| eerie | [I]Ein Garten der Poesie Blumen wachsen und gedeihen, sie treiben und blühen durch den Geist er pflanzt sie, formt sie Dies ist mein Garten, seid willkommen Betrachtet Euch die Blumen, wie sie keimen, blühen, welken Wandelt nicht auf falschen Wegen, habt Acht auf welchem Grund Ihr lauft und beschaut Euch all das Geschaffene Ein Urteil mögt Ihr haben, ob nun Schönheit oder Grausamkeit unter manchen prachtvollen Blumen auch Missgestalten weilen Kein Ort der Worte ist dieser Platz, staunt oder raunt wenn es nicht gefällt, doch wählt einen anderen Ort dies zu verkünden[/I] 02. Juni 2002 |
| eerie | [I]Fern von mir Ich sitze frierend im Dunkel Lausche der Welt ihrer Klänge Mit lächelnd Lippen, tränend Augen Höre stumm ihrem Pulsschlag zu Wie fern von mir sie lebt Ihr Atmen, ihr Herzschlag Ein Lied, ich könnt versinken Zu schön es als gegeben zu nehmen Es einfach so zu ignorieren Als alltäglich anzusehen So bleibe ich hier allein Weiter in dieser Melodie gefangen Lachend, weinend, voller Emotion Seh all die Bilder, all die Menschen Seh sie leben, seh sie sterben Ein teil dieser Symphonie Ein teil des Atmens, des Pulsschlages Fern von der Welt ihrem Leben Zum beobachten geboren Zum hören geschaffen Fern von mir geschieht das alles Sehe, höre, aber bin nie dort Erlebe es nicht, zu fern Ich bleib auf meiner Wolke Hier oben im dunklen Himmel der Nnacht Und sobald die Sterne sich zeigen Der Mond sich erhebt Werde ich wieder sehen, hören Erwacht aus meinem Schlaf Gesunken dann in neuen Traum Dem Traum vom Leben, vom Sterben Fern von mir liegt eure Welt Kann sie nur sehen, nur hören Nie auf ihr wandeln Fern von mir liegt euer Leid Fern ist mir das eure Glück Fern, so fern Aber nicht fern genug Wenn Leid ich sehe in euren Augen Wird mein Seufzer Winde senden Wenn eure Tränen meine locken Seid gewiss wird Regen fallen Wenn euer Lachen heiter erklingt Lasse ich durch meines Sonne scheinen Fern der Welt und doch so nah Sehe und höre ich Fern der Welt und ein Teil von ihr So fern, nicht fern genug So fern, will näher sein[/I] 13. Februar 2002 |
| eerie | [I]? Formen sich recken, strecken und drehen, schmiegen sich in einem Nichts zusammen, wirbeln durch eine Unendlichkeit, die so voll Farbenpracht in neuem, chaotischem Glanze erstrahlte und doch dann dieses neue Licht verging. Schwang mich hindurch, drehend, wirbelnd und mitsamt verschmolzen, ein wirbelnd Nichts im Ganzen verborgen. Sieh nur, sieh es dir gut an, wirst erkennen, was blosses Auge dir verbirgt, nur wenn du öffnest dem Schicksale deine Seele, so vermagst du wirr zu erkennen, was klar sich erstreckte. Gesehen? Blind geblieben? Farbenpracht hindurch dies schwingt, schwingt durch dich, der Regenbogen wurd gebrochen, zerlaufen des Prismas Strahlen, in Ehrfurcht verronnen im Sternenmeere. So glänzt das Universum fürderhin, glänzt unbeschwichtigt, unbehelligt tanzt in Farbenpracht, im Stolz verfangen. Von sich selbst geblendet, in Arroganz verloren, doch schimmert sie auch von innen, diese Pracht, ich staunend nur ertrage. Mag es Tarnung sein? Für mich allein? Verloren, Einsamkeit und immerwährend wird der Geist geboren, jugendlich für ewiglich. Farbenspiel das alles schier umfängt, scheint es doch wie eine Finsternis des Mondes oder gar der Sonn, mystisch, mythisch. Heldensagen prangern an und so wirds verachtet weiterhin geblendet das Prisma bricht, das Licht zerfällt und ordnet sich in neues Spiel, in Dunkelheit die Welt getaucht, hell erstrahlt die blaue Sonne, kalt geworden ist's um die Farbenpracht, abgestorben gleich der schönsten Blüte, so welkt und fault sie, stumm und trauernd, der Farbe ihrer schönsten Seite. So wird sie nun verdorben, dank der Arroganz? Doch wirklich verdorben ob des Faulens? Scheint es nicht gleich einer Wiedergeburt? So ist's die Chance der Finsternis, fern der Farben, kein ewiges, buntliches Spiel, nein, es welkt schon im Regenbogen, sieh nur, so abartig verfallen in Hässlichkeit und Unwahrheit, wird zur Legende allumfassend. Keine Pause darf ich dulden, husch heran und eile geschwind, sie holen auf, so flüchte doch![/i] 06. Juni 2002 |
| eerie | [i]auf der krichenschwelle süßen spaß will niemand missen süßes kleines kind in stücke gebissen die reudigen köter zerfetzten den leib noch gehüllt in das weiße taufkleid wie es schrie, wie es weinte um sein leben, das junge, bitterlich so ward es geboren, schon zerronnen ach wär doch nur die mutter besonnen so hätt sie es nicht niedergelegt wäre aufmerksam gewesen zur predigt auf der kirchenschwelle zerfleischt die langsame nonne schon nicht mehr kreischt zu oft ereilt dies' grausam' geschick zu oft geseh'n die gassenhunde blutverschmiert oh einsamkeit wäre hoch und teuer kein kind würd mehr so vergeh'n keine reue, kein einz'ges trauerfeuer nicht einmal bedauern in der mütter seel'n so ist es doch nur recht und billig entweder die nonnen retten's willig oder es war des gottes urteilsspruch verhängt über unschuld'ge säuglinge verloren sind die erzeuger mit gott im bruch doch scheren sich nicht drum, feiglinge weiter kreischen junge kinder schrill die armen, die niemand haben will[/i] 24. Mai 2002 |
| eerie | [i]Wolfsjagd Jagdzeit ist ausgerufen in dieser Nacht, das Horn erschallt laut und voll Kraft, eine letzte Warnung der Beute gesandt, das Signal für die Jäger zu ziehen So preschen sie los mit wildblütig Pferden, reiten durch diese Augustnacht geschwind Flink die Hufen durch Wälder, über Wiesen, aufmerksam die Augen der Jäger, mit gespannter Armbrust in der Hand Die Beute verschreckt vom donnernden Schlag, den die Pferde durch Erde grollen lassen Ein Schuss sich löst, kurzer Schmerzenslaut Jubel folgt, doch dann die Fänge sich entblösen, so jagt der Wolf aus dem Schatten empor, verletzt, den Bolzen in der blutend Flanke, stürzt die Beute sich auf den Jäger, reisst ihn nieder vom wiehernd Tier Die Kehle zwischen kräftig Kiefern gepackt, noch ein letzter angsterfüllter Schrei, dann hat die Beute den Jäger zum Opfer gemacht Der verletzte Wolf zur Bestie geworden, mit blut'ger Rachegier schwor er In dieser Nacht soll jeder Jäger Tod erfahren Mit wildem Blick und heiß kochend Blut zieht er weiter ungebändigt und rasend, auf der Jagd nach den Jägern, die nun selbst zur Beute geworden, ihren Hochmut tief und brutal zu stürzen[/i] 14. Februar 2002 |
| eerie | [i]Glockengeläut Hörst du die Glocken sie läuten? Hörst du der Glocken traurig Klang? Wo sie doch einst so tröstend spielten zu jeder halben Stunde Freud und Trost gaben Dem Dorfe als Geschenk für Glauben und Tat Doch heute nimmer mehr Denn hörst du nicht ihr Klagen? Ihr traurig Glockengeläut Enttäuschung legt sich nieder Über des Dorfes Feuerfeld Denn Glauben ging verloren vor langer Zeit So läuten sie betrübt voll Trauer Über den Verrat an ihnen an dem Glauben Menschen sahen nicht länger der Glocken Werk Nicht länger das Vertrauen auf sie So liegt es nun nieder das Aschefeld Wo Glut und Funken durch die Nacht flimmern Wo Menschen verbrannt niederliegen Verbrannt am aufgegebenen Glauben Dem Glauben an sich selbst Als sie der Freude der Glocken missachtend lebten So nun sind sie tot verbrannt in ihrer eigenen Welt Der Welt ohne Vertrauen ohne immerdahen Klang Hörst du der Glocken traurig Wort Hörst du nicht ihr Klagen ihr traurig Glockengeläut? Und so verstummt der letzte leise Ton Vertrauenslose Welt[/i] 12. Juli 2001 |