld ist wichtig wie du sagtest. Hinzu kommt Aufgeschlossenheit, Vernunft usw. Der Rest steht in den Büchern Kants!!
LaChatte[QUOTE]Somit ist es auch leichter geworden, die Faktoren zu beschreiben, die für die Erkenntnisfähigkeit relevant sind. Geduld ist wichtig wie du sagtest. Hinzu kommt Aufgeschlossenheit, Vernunft usw. Der Rest steht in den Büchern Kants!![/QUOTE]

Ich disqualifiziere mich in deinen Augen vermutlich, wenn ich sage, dass Kant viel zu lange und viel zu komplizierte Sätze macht. ;)

Ich lese lieber das Johannesevangelium. Und wenn ich endlich genug Chinesisch kann, das Tao Te King im Original *bluff*:D

[QUOTE]Dann kommt die bewusste Wahrnehmung. Ich nehme jedes Detail bewusst auf. Wie ein Computer der jeden Byte an einer bestimmten Speicherstelle setzt. Jede Information wird entsprechend getrennt gespeichert so zu sagen.[/QUOTE]

Nein, das Gehirn arbeitet ganzheitlich. Man vermutet, es nutze hologrammähnliche Formen/Wellen, um sich etwas zu merken. Und oft genügt, dass man sich an ein einziges Detail erinnert, und die ganze Situation steht wieder vollständig da, als Ganzes.

[QUOTE]Ein begabter Wissenschaftler oder Philosoph entdeckt neue Systeme die in sich schlüssig sind und einen Aufbau erlauben. Ok bei Wissenschaft fällt dies leichter, deshalb lassen wir sie außer vor. [/QUOTE]

Wissenschaftliche Arbeit funktioniert da doch deutlich chaotischer. Newton ist nicht eines Tages aufgestanden und hat gesagt "so, heute formuliere ich mal das Gravitationsgesetz." Im Gegenteil hat er sich lange gewundert und sich Fragen gestellt und experimentiert - und die Lösung soll ihm in einem plötzlichen Geistesblitz gekommen sein, als er gemütlich unter einem Apfelbaum lag.

Wissenschaftliche Forschung hat mehr mit der Situation eines Menschen zu tun, der ohne Karte und Kompass sich im Wald verirrt hat und seinen Weg wieder raus sucht, als dem Helikopterpiloten mit GPS- Navigation.

Das System entsteht, wenn überhaupt, erst ganz am Schluss des Forschungsprozesses.
Dyspenthes@skywalker:
LaChatte hat absolut recht. Und es gibt noch andere Beispiele dafür: Einstein hat auch nur sich über etwas gewundert, was ihm aufgefallen war - und es entstand die Relativitätstheorie. Und Archimedes saß wohl auch in der Badewanne, als er herausfand, wie man das spezifische Gewicht herausfinden konnte. Und es gibt eine Anekdote über Diogenes, der einen Jungen aus der hohlen Hand trinken saß und seinen Becher wegwarf, weil er merkte, dass er nicht einmal den zum Leben brauchte. Erkenntnis kommt auf einmal, unerwartet.
Und was die Wahrnehmung durch das Gehirn anbelangt hat sie erst recht Recht. Ich denke, das, was du anstrebst, ist nicht erreichbar, Sherlock Holmes war auch ein Ideal.
skywalkerLa Chatte, Dyspenthes,

eure Darstellungen werden von der Vorstellung nicht ausgeschlossen. Sie ergänzen sie sogar. Ein plötzlicher Einfall gehört einfach dazu. Ich glaube, diese Erfahrung ist jedem Bekannt. Genau wie das Gegenteil, man vergisst vergangene Einfälle und man ärgert sich darüber, wenn man diese Gedanken braucht! Das von mir gemeinte, wäre wie eine „philosophische Schule“, also eine Ebene, wo jemand die Möglichkeit bekommt, eine solide Basis aufzubauen - allgemein. Die Einfälle so wie bei Einstein und Newton, werden hoffentlich dadurch begünstigt.:D

La Chatte, das von mir erwähnte „Schubladenspeicher-Prinzip“ soll einfach die Möglichkeit betonen, Informationen zu „ fangen“ und zu kategoriesieren. Scherlock war ein gutes Beispiel von dir Dyspenthes.

Wie gesagt, ich beabsichtige nicht etwas Absolutes zu erreichen sondern das Maximum(relativ) aus meiner Kognition herauszuholen. Es gibt talentierte Musiker, Psychologen usw. Und da möge ich behaupten, dass eine Möglichkeit existiert, diese Ebene gezielt anzunähern. Man mag z.B. Philosophie studieren und sich viel Wissen einzueignen, aber ob man ein guter Philosoph, ein wirklich guter Philosoph wird, das ist völlig eine andere Geschichte.
[QUOTE]Ich disqualifiziere mich in deinen Augen vermutlich, wenn ich sage, dass Kant viel zu lange und viel zu komplizierte Sätze macht.
[/QUOTE]keineswegs La Chatte, du hast absolut Recht, ich habe Kant eher in einer übersetzten Form studiert!!:eek:

Ich hoffe ihr versteht genau was ich meine. Ich spreche von einer Möglichkeit, den kleinen Meister – ich betone kleinen – der in uns einduselt, gezielt zu erwecken. Man könnte es wie mit den Topmanagertrainern vergleichen, die für ihre Dienste übrigens eine ganze Menge Geld bekommen.



Gruß
LaChatte[QUOTE]Wie gesagt, ich beabsichtige nicht etwas Absolutes zu erreichen sondern das Maximum(relativ) aus meiner Kognition herauszuholen.[/QUOTE]

Die Methoden, die Kognition zu fördern, sind allgemein bekannt - so gut wie alles Lernen in der Schule zielt auf die Kognition ab.

[QUOTE]Es gibt talentierte Musiker, Psychologen usw. Und da möge ich behaupten, dass eine Möglichkeit existiert, diese Ebene gezielt anzunähern. Man mag z.B. Philosophie studieren und sich viel Wissen einzueignen, aber ob man ein guter Philosoph, ein wirklich guter Philosoph wird, das ist völlig eine andere Geschichte. [/QUOTE]

Jene, die in ihrem Fach Spitzenleistungen erreichen, haben nicht nur eine gut ausgebildete Kognition (das haben die meisten, die ein Abitur machen), sondern auch eine gut entwickelte Intuition - denn wenn es darum geht, zu erkennen, wo in einem Wust von verschiedenen Daten der Knackpunkt steckt, so ist das eher eine Sache des Fühlens und der Intuition als des Nachdenkens.

Wie Galileo Galilei seine Erkenntnisse erwarb, war auch viel eher intuitiv als kognitiv; er passte viel eher schlechte Resultate seinen Überlegungen an, als umgekehrt, auf eine Art, die heute jedem Physikstudenten graue Haare wachsen lassen würde. Wenn er der Meinung war, dass seine Intuition stimmte, so sprachen für ihn auch Experimente mit anderen Resultaten nicht dagegen - und er hatte ja oft auch recht.

Schliesslich war es damals auch viel schwieriger, genaue Resultate zu erhalten - so mass er die Zeit, mit der seine Kugeln schiefe Bahnen herunterrollten, mit Hilfe eines Musikstückes. ;)

[QUOTE]Ich hoffe ihr versteht genau was ich meine. Ich spreche von einer Möglichkeit, den kleinen Meister – ich betone kleinen – der in uns einduselt, gezielt zu erwecken. [/QUOTE]

Ich habe ja weiter oben schon einiges vorgeschlagen, hast du schon etwas davon umgesetzt?
skywalker[QUOTE]Die Methoden, die Kognition zu fördern, sind allgemein bekannt - so gut wie alles Lernen in der Schule zielt auf die Kognition ab.

Jene, die in ihrem Fach Spitzenleistungen erreichen, haben nicht nur eine gut ausgebildete Kognition (das haben die meisten, die ein Abitur machen…. [/QUOTE]
Hier möchte ich widersprechen. Das ist definitiv nicht der Fall. Die Schule begünstigt nur die Entwicklung der Fähigkeiten. Dies wird durch die Tatsache bestätigt, dass es Menschen gibt, die eine mäßige schulische Bildung besitzen und trotzdem eine hochgradige Kognition aufweisen. Die zweite Tatsache ist, dass eine ausgeprägte Kognition auch in den Kind- und Jugendalter gegenwärtig sein kann. Denn laut Wikipedia gehören zur Kognition:

Aufmerksamkeit
Wahrnehmungsfähigkeit
Erkenntnisfähigkeit
Schlussfolgerung
Entscheidungsfindung
Erinnerung / Merkfähigkeit
Lernfähigkeit
Abstraktionsvermögen
Rationalität

Die Beispiele sind eher selten, aber viele begabte Menschen, waren schon als Kinder in der Lage, Zusammenhänge zu erkennen und neue Systeme zu bilden. Und manche Kinder hatten nicht die Möglichkeit eine solide schulische Bildung zu absolvieren – wie gesagt, die Schule entspricht eher der Förderungsrolle.

Intuition, Empathie, Vorahnung und ähnliche Faktoren schließe ich keineswegs aus. Sie sind eine Zumischung.
[QUOTE] Ich habe ja weiter oben schon einiges vorgeschlagen, hast du schon etwas davon umgesetzt? [/QUOTE]
Danke für den Hinweis, ich dachte vielleicht du hättest irgendwie gemerkt, wieso ich das Thema so vielstimmig hingestreckt habe. Der wahre Grund ist, dass ich das Interesse mancher „philodurstigen“ User zu wecken anstrebte, da ich die Thematik hier wirklich würdige. Eine Antwort zum Thema besitze ich bereits, deshalb habe ich versucht eine gewisse Orientierung herbei zu schaffen. Daher muss ich ehrlich sagen, ich bin auch ein bisschen enttäuscht, da ich mit mehr Resonanz gerechnet hatte – nicht nur mit dem Thema hier sondern allgemein, da ich immer damit rechnete, dass viele durstige Denker hier unterwegs sind!

Aber worüber ich mich sehr freue ist, dass zwei weibliche Denker sich die Mühe gemacht haben, daher möchte ich ein großes Lob aussprechen!

Gruß
DyspenthesHm, tut mir leid, aber ich muss dir widersprechen. Die Dinge, die du unter Kognition genannt hast, sind von Anfang an im Menschen verwurzelt. Kinder sind, spätestens wenn sie ins Krabbelalter kommen, unglaublich wissensdurstig. Sie versuchen, die Welt um sich herum zu erforschen und tiefer zu betrachten und möglichst viel Erkenntnis zu erlangen. Ich geb dir mal zu jedem der Punkte ein Beispiel:

Aufmerksamkeit:
Schau dir ein Kleinkind an und wie es die Welt betrachtet. Es nimmt alles auf, was an Einflüssen auf es einströmt. Kleine Kinder sind noch erheblich aufmerksamer als Erwachsene.

Wahrnehmungsfähigkeit
dito. Kinder nehmen mehr wahr, weil sie noch keine festgelegten Gedankenstrukturen haben, durch die Dinge in Kategorien gesteckt werden. Diese müssen erst entwickelt werden.

Erkenntnisfähigkeit
Also, ich hab mal bei meiner Großcousine Babysitten gemacht, als sie in dem Alter war, alles erforschen zu wollen. Der Forscherdrang ist übrigens bei Kinden auch sehr ausgeprägt. Sie hat alles angefasst, alles mal in den Mund stecken wollen, was ihr geschmeckt hat oder ihr im Mund gut gefiel, war gut und sie wollte es nicht mehr hergeben. Was dem nicht entsprach, war schlecht und sie hat es nicht nochmal probiert. Diese Art der Erkenntnisfähigkeit ist Erwachsenen oft leider abhanden gekommen.

Schlussfolgerung
Die Schlussfolgerung, dass diese Gegenstände nicht gut schmecken, konnte sie vielleicht nicht in diesem Alter formulieren, aber sie hat sie mit Sicherheit getroffen

Entscheidungsfindung
Die Entscheidungsfindung lernt ein Kind auch, wenn es aufwächst.

Erinnerung / Merkfähigkeit
Erinnerung und Merkfähigkeit werden so ab Kindergarten/Grundschule gezielt mit den Kindern trainiert. Gedichte auswendig lernen, wir durften früher unsere Hausaufgaben nicht auf einen Zettel schreiben, sondern sollten sie uns merken, bis wir zu Hause waren, im Unterricht über die letzte Stunde abgefragt werden oder im Kindergarten über eine gemeinsame Aktivität...

Lernfähigkeit , Abstraktionsvermögen, Rationalität
werden ebenso in der Schule trainiert, jedes in dem Alter, wo es angebracht ist. Sobald ein Mensch in die Pubertät kommt, hat er ein gewisses Maß an diesen Dingen erlangt, die dann durch den weiteren Schulbesuch weiter entwickelt werden.


Ich denke, es ist eher eine Frage der Förderung, ob man jetzt in diesen Dingen besonders gut ist oder nicht. Wenn deine Eltern und Lehrer viel Zeit mit dir verbracht haben und dich gefordert und gefördert haben, wirst du diese Dinge besser beherrschen, als wenn deine Eltern sich nicht so sehr um deine Förderung bemüht haben, den kindlichen Forscherdrang unterdrückt haben, etc. Man kann als Erwachsener diese Dinge zwar so trainieren, dass sie erhalten bleiben und man nicht in Gedankenschemata verfällt, aber verbessern kann man diese Dinge nie wieder, weil man von alleine immer schlechter in diesen Fähigkeiten wird. Absolut ohne Schemata im Kopf würde der Mensch irgendwann in der Größe dieser Welt zusammenklappen bzw. könnte noch viel weniger aufnehmen, weil das Gehirn nicht mehr selektiert. Und ob dein Gehirn jetzt eher in der Lage ist, dass du sämtliche Fußballnationalspieler der letzten 50 Jahre aufzählen kannst und du dich an sämtliche Ergebnisse erinnern kannst, oder ob du einen Philosophen liest und dir seine Ideen merken kannst, liegen in der Sozialisation



[QUOTE][i]Original geschrieben von skywalker [/i]
[B]Die Beispiele sind eher selten, aber viele begabte Menschen, waren schon als Kinder in der Lage, Zusammenhänge zu erkennen und neue Systeme zu bilden. Und manche Kinder hatten nicht die Möglichkeit eine solide schulische Bildung zu absolvieren – wie gesagt, die Schule entspricht eher der Förderungsrolle.[/B][/QUOTE]

ALLE Kinder sind in der Lage, Zusammenhänge zu erkennen und neue Systeme zu bilden. Es kommt auf das Maß der Förderung vom ersten Tag an an.



[QUOTE][i]Original geschrieben von skywalker [/i]
[B]Aber worüber ich mich sehr freue ist, dass zwei weibliche Denker sich die Mühe gemacht haben, daher möchte ich ein großes Lob aussprechen![/B][/QUOTE]

Bitte, was soll das denn heißen? Frauen können ebenso abstrakt denken wie Männer und sich in die gleichen abstrakten Ideen eindenken. Logisches Denken ist nicht das Privileg der Männer :mad:
skywalker[QUOTE] Bitte, was soll das denn heißen? Frauen können ebenso abstrakt denken wie Männer und sich in die gleichen abstrakten Ideen eindenken. Logisches Denken ist nicht das Privileg der Männer [/QUOTE]
HE, he, nun sollte das schon was heißen? Nein, diese Absicht war nicht in meinen Zeilen versteckt!! Meine Absicht war eher zu betonen, dass die Männer hier sich inaktiv hielten!!
Für euch zwei war einfach ein würdiges Lob. [IMG]http://www.smileyhome.de/smilies/froehlich/blumen.gif[/IMG]

Andererseits muss ich dir sachlich widersprechen. Wir Menschen sind halt von Natur aus mit Fähigkeiten ausgestattet, die uns einige Privilegien verschaffen. Ich meine, tippen, telefonieren und sprechen zugleich, das ist eindeutig ein Privileg der Frauen!!
[QUOTE] Hm, tut mir leid, aber ich muss dir widersprechen. Die Dinge, die du unter Kognition genannt hast, sind von Anfang an im Menschen verwurzelt. [/QUOTE]
Widersprichst du mich oder La Chatte? Weil ich nämlich das Gleiche wie du behauptete.
Allerdings hier muss man Groß differenzieren. Ich spreche nicht das Vorhandensein der Kognition an sondern die Ausprägung der Fähigkeiten. Im Kindesalter handelt sich um das Input hinsichtlich der kognitiven Fähigkeiten. Das Input ist das, was auch die spätere Entwicklung begünstigt. Die Ausprägung ist individuell, ein Kind kann z.B. in der Lage sein, besondere Leistungen hervor zu bringen. Das ist auch der Unterschied zwischen normalen und überdurchschnittlichen Leistungen was die Kognition angeht.

Beispiel hierzu: Kelvin (Temperaturskala) hattte mit Anfang zwanzig bereits an Hochschulen in London und Paris studiert, in Cambridge ein Examen gemacht (er gewann auch die Preise der dortigen Universität für Rudern und Mathematik, und nebenbei fand er noch Zeit, eine Musikgesellschaft zu gründen), man hatte ihn zum Mitglied des Peterhouse (eines besonderes angsehenen Colleges in Cambridge) gewählt, und er hatte (auf französisch und Englisch) ein Dutzend Aufsätze über reine und angewandte Mathematik geschrieben, die von so atemberaubender Origininalität waren, dass er sie anonym veröffentlichen müsste, um seinen Vorgesetzten Peinlichkeiten zu ersparen. Mit 22 kehrte er an die Universität Glagow zurück und übernahm dort eine Professur für Naturphilosophie, eine Stellung, die er während der nächsten 53 Jahre behielt. (Quelle: Bill Bryson, eine kurze Geschichte von allem)


Gruß
DyspenthesIch behaupte jetzt einfach mal kühn: Die Ausprägung der kognitiven Fähigkeiten ist genetisch veranlagt. Deine Gene entscheiden, ob du eher ein handwerklich oder eher ein im Denken begabter Mensch bist, ob du nun eher ein musikalisches Gehör hast oder ob du mathematische Theorien schnell blickst. Das ganze hat seinen Ursprung in der Evolution, man brauchte nämlich Leute für alles. Man brauchte Menschen, die ein gutes Gehör hatten und die unterschiedlichen Tierstimmen auseinanderhalten konnten, man brauchte Menschen, die besonderst sportlich begabt waren, damit man Jäger hatte, man brauchte Menschen, die ein mathematisch-logisches Denkvermögen hatten, mit dem sie bestimmte Dinge räumlich im Zusammenhang betrachten konnten, man brauchte Menschen, die philosophisch denken konnten, weil die Menschen nach der Antwort der Frage nach dem Zweck ihres Daseins suchten, man brauchte handwerklich begabte Menschen, um Speere zu bauen, um neue Werkzeuge zu entwickeln und um Hütten zu bauen, usw. Von allen brauchte man nur bestimmte Mengen und dementsprechend ist das genetische Material verteilt. Nicht jeder Mensch kann seine musikalischen Fähigkeiten so trainieren, dass er ein zweiter Mozart wird (der ja schon mit 5 Jahren Symphonien komponierte, allerdings auch starkem Druck durch seinen Vater ausgesetzt war). Das können nur Genies. Aber ein musikalisch begabter Mensch ist durchaus in der Lage, eigene Stücke zu schreiben, wenn er seine Gabe trainiert und nutzt. Ebenso ist ein philosophisch begabter Mensch, wenn er seine Gabe trainiert, dazu in der Lage, einene philosophische Ideen aufzustellen.
LaChatte und ich hatten bisher allgemeiner geantwortet: Wenn du deine Wahrnehmungsfähigkeit vergrößern willst, solltest du die Beispiele, die sie genannt hat, ausprobieren, da sie dein Wahrnehmungsfeld vergrößern.
skywalkerDyspenthes,

ja, das ist so eine Sache mit der Veranlagung. Das Thema haben wir bereits behandelt. Das war auch mein aller erstes Thread hier. Es wäre nett wenn du mal reinschauen würdest.

Nun, ich bin ein bisschen gespalten was dieses Thema betrifft. Wikepedia behauptet was anderes (Begabung ist nicht angeboren). Es existieren genug Beispiele die für beide Seiten zusprechen (Angeboren oder nicht). Ein kräftiges Argument in der Hinsicht ist z.B. die Tatsache, dass eine Begabung nicht übertragbar ist - genetisch bedingt meine ich.

Also wie gesagt, in der Diskussionsrunde "ist Begabung angeboren?", haben wir das Thema ausführlich analysiert.

[QUOTE] Nicht jeder Mensch kann seine musikalischen Fähigkeiten so trainieren, dass er ein zweiter Mozart wird (der ja schon mit 5 Jahren Symphonien komponierte, allerdings auch starkem Druck durch seinen Vater ausgesetzt war). Das können nur Genies. Aber ein musikalisch begabter Mensch ist durchaus in der Lage, eigene Stücke zu schreiben, wenn er seine Gabe trainiert und nutzt. Ebenso ist ein philosophisch begabter Mensch, wenn er seine Gabe trainiert, dazu in der Lage, einene philosophische Ideen aufzustellen. [/QUOTE] Volle Übereinstimmung. Das will ich auch gar nicht dementieren. Also na ja, eine Trainingsmethode um Genie zu werden, das ist doch zu hoch. Aber 30% eines Genies, da möge ich behaupten, dass dieser Trainingsweg existent ist.

Und die Tipps von La Chatte sind natürlich hilfreiche Mittel zur Unterstützung des Trainingsplans. Also, ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass diese Tipps unter anderen eher für die esoterische Seite als Trainingsmitteln geeignet sind. Aber wie gesagt, ich wende sie nicht ab.

Gruß
Dyspenthes1. Die Übungen, von denen LaChatte gesprochen hatte, sind nicht (nur) esoterisch, mal abgesehen davon, dass die esoterischen Erfahrungen auch nicht von ungefähr kommen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sie im Gehirn Veränderungen hervorrufen und dass sie die Wahrnehmungsfähigkeit und die Aufnahmefähigkeit des Gehirns vergrößern. Vielleicht steckst du sie einfach zu sehr in dieses Bild der Esoterikerin und übersiehst, dass auch die Esoterik nicht zu diesen Erfahrungen gekommen wäre, wenn da nicht was dran wäre. Erst hat man gemerkt, dass etwas passiert, dann hat man es weitergegeben, auch wenn man in früheren Zeiten nicht so genau wusste, dass etwas passiert - man hat es sich mit Gott oder Energie erklärt, weil man nicht wusste, wie es passierte. Heute wissen wir, wie diese Vorgänge im Gehirn wirken, aber dass dabei eine Energie wirkt, ist auch wissenschaftlich unbestreitbar.

2. Ein großes Werk, egal in welcher Sparte, besteht aus 10% Inspiration und 90% Transpiration. Du siehst in meinen Augen die Begabung zu stark an und nicht, wie diese Begabung am besten zu nutzen ist. Ich habe ja geschrieben, dass Begabung genetisch vererbt ist. Du kannst die ausnutzen oder schleifen lassen. Aber Begabung erweitern kannst du, meines Erachtens, nicht.
skywalker[QUOTE] Die Übungen, von denen LaChatte gesprochen hatte, sind nicht (nur) esoterisch, mal abgesehen davon, dass die esoterischen Erfahrungen auch nicht von ungefähr kommen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sie im Gehirn Veränderungen hervorrufen und dass sie die Wahrnehmungsfähigkeit und die Aufnahmefähigkeit des Gehirns vergrößern. Vielleicht steckst du sie einfach zu sehr in dieses Bild der Esoterikerin und übersiehst, dass auch die Esoterik nicht zu diesen Erfahrungen gekommen wäre, wenn da nicht was dran wäre.[/QUOTE]
Na ja, meine Wahl bezüglich der getroffenen Wortkombination sollte den von dir gemeinten Eindruck nicht erwecken. Ich glaube du interpretierst meine Aussage in einer anderen Richtung.

Ich bin seit langem selbst ein Esoteriker. Aber ich denke, es gehört einfach dazu, dass man gewisse Ebenen je nach Objekt differenzieren sollte. Ich wende die Esoterik nicht ab und würdige ihre Leistungen, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass Genies und begabte Menschen die Esoterik eher als nicht gemeinsamen Faktor hatten.
[QUOTE] Ein großes Werk, egal in welcher Sparte, besteht aus 10% Inspiration und 90% Transpiration. Du siehst in meinen Augen die Begabung zu stark an und nicht, wie diese Begabung am besten zu nutzen ist. Ich habe ja geschrieben, dass Begabung genetisch vererbt ist. Du kannst die ausnutzen oder schleifen lassen. Aber Begabung erweitern kannst du, meines Erachtens, nicht. [/QUOTE]
Moment. Hier ist eine Nachdrücklichkeit erforderlich. Die Begabung habe ich nur als Beispiel genommen, um die höhere Leistungsebene zu betonen. Wenn eine Begabung da ist, dann ist der von mir gemeinte Trainingsplan nicht sachdienlich. Es dreht sich mehr darum, aus einem durchschnittlichen Menschen einen Kleinbegabten zu formen.
Wenn ein begabter Mensch seine Fähigkeiten nicht weiterentwickelt, - also nicht transpiriert (lacht) – dann ist es durchaus möglich, dass eine Degeneration stattfinden wird.

Dass die Begabung genetisch vererbt ist, das ist laut des gegenwärtigen Wissenschaftstands definitiv nicht der Fall. Es existiert kein Begabungs- oder Genie-Gen. Weil wenn es existieren würde, dann wäre eine genetische Vererbung möglich. Es existiert kein Mozart-Gen so zu sagen, das erklärt auch warum Kinder von Eltern die Genies und begabten Menschen waren, keine Genies bzw. begabt gewiesen sind.

Ich habe auch andernorts erwähnt, die große Frage bezüglich einer Begabung ist, ob jeder Mensch mit einer Basis zur Begabung ausgestattet ist, aber sie nicht entdecken kann. Ein Beispiel hierzu: nehmen wir an, ein Kind hat eine Begabung auf einem Gebiet, das niemals entdeckt wird. Vielleicht könnte aus dem Jungen die zukünftige Tennislegende werden, aber er bekommt nie die Möglichkeit, sich damit zu beschäftigen.
Persönlich denke ich wie du; dass eine Begabung irgendwie angeboren sei. Die Ursache könnte, ein früheres Leben sein, - wie die Buddhisten behaupten – oder etwas Anderes.
Früher in der damaligen DDR existierte ein Musterverfahren, wie man die entsprechende Talente bzw. Stärke eines Kindes bestimmen konnte. Demgemäß wurden die Kinder in verschiedenen Leistungsrichtungen eingeteilt. Körperliche Begabungen waren leichter festzustellen. Wie Wikipedia sagt: ein begabter Sänger besitzt ein außerordentliches Stimmorgan z.B.

Was die Esoterik betrifft, sie in der Hinsicht gewichtig einzustufen, das ist meines Erachtens ein bisschen ungeeignet. Nicht weil ich es behaupte sondern weil ich denke, – wie du auch behauptet hast – dass ein gut strukturiertes Transpirieren eher zweckvoll sei.

Um das zu verdeutlichen, möchte ich einige Ideen zum Trainingsplan äußern. Stellen wir uns vor, wir eröffnen eine Philosophie-Akademie zwecks der gezielten Steigerung der Denkfähigkeiten. Es werden keine philosophische Lektüre oder Wissen weitergegeben, sondern wie man mit sein Wissen umgehen kann, wie man seine Aufnahmefähigkeit und seine Kognition trainieren kann. Wie gesagt, ich würde esoterische Schritte als zusätzlich Wege in mein Programm aufnehmen. Aber ein Teil des Trainingsplans würde heißen: „Scherlock-Holms-Scharfsinnigkeitsstunde“. Die Schüler müssten jeden Tag verschiedene Beobachtungsstunden absolvieren und verschiedene Objekte „sphärisch“ analysieren lernen. Diese sphärische Analyse bringt auch die vielen Details hervor. Wie du auch behauptet hast, man kann bei der Beobachtung eines Objektes immer wieder etwas Neues entdecken.

Gruß
Dyspenthes[QUOTE][i]Original geschrieben von skywalker [/i]
[B]Dass die Begabung genetisch vererbt ist, das ist laut des gegenwärtigen Wissenschaftstands definitiv nicht der Fall. Es existiert kein Begabungs- oder Genie-Gen. Weil wenn es existieren würde, dann wäre eine genetische Vererbung möglich. Es existiert kein Mozart-Gen so zu sagen, das erklärt auch warum Kinder von Eltern die Genies und begabten Menschen waren, keine Genies bzw. begabt gewiesen sind.

FALSCH! Leopold Mozart war ein außerordentlich begabter Musiker, dessen Werke damals unglaubliche Berühmtheit erlangt haben, man könnte seine Werke auch mit "Genie" erklären - dass sein Sohn der Bekanntere wurde, ist Zufall (wirklich!). Dass Bach der Große Meister ist, liegt an seinem "Wohltemperierten Klavier" - seine Söhne haben auch hervorragend komponieren können, nur haben sie kein so bahnbrechendes Werk veröffentlicht. Bei Beethoven ist es mit der Bekanntheit wie bei Mozart: Zufall. Warum weiß heute kaum noch jemand was von Monteverdi? Warum nicht von Guillaume de Marchaut? Warum kennen so wenige Menschen Dietrich Buxtehude? Oder Telemann? Alles zu ihrer Zeit überaus bekannte Musiker, die ebenso sehr Genie waren wie Mozart, Beethoven, Bach und Händel - nur dass sie im späteren Selektionsprozess, als man anfing, auch alte Werke wieder neu zu beleben, nicht ausgewählt wurde (wie gesagt: Zufall) und dafür die, die wir heute kennen.


Deinen Trainingsplan mag ich nicht. Er ist zu gezielt, da werden unglaublich viele Faktoren nicht berücksichtigt.
skywalkerNein, hier möchte ich widersprechen. Dass Leopold auch in der Hinsicht begabt war, das ist Tatsache. Aber die Leistung seines Sohnes ist unvergleichbar. Es gibt keine Statistik bzw. ein eindeutiger Hinweis darüber, dass die Begabung vererbbar ist. Ob das Musik, Wissenschaft, Schauspiel usw. es sind kaum Fälle bekannt, wo von Genieeltern Genies hervorkamen. Wenn das Gegenteil der Fall wäre, dann wäre auch die Genwissenschaft in der Lage, dieses Gen isolieren zu können.
[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Begabung[/url]

Um das Ganze etwas objektiver zu betrachten, muss man auch andere Ebenen zur Vergleich ziehen. Nicht nur Musik; alle Genies der Wissenschaft, Einstein, Newton, Kelvin und Andere hatten keine Eltern die Genies waren! Mag sein dass manche Eltern ein bisschen begabt waren, aber das ist nur ein Zufall. Das sieht man auch Heute, wo viele Kindergenies existieren und die Eltern keine Genies waren. Die Eltern können eine Begabung begünstigen, indem sie die Mitteln zur Verfügung stellen, wie in dem Fall Leopold.
[QUOTE] Deinen Trainingsplan mag ich nicht. Er ist zu gezielt, da werden unglaublich viele Faktoren nicht berücksichtigt. [/QUOTE]
Das war nur ein Punkt von dem Trainingsplan. Man muss auch berücksichtigen, dass das Interesse hier ausschlaggebend ist. Es gibt viele Menschen, die sehr gut in Mathematik, Physik und anderen Fächer sind; viele haben auch später die Möglichkeit zu studieren und gute Leistungen auf dem jeweiligen Gebiet zu erbringen, aber für überdurchschnittliche Leistungen, da gehört mehr dazu. Und Philosophie ähnelt sich mit der Mathematik auf dem Gebiet des Unbekannten. Wo man neue Systeme entdecken will, wie das in der heutigen Astrophysik der Fall ist. Die Relativitätstheorie, die Quantenmechanik sowie die Stringtheorie Heute, sind allesamt, neue Entdeckungen.

Und mein Trainingsplan zielt auf die Möglichkeit, das Vorhandene relativ zu maximieren. Würde wie gesagt, ein esoterisches Gebiet in Frage kommen, dann würde der Plan anderes aussehen. Ein Läufer befolgt einen ganz anderen Trainingsplan als ein Gewichtheber zum Beispiel. Und da die Kognition bezüglich wissenschaftlicher und philosophischer Arbeit in Frage kommt, dann müsste mein Trainingsplan entsprechend gestaltet werden.

Ich würde auch niemals das Gegenteil behaupten, dass esoterische Übungen nicht gut seien. Musik hören, ein bisschen meditieren, mal selber kochen, Spazieren gehen usw. das sind zusätzliche Hilfen ja. Aber im Vordergrund steht die Kognition. Und da sage ich mir, es ist erforderlich einen Weg zu finden, diese kognitive Fähigkeiten [U]fokussieren[/U] zu lernen.

Wenn einer zum Beispiel von Natur aus ein unruhiger Typ ist, dann würde ich erstmals den esoterischen Weg befolgen, da diese Unruhe ein Hindernis zur Fokussierung darstellt.

Gruß
LaChatte[QUOTE]Ich wende die Esoterik nicht ab und würdige ihre Leistungen, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass Genies und begabte Menschen die Esoterik eher als nicht gemeinsamen Faktor hatten.[/QUOTE]

Newton war Esoteriker; er hat seine Idee der Gravitation von einer durchaus esoterischen Anschauung der "Anziehung" oder "Sympathie" der Gestirne abgeleitet, und er hat neben seinen naturwissenschaftlichen Werken auch über Alchemie geschrieben.

Einstein war gläubig, und Gott spielte für ihn eine grosse Rolle.

Giordano Bruno war Esoteriker

Pythagoras sowieso

Plato und Sokrates glaubten an die Reinkarnation

Der Arzt Paracelsus war Esoteriker

Leonardo Da Vinci ist eh im Moment als Superesoteriker im Gespräch

Genie besteht vermutlich darin, dass man erstens fähig ist, Zusammenhänge intuitiv wahrzunehmen, und dann zweitens auch noch den Mut hat, diese intuitiven Erkenntnisse zu verfolgen, nachzuforschen und in eine sprachliche oder mathematische Form zu bringen. Und das Hauptmerkmal von Genies, die auch nach Jahrhunderten noch bekannt und bedeutend sind, liegt wohl darin, dass sie es wagen, ganz Neues und Unerhörtes zu denken.

[QUOTE]Wo man neue Systeme entdecken will, wie das in der heutigen Astrophysik der Fall ist. Die Relativitätstheorie, die Quantenmechanik sowie die Stringtheorie Heute, sind allesamt, neue Entdeckungen.[/QUOTE]

alte spirituelle Texte über das Wesen von Zeit, Raum und Materie gleichen oft aufs Haar den Aussagen von heutigen Physikern über das Wesen von Zeit, Raum und Materie. Neu ist "nur" die Forumulierung dieses Wissens als mathematische Formeln.
DyspenthesEben.
@Skywalker: LaChatte hat vollkommen Recht und nur durch die spirituelle Erfahrung kann man Dinge wahrnehmen, die andere nicht sehen.

Und nochmal zu Leopold unf Wolfgang Amadeus: W.A. war ein Genie insofern, dass er, nachdem er schon seit er gerade laufen konnte, auf Musik getrimmt worden war und von klein auf nichts anderes kannte.
Übrigens habe ich gerade nochmal in Wikipedia nachgeschlagen, sein erstes Werk hat er mit 9 geschrieben, ein Menuett, und seine gesamte Familie war hoch musikalisch, das gleiche gilt für die Familie Bach.
In einer Vorlesung haben wir mal erzählt bekommen, wie das war, als die Genies von den Nichtgenies getrennt wurden: Die Komponisten waren teilweise über Jahrhunderte wieder unbekannt gewesen (z.B. Bach und Händel). Damals wurde nicht komponiert, weil es so schön war, sondern Musik war wie heute ein Gebrauchsgut. Bach stammte aus einer Familie von Kirchenmusikern, hat das richtig gelernt und hat für jeden Sonntag ein neues Präludium geschrieben. Die Komponisten, die nicht im Auftrag der Kirche sondern der Fürsten komponierten, haben dies für diverse Festivitäten an den Fürstenhöfen getan. Ähnlich wie heute eine Single nach der anderen auf dem Markt geschmissen wird. Zu Zeiten von Haydn war Bach längst veraltet, als Haydn ein alter Mann war, hat man ihm noch Ehre entgegengebracht, weil er eine gewisse Bekanntheit erlangt hatte, aber seine Musik wurde lang nicht mehr aufgeführt. So erging es so gut wie allen Komponisten, bis irgendwann im 19. Jahrhundert eine Rückbesinnung stattfand. Im Zuge dessen wurden nach und nach die Werke älterer Komponisten wieder aufgelegt - Haydn erst im 20. Jahrhundert, wenn ich mich richtig erinnere. Bis dahin wollte niemand mehr den alten Kram hören. Man kann es sich so in etwa vorstellen, wie jetzt nach und nach die Revivals: Man hat ein 80er-Jahre-Revival und manche Lieder werden wieder häufiger gespielt, andere nicht. Bei manchen Liedern fragt man sich, warum die nicht gespielt werden, wo die doch damals ziemlich wichtig waren, bei anderen Liedern fragt man sich, warum so unrelevante Stücke wieder gespielt werden. Genauso ist das mit der Klassik. Das Geniedenken ist uns in Bezug auf die Komponisten antrainiert und ist eigentlich ein Resultat der Epoche der Romantik. Zu Zeiten Leonardos hatte der Mensch vielseitig zu sein, Leonardo wurde damals nicht als Genie gesehen. Aber in der Romantik kam die Idee des Genies auf und darauf ist ja auch der heutige Kanon der angeblichen Genies in Kunst und Musik zurückzuführen. Wirkliches Genie gibt es nicht. Es gibt Hochbegabte und es gibt weniger Begabte - und woher willst du wissen, ob in den Genen, wie sie in einem Kind zusammenkommen, nicht irgendwo ein Gen bzw. ein DNA-Abschnitt ist, der lange unterdrückt wurde, weil diese Stelle von einem anderen DNA-Abschnitt besser ausgeführt wurde - und nun zum Ausdruck kommt? Dass Begabung in der Familie liegt, sieht man ja schon bei Mozart und Bach.
skywalker@La Chatte,

Ich meinte nicht, was man war sondern was man machte. Es ist ein Unterschied ob ich religiös bin und ob religiöse Rituale ein Teil meines Alltags sind. Das habe ich gemeint. Sorry, wenn was anderes raus kam.

Und das weil wir gerade beim Thema waren, wo ich gemeint habe, dass esoterische Praktiken eher zweitrangig sind. Und meine Aussage war die Fortsetzung darüber.

Fast alle große Philosophen waren religiös oder Esoteriker. Und Lao-Tse, Konfuzius und andere große Meister, haben - wie du auch La Chatte sagtest - eine ganze Menge über Raum und Zeit geschrieben; eine herausragende Philosophie. Auch bei Zen-Buddhismus wurde dieses von mir genannte Fokussieren mittels Meditation praktiziert. Die Mönche bekamen eine Aufgabe gestellt, die sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums und unter Aufsicht lösen müssten.

@Dyspenthes,

wie ich zuvor gesagt habe, ich schließe die Möglichkeit nicht aus, dass irgendwann ein Genie-Gen entdeckt wird. Meine Behauptung stützt sich aber auf gegenwärtige Tatsachen. Die Beispiele die du genannt hast, erachte ich als eine Ausnahme bzw. als Zufall. Das ist auch der große Unterschied zwischen Spekulation, Hypothese und Theorie. Eine Spekulation ist nur eine persönliche Behauptung. Eine Hypothese ist schon etwas mehr. Und eine Theorie ist viel, viel mehr. Wenn wir von der Geschichte, sagen wir, 200 Fälle kennen, wo die Menschen Genies waren, und 10 Fällen davon uns verraten, dass die Eltern auch Genies waren, dann kann dies deine Behauptung nicht zementieren, insofern, bleibt dies nur eine Hypothese.

Weil du vergisst auch etwas. Musik ist auch Geschmackssache. Wenn du etwas vergleichst, dann musst du auch alle Ebenen wo Genies vorhanden sind. Und was die Wissenschaft, Philosophie und anderen Ebenen, da ist eher die Ausnahmen, dass die Eltern auch Genies waren.


Gruß
LaChatte[QUOTE]Ich meinte nicht, was man war sondern was man machte. Es ist ein Unterschied ob ich religiös bin und ob religiöse Rituale ein Teil meines Alltags sind. Das habe ich gemeint. Sorry, wenn was anderes raus kam.[/QUOTE]

Rituale braucht der Mensch. So war Kant dafür bekannt, dass er jeden Tag um die exakt gleiche Zeit einen Spaziergang machte - so exakt, dass man die Uhr nach ihm stellen konnte. :D

Und Rituale haben immer einen religiösen Aspekt, egal, ob man dabei bewusst zu Gott betet oder nicht. Rituale geben uns Menschen einen festen Boden, der die Basis für unsere geistigen Höhenflüge bilden kann.

[QUOTE]Und das weil wir gerade beim Thema waren, wo ich gemeint habe, dass esoterische Praktiken eher zweitrangig sind. Und meine Aussage war die Fortsetzung darüber.[/QUOTE]

Um den Geist zu trainieren, kenne ich kaum was Effektiveres als diese esoterischen Praktiken.

[QUOTE]Weil du vergisst auch etwas. Musik ist auch Geschmackssache. Wenn du etwas vergleichst, dann musst du auch alle Ebenen wo Genies vorhanden sind. Und was die Wissenschaft, Philosophie und anderen Ebenen, da ist eher die Ausnahmen, dass die Eltern auch Genies waren.[/QUOTE]

"Genie" ist ein sehr unklarer Begriff. Der müsste mal zuerst genau definiert werden.

Und Musik ist nicht nur Geschmackssache, sondern es gibt durchaus formale Kriterien, anhand derer man etwas über die Qualität eines Musikstückes aussagen kann (aber da weiss Dyspenthes vermutlich mehr und Besseres als ich)

Aber wenn man die Mathematiker-Familie Euler nimmt, da schien die Mathematik schon irgendwie durch die Gene geflossen zu sein..Und es ist eine Tatsache, dass Kinder von Akademikern viel grössere Chancen haben, selbst Akademiker zu werden, als Kinder von Nicht-Akademikern. Obwohl hier die soziale Vererbung vermutlich eine grössere Rolle spielt als die biologische Vererbung.
skywalkerDa stimme ich dir zu, was die Kinder Akademikern betrifft. Das trifft häufiger zu, allerdings hinsichtlich wissenschaftlicher und ähnlicher Leistungen.

Mit den Ritualen meinte ich nur das gezielte Training. Wie gesagt wenn einer seine Fähigkeiten bezüglich seiner Kognition fokussieren möchte, dann würde ich ihn eher vorschlagen, dass er vier stunden täglich, aufmerksam staunt, als vier Stunden Spazieren geht, verstehst du was ich genau meine? Das wird auch irgendwo logisch nachvollziehbar, wenn man eine von diesen Praktiken komplett weglässt. Stell dir mal vor, der Kant würde nur Spaziergänge führen und garnicht intensiv nachdenken. Aber umgekehrt sieht es anderes aus. Das Denken steht im Vordergrung und nicht der Spaziergang. Er dient eher als Hilfsmittel aber nicht als Hauptfaktor. Ich wende diese Praktiken nicht ab. Sie sind für mich eher wie die Sauce zum Fleisch, so zu sagen!(lacht)

Und mit Geschmackssache was die Musik betrifft, meine ich genau das was Dyspenthes behauptet, weil sie sich so gut mit Musik auskennt. Sie sagte bereits, dass viele Musiker unentdeckt blieben, weil Musikwerke von anderen bevorzugt wurden.

Was die Definition zur Begabung, bzw. Genie angeht, sie ist deutlich definiert. Der Link zur Wikipedia sagt einiges.
[url]http://de.wikipedia.org/wiki/Begabung[/url]

Gruß
LaChatte[QUOTE]Mit den Ritualen meinte ich nur das gezielte Training. Wie gesagt wenn einer seine Fähigkeiten bezüglich seiner Kognition fokussieren möchte, dann würde ich ihn eher vorschlagen, dass er vier stunden täglich, aufmerksam staunt, als vier Stunden Spzieren gehen, verstehst du was ich genau meine. [/QUOTE]

Ich versteh, was du meinst, aber Spazierengehen oder ähnliche Rituale, die den Körper mit einbeziehen, sind nicht etwa eine nette Zugabe, sondern absolut essenziell, wenn man über längere Zeit eine geistige Leistung erbringen möchte.

Einstein beklagte sich, dass er seine besten Ideen immer unter der Dusche hätte. Steven Spielberg (der Filmemacher) hat seine besten Ideen auf der Autobahn.

Wenn wir ein Rätsel oder eine Aufgabe haben, und unseren Körper dazu bringen, auf einer analogen Ebene zu arbeiten, so passiert etwas mit uns, und wir haben eine Erleuchtung. Indem wir beim Spazieren Schritt für Schritt gehen, arbeitet auch unser Geist unbewusst am gestellten Problem. Wenn wir in der Autobahn ein Einfädelmanöver machen, fädelt unser Hirn die Dinge des Problems zusammen. Wenn wir Geschirr spülen, so spült unser Geist alle überflüssigen Ideen weg, und das Wesentliche steht klar und glänzend vor uns.
CarzinomIch sage weder nein noch ja zu dem ganzen hier. Manche Dinge kann man einfach nicht beschreiben, in der Wahrnehmung oder Erkenntnis. Manches ist nicht definierbar, dafür braucht man einfach gewisse Wurzeln in seinem Charakter, das ist für aussenstehende nicht nachvollziehbar. Manche SIND einfach weniger intelligent, das kann man nicht abstreiten.

Stellt es euch mal so vor, als müsstet ihr jemandem erklären, dass man Brot mit o schreibt, der aber keine Hände hat, zum Schreiben, und der auch nicht lesen kann. Macht das für den Sinn, ihm das einfach zu sagen?
skywalkerJa richtig, da gebe ich dir Recht. Ich meine, das ist irgendwo individuell. Wenn du zu einem Meditationszentrum gehst, dann weisst du auch, was auf dich zukommt. Das gleiche gilt auch für ein Fitness-Studio. Der Trainer zeigt dir die diversen Übungen. Er kann dir natürlich Ernährungstipps geben, aber er kocht für dich nicht, und du bist dort um zu trainieren und nicht zum Essen eingeladen, verstehst du wie ich es meine? Du sowie deine Eltern, Familiemitglieder, Freunde usw. alle befolgen irgendetwas was denen gut tut. Das findet jeder selbst raus. Sicherlich, wenn eine Steigerung in der Hinsicht erforderlich ist, dann kann man zusätzlichen Praktiken einbeziehen. Einer der unter der Dusche singt, hat er bestimmt mehr davon, wenn er Meditationskurse besuchen würde. Aber das ist wiederum individuell. Das was für dich oder für meinen Nachbar gut ist, heißt auch nicht unbedingt, dass es auch gut für mich ist.

Die Praktiken bzw. die Tipps von dir, die sind auch wichtig, aber da glaube ich, besitzt jeder seine Individualität. Jeder Denker befolgt irgendwelche Praktiken, die ihn gut tun. Also jeder hat in der Hinsicht seine Gewohnheiten. Ich kann nur Tipps in der Hinsicht geben, aber der Schwerpunkt liegt wo anderes.

Ich habe selber die Erfahrung gemacht, dass die klassisch sitzende Meditation nichts für mich ist. Tai Chi hingegen finde ich absolut super und wurde ich jeden empfehlen. Weil bei Tai Chi fällt es leichter, den Kopf zu leeren und eine gute Konzentration zu erreichen, weil man sich auf die Bewegung konzentriert und dabei alles andere vergisst und den Kopf ausschaltet. Aber wie gesagt, jeder das Seine.

Ein guter Psychologe kann in der Lage sein, viele Mensche helfen zu können, aber er selbst kämpft mit seinen eigenen Problemen. Ein guter Meditationslehrer kann seinen Schülern vieles beibringen, aber er hat trotzdem Schwierigkeiten sein eigenes Leben zu meistern. Verstehst du was ich meine?

Gruß
LaChatte[QUOTE]Die Praktiken bzw. die Tipps von dir, die sind auch wichtig, aber da glaube ich, besitzt jeder seine Individualität. Jeder Denker befolgt irgendwelche Praktiken, die ihn gut tun. [/QUOTE]

Welche Praktiken befolgst du denn? *neugierig bin*:)
Montrose[QUOTE]Obwohl hier die soziale Vererbung vermutlich eine grössere Rolle spielt als die biologische Vererbung.[/QUOTE]Wissenschaft ist "eigentlich" gar nicht so schwer, und man kann es gut plätschern lassen. Es gibt irgendeine Mode-Theorie, und an die hängt man ein Detail ran.

Die "soziale Vererbung" gibt es wirklich. Wenn Du nicht aus einer Akademiker-Familie stammst, fehlt da oft die Gelassenheit und die Schlauheit, seine Karriere auf sich zuplätschern zu lassen. Du weiß nicht, worauf es ankommt.

Das nur am Rande. Denn solche Gelehrten-Dynastien spielen in Deutschland eine gigantische Rolle. Das ist wirklich so.

[QUOTE]dann würde ich ihn eher vorschlagen, dass er vier stunden täglich, aufmerksam staunt, als vier Stunden Spazieren geht, verstehst du was ich genau meine?[/QUOTE]Nicht ganz.

Wenn man viel nachdenkt, dann bauen sich im Gehirn schnell Ordnungen und Welten auf, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben. Die Unterscheidung zwischen "Nachdenken" und "Sich-etwas-Einreden" ist minimal. Und je länger man nachdenkt, desto eher scheint einem auch das falsche richtig zu sein.

Brillantes Denken ist wie ein Spurt .... Du hältst das nicht lange durch. 400 Meter maximal. Das sind ganz kurze Augeblicke, in denen sich die Puzzleteile zusammenfügen. Der Rest ist ...auch für ein "Genie" plumpe Handarbeit.


[QUOTE]Was die Definition zur Begabung, bzw. Genie angeht, sie ist deutlich definiert.[/QUOTE]Das sind zwei verschiedene Dinge.

Genie heißt Schöpferkraft. Damit alleine kommst Du nicht weit. Die Kunst besteht darin, sich nicht nur Dinge auszudenken, sondern sie auch zu realisieren.

Wie überzeugst Du die Leute, daß sie Dir helfen? Woher bekommst Du Geld? Technische Geräte?


Und, wie ich leider sagen muß ..... sich gegen Moden zu wehren, ist sehr schwer. Wenn Du eine noch so tolle Idee hast, aber sie paßt gerade nicht in den mainstream .... schön, in zweihundert Jahren wird man Dich vielleicht mal lobend erwähnen. Aber Dir persönlich bringt Deine Genialität unter Umständen gar nichts.


Wichtig ist das plätschern!! So, wie ein Bergwanderer ein Schritt um den anderen macht ... und die Leute sagen sich: öchje, läuft der aber langsam. Und jener aber wird ans Ziel kommen.

Eins nach dem anderen. Ruckartige Eroberungen ... das sind glückliche Zufälle..... normalerweise funktionieren sie nicht. Normalerweise verschwendest Du Zeit mit der Jagd auf der Taube auf dem Dach, während Dir 20 Spatzen entgehen, die Dich schneller vorangebracht hätten.

edit:
[QUOTE]Ein guter Psychologe kann in der Lage sein, viele Mensche helfen zu können, aber er selbst kämpft mit seinen eigenen Problemen. Ein guter Meditationslehrer kann seinen Schülern vieles beibringen, aber er hat trotzdem Schwierigkeiten sein eigenes Leben zu meistern. Verstehst du was ich meine?[/QUOTE]Das haben die olympischen Götter so eingerichtet, damit der Mensch nicht zu hochnäsig werde. ;)
Carzinom@Skywalker:

Du meinst das also sogesehen so, dass man jemanden die "Werkzeuge" gibt?

Ok, ich erkläre es mal anders. Setze Person xyz aus einer heutigen Schuklasse an den Rechner, und der/die jenige soll dann das heir lesen, samt den metaphorischen Beispielen. Die lesen es vielleicht, nehmen es aber nicht wahr, sondern lachen darüber oder kapieren es schlicht weg nicht. Denn es ist nicht ihrer Natur entsprechend. Heute entwickelt sich fast jeder gleich zu einer Kopie von jemand anderen, es ist ein riesiges Netz der Oberflächlichkeit. Keiner von denen würde je aufgrund seines selbstgefälligen Imagebewusstsein zulassen, sich hierrauf einzulassen, die denken nichtmal selber, sondern lassen denken. Sowas hier erfordert tiefgründiges Denken und schon garnicht den Bezug zu einer der Seiten "HipHop", "Metal", "Punk", etc.. Jemand, der in einer dieser Musikrichtungen seine einzige Identität sieht, wird sich auf sowas nicht einlassen, denn es steht einfach nicht auf seinem "Programm".

Ich weiss, dass das Klischees sind, aber so ist es leider nunmal fast nurnoch. Natürlich kann man sich gothiclike anziehen und auf diese Weise denken, doch finde ich es dann schon besser, wenn man sich auch auf was anderes einlässt, als auf "Friedhofsphilosphie". ich spreche keinen hier damit an, kenne ja noch nichtmal jemanden xD Das soll das ganze nur erläutern.
skywalkersehr durchdachte Argumentation. Du sprichst genau ein großes Hindernis des Denkens allgemein. Das ist ein Zufall, das sollte mein nächstes Thema hier im Board sein!!

Da hast du vollkommen Recht. Viele gehen speziel heutzutage den bequemen Weg ein, indem sie irgendwelche Ideen übernehmen weil sie so elegant und in sich schlüssig erscheinen - auf Anhieb natürlich!

Und das ist wirklich ein Problem. Wieso nicht viele Ideen vereinigen, sie alle zusammenpressen und daraus den eigenen Weg neu entdecken? Das ist für mich die Heausforderung. Das machen aber die Wenigsten, leider. Und das betrifft alle Ebenen.

Gruß
CarzinomSchön, dass es mal einer zu verstehen scheint *g*

Es ist doch so, man kommt als leerer "Datenträger" (wieder sehr metaphorisch xD) zur Welt, geht in den Kindergarten, lernt die anderen leeren Datenträger kennen, geht in die Schule und trifft dann lansgam auf Laufwerk A, in der Schule. Von da aus kommen dann alle Daten auf einen über, schön der Reihe nacht. Model Metrosexualität ist heutzutage mehr im Trend. Modell HipHop kommt dann vermsicht mit Model Punk auch mal vor. Entziehen kann sich dem, der ein kaputter Datenträger ist, in usnerem Fall ein Mensch, mit schwerer Vergangenheit. Der was durchmachen musste. Der kommt entweder garnicht erst mit laufwerk A, oder er geht einfach kaputt und denkt frei. Juchu, Stoff für eine Karikatur xD

Aber so ist es leider. Es fordert entweder ein schweres leben oder viel Intelligenz und einen ausgeprägten Charakter, um sich davon zu lösen. Heutzutage mag ich irgendwie niemanden mehr so recht ansprechen, weil ich nicht weiss, ob dieser jemand nicht auch wieder eins von diesen tausenden Tonbändern ist, die alles nachplappern und kommentieren, aber nichts neues dazulernen wollen.

Gerade deswegen denke ich einfach, kann man das nicht erlernen, nicht, wenn man einmal mit diesem "Programm" wirklich "beschrieben" ist. Es sei denn eben, es wird einem was schlimmes zugefügt. Aber auch dann denke ich eher, ist das nur eine Art Spiegel vorhalten, denn es gibt auch solche, denen die Eltern sterben, es aber trotzdem nicht merken, dass ihre Freunde sie nur als Objekt der Prestige ansehen (auch gut anwendbares Beispiel auf die "Beziehungen" zwischen Mann und Frau/Junge und Mädchen).
skywalkerJa, ich kann genau nachvollziehen was und wie du es meinst. Ich bin zufällig Informatiker vom Beruf(lacht).
Dyspenthes[QUOTE][i]Original geschrieben von skywalker [/i]
[B]Und mit Geschmackssache was die Musik betrifft, meine ich genau das was Dyspenthes behauptet, weil sie sich so gut mit Musik auskennt. Sie sagte bereits, dass viele Musiker unentdeckt blieben, weil Musikwerke von anderen bevorzugt wurden.Gruß [/B][/QUOTE]

Nein, du hast es wirklich nicht verstanden. Es geht nicht darum, dass Musiker absichtlich bevorzugt wurde, es geht darum, dass die Geschichte willkürlich ausgewählt hat, wer nun in den Köpfen sämtlicher Menschen, die sich nicht sehr tief mit Musik beschäftigen, bleiben wird, und wer nicht. Es geht darum, dass Verleger XY sich ein Werk von Bach nimmt und es verlegt, weil er damit Geld verdienen kann, weil es so schön dahinplätschert und weil es im Endeffekt seinem Musikgeschmack entspricht. Warum gibt es in den Charts so viel Musik, die nicht viel taugt in unseren Ohren, die aber trotzdem in Massen gekauft wird? Nicht, weil diese Leute Genies sind (so würde ich Bohlen und co nicht gerade bezeichnen *g*), sondern weil sie schöne eingängige Melodien schreiben. Jeder kennt den Anfang der 5. Symphonie Beethovens, jeder kennt Ave Maria von Bach, die Mondscheinsonate von Beethoven sollte den meisten Menschen ein Begriff sein, Mozarts Kleine Nachtmusik ebenso, etc. Wir haben mal in der Uni ein paar dieser Stücke analysiert, sie haben eins gemeinsam: Sie sind sehr einfach und eingängig gestrickt. Es erfordert keine allzu große Leistung vom Hörer, sich in das Stück einzudenken, es ist leichte Kost. Dass sich diese Musik vielleicht von Musikverlegern leichter verkaufen lässt als etwas, was erheblich schwerer ist und erstmal Verständnis benötigt, ist normal, das sieht man bis heute.
Aber ob diese Menschen Genies waren, bezweifle ich, wie ich auch absolut nicht glaube, dass man so schön selektiv sich ein paar Stunden hinsetzen kann und staunen kann. Das klappt doch nicht. Du staunst dann nicht wirklich, sondern versuchst krampfhaft, dir etwas zum Staunen zu schaffen, und gerätst noch mehr in deine festen Bilder hinein.
skywalker@La Chatte,

nun zu meinen esoterischen Praktiken: also, ich habe mich mit Selbsthypnose beschäftigt, Meditation, Tai-Chi, Yoga, diversen Entspannungstechniken. Hinzu kommen Natur, Musik und Ähnliches was die geistige Wahrnemung bezüglich der Umwelt und des eigenen Körpers betrifft.

Gruß
skywalkerDyspenthes, ich habe dich verstanden was die Musik betrifft, daher habe ich die Wissenschaft als Beispiel genommen. Es gab auch Wissenschaftler die talentiert waren aber nicht so berühmt geworden sind, aber in der Regel sind die Genies doch berühmt geworden, das meinte ich. In der Wissenschaft ist es eindeutiger festzustellen, wer was drauf hat. Was die Musik betrifft, da gebe ich dir Recht, da das Geld regiert.
[QUOTE]Wir haben mal in der Uni ein paar dieser Stücke analysiert, sie haben eins gemeinsam: Sie sind sehr einfach und eingängig gestrickt. Es erfordert keine allzu große Leistung vom Hörer, sich in das Stück einzudenken, es ist leichte Kost. Dass sich diese Musik vielleicht von Musikverlegern leichter verkaufen lässt als etwas, was erheblich schwerer ist und erstmal Verständnis benötigt, ist normal, das sieht man bis heute.
[/QUOTE]
Da liegt auch das Problem. Ich räume gerne ein, dass deine Aussage eine Tatsache ist. Aber wenn man dieses Beispiel auf dem Gebiet der Wissenschaft transferiert, dann findet man keine Bestätigung - in der Regel nicht, meine ich. Man kann nicht im Nachhinein sagen: na ja, Einstein war doch nicht ein Genie gewiesen; seine Theorie war doch einfach gewiesen, sie hat sich besser verkaufen können, verstehst du mich jetzt?

Und dein Beispiel mit dem Staunen, ist es insofern richtig, solange man die Methode nicht kennt. Ein schlechter Trainer kann keinen guten Athleten hervorbringen. Derjenige der eine Trainingsmethode entwickelt hat, muss er auch in der Lage sein, diese produktiv weiter vermitteln können.

Gruß
skywalker@Monty

[QUOTE]Wenn man viel nachdenkt, dann bauen sich im Gehirn schnell Ordnungen und Welten auf, die mit der Realität nichts mehr zu tun haben. Die Unterscheidung zwischen "Nachdenken" und "Sich-etwas-Einreden" ist minimal. Und je länger man nachdenkt, desto eher scheint einem auch das falsche richtig zu sein. [/QUOTE]
Ja, stimme ich dir zu. Auch beim körperlichen Training, läuft nicht alles immer einbahnfrei.
[QUOTE]Brillantes Denken ist wie ein Spurt .... Du hältst das nicht lange durch. 400 Meter maximal. Das sind ganz kurze Augeblicke, in denen sich die Puzzleteile zusammenfügen. Der Rest ist ...auch für ein "Genie" plumpe Handarbeit.[/QUOTE]
Aber um diese brillante 400 Meter Leistung zu erreichen, hat man zuvor sehr lange dafür trainiert. Ein Weltrekord ist das mühsame, von dir gemeinte langsame Plätschern.
[QUOTE]Genie heißt Schöpferkraft. Damit alleine kommst Du nicht weit. Die Kunst besteht darin, sich nicht nur Dinge auszudenken, sondern sie auch zu realisieren.[/QUOTE]
Ist das nicht ein Widerspruch? Schöpferkraft ohne Realisierung? Ich meine so oder so, habe ich es verstanden. Es nutzt nichts wenn man die Formel im Kopf hat, aber nicht realisiert, da hast du Recht.
[QUOTE]Wie überzeugst Du die Leute, daß sie Dir helfen? Woher bekommst Du Geld? Technische Geräte?[/QUOTE]
Tja, das ewige Problem. Das Geld wurde früher für das Bleihaltige Benzin und das FCKW gerne ausgegeben, die Folgen davon sind immer noch präsent!
[QUOTE]Und, wie ich leider sagen muß ..... sich gegen Moden zu wehren, ist sehr schwer. Wenn Du eine noch so tolle Idee hast, aber sie paßt gerade nicht in den mainstream .... schön, in zweihundert Jahren wird man Dich vielleicht mal lobend erwähnen. Aber Dir persönlich bringt Deine Genialität unter Umständen gar nichts. [/QUOTE]
Vollkommen korrekt.
[QUOTE]Wichtig ist das plätschern!! So, wie ein Bergwanderer ein Schritt um den anderen macht ... und die Leute sagen sich: öchje, läuft der aber langsam. Und jener aber wird ans Ziel kommen.

Eins nach dem anderen. Ruckartige Eroberungen ... das sind glückliche Zufälle..... normalerweise funktionieren sie nicht. Normalerweise verschwendest Du Zeit mit der Jagd auf der Taube auf dem Dach, während Dir 20 Spatzen entgehen, die Dich schneller vorangebracht hätten. [/QUOTE]
Volle Übereinstimmung.
AstanIch weiss, das ich jetzt wieder etwas zu hören bekomme wie: "Schmeisst eine These in den Raum, ohne sie zu begründen"

Aber ich finde es schön, das Skywalker dieses Thema etwas ansprechen will. Zumindest ist es auch bis jetzt ganz in meinem Sinne.

Meine Meinung dazu dürfte schon etwas bekannt sein, und deswegen werde ich mich hier auch nicht weiter dazu Äußern.

Fakt ist aber nunmal, das mit training, Selbstdisziplin und Aufwand all das möglich ist.

Es braucht eben nur seine Zeit....

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