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  Forum: Platz der Philosophen
    Thema: Konzept: Wie man die Welt zusammenrücken lässt
Medea152Hallo,

habt ihr euch auch schon mal gefragt warum es eigentlich Krieg geben muss? Warum so viele Menschen ihr Leben lassen müssen?
Jetzt frage ich mich doch: Wie kann man dies alles verhindern? Mit welchem Konzept könnte man die Welt "zusammenrücken" lassen, Vorurteile aus dem Weg schaffen und eine Einheit bilden?
Mein Vater sagte darauf hin sehr passend: "Weltherrschaft bis zum Wochenende." Dabei musste ich schmunzeln, aber wäre dies vielleicht wirklich die einzige Lösung?
Oder gäbe es auch anwendbare Konzepte um das Ergebnis zu erreichen?
Könnte man so etwas überhaupt durchführen oder gäbe es zu große Hindernisse?

Ich würde mich über mitdenkende wirklich freuen.

MfG

Medea
EvillightReagan fragte mal Gorbatschow: Wenn uns die Marsianer angreifen würden, würden wir zusammenarbeiten?
Gorbatschow bestätigte ad hoc.

Das war natürlich nur ein Gedankenspiel, gibt aber ebend auch die Antwort.
Ohne gemeinsames überragendes Ziel, wirst Du keinen Weltfrieden schaffen können. So hat die Option eines nuklear geführten 3. WK dazu geführt, dass sich die Leute lieber nicht mit Bomben belegt haben, weil alle irgendwie doch leben wollten. Aber solange sich z.B. die religiösen Fanatiker im Namen des Herrn gegenseitig auszulöschen haben, hast Du immer nur den kleinsten gemeinsamen Nenner 'Krieg kann auch nach hinten losgehen'.

Will aber niemanden hier gleich den Traum von multikulti-multiethnischen Tralala nehmen. Visionen sind immer mal was Feines!
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Medea152 [/i]
Mit welchem Konzept könnte man die Welt "zusammenrücken" lassen, Vorurteile aus dem Weg schaffen und eine Einheit bilden?[/QUOTE]
genau die frage wird in "Watchmen" behandelt (kommt im Comic besser als im Film", das ganze basiert auf einer Kurzgeschichte in den EC-Comics (Zeichnet hab ich vergessen).
ein wissenschaftler erzählt einem anderen, wie konflikte enstehen.
2 brüder streiten, schliessen sich aber zusammen, wenn die nachbar-jungen ärger machen. die schliessen sich alle zusammen, wenn andere aus ner anderen stadt ärger machen, die wiederrum, wenn es gegen das land geht...
also beschliesst er, einen vermeintlichen welt-feind zu schaffen, in dem er rakten abschiesst und behauptet, sie kämen vom mars. sofort ist die welt einig im kampf gegen den mars feind und es herrscht friede.
(es werden dann raketen auf den mars geschossen und dummerweise stellt sich raus, dass es auf dem mars auch eine zivilisation gibt und die wegen der raketen zurückschlägt). hätt aber funktionieren können ;)
hagzissa13Da kann ich mich Creo nur anschließen:
Um Einigkeit in einer Kohorte herstellen zu können, hat sich von je her die Schaffung oder Definition eines gemeinsamen Feindes bewährt....
Changeling II...dann können wir ja nur noch hoffen, dass bald irgendwelche Marsmenschen bei uns auftauchen, damit es wenigstens hier endlich Frieden gibt..."Plan 9 from Outer Space" lässt grüssen...ich glaube allerdings, dass selbst das nicht allzuviel bringen würde, allenfalls würde ein temporärer Waffenstillstand zwischen den führenden Machthabern der imperialistischen Staaten erreicht werden...dann würden sie den Iran, Nordkorea, Afghanistan, China oder andere Buh-Männer, die gegen "unsere Freiheit" und "unseren" Wohlstand zu Felde ziehen, kurzzeitig aus den Augen verlieren, das ist schon richtig...doch die sozialen Strukturen, oder noch besser - die Denkstrukturen, die [I]Mentalität[/I] des Krieges würde dadurch nicht verschwinden, sondern nur noch gefestigt werden...

...denn die besteht nicht im luftleeren Raum, sie reproduziert sich nicht aus sich selbst heraus, dahinter stehen sehr reale Interessen, Wirtschaft, Staat und Kapital, Herrschaft über Ressourcen - und vor allem Herrschaft des Menschen über die "Ressource" Mensch, aus der sich die kapitalistische Produktionsweise seit jeher speist....

...denn solange Menschen von dem Ungeist beseelt sind, etwas ausser sich selbst [I]besitzen[/I] zu wollen, also einen exklusiven Nutzungs- und Verfügungsanspruch auf Land, Material, Häuser, Firmen, etc. geltend machen - und damit direkt oder indirekt auch auf Menschen - wird es immer Sklaverei in irgendeiner Form geben -und damit auch Kriege...
KampfsauMag ja alles sein, ich glaub aber der lange relative Frieden in Westeuropa ruht daher, dass große Kriege nicht wirklich "profitabel" sind.

Eine Steigerung von Einfluss und Macht war seit jeher einer der großen Hoffnungen von Kriegstreibern, dies mag auch bedingt so sein.

Der Reichtum eines Volkes steigert sich aber nicht durch Mord und Zerstörung. Warum Männer in ihren besten Jahren für kleinliche , egoistische Motive Weniger opfern, wenn aus diesen wunderbare Künstler, Architekten, Ingenieure , Handwerker oder Ärzte werden könnten?

Es lässt sich auch viel besserer Handel treiben, wenn man freie Handelswege hat und nicht permanent befürchten muss, dass Frachtschiffe versenkt werden oder die Fabrikhallen der eigenen Firma von marodierenden Raubmörderbanden ausgenommen werden.

Ein Krieg zwischen europäischen Ländern würde niemanden etwas bringen außer vielleicht Ländern außerhalb Europas, daher sind diese mittelfristig gesehen auch eher unwahrscheinlich.
Changeling II[QUOTE][i]Original geschrieben von Kampfsau [/i]

[B]Es lässt sich auch viel besserer Handel treiben, wenn man freie Handelswege hat und nicht permanent befürchten muss, dass Frachtschiffe versenkt werden oder die Fabrikhallen der eigenen Firma von marodierenden Raubmörderbanden ausgenommen werden.
[/B][/QUOTE]

...schön, nur wenn dem so ist gleich die große Preisfrage: warum gibt es überhaupt Raubmörderbanden - ? und sind die, die meinen, sich gegen sie verteidigen zu müssen nicht bereits selber welche...?

...in diesem sehr einfach gestrickten Weltbild muss sich demnach irgwendwo hartnäckig ein winzig kleiner Fehler versteckt halten, oder...?

..."wir" vs. "die anderen"...darauf läuft es also immer hinaus...und solange es den Menschen nicht gelingt, aus diesem unheilvollen Denkmodell auszusteigen, gibt es auch keinen Ausweg aus dem Debakel...staatliche Herrschaftsinstrumente beziehen ihre ganzen Pseudo-Legitimationsmodelle doch letztlich aus diesem einen Grundmodell: "wir", "unsere" Nationalökonomie, "unser" Standort, "unser" Zwangskollektiv...sie sind der Nabel der Welt...

...doch ausserhalb davon - und ebenso "innerhalb", was die Sache für "uns" nur umso schlimmer macht...da gibt es "die anderen"...sie sind nämlich nicht wie "wir"...und darin besteht ihr Fehler...ihre "Schuld", ihr "Verbrechen": zu existieren...und Ansprüche an ein erfülltes Leben zu stellen, genau wie "wir"...doch dieser Wunsch gerät für "uns" zum Problem - ist doch "unsere" Nationalökonomie sogleich durch diesen bedroht...um mit dem "Feind" am besten fertig zu werden, gibt es nun, je nach Lage der Dinge, verschiedene Strategien:

Möglichkeit 1: "die anderen" sind viel reicher als "wir"...sie besitzen etwas, das "wir" dringend brauchen und daher unbedingt haben wollen... nein, von dem "wir" wissen, dass es "uns" sowieso gehört: mehr Land, mehr Rohstoffe, mehr Luft zum atmen, besseres Trinkwasser, etc....was tun "wir" demnach...? "wir" behaupten einfach, sie hätten diese Dinge von "uns" gestohlen, "wir" hätten daher jedes "Recht" sie uns durch Drohungen, und falls nötig mit Gewalt von ihnen zurückzuholen...so wird der klassische imperialistische Krieg gemacht...

Möglichkeit 2: "die anderen" sind arm...sei es, weil sie von Natur aus schlechter gestellt sind, sei es - und das ist zumeist der Fall - weil "wir" ihnen bereits das meiste genommen haben...und sie leben nicht nur "dort draussen", sondern auch inmitten "unseres" Nationalkollektivs...und natürlich sind sie deswegen auch selbst Schuld an ihrer Armut...denn sie tun schliesslich nichts für "unsere" Wirtschaft und "unseren" geliebten Staat, lassen sich von "uns" nur "durchfüttern" - ohne "uns" irgend einen Nutzen oder Gewinn zu versprechen...sie zehren also von "uns", leben auf "unsere" Kosten, liegen "uns" auf der Tasche, schädigen "uns" durch ihre blosse Existenz - und das geht nun gar nicht!...und ganz und gar unerhört wird die Sache für "uns", wenn sie sich dabei auch noch erdreisten, dieselben Ansprüche an ein glückliches Leben zu stellen wie "wir"...also darf das keinesfalls geschehen, "sie" müssen demnach wo es nur geht materiell und politisch an der kurzen Leine gehalten werden - da sie durch ihre blosse Existenz schon eine Gefahr für "unseren" Wohlstand und "unsere" Nationalökonomie darstellen...diese Strategie wird als Sozialchauvinismus, neuerdings auch gern als Sarrazynismus bezeichnet...

...und wenn "sie" bei der nächsten WM dann auch noch "unsere" Nationalelf vom Platz fegen - dann hat der Spass für "uns" allemal ein Ende...:D
MephistoXWer will denn Weltfrieden?
Schon irgendwie erstaunlich, dass es solche Utopien noch im 21 Jh. gibt, aber ich will niemandem seine Illusion oder seine Drogen nehmen.

Und im Falle eines Marsmenschenangriffs verbünden sich die Chinesen mit den Marsmenschen und machen alles platt was nicht China heißt...oder die Russen...oder die Amis- einen wird's immer geben.

Angesichts der Überbevölkerung dieses Planeten würden ein paar Kriege zur Reduzierung von MM ja nicht schaden, solange sie nicht vor meiner Haustür stattfinden.
ElementarsatzDie Welt ist doch schon dabei, immer friedlicher zu werden. Setzt man die Kriegstoten in Relation zur Weltbevölkerung, dann waren die letzten 40 Jahre eine beispiellos friedliche Zeit.

Der Grund? Verschiedenes. Zum einen sind Angriffskriege, auch wenn sie gelegentlich noch vorkommen, heute viel stärker geächtet als früher.

Dann wird es eine Rolle spielen, dass die militärisch mächtigsten Länder Demokratien sind, und eine demokratische Regierung es viel schwerer hat, ihre Bevölkerung zu einem wirklich großen Krieg aufzustacheln.

Ferner wird die immer engere globale Vernetzung auf allen Gebieten eine Rolle spielen. Und schließlich ist da noch die gute alte Atombombe, die wahrscheinlich der wichtigste Grund ist, weshallb man sich Kriege zwischen Großmächten heute nicht mehr vorstellen kann.
Changeling II[QUOTE][i]Original geschrieben von Elementarsatz [/i]
[B]Die Welt ist doch schon dabei, immer friedlicher zu werden. Setzt man die Kriegstoten in Relation zur Weltbevölkerung, dann waren die letzten 40 Jahre eine beispiellos friedliche Zeit.

Der Grund? Verschiedenes. Zum einen sind Angriffskriege, auch wenn sie gelegentlich noch vorkommen, heute viel stärker geächtet als früher.

Dann wird es eine Rolle spielen, dass die militärisch mächtigsten Länder Demokratien sind, und eine demokratische Regierung es viel schwerer hat, ihre Bevölkerung zu einem wirklich großen Krieg aufzustacheln.

Ferner wird die immer engere globale Vernetzung auf allen Gebieten eine Rolle spielen. Und schließlich ist da noch die gute alte Atombombe, die wahrscheinlich der wichtigste Grund ist, weshallb man sich Kriege zwischen Großmächten heute nicht mehr vorstellen kann. [/B][/QUOTE]

...träum nur schön weiter von deiner friedlichen Welt - und der "Friedfertigkeit" der westlichen Demokraten...das sind die größten Kriegstreiber aller Zeiten, nicht die ganzen Saddam Husseins und Ghaddafis dieser Welt...das sind zumeist nur vom Westen gekaufte Hampelmänner, die von den selbsternannten Richtern und Henkern dieser Welt abserviert werden, sobald sie ihnen zu unbequem werden und als Hampelmänner des Westens ausdgedient haben...dann wird nach altbewährtem Rezept einfach ein Invasionskrieg gestartet, eine Pseudo-Revolution in Gang gesetzt und eine neue Marionette des Westens installiert, die pflichtbewusst das Öl bei den Multis abliefert ...

...warum werden z.B. die Saudis, noch immer der mit Abstand größte Öl-Lieferant des Westens, eigentlich in Ruhe gelassen? obwohl sie das bei weitem übelste und reaktionärste Regime haben, das man sich nur vorstellen kann, das seinen Untertanen praktisch jeden Gedanken vorschreibt, den sie haben oder nicht haben dürfen...? wo bleibt da das geheiligte westliche Demokrötie-Vertständnis, nach dem ein solches Regime eigentlich sofort weggebombt werden müsste...? ganz einfach: weil sie mit den Multis kooperieren und sich am Gewinn eine goldene Nase verdienen...Diktaturen in den Kolonialländern sind seit je her bei den westlichen Machthabern äusserst gern gesehen -solange sie mitspielen und deren Interessen förderlich sind...erst wenn sie es nicht mehr sind, ist auf einmal von "bösen Schurkenstaaten" die Rede...

"Krieg" findet im übrigen nicht erst da statt, wo Bomben fallen und Militärs in Kampfstiefeln herumlaufen...Krieg beginnt in den Köpfen der Menschen, er ist ein Bewusstseinszustand der "westlichen Zivilisation" schlechthin...wo es Staat und Kapital gibt, da herrscht bereits Krieg... und der Feind einer jeden Regierung ist zuallerserst das "eigene" Volk, das als die größte Bedrohung gesehen gesehen wird und entsprechend ruhiggestellt, in Schach gehalten werden muss...und ein Weg um das zu tun, ist dessen ganze Aufmerksamkeit auf innere und äußere "Feinde" zu lenken...Herrschaft bedeutet immer Krieg, beides gehört untrennbar zusammen...
Creobotra[QUOTE][i]Original geschrieben von Changeling II [/i]
...denn solange Menschen von dem Ungeist beseelt sind, etwas ausser sich selbst [I]besitzen[/I] zu wollen, also einen exklusiven Nutzungs- und Verfügungsanspruch auf Land, Material, Häuser, Firmen, etc. geltend machen - und damit direkt oder indirekt auch auf Menschen - wird es immer Sklaverei in irgendeiner Form geben -und damit auch Kriege... [/QUOTE]
ich denk nichtmal, dass es um konkrete sicherung der pfründe geht, sondern um sich differenzieren, d.h. unterschiede finden, sei es sprache, religion, mentalität etc.
solang das zu wichtig ist, rückt keiner näher.
"besitzdenken" wirds auch so geben, das ändert sich nur in prinzipiellerer weise.
Kampfsau[QUOTE]Wenn Du die Anführungszeichen noch weglassen und den Satz um das Wort "derzeit" erweitern würdest, hättest Du meine Zustimmung.[/QUOTE]

Niemand weiß was in Zukunft passieren wird. Ich glaube trotzdem nicht, dass größere Staaten wie Spanien und Deutschland mittelfristig gesehen daran interessiert sein können, Kriege miteinander zu führen. Kannst mich ja für diesen naiven Gedanken steinigen aber so sehe ich das.


[QUOTE]...schön, nur wenn dem so ist gleich die große Preisfrage: warum gibt es überhaupt Raubmörderbanden - ? und sind die, die meinen, sich gegen sie verteidigen zu müssen nicht bereits selber welche...?[/QUOTE]

Gibt sicherlich viele andere Gründe und wahrscheinlich ist es dann auch nicht immer so einfach, wie dass die armen Raubmörder sich nur gegen die bösen, imperialistischen Ausbeuter wehren .

Ich habe hier auch niemanden moralisch verurteilt. Und es ist auch relativ ermüdend, wenn einem sonst irgendwelche Ansichten unterstellt werden, weil man mal ein Wort wie "profitabel" geschrieben hat.

[QUOTE]...in diesem sehr einfach gestrickten Weltbild muss sich demnach irgwendwo hartnäckig ein winzig kleiner Fehler versteckt halten, oder...?[/QUOTE]

Mir egal, ob du mein Weltbild als einfach gestrickt ansiehst, nachdem du ein paar Zeilen gelesen hast und dann ein paar Zeilen weiter vom unheilvollen "wir" gegen "die anderen" Denkmodell erzählst.

Wenn es nach mir ginge, wäre eine bessere Behandlung von Menschen ärmerer Nationen oder auch sozial benachteiligter deutscher Bevölkerungsanteile keine Frage des Profites, sondern eine Frage der Gerechtigkeit.

Nur nach mir geht es nicht. Und ich beziehe mich auch eher auf die Eingangsfrage, nämlich wie man die Welt zusammenrücken lassen kann und nicht so wie du darauf, dass im Prinzip sowieso alles scheiße ist.

Ich suche eher nach gangbaren Wegen die die Welt vielleicht nicht frei von Ungerechtigkeiten werden lässt und keinen Raum für Verbrechen mehr lässt, sondern zumindest eine Verbesserung der allgemeinen Lage.

Und man muss schon sagen, dass die Welt seit dem Ende des zweiten Weltkrieges zu großen Teilen enger zusammengewachsen ist und das viele Millionen Menschen auch davon profitiert haben.

Ich sehe zumindest einen gewaltigen Unterschied zu den Verhältnissen die in der ersten Hälfte des 20ten Jhds und auch davor herrschten.


[QUOTE]...denn solange Menschen von dem Ungeist beseelt sind, etwas ausser sich selbst besitzen zu wollen, also einen exklusiven Nutzungs- und Verfügungsanspruch auf Land, Material, Häuser, Firmen, etc. geltend machen - und damit direkt oder indirekt auch auf Menschen - wird es immer Sklaverei in irgendeiner Form geben -und damit auch Kriege...[/QUOTE]

Nun, ich glaube Kriege sind in gewissem Maße einfach nicht vermeidbar, zumindest solange der Mensch ein Mensch bleibt und nicht durch irgendwas anderes ersetzt wird.

Allein schon aufgrund seiner Frustrationsintoleranz und seines Agressionspotential. Ohne diese Eigenschaften wäre er auch schwerlich überlebensfähig gewesen.

Und Besitzansprüche wirst du auch nicht so einfach aus den Leuten rauskriegen. Ich meine diese halfen häufig auch beim Überleben. Das Problem ist doch gar nicht, dass Menschen diese Eigenschaften haben, sondern vielmehr, dass sie es übertrieben.

Irgendwann schlagen alle Eigenschaften ins Negative um. Spendabilität wird zur Verschwendung, Sparsamkeit zu Geiz, Mut zur Unachtsamkeit, Selbstbewusstsein zu Ignoranz usw usf.

Aber hier ging es wie gesagt nicht darum, sich eine andere Menschheit zu wünschen, sondern aus dem was man hat, das Beste zu machen
Medea152Ich würde auch gerne wieder die Anfangsfrage aufgreifen.

Es wird immer Menschen geben, die ihre Gewohnheit nicht ändern wollen, die aus der jetzigen Situation das beste für sich sehen.

Doch ich war am überlegen, ob es ein Konzept gäbe, welches man auch wirklich umsetzen könnte um wenigstens ein paar zu überzeugen. Alles fängt einmal klein an.
Man könnte es meiner Meinung mit einem Planspiel versuchen. Oder aber mit einem Drumzirkel. Ich gehe jetzt von einer kleinen Menschenmenge aus.

MfG
Elementarsatz[QUOTE][i]Original geschrieben von Medea152 [/i]
[B]Ich würde auch gerne wieder die Anfangsfrage aufgreifen.

Es wird immer Menschen geben, die ihre Gewohnheit nicht ändern wollen, die aus der jetzigen Situation das beste für sich sehen.

Doch ich war am überlegen, ob es ein Konzept gäbe, welches man auch wirklich umsetzen könnte um wenigstens ein paar zu überzeugen. Alles fängt einmal klein an. [/B][/QUOTE]

Wie wär's mit Designerbabys?
BetrachterDie Welt verbessern zu wollen ist ein nobles Ziel! Wenngleich ich jedoch immer wieder erkennen muss, dass es keine Universallösungen gibt. Die Menschheit verbessert sich ständig. Vor 60 Jahren war es noch gang und gäbe Hunderttausende in Kriegen zu opfern. Was von den meisten Staaten offen einkalkuliert wurde. Interessantes Beispiel „Korea“.

Heute beklagen sich „aufgeklärte“ Gesellschaften über einige dutzend Tote. Auch die Zahl gewaltsamer Konflikte nahm ab. Dies erkennen die meisten jedoch nicht. Ganz einfach aus dem schlichten Grund, da die Medien über jede noch so kleine Grenzstreitigkeit berichtet und diese als grossen weltverändernden Krieg proklamiert.

Welchen Rückschluss kann man daraus ziehen? Die Menschheit an sich wird sich auch in Zukunft bekriegen. Doch der Wille und die Bereitschaft dazu nehmen kontinuierlich ab. Wie schwere Konflikte in kommenden Generationen gelöst werden ist unmöglich vorauszusagen. Sicher ist nur das wir uns auf dem Weg zum Weltfrieden befinden.
eine Andere..bis die Rohstoffe alle sind..
ScheolUnsere Zeit ist nicht friedlicher. Krieg wird jetzt auch an den Börsen geführt. Dies hat mindestens genauso viele Tote in der Konsequenz.

Ein gemeinsamen Feind? Richtig. Leider ist es Realität, dass Menschen erst dann zusammenhalten, wenn es ein gemeinsames Feindbild gibt. Momentan muss der Moslem dafür hinhalten, oder Amerika, oder die Juden, die Freimaurer oder sonst wer.

Ich frage mich allerdings, warum man noch nie auf den Gedanken gekommen ist das Elend als gemeinsamen Feind zu betrachten. Oder der Hunger, welcher sich pestartig ausbreitet.

Aber den kann man leider nicht so schon totschlagen. Und aufgeplatzte Schädel sehen doch so schön in den Spätnachrichten aus. Echtes Entertainment.
Elementarsatz[QUOTE][i]Original geschrieben von Scheol [/i]
[B]Unsere Zeit ist nicht friedlicher. Krieg wird jetzt auch an den Börsen geführt. Dies hat mindestens genauso viele Tote in der Konsequenz.
[/B][/QUOTE]
Aha, wo denn?
BetrachterEs ist schon war das die Menschen meist nur durch ein gemeinsames Feindbild geeint werden können. Und auch die These bezüglich des Hungers ist nicht falsch. Die Menschen sollten sich auf ihre gemeinsamen Probleme besinnen.

Ich gebe zu das meine Ansichten etwas Utopisch wirken. Ich habe mir gedacht, dass ich heute eine etwas positive Darstellung der Dinge beisteuere. Aber im Grunde ist doch an beidem etwas Wahres dran. Die physischen Konflikte nehmen immer mehr ab. Dafür werden Kriege immer öfters auf die eigenen Gesellschaften gelenkt.

Eine Welt ohne Fronten. Ohne Parteien. Ohne Ideologien. Nur Herrscher und Beherrschte. Und den Beherrschten fällt dies meist nicht einmal auf. Beides ist wahr. Der Weltfrieden wird kommen. Keine Kriege mehr. Dafür umso mehr Verhungernde und Verarmte. Die Welt geeint in einer einzigen Diktatur der Mächtigen und Reichen.

Eine wundervolle Vorstellung. Nicht wahr?
BetrachterWarum nicht? Die Statistiken sprechen klare Worte. Und wenn ich mir die Geschichte so ansehe…
Betrachter[QUOTE]1945–1949 Indonesischer Unabhängigkeitskrieg
1946–1949 Griechischer Bürgerkrieg
1946–1954 Französischer Indochinakrieg
1947–1949 Erster Indisch-Pakistanischer Krieg (Erster Kaschmir-Krieg)
1947–1949 Palästinakrieg
1950–1953 Koreakrieg
1954–1962 Algerienkrieg
1955–1959 Zypriotischer Unabhängigkeitskrieg
1956 Suezkrise (Zweiter israelisch-arabischer Krieg)
1956 Ungarischer Volksaufstand
1956–1959 Kubanische Revolution
1957–1958 Spanisch-Marokkanischer Konflikt
1957–1962 Niederländisch-Indonesischer Krieg um West-Neuguinea
1959 Tibetaufstand
1961–1991 Eritreischer Unabhängigkeitskrieg
1961–1963 UN-Katanga-Krieg
1961 Schweinebucht-Invasion (USA – Kuba)
1961–1974 Portugiesischer Kolonialkrieg
1961/1974–2002 Unabhängigkeits-/Bürgerkrieg in Angola
1976–1992 Mosambikanischer Bürgerkrieg
1962 Indisch-Chinesischer Grenzkrieg
1963–1964 Algerisch-Marokkanischer Grenzkrieg
1963–1967 Shifta-Krieg
1965 Zweiter Indisch-Pakistanischer Krieg (Zweiter Kaschmir-Krieg)
1964–1975 Vietnamkrieg
seit 1964 Bürgerkrieg in Kolumbien
seit 1966 Bürgerkrieg im Tschad
1966–1989 Namibianischer Unabhängigkeitskrieg
1967 Sechstagekrieg (Dritter israelisch-arabischer Krieg)
1967–1970 Biafra-Krieg (Nigeria)
1968 Truppen des Warschauer Paktes beenden gewaltsam den Prager Frühling
1968–1979 Bürgerkrieg im Baskenland
1969 Fußballkrieg (Honduras / El Salvador)
1969 Chinesisch-Sowjetischer Grenzkrieg (1969)
1969–1997 Nordirischer Bürgerkrieg
1971 Bangladesch-Krieg
1971 Dritter Indisch-Pakistanischer Krieg
1971–1972 Erster Uganda-Tansania-Krieg
1973 Jom-Kippur-Krieg (Vierter israelisch-arabischer Krieg)
1974 Zypernkonflikt
1975–1988 Grenzkrieg zwischen Thailand und Kambodscha (ab 1979 unter vietnamesischer Besetzung)
1975–1990 Libanesischer Bürgerkrieg
1975–1999 Unabhängigkeitskampf in Osttimor (Besetzung Osttimors durch Indonesien)
1976–1978 Ogadenkrieg
1977 Libysch-Ägyptischer Grenzkrieg
1977–1978 Shaba-Invasion (Kongo/Angola)
1977–1989 Vietnamesisch-Kambodschanischer Krieg
1978-1987 Libysch-Tschadischer Grenzkrieg
1978–2005 Sezessionskrieg in Aceh (Indonesien)
1978–1989 Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Intervention
1978–1979 Zweiter Uganda-Tansania-Krieg
1979 Chinesisch-Vietnamesischer Krieg
1980–1988 Erster Golfkrieg (Iran-Irak)
1981 Peruanisch-Ecuadorianischer Grenzkrieg
1981–1990 Contra-Krieg (Bürgerkrieg in Nicaragua unter Beteiligung der USA)
1982 Libanonkrieg
1982 Falkland-Krieg (Argentinien/Großbritannien)
1983–2009 Bürgerkrieg in Sri Lanka
1983–2005 Sezessionskrieg im Südsudan
1983 US-Invasion in Grenada, Operation Urgent Fury
1985 Mali-Burkina-Faso-Grenzkrieg
1986–1992 Bürgerkrieg in Suriname
1987–1993 erste Intifada (Gaza/Palästina/Israel)
seit 1988/1991 Somalischer Bürgerkrieg
1989 US-Invasion in Panama
1989 Rumänische Revolution
1989–1996/1999–2003 Liberianischer Bürgerkrieg
1990–1991 Zweiter Golfkrieg (UN-Koalition-Irak)
1991–2001 Jugoslawienkriege
(1991 10-Tage-Krieg in Slowenien
1991–1995 Kroatienkrieg
1992–1995 Bosnienkrieg
1995 Massaker von Srebrenica
1999 Kosovokrieg
2001 Mazedonienkrieg)
1991–2002 Bürgerkrieg in Sierra Leone
1992 Transnistrien-Konflikt
1992 Georgisch-Abchasischer Krieg
1992–1994 Krieg um Bergkarabach
1994 Völkermord in Ruanda
1994–1996 Erster Tschetschenienkrieg
1994–2006 Bürgerkrieg in Nepal
1996–1997 Erster Kongokrieg
1998–2000 Eritrea-Äthiopien-Krieg
1998–2003 Zweiter Kongokrieg
1999 Kargil-Krieg
1999 Dagestankrieg
1999–2003 Zweiter Tschetschenienkrieg
2000–2005 Zweite Intifada
2001 Albanischer Aufstand in Mazedonien 2001
seit 2001 Krieg in Afghanistan
2002–2007 Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste
2003–2010 Irakkrieg
2003–2009 Darfur-Konflikt
2004 Rebellenangriff auf Inguschetien 2004
seit 2004 Südossetienkonflikt
seit 2004 Unabhängigkeitskampf südossetischer Rebellen
2008 Eskalation im Sommer 2008
2006 Libanonkrieg 2006
2008 Eritreisch-dschibutischer Grenzkonflikt
2008–2009 Operation Gegossenes Blei Gaza (Hamas)/Israel
seit 2009 Krieg gegen die Taliban in Pakistan
2010–2011 Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste
2011 Bürgerkrieg in Libyen
...
[/QUOTE]

In dieser Auflistung von Konflikten lese ich je länger je mehr die Worte Rebellenangriff, Revolution und Unabhängigkeits- beziehungsweise Bürgerkrieg. Wann ist es zum letzten mahl zu einem grossangelegten Angriff einer Nation, gegen eine Andere gekommen? Die Staaten bekriegen sich nicht mehr gegenseitig. Vielmehr bekämpfen sie sich selbst.

Es ist schon wahr, dass es momentan überall in der Welt brennt. Wann war es den jemals anders? Nur sehe ich darin nicht den Untergang der Zivilisation. Oder einen Vorboten dafür, dass es auch bei uns bald losgeht. Monarchien und Diktaturen fallen. Für diese Gesellschaften ist das viel mehr eine Lernphase als ein Zusammenbruch. Die auch wir hier in unserem „ach so aufgeklärten Europa“ durchmachen mussten. Stichwort 1. Weltkrieg, was der eigentliche Auslöser für den 2. war. Der, nebenbeigesagt, in meinen Augen eher eine Machtprobe, als ein Kampf zwischen Ideologien war.

Zum Thema Weltfrieden kann ich nur sagen das die Kriege und Konflikte irgendwann aufhören werden. Das ist sicher. Den Nachbarn oder den Arbeitskollegen ermordet vorzufinden, solche Dinge wird es geben, solange es Menschen gibt. Weltfrieden bedeutet nicht Persönlicher Frieden. Es bedeutet Frieden zwischen allen Gesellschaften, Religionen und Denkweisen.

Toleranz in allen Dingen.
eine AndereAlso ich sehe da eine ziemlich klare Tendenz..verbessert - bestimmt - zumindest werden die Kriege immer "effizenter "- ich denke aber , nach dem 3.WW könnte sich das auch wieder grundlegend im "Einsteinschen Sinne" ändern..



[url]http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_wars_and_disasters_by_death_toll[/url]
hagzissa13Kriege werden effizienter? Yepp. Sehe ich auch so. Und irgendwann drückt jemand den red button und dann wars das mit der Zivilisation. Das hätte es so im Mittelalter nicht gegeben. Globalisierung neu definiert :D

Ganz im Ernst: Massenvernichtungsmittel reduzieren in einer gewissen Hinsicht schon den Mut des potentiellen Gegners, den Krieg "anzufangen". Meine Meinung.
bradóg[QUOTE][i]Original geschrieben von Medea152 [/i]
[B]habt ihr euch auch schon mal gefragt warum es eigentlich Krieg geben muss? Warum so viele Menschen ihr Leben lassen müssen? Jetzt frage ich mich doch: Wie kann man dies alles verhindern?[/B][/QUOTE]

Das ist ein schwieriges Thema. Kriege finden nicht nur im Großen statt, auch im ganz Kleinen wird sich gegenseitig fertig und nieder gemacht. M. E. ist gerade der Versuch alle unter einen Hut zu kriegen und gleichzuschalten der Weg zum Krieg, da die Menschen zu unterschiedlich gestrickt und nicht in eine Weltordnung zu pressen sind. Je intensiver Gleichrichtung durchzusetzen versucht wird, umso heftiger sind die Auseinandersetzungen. Solange sich die Kriege im Kleinen nicht ändern, werden auch die im Großen nie Enden. Um das zu ändern, müsste ein grundsätzliches Umdenken stattfinden und zwar in jedem Einzelnen, weg von Konkurrenzdenken, Neid, Gier etc. Jeder Krieg fängt im Geist des Einzelnen an und nur da ist auch der Ort, an dem Krieg in Frieden verwandelt werden könnte.
Medea152Also erstmal zum Thema Krieg: Ich glaube leider kaum, dass ein Umdenken umsetzbar ist. Dazu sind wir Menschen einfach zu sehr in unseren alten Verhaltensweisen eingeschlossen.

Und nun nochmal zum Konzept: Ich habe jetzt eins entwickelt, dass mein Team-Partner und ich auch umsetzen wollen. Ein Spiel (Adventure) bei dem jeweils zwei Personen aus verschiedenen Ländern ein Team bilden. Lösen kann man das Spiel nur, wenn man miteinander kommuniziert. Es soll also nicht durch Internetquellen lösbar sein. Erspielt werden mehrere Level. Das Team mit der meisten Punktzahl am Ende einer Spielsaison (also z.B. am Ende des Jahres) gewinnt ein Treffen.
Ansonsten richten wir noch bei Facebook ein Forum ein, in dem über politische, etnische oder kulturelle Dinge diskutiert werden kann.
Das klingt jetzt erstmal überhaupt nicht umsetzbar, aber wir haben schon ein paar Unterstützer. Mal schauen, ob das was wird. Wobei ich sagen muss, es wird wohl schwieriger bei Facebook eine vernünftige Diskussion offen zu halten (ohne Diskriminierung etc.) als das Spiel zu installieren ;)

Trotzdem ganz vielen lieben Dank für die tollen Ideen! Ich bin besonders über die Theorie mit dem gemeinsamen Feind darauf gekommen.
liebe Grüße :)
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Medea152 [/i]
Also erstmal zum Thema Krieg: Ich glaube leider kaum, dass ein Umdenken umsetzbar ist. Dazu sind wir Menschen einfach zu sehr in unseren alten Verhaltensweisen eingeschlossen.[/QUOTE]Das erinnert mich an eine Anti-Irakkrieg-Aktion in meiner Heimatstadt vor einigen Jahren, da wurde ein Plakat verwendet mit der Aufschrift (sinngemäß) :
"Krieg ist ein Zustand
wo Menschen, die sich nicht kennen, sich gegenseitig töten,
auf Befehl von Menschen, die sich kennen, aber sich nicht gegenseitig töten."

Das weckt in mir die Hoffnung, dass sich die Menschen weniger gegenseitig töten, wenn sie sich untereinander besser kennenlernen. Von daher finde ich eure Idee gut.

[QUOTE]Ein Spiel (Adventure) bei dem jeweils zwei Personen aus verschiedenen Ländern ein Team bilden. Lösen kann man das Spiel nur, wenn man miteinander kommuniziert. Es soll also nicht durch Internetquellen lösbar sein. Erspielt werden mehrere Level. Das Team mit der meisten Punktzahl am Ende einer Spielsaison (also z.B. am Ende des Jahres) gewinnt ein Treffen.[/QUOTE]Das ist eine nette Idee, aber sie ist meines Erachtens mit einem erheblichen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Denn so ein Spiel zu programmieren ist nicht ganz ohne, und eine Auslandsreise kostet auch ein paar Euronen, zumal dann, wenn die Herkunftsländer von zwei Team-Mitgliedern weit auseinander liegen.

[QUOTE]Ansonsten richten wir noch bei Facebook ein Forum ein, in dem über politische, etnische oder kulturelle Dinge diskutiert werden kann.[/QUOTE]Warum bei Facebook?
Die Meinungen zu Facebook sind nicht nur [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=80776"]hier in den Nachtwelten[/URL] geteilt ...
Ihr könntet es bei [URL="http://www.nexusboard.net"]"nexusboard"[/URL] versuchen. Die haben einen recht guten Ruf, und die Foren sind anfangs kostenlos und dann jederzeit ausbaubar.

[QUOTE]Das klingt jetzt erstmal überhaupt nicht umsetzbar, aber wir haben schon ein paar Unterstützer. Mal schauen, ob das was wird. Wobei ich sagen muss, es wird wohl schwieriger bei Facebook eine vernünftige Diskussion offen zu halten (ohne Diskriminierung etc.) als das Spiel zu installieren ;) [/QUOTE]Habt ihr denn schon ein fertiges Spiel, und die Rechte, es auf einem öffentlichen Server zu installieren?

So, nun habe ich aber genug genörgelt. :D

Hier nun ein paar Verbesserungsvorschläge:
1. Man könnte das Spiel so abändern, dass derjenige, der einen weiteren Benutzer auf das Board lockt, einen Punkt erhält, und wenn der neue Benutzer nicht aus dem selben Land ist, gibt es noch einen Zusatzpunkt. Dieses "Spiel" hilft gleich dabei, die Aktion bekannt zu machen (das ist nämlich auch eine Frage, die nicht zu unterschätzen ist).

2. Ich würde politische und ethnische Fragen nicht in den Vordergrund stellen, weil es dabei erfahrungsgemäß die meisten Kloppereien gibt (siehe Unterforum "Des Kaisers Bart"). Kulturellen Austausch finde ich aber gut. Interessant fände ich noch einen Austausch über das Alltagsleben. Ich hatte als Kind/Jugendlicher Briefwechsel mit einem Mädchen aus dem Altai-Gebirge (ehemalige Sowjetunion). Zwar brauchte ein Brief für eine Strecke 3 Wochen (also Antwort nach 6 Wochen), aber es wurde eine langjährige Freundschaft daraus. Das sollte doch nun per Internet viel schneller und einfacher sein.

3. Als Hauptgewinn könnte man zum Beispiel eine Musik-CD versenden. Die ist nicht so teuer wie eine Auslandsreise, und Musik ist international. Vielleicht könnt ihr sogar einige Bands dazu bewegen, eure Aktion zu unterstützen. Hier in den Nachtwelten sind viele Musiker registriert, mit denen man so direkt in Kontakt treten kann. Es gab hier auch schon eine [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=54049"]Befreiungs-Aktion,[/URL] während der sich mehrere Bands zusammengetan haben und eine [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=59646"]gemeinsame Sampler-CD[/URL] geschaffen haben.

Ich hatte die Idee eines internationalen "Freunde-Forums" schon mal vor einigen Jahren, und hatte mich damit an AOL gewandt (die waren in der Anfangszeit des Internets neben Compuserve die bekanntesten Anbieter von Internet-Zugängen). Allerdings ist mein Vorschlag bei denen auf wenig Interesse gestoßen.
Medea152Die Auslandsreise ist sowieso schon auf Grundeis gegangen... Nicht umsetzbar.
Heute bei einem Projekt "globales Lernen- Jungendliche kommunizieren mit Senioren" habe ich eine Schirmherrin für das Forum gefunden. Immerhin etwas. Außerdem kam das Spiel einigermaßen gut an (zumindest bei den Jugendlichen, den Sensioren mussten wir alles von Anfang an erklären^^). Es wurden u.a. die gleichen Bedenken geäußert. Allerdings wurde auch noch ein sehr wichtiger Punkt hinzugefügt: Warum sollten Jungendliche überhaupt das Interesse aufbringen dieses Spiel zu spielen?!?
Meine Antwort war, glaube ich, nicht sonderlich zufriedenstellend. Und ich muss zugeben, dass ich gar nicht mehr weiß was ich geantwortet habe... Wie Mark Twain ja schon sagte: Das Gehirn ist eine wunderbare Sache. Es funktioniert vom Moment der Geburt an bis man Aufsteht um eine Rede zu halten.
Diese Phänomen durfte ich heute am eigenen Leib erfahren... Und das noch mit Fieber. Wie dusselig!!
Bei Facebook wollen wir das machen, weil dort einfach die meisten Leute angemeldet sind... Ich finde die Idee auch nicht soo klasse, aber mein Partner sollte die Chance haben auch mal was dazu beizutragen^^

Ansonsten bedanke ich mich sehr für die weiteren Ideenpunkte. Mal schauen, ob wir die mit umsetzen können. Wobei ich bei den Bands wohl Alarm schlagen muss. Ich schätze mal, dass nicht jeder solche Musik hört... Andere Länder, andere Musik. Vielleicht sollten die Gewinner einfach die Chance haben sich eine Band oder ein kleines Geschenk auszusuchen.

glG
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Medea152 [/i]
Heute bei einem Projekt "globales Lernen- Jungendliche kommunizieren mit Senioren" habe ich eine Schirmherrin für das Forum gefunden.[/QUOTE]Gratuliere!

[QUOTE]Außerdem kam das Spiel einigermaßen gut an (zumindest bei den Jugendlichen, den Sensioren mussten wir alles von Anfang an erklären^^).[/QUOTE]Ein ähnliches Problem wie bei den Senioren könnte es auch bei den Forenteilnehmern geben, die kein Deutsch oder Englisch können. Ich versuchte als Student einmal (erfolgreich), irakischen Mädels zu erklären, wie Rommé gespielt wird. Das war gar nicht so einfach, obwohl eine von ihnen fließend Englisch konnte.

Ich bin schon seit längerer Zeit am Überlegen, wie man in einem internationalen Forum Schritt für Schritt die Sprachbarrieren überwinden könnte; vielleicht mit einer Art Online-Übersetzerprogramm, das die Foren-Teilnehmer selbst nach und nach mit Wörterbüchern für ihre Muttersprachen füllen können.

[QUOTE]Allerdings wurde auch noch ein sehr wichtiger Punkt hinzugefügt: Warum sollten Jungendliche überhaupt das Interesse aufbringen dieses Spiel zu spielen?!?[/QUOTE]Ich denke, das ist eine der wichtigsten Fragen bei einem solchen Projekt. Das Mitbauen-Dürfen an einem solchen Projekt könnte ein Anreiz sein.

[QUOTE]Bei Facebook wollen wir das machen, weil dort einfach die meisten Leute angemeldet sind... Ich finde die Idee auch nicht soo klasse, aber mein Partner sollte die Chance haben auch mal was dazu beizutragen^^[/QUOTE]Die Frage ist, ob das Projekt dann auch für Menschen offen ist, die keinen Facebook-Account haben und auch nicht haben wollen. Unter meinen Arbeitskollegen ist zum Beispiel nur etwa jeder Zehnte bei Facebook registriert, also nicht "die meisten".

[QUOTE]Wobei ich bei den Bands wohl Alarm schlagen muss. Ich schätze mal, dass nicht jeder solche Musik hört... Andere Länder, andere Musik.[/QUOTE]Das hängt meiner Ansicht nach viel mehr vom Musikgeschmack ab als vom Herkunftsland. So glaube ich, dass zum Beispiel Lacrimosa viel mehr [URL="http://www.youtube.com/watch?v=zW2v2dOVq7w"]Fans in Asien und Lateinamerika[/URL] haben, als in Europa. :)

[QUOTE]Vielleicht sollten die Gewinner einfach die Chance haben sich eine Band oder ein kleines Geschenk auszusuchen.[/QUOTE]Je größer die Vielfalt, desto mehr mögliche Interessenten - da stimme ich mit dir überein. Aber die Geschenke müssen auch irgendwie finanziert werden (wenigstens solange wir noch keinen Kommunismus haben :) ). Da sehe ich gute Chancen bei Künstlern, die selbst gern zu dem Projekt beitragen möchten, indem sie CDs und Merchandise-Artikel sponsern. Ich weiß zum Beispiel von [URL="http://www.youtube.com/watch?v=nJRt93p6i4M"]Stefanie Hertel,[/URL] dass sie gern internationale Projekte unterstützt - und das ist scheinbar eine gaaanz andere Musikrichtung als die in den Nachtwelten bevorzugten ...
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]Das weckt in mir die Hoffnung, dass sich die Menschen weniger gegenseitig töten, wenn sie sich untereinander besser kennenlernen. Von daher finde ich eure Idee gut.[/B][/QUOTE]
Dir TTT habe ich es zu verdanken, dass ich mich nun näher mit Erich Fromms Werken beschäftige. Neugierig hast du mich gemacht, als du ihn in einem anderen Thread erwähnt hattest. Zurzeit lese ich sein Buch "Anatomie der menschlichen Destruktivität". Ich war der Meinung, dass du womöglich ebenfalls ein Interesse haben könntest deine Hoffnung durch nachfolgenden Textausschnitt zu reflektieren:

"Leider stimmt die Vorstellung nicht, nach der die persönliche Bekanntschaft die Funktion hat, Aggression zu verringern. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele. Die Engländer und die Deutschen kannten sich vor 1914 recht gut, und doch waren sie, als der Krieg ausbrauch, von wildem gegenseitigen Hass erfüllt. Es gibt einen noch überzeugenderen Beweis. Bekanntlich löst kein Krieg zwischen verschiedenen Völkern so viel Hass und Grausamkeit aus wie ein Bürgerkrieg, in dem sich die beiden kriegsführenden Parteien besonders gut kennen. Wird der Hass unter Familienmitgliedern etwa dadurch verringert, dass sie sich gut kennen?"

Ich will dich keinesfalls entmutigen. Erich Fromm wäre nicht Erich Fromm, wenn er keine Antwort darauf hätte, was nun Aggressionen tatsächlich verringert, das den Menschen beim Zusammenrücken im Wege steht. Ich bin erst am Anfang, doch liest es sich sehr vielversprechend. Empfehlen kann ich es jedenfalls.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
Zurzeit lese ich sein Buch "Anatomie der menschlichen Destruktivität".[/QUOTE]Da hast du sicher schon festgestellt, dass Erich Fromm keineswegs so weltfremd ist, wie ihm gern unterstellt wird.

Trotzdem habe ich den Eindruck, dass er in dem von dir zitierten Text die von mir gemeinte persönliche Bekanntschaft mit der gegenseitigen Bekanntschaft von Gruppen (Engländer und Deutsche, kriegsführende Parteien im Bürgerkrieg) verwechselt bzw. durcheinandermischt.

Seine Frage "Wird der Hass unter Familienmitgliedern etwa dadurch verringert, dass sie sich gut kennen?" kann ich aus eigener Erfahrung nur mit Ja beantworten (ich habe 2 Schwestern und 3 Brüder). "Sich gut kennen" beinhaltet für mich, dass man auch die "Schattenseiten" des Anderen kennt, so dass nicht ein Dritter bisher unbekannte Eigenschaften dazu nutzen kann, um persönliche Beziehungen zu zerstören. Um ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen zu erreichen, ist Offenheit und Aufrichtigkeit notwendig, und Lügen (zum Beispiel aus Eitelkeit) sind tabu. Auf Lügen aufgebaute Beziehungen können nicht dauerhaft funktionieren. Andererseits muss es genügend Raum für Offenheit und Aufrichtigkeit geben, und diese Eigenschaften dürfen nicht missbraucht oder unterdrückt werden.

[QUOTE]Ich will dich keinesfalls entmutigen.[/QUOTE]So schnell geht das nicht. :)
Ich lese die Schriften von Erich Fromm genauso kritisch wie die von Marx und Anderen. Der Aha-Effekt ergibt sich meist erst dann, wenn man trotz aller Skepsis beim Lesen hinterher fetstellen muss: "Der alte Sack hat doch Recht." :)

[QUOTE]Erich Fromm wäre nicht Erich Fromm, wenn er keine Antwort darauf hätte, was nun Aggressionen tatsächlich verringert, das den Menschen beim Zusammenrücken im Wege steht.[/QUOTE]Zu einigen neuen Aspekten bin ich im Philosophen-Thread [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=81877"]"Warum ich nicht aufgeben will"[/URL] gelangt:

Zum Abbau von Aggressionen finde ich nützlich, in kritischen Situationen Menschen nicht als "böse" anzusehen, sondern sie höchstens als [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1799103#post1799103"]eine Gefahr in bestimmtem Kontext[/URL] anzusehen. Von dieser Basis ausgehend kann man dann herausfinden, wer in solchen Situationen [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1799425#post1799425"]welche Verantwortung[/URL] hat, und wie er sie bewusst übernehmen kann.
Lazerta[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
[B]Trotzdem habe ich den Eindruck, dass er in dem von dir zitierten Text die von mir gemeinte persönliche Bekanntschaft mit der gegenseitigen Bekanntschaft von Gruppen (Engländer und Deutsche, kriegsführende Parteien im Bürgerkrieg) verwechselt bzw. durcheinandermischt.[/QUOTE]Ich glaube, dass Fromm Bekanntschaften im generellen Sinne, also sowohl zwischen Gruppen als auch Personen, meinte. Und selbst wenn, denke ich nicht das uns das stören sollte. Wenn wir der Antwort näher kommen wollen, wie wir die Welt zusammenrücken lassen, so kommen wir auch nicht an der Frage umher, wie man Gruppen einander näher bringt. Man kann z.B. einen jeden Soldaten der einen Partei, nicht mit allen anderen zigtausend Soldaten der anderen Partei bekannt machen, wenn man Hass unter ihnen abbauen wollte.

[QUOTE]Seine Frage "Wird der Hass unter Familienmitgliedern etwa dadurch verringert, dass sie sich gut kennen?" kann ich aus eigener Erfahrung nur mit Ja beantworten (ich habe 2 Schwestern und 3 Brüder). "Sich gut kennen" beinhaltet für mich, dass man auch die "Schattenseiten" des Anderen kennt, so dass nicht ein Dritter bisher unbekannte Eigenschaften dazu nutzen kann, um persönliche Beziehungen zu zerstören.[/QUOTE]Wenn man die Schattensseiten eines Ehepartners kennt, dass er oder sie beispielsweise zu Psychoterror oder Fremdgehen neigt oder gerne Socken auf dem Boden liegen lässt, so verringert dies noch nicht automatisch den Hass. Fromm sagt hierzu, dass es nicht davon abhängt, wie viele Informationen man über andere besitzt, sondern davon, ob man auch zum emphatischen Erkennen bereit ist. Ein Erkennen und auch gefühlsmäßiges Verstehen(wollen) der Schattenseiten kann bereits den Hass verringern.

[QUOTE]Um ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen zu erreichen, ist Offenheit und Aufrichtigkeit notwendig, und Lügen (zum Beispiel aus Eitelkeit) sind tabu. Auf Lügen aufgebaute Beziehungen können nicht dauerhaft funktionieren. Andererseits muss es genügend Raum für Offenheit und Aufrichtigkeit geben, und diese Eigenschaften dürfen nicht missbraucht oder unterdrückt werden.[/QUOTE]Ehrlichkeit ist nur ein Symptom der Liebe. Das gleiche gilt für Fairness, Respekt, Hilfsbereitschaft etc.. Eine Beziehung kann auch in die Brüche gehen, wenn man als Ehepartner rein verstandesmäßig sich der Ehrlichkeit verpflichtet und gleichzeitig der Liebe nicht fähig ist. Dann kann die Beziehung auch trotz Ehrlichkeit in die Brüche gehen, weil diese Ehrlichkeit dann nur oberflächlicher Natur war.

[QUOTE]Der Aha-Effekt ergibt sich meist erst dann, wenn man trotz aller Skepsis beim Lesen hinterher fetstellen muss: "Der alte Sack hat doch Recht." :)[/QUOTE] Ja, er argumentiert sehr sorgfältig und scharfsinnig. Ich bin froh von ihm lernen zu dürfen.

[QUOTE]Zum Abbau von Aggressionen finde ich nützlich, in kritischen Situationen Menschen nicht als "böse" anzusehen, sondern sie höchstens als [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1799103#post1799103"]eine Gefahr in bestimmtem Kontext[/URL] anzusehen.
Von dieser Basis ausgehend kann man dann herausfinden, wer in solchen Situationen [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1799425#post1799425"]welche Verantwortung[/URL] hat, und wie er sie bewusst übernehmen kann. [/QUOTE] Das klingt interessant und durchdacht. Nützlich ist es sicherlich, aber ich fürchte noch nicht ausreichend.
TheTurningPoint[QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
Ich glaube, dass Fromm Bekanntschaften im generellen Sinne, also sowohl zwischen Gruppen als auch Personen, meinte. Und selbst wenn, denke ich nicht das uns das stören sollte.[/QUOTE]In der Diskussion zu "Warum ich nicht aufgeben will" ergab sich, dass es erhebliche [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1799966#post1799966"]Unterschiede zwischen Selbstliebe und Menschenliebe[/URL] gibt. Direktkontakte zwischen einzelnen Menschen können auf ihrer Selbstliebe aufbauen. Gruppenkontakte aufzubauen ist sehr viel schwerer.

[QUOTE]Wenn wir der Antwort näher kommen wollen, wie wir die Welt zusammenrücken lassen, so kommen wir auch nicht an der Frage umher, wie man Gruppen einander näher bringt. Man kann z.B. einen jeden Soldaten der einen Partei, nicht mit allen anderen zigtausend Soldaten der anderen Partei bekannt machen, wenn man Hass unter ihnen abbauen wollte.[/QUOTE][URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=52603"]Harald Welzer[/URL] nannte den "als existenziell konstruierten Gegensatz zwischen zwei Gruppen" als eine der Voraussetzungen, um das Soldaten-Handwerk (massenhaft morden) ohne große Gewissensbisse ausführen zu können. Wenn man in diese "Mauer" ein paar Löcher schlagen kann, dann bleibt sie nicht mehr lange ein Hindernis. Als am 9.11.1989 nur wenige DDR-Bürger ohne Ausreiseantrag durch die erste Lücke in der Berliner Mauer spaziert waren, war das für die restlichen 17 Millionen plötzlich auch kein Problem mehr ...

Mit anderen Worten: Wenn sich im Laufe der Zeit einige enge persönliche Beziehungen herausgebildet haben, dann ist der Weg bereitet für den Aufbau von Beziehungen zwischen Gruppen. Eine Diskussion dazu gab es schon mal unter dem Thema [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1234041#post1234041"]"Du ALLEIN kannst strahlen in der Welt ?"[/URL]

[QUOTE][i]Original geschrieben von TheTurningPoint [/i]
"Sich gut kennen" beinhaltet für mich, dass man auch die "Schattenseiten" des Anderen kennt, so dass nicht ein Dritter bisher unbekannte Eigenschaften dazu nutzen kann, um persönliche Beziehungen zu zerstören.[/QUOTE][QUOTE][i]Original geschrieben von Lazerta [/i]
Wenn man die Schattensseiten eines Ehepartners kennt, dass er oder sie beispielsweise zu Psychoterror oder Fremdgehen neigt oder gerne Socken auf dem Boden liegen lässt, so verringert dies noch nicht automatisch den Hass.[/QUOTE]Psychoterror, Fremdgehen und Unordnung sind meines Erachtens auch nur Symptome, zum Beispiel für (früheren oder aktuellen) Aufmerksamkeits-Mangel und zu wenig Selbstbewusstsein. Ich hatte "Schattenseiten" in Anführungszeichen gesetzt, weil sie meiner Ansicht nach erst dadurch entstehen, dass unterschiedlich stark ausgebildete Veranlagungen - wie musische, analytische, ordnende, theoretische, praktische, mehr oder weniger ehrgeizige - nicht die passenden Entfaltungsmöglichkeiten haben.

[QUOTE]Fromm sagt hierzu, dass es nicht davon abhängt, wie viele Informationen man über andere besitzt, sondern davon, ob man auch zum emphatischen Erkennen bereit ist. Ein Erkennen und auch gefühlsmäßiges Verstehen(wollen) der Schattenseiten kann bereits den Hass verringern.[/QUOTE]Irgendwie hatte ich das "Erkennen und gefühlsmäßige Verstehen(wollen)" schon mit in den Begriff "einander besser kennenlernen" mit einbezogen. Daher kommen wohl die Missverständnisse.

[QUOTE]Ehrlichkeit ist nur ein Symptom der Liebe. Das gleiche gilt für Fairness, Respekt, Hilfsbereitschaft etc.. [/QUOTE][URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&postid=1234428#post1234428"]"Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe"[/URL] ist auch ein Teilthema des obengenannten Threads. Übertriebene Hilfsbereitschaft kann aber auch zu Abwehr-Verhalten führen, besonders dann wenn die "Hilfe" zu mehr Abhängigkeit führt, statt Hilfe zur Selbsthilfe zu sein (siehe die Beispiele Griechenland, Nordkorea).

[QUOTE]Eine Beziehung kann auch in die Brüche gehen, wenn man als Ehepartner rein verstandesmäßig sich der Ehrlichkeit verpflichtet und gleichzeitig der Liebe nicht fähig ist. Dann kann die Beziehung auch trotz Ehrlichkeit in die Brüche gehen, weil diese Ehrlichkeit dann nur oberflächlicher Natur war.[/QUOTE]In vielen solcher Fälle würde ich gar nicht unterstellen, dass die Ehrlichkeit nur oberflächlich war. Oft wird bei der Nennung der Fakten beim Anderen "nur" zu viel Vorwissen und Erfahrung erwartet. Zur Liebe gehört auch ein Gespür dafür, wieviel Ehrlichkeit "am Stück" der Andere verkraftet.

[QUOTE]Das klingt interessant und durchdacht. Nützlich ist es sicherlich, aber ich fürchte noch nicht ausreichend.[/QUOTE]Nein, es ist natürlich nicht ausreichend. Aber es ist wie gesagt eine Ausgangs-Basis, von der aus man (auch die eigene) Verantwortung erkennen kann und dann bewusst übernehmen kann.

Im Fall [URL="http://www.nachtwelten.de/vB/showthread.php?s=&threadid=82214"]Hamsa Kashgari[/URL] besteht Gefahr vor allem in der jahrelangen "Gehirnwäsche" der Menschen in Saudi Arabien [b]und in Malaysia,[/b] die zu völligem Unverständnis gegenüber den Aussagen von Hamsa Kashgari führt - und wohl auch zu Angst davor (siehe obiges Beispiel "Lücke in der Mauer").

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