| Darkpoem112 | Hei ho Was ist ein guter Philosoph? Jemand der alle alten Philosophen auswendig zitieren kann. Oder doch eher jemand der nicht einen alten Philosoph namentlich nennen kann aber trotzdem gute Ideen, Gedanken un visionen hat? Also ich glaub ja das beide gute Philosophen sein können, und: Ein guter Philosoph ist jemand der in der Gegenwart lebt und über die Vergangenheit nachdenk um die Zukunft zu verstehn. Was denkt ihr dazu? |
| Montrose | Philosophen sind so überflüssig wie ein Pickel am Arsch! Deshalb kann es überhaupt keine "guten Philosophen" geben. Zu aktuellen Weltbildern, Gestaltung der Gesellschaft und Fragen zur Erkenntnis tragen moderne Philosophen überhaupt nichts bei. Das ist alles in den Händen von richtigen Experten wie Theologen oder Physikern, und nicht in den Händen von irgendwelchen Laberheinis. Hin und wieder kauf ich mir so ein Blättchen wie Spektrum der Wissenschaft oder natürlich wissenschaftliche Berichte im SPIEGEL. Wie schon gesagt: Theologen, Archäologen, Biologen, Physiker, Astronomen .... wow, was für phantastische Kontroversen! Ja, sogar die Theologen leben noch, sind alles andere als tot. Aber Philosophen.... gähn. In etwa so interessant wie alte Socken. Lange Rede, kurzer Sinn: wenn Ihr mitreden wollt, betreibt richtige Wissenschaft an realen (natürlichen oder gesellschaftlichen) Objekten, und verschwendet die Zeit nicht mit "philosophischen" Blabla. |
| Achaiah | In meiner Auffassung gibt es keine guten oder schlechten Philosophen, nur Philosophen. Ein Philosoph ist für mich jemand, der versucht zu begreifen. Der nach gänzlicher Klarheit strebt, nach Evidenz von allem und nach einer möglichst allumfassenden Sichtweise. Er sucht nach dem, was ohne geistige Brecheisen nicht zu finden ist. Und das mit akribischer Logik. Was dies für Erkenntnisse mit sich bringt, ist zum Teil überwältigend. Der Kategorische Imperativ, ein glücklicher Sisyphos... Wer sich erst einmal diese Art zu denken erarbeitet hat, kann nicht mehr in gut oder schlecht eingeordnet werden. Höchstens könnte man sagen, es gibt nur gute Philosophen. Nur das was er daraus macht, kann bewertet werden. @Montrose: Wiedereinmal ein äußerst erfrischender Beitrag. Recht hast du. :) Ich mach einfach mal beides. Richtige Wissenschaft und Philosophie. Denn ein Philosophisches Denken kann in der modernen Physik mehr als nützlich sein. (btw: Alexander Graf von Schönburg ist für mich ein Philosoph. Und was er mit seinem Buch "Von der Kunst des stilvollen Verarmens" geschaffen hat, ist nach meiner Ansicht ein sehr großer Beitrag zum Weltbild, der Gestaltung der Gesellschaft und der Erkenntnis. oder etwas nicht?) Grüße, Achaiah |
| Darkpoem112 | Intressante meinung Monstrose. Aber wenn du doch keine Philosophen magst oder anerkennst was machst du dann auf dem Platz der Philosophen?????? |
| Montrose | [QUOTE]Ein Philosoph ist für mich jemand, der versucht zu begreifen. Der nach gänzlicher Klarheit strebt, nach Evidenz von allem und nach einer möglichst allumfassenden Sichtweise.[/QUOTE]Das trifft auf genau 6 Milliarden Menschen zu. Willst Du jetzt alle Menschen "Philosophen" nennen? [QUOTE]Aber wenn du doch keine Philosophen magst oder anerkennst was machst du dann auf dem Platz der Philosophen??????[/QUOTE]Dasselbe wie Sokrates: [SIZE=3]Die Jugend vergiften.[/SIZE] :q :D Nein, sagen wir mal so: es gibt wahrscheinlich sehr viele, die wenigstens ---- wenn ihnen schon der Glaube genommen und keine Macht gegeben ist---- auf diesem Weg sich eigene Bedeutung zusprechen wollen. Das Hirnareal, daß den Menschen Gewißheit und Auserwähltheit vorgaukelt, ist zwar noch nicht erforscht ... aber mit Sicherheit werden wir's in den nächsten drei Jahren kennen. ;) Was will ich damit sagen? Mit dem Gedanken zu spielen, Filosof zu sein und damit jeder seiner Erfahrungen einen Sinn zu geben, könnte eine Illusion sein und läuft Gefahr, geistig faul machen. Denn wenn (man sich einbildet) man ist's, braucht man sich nicht mehr drum bemühen. [QUOTE]kann aber trotzdem gute Ideen, Gedanken un visionen hat?[/QUOTE]Welche "Ideen" und "Visionen"? Ist Dir denn noch niemals aufgefallen, daß hier an Board (und auf der Straße) alle genau dasselbe sagen. Als ob's geistige Klone wären. Aber jeder meint, er und nur er allein würde so denken und hätte es auch noch erfunden. Gute Philosophen gibt's (derzeit) nicht. Weder an den Universitäten noch in den Medien noch in der Klasse 10b der Paul-Furzki-Realschule in Mittelkleckerbach. Und die ganzen kleinen Furzi-Angestellten, die in ihrer Freizeit ein bißchen auf Graf Operpisser machen.... nö, die sind's auch nicht. Das sind bloß gute Kunden für blöde Bücher. Da fällt mir doch noch was [COLOR=red]Konstruktives[/COLOR] ein !!! Philosophen sind Menschen, die Zeit haben bzw. sich Zeit nehmen. Ganz im Ernst! Wer 1 Jahr hat, in dem er jeden Tag schlafen kann, wie er will (egal ob nachmittags oder nachts um 4), der keine Verpflichtung hat, nichts was ihn ablenkt oder seine Gedanken fesselt wie zum Beispiel eine Prüfung oder irgendwelche anderen Termine.... ....und wer in solch einer glücklichen Zeit statt den Weiberröcken hinterherzufummeln sich in einsamen Spaziergängen ergötzt :cool:, und sich Himmel, Pflanzen und Menschen wie wenn's Aliens wären betrachtet..... ...... der hat eine gute Chance, in diesem Jahr vielleicht ein oder zwei gute Gedanken zu haben, die man zurecht philosophisch nennen könnte. Aber das ganze andere Geschmeiß, das in die Schule oder Beruf hetzen muß, das sich in Suff, Freundschaften und nichtigen Vergnügungen ergötzt..... da wird sich in tausend Jahren keine Philosophie finden. Denn dort ist keine Zeit, keine Ruhe und somit kein Boden für ein Denken, das tiefe Wurzeln schlägt. Deswegen rennen diese ganzen Volldeppen ja auch wegen jedem lachhaften Bestseller in die Buchläden: weil --- und das beweist doch ihre Zurückgebliebenheit :mad: --- sie meinen, sie könnten in einer Woche mal auf zweihundert Seiten nachlesen, was sie in 20 Jahren versäumt haben. Nun, diese Menschen erfüllen wenigstens einen edlen Zweck auf Erden. Sie machen die Schriftsteller, jene Wortschwindler, reich. Ich gönn's ihnen. :) Wir sind im Achtelfinale im Fußball. Ist doch schon mal was! Treibt mehr Sport. Philosophie führt bloß zu miesen Cholesterinwerten und einem dicken Bierbauch. :) |
| Darkpoem112 | Wir könnten ja jetzt drüber philosophieren ob und warum Deutschland Weltmeister wird *rofl* Aber Grundlegend hast du, vieleicht ohne es zu merken, einen Punkt aufgegriffen der mich auch immer ein wenig wurmt. Es gibt nämlich durchaus Leute hier, die unzählige Bücher von längst verstorbenen Philosophen lesen, ihre Meinung (also die der alten Philosophen) dann auf Teufel komm raus in den Threads durchboxen, und sich dann für verdammt gute Philosophen halten. Ich finde es aber dann doch viel besser wenn man seine eigene Weltanschauung hat und diese vertritt, egal ob man die alten Philosophen kennt oder nicht. |
| Menedemos | @ Montrose :D Eigentlich sollte ich vermutlich einen Tadel für gewisse grenzwertige Formulierungen aussprechen, es könnte sich ja jemand angesprochen fühlen, der sich für einen Philosophen hält, vielleicht sogar für einen guten und der in letzter Zeit ein Buch gekauft hat. Aber das tu ich nicht, denn im Grunde sprichst du mir aus der Seele. Im übrigen habe ich noch keine "Freunde der Weisheit" kennengelernt, sondern immer nur Freunde der Eitelkeit. Und wenn einer aus Eitelkeit sich um die Weisheit oder gar um die "Wahrheit" kümmert, was soll dabei schon rauskommen? Was dabei rauskommt, ist das, was man in philosophischen Büchern liest. >>> Rumpite libros ne corda vestra rumpantur |
| Achaiah | Warum muss das lesen und kaufen von Büchern durch Eitelkeit begründet sein? Ich habe mir in der letzten Zeit einige Bücher gekauft. Allerdings nicht aus Eitelkeit, sondern aus schlichtem Hunger auf das was in diesen Büchern steht. Es kann Denkanstöße geben. "wenn ich versuche durch möglichst viele "blickwinkel" auch möglichst viele andere meinungen zu betrachten, kann ich mir am ehesten eine eigene bilden." (aus einem anderen thread, aber passend.) So ist es auch mit Büchern. Wenn ich mein Leben lang nur von meiner eigenen Position ausgehe, wie soll ich dann auch nur irgendein klares Bild von etwas haben. Man stelle sich eine Figur vor. sagen wir mal ein dreidimensionales L. Wenn ich immer nur von oben schaue, sehe ich bloß ein I. Wie könnte ich dann jemals eine wahre Aussage darüber treffen, was ich betrachte? Ich halte mich für keinen Philosophen. Nur für einen Interessierten. Und ich denke, das es noch einige gibt, die es ähnlich sehen wie ich. Es mag auch viele geben, die wirklich aus Faulheit in den Buchladen rennen. Aber wohl auch einige, die es nicht deswegen tun, oder? Außerdem könnte man auch sagen, das das nicht-lesen von büchern der eitelkeit entspringt, oder? *gg* ("Ich lese nicht, ha! Ich bin klasse!" - oder so ähnlich :D ) [quote]"Ist Dir denn noch niemals aufgefallen, daß hier an Board (und auf der Straße) alle genau dasselbe sagen. Als ob's geistige Klone wären. Aber jeder meint, er und nur er allein würde so denken und hätte es auch noch erfunden."[/quote] Woher willst du wissen, wie ich (zum Beispiel) denke? Du liest was ich schreibe, was meine Ansichten in Gewissen Dingen sind. Aber was ich Denke, bleibt dir verschlossen. Genau so wie bei allen anderen, die hier schreiben. Vieleicht denken ja wirklich alle gleich. Und genau so wie du. Womit du auch nur ein Klon wärest. ;) Außerdem sehe ich hier auf dem Board und auch auf der Strasse kaum mal jemanden, der das selbe sagt wie auch nur ein anderer. Mal ist man einer Meinung, mal nicht. So ist das eben. Es mag aber auch Menschen geben, die immer anderer Meinung sind. Aus Prinzip oder sowas... ("Ich bin anders, ha! Ich bin klasse!" - um das mal wieder auf zu greifen.) Es gibt einfach immer mehrere Perspektiven. Aber irgendwie geht das ganze grad OT *gg* Grüße, Achaiah |
| Montrose | Nun, zwischen dem üblichen Gerüpel meinerseits möchte ich diesen thread tatsächlich dazu nutzen, meine Schüler an kostbaren Kelch der Weisheit zu laben. :D Anders ausgedrückt *Krawatte zurechtrück* ein Punkt ist wirklich ernstgemeint: ZEIT !!! Darum ging's mir, und gar nicht so sehr ums Bücherlesen. Ich persönlich habe mich ziemlich für Philosophie interessiert, auch einige Bücher und Kurse besucht. Das Entscheidende war aber, daß ich das über gut 15 Jahre betrieben habe. Mir ist ----Montys Lebensbericht :D ---- im Prinzip genau dasselbe wie einem Descartes passiert: mir ist so ziemlich alles an Lehre zusammengebrochen. Seit Jahren hab ich kein einziges Philosophie-Buch mehr angefaßt und hab auch mein Denken eher auf naheliegendere Dinge reduziert. Und genau das ist es, was Möchtegern-Philosophen so gar nicht kapieren: daß sie doch gar nicht wissen, wo sie am Ende rauskommen. Möchtegern-Philosophen starten mit der Hoffnung auf Gewißheit. Und die bekomen sie ja auch durch ihre eigene Einbildung und ihre Bücher -.... wenngleich das noch keine Philosophie ist. Aber wenn sie weitergingen .... und tatsächlich ins Reich der Philosophie gingen..... dann würde plötzlich vieles zu Sand zerrieseln. Möchtegern-Philosophen bedenken den Preis ihres angestrebten Tuns nicht: sehr viel Zeit und Kraft in Nichts investiert zu haben. SO! DIE ZWEITE LEKTION: Ich hab mir über's Wochenende überlegt, ob ich Euch jetzt schon anraten soll, Euch beim Philosophieren auch gut zu ernähren, durch Wein, Bier und Buttermilch sowie drei Spiegeleier. Aber dann dachte ich mir: soweit sind die noch nicht. Das ist eher was für Fortgeschrittene. Also greif ich halt mal was anderes auf, was Euch gerade uinter den Nägeln brennt. [QUOTE]Jemand der alle alten Philosophen auswendig zitieren kann.[/QUOTE] Das ist wie beim Fotografieren. Natürlich bist Du der Fotograf und es sind Deine Bilder. Nur, die Methodik, was man mit verschiedenen Blenden anstellen kann, hilfft doch sehr, noch bessere Bilder zu machen. Ein Grundkanon an Denkfiguren, z.B. den Unterschied zwischen Analytik und Synthese zu kennen, das ist einfach Anfängerwerkzeug. Ohne dieses Wissen kann man seine Gedanken nicht streng ordnen, und es wird daraus keine Philosophie, sondern nur schöne Poesie. Daß ein Satz wie "Wenn die Sonne Lila ist, rülpst Heidi" nach der gängigen Logik ein völlig vernünftiger und folgerichtiger Satz ist, sollte man auch wissen ....und warum das so ist. Man spart sich durch dieses Wissen einfach diesen inflationären und dümmlichen Gberauch des Wortes "logisch" und "rational" wie es eben heutzutage die Dummköpfe zu tun pflegen. Von den alten Philosophen sollte man also nicht lernen, WAS sie gedacht haben, sondern WIE sie gedacht haben... um dann mit diesem METHODENWISSEN auf eine EIGENE Entdeckungsreise zu gehen. Philosophie ist nicht Denken ..... es ist Denken über Denken. [QUOTE]Woher willst du wissen, wie ich (zum Beispiel) denke?[/QUOTE]Ich hatte nicht vor, Dich anzugreifen oder Dein Philosoph-Sein anzuzweifeln, Achaja. Deine Behauptung, die Leute würden unterschiedliche Meinungen vertreten und man könne das eh nicht wissen, was die Leute denken..... hm. Das ist ja wohl ein bißchen eine Ausrede. Denn die Leute äußern Meinungen, und es zeichnet sich auch ein gewisser "Zeitgeist" ab. Du hast durchaus recht, daß die hier geäußerten atheistischen und "rationalen" Sichtweisen, die ich angreife, in der Gesellschaft eher nicht mehrheitsfähig sind. Kann schon sein, daß man sich einen Popanz aufbeut, der in Wirklichkeit nur eine Minderheit repräsentiert. |
| Achaiah | Hui, damit kann ich ja wirklich mal was anfangen ;) zuersteinmal ein zitat von mir selbst (denn ich bin auch klasse! :D ) "Wer sich erst einmal diese Art zu denken erarbeitet hat,[...]" das habe ich geziehlt so formuliert, da es harte arbeit ist nicht nur auswendig zu lernen, sondern auch zu verstehen wie zur hölle irgendwer auf solche kranken gedanken kommt. ;) und ich schätze einfach, das ich erstmal ein wenig gefühl für dieses Denken bekommen muss,- und das vlt mit den büchern. klar ist, das die bücher allein nichts sind. jeder kann zb dem mythos des sisyphos schnell mal lesen, sich ein paar dinge merken und gut. sinnlos. ich hab für dies 3xx-seiten buch fast zwei/drei monate gebraucht. und werd nochmal soviel zeit dafür brauchen. zeit,- wo wir gerade dabei sind ;) da stimme ich dir absolut zu. ich mit meinen 20 jahren hab noch genug davon, aber hatte bisher zu wenig um wirklich das denken zu erlernen. aber was nicht ist, kann ja noch werden. Daher würde ich mir auch nicht anmaßen, mich als philosoph zu bezeichnen. bloß ein interessierter, mehr nicht. allerdings bin ich mir schon jetzt der tatsache bewusst, das ich zwar viel lernen kann mit hilfe der philosophie, aber niemals antworten von ihr bekomme. letztenendes ist auch philosophie nur geschwätz, die regeln werden woanders gemacht. [quote]"Ich hatte nicht vor, Dich anzugreifen oder Dein Philosoph-Sein anzuzweifeln, Achaja."[/quote] bin keiner, wie gesagt ;) und das mitm angreifen... meine güte. gewöhnlicherweise trittst du sowieso als retorischer berserker auf, da kann mans auffassen wie man will, aber rechnen muss man mit dem ein oder anderen seitenhieb. ;) wer das nicht tut hat selber schuld. [quote]"Deine Behauptung, die Leute würden unterschiedliche Meinungen vertreten und man könne das eh nicht wissen, was die Leute denken..... hm. Das ist ja wohl ein bißchen eine Ausrede. Denn die Leute äußern Meinungen, und es zeichnet sich auch ein gewisser "Zeitgeist" ab."[/quote] Ja, sie äußern meinungen, es gibt häufig eine gewisse tendenzielle grundausrichtung... aber zu sagen, das alle gleich denken ist ein bißchen zu weit aus dem fenster gelehnt, finde ich. und wenns doch so ist, warum daran stören? lieber ne pizza essen, schmeckt besser. (achja, gute ernährung: genau das gegenteil von meiner. :D hab nach zwei tagen auf gemüse, obst, brot und milch mal gemerkt, wie erleichtert sich der kopf dann fühlt. geradezu befreit. der ganze fettige mist schmeckt aber viel zu gut... ;) für gute ernährung hab ich ja noch zeit bis zum studium) [quote]"Du hast durchaus recht, daß die hier geäußerten atheistischen und "rationalen" Sichtweisen, die ich angreife, in der Gesellschaft eher nicht mehrheitsfähig sind. Kann schon sein, daß man sich einen Popanz aufbeut, der in Wirklichkeit nur eine Minderheit repräsentiert."[/quote] denke mal dem ist so. wobei es keinen großen unterschied machen wird, obs nun nur um atheistisch-"rationale" oder alle geht ;) Grüßt Achaiah und verzieht sich wieder in seine ecke der philosophie-interessierten und nacktschnecken. (frag nicht) |
| Fräulein Abend | Phylosophen versuchen doch durch Phylosophie das zu erklären, was anderst nicht erklärt werden kann. Wenn mir der Herr vom 2. Eintrag mit Theologie, Physik oder Astronomie Dinge wie das Gewissen oder die Wahrheit erklären kann, dann Respekt. Ein guter Phylosoph, nun, da jeder nur seine Ansicht, Meinung oder Theorie zu einer Sache verdeutlicht, die niemals wiederlegt werden kann gibt es im Grunde keine guten und schlechten Philosophen. |
| Achaiah | @Fräulein Abend: Nein, zu erklären versucht die Philosophie nicht. Wahrheit kann man nicht erklären. Was soll das auch schon sein? Eigentlich ist dieser Begrif im allgemeinen Sprachgebrauch evident. Aber letztenendes kann es garkeine Antwort darauf geben, was Wahr ist und was nicht. Dafür bräuchte man einen Fixen Standpunkt, etwas das sicher ist. Und das gibt es nicht. Es kann nur relative Wahrheiten in geschlossenen Systemen geben. Philosophie ist Denken und Streben. Aber nie ans Ziel kommen. Eben eine Brot- und Sinnlose "Kunst". Außerdem: wenn man wirklich Antworten mit Philosophie finden würde, wärs doch langweilig. Und eine extrem uneffiziente Sache, wenn Menschen seit Tausenden von Jahren übers gleiche Nachdenken und nie was finden. :D Grüße, Achaiah (mir schlich sich grad ein Satz in den Kopf: Wer mit der Philosophie nach Antworten sucht, braucht nur einen Ersatz für Gott.) |
| Montrose | Subducendus populo est tener animus et parum tenax recti: facile transitur ad plures. [SIZE=1]Seneca, Ad Lucilium, Epist. VII[/SIZE];) |
| Achaiah | Montrose, du bist grausam... Latein ist so unendlich lange her... Die Briefe jedoch sind mir noch ein Begriff *gg* Aber was meinst du damit? [quote][i]"Recede in te ipse, quantum potes; cum his versare, qui te meliorem facturi sunt, illos admitte, quos tu potes facere meliores. Mutuo ista fiunt, et homines, dum docent, discunt." - Epistula Moralis, Epist.VII [/i][/quote] In etwas jenes? ;) Es mag schon stimmen... Grüße, Achaiah |
| Anaximander | [quote]Das ist alles in den Händen von richtigen Experten wie [b]Theologen[/b] oder Physikern, und nicht in den Händen von irgendwelchen Laberheinis. [/quote] :D :D :D Wer die Theologie, ein akademisches Schmarotzer-Gebilde, das nicht einmal die [b]grundlegendsten[/b] Bedingungen echter Wissenschaftlichkeit erfüllt, das so wenig an Universitäten verloren hat wie Astrologie oder Alchemie, in derartigen Tönen lobt, bei dem lässt sich erahnen, aus welchen Gründen er von der Philosophie nichts wissen will. Ich schätze mal, du als Christ bist einfach verbittert, dass die heutige (analytische) Philosophie zu einer präzisen und handfesten Wissenschaft geworden ist, die euch Gläubigen und Jenseits-Schwärmern nicht mehr länger das Wort redet, wie zu Hegels Zeiten, sondern eure lächerlichen Abrichtungen als das hinstellt was sie sind: Ein elendes Phantasiegebilde. Im Übrigen ist die moderne Philosophie so stark formalisiert und zu einem so harten Brot geworden, dass kaum ein Fachfremder genug von ihr versteht, um sich ein Urteil erlauben zu können. Ich bin jedenfalls noch niemandem begegnet, der eine auch nur halbwegs realistische Vorstellung davon hat, was Philosophie heutzutage ist und leistet. und dass Philosophie nichts - aber wirklich gar nichts - mit dem Blabla in diesem Forum zu tun hat, versteht sich hoffentlich von selbst. |
| Achaiah | @Anaximander: Dann würds mich freuen, wenn du mich zumindest aufklärst. Was leistet Philosophie heute, und was ist sie? Und welchen Einfluss hat sie auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik? Grüße, Achaiah |
| Anaximander | [quote]@Anaximander: Dann würds mich freuen, wenn du mich zumindest aufklärst. Was leistet Philosophie heute, und was ist sie? Und welchen Einfluss hat sie auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik?[/quote] Zunächst: Falls ich mich missverständlich ausgedrückt habe - mit "Leistung" meine ich einen Beitrag zum allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, einen Beitrag zu unserem Verständnis der Realität. Nicht gemeint war damit irgendein konkreter Nutzen, der für die Gesellschaft abfällt. Den mag man in der Philosophie tatsächlich vergebens suchen (Ebenso wie in hundert anderen Wissenschaften. Welchen konkreten Nutzen haben z.B. Astrophysik oder alte Geschichte?) Aber der gesellschaftliche Nutzen ist mir persönlich ziemlich gleichgültig. ;) Denn, auch wenn es antiqiiert klingt, aber in meinen Augen ist die primäre Aufgabe der Wissenschaft immer noch der Erkenntnisgewinn und nicht die Entwicklung neuer Geschmacksverstärker oder Hustenmittel. Was der Gesellschaft nutzt ist nur [b]Nebenprodukt[/b] der Wissenschaft. In erster Linie soll die Wissenschaft Selbstzweck sein, und nicht Schmiermittel der Industrie oder Gesellschaft. dass dies angesichts der tatsächlich vorliegenden Verhältnisse, in denen Universitäten mehr und mehr zu Ausbildungsstätten werden, unrealistisch sein mag, ist mir bewusst, - ändert aber nichts an meiner Meinung ;) Zu der Frage, was moderne Philosophie [b]ist[/b], kann ich gerne Einführungsliteratur empfehlen. Aber das jetzt hier zu referieren, ist mir zu mühsam, denn das würde eine Weile dauern. |
| Trauerwesen | Hm, hatten wir nicht mal einen Thread "Eigenschaften und bla zum guten Philosophieren?" Ist ja so ähnlich bzw identisch. Zu allernächst sollte ein Philosoph wohl reflektieren können, abwägen und aufgeschlossen sein. Das ist die Kurzform. |
| Achaiah | Du sagst "unserem Verständnis der Realität"... wessen? Und was wäre ein Beispiel für einen Erkenntnisgewinn in den letzten, sagen wir 20, Jahren? Versteh mich nicht falsch, das interessiert mich wirklich. Aber das klingt so allgemein gefasst. Ein anschauliches Beispiel für eine wirklich neue Erkenntniss oder einen Fortschritt in der Sicht der Realität wäre sehr hilfreich. Grüße, Achaiah |
| Darkpoem112 | Bin auch wieder an Bord. Erstmal sorry das ich so still war, aber die letzten Tage war ich ständig in meiner Funktion als Oberfeuerwehrmann unnerwegs (wann lernen die Leute endlich: Erst kochen, dann schlafen!!!!) Also: Erstmal will ich mich hier outen: Ich habe niemals ein Buch über Philosophie gelesen geschweige denn Philosophie untericht gehabt. Aber trotzdem will ich mich deswegen nicht zu einem "Narren der nur dummes Zeug faselt" abstempeln lassen. Ich besfasse mich mit dem Leben, habe selber ein hartes Schicksal erlitten und mich schon mit unzähligen schicksalen anderer befasst. Und meine erkenntnisse stelle ich gerne zur diskusion um mich bestätigen zu lassen oder eben meine Meinung zu korregieren. Immer wieder stoß ich dabei auf leute die mit Fremndwörter um sich werfen (auch hier wieder). Was hier aber zum glück noch nicht vorgekommen ist, sind jene Leute die sich deswegen für viiiiel bessere Philosphen halten als meine wenigkeit. Und das kotz mich so ein wenig an. Verlieren diese Leute nicht die eigentliche Meinung der Philosophie aus den Augen? Anders gesagt: Ich habe keine Ahnung wer den Satz: "Ich denke also bin ich" getätigt hat, aber ich habe mal eine Thread eröffnet ind dem ich gesagt habe "Quatsch, ich verändere also bin ich" Darüber wurde wochenlang philosphiert (ich gloob Monstrose du gehörtest seiner Zeit auch dazu??). Bin ich deswegen ein schlechterer Denker als jene die mir Nachst um halb eins aufs komando sagen können wer dieses Satz ursprüglich von sich geben hat? |