| Xavyre Wryn | HiHu, ich rätsel schon eine Weile wo genau der Unterschied zwischen einer (absolutistischen) Monarchie [Duden: Monarch: Ich hoffe das es ein Thema ist, welches sich in das Thema der Philosophie eingliedert. Gruß Xavyre Wryn |
| Phönix | Na ja, also diktatur hat immer den Beiklang von unterdrückter Meinungs- und Pressefreiheit etc. Man kann auch sagen, dass es eine Art von "historischer Entwicklung der Staatsformen" gibt: Angefangen bei irgentwelchen Patriarchen und Stammesführen dann eben die mittelalterlichen Könige im Feudalsystem, dannach der Absolutismus, dann Imperialismus und schließlich und endlich die Demokratie. Ich denke mal dass es auch einen Zeitlichen unterschied gibt: Die Königshäuser die es jetzt noch gibt sind alle aus sehr alten Dynastien, Diktatoren sind ein Phänomen, die es erst in der Neuzeit gibt. (Liegt vielleicht auch daran, dass wie Du schon gesagt hast die Königswürde erblich ist.) Liegt vielleicht aber auch daran, dass sich frühere Diktatoren "Kaiser" genannt haben, und Diktatur nur ein moderner Begriff ist. |
| Xavyre Wryn | thx für deine antwort, aber ich weiß von meinem Geschichtslehrer das es auch unter den absolutistischen Monarchen sehr stark ausgeprägte Zensur gab. Damit hatten zB die Aufklärer und sonstige Philosophen in Zeiten der "allgemeinen Monarchie" in Europa zu kämpfen. Und das Diktaturen ein Phänomen der Neuzeit sind ist so auch nicht ganz richtig... denn schon in der Antike gab es Diktatoren (Die auch so genannt wurden). Kaiser waren meistens (außer Napoleon) Monarchen die von Papst zum Kaiser gekrönt wurden. Das Kaisertum war eine Auszeichnung dafür die größte Macht in Europa zu besitzen, später ernannten sich dann die Kaiser teilweise selber, was wiederum dazu führte das es mehrere Kaiser gab. So waren zB Frankreich, Österreich und Russland (Zar) um 1800 Kaiserreiche. (außer Frk. Monarchien) Xavyre Wryn |
| Montrose | Hm, jetzt probier ich mal 'ne Erklärung, weiß aber auch nicht, ob die stimmt. Ich glaube, Monarchie und Diktatur begründen sich anders. Der Monarch entstammt der Aristokratie, also der Vorstellung, daß bestimmte Familien erblich bedingt bessere Eigenschaften als andere hätten und deshalb zur Führung bestimmt seien. Diktatuoren hingegen behaupten, daß im Volk erblich alle gleich sind, aber ein aktueller Notstand Anlaß dazu gegeben habe, einer bestimmten Gruppe extrem weitgehende Befugnisse einzuräumen. |
| Aldym | ich würd au noch ranhängen, dass monarchie meistens von mehr "Zeremonien" und ähnlichem begleitet waren. UND: das problem besteht vielleicht darin, dass du monarchie und diktatur nicht nebeneinander stellen kannst. monarchie is definitiv eine regierungsform. kein herrscher wird sagen "willkommen in der diktatur von so und so". eine regierungsform kann ZUGLEICH eine diktatur sein, egal was sie nebenbei is. bsp. kann auch eine scheinbare demokratie eigentlich eine diktatur sein. |
| Abellusarus | Hmm, okay es ist ja offensichtlich, dass man in der Lage ist ein totalitäres Regime zu verschleiern, wie schon Aldym gesagt hat (Bsp.: die "gute" alte DDR). Der Begriff der "Diktatur" entstammt allerdings nicht erst der Moderne. Aristoteles hat seinerzeit bereits von Totalitarismus geredet, und zwar in Form der "Tyrannis". Der Unterschied zwischen Tyrannis und Monarchie lag dabei darin, dass in ersterer allein im Eigeninteresse gehandelt wird, wohingegen in der Monarchie im Interesse des Gemeinwohls gehandelt wurde. Zwar befriedigt mich das nicht ungemein, da es gerade in Monarchien zu revolutionären Tendenzen kommen kann, aber es ist immerhin ein Ansatz. MfG, Abellusarus |
| siroan | Dik|ta|tur, die; -, -en [lat. dictatura]: 1. (meist abwertend) a) Diktatur DiktaturSfSubstantiv Femininum "Gewaltherrschaft" erw.erweiterter Standardwortschatz fach.fachsprachlich (15. Jh.)Entlehnung. Entlehnt aus l. dictAtUra, zu l. dictAtor (-Oris) m. "Befehlshaber, Diktator", zu l. dictAre "vorsagen, befehlen, vorschreiben", einem Intensivum zu l. dIcere "sagen". Nomen agentis: Diktator; Adjektiv: diktatorisch. Ebenso nndl. dictatuur, ne. dictatorship, nfrz. dictature, nschw. diktatur, nnorw. diktatur. Zur Sippe des zugrundeliegenden l. dIcere s. diktieren; zur germanischen Verwandtschaft s. zeihen. Mo|nar|chie, die; -, -n [spätlat. monarchia < griech. monarchía = Alleinherrschaft]: a) mono- mono-LAffLehnaffixoid Wortbildungselement mit der Bedeutung "einmalig, einzeln, allein" (z.B. Monokultur, Monolog, monoton, Monarchie) std.Standardwortschatz (-) Beschreibung von Affixen. Das Element wurde als Kompositionsform von gr. mónos "allein, einzig" in griechischen Entlehnungen ins Deutsche übernommen. Vor allem in den Fachsprachen produktiv. Mönch. Also die ersten Beschreibungen sind aus dem Duden, die zweiten aus einem etymologischen Wörterbuch. Eigentlich ist der Unterschied wirklich nicht so groß weil beide Herrscher nichts mit dem Volk zu tun haben wie -> Demokratie, und als Adel könnte man auch die einzige Partei bei der Dikatur sehen und umgekehrt.. von daher gibt sich das nicht wirklich viel. |
| Xavyre Wryn | HiHu nochmal, Aldym's Einwand fand ich persönlich als keine schlechte Idee. Vielleicht sollte man die Diktatur nur als beschreibende 'Zusatzinformation' zu der offiziell vorherrschenden Regierungsform betrachten. Danke für die Antworten, Xavyre Wryn |
| Xenomorph | [QUOTE][i]Original geschrieben von Nix [/i] [B]Der Monarch leitet seine Herrschaftsgewalt direkt von Gott oder Gottheiten (Herkunft) ab, der Diktator nicht. Monarchie und Aristokratie sind zwei verschiedene Paar Schuhe. (Es geht auch kurz.) Nix [/B][/QUOTE] Das stimmt nur teilweise...es ist zwar richtig, dass der Monarch seine Herrschaft auf Gott oder ein anderes höheres Prinzip gründet...aber genau darin liegt das Wesen der Aristokratie...Monarchen sind daher entweder aus einer solchen hervorgegangen oder haben sie begründet...im Unterschied zum Diktator, der nur für sich selbst (Autokratie), steht, und dessen Herrschaftsanspruch anders als der der Monarchie im Normalfall auch nicht auf seine Nachkommen vererbt weren kann... Heute ist der Begriff der Diktatur sehr negativ besetzt, was wohl nicht zuletzt auf die Diktaturen der Neuzeit, insbesondere Nazideutschland und Stalinismus zurückzuführen ist, die mit dem Begriff der Diktatur in seiner ursprünglichen Bedeutung allerdings nur noch wenig zu tun hatten...während die sogenannte Demokratie im Gegenzug eine Umwertung zum durchweg positiven erfahren hat...dabei war es einst genau umgekehrt... Die sogenannte Demokratie der Neuzeit ist jedenfalls in Wahrheit nichts anderes als eine Form der Oligarchie, die sich als Herrschaft einer imaginären "Mehrheit" tarnt... |
| Cagliostro | Nun, in alter Zeit wurden tapfere Ritter, die einen Stamm von bösen Drachen oder aber nervigen Fremdherrschern befreit hatten oft mit der Königswürde belohnt. Mitunter war der Titel vererbbar. Somit hat eine Dynastie schon den Anschein einer gewissen Rechtmässigkeit und Aktzeptanz - eben auch in der Bevölkerung. Wennauch manchmal schwierig. Durch die Zeit und Traditionen hindurch kann ein Königshaus den Titel retten, indem es meist, wie in unserer Zeit üblich auf die "richtige" Macht verzichtet und sich representativen Aufgaben hingibt. Dennoch hat ein Königshaus für manche Völker eine moralische Aufgabe oder Funktion. Das sehr in seine Völkerschaften zerstrittene Belgien würde vermutlich ohne Königshaus nicht mehr so existieren. Die hart kritisierten Royals in England stehen schon für die Einheit Grossbritanniens und die Skandinavier wollen auch nicht auf ihre nominellen Herrscher verzichten. Gerade die Nordländer sind beispielhaft, wie konsequent man Demokratie leben kann. Im Grundsatz ist gegen die Königswürde nichts einzuwenden. Sie hat (heutzutage) sehr wenig mit einer Diktatur gemein. Der König von Spanien schliesslich hat in den 80er Jahren einen Militärputsch verhindert und der Demokratie auf der iberischen Halbinsel damit wohl endgültig zu einem Sieg verholfen. In Bayern schliesslich, hängt man heute noch am Königshaus. Es gibt auch Monarchisten im Freistaat (anderer Name für Republik). Originalton: "Brauchen tät ma keinen König, aber schöner wärs schon!" Diktaturen entstehen aus Habgier, Machtlust und/oder Einfluss der USA in bestimmten Regionen. Mit Monarchie hat so eine Veranstaltung nicht, aber auch gar nichts gemeinsam. |
| judgedredd | Hier ein Link dazu: [url]http://www.chr.mergler.bnv-bamberg.de/initiativkreis/monarchie.htm[/url] |