| darkmav | Was haltet Ihr davon? [url]http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,463781,00.html[/url] Über David Deutsch steht in wikipedia: [quote][i]David Deutsch (* 1953 in Haifa) gilt derzeit als einer der führenden Köpfe auf dem Gebiet der Quantencomputer. Deutsch studierte Mathematik und Physik in Cambridge, Oxford und Austin und ist derzeit Inhaber eines Lehrstuhls an der Universität Oxford. Er erhielt den Dirac-Preis 1998 für seine Arbeiten zum Quantencomputer, u. a. darüber, wie diese Maschinen durch Quantenlogikgatter realisiert werden könnten. Zusammen mit Roger Penrose und John Archibald Wheeler veröffentlichte er mehrere Arbeiten. Aus dem Doppelspaltexperiment der Quantenmechanik zieht Deutsch den Schluss, dass parallele Universen sehr konkret unser Universum beeinflussen, z. B. die Intensitätsverteilung der Photonen im Doppelspaltexperiment, wo einzelne Teilchen ohne sichtbare Wechselwirkungspartner ein Interferenzmuster erzeugen. Die unsichtbaren Partner seien Teilchen anderer Universen, auch wenn diese Paralleluniversen uns ansonsten nur äußerst schwer zugänglich seien. Seine Analyse von Zeitreisen und den damit verbundenen Paradoxa kommt zu dem Schluss, dass wir dabei zwangsläufig nicht in der Zeit, sondern auch in eines der parallelen Universen reisen würden (weil da z. B. zwei Versionen von uns wären, nämlich die, die schon da war und die, die aus der Zeitmaschine steigt). Sein Arbeitsstil ist eigenwillig, obwohl er ein eigenes Büro am mathematischen Institut hat, arbeitet er nur von zuhause aus. In seinem Buch Die Physik der Welterkenntnis stellt er eine spannende Hypthose über eine physikalische Definition von Leben auf. Nach ihm ist der Deutsch-Jozsa-Algorithmus benannt. [/i][/quote] [Hoffe nun, daß dieses Thema nicht schon in Form eines Threads dran war...] |
| judgedredd | [quote] [b]zitat/Deutsch[/b]Das ist eine schlimme Erscheinung. Leider habe ich auch keine vollständige Antwort darauf. Es hängt mit der Philosophie des 20. Jahrhunderts zusammen, die versuchte, die Existenz objektiver Realität zu bestreiten. Das ist Gift für Wissenschaft und für Philosophie. [/quote] Das ist genau der interessanteste Punkt, den ich selber in meinem Thread zur Wahrscheinlickeit/Intelligetn Design angedeutet habe. Mag sich alles wie Science fiktion anhören, andererseits kann es auch sein, dass eine Wende in die Wissenschaft eintritt, die von der Philosophie bereits erläutert wurde; "das Ding an sich"!! |
| Xenomorph | Ich finde diese Theorie von den Paralleluniversen sehr interessant...erscheint vor diesem Hintergrund doch vieles von dem, was Philip K. Dick und ähnliche Autoren in ihren Büchern geschrieben haben, gar nicht mehr so abwegig und an den Haaren herbeigezogen... |
| Dichterseele | Ich persönlich sage nicht das es unmöglich ist; Aber genauso wenig kann ich sagen, das es möglich ist. Mal sehen was Zeit bringt. |
| eden | Ich frage mich ernsthaft, was es der Menschheit bringt, wenn diese Frage beantwortet wird ;) BTW. finde ich das Thema ebenfalls sehr sehr interessant und habe mich damit schon einige Zeit beschäftigt. Jedoch ohne ein Ziel erreichen zu können |
| darkmav | Ich glaube, man sollte immer im Hinterkopf behalten, daß die Vielweltentheorie (VWT) eine [i]Interpretation[/i] der QM ist, so wie es die Kopenhagener Deutung, die ich weitaus weniger weithergeholt halte, auch ist. Da niemand und IMHO auch nichts von einem Universum in das andere reisen könnte, steht der direkte Beweis Existenz anderer Universen noch offen. Vielleicht finden sich ja bald irgendwelche Teilchenzerfälle, die ein direktes Indiz der VWT darstellen könnten, und die beispielsweise an Beschleunigern nachgewiesen werden könnte. Solange bleibt aber die VWT nur [i]eine[/i] Deutungsmöglichkeit unter vielen - es ist Glaubenssache, ob man dieser nun inrgendeine Form von Realität zubilligt. Manche Physiker oder Mathematiker (so wie Penrose) halten die physikalischen Gesetze oder gar die mathematischen Formeln ebenso real, wie die uns umgebende Materie, Strahlung oder Energie. Platonismus zuende gedacht eben. Selbst bin ich am zweifeln, ob ich die VWT als esoterisch abtun sollte, weil ich sie nicht im Detail verstehe ("esoterisch" im üblichen Sprachgebrauch der Physiker); oder ob ich sie als esoterisch abtun sollte, weil sie einfach Bullshit ist ("esoterisch" in der normalen Umgangssprache). Für die Begriffsdefinition von Esoterik siehe auch: [url]http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=65950.[/url] |
| Cthugha | Nuja, ich habe nie so wirklich verstanden, was denn nun so spannend an dieser Theorie sein soll. Wie bereits gesagt wurde, ist diese Auffassung eine der drei bekanntesten Interpretationen der Quantenmechanik (Kopenhagen Interpretation mit Dekohärenz, Bohmsche Mechanik und Vielweltentheorie). Alle diese Theorien lassen sich empirisch nicht unterscheiden, weil sie identische Aussagen für jede tatsächlich meßbare Situation machen. Während Bohmsche Mechanik und Kopenhagener Deutung wenigstens noch hinreichend prinzipiell verschieden sind (ist die Welt nun determiniert oder nichtlokal?), sagt die Vielweltentheorie eigentlich gar nichts Besonderes aus, außer dass alle Möglichkeiten irgendwo angenommen werden. Das ist ein schönes Beispiel dafür, dass jede große wissenschaftliche Theeorie zwangsläufig unterdeterminiert ist, immer mehrere Theorien aufgestellt werden können, die identische Aussagen liefern und man dann andere Kriterien wie Ockham's Rasiermesser heranziehen muß, um einzuschätzen, welche der Theorien jetzt die plausibelste ist. Wenn es um die Vielweltentheorie geht, frage ich mich zum Beispiel immer, wie die ganze Materie ständig aus dem Nichts entsteht, die man braucht, um diese inflationär wachsende Anzahl von Universen zusammenzubasteln. Ich halte diese Theorie daher auch für reichlich esoterisch (im Physikersprachgebrauch). |
| judgedredd | Korrekt! Nun, ich meine, was soll das Ganze? Unbegrenztes Phantasieren dient gewiss keiner ertragsreichen philosophischer Diskussion. Ob ein Multiversum existiert, oder ob ein oder mehrere Götter existieren....spekulieren kann man sich tod drüber!! Manche scheinen echt langeweile zu haben. Außerdem ich kann mir vorstellen, dass Begriffe wie unendlich, multi, etc. eine gewisse Titanomanie bei den "Zuschauern" erwecken, die anschließend hierher kommen, einen Thread eröffnen, mit den Hintergrund.........?????...."die werden alle platt gehen"......ein Multiversum.......wow, cooooolll!!!! Hierüber muss ich einen Standardspruch von mir erwähnen: man versucht mit einem Black & Decker ins Wasser zu bohren!! |
| Seneca | ...Nur eine Frage des Aggregatzustands selbigens...! Im übrigen wäre meiner Meínungn nach das Ergebniss einer ertragsreichen philosophischen Diskussion eine (er)lebbare Lebensphilisophie Die mag auch esoterisch fundiert sein, auf jeden Fall aber "begreifbar"...! Das "Begreifbare" steht für ich als Techniker ohnehin immer im Mittelpunkt der Welt... Anderenfalls hätte mein Auto längt einen Dimensionsdifferenzialantrieb. Da mag der Regenwurm noch so sehr sinnieren, den Regenbogen wird er nie "begreifen". PS: Habe ich schon mal erwähnt wie sehr ich hier Threads mit Eingangsbeiträgen hasse die mehr Auszüge und Links als eigene Themenaufarbeitung beinhalten? |
| judgedredd | Seneca, du weißt es doch, das kostet Schreibarbeit! [quote]Im übrigen wäre meiner Meínungn nach das Ergebniss einer ertragsreichen philosophischen Diskussion eine (er)lebbare Lebensphilisophie[/quote] Tja, ich warte immer noch vergeblich....dass du den Anfang machst. Außerdem, du kennst mich doch, ich mag Herausforderungen, und eine davon ist zum Beispiel, was die "Philosophen" alles hier so drauf haben!! Und das meine ich ernst. Ich bin auf der Suche nach Kognitionsmotoren mit vielen PS!!! Nicht wegen eines Wetteifers, wie viele denken würden sondern wegen produktiver Philosophie. Denn wenn einer wirklich was drauf hat, dann bewegt er was, eine Strömung entsteht. Insofern versuche ich mehr Bewegung zu setzen, bis der Fluss zu neuen Erkenntnisen führt! Also Seneca, ich warte!!! Gruß |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von Seneca [/i] [B]...Nur eine Frage des Aggregatzustands selbigens...! Im übrigen wäre meiner Meínungn nach das Ergebniss einer ertragsreichen philosophischen Diskussion eine (er)lebbare Lebensphilisophie Die mag auch esoterisch fundiert sein, auf jeden Fall aber "begreifbar"...! Das "Begreifbare" steht für ich als Techniker ohnehin immer im Mittelpunkt der Welt... Anderenfalls hätte mein Auto längt einen Dimensionsdifferenzialantrieb. Da mag der Regenwurm noch so sehr sinnieren, den Regenbogen wird er nie "begreifen". PS: Habe ich schon mal erwähnt wie sehr ich hier Threads mit Eingangsbeiträgen hasse die mehr Auszüge und Links als eigene Themenaufarbeitung beinhalten? [/B][/QUOTE] Dein Statement verstehe ich jetzt nicht. Alles, was begreifbar ist, ist Materie. Bist Du also Materialist? Zum Eingangsposting: Ich wollte so wenig wie möglich meinen eigenen Senf dazugeben; deswegen die Zitate. Niemanden hier möchte ich dazu überreden, "meiner Philosophie" zu folgen, sondern ich möchte Denkimpulse geben. Und das kann man IMHO am besten, indem man Philosophien zitiert (salopp ausgedrückt), von denen ich jetzt mal die Vielwelteninterpretation der QM herausgegriffen habe. [QUOTE][i]Original geschrieben von judgedredd[/i] [B]Unbegrenztes Phantasieren dient gewiss keiner ertragsreichen philosophischer Diskussion.[/B][/quote] Meiner Meinung nach [b]ist[/b] philosophische Diskussion (unbegrenztes) Phantasieren. Ansonsten wär's ja Physik :cool: |
| judgedredd | Natürlich, das ist aber relativ, denn Metaphysik soll es auch nicht sein.Erkenntnise sollten irgendwie bestätigt werden. Philosophie sucht eher Wahrheiten, ansonsten wäre sie Esoterik! Also einfach gesagt, man sollte damit nicht übertreiben! GRuß |
| darkmav | [QUOTE][i]Original geschrieben von judgedredd [/i] [B]Natürlich, das ist aber relativ, denn Metaphysik soll es auch nicht sein.Erkenntnise sollten irgendwie bestätigt werden. Philosophie sucht eher Wahrheiten, ansonsten wäre sie Esoterik! Also einfach gesagt, man sollte damit nicht übertreiben! [/B][/QUOTE] Wie willst Du eine philosophische Theorie, d. h. ein Axiomensystem, [i]beweisen[/i]? Das ist so, wie bei der Mathematik: Sätze lassen sich i.d.R. beweisen, aber nicht die Axiome, auf denen diese Sätze aufgebaut sind. Oder wie kannst Du [i]empirisch nachweisen[/i], daß irgendeine Philosophie die richtige ist? Wie gesagt - wenn das gehen würde, dann hieße das ganze nicht mehr Philosophie, sondern Naturwissenschaft. In der Philosophie ist es ähnlich, wie in der Theologie. Vieles ist Ansichts- oder Glaubenssache. So auch, um wieder on-topic zu werden, bei dieser Vielwelteninterpretation. |
| Seneca | Gewisse Themen muss man mehr mit der Seele als nur mit dem Geist betrachten. Dummerweise wird es bei solchen nie einen Konsens geben, so wie sich auch die antiken philosophischen Schulen nicht einig waren. |
| judgedredd | Du sagst es Darkmav! Theologie ist auch kein Hokuspokus. Und das ist was ich meine. Es gibt irgendwo Grenzen, da hört Philosophie auf. Was danach kommt ist eher Esoterik, Träume usw. Der Boden geht verloren, denn ich kann fantasieren und tausenden von Glaubensansichten präsentieren....dann können wir direkt zur Marvel Comics gehen - die brauchen sowas. Ein gutes Beispiel, "das Ding an sich" vom Meister Kant. Darüber kann man philosophieren. Darüber, heißt aber nicht, wie "das Ding an sich" ausehen würde, denn das ist definitiv Hokuspokus. Ich kann mir Millionen von Eigeschaften für "das Ding an sich" ausmalen. Deswegen nennt man Esoterik, Esoterik und nicht Philosophie. Philosophie erlaubt ein bisschen Esoterik, durchaus, aber der Kern ist ein Anderer. Tausende Glaubensansichten liefern mir Tausende "Erkenntnise", die letztendlich keine Erkenntnise sind sondern subjektive Vorstellungen. Denn Philos=Freund von Sofia=Weisheit bin ich letztendlich nicht, ich bin nur ein Träumer! |