| Jazariel | Guten Abend. Ich habe ich wenig nachgedacht über die Abläufe in der Gesellschaft wie ich sie kenne. Dieser Beitrag ist nur lautgedacht, nicht meine Überzeugung! Ich habe mich gefragt warum wir leben wie wir leben. Was ich täglich sehe, höre und fühle brachte und bringt mich immer wieder in eine wirre Situation. Ich weiß das die Realität wie sie auch immer existiert Illusionen birgt. Sprache, Wissen, Sexualität, Arbeit möchte ich hier als Beispiele aufgliedern: Sprache & Wissen Wir wissen von den Grenzen der Sprache und dem Wissen an sich. Sie können immer nur Momentaufnahmen einer oder mehrere Ahnungen, Gefühle oder realen Tatsachen sein. Es gibt Gesetze die uns verpflichten Regeln einzuhalten und dafür Privilegien der Zivilisation zu erhalten. Wir können hier in Deutschland zum Beispiel frei unseren Neigungen nachgehen sofern sie nicht die Gesetze ignorieren. Diese Gesetze basieren auf Tatsachen, Erfahrungen, Ahnungen und Idealvorstellungen die sich so über die Jahrhunderte angesammelt und etabliert haben. Hält sich Jemand nicht daran so wird er im Namen der Gesellschaft bestraft und mit unter sogar getötet. Darauf sind nicht Wenige stolz. Wir kommen auf die Welt und sind je nachdem in der einen oder anderen Gesellschaft gelandet. Jede Gesellschaft interpretiert ihre Erfahrungen, Ahnungen und Idealvorstellungen anders als die andere. Nur mit Glück ähneln sich die Gesellschaften und freunden sich schnell an. Andere die sich nicht besonders ähneln meiden sich eher oder bekriegen sich sogar. Gleich und Gleich gesellt sich eben gern. Jedenfalls setzt jede Gesellschaft in ihrem Land ihre Vorstellungen durch. Sie prahlt mit ihrer Sprache, ihrem Wissen, ihrer Geschichte und ihrem Besitz. Die Kinder, die wir auch einmal waren bekommen das sofort 24 Stunden, sieben Tage die Woche mit allen Sinnen zu spüren. Eine Wahl haben sie nicht und so gesehen kann sich manch einer glücklicher schätzen z.B. Engländer und nicht Kenianer zu sein auf grund der sozialen Unterschiede (etc etc). Dramatisch ist das gelehrt wird als ob es nichts anderes geben würde. Als ob Sprache ein Zementblock wäre den man nur auf die gelehrte Weise "richtig" ausüben kann. Fatal ist es den jungen Menschen Geschichte auf nur einen Weg einzutrichtern und keine Verbindungen zum eigenen Selbst zu ziehen. Irrläufer laufen sich nicht tot und werden teilweise sogar unterstrichen und zu Symbolen menschlicher Errungenschaften erhoben, je nach aktueller Idealvorstellung der Bevölkerung. Wir jonglieren täglich mit Ahnungen und Gefühlen als ob sie volle Tatsachen wären und als ob das nicht genug wäre erschaffen wir danach Gesetze und Richtlinien für alle anderen Menschen die es nicht besser wissen oder wissen wollen. Handelt jemand nicht danach wird er bestraft. Eigentlich sehe ich Sprache und Wissen verknüpft. Ich glaube Wissen im Leben anzuhäufen ist pure Zeitverschwendung, schon alleine weil man nie die Wahrheit erfahren wird und damit in der Regel nur Probleme macht die keine sind. Bspw.: Was ist falsch was ist richtig? Hat das Leben einen Sinn? Sexualität Ich muss sagen das ich es schon immer extrem albern fand das dieses Thema eine derart zentrale Fokussierung der Menschen erlebt. Permanent in den Medien. Permanent in zahlreichen privaten Gesprächen dreht es sich direkt oder indirekt um dieses Thema. Als sei es der einzige Zweck des Menschen sich damit auseinanderzusetzen. Grundsätzlich sei gesagt Fortpflanzung ist wohl eines der brennenstend, intensivsten Themen und Beschäftigungen überhaupt. Das Wesentlche wird dabei meiner Meinung nach übersehen. Natürlich macht es unendlich Freude darüber zu sprechen, es auszuüben oder daran nur zu denken. Der Sinn des Ganzen ist Bestimmung. Die Spezies muss sich platt gesagt fortpflanzen um zu überleben. Einen echten Überlebenskampf kennen wir nicht und wir reden lieber von Spaß als Überlebenskampf. Das wird durch dieses ganze Gerede und Getue alles vorherige und jetzige bejahen und mit unserem Individuum mit aller Macht bekräftigen, erscheint Vielen wohl zu groß gedacht. Mit dem Akt, bestätigen wir das System. Ein System das auf Oberflächlichkeit basiert. Damit wäre ich beim nächsten Punkt: Arbeit Das wir über die Jahrhunderte genau wie jetzt einem idealisierten Leben hinterher rennen das so vielleicht auf dieser Welt gar nicht vorgesehen ist, erscheint uns wohl unmöglich. Darum können wir ficken was wir wollen und Kinder großziehen mit Idealen die sie zu verblendeten Arbeitern machen die sich Mitte 30 das erste Mal die Frage stellen ob sie überhaupt den Beruf und das Leben so wollen wie sie es jetzt haben. Wir verschwenden mit unserer bisherigen Taktik die Menschen besser zu machen unendlich Zeit, Energie und Schönheit. Warum ist alles auf Leistung fixiert? Warum gibt es System die Menschen nach Zahlen und Idealen bewerten? Wieso dürfen andere Menschen Menschen als gut oder schlecht, falsch oder richtig einschätzen? Warum können Menschen anderen Menschen überhaupt Leid zu fügen und sich in besonderen Fällen sogar sexuell daran aufgeilen? Sind all diese Fragen nicht Zeugen einer falschen Richtung? Ich glaube nicht das die Zivlisation mit ihrem bisherigen Taten auf dem richtigen Weg ist. Es gibt zuviel Krieg. Es gibt Geld das nicht verdirbt. Und es gibt Arbeit die gar nicht nötig ist. Ich möchte das alles gar nicht machen. Ich will nicht arbeiten nur um dafür Geld zu bekommen. Ich möchte nicht Sex haben nur um zu wissen das ein Kind dabei herauskommt. Und ich möchte nicht mit etwas sprechen und etwas wissen was womöglich gar nicht existiert. Kann mir jetzt irgendjemand aus dieser Sackgasse helfen oder bin ich einfach nur wahnsinnig? |
| Dark_cat | Interessanter Text! Ich glaube, ich liefere dir keine konkreten Antworten, das sind nur Gedanken, die mir beim Lesen gekommen sind.. Grundsätzlich möchte ich mal zu dem Titel deines Textes etwas sagen: Wir leben in einer Welt, die nicht existiert.. Ich würde eher sagen, dass jeder seine eigene Realität hat, entstanden aus dem Weltbild, das sich im Laufe der Jahre mit deinen Erfahrungen in deinem Leben aufgebaut hat - genauso wie dein Selbst. Zwar mag unsere Gesellschaft als eine Art Konsens oder Übereinkunft betrachtet werden - eine Art unsichtbarer Vertrag, den alle, die in der Gesellschaft leben wollen, scheinbar unterschrieben haben - dass sie sich zumindest in einem Mindestmaß den "allgemeinen" Gesetzen beugen und diverse Wert- und Idealvorstellungen teilen, wie das Leben zu leben ist. Man kann sich dem anpassen oder nicht, aber geprägt sind wir alle in der einen oder anderen Art und Weise davon, da wir darin aufgewachsen sind und Erfahrungen damit gemacht. So sind auch die 3 Punkte, auf die du dich in deinem Text beziehst, ein Produkt dieses Gesellschaftsbildes. Jeder hat ein Bild von der Gesellschaft und von sich selbst in ebendieser. Ich kenne einige, die nur deshalb 8 Stunden pro Tag ihren Job halbherzig ausführen, weil das eben ihr Bild des bestmöglichen Lebens innerhalb dieser Gesellschaft ist - um sich auf das Thema "Arbeit" zu beziehen. Dem zugrunde liegen Konditionierungen, Grundsätze, die wir im Laufe unseres Lebens in uns gefestigt haben uns oft als allgemein gültige Gesetze ansehen, wie zum Beispiel "das Leben sollte gerecht sein" oder "ich muss finanziell abgesichert sein", weshalb eine geregelte Arbeit dann als notwendig angesehen wird. Jeder strebt ein Ziel an, sei es ein glücklicheres Leben, Sicherheit oder - um auf das Thema "Sprache" zu kommen - freie, unfehlerhafte Kommunikation. Doch oft ist eine zwanghafte Bemühung, ein Ziel zu erreichen, genau das, was uns davon abhält. Sprache ist schon lang nicht mehr einfach nur ein Mittel zur Kommunikation und oft sind die Grenzen der Sprache auch die Grenze des Gedachten. Und auch, wenn sich die Sprache und ihre Auswirkungsformen schon weit entwickelt hat, ist sie dennoch nicht "fehlerfrei" - jeder assoziiert etwas Bestimmtes mit Begriffen und Worten und nicht unbedingt das gleiche, wie der Sprecher. Ich kann also auch nur hoffen, dass ich es ungefähr so rüberbringen konnte, wie ich es meinte^^ Wie gesagt, nur Gedanken.. |
| Tsafried | [QUOTE]Sexualität Ich muss sagen das ich es schon immer extrem albern fand das dieses Thema eine derart zentrale Fokussierung der Menschen erlebt. Permanent in den Medien. Permanent in zahlreichen privaten Gesprächen dreht es sich direkt oder indirekt um dieses Thema. Als sei es der einzige Zweck des Menschen sich damit auseinanderzusetzen. Grundsätzlich sei gesagt Fortpflanzung ist wohl eines der brennenstend, intensivsten Themen und Beschäftigungen überhaupt.[/QUOTE] wir reden ganz im Gegenteil sogar viel zu wenig darüber. Ständig damit konfontiert, ja, aber mit der Kommunikation.... nehmen wir junge Menschen... was ich höre ist entweder F***en, B****n oder sonstwelche Wörter dieser Art (anscheinend hat eines namens 'Gäng Bäng' mittlerweile besondere Vorliebe gefunden), oder, wenn es denn mal ernsthaft sein soll, kommen Stammeleien wie "äh, und dann, äh, hihi, ja, äh, dann hatten sie Geschlechtsverkehr" und werden dabei rot wie überreife Tomaten. Irgendwas läuft da schief. [QUOTE]Mit dem Akt, bestätigen wir das System. Ein System das auf Oberflächlichkeit basiert.[/QUOTE] hast du keinen guten Sex oder ist das nur Laut-Denkerei? Ich glaube das ist ein bisschen mehr als Oberflächlichkeit, vielleicht sogar eine der intensivsten und schönsten Erfahrungen überhaupt. Glück würde ich nicht als Oberflächlichkeit betrachten, und das sollte Sex einem schon bringen. [QUOTE]Arbeit Das wir über die Jahrhunderte genau wie jetzt einem idealisierten Leben hinterher rennen das so vielleicht auf dieser Welt gar nicht vorgesehen ist, erscheint uns wohl unmöglich. Darum können wir ficken was wir wollen und Kinder großziehen mit Idealen die sie zu verblendeten Arbeitern machen die sich Mitte 30 das erste Mal die Frage stellen ob sie überhaupt den Beruf und das Leben so wollen wie sie es jetzt haben. Wir verschwenden mit unserer bisherigen Taktik die Menschen besser zu machen unendlich Zeit, Energie und Schönheit. Warum ist alles auf Leistung fixiert? Warum gibt es System die Menschen nach Zahlen und Idealen bewerten? Wieso dürfen andere Menschen Menschen als gut oder schlecht, falsch oder richtig einschätzen? Warum können Menschen anderen Menschen überhaupt Leid zu fügen und sich in besonderen Fällen sogar sexuell daran aufgeilen?[/QUOTE] Soweit Zustimmung. Zahlen sagen wenig aus. Ich lese gerade ein Buch namens "Emotionale Intelligenz", nach diesen Ergebnissen ist jene für Erfolg weit wichtiger als die rationale. Lebenskunst sozusagen, die Fähigkeit, mit Niederlagen umzugehen. Die Ergänzung zum IQ, der auch nur bedingt über die potenziellen Möglichkeiten eines Menschen etwas aussagt, nicht aber über Durchhaltevermögen, den Willen, voranzukommen, die Motivation etc etc etc. |
| curupira | Der Mensch ist ein soziales Wesen, das die Nähe und den Kontakt zu anderen Menschen zwingend zum Überleben benötigt. Um diesen Kontakt zu regeln wurden eben bestimmte Gesetze festgesetzt, die erlernt werden müssen um weiterhin in dieser Gruppe von Menschen leben zu können. Ohne diese Gesetze wäre ein Zusammenleben einfach nicht möglich. Wenn jeder sich benimmt wie er will, kommt es früher oder später zu Mord und Totschlag, so dass nicht mehr viel von dieser Gesellschaft übrig bleiben würde. Das sind einfache soziologische Gesetze. Du findest nirgends ein System, nicht mal im Tierreich wo es ohne solche Gesetze zugeht, einfach weil sie notwendig sind. Ich möchte allerdings nicht bestreiten das vielleicht die Hälfte der vermittelten Werte und Normen einfach nicht notwenidg wären, weil sie ein Bild vermitteln welches dem Zusammenleben weder nützt noch andere Vorteile hat, sondern einfach persönliche Ansichten wiederspiegeln. Hier kommen wir auch zu dem Wissen welches du ansprachst. Wissen ist notwendig und muss vermittelt werden, aus dem Grund, da ich als Mensch nur adäquat mit der Gesellschaft und ihren Werten umgehen kann, wenn ich über das notwendige Wissen darüber verfüge. Ich muss die Gesetzmäßigkeiten, die Zusammenhänge verstehen können um mich damit auseinandersetzen zu können. Es ist meiner Meinung nicht Sinn von Wissen dieses stumm in sich aufzunehmen, sondern dieses zu zerteilen und neu zusammenzufügen, neues hineinzubringen und alles wieder erstehen zu lassen. Die vermittelten Werte, Normen und Regeln sind einfach notwendig um in dieser Gesellschaft leben zu können, sie sind aber auch dazu da, dass man darüber nachdenkt, das man sich mit ihnen auseinandersetzt und gegebenfalls einfach fallen läßt bzw. weiterführt. Als Kind hast du keine Möglichkeit dich diesen zu entziehen sondern musst sie so hinnehmen wie sie dir beigebracht werden. Im Laufe deines Lebens solltest du also das notwendige Wissen erlernen, um dich als Erwachsener mit diesen aufgezwängten Tatsachen beschäftigen zu können. Dann ist man auch in der Lage das zu finden was man möchte, und sich nicht von weiteren Stereotypen der Gesellschaft unterbuttern zu lassen. Ob diese Option nun jeder selbst nutzt ist allerdings jedem selbst überlassen. |
| lizium | ob unsere welt nicht existiert weiß ich nicht. ich weiß nur dass sie in meiner wahrnehmung existiert. wenn jeder seine eigene wirklichheit(ein faden den ich schon lange spinne, der sich aber immer wieder verknäult), sind wir dann nicht furchtbar einsam? und werden welten, beispielsweise die der phantasie oder die in büchern oder filmen erschaffenen welten nicht zu wenig gewürdigt? für mich sind sie auch sehr wichtig. in dem moment in dem ich ein buch lese ist es schließlich für den moment meine wirklichkeit(nur wenn es gut ist). vielleicht ist auch meine phantasie die wirklichkeit und ich habe mich nur in der sogenannten realität verheddert? |
| Inos | Unsere Gesellschaft wird von oben nach unten aufgebaut. Das bedeutet dass der der an der Macht ist, seine Welt in der er lebt, auch unbewusst anderen aufdrängt weil er nur die Macht dazu hat. Hitler hatte z.B. eigene Vorstellungen von einer Welt wie sie sein sollte, und er würde sich in dieser Welt wirklich wohl fühlen und glücklich sein wenn sie so währe wie er sie haben wollte. Um das zu gewährleisten, hat er auch alles versucht was er konnte und das war wirklich viel. Doch ob andere diese Welt dann so geliebt hätten wie er, das bleibt zu bezweifeln. In gewisser maßen, wird es auch heute so gemacht. Doch da jeder eine andere Welt haben möchte, bilden sich Subkulturen die gewisse Vorstellungen gemeinsam haben. Es gibt auch intolerante Menschen die so was nicht verstehen und Vorurteile gegen andere Ansichten haben. |
| Gr. Gaulichter | Im Gegensatz zu liziums Meinung habe ich den Eindruck, dass die „geschaffenen Welten“ mindestens seit Aufkommen der Photographie [1] eher eine zu große Beachtung finden, was sich in unserer Informations- und Kommunikationsgesellschaft gerade an den Phänomenen zeigt, dass die Nachricht weniger inhaltlich konsumiert wird, als des Erlebnisses wegen. Andere Anzeichen gehen von Erfindungen wie der virtuellen Realität [2] aus, die dankend (für was?) angenommen und wenig kritisch hinterfragt werden. Das lässt sich freilich nicht nur an „Second Life“ festmachen, sondern gleichfalls an der unüberschaubaren Flut von Hollywood-Produktionen und Fantasy-Büchern – alle meist in ähnlichem Stil, also ein quasi Parallel-Realität schaffend. Ich gehe gern in meiner Auffassung so weit, dass wir uns selbst noch nicht einmal ausreichend würdigen und darüber schnurstracks vergessen, zu welchen Leistungen wir in der Lage sind. Das meint nicht nur sportliche Leistungen oder militärisches Können, sondern es soll herausheben, dass wir Menschen durchaus in der Lage sind, bescheiden leben zu können, ohne arm leben zu müssen. Das Beil des „Sein“ lässt sich wahrlich schnell herausholen und wenn es in Schwung gerät, dann zerschmettert es diverse „Realitäten“ Ganz offensichtlich scheinen wir jedoch Interesse zu haben, uns nicht in Realitäten zu verheddern, sondern sie in Einklang zu bringen, indem wir durch die Sprache immer und immer wieder nicht nur Macht, sondern auf der anderen Seite vor allem auch Konsens erschaffen können, egal wie beschränkt die Sprache nun ist. Nebenbei bemerkt hat sich Noam Chomsky bekanntlich mit der Grammatik von Sprachen befasst und eine Hierarchie erstellt, die die „Ausdrucksstärke“ von Sprachen einteilt. Interessant ist die Gegebenheit, dass wir mit eigentlich sehr armen, dafür aber berechenbaren Sprachen die virtuellen Welten erschaffen, während die reichere, natürliche Sprache mehr und mehr zu verkümmern droht, wir mit ihr also die reale Welt immer weniger beschreiben können. Das steht mitnichten im Gegensatz zur imensen Vermehrung der Informationen (wobei der Unterschied zwischen Wissen, Daten und Informationen für den Laien nur schwer auszumachen ist), denn durch die Vermehrung der Information respektive Daten der Realität wird es uns immer unmöglicher, diese festgemachte Realität greifen zu können – selbst dann nicht, wenn die Wissenschaft wie momentan doch einen recht einheitlichen (sozusagen) „Kuschelkurs“ fährt. Denn die Komplexität der Vernetzung der Daten macht Probleme. Das – und so komme ich wieder zurück zum Thema – ist besonders gut ersichtlich in der Regel-, Normen-, Empfehlungs- und Gesetzesvielfalt in Deutschland, sodass sich selbst Juristen nur auf einen kleinen Ausschnitt dieser Gesetze einlassen. Hier nun bestätigt sich, was Sokrates meinte, als er sagte: „Ich scheine also um dieses Wenige doch weiser zu sein, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen“ – wir mussten ungeheuere Mengen an Daten ansammeln, um dennoch grundlegende Fragen der Menschheit nicht beantworten zu können. Und um das zu erkennen. Die Entrüstung nun von Jazariel scheint mir aus der Erkenntnis herzurühren, gewissermaßen machtlos zu sein und wenig Macht zu spüren. Die Macht jedoch, die ich nicht im Kleinen, also an mir selbst, auszuüben vermag, also auch nicht spüre, die vermag ich auch nicht auf eine Universallösung hinarbeiten lassen zu können, so sehr ich das wünsche. Was daran wäre vorteilhaft? Interessiert mich wirklich, was der Sinn im Leben ist, gäbe es einen einzigen? Ist mein Leben so arm, dass ich seinen Sinn hinterfragen muss? Daher rührt meine Zwiegespaltenheit dem Wissen gegenüber: Wissen zu erlangen ist eine interessante Übung auf mehreren Ebenen, etwa der Sprache als auch der Selbstbeherrschung. Askese sind ebenso interessante Übungen diesbezüglich. Natürlich lässt sich leicht argumentieren, dass dies Zeitverschwendung sei. Doch wessen Zeit? Auf welchem Pfad wird diese Zeit „verschwendet“? Ist es nicht auch Zeitverschwendung, dass ein Baum wächst, bevor er Früchte trägt? Sicherlich, in diesen Augen wird die Zeit „verschwendet“ Immer noch bleibt dann die Frage, wer oder was hier mit der Zeit umgeht. Um mich bei Einstein schuldig zu machen der Zweckentfremdung eines (seines) Zitats: „Gott würfelt nicht“ Ist Sex also auch Zeitverschwendung? War’s Volker Pispers, der von „oversexed and underfucked“ schwadronierte und damit das Lebensgefühl von Millionen Deutschen prägte? Lässt sich die Ver-Und-ung überhaupt halten, oder reicht vielleicht auch ein „just oversexed“ aus, gerade in Anbetracht der Statistiken, dass jeder Deutsche im Durchschnitt alle drei Tage seinem Fortpflanzungstrieb nachgeht (zum Spaß versteht sich, sonst ließe sich die Kinderarmut hierzulande nicht erklären)? Dass dieser Spaß allerdings gerade nur das Etikett „oberflächlich“ von Jazariel bekommt, will mir nicht einleuchten, steht doch die Behauptung weiter oben im Text, dass die Wissensanhäufung Zeitverschendung sei. Mit dem Verzicht auf Wissen und Spaß beraubt sich der Mensch seiner selbst und stellt sich sicher auf die Stufe mit Robotern, was uns zum nächsten Thema bringt: zur Arbeit. Wäre eine Rückentwicklung möglich, kämen wir an den Punkt, an dem wir vor allem auch arbeiten, um zu existieren – nämlich Tiere jagen bzw. Früchte sammeln. Das haben wir mit den Tieren dann gemein. Verzichten wir darauf – egal, ob es um abstraktes Jagen und Sammeln oder um das ureigene geht – so verzichten wir auf unsere momentane Existenz und bisweilen auf den Fortbestand unserer Art. Wüssten wir darum nicht, käme die Frage „Arbeiten oder nicht“ nicht auf, selbst aus Misserfolgen beim Erleben eines Mammuts könnten wir Sinnvolles ziehen und hätten doch ganz unbedacht gelernt. [quote]Ich möchte das alles gar nicht machen. Ich will nicht arbeiten nur um dafür Geld zu bekommen. Ich möchte nicht Sex haben nur um zu wissen das ein Kind dabei herauskommt. Und ich möchte nicht mit etwas sprechen und etwas wissen was womöglich gar nicht existiert. Kann mir jetzt irgendjemand aus dieser Sackgasse helfen oder bin ich einfach nur wahnsinnig?[/quote]Ich denke, den Begriff des Wahnsinns derart unbedacht zu verwenden, vor allem im Zeitalter, für das „Anything goes“ postuliert wird, zeugt von Unkenntnis sowohl des Begriffs als auch der Zeit – jene Unkenntnis die ich natürlich jedem zugestehe, die allerdings leicht deplaziert wirkt im aktuellen Thema und die mit dem abschließenden Satz ihren Höhepunkt findet. Setze ich ein exaktes Paradigma an, so kann ich mit ruhigem Gewissen sagen: „Ja, du bist verrückt.“ Mache ich aber nicht. Ich stelle nur ein „Ich will nicht ...“ bei dir fest und will enden mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen“ gg [1] vgl. Walter Benjamin, „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ [2] vgl. Benjamin Woolley, „Die Wirklichkeit der virtuellen Welten“ |
| Soulslayer | Interessante Gedanken. Was die Sexualität betrifft.... da muss ich Tsafried Recht geben. Der Umgang mit der Sexualität ist heutzutage noch immer nicht frei genug. Es gibt viel zu viele Tabus und und und... naja... wie soll ich sagen.... die das absolut natürlichste im Menschen... niedermachen. Und ich muss sagen... über die Arbeit habe ich auch schon sehr viel nachgedacht. Jemand hat da mal so einen guten Spruch gesagt... Wir arbeiten unser ganzes Leben lang und machen dabei unsere Gesundheit zugrunde. Und am Ende versuchen wir die Gesundheit die wir durch die Arbeit kaputt gemacht haben mit dem Geld das wir dabei so sinnloserweise erwirtschaftet haben wieder zurückzubekommen. |
| Ronin76 | [QUOTE]Darum können wir ficken was wir wollen und Kinder großziehen mit Idealen die sie zu verblendeten Arbeitern machen die sich Mitte 30 das erste Mal die Frage stellen ob sie überhaupt den Beruf und das Leben so wollen wie sie es jetzt haben.[/QUOTE] Blasphemie ! Wie kannst du es wagen, über die heilige Arbeit so ketzerisch zu denken ? Wenn es mehr von deiner Sorte gäbe, würde ja bald niemand mehr arbeiten, und dann würde das ganze Wirtschaftssystem zusammenbrechen.. Aber dazu wird es nicht kommen, denn schließlich gibt es im Bewußtsein Vieler gar nichts anderes als Arbeit. Immer schön abhängig zu sein, und sich den Buckel krumschuften, damit die Elite der Welt auch weiterhin die Fäden in der Hand behält. |
| carpenoctem0158 | [QUOTE][i]Original geschrieben von Jazariel [/i] [B]Guten Abend. Wir verschwenden mit unserer bisherigen Taktik die Menschen besser zu machen unendlich Zeit, Energie und Schönheit. Warum ist alles auf Leistung fixiert? Warum gibt es System die Menschen nach Zahlen und Idealen bewerten? Wieso dürfen andere Menschen Menschen als gut oder schlecht, falsch oder richtig einschätzen? rauskommt. Und ich möchte nicht mit etwas sprechen und etwas wissen was womöglich gar nicht existiert. Kann mir jetzt irgendjemand aus dieser Sackgasse helfen oder bin ich einfach nur wahnsinnig? [/B][/QUOTE] hallo jazariel, nein du bist nicht wahnsinnig, nur teil des problems. jeder erschafft sich meiner meinung nach seine welt, sein leben. jeder ist ein teil vom ganzen und hat die pflicht seinen beitrag zum gelingen zu leisten. dafür musst du natürlich einen standpunkt haben und diesen dann auch vertreten. nach dem apo motto: wer sich nicht wehrt lebt verkehrt. lg,gib nicht auf! |
| Cagliostro | Die Erde ist ein virtuelles Gefängnis, die Beschränkungen, die uns auferlegt sind, sind individuell. Somit liegt der Schluss nahe, dass es ein System gibt, das nach Ursache und Wirkung aufgebaut ist. Eine Kraft, die auf ihre Weise eine Ordnung errichtet hat. Wir müssen als Lebensaufgabe diese Beschränkungen lernen hinzunehmen oder zu transformieren. Nicht mehr und nicht weniger. Das Märchen vom freien Willen ist ohnehin ein Witz. Das Dasein ist unsere Spielfläche. Die Belohnung? Keiner weiss es. |
| Ronin76 | Zur Sexualität möchte ich noch bemerken, daß sich im innersten Wesen eines Menschen alles um Sex dreht, und das wird nach außen hin geschickt kaschiert. Allerdings wird Sexualität irgendwie völlig falsch verstanden, den meiner Meinung nach fängt die schon bei der Geburt an und zieht sich durch das ganze Leben, ist also ein Kreislauf. Grob gesagt ist jedes Lächeln schon Sexualität, da es hilft die eigene Existenz und den Fortbestand der Gene zu sichern, und um nichts anderes geht es bei Sex. Darum finde ich es zB auch äußerst lächerlich und bedenklich, Sexualität als etwas Peinliches (Tabuthema) zu betrachten, und zu meinen daß der Mensch über solchen Trieben steht. Durch diese Konditionierung entstehen viele psychische und zur Folge dann körperliche "Krankheiten". Es gibt gerade in der modernen Welt einen sehr hohen Prozentsatz an Menschen, welche ihre Sexualität überhaupt nicht ausleben können und dann wundert man sich daß die Menschen immer kränker werden. Sex ist neben Essen, Schlafen, Sicherheit usw ein Grundbedürfniß. Wenn eine Person nun ihre sexuellen Triebe nicht ausleben kann ist das wie wenn man jemandem das Essen verweigert, nur daß daran nicht sofort gestorben wird. |
| Nix | [QUOTE][i]Original geschrieben von Cagliostro [/i] [B]Die Erde ist ein virtuelles Gefängnis,[/b][/quote] [list]Können Gefängnisse virtuell sein? Wenn es virtuell ist, bist Du dann ein virtueller Gefangener? Sind wir dann alle virtuelle Gefangene? Wie bist Du/sind wir in das Gefängnis gelangt? Wenn Du schon immer drin bist, woher weißt Du dann, dass es ein Gefängnis ist? Ist dann außerhalb des Gefängnisses die Freiheit? Ist die Freiheit virtuell? Wer hat das Gefängnis gebaut? Wer sind die Gefängniswärter? Sind sie auch virtuell? [/list] [quote][b]die Beschränkungen, die uns auferlegt sind, sind individuell.[/quote][/b] [list]Welche Beschränkungen meinst Du genau? - Behinderungen? Nicht-Fliegen-Können? Den Tod? Wenn Du virtueller Gefangener in einem virtuellen Gefängnis bist, handelt es sich dann um virtuelle Beschränkungen? Und wenn sie (virtuell) individuell sind, handelt es sich dann um (virtuelle) Strafen? Wer würde Dich (virtuell) bestrafen? Und wofür? Und warum virtuell und nicht real? Und wenn Du bestraft wirst, was müsstest Du tun, um der Strafe zu entgehen? Wenn ihr niemand entgehen kann, wieso ist es dann eine Strafe? Wo liegt ihr Sinn?[/list] [quote][b]Somit liegt der Schluss nahe, dass es ein System gibt, das nach Ursache und Wirkung aufgebaut ist.[/quote][/b] [list]Wieso liegt dieser Schluss nahe? Warum ist das Deiner Meinung nach logisch?[/list] [quote][b]Eine Kraft, die auf ihre Weise eine Ordnung errichtet hat.[/quote][/b] [list]Wenn sie es getan hat und eine "Weise" hat, in der sie es tat, handelt es sich dann nicht eher um eine Macht? Und wenn sie eine Ordnung errichtet hat, warum? Herrschte vorher Chaos? Und, wenn ja, woher weißt Du das? Wenn es eine Kraft ist, warum ist es dann nur eine und sind es nicht mehrere? Und wenn sie das System "gebaut" hat, ist sie dann nicht zugleich Ursache des Systems und somit Teil desselben? Was gab es dann vorher? Eine andere Kraft, die ein chaotisches Ursystem erschaffen hat, das nicht auf Ursache und Wirkung basiert? Wie fällt einem sowas ein?[/list] [quote][b]Wir müssen als Lebensaufgabe diese Beschränkungen lernen hinzunehmen oder zu transformieren.[/quote][/b] [list] Welche Beschränkungen waren das nochmal gleich? Warum muss es Lebensaufgabe sein, sich als beschränkter virtueller Gefangener der Erde zu akzeptieren? Was passiert, wenn man dies nicht tut? Wird man dann bestraft? Virtuell? Wie transformiert man virtuelle Beschränkungen? Was sagt Schäuble dazu? Kann Schäuble seine reale Behinderung auch transformieren? Und falls nicht: hat er es als seine Lebensaufgabe akzeptiert, mit seiner Behinderung zu leben? Ist sie am Ende Strafe? Wofür? [/list] [quote][b]Nicht mehr und nicht weniger. Das Märchen vom freien Willen ist ohnehin ein Witz.[/quote][/b] [list]Haben Märchen nicht immer ein gutes Ende? Wäre die Existenz eines freien undeterminierten - realen - menschlichen Willens etwas Gutes oder etwas Böses? Wird über Witze nicht üblicherweise gelacht?[/list] [quote][b]Das Dasein ist unsere Spielfläche. [/quote][/b] [list]Meinst Du das Dasein oder das Sosein? Was wird gespielt? Wer spielt? Nach welchen Regeln?[/list] [quote][b]Die Belohnung? Keiner weiss es. [/quote][/b] [list]Belohnung fürs Spielen oder für das Gewinnen? Wann gewinnt man? [/list] [b][SIZE=2]Niemand weiß es? Doch! Du!! Du weißt es. Ich weiß längst, dass Du es weißt. Du weißt einfach alles. [/SIZE][/b] |