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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Arbeit macht frei ?
Xenomorph"Arbeit macht frei", diesen Slogan können wir noch heute am Schauplatz eines der größten und verabscheuungswürdigsten Verbrechen der gesamten Menschheitsgeschichte lesen...An diesem Ort erreichte die inhumane Ideologie des Nützlichkeitsdenkens und der imperialistischen Menschenvererwertungslogik ihren bislang traurigsten Höhepunkt, denn der deutsche Nationalsozialismus, die ebenso konsequente wie perfide Weiterführung des westlichen Imperialismus mit anderen Mitteln, knüpfte mit seiner extremen Verherrlichung des als etwas urdeutschem angesehenen Arbeitsethos ganz an die Tradition des europäischen Denkens seit der Aufklärung an, wonach "Arbeit" nicht nur eine primäre Vorraussetzung menschlicher "Freiheit", sondern die Grundbedingung menschlicher Existenz als "Gesellschaftswesen" schlechthin sei...

Doch was bedeutet "Arbeit" überhaupt, was unterscheidet sie von anderen Arten menschlicher Aktivität, wie beispielsweise Kunst, Forschung oder Wissenschaft? Innerhalb des Rahmens der imperialistischen Ausbeutergesellschaft gibt es einen solchen Unterschied vom sozial-ökonomischen Standpunkt her überhaupt nicht: Dort gelten alle menschlichen Tätigkeiten, ganz gleich ob hochgeistig-intellektuelles Philosophieren oder stupide-stumpfsinnige Fronarbeit beim Abernten von Maisfeldern gleichermaßen als "Arbeit", sofern das Endprodukt einer Tätigkeit Warencharakter hat, d.h. im Interesse der Kapitalakkumulation und Wertproduktion wieder in den kapitalistischen Verwertungskreislauf einfließt um so den Zwecken der herrschenden Ausbeuterklasse zu dienen..
Alles, was im Rahmen der kapitalistischen Ausbeuterwirtschaft entsteht, dient daher lediglich der Gewinnmaximierung der Kapitalisten, unabhängig von den realen, natürlichen Bedürfnissen der Menschen, d.h., die imperialistische Produktionsmaschinerie der Gegenwart erfüllt nicht nur nicht die wirklichen Bedürfnisse der menschen, sie schafft im Interesse des imperialistischen Götzen namens "Wirtschaftswachstum" obendrein neue "Bedürfnisse", da ständig neue Waren benötigt werden, um das System künstlich am Leben zu erhalten, was wiederum neue "Arbeit" schafft, als Vorraussetzung für die weitere Expansion des Kapitals...
Die Vorraussetzung dafür, dass dieses System seit seiner Entstehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ideologisch gesehen in nahezu unveränderter Form weiterbestehen konnte, ist nicht zuletzt in der imperialistischen Definition des Begriffes der "Arbeit" zu sehen.
Denn der westliche Imperialismus hat auf ideologischem Gebiet in der Tat eine Leistung vollbracht, von der die Ausbeuterklassen der Vormoderne niemals zu träumen gewagt hätten: Seinen Untertanen die "Arbeit" als etwas positives zu verkaufen, wonach man sich zu reissen hat.
Sieht man sich im Vergleich dazu die antike Sklavengesellschaft und die mittelalterliche Feudalgesellschafft an, so wird man feststellen, dass der Begriff der "Arbeit" dort ausschließlich auf die unter Zwang erfolgenden, niederen Tätigkeiten der Unfreien Anwendung fand, auf [B]Sklaven, Heloten, und Leibeigene[/B] , auf alles, was die privilegierten Schichten für sich selber als [B]menschenunwürdig[/B] erachteten, und von daher ihren Sklaven aufbürdeten...

Das lateinische "labor", aus dem das moderne Wort "Arbeit" abgeleitet ist, bedeutete ursprünglich soviel wie [B]Mühsal, Schinderei, Plackerei, Qual,[/B] also alles, was "Arbeit" tatsächlich auch heute noch ist...Eine ganz ähnliche Bedeutung hat das slaw. "rabot", wovon das Wort "Roboter" abgeleitet ist: Stumpfsinnige, ermüdende, geistlose Tätigkeit. Womit wir auf die weiter oben gestellte Frage nach einer möglichst ideologisch neutralen, nichtimperialistischen Definition von "Arbeit" zurückkommen, denn bei solchen (scheinbar) "dummen" Fragen ist folgerichtig eine ebenso "dumme", sprich einfache (nichtideologische) Antwort stets die zutreffende. Hier lautet sie demnach: "Arbeit" ist ein zusammenfassender Oberbegriff für sämtliche Tätigkeiten, die unter (gesellschaftsbedingtem) Zwang geleistet werden, die dem Menschen, der sie zwangsweise verrichtet weder intellektuelle Befriedigung und geistigen Fortschritt, noch körperliches Wohlbefinden verschaffen...
"Arbeit" ist somit jede Betätigung, deren einziger Zweck für das Individuum lediglich darin besteht, sich sein "Recht" auf eine halbwegs menschenwürdige Existenz innerhalb der von der herrschenden Klasse normierten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu erkaufen...
Dabei wäre das inzwischen erreichte Maß der automatisierten Produktionsabläufe bereits heute ausreichend, alle Bedürfnisse aller menschen auf dem Globus in hinreichendem Maße zu erfüllen...Die sogenannte "Arbeitslosigkeit", als Resultat dieser Entwicklung sollte als Gewinn gefeiert, als Beginn der Befreiung von der Lohnarbeit begrüsst werden...Denn wer von der "Arbeit" be(freit) ist, ist frei zu anderen höheren Dingen, frei zur Beschäftigung mit sich selber, mit der Familie, mit Kunst, Literatur Musik und Philosophie...Doch wieso wird diese Arbeitslosigkeit dann nicht als größter Fortschritt seit Menschengedenken gefeiert, sondern als größtes Problem...? Macht Arbeit etwa doch nicht frei, sind die noch-Arbeitenden etwa neidisch auf die potenziellen Möglichkeiten, die sich aus der Befreiung von ihrer "Freiheit" theoretisch ergeben könnten...?
Doch das Kapital und seine Ideologie stehen dem entgegen: Mit dem von ihm seit der industriellen Revolution stetig vorangetriebenen technischen Fortschritt und der damit einhergehenden gesteigerten Effizienz der Produktion hat es die Vorraussetzungen seiner eigenen Überwindung geschaffen, indem es sich selbst die wichtigste Grundlage bereits heute weitgehend entzogen hat: Die "Arbeit"...
Eine Lösung ist daher innerhalb des imperialitischen Systems unmöglich, da es die Rahmenbedingungen seiner Existenz bereits jetzt zerstört hat...Der traditionelle Marxismus ging in seiner Ideologie, die "Arbeit" lediglich vom Kapital zu befreien ebenfalls nicht weit genug, denn "Arbeit" und "Kapital" sind lediglich Pole auf derselben Achse, zwei Erscheinungaformen derselben Sache, verbunden durch den "Warencharakter"...Solange es "Arbeit" gibt, gibt es weiterhin Ausbeutung und Herrschaft...Das Kapital kann nur zerstört werden, wenn auch die "Arbeit" als lohnabhängige Zwangsbeschäftigung verschwindet, die jetzige Ausbeuterklasse einfach zu stürzen, wie es in früheren Revolutionen geschah, genügt daher nicht, da diese eigentlich nie wirkliche Revolutionen, sondern lediglich etwas weitergehende Reformen ein und-deselben, auf Ausbeutung des Menschen durch den Menschen begründeten Systems waren, wo lediglich eine Ausbeuterklasse durch eine andere ersetzt wurde...
Die Menscheit braucht daher in Zukunft ein System, das auf Humanität anstatt auf Unterdrückung und Ausbeutung gegründet ist, ein System, in dem jeder Mensch allein aufgrund der Tatsache, Mensch zu sein, freien und ungehinderten Zugang zu allen Möglichkeiten der materiellen Befriedigung seiner Bedürfnisse, ebenso wie zu seiner ungehinderten geistigen und intellektuellen Weiterentwicklung hat, denn "Arbeit" macht nicht frei, sondern allenfalls blöde und schlimmstenfalls krank...
Maisfelder können auch von dafür programmierten Automaten abgemäht werden, Menschen jedoch sind zu weitaus mehr fähig, als ihr Leben in stumpfsinniger Lohnknechtschaft zu fristen...
pimesonSehr intensive Ausarbeitung. Sehr bereichernd.

Ich frage mich da wirklich in was für einen total veralteten System wir leben.
Angesichts dieser Ballung von Kohlenstoff hat die Menschheit keine Wahl mehr.
Leben ist nunmehr Verwaltung. Die Instrumente sind geschaffen. Wissenseliten und Machteliten, Innovatoren, Spezialisten werden dieses ganze Ding übernehmen. Die Menschheit ist auf dem Weg zum kybernetischen Superorganismus. Unsere Kinder werden in Boxen leben.
Siehe digitale Weltensysteme.

Die brutale Härte wird kommen. Jedoch tröstet der Fakt, daß es ein gleitender Übergang sein kann. Wir protestieren wie ewig unsere Vorfahren.

Nichts ist besser zu gestalten als ein verbranntes Land. Die haben das drauf, keine Frage.

Wie gut das sich Prognosen selten vollständig erfüllt haben.
Lasst uns deshalb der ewig kreative Mensch sein, der an der Grenze zum Klugsch...er Prognosen stellt die sich nicht erfüllen können, da sie eine Idee sind die nur die Richtung, nicht aber das tatsächliche Ergebniss dar te len.

[url]http://www.wtec.org/ConvergingTechnologies/[/url]
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
Der traditionelle Marxismus ging in seiner Ideologie, die "Arbeit" lediglich vom Kapital zu befreien ebenfalls nicht weit genug, denn "Arbeit" und "Kapital" sind lediglich Pole auf derselben Achse, zwei Erscheinungaformen derselben Sache, verbunden durch den "Warencharakter"...Solange es "Arbeit" gibt, gibt es weiterhin Ausbeutung und Herrschaft...Das Kapital kann nur zerstört werden, wenn auch die "Arbeit" als lohnabhängige Zwangsbeschäftigung verschwindet, [/QUOTE]Was verstehst du unter "traditionellem Marxismus"?
Die von dir geforderte Abschaffung der Lohnarbeit war Hauptinhalt von Marxens Zukunftsvision. Noch dazu hat er Wege aufgezeigt, wie diese Zukunftsvision erreicht werden könnte.

[QUOTE]Die Menscheit braucht daher in Zukunft ein System, das auf Humanität anstatt auf Unterdrückung und Ausbeutung gegründet ist, ein System, in dem jeder Mensch allein aufgrund der Tatsache, Mensch zu sein, freien und ungehinderten Zugang zu allen Möglichkeiten der materiellen Befriedigung seiner Bedürfnisse, ebenso wie zu seiner ungehinderten geistigen und intellektuellen Weiterentwicklung hat, denn "Arbeit" macht nicht frei, sondern allenfalls blöde und schlimmstenfalls krank... [/QUOTE]Wenn Arbeit vom Zwang (zur Kapitalvermehrung) befreit ist, und direkt der materiellen Befriedigung der Bedürfnisse, und der ungehinderten geistigen und intellektuellen Weiterentwicklung dient, dann macht sie nicht mehr krank und blöde. Die Befreiung vom Kapital ist keine hinreichende Bedingung für eine menschliche Welt, aber eine notwendige Bedingung.

[QUOTE]Maisfelder können auch von dafür programmierten Automaten abgemäht werden, [/QUOTE]Das setzt zum einen voraus, dass die Felder nicht ständig von Bomben und Grabnaten verwüstet werden, und es setzt zum anderen voraus, dass solche programmierten Automaten vorhanden und arbeitsbereit sind.

Ich habe [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=43015]in diesem Thread[/URL] mehrere Beiträge zu diesem Thema geschrieben, die ich hier nicht alle noch einmal wiederholen will, unter anderem auch zu den Diskrepanzen zwischen den [URL=http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=972762#post972762]Theorien von Marx und Engels und dem "real existierenden Sozialismus".[/URL]
SenecaIch bin dagenen sogar der Meinung, dass man den Menschen etwas WEGNIMMT wenn man seine Arbeit durch eine Maschine erledigen lässt.
Das Ergebniss sind solche verkopften Möchtegern Bohemiens, wie man sie derzeit überall in teuren Bistros sitzen und ständig Drehbücher für Filme schreiben, die nie gedreht werden.
Bildungs- und Selbstfindungsproletariat.

Vor 10 Jahren in der Lehre habe ich mich auch nur ungerne in die Werkstatt geschleppt, weil es selten was interessanten szu tun gab, und man sich die meiste Zeit nur altkluge Sprüche anhören musste...

4 Jahre später saß ich dann als Student mit meinem Laptop in Bistros herum, und hatte nach einem Seminar, oder einer Prüfung keine blassen Schimmer, was ich mit diesen Kentnissen eigentlich anfangen soll, denn niicht jeder Ingenieur landet bei der EADS...und ich war ohnehin immer einer, der sich nicht sonderlich bemühte...

Irgendwann geriet ich also in dieses Projekt für Schweißtechnik, was für mich als gelerneten Metallbauer ein alter Hut war...plötzlich wusste ich, was ich eigentlich machen will...ich will nicht am PC sitzen, udn per AUTOCAD das linke Hintere Federbein des neuen Golf kostruieren...ich möchte etwas greifbares, materielles selbst schaffen.

Heute habe ich selbts eine Werkstatt mit diversen Schweißgeräten, elektrischen Metallsägen und einer selbstgeplanten und -konstruierten Schmiede, und plötzlich machen die "altklugen" Sprüche vom alten Meister richtig Sinn, speziell heute, wo es um jeden Cent geht.

Und es ist wahr: Arbeit befreit den Geist...!

Man kann es auch anders sagen...lass eine Handwerker ein paar Jahre studieren, und plötzlich ändert sich der Bezug zu seiner alten Arbeit, aber auch die Art seiner [i]Werke[/i]...!

PS: Ich verdiene gelegentlich etwas als Helfer in der Landwirtschaft dazu. Das ist hier auf dem Land nicht unüblich...selbst diese Arbeit ist nicht schlimm, man muss nur [i]ungezwungen[/i], und mit der reichigen bezug dazu herangehen, dann bekommt sogar Feldsteine sammeln oder Erdbeeren Pflücken einen Anflug von [i]Zen[/i]...probierts aus. Außerdem lernt ihr dabei polnisch.
LaChatte[QUOTE] Ich bin dagenen sogar der Meinung, dass man den Menschen etwas WEGNIMMT wenn man seine Arbeit durch eine Maschine erledigen lässt.[/QUOTE]

Es kommt wohl sehr darauf an, welche Arbeit man den Menschen wegnimmt. Viele Verwaltungsarbeiten, staatlich wie privat, könnte man wohl problemlos von deutlich weniger Menschen erledigen lassen, wenn nur das Ganze anders organisiert wäre. Und Verwaltungsarbeit ist weder besonders kreativ, noch besonders befriedigend. Auch wenn es natürlich immer möglich ist, einen gewissen meditativen Aspekt drin zu finden... aber da meditiere ich doch lieber einfach so.

Was uns schon weggenommen wurde durch die Industrialisierung ist ein grosser Teil an Handarbeit. Es ist eine befriedigende Arbeit, als Schreiner für alle Kunden individuell auf sie angepasste Möbel, Einzelstücke zu schaffen; es ist viel weniger befriedigend, bei einem grossen Hersteller eine Serie von zehntausend gleichen Stühlen mit immer den gleichen (vorgeschriebenen) Handgriffen zu montieren.

Ich habe sechs Jahre in einem Büro einen Admin-Job gemacht, und obwohl es eine gute Stelle war, so war da am Schluss bloss noch das Gefühl "holt mich hier raus!" Immer die gleichen Formulare, die gleichen Abläufe, die gleichen Termine, ein endloses Mühlrad... endlose Langeweile... nein danke, der Verlust solcher Arbeiten ist kein wirklicher Verlust.

LaChatte, Selbstfindungsproletarierin. :D
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]LaChatte, Selbstfindungsproletarierin. :D [/B][/QUOTE]

Oh weh, da hab ich ja ein Wort kreiert...!
pimesonDa mich dieses Thema sehr interessiert und sehr intensiv auf politische und soziale Fragestellungen eingegangen wurde, möchte Ich gerne auf den anschaulichen Gegensatz " Ost West " zu sprechen kommen. Zwei völlig gegensätzliche Themen.

Hier sind weit nach der Wende brisante Angebote zur Sprache gekommen
z. B. Edgar Most ehemaliger Devisenbanker im Osten, sympatischer Bratwurstfan ( ein Bild spricht Bände ) und von der Regierung Schröder fast zum Sonderbeautragten im Aufbau Ost berufen wurden. Er äußerte, daß die Zeit für eine neue Wirtschaftsordnung gekommen sei. Er sprach die sogenannte Konvergenztheorie an und sagte im Alter von über sechzig Jahren. " Er wäre dabei wenn es darum ginge. "

[URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Konvergenztheorie]http://de.wikipedia.org/wiki/Konvergenztheorie[/URL]

Zur Modellierung einer nachhaltigen Wirtschaftsstruktur gesellt sich momentan ganz klar die Angst ausgeschöpfte Märkte weiterhin bedienen zu müssen und die Erschaffung neuer Absatzmärkte im neuen Dreieck Asia / Afrika / Lateinamerika zu verschlafen.

Um auf den Kern zu kommen:

Konzerne haben erstmals in der Geschichte die Möglichkeit den Faktor Arbeit wirklich neu zu gestalten. Es ist ein Echo der Kolonisationszeit.
Sie kehren in das verbrannte Land zurück.
Im Sektor Wirtschaftsethik wird ernsthaft darüber gesprochen, und als neutrale Größe im Spiel sind die NGOs. z.B. Club of Rome deren Verteter ganz offen um die Jagd auf die besten Kopfe sprechen.

War mein letzter Beitrag die Sage vom Fluch soll das hier die Hoffnung auf den Segen sein.

Doch letzten Endes die Frage: Sollte man nicht eigentlich nur so viel Arbeit beanspruchen, daß alle über Arbeit verfügen ?
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
Das setzt zum einen voraus, dass die Felder nicht ständig von Bomben und Grabnaten verwüstet werden, und es setzt zum anderen voraus, dass solche programmierten Automaten vorhanden und arbeitsbereit sind.
[/B][/QUOTE]

Zu Imperialismus und Krieg:

Das Ende des Krieges hat das Ende des Kapitals (bzw. auch jedweder anderen Form der ausbeuterischen Aneignung menschlicher Tätigkeiten) zu seiner unabdingbaren Vorraussetzung, denn Krieg ist ebenso fester Bestandteil der kapitalistischen Produktionsweise wie Lohnarbeit...
Krieg erfüllt im Rahmen kapitalstischer Produktionsverhältnisse gleich mehrere Funktionen, er dient den Interessen der herrschenden Ausbeuterklasse gleich auf mehreren Ebenen, als da wären:

I. Ideologische Ebene: Der Staat des Kapitals benötigt ideologische Festigung sowohl nach "innen" wie nach "außen"...
Im "Inneren", also auf die "eigene" Bevölkerung angewandt, werden unerwünschte Bevölkerungsteile und soziale Randgruppen, die mit den Zielen der herrschenden Klasse nicht konform gehen, oder sich aus wirtschaftlichen oder sozialen Gründen nicht in das bestehende imperialistische Gefüge nutzbringend integrieren lassen, zu Sündenböcken erklärt...
Derzeit sind es u.a. die "Arbeitslosen", denen diese Sündenbockfunktion zukommt: Sie werden als "Sozialschmarotzer" und "Faulpelze" diskriminiert, die dem (sakrosankten) "Staat auf der Tasche" liegen, sich auf dessen Kosten "ein schönes Leben machen"(als wenn das nicht das natürlichste "Recht" eines jeden Menschen wäre, was aber bei ihnen kaum möglich sen dürfte, angesichts der gesellschaftlichen Ausgrenzung), und sich gefälligst "nützlich zu machen" (im wahrsten Sinne des Wortes) haben...

Dabei kommt dem Begriff der "Faulheit" als Komlämentärbegriff zum kapitalistischen Arbeitsbegriff ohnehin nur innerhalb des imperialistischen Bezugarahmens Gültigkeitsanspruch zu...
So kann ich mich denn auch Paul Lafargues Forderung nach einem "Recht auf Faulheit nur unter Vorbehalten anschließen, da der Begriff "Faulheit" als negativ konnotiertem Begriff stets ein positiver Bezug auf "Arbeit" entgegenstehen muss...Lafargues Argumentation verlässt von daher den Boden des imperialitischen Bezugssystems nicht wirklich, da er an der (urimperialistischen) Vorstellung anhaftet, außerhalb kapitalistischer Lohnarbeit sei keinerlei sinnstiftende menschliche Tätigkeit denkbar, alles ausser Lohnarbeit sei "Nichtstun", "Müßiggang"...
Auf die Idee, dass "Arbeit" lediglich eine relative, an den Zwangscharakter einer Tätigkeit gebundene Kategorie, aber keine absolute, von den gesellschaftlichen Produktionsbedingungen unabhängige Größe ist, verfällt er dabei offensichtlich nicht...

Zurück zum imperialistischen Krieg: Jede Ideologie benötigt also Feinde, von denen sie sich abgrenzen, und deren Unterlegenheit gegenüber dem eigenen Herrschaftssystem sie möglichst auch unter Beweis stellen muss...Kriege sind ein großes, von den Herrschenden inszeniertes Propagandatheater, und wenn es ihren Zielen dienlich ist, werden dabei einige tausende, (oder auch Millionen, wie man etwa bei den Nazis sehen konnte) Tote schulterzuckend als akzeptabler Preis dafür angesehen...

II. Auf der [I]materiellen Ebene[/I] dient der Krieg den herrschenden Schichten dazu, überschüssige Produktionskapazitäten "abzutragen", ohne dass diese für eine Anhebung des allgemeinen Lebensstandards der Bevölkerung "vergeudet" werden müssten...
Dieser Punkt tritt zumeist gegen Ende einer längeren imperialitischer Expansionsphase des Kapitals ein, wenn ein gewisser Sättigungsgrad bei der Warenproduktion erreicht ist, der nicht, oder kaum mehr durch imperialistische Auslagerung auf "neue Märkte" abbaubar geworden ist...
Da eine unabdingbare Grundbedingung der kapitalistischen Produktionsweise und des imperialistischen Staates als ihres politischen Machtinstrumentes unendliche Expansion in einer endlichen Umgebung (der Welt mit ihrer räumlich begrenzten Ausdehnung und ihren endlichen Ressourcen) verlangt ("Wirtschaftswachstum"), muss dieser Zustand der Übersättigung des "Marktes" mit Waren auf der einen Seite bei gleichzeitigem Mangel in großen Teilen der Bevölkerung früher oder später unweigerlich eintreten...

Da dieser fundamentale Widerspruch nicht innerhalb des imperialistischen Systems aufgelöst werden kann, ohne dieses zu zerstören, muss das imperialitische System eben in gewissen, inzwischen sehr kurzen, Abständen "Dampf ablassen", um nicht vom angestauten Überdruck in Stücke gesprengt zu werden...
Also hat sich der westliche Imperialimus ein "Überdruckventil" geschaffen, das bei Bedarf geöffnet wird: Den Krieg.

Damit können also einerseits die nicht mehr in neue Waren umsetzbaren Produktivkräfte auf Hochtouren weiterlaufen: Statt der üblichen Waren wird Kriegsgerät fabriziert, und da das meiste davon in den Schlachten zerschrotet wird ist städig der Bedarf für Nachschub gegeben, und damit der"Arbeitsbedarf"während des Krieges gesichert...

Doch der Krieg schafft zugleich auch die Vorraussetzungen für den imperialistischen "Frieden" der ihm folgt...Ein Großteil der zivilen Infrastruktur wurde durch diesen zerstört, der zuvor von überschüssigen Waren "verstopfte" Markt wurde weitestgehed leergefegt, es ist wieder Bedarf für neue Waren da, das "Wirtschaftswachstum" kann wieder beginnen...Bis zum nächsten Krieg...

to be continued...(hoffentlich)
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
Verwaltungsarbeit ist weder besonders kreativ, noch besonders befriedigend. [/QUOTE]... und der größte Teil davon wäre nicht nötig, wenn man die Menschen sich selbst verwalten lassen würde.

[QUOTE]Es ist eine befriedigende Arbeit, als Schreiner für alle Kunden individuell auf sie angepasste Möbel, Einzelstücke zu schaffen [/QUOTE]Das braucht aber seine Zeit. Um die Grundversorgung (z.B. mit Möbeln) zu sichern, wäre es naheliegend, diese vorwiegend automatisch erledigen zu lassen, da bleibt dann genug Freiraum, um Luxusgüter ganz nach Wunsch herzustellen und herstellen zu lassen.
LaChatte[QUOTE]Das braucht aber seine Zeit. Um die Grundversorgung (z.B. mit Möbeln) zu sichern, wäre es naheliegend, diese vorwiegend automatisch erledigen zu lassen, da bleibt dann genug Freiraum, um Luxusgüter ganz nach Wunsch herzustellen und herstellen zu lassen.[/QUOTE]

Das haben wir ja jetzt, dass Möbel und andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs in hoch automatisierten Prozessen hergestellt werden. Die zunehmende Automatisierung ist ja auch einer der Gründe, warum so viele Menschen so viel Zeit haben als Arbeitslose. Das Problem scheint mir im Moment eher darin zu liegen, dass menschliche Arbeitskraft viel zu teuer ist, während maschinelle Arbeitskraft sehr billig ist, sodass man sich menschliche Arbeitskraft kaum mehr leisten kann.

Ein anderes Thema ist auch unser Umgang mit den Gegenständen. Es gibt keinen Grund, warum ein Tisch bester Qualität nicht hundert Jahre lang halten sollte, während die viele maschinell hergestellte Möbel nach relativ kurzer Zeit auseinanderfallen, einfach weil die Qualität nicht stimmt. Ebenso ist es ein Unding, dass "neu kaufen" oft günstiger kommt als "reparieren", bzw dass es schon überhaupt nicht möglich ist, viele Gegenstände vernünftig reparieren zu lassen.
melodiemenschen sind inzwischen wie ameisen vorhanden. leider benehmen sie sich nicht so, sonders sehen sich als konkurrenten, statt als gleichberechtigte helfer. würden alle mitarbeiten können, wäre die kreativität sicherlich um ein vielfaches höher, weil man sich auf diese dinge mehr konzentrieren könnte, denn arbeit (aller) macht tatsächlich (alle) frei(er). allein vom lebengefühl her. aber gefühl geht ja auch schon immer mehr verloren. kann sich ja niemand mehr erlauben. meine meinung.
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von LaChatte [/i]
[B]Das haben wir ja jetzt, dass Möbel und andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs in hoch automatisierten Prozessen hergestellt werden. Die zunehmende Automatisierung ist ja auch einer der Gründe, warum so viele Menschen so viel Zeit haben als Arbeitslose. Das Problem scheint mir im Moment eher darin zu liegen, dass menschliche Arbeitskraft viel zu teuer ist, während maschinelle Arbeitskraft sehr billig ist, sodass man sich menschliche Arbeitskraft kaum mehr leisten kann. [/quote]

Es sollten zumindest in hinreichendem Maße die Vorraussetzungen geschaffen werden (und genaugenommen existieren die ja bereits), potenziell unbeliebte aber notwendige Produktionsabläufe an Maschinen abzugeben, um die Versorgung auch unabhängig von menschlicher Arbeit sicherzustellen...darüberhinaus kann (und soll) es ja durchaus den Freiraum zu krativer Betätigung geben, er wird überhaupt erst dadurch möglich dass Menschen zwar alles tun können, jedoch nicht unbedingt auch tun müssen...
Das ist innerhalb kapitalistischer Produktionsbedingungen jedoch nicht möglich, solange diese fortschrittlichen Produktionsmittel von der Ausbeuterklasse kontrolliert werden...

[quote]Ein anderes Thema ist auch unser Umgang mit den Gegenständen. Es gibt keinen Grund, warum ein Tisch bester Qualität nicht hundert Jahre lang halten sollte, während die viele maschinell hergestellte Möbel nach relativ kurzer Zeit auseinanderfallen, einfach weil die Qualität nicht stimmt. Ebenso ist es ein Unding, dass "neu kaufen" oft günstiger kommt als "reparieren", bzw dass es schon überhaupt nicht möglich ist, viele Gegenstände vernünftig reparieren zu lassen.[/QUOTE]

Sicher ist die Qualität und Haltbarkeit von Menschen gefertigter Erzeugnisse oft viel höher als bei industriell gefertigter Massenware...aber nur dann, wenn der Produzent diesen Herstellungsprozess nicht als aufgezwungene lästige Fronarbeit,
sondern als selbstgewählte Aufgabe und kreativen Schöpfungsprozess begreifen kann, wenn er es nicht tut, weil er es [I]muss[/I] , sondern weil er selber es tun [I]will[/I] , sein Schaffen nicht als Last, sondern als Kunst versteht...
Denn wie sehr werden wir heute doch durch die erzwungene "Arbeitsteilung"der kapitalistischen Produktionsweise zu Fachidioten degradiert, die den Gesamtablauf auch nur eines einzigen Herstellungsprozesses weder nachvollziehen noch eigenständig reproduzieren können...

Wenn etwa mein DVD-Player kaputt ist, kann ich ihn nicht selber reparieren, geschweige denn, mir einen neuen bauen, kann den Schaden nicht feststellen, weiss nicht, wo ich die notwendigen Ersatzkomponenten auftreiben soll, oder wie diese überhaupt beschaffen sind...
Der Kapitalismus hat uns zu einer Gesellschaft lohnabhängiger Fachidioten degradiert, die von der Warenwirtschaft des Systems ganz und gar abhängig sind...Und diese materielle Abhängigkeit schafft wiederum den Zwang zur Lohnarbeit, aus dem die Herrschaft des Systems begründet ist...
Demon17Ich muß da an einen ehemaligen Kollegen aus dem Technologiezentrum Bielefeld denken wenn ich diesen Thread lese
sein Standardspruch war [SIZE=4]laber Rhabarber[/SIZE] und dann ging er seine 100 mbits Strippen ziehen wenn er nicht grad im Corsa zum Kunden fuhr um für seine Unix-Server-Klitsche Kunden von der Telekom abzuwerben.

What a shit! Was ist denn Arbeit? Jede Art von Tätigkeit für die jemand anderes bereit ist zu zahlen. Genau darum geht es, um Fremdbefriedigung und nicht um Selbstbefriedigung. Arbeit ist also jenseits allen ideologischen Weihrauchs Dienst am Kunden, der uns die Mittel verschafft unsererseits als Kunde Dienste einzukaufen. Das Problem liegt einfach darin, das die Überschüsse die erwirtschaftet werden akkumulieren und in den Händen weniger zentralisiert werden, die einfach nicht so viele Dienste benötigen um alle Menschen zu beschäftigen. Das Problem ist weiterhin, das mehr Menschen ihre Dienste anbieten als nachgefragt werden und dies eben nicht entsprechend eingepreist wird. Auch richtet sich die Geburtenrate nicht unbedingt nach der Beschäftigungsquote. Weiterhin führen Subventionen und politische Interventionen zu Fehlsteuerung und die Volkswirtschaft ist immer noch nationalökonomisch orientiert. Außerdem läßt die Politik Zuwanderung und Wiedervereinigung in Zeiten der Arbeitslosigkeit zu. Was politisch gesehen richtig ist, nationalökonomisch natürlich Blödsin ist. Denken wir an die Welt, müßte man einfach nur Forpflanzungsobligationen einführen und schon gäbe es innerhalb einer Generation eine Parität zwischen Kapital und Arbeit. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an Ferdinand Lasalle den Vater der Sozialdemokratie und ihrem ersten Vorsitzenden. Nach dem Lasallschen Lohngesetz können die Löhne gar nicht über das Existenzminimum steigen, weil dann vom Überschuss Kinder in die Welt gesetzt werden, die die Arbeitspreise bzw. Löhne drücken. Glücklicherwiese irrte er, denn das Fernsehen, die Gewerkschaftsbewegung und die Verhütungsmittel steckten im 19. Jahrhundert ja noch in den Kinderschuhen. Soll heißen Selbstverwirklichung ist im Grunde asozial und Entfremdung ein Ausdruck der Orientierung am Gemeinwohl.

never surrender

demon17
pimesonIst Geld das Maß menschlicher Motivation ?
Anakin[QUOTE]"Arbeit" macht nicht frei, sondern allenfalls blöde und schlimmstenfalls krank...
Maisfelder können auch von dafür programmierten Automaten abgemäht werden, Menschen jedoch sind zu weitaus mehr fähig, als ihr Leben in stumpfsinniger Lohnknechtschaft zu fristen... [/QUOTE]

Arbeit macht frei - aber nur machtfreie Arbeit. Privateigentum an Produktionsmitteln (PM) ist problematisch, die PM-Besitzer erhalten dadurch Macht und nutzten diese privat aus. Bei Volkseigentum an PM ist die Selbstkontrolle der Entscheidungsträger problematisch, auch hier bilden sich Lobbys die evtl. andere Schichten unterdrücken.

=> Was ist Arbeit? Viele junge Leute merken schnell welches Talent in ihnen schlummert, dieses Talent zu verwirklichen wird schnell zum Grundbedürfnis. So kann man später sein Geld auf leichte-angenehme Art verdienen (fachlich genannt: the flow). Im Kapitalismus darf nicht Jeder sein Talent verwirklichen, man muss irgendwie darum kämpfen (mit harten Bandagen). Und das, Lady's und Gentleman's, das kotzt mich an. Man wird vom Gesellschaftssystem irgendwie gezwungen unangenehme Arbeit anzunehmen, um zu überleben. Aber überleben wofür?

=> Lebe für Sex, Konsum, TV und Alkohol - so will es der Kapitalismus. Es klappt wunderbar das Volk zu verblöden und die Wahl des geringsten Übels, als freie Wahl zu verkaufen. Neue Parteien haben keine Chance, weil sie im Wahlkampf finanziell nicht mithalten können. Da brauchen die großen Parteien keine Angst haben, für irgendeine Scheiß-Partei muss sich der Wähler entscheiden. Die Politiker sind die Marionetten der Monopolwirtschaft. Monopolinteressen steuern den Arbeitsmarkt. Und so werden die Konsumentenrechte und die Bürgerrechte immer mehr eingeschränkt. Keiner kann das verhindern und irgendwie weiß das Jeder. Und der Mensch als Wähler klammert sich an Lügen-Hoffnung.
Xenomorph[QUOTE][i]Original geschrieben von Anakin [/i]
[B]=> Lebe für Sex, Konsum, TV und Alkohol - so will es der Kapitalismus. Es klappt wunderbar das Volk zu verblöden und die Wahl des geringsten Übels, als freie Wahl zu verkaufen. Neue Parteien haben keine Chance, weil sie im Wahlkampf finanziell nicht mithalten können. Da brauchen die großen Parteien keine Angst haben, für irgendeine Scheiß-Partei muss sich der Wähler entscheiden. Die Politiker sind die Marionetten der Monopolwirtschaft. Monopolinteressen steuern den Arbeitsmarkt. Und so werden die Konsumentenrechte und die Bürgerrechte immer mehr eingeschränkt. Keiner kann das verhindern und irgendwie weiß das Jeder. Und der Mensch als Wähler klammert sich an Lügen-Hoffnung. [/B][/QUOTE]

Genau deshalb wähle ich auch nicht.
Die einzig richtige Entscheidung ist die für keine Partei und damit gegen das System...
Denn der Klassenstaat des Kapitals ist lediglich die in die Sphäre der Politik hineinreichende Erweiterung des Marktes und seiner im Kapitalismus unabänderlichen Funktionsmechanismen von "Angebot" und "Nachfrage", wobei sich beides nicht nach den wirklichen Bedürfnissen der Menschen, sondern nach der Zahlungskraft der potenziellen Käuferschichten richtet...
Eine scharfe Trennungslinie zwischen Marktinteressen und Politik gibt es nicht...Markt und Politik sind eins. Hinter den verschiedenen Parteien stehen lediglich verschiedene Kapitalverbände, Konzerngruppen, Industrien und Lobbyistenvereinigungen, also verschiedene Interessengruppen innerhalb ein- und derselben Ausbeuterklasse.
Denn die Partei, die ich wählen würde, nämlich die "Anti-Arbeitspartei", habe ich bisher noch auf allen Stimmzetteln vergeblich gesucht...
Eine solche Partei kann es natürlich auch nicht geben, da sie im Widerspruch zum kapitalistischen Klassenstaat an sich stehen würde, der Parteipolitik überhaupt erst möglich und erforderlich macht, und eine Partei, die gegen Parteipolitik und somit auch gegen den Imperialismus ist, ist ein Widerspruch in sich...
Seneca[QUOTE][i]Original geschrieben von Xenomorph [/i]
[B]Genau deshalb wähle ich auch nicht.
Die einzig richtige Entscheidung ist die für keine Partei und damit gegen das System...
[/B][/QUOTE]

Laber Rhabarber...Wer keine Stimme abgibt stärkt nach unserem Wahlsystem nur die stärksten Partien...da diese dann mehr Sitze erhalten.
Die Anzahl der Abgeordeten ist immer gleich. Nichtwähler fallen nicht in's Gewicht, selbst wenn nur ein Viertel der Wahlberechtigen wählen gehen würden...!
Stattdessen wäre es sinnvoller, seine Stimme irgendeiner Liste zu schenken, anstatt sie der nächsten Großen Koalition inden Rachen zu stopfen..!
XenomorphWenn überhaupt, würde ich dann aber nur die kleinen Außenseiterparteien wählen, den Etablierten habe ich sowieso schon seit langem abgeschworen...
Anstatt nicht zu wählen, kann man auch eine ungültige Stimme abgeben, so wie ich es derzeit mache...
Ist zwar rein theoretisch gesehen nicht anders als Nichtwählen, man kann aber auf diese Weise immerhin seine Ablehnung des herrschenden Systems kundtun, und soweit ich es verstanden habe, werden ungültige Stimmen im Gegensatz zu nichtabgegebenen mit in die offiziellen Wahlstatistiken aufgenommen, und damit in gewisser Hinsicht doch mitgezählt, auch wenn sie am Ergebnis ebenfalls nix ändern...
tithyosNun, es ging in dem Beitrag von Xenomorph um die Auslegung und Begrifflichkeit des Wortes und der Bedeutung.
Arbeit, ausgeführt durch Menschen, wird aufgrund der Technokratisierung der Gesellschaft unnötiger und in absehbarer Zeit unnötig, für Menschen unerreichbar. Dieses Wissen zeigt uns einen dramatischen Wechsel vorraus, welcher uns brachial und schonungslos erreichen wird.
Doch was wird die erste Folge sein? Nun, es wird keine erste Folge geben, diese ist bereits erfolgreich überwunden. Es ist uns bewusst, das nur Wissen und das Streben nach intellektueller Perfektion die nächste Generation unserer Spezies lebensfähig erscheinen lässt. Um dieser die notwendigen Ressourcen bereit zu stellen, werden alle derzeitigen Mittel, wohl wissend, das ein perfektes Rechtssystem die idielle Grundlage für eine technokrate Gesellschaft bildet, ausgenutzt, um Wissen als Rohstoff unzugänglich für die gesamte Menschheit einzulagern. Nicht der Content des Wissens ist hierbei entscheidend, sondern die Ausführung dessen um weiteres Wissen zu erlangen und bestehende Erkenntnisse zu vertiefen oder zu widerlegen.

Die Allgemeinbildung, im Weltschnitt gesehen, zeigt zum einen einen sehr hohen Bildungsstand in elitären Kreisen, zum anderen eine Reduktion auf eine sehr begenzte, parasitäre Lebensart, welche auf Konsum, Materialismus, Körperkult und Fortpflanzung ausgerichtet ist - eine Ausprägung, die bereits mehrmals das Untergehen einer Gesellschaft andeutete. Durch diese Reduktion ist eine Steuerung der Gesellschaft durch punktuelle Ereignisse sehr einfach möglich und vorteilhaft nutzbar - die Ereignisse werden gut aufbereitet konsumiert, nicht hinterfragt, gedeutet oder philosophisch interpretiert - für kritische Fragen und daraus resultierende Erkenntnisse wird kein Platz gelassen in einem Umfeld, in welchem Konsum bis zur Selbstaufgabe zelebriert wird.

Das Ende der bis dato uns bekannten Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens ist bereits eingeläutet worden und nimmt immer klarere Formen an. Doch bis zum endgültigen Begreifen und der Einsicht, das nur immaterielle Werte wirklichen Bestand haben - und auch nur in Verbindung mit einer humanistischen Weltanschauung - wird sich die Welt noch dramatisch ändern.

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Grüße, tithyos

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