| Dies Irae | Schwarzer Engel Von der Ewigkeit des Seins gefoltert Mit erschräckender Länge den Tag erlebt Nur gewartet auf das Ende Um dann zu sprechen dein letztes Gebet Zu treten jetzt vors Himmelstor Nach außen ein Engel in weißem Gewand Doch darunter ein Ketzer mit Blut befleckt Schon oft getötet und an den Tränen geleckt Mein schwarzer Engel lass dich fallen Gib deine Seele in meine Hand Erlöse dich von deinem Hass Und suche Schutz in Gottes Gewand Und vor mir knieend die Hände gefaltet Schaust du zu mir mit leerem Blick Und dann eine Träne, glänzend und rein Spiegelt Reuhe und Hoffnung in deinem Gesicht |
| Dies Irae | Schrecken meiner selbst Neu gereift und schon verdorben Es geschah in einer Nacht Was sonst im Innersten verborgen Wurde mit Hass hervorgebracht Du weißt was Neid und Gier bedeuten Du weißt was Lust am Töten ist Du spürst ein Gefühl der Befriedigung Wenn du des Opfers Seele frisst Was neu geschaffen von Mutter Erde Und wahrhaft Kräfte hat gebraucht Du schleichst dich heran mit deinem Hass Und saugst es mit totem Herzen aus Ich sehe dich, du stehst gar vor mir Heb ich die Hand, hebst du sie wild Da bemerke ich mit starrem Blick Ich sehe in mein eigenes Spiegelbild |
| Dies Irae | Teufelskreis Der Mond schaut zu in klarer Nacht Wenn du dich leer und einsam fühlst Er wird dir helfen, gibt auf dich acht Bis du wieder jene Sehnsucht spürst Ein Lächeln erhällt den ganzen Tag Ein glücklicher Tag dein schönster Traum Doch böse Stürme lauern oft Und werden neue Klippen bauen Einmal nur nicht aufgepasst Zu früh einen falschen Gedanken geboren Nur einen Schritt zuviel gemacht Und du hast alles für immer vorloren Kein Licht mehr am Ende des Tunnels Keine Wärme mehr im tiefsten Schnee Kein Windhauch mehr im heißen Sommer Nur ein Sturm auf hoher See |
| Dies Irae | Allein in der Dunkelheit Zu sehr hat sich die Dunkelheit über mich gelegt Zu sehr als das ich mich wehren könnte Anfängliche Neugierde zum Unbekanntem Schlug um zu Faszination, Besessenheit und Sucht Nicht mehr von der Nacht loskommend Suchte ich Erfüllung, doch fand nur die Dunkelheit Und in ihr geborgen wanderte ich weiter Verhüllt in Nebelschwaden durch die Nacht Nicht ahnend welche Welt mir verborgen blieb Nur leiser Hunger nach dem Tag Doch in den Schatten meiner Selbst War ich gefangen und kam nicht los Geführt von den Sternen und vom Mond getrieben Suchte ich Erfüllung in meiner Einsamkeit Ich ging weiter und Nacht für Nacht Fand ich nur mich - allein in der Dunkelheit |