| gunslinger | Hallo, wer kan mir sagen, was die 7 Todsünden sind und warum sie so viel schlimmer sind als die normalen Sünden. Aus dem Film seven kann ich mich nur noch an eine erinnern: die Gier bzw. Maßlosigkeit. Gruß, gunslinger |
| Moridin | wiki hilft: [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Tods%C3%BCnden#Abgrenzung_zum_Laster[/url] konkret vom film: [url]http://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_%28Film%29#Reihenfolge_der_Morde_unter_Einbezug_religi.C3.B6ser_Aspekte[/url] warum sie so schlimm sind? reine willkür, wie bei religionen eben üblich |
| Individual0815 | Verdammt, da war jemand schneller als ich :p |
| Xenomorph | Ich habe alle sieben Eigenschaften, die das Christentum zu Todsünden erklärt hat...und bin stolz darauf, sie zu haben... |
| depp05 | Vorweg: Das Christentum, insbesondere die kath. Kirche, hat seit der Erhebung zur Staatsreligion (im Jahr +325 der allgemein gültigen Zeitrechnung) immer mit großem Nachdruck versucht die ureigenen Instinkte der Menschen zu unterdrücken und sie sich gefügig zu machen (siehe Erbsünde). Verhaltensweisen, rel. Ansichten........................(Liste nähert sich unendlich), die nicht in ihr verschrobenes Weltbild passen wurden und werden gnadenlos verachtet. Die 7 Todsünden sind wie die 10 Gebote ein perfektes Beispiel dafür wie man versucht Menschen in eine geistige Abhängigkeit und Unterwürfigkeit zu zwingen, denn es wird sich mit absoluter Sicherheit nie ein menschliches Individuum finden, das all diese Vorgaben (auch nicht jene mit bester Absicht) erfüllen kann. Fortsetzung unten: |
| depp05 | Das Leben wird erfüllter, wenn man mal Stolz(1) auf seine Arbeit ist, etwas gierig(2) und gefräßig(3) zugleich, Rache(4) gegen jene übt die einem Unrecht getan, mit dem männlichen oder weiblichen Geschlecht sexuell interagiert(5), andere um die 7 Todsünden beneidet(6) und am WE mal bei einem kühlen Bier die Füsse hochlegen kann(7). |
| gunslinger | Oh, danke, Depp, ja, ich glaube, so wird ein Schuh draus, das scheint Sinn zu machen. Gruß, gunslinger |
| Varda | Erstmal vorweg: Die Todsünden, wie ihr sie hier so hübsch zitiert, gelten für den KATHOLISCHEN Glauben. Und die Erbsünde, lieber Depp, hast du nicht verstanden, aber ich denke auch nicht, dass es dich interessiert, denn sonst hättest du dich mal damit auseinandergesetzt und geschnallt, was das eigentlich heißt. Gleiches gilt für die 10 Gebote. Ansonsten wurde hier in diesen wenige, kurzen Beiträgen aber schon wieder so viel Müll auf einmal abgeladen, dass ich keine Lust habe meine Zeit weiter damit zu verschwenden. Edit: Und es wundert mich sehr, dass solch ein Thema im Platz der Philosophen steht! Postet das doch bitte woanders, wenn ihr schon mit Parolen um euch werfen wollt. |
| gunslinger | Ja, gut, Varda, danke erst mal für deinen Beitrag. aber mich würde das ja wirklich malinteressieren .Ich hatte diese Frage sogar schon mnal in einem Christenforum gestellt, dort aber gar keine Reaktion erhalten. von solchen für Christen schwierigen Fragen bewegen mich noch einige. Zum einen wegen meiner Vergangenheit mit einer christlichen Ex-Freundin, und zum anderen muss ich ja mein krankes Hirn mit irgendwas beschäftigen. Gruß, gunslinger |
| Dyspenthes | Möchtest du eine ehrliche Antwort haben? Die Todsünden sind - Habgier - Rachsucht - Völlerei - Hochmut - Wollust - Neid - Trägheit Es ist das Übermaß, was sie zur Todsünde macht, ansonsten würde man sie zu den "lässlichen Sünden" zählen. Man möchte nicht einfach genug Geld zum Leben haben, man rafft alles, was man kriegen kann. Man ist nicht einfach sauer auf jemanden, man möchte sich an ihm rächen. Man isst nicht soviel, bis man satt ist, man frisst alles, was man kriegen kann. Man stellt sich selbst über andere und erkennt diese nicht mehr als gleichgestellte Menschen an. Wollust kann man mit Sexsucht gleichsetzen. Neid bzw. Eifersucht im Übermaß bedeutet, dem anderen nicht das zu gönnen, was er hat. Trägheit oder Faulheit bedeutet in diesem Fall nicht, dass man sich am Wochenende mal faul aufs Sofa verzieht und DVD guckt, sondern dass man insgesamt träge ist. Dieses Übermaß macht den Menschen selbst unglücklich, weil er nie den Punkt erreichen kann, an dem er Zufriedenheit mit sich selbst erreicht. Er will immer mehr, kann dies nicht kriegen und lebt damit quasi in der Hölle auf Erden. In der katholischen Kirche kommt noch ein weiterer Punkt dazu: Das Christentum lehrt, dass die Menschen sich gegenseitig helfen und unterstützen sollen. Jede der Todsünden widerspricht dem, sodass sie, zumindest in der katholischen Kirche, einen schlechten Ruf haben. Um es nochmal ganz klar zu sagen: Es geht nicht darum, dass jemand sparsam lebt, um auch im Alter genug zu haben, es geht nicht darum, dass man nicht mit gutem Grund wütend auf jemanden sein darf, nicht darum, dass man nicht gut essen soll, keinen Sex haben soll oder nicht mal faul sein darf, es geht einzig und allein darum, es nicht zu übertreiben. Und da die 10 Gebote genannt wurden: Es sind GEBOTE, keine Gesetze. Es wird geboten, niemanden zu töten, niemanden zu bestehlen, in der Partnerschaft ehrlich zu sein, nicht zu versuchen, mit möglichst viel List den Besitz anderer an sich zu bringen, etc., aber es ist kein Verbot, es zu tun. Allerdings entspricht sowas auch allgemein gültigen menschlichen ethischen Regeln, deshalb frage ich mich immer wieder, warum es da eigentlich immer so ein Geschrei drum gibt. |
| Varda | Also, dann versuche ich mal das ein bißchen zu erläutern. Mit den Todsünden kenne ich mich selbst nicht so aus, weil mich das als Protestant nicht betrifft, deswegen sage ich dazu auch nicht viel mehr (Wikipedia zählt sie ja vollständig auf). Nun erstmal zur Erbsünde, was nicht ganz so einfach ist. Eigentlich klingt die Erbsünde ganz schrecklich: Wir alle sind Sünder, schon als Babys, das klingt eigentlich absurd. Und was können wir schon für die Sünden unserer Vorfahren? Die Erbsünde taucht nicht im katholischen, sondern bei Luther auf, was alles noch ein bißchen seltsamer macht, jedenfalls auf den ersten Blick. Der Clou an der Sache kommt allerdings jetzt. Wenn der Mensch erstmal unschuldig zur Welt kommt, wird er sich auf jeden Fall irgendwann in seinem Leben 'versündigen'. Denn es gibt niemand, der nicht schon einmal neidisch war oder einen Groll gegen seine Eltern gehegt hat oder irgendetwas getan hat, was nicht gut geheißen wird (falls doch, bitte ich um Verzeihung - allerdings glaube ich das auch nicht... ;) ). Also, wir werden über kurz oder lang zu Sündern. Das Problem, das wir dann haben ist: Wir müssen das alles wieder ausbügeln. Irgendwie müssen wir usnere begangenen Sünden wieder gut machen. Aber wie? Können wir das? Nein, das können wir eigentlich nicht. Also schön zur Beichte, viele Vaterunser beten oder was auch immer, damit die Zeit im Fegefeuer verkürzen. Soweit ist das die Situation OHNE Erbsünde. Mit Erbsünde schaut es anders aus: Wir sind von Anfang an Sünder. Aber das ist nicht schlimm, denn Gott weiß das und weiß auch, dass wir von allein nicht aus dieser Sünde herauskommen. Deswegen haben wir, durch Jesus bedingt, eine Heilsgewissheit. Die ist ganz wichtig, denn sonst rennen wir unser Leben lang herum und versuchen durch gute Taten unsere SÜnden auszubügeln! Das kann nicht Sinn der Sache sein, deswegen ist nach protestantischer Sicht die Erbsünde logische Konsequenz und notwendig. Wenn wir eine Heilsgewissheit haben, brauchen wir uns nicht zu Sorgen und können gute Taten um der guten Taten willen tun und nicht, um unseren Ruf bei Gott zu verbessern. Und nun zu den 10 Geboten. Wieso meint eigentlich jeder, dass einen Rache üben, lügen und betrügen frei macht? Seit wann ist man frei, wenn man hasst und seit wann ist man frei, wenn man neidet, stiehlt und tötet? Ich finde, dass das Dinge sind, die einen unfrei machen. Super, ich kann mich an jemandem rächen. Was habe ich dann davon? Im schlimmsten Fall rächt sich derjenige zurück oder es holt mich Jahre später ein und ich bekomme Schuldgefühle. Auf jeden Fall ist Rache auf lange SIcht hin gesehen nicht sinnvoll. Ebenso wie morden und die anderen "verbotenen" Dinge. Hier ist auch wieder so ein Punkt: Es sind doch GEbote und nicht VERbote. Die Gebote möchten einen frei machen. Es geht uns besser, wenn wir diese negativ besetzten Dinge unterlassen. Natürlich wird jeder mal neiden oder hassen oder vielleicht sogar etwas stehlen, aber das ist doch alles negativ. In Rückbesinnung auf die Gebote kann man versuchen, an sich zu arbeiten, sie sollen uns gut tun. Und natürlich soll man nur an den einen Gott glauben, denn die Gebote gehören schließlich zu dieser Religion! Da ist es doch normal, dass man nicht noch 3 andere Religionen hat. Als Christ empfindet man diese Dinge nicht als negative Unterwerfung, sondern als etwas Positives, als würde man seinem Lebenspartner einen Gefallen tun, das kann man durchaus vergleichen. Und nun doch nochmal etwas zu Depp, weil ich sowas einfach nicht stehen lassen kann: - in der evangelischen Kirche dürfen homosexuelle Paare inzwischen gesegnet werden - andere Ansichten werden von uns keineswegs verachtet, es gibt sehr viele Dialoge zwischen den verschiedenen Religionen. Du wünschst dir das nur, damit du einen Grund ahst kräftig draufzuhauen. [QUOTE]Die 7 Todsünden sind wie die 10 Gebote ein perfektes Beispiel dafür wie man versucht Menschen in eine geistige Abhängigkeit und Unterwürfigkeit zu zwingen, denn es wird sich mit absoluter Sicherheit nie ein menschliches Individuum finden, das all diese Vorgaben (auch nicht jene mit bester Absicht) erfüllen kann.[/QUOTE] Und zu diesem Blödsinn habe ich dir oben wohl schon geantwortet. So etwas Absurdes habe ich lange nicht mehr gelesen. EDIT: zeitgleich mit Dyspenthes, habe es jetz taber nicht nochmal geändert. |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Varda [/i] [B]Und die Erbsünde, lieber Depp, hast du nicht verstanden, .. [/B][/QUOTE] Sorry für die einmischung, aber hast du sie verstanden? Oder einfach dir selbst eingeredet dass es die erbsünde gibt? |
| Dyspenthes | @Skinny: [QUOTE][i]Original geschrieben von Varda [/i] [B]Die Erbsünde taucht nicht im katholischen, sondern bei Luther auf[/B][/QUOTE] Erbsünde = Theorie Luthers, Varda = Theologin, die Theorie Luthers erklärt nun verständlich? |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Varda [/i] [B] Wenn wir eine Heilsgewissheit haben, brauchen wir uns nicht zu Sorgen und können gute Taten um der guten Taten willen tun und nicht, um unseren Ruf bei Gott zu verbessern. [/B][/QUOTE] Können wir dann auch schlechte taten um der schlechten taten willen tun, ohne die sünde zu fürchten? Wir sind ja sowieso alle "erbsündig" aber das ist nicht schlimm, denn wir haben ja durch Jesus bedingt, eine Heilsgewissheit. |
| Varda | Falsch. Denn wenn du Christ bist und es dir ernst ist damit, dann ist es dir nicht egal ob du jemandem weh tust, der so viel für dich macht. Aber ich erwarte nicht, dass du das nachvollziehen kannst. |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i] [B]@Skinny: Erbsünde = Theorie Luthers, Varda = Theologin, die Theorie Luthers erklärt nun verständlich? [/B][/QUOTE] Ja danke, ich finde aber dass luthers sünden seine persönlichen probleme sind und nicht auf alle anderen übertragen werden solten. |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Varda [/i] [B]Falsch. Denn wenn du Christ bist und es dir ernst ist damit, dann ist es dir nicht egal ob du jemandem weh tust, der so viel für dich macht. Aber ich erwarte nicht, dass du das nachvollziehen kannst. [/B][/QUOTE] Ich versuchs trotzdem. Ich bin kein christ, und ich will auch nicht denen weh tun die mir viel bedeuten, das wäre ja sinnlos sowas zu tun, ich will nur schlechte taten machen. Geht das? |
| Dyspenthes | Skinny, du würdest die, rein psychologisch betrachtet, keinen Gefallen damit tun, siehe "sich selbst Hölle auf Erden schaffen". Du würdest Angst haben, etc. Ich sehe die Gebote vom menschlichen, nicht vom gläubigen Standpunkt: Mordest oder stielst du, musst du immer in der Angst leben, entdeckt zu werden, nicht selten folgen einer ersten Straftat noch andere. Belügst du jemanden, musst du fürchten, dass jemand anderes die Wahrheit herausbekommt - sagst du aber von vornherein die Wahrheit, musst du das nicht fürchten und musst allein die Konsequenzen für dein Handeln übernehmen, nicht aber für die Lüge. Sieh das ganze mal unter dem Aspekt der Selbstverantwortung, niemand außer dir kann Verantwortung für dein Handeln übernehmen, also solltest du so handeln, wie du es für dich selbst verantworten kannst und damit auch alle Folgen, die dein Handeln mit sich trägt. Alles andere ist kindisch und hat nichts mit erwachsenem Handeln zu tun. |
| Varda | [QUOTE]ich finde aber dass luthers sünden seine persönlichen probleme sind und nicht auf alle anderen übertragen werden solten.[/QUOTE] Wo auch immer da die Logik ist aber gut, anscheinend hast du sie gefunden. Du bist frei zu tun, was du willst, wann verstehst du das? Fragst du uns um Erlaubnis? Es kann dir doch völlig gleich sein, was im Christentum los ist, wenn du eh nur dagegenreden willst. Warum interessiert dich das denn überhaupt? Das ist mir wirklich ein kleines Rätsel. |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i] [B] Skinny, du würdest die, rein psychologisch betrachtet, keinen Gefallen damit tun, siehe "sich selbst Hölle auf Erden schaffen". Du würdest Angst haben, etc. Ich sehe die Gebote vom menschlichen, nicht vom gläubigen Standpunkt: Mordest oder stielst du, musst du immer in der Angst leben, entdeckt zu werden, nicht selten folgen einer ersten Straftat noch andere. Belügst du jemanden, musst du fürchten, dass jemand anderes die Wahrheit herausbekommt - sagst du aber von vornherein die Wahrheit, musst du das nicht fürchten und musst allein die Konsequenzen für dein Handeln übernehmen, nicht aber für die Lüge. [/B][/QUOTE] Da stimme ich dir vollkommen zu, nur mit der ausnahme dass es manchmal notwendig ist zu töten oder zu stehlen oder zu lügen, und zwar dann wenn die notwendigkeit die angst überwiegt. |
| Dyspenthes | Wann ist es deiner Meinung nach notwendig, zu lügen, zu stehlen oder zu töten? Doch nur, wenn es zum Besten anderer Menschen dient, oder? Lügen, um jemand anderen zu schützen, der im Recht ist zum Beispiel. Und da gehört meiner Meinung das Gebot der Nächstenliebe hinein: Du tust es, um anderen zu helfen bzw. weil man dir Nächstenliebe versagt (zum Beispiel, wenn ein Hungernder jemandem, der genug zu Essen hat, etwas stielt, um satt zu werden). |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i] [B] Sieh das ganze mal unter dem Aspekt der Selbstverantwortung, niemand außer dir kann Verantwortung für dein Handeln übernehmen, [/B][/QUOTE] Was ist mit jesus? Hat er nicht irgendwie unsere sünden auf sich genommen, oder wie war das? |
| Varda | Volle Zustimmung an Dyspenthes. Wir lesen gerade in Dogmatik etwas, worin der Autor die Theorie aufgestellt hat, ob man das Töten-Gebot im Falle Hitler nicht besser umgangen wäre, um Menschenleben zu retten. Eine theologisch sehr interessante Theorie. |
| Dyspenthes | @Skinny Ich spreche gerade nicht von christlichen Glaubenslehren, sondern von dem Sinn, der dahinter steckt, wie ich das auch schon bei den Todsünden zu tun versucht habe. |
| Varda | Ja, er hat unsere Sünden auf sich genommen, aber damit bist du doch nicht aus der Verantwortung für dein Leben! Das musst du schon selbst führen. Nur, weil uns die Sünden vergeben sind, heißt das nicht, dass einfach so nachlässig mit dem uns Geschenkten umgehen sollen. |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i] [B]Wann ist es deiner Meinung nach notwendig, zu lügen, zu stehlen oder zu töten? Doch nur, wenn es zum Besten anderer Menschen dient, oder? Lügen, um jemand anderen zu schützen, der im Recht ist zum Beispiel. [/B][/QUOTE] So ist das. Wäre das dann eine sünde, also schlechte tat? Wenn nicht , was ist dann schlecht? |
| Dyspenthes | @Skinny: Zu lügen, stehlen, töten, um dir selbst einen Vorteil gegenüber anderen zu verschaffen. |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i] [B]@Skinny: Zu lügen, stehlen, töten, um dir selbst einen Vorteil gegenüber anderen zu verschaffen. [/B][/QUOTE] Aber gehört es nicht zur natur des menschen sich vorteile gegenüber anderen zu schaffen? Sonst schaffen sie sich womöglich noch vorteile mir gegenüber. Fressen oder gefressen werden - das gesetz des dschungels gilt auch im leben. |
| Dyspenthes | Das ist eine Theorie, noch heute las ich in dem Thread "Menschlichkeit als Schande" (oder so ähnlich), dass an dieser Theorie ernsthafte Zweifel bestehen. Schon bei Richard Dawkins in den 70ern heißt es nicht mehr, dass der Mensch nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und dafür über Leichen geht, sondern dass für den Menschen auch durch eine Gemeinschaft Vorteile entstehen, die für ihn vorteilhafter seien. Rosseau schrieb schon 1762 über den Gesellschaftsvertrag, dass es darum ginge, die größtmögliche Freiheit des Einzelnen dadurch zu gewährleisten, indem die Gemeinschaft die Güter des Einzelnen verteidigt. Der Einzelne unterwirft sich also den Gesetzen einer Gemeinschaft, um daraus einen größeren Vorteil zu erlangen, nämlich dass andere auch für den Schutz seiner Person und seines Eigentums aufkommen. Ein Mensch, der lügt, stielt oder tötet, ist eine Gefahr für jeden Einzelnen, also muss diese Gefahr am ehesten eliminiert werden. Da die einzelnen Mitglieder einer Gemeinschaft jeweils Angst vor einer solchen Person haben, wird die Gemeinschaft alles daran setzen, diese Person irgendwie aus der Gesellschaft heraus zu kriegen, in Deutschland derzeit üblich mit Haftstrafen im Fall von Töten oder Stehlen. Der Volksmund sagt "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht", sollte jemand also als Lügner bekannt sein, wird ihm niemand vertrauen, insofern tut derjenige sich selbst auch nicht wirklich was Gutes. Den größeren Vorteil wirst du daraus ziehen, die Freiheiten einer Gemeinschaft zu nutzen, aber dich den Regeln zu unterwerfen, wie es schon Rosseau schrieb. Das heißt, wenn du nicht lügst, nicht stielst, nicht tötest, hast du ein paar Vorteile unter Umständen weniger, aber du wirst im Endeffekt auch mehr rausholen, nämlich Sicherheit deiner Person. |
| Skinny Hädie | Dyspenthes : Dieses gesetz hat auch für gemeinschaften gültigkeit. Nehmen wir z.b. die wohlstandsgesellschaft der modernen länder, was wäre sie ohne die sklaverei und ausbeutung der kolonien? |
| Dyspenthes | Kolonien gibt es seit einiger Zeit nicht mehr ;), die Welt funktioniert heute etwas anders: Firmen bauen in Ländern ihre Fabriken, in denen die Löhne allgemein geringer sind. Würden sie dies aber nur tun, würde daraus resultieren, dass hierzulande niemand mehr Geld verdient. Das heißt, Arbeitsschritte, die hier teurer wären, werden ins Ausland verlegt, andere Arbeitsschritte bleiben im Inland, damit das hiesige Einkommen so bestehen bleibt und die Menschen hier so viel konsumieren können, dass die Firmen einen maximalen Gewinn erzielen. Aber das hat bis dahin noch nichts mit Lüge, Raub oder Mord zu tun. Es bedeutet "nur", dass Menschen aus den Ländern, in denen viele Dinge hergestellt werden, sich es in der Regel von ihrem EInkommen nicht leisten können, die DInge, die sie herstellen, zu konsumieren, während Menschen hierzulande das mit ihrem Einkommen können. Das ist Kapitalismus, an manchen Stellen, wie bei dem Handel mit sehr armen Ländern, auch Ausbeutung. Aber gerade an diesen Stellen gibt es auch wieder Menschen, die auf Fair Trade setzen, auf Bioprodukte, durch die die Umwelt weniger stark belastet wird, etc. - warum sollte es auch solche Menschen geben, wenn das Gesetz des Stärkeren auf jeden Menschen zutreffen würde? |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i] [B]Kolonien gibt es seit einiger Zeit nicht mehr[/B][/QUOTE] Die gibt es nach wie vor. Nur dass sie heute nicht mit bloser waffengewalt unterdrückt werden, heute gibt es indirekte, viel effektivere mittel unter der maske der demokratie und des "freien" marktes. [QUOTE] Aber gerade an diesen Stellen gibt es auch wieder Menschen, die auf Fair Trade setzen, auf Bioprodukte, durch die die Umwelt weniger stark belastet wird, etc. - warum sollte es auch solche Menschen geben, wenn das Gesetz des Stärkeren auf jeden Menschen zutreffen würde? [/QUOTE] Ausnahmen gibt es immer, sie bestätigen nur die regel. Und diese minderheiten können auch nicht wirklich was ausrichten. |
| Dyspenthes | [QUOTE][i]Original geschrieben von Skinny Hädie [/i] [B]Die gibt es nach wie vor. Nur dass sie heute nicht mit bloser waffengewalt unterdrückt werden, heute gibt es indirekte, viel effektivere mittel unter der maske der demokratie und des "freien" marktes.[/B][/QUOTE] Beispiele? [QUOTE][i]Original geschrieben von Skinny Hädie [/i] [B]Ausnahmen gibt es immer, sie bestätigen nur die regel. [/B][/QUOTE] Kommt darauf an, in welchen Maßen man misst und was man als "Ausnahmen" ansieht. Es gibt verdammt viele Menschen, die sich in irgendeiner Weise Gedanken über die Umwelt und andere Menschen in irgendeiner Weise machen. Menschen, die forschen, wie man die Umwelt weniger belasten könnte, Menschen, die sich Gedanken darum machen, wie man Strom, Wasser, etc. sparen kann, um damit die Umwelt zu schonen, Menschen, die sich Gedanken um das Ozonloch machen, Menschen, die sich Gedanken um andere Lebewesen machen und für den Tierschutz kämpfen, Vegetarier, Menschen, die in andere Länder gehen, um dort etwas für die Entwicklungshilfe zu tun, Menschen, die regelmäßig Geld an Organisationen wie "Brot für die Welt", "Miseror" und andere spenden, Menschen, die Patenkinder in Entwicklungsländern haben, und so weiter - sind diese ganzen Menschen, die in irgendeiner Weise versuchen, die Welt ein wenig schöner zu gestalten, tatsächlich die Ausnahmen? Ich glaube es eigentlich nicht, ich glaube nur, dass es den perfekten Menschen, der das alles zugleich macht, nicht gibt. |
| Skinny Hädie | [QUOTE][i]Original geschrieben von Dyspenthes [/i] [B]Beispiele? [/B][/QUOTE] Siehe dir z.b. die politik der US of A zu Kuba an, oder den krieg im irak. Glaubst du der wurde wegen mitleid zum irakischen folk, das ja ach so sehr unter saddam litt, begonnen? Die usa konsumieren waren aus der ganzen welt und händigen statt dessen nur eigene schuldschreiben aus. |
| Kampfsau | [QUOTE]Das Problem, das wir dann haben ist: Wir müssen das alles wieder ausbügeln. Irgendwie müssen wir usnere begangenen Sünden wieder gut machen. Aber wie? Können wir das? Nein, das können wir eigentlich nicht. Also schön zur Beichte, viele Vaterunser beten oder was auch immer, damit die Zeit im Fegefeuer verkürzen.[/QUOTE] Das hab ich mich schon immer gefragt, warum sollten Menschen immer zur Rechenschaft gezogen werden können.Wenn z.B. ein habgieriger Tyrann Menschen ausbeutet und quält, dann kann er höchstens von jenen aufgehalten werden, die ihm in dieser Welt entgegentreten. Das ist aber nicht immer möglich,ich bin einfach davon überzeugt,dass die Menschen nach Gerechtigkeit sehnen. Und darum gibt es die Vorstellung von Himmel und Hölle.Damit man Hoffnung für die eigene elende Existenz auf Erden hat und Strafe denen wünscht,die dafür verantwortlich sind,dass es einem so schlecht geht. [QUOTE]Deswegen haben wir, durch Jesus bedingt, eine Heilsgewissheit. Die ist ganz wichtig, denn sonst rennen wir unser Leben lang herum und versuchen durch gute Taten unsere SÜnden auszubügeln! Das kann nicht Sinn der Sache sein, deswegen ist nach protestantischer Sicht die Erbsünde logische Konsequenz und notwendig. Wenn wir eine Heilsgewissheit haben, brauchen wir uns nicht zu Sorgen und können gute Taten um der guten Taten willen tun und nicht, um unseren Ruf bei Gott zu verbessern.[/QUOTE] Stimmt, ist man gut,weil man die Belohnung erhofft oder erfreut es einen nur,gut zu sein oder findet man aufgrund seines Gewissens Missfallen an schlechten Taten? Aber wenn man darüber nachdenkt,macht das auch nicht wirklich den großen Unterschied.In beiden Fällen wird man mit einem guten Gewissen belohnt oder mit einem schlechten Gewissen bestraft.Vielleicht haben Menschen dieses Gewissen nicht, man fragt sich, wie manche Mensche so egoistisch und gemein sein können, doch Sie sind nunmal anders.Sie wurden so geschaffen. Es macht ihnen vielleicht sogar Spaß grausam zu sein. Ich glaube ja nicht an das Nachleben oder an irgendwelche Konsequenzen,die daraus resultieren.Trotzdem werde ich nicht gegen meine Natur handeln und andere Menschen nur schlecht behandeln und ausnutzen. Das ist einfach mein Empfinden.Und aus diesem persönlichem Empfinden heraus handel ich auch. Ich glaube nicht,das diese Philosophie hören Anspruch als Sozialdarwinismus auf Gültigkeit hat. Man muss sich dafür einsetzen,was man selber glaubt.Daraus entstehen Konflikte aber wenn man wirklich ernst sich selbst gegenüber ist, dann handelt man doch immer nur aus sich selbst heraus,es mag vielleicht sein,dass mal mehr oder mal weniger Leute diese Ansicht teilen. Vielleicht wurde Sie einem von anderen eingebleut,doch Sie ist trotzdem fester Bestandteil von einem. Darum gibt es keine richtigen oder falschen Ansichten,sondern nur Ansichten, die vielleicht gegeneinander laufen. Es ist schwer das was ich ausdrücken will,in wenige, leicht verständliche Worte zu fassen. Es klingt vielleicht egoistisch aber das eigene Empfinden ist doch im Grunde das,von dem jeder Mensch in seinem Handeln ausgeht und das einzige, an das er wirklich glauben kann.Vielleicht kann er es nicht offen ausleben aber so wird es trotzdem,tief im Inneren immer sein [QUOTE]Seit wann ist man frei, wenn man hasst und seit wann ist man frei, wenn man neidet, stiehlt und tötet? Ich finde, dass das Dinge sind, die einen unfrei machen. Super, ich kann mich an jemandem rächen. Was habe ich dann davon? Im schlimmsten Fall rächt sich derjenige zurück oder es holt mich Jahre später ein und ich bekomme Schuldgefühle. Auf jeden Fall ist Rache auf lange SIcht hin gesehen nicht sinnvoll. Ebenso wie morden und die anderen "verbotenen" Dinge. Hier ist auch wieder so ein Punkt[/QUOTE] Ich weiß nicht,es kommt immer auf die Situation an.Ich denke nicht,das Rache immer sinnlos ist. Allein schon die Hölle ist doch so eine Art Rache.Ich rede nicht von der Art Rache,meine Frau ist mir fremd gegangen, jetzt kastrier ich ihren Liebhaber, zerstümmel ihr Gesicht und verbrenne Sie bei lebendigem Leibe.Sondern die Form von Rache, die Menschen in ihre Schranken verweist und ihre Grenzen aufweist. Jede Form der Gesetzgebung arbeitet mit Bestrafung,also quasi einer Art Rache für Vergehen. Und das mit dem Töten ist auch so eine Sache. Ist töten dann gerechtfertigt,wenn man sonst selber getötet wird.Hätte man Hitler töten sollen?Ich sage ganz klar JA. Ich habe da so einen Zweifel was meinen Kriegsdienstverweigerungsantrag betrifft. Weil ich muss einfach sagen,ich könnte töten,wenn mein Leben oder das Leben von Bekannten und Freunden auf dem Spiel steht.Und ich glaube in dem Fall könnte ich das emotional auch verarbeiten. Befähigt mich diese Eigenschaft dazu,ein Soldat zu sein? Ich hasse Krieg und das ganze Elend,was damit verbunden ist,doch ich könnte nicht sagen,ich könnte niemals, unter welchen Umständen auch immer,andere töten. Ich werde da auch nicht lügen,für mich sind wahre Pazifisten jene, die lieber eine Kugel im Kopf in Kauf nehmen, als selber ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Und das kann ich einfach nicht,deswegen werde ich das auch nicht in den Antrag schreiben,trotzdem hoffe ich,er wird akzeptiert. [QUOTE]Skinny, du würdest die, rein psychologisch betrachtet, keinen Gefallen damit tun, siehe "sich selbst Hölle auf Erden schaffen". Du würdest Angst haben, etc. Ich sehe die Gebote vom menschlichen, nicht vom gläubigen Standpunkt: Mordest oder stielst du, musst du immer in der Angst leben, entdeckt zu werden, nicht selten folgen einer ersten Straftat noch andere. Belügst du jemanden, musst du fürchten, dass jemand anderes die Wahrheit herausbekommt - sagst du aber von vornherein die Wahrheit, musst du das nicht fürchten und musst allein die Konsequenzen für dein Handeln übernehmen, nicht aber für die Lüge.[/QUOTE] Es kommt darauf an,wie der einzelne Mensch psychologisch aufgebaut ist. Manchen bringt ein absolut ehrliches Leben oft nichts als Beschwerden, Mühen und den Missbrauch der eigenen Person durch andere. Andere wiederum können durch Lügen,Betrügen und Stehlen ein wunderschönes Leben bekommen und ich denke nicht,dass sich alle dabei schlecht fühlen oder ein schlechtes Gewissen dabei haben. [QUOTE]Ja, er hat unsere Sünden auf sich genommen, aber damit bist du doch nicht aus der Verantwortung für dein Leben![/QUOTE] Wie kann er für unsere Sünden eigentlich sterben?Ist es überhaupt so schlimm zu sterben,wenn man nachher wieder auferstehen kann?Von den Schmerzen mal abgesehen.Wenn er aufgrund unserer Sünden gestorben ist,hat er uns damit nicht noch eine viel größere Bürde auferlegt? |
| Dyspenthes | @Skinny: Zu Kuba: glaub ich eher nicht, nach allem, was ich über die Situation gehört habe, hat sich Kuba bisher eigentlich ganz gut geschlagen. Zu Irak: Ich bin der Überzeugung, dass dahinter auch eine gewisse Portion Angst steckte, die Kontrolle zu verlieren. Der Mensch will auch den Überblick und die Kontrolle behalten, ist er in der Lage, sich diese zu verschaffen, wird er dies tun, weil er ansonsten unsicher ist. In diesem Fall ist es eine Marktwirtschaftliche Kontrolle. Aber besagt dies tatsächlich, dass der Mensch von Grund aus darauf strebt, sich nur Vorteile zu verschaffen, oder ist dies nicht vielmehr das Bestreben einzelner? @Kampfsau: Ich habe den Eindruck, dass du ein ziemlich negatives Menschenbild hast. Ich bin schon relativ vielen Menschen begegnet, die sich übel verhalten haben, scheinbar nur auf den eigenen Nutzen hin. Und warum? Weil sie selbst einiges zu leiden hatten, weil sie total unsicher waren, etc. Es gibt keinen Menschen, der aus reiner Bosheit handelt, zumindest ist mir so jemand in meinem ganzen Leben noch nicht untergekommen. Ich der Ansicht, dass vieles, was von anderen Menschen als Bosheit und Selbstsucht empfunden wird, das ist, was ich zu Anfang über die Todsünden schrieb: Eine Übertreibung einer Sache. Warum übertreibt man etwas, gibt sich nicht mit dem zufrieden, was genug ist? Weil man extrem fixiert darauf ist. Und wann ist man auf eine Sache fixiert? Wenn man sich dort benachteiligt fühlt. Dann versuchen viele Menschen, das zu zerstören, bzw. es für sich zu bekommen, Stichwort Habgier. Eifersucht in zu großem Maße, weil eine andere Person mehr haben könnte. Das alles kommt doch daher, wenn ein Mensch mit sich nicht zufrieden ist, sich selbst nicht so akzeptieren kann, wie er ist. Im Buddhismus wird das ebenso gelehrt, wie im Christentum, jeder Psychologe würde das unterschreiben: Menschen sollten irgendwie versuchen, mit sich in Einklang zu kommen. Wenn sie dies nicht schaffen, richten sie Unrecht an, siehe Todsünden, aber auch lässliche Sünden. Das sind wiederum die Dinge, die andere als Bosheit wahrnehmen. Aber ich glaube kaum, dass es um der Bosheit selbst willen geschieht, ich glaube, dass dahinter Angst steht, und das, wovor man Angst hat, muss zerstört werden, damit die Angst nicht mehr besteht (einfacher menschlicher Urinstinkt). |
| Kampfsau | [QUOTE]Ich habe den Eindruck, dass du ein ziemlich negatives Menschenbild hast. Ich bin schon relativ vielen Menschen begegnet, die sich übel verhalten haben, scheinbar nur auf den eigenen Nutzen hin. Und warum? Weil sie selbst einiges zu leiden hatten, weil sie total unsicher waren, etc. Es gibt keinen Menschen, der aus reiner Bosheit handelt, zumindest ist mir so jemand in meinem ganzen Leben noch nicht untergekommen.[/QUOTE] Sicher nicht,es gibt nicht nur böse Menschen, doch ich glaube nicht,dass alle Menschen gleich selbstlos und Gut sind. Es ist nunmal so, dass vielen Menschen das eigene Wohl wichtiger als das Wohl anderer ist.Ich sehe nicht jeden Menschen so aber ich schließe nunmal nicht aus,dass einige Menschen derart empfinden. Man erlebt es sehr oft, Menschen die keine Reue zeigen. Die sind ein seltenes Phänomen aber hier und da gibt es Sie halt [QUOTE]Ich der Ansicht, dass vieles, was von anderen Menschen als Bosheit und Selbstsucht empfunden wird, das ist, was ich zu Anfang über die Todsünden schrieb: Eine Übertreibung einer Sache. Warum übertreibt man etwas, gibt sich nicht mit dem zufrieden, was genug ist? Weil man extrem fixiert darauf ist. Und wann ist man auf eine Sache fixiert? Wenn man sich dort benachteiligt fühlt. Dann versuchen viele Menschen, das zu zerstören, bzw. es für sich zu bekommen, Stichwort Habgier. Eifersucht in zu großem Maße, weil eine andere Person mehr haben könnte. Das alles kommt doch daher, wenn ein Mensch mit sich nicht zufrieden ist, sich selbst nicht so akzeptieren kann, wie er ist.[/QUOTE] Wäre dann nicht alles, Liebe und Treue ebenso, eine Todsünde, wenn man es übertreibt. Faulheit,du kannst träge werden und nichts auf die Beine stellen.Genausogut kann man,wenn man immer nur arbeitet,sich selbst oder sogar andere in die Erschöpfung treiben. Ich frage mich nur,warum gerade diese Dinge als Sünden dastehen, auch wenn es lässliche Sünden sind. Lust, Faulheit, Zorn,Völlerei. Das sind doch alles Dinge, die zu den Urbedürfnissen des Menschens gehören und eigentlich vieles von dem im Leben, was Spaß macht.Und Neid,so schlimm wie er an sich auch klingt,kann ein Antrieb sein.Und er weißt einen eventuell auch auf Ungerechtigkeit in der Gesellschaft hin. Eitelkeit, jeder Mensch sollte etwas auf sein Äußeres achten und wie er auf andere Menschen wirkt.Und nicht zu einem stinkenden Penner verkommen Natürlich darf man es nicht übertreiben aber kann man nicht sagen, man soll es generell nicht übertreiben. [QUOTE]Im Buddhismus wird das ebenso gelehrt, wie im Christentum, jeder Psychologe würde das unterschreiben: Menschen sollten irgendwie versuchen, mit sich in Einklang zu kommen. [/QUOTE] So ist das.Obwohl ich bis zu einem gewissen Punkt finde,auch wenn es meiner persönlichenAnsicht widerspricht,wenn jemand einen großen Fokus auf eine Sache legt,sei es sein Aussehen oder möglichst viel Geld zu verdienen oder mit möglichst wenig eigener Arbeit durchs Leben kommen, wenn jemand sehr viel Sex hat, so ist das doch bis zu einem gewissen Grad deren eigenes Problem. |
| Dyspenthes | Kampfsau, zu deinem ersten Punkt würde ich noch viel weiter gehen: Ich glaube, es gibt KEINEN Menschen, der nur selbstlos und gut ist. Aber ebenso wenig gibt es Menschen, die nur böse sind. Nach meiner Erfahrung sind es hingegen die Bereiche, wo ein Mensch eigentlich gut sein will, die ihn aber dann ins Gegenteil treiben. Beispiel: Vegetarier. Ein Vegetarier tut der Welt in erster Linie etwas Gutes, weil er mit seinem Handeln das Wohl der Tiere schützt. Leider gibt es viele Vegetarier, die fanatisch werden und versuchen, andere Menschen davon zu überzeugen, dass dies der einzig richtige Weg wäre, und handeln an dieser Stelle wieder schlecht. Menschen, die keine Reue zeigen, zeigen sie womöglich deshalb nicht, weil sie nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt - und sich dabei für das Falsche entschieden haben. Ich bin auch der Ansicht, dass auch Liebe, die erdrückt, falsch ist, quasi eine Sünde. Aber für eine Kirche, die die Liebe unter den Menschen predigt, ist es schwer, wenn sie ein paar feste Punkte festlegen soll, das in Worte zu fassen. Da aber wiederum aus übertriebener Liebe nicht selten Unrecht folgt, kann man wiederum über dieses Unrecht sagen, dass es falsch sei. Das klingt jetzt nicht besonders reflektiert, aber ich bin mir sicher, dass sich die Kirchenväter etwas dabei gedacht haben. Liebe an sich ist ja nichts Negatives, im Gegenteil. Faulheit ist, wenn du die 10 Gebote hinzunimmst, sogar quasi vorgeschrieben: Es heißt "Du sollst den Sabbat heiligen". Das heißt, man nimmt sich einen Tag frei, an dem man ganz für sich das tun darf, was man möchte, wenn man es ernst nimmt. Das heißt nicht, wie es lange in Deutschland üblich war, Kaffee und Kuchen mit der Verwandtschaft und danach ein Spaziergang, selbst wenn es nur aus Tradition und nicht aus freiem Willen geschah, sondern dass man aus freien Stücken diesen Tag für sich nutzt und auch faul sein darf. Faulheit als Todsünde heißt hingegen, dass man die ganze Woche träge ist. Lust an sich ist ja auch nichts Negatives, solange es bei der Lust bleibt. Aber was passiert, wenn du nicht genug kriegen kannst? Entweder, wenn du Glück hast, jede Menge ONS, oder aber du zwingst deinen Partner dazu, das zu tun, was du möchtest. Und das sehe ich als Unrecht an. Auf jemanden zornig sein, ist auch nichts Negatives. Aber im Zorn sagt man oft Dinge, die unüberlegt sind, es kann zu Handlungen kommen, die definitiv falsch sind, zum Beispiel dass man jemanden aus Zorn verprügelt. Und das ist meiner Ansicht nach falsch. Gut zu essen ist wieder nichts Negatives, im Gegenteil. Nur führt ein Übermaß an fettigen und leckeren Speisen nicht nur zu schweren Krankheiten, wie Verkalkung der Arterien, sondern auch dazu, dass du weniger beweglich bist und träge wirst, nicht mehr für deinen eigenen Lebensunterhalt aufkommen kannst. Auf sein Äußeres zu achten ist meiner Meinung nach auch etwas völlig anderes, als Eitelkeit (mal abgesehen davon, dass eine andere Bedeutung ja "Hochmut" ist). Eitelkeit bedeutet eher, wie ein Pfau durch die Gegend zu laufen und sich selbst für das schönste und tollste Geschöpf auf Erden zu halten. Damit stellt man sich selbst aber über andere und das meist zu Unrecht. Bis zu einem gewissen Grad hast du auch Recht, es ist erstmal das eigene Problem der Leute. Aber es kann zu einem Problem für die Gesellschaft werden. Wenn jemand ständig im Übermaß isst und sich zu wenig bewegt, wird er im häufigsten Fall eine Last für die Allgemeinheit, da andere für ihn aufkommen müssen, ebenso wie jemand, der dauerhaft träge ist. Jemand, der seine Gier nach Sex nicht befriedigt kriegt, wird zur Gefahr für andere, wenn er/sie versuchen wird, sich die Befriedigung zu verschaffen und dabei keine Rücksicht mehr auf den Willen anderer nimmt (mal abgesehen davon, dass es noch vor 50 Jahren geheißen hätte, dass die Frau schwanger geworden und damit wiederum zu einer Last für andere geworden wäre). Jemand, der cholerisch ist, kann andere verletzen. Und so weiter. Das Problem sehe ich, wie bei vielem, darin, dass Menschen es in der Einhaltung dieser Gebote übertreiben und im Endeffekt andere Menschen entweder dazu bekehren wollen, weil sie überall deren Fehler sehen, oder sie verurteilen. Und da kommt meiner Meinung nach der Satz von Jesus zum Tragen: "Was siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, und siehst den Balken in deinem Auge nicht?". Alle Gebote sind meiner Meinung nach dazu da, dass man sich selbst darüber klar wird, was Recht und was Unrecht ist, es sind ethische Grundsätze, über die es sich nachzudenken lohnt. |
| HeaveninHell | wir begehen tag tägliche eine oder mehr dieser 7 todsünden, bewusst oder unbewusst, dennoch schämen wir uns dieser nicht, oder zu mindest sollten wir uns dieser nicht schämen .. schliesslich fanden wir es in dem moment der sündigung als richtig zum sünder zu werden |
| gunslinger | Ja, also vielen Dank schon mal für eure fleißigen Antworten. Ich kann im Moment der Diskussion nur leider noch nicht folgen, komme aber gerne später noch mal wieder. ciao. gunslinger. |
| sleeping-water | Ich weiß jetzt nicht ob die Antwort sonderlich katholisch ist, aber ich leite mir diese einmal logisch ab. Die 10 Gebote waren für jüdische, land besitzende Männer geschreiben. Folglich sind für uns nicht 1 zu 1 zu übertragen. Sie wurden in einer ganz andern Zeit geschrieben, die mit heute nicht zu vergleichen ist. Generell sind alle Gebote die in der Bibel, von Jesus oder der Kirche gestellt wurden zu unserem Vorteil, denn Jesus Zeil war es das Himmelreich auf Erden zu schaffen. Er sah die Menschenheit als eine Großfamilie an, mit lauter Brüdern und Schwerstern, dessen Vater Gott war. Würde einer von euch seine Schwester töten? Oder seinen Bruder bestehlen? Ich denke nicht. Gott als Vater, als leibender und geduldiger Vater auch nicht. Ich denke er sieht die Menschen (seine Geschöpfte!!!), die etwas böses, unsinniges tun, wie ELtern ihre pubertierenden Kinder. Irgendwann wachsen sie dort heraus. Auch Eltern ist es klar das ihr KInd nicht perfekt ist, deshalb sind die Todsünden eig auch keinen Sünden sondern der Ursprung der Sünden. Jemand der keine Neid etc. empfindet hat auch keinen Grund zum Diebstahl. Mir ist auch nicht bekannt, dass sie sieben TS in der Bibel stehen. Was aber keien großen unterschied macht. Da die Bibal auch von MENSCHEN verfasst ist und nicht von himmlischen Wesen. Daraus kann man folgern, dass alle Regeln und Gebote nicht für Gott und unseren TOd sind, sondern für das Jetzt und unser Zusammenleben. |
| Gabriel Bell | Um nochmal auf das Thema der Sünde bzw. der Erbsünde zurückzukommen...ehrlich gesagt habe ich da immer immense Probleme mit. Ich bin Katholik...zumindest bin ich so getauft. Ich habe ehrlich gesagt immer schon keinen Bock mehr, wenn der werte herr Pfarrer dann die Floskeln beginnt "durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld" - warum ist der Mensch im Ursprung immer schlecht...befleckt. Ich finde das beleidigend, verdammend - ich bekomme immer das Gefühl, nicht aufholen zu können gegenüber dem, was mir geschenkt ist. Ich versuche meist, ein guter Mensch zu sein und ich ärgere mich immer darüber, wenn ich mal wieder etwas egoistisch war oder jemandem weh getan habe. Aber das Christentum nimmt mir meinen Ärger ab. Ich brauche nicht bangen - ich kann um Vergebung bitten und mir werden meine Sünden vergeben, aber das ist Mist. Ich will keine emotionale Ablasszahlung leisten und ich will mich nicht rechtfertigen müssen vor einer fiktiven Gestalt, sondern vor mir. Wenn es wirklich soetwas wie ein Leben nach dem Tode gibt, dann will ich das erreichen, weil ich als Mensch gut genug war und ich finde es nicht akzeptabel, mir meine Weste dafür weißwaschen zu lassen... |
| Anaximander | Mal ein Vorschlag: Ich wäre entschieden dafür, ein weiteres Forum mit dem Titel "Theologie und Esoterik" aufzumachen, in dem all die vielen irrationalen Themenkomplexe durchgekaut werden können, die [b]nicht das geringste[/b] mit Philosophie zu tun haben, und für die trotzdem andauernd dieses Forum missbraucht wird. Nach der Einrichtung eines solchen Forums würde es hier zwar sehr viel leerer werden, da nicht mal jedes zweite Thema in diesem Forum ein genuin-philosophisches Thema ist,- aber der eventuelle Zuwachs an Qualität könnte die Abnahme an Quantität durchaus rechtfertigen. |
| Gabriel Bell | Naaaaja also Philosophie ist ja nunmal ein recht breitgefächertes Thema...wieviele Philosophen haben sich nicht schon den Kopf zerbrochen über den Gottesbeweis - ich sehe dat jetzt net so eng... |
| Weltenbummler_S | Hallo Anaximander! Ich möchte Deiner Sichtrweise, daß die Farge nach Gott und Religionnihcts mit Philosophie zu tun hat, widersprechen. Sicher seit der Aufklärung finden sich deratige Themen eher seltener in der Philosohphie, aber sie werden dennoch diskutiert. Aber den Vorschlag eine eigene Rubrik für diese Fargen aufzumachen finde ich schon gut. Und Gabriel Bell, die Gottesbeweise finde ich einfach nur köstlich. Das Problem bei denen ist, daß die schon im Ansatz mehr oder minder explizit die Existenz Gottes voraussetzen. Also das, dessen Existenz bewisen werden soll wird mehr oder minder vorausgesetzt. |
| Gabriel Bell | Nee, keine Frage - dass ich denen glauben schenken würde wollte ich damit auch nicht zur Sprache bringen - ich wollte lediglich sagen, dass Gott allgemein eben doch durchaus ein Thema ist, das Philosophen stetig beschäftigt.... |