| tenebres | [B][U]Koma[/U][/B] Die Kälte dieses Zimmers versucht mich zu zerreißen.. und doch bin ich es, von der diese Kälte ausgeht... Eine schwarze Seele, die keine Wärme geben kann, keine entgegennehmen kann.. und dann sagt noch mal jemand, dass schwarz das Licht anziehe und damit die Wärme... Nach außen wunderschön, doch im innern schwarz und zerfressen von nagenden Emotionen, die immer tiefer in die Seele eindringen und keine Ruhe geben. Manchmal so habe ich das Gefühl, geben sie Ruhe... ziehen sich zurück. Sobald man sich daran gewöhnt geht es weiter, tiefer immer tiefer.. unaufhörlich hinein. Und wiedereinmal stelle ich mir die Frage, was ist wenn der Kern erreicht ist, wird auch er angegriffen? Was passiert dann, erfriert man oder stirbt man so, oder bringt man sich um?! Es muss einen Kern geben, denn nichts ist unendlich... obwohl es mir so bei meinen Depressionen vorkommt... Vor kurzem war ich bei meiner großen Liebe... Ich fühle mich, als sei ich nie bei ihm gewesen.. vielleicht war es nur ein Traum... Oder war es so schön mit ihm, dass es einem Traum ähnelt... Liege ich in einem Koma... indem ich mir meine eigene Welt erschaffen habe? Manchmal möchte ich einfach nur aus ihm erwachen, die Wirklichkeit sehen.. spüren... Ist mein Leben ein einziger Traum, der die meiste Zeit ein Albtraum ist?! Ich will erwachen aus diesem Alb... einfach nur erwachen... doch wie sieht dann diese andere Welt aus, in der ich im Koma liege? Ich fühle mich, als ob jemand auf meiner Brust sitzt und sie zuschnürt um meine Energie an sich zu reißen... warum nimmt sich dieser jemand einfach das Recht? Ich kann dagegen nichts ausrichten, dieser Schmerz... er ist innerlich, nicht körperlich. Er wird aber zum körperlichen schmerz... ich will schreien, doch kann es nicht. Was ist das für ein Geräusch... ich habe das Gefühl, dass mir jeden Moment das Trommelfell platzt... es soll aufhören. Ich will wieder meine Ruhe... ich versuche mir die Ohren zuzuhalten... doch meine Hände, sie bewegen sich nicht. Warum bin ich wie gelähmt? Was ist das auf meiner Stirn? Wärme durchfährt plötzlich meinen Körper... wie lange habe ich mich nach ihr gesehnt. All die Kälte weicht von mir...ich möchte die Zeit anhalten. Sämtliche Schmerzen schwinden, ich fühle mich wohl... wie nie zuvor. Und doch kommt mir dieses Gefühl der Wärme der Geborgenheit bekannt vor, wie aus einem vergangenem Leben. Etwas rinnt an meiner Wange entlang, weine ich? Nein... woher kommt es dann... es ist mir egal. Es ist schön etwas fühlen zu können, das nicht von schmerzhafter Natur ist. Zu schön um wahr zu sein... Diese wunderbare Wärme verlässt mich, warum geht sie? Ein stechender Schmerz in meiner Brust, als sei ein Dolch in sie gerammt... ich bekomme Panik, ich habe Angst... was geschieht mit mir? ... die Maschinen geben einen letzten schrillen Laut von sich bevor ein Schalter umgelegt wird und alles ruhig ist. Nur ein leises Wimmern ist noch zu hören, ein schluchzen das immer weiter verstummt. Sich entfernende Schritte, ein Lichtschalter der umgelegt wird.. alles wird Dunkel, eine Tür die sich von außen schließt ... Ich reiße meine Augen auf, ich sehe ein dunkles Zimmer... kann nicht atmen ich sehe meinen Körper von oben, ich entferne mich von ihm... tauche ein in die Dunkelheit... werde von ihr umfangen. Jetzt ist mir gewiss, diese Dunkelheit wird ewig währen... bloß ohne Schmerzen, ohne Gedanken und ohne Gefühle jeglicher Art... Ich bin erlöst... |
| tenebres | [B][U]engelsgleich[/U][/B] In einem Raum voller Menschen sitzend verliere ich mich in meinen Gedanken. Verfalle dem Trance... um meiner aufkommenden Panik, zwischen all den Menschen, zu entfliehen. Ich fange an zu Träumen... an was erinnere ich mich nicht mehr... Ich kann mich lediglich an das Geschehen danach erinnern... Die aufkommende Nervosität der Menschen riss mich aus meinen Gedanken... ich sah mich verwirrt um, doch nichts hatte sich verändert. Bis auf die auf mich übergreifenden Emotionen... doch verstand nicht so recht was sich hier abspielte... Ich dachte mir dabei nichts weiter und ließ meinen Gedanken wieder freien Lauf... doch das währte nicht lange... schon wieder wurde ich aus ihnen gerissen. Ich sah auf zum Fenster und nahm einen Schatten, von außen, wahr.. wie ist das möglich in der obersten Etage? Und dann noch am hellerlichten Tage?! Doch jetzt traf mich das Entsetzen.. ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen. Die Menschen schienen von all dem nichts mitzubekommen... aber ihre Nervosität war noch immer zu spüren. Die Wand vor mir fing an sich zu aufzulösen... wie ist das möglich? Ein Tagtraum?! - Nein, ich träume nur von vergangen Zeiten, als das Leben noch schön war... um es nicht ganz zu vergessen, was einmal war - Als ob die sich auflösende Wand nicht schon erschreckend genug war... es trat eine Gestalt hindurch. Sie erfüllte mich, zu meinem erstaunen, aber nicht mit Angst oder gar Panik. Sie wirkte auf mich beruhigend. Sie strahlte ein grelles Licht aus, doch die Menschen bemerkten nicht, was da vor sich ging... vor ihren Augen abspielte... Die engelsgleiche Gestalt sah mich an und trat langsam auf mich zu... noch immer spürte ich keine Anzeichen von Bedrohung oder Angst. Jetzt blieb sie stehen, sah mich noch immer an... ich sah sie an... Mittlerweile stand sie in greifbarer Nähe vor mir. Sie stampfte mit dem Fuß auf und fing an zu Schreien... so tief das mein Trommelfell zu reißen drohte. Auf der Menschen Gesichter zeichnete sich ein Ausdruck von Fassungslosigkeit, sie verzerrten sich vor Pein. Denn ihre Körper wurden zu Stein... nach und nach, qualvoll langsam. Der Raum wandelte sich ebenfalls zu steinigem Gemäuer... alles wurde dunkel, selbst der Tag wurde zur Nacht. Ich hörte sogar den Straßenverkehr verstummen. Alles war ruhig, ich fühlte mich wohl und mir stand ein unerklärliches Wesen gegenüber. Ich konnte nicht verstehen, was geschah.. wollte auch nicht verstehen. Die Gestalt kam noch einen Schritt auf mich zu, streckte ihre Hand aus und ergriff etwas von mir. Ich spürte wie mein Ätherkörper aus dem physischen Körper ausdrang... herausgezogen wurde. Die Perspektive meines sehens änderte sich und ich sah mich auf dem Stuhl sitzend mit starrem Blick... nichts regte sich mehr. Mein Körper wurde zu Stein. Doch ich lebte weiter... An meinem Rücken entfaltete sich etwas, es waren Flügel, die ebenso schimmerten wie die des Wesens. Ich riss meinen Mund auf und schrie, wie erst noch der Engel... Er nahm mich in die Arme, stimmte in meine Schreie mit ein... und machte sich auf den Weg mit mir. Durch die Wand hindurch in die Dunkelheit... in die Schwärze der aufgekommenen Nacht. Es war eine Reise in ein anderes ich... in ein anderes, schöneres Leben. |
| tenebres | [B][U]Rosenblätter[/U][/B] Eine schwarze Rose... wunderbar gediehen, ohne ersichtliche Makel. Ich nehme sie in meine Hände... betrachte sie noch einmal, diesmal genauer. Sie scheint perfekt. Aber eben der Schein ist oft so trügerisch... und wenn sie nicht perfekt ist, nach außen ist sie schön. Und was erwartet man von Rosen weiter als das sie schön aussehen und gut riechen. Ich rieche an ihr, doch sie riecht nach nichts... es ist, als ob man in Augen sieht und darin nichts findet. Wenn die Qualen so enorm werden... sich die Schwärze so ausgebreitet hat, dass es keine Farben mehr zulässt, dann geben auch die Augen nichts mehr von sich Preis... Blatt für Blatt reiße ich... nach und nach... An jedem der Blätter haftet eine Erinnerung, ganz gleich ob schöne oder schlechte... Selbst die Guten wandeln sich zum Schlechten, indem sie mir zeigen, wie es Einst um mich stand... Blatt für Blatt vergesse ich, glaube es zu vergessen. Ich habe mir so oft gewünscht zu vergessen, doch niemand wollte es mir abnehmen... mein ehemaliges Leben. Blatt für Blatt nimmt die Rose von ihrer Pracht ab... Nun fällt das letzte Blatt, sachte wurde es abgezogen... noch einmal mit meinen Lippen berührt. Diesmal hing keine versiegende Erinnerung daran, sondern ein Wunsch... mein sehnlichster Wunsch. Den Dornen besäten Stiel beiseite gelegt und mit einem Dolch getauscht... an den Arm geführt. Ein Blick zu den Rosenblättern... es wird der letzte sein. Schon dringt der Dolch in das Fleisch ein und das Blut tränkt die Rosenblätter... nun wird der Dolch an das Herz geführt, ein schneller Stich und Herzensblut tränkt die Rosenblätter... ich falle zu Boden, schreie nicht vor Schmerz, denn ich empfinde keinen. Auf das sich mein letzter Wunsch erfüllt mit meinem Blut besiegelt... nie mehr solche Seelenpein! |
| tenebres | [B][U]Spiegelsee[/U][/B] Zerbrechlicher als Glas ist Sie, sitzt dort am Ufer eines Flusses. Sie schaut in das Wasser doch sieht darin nichts... nicht einmal das eigene Antlitz, keinen Mond, keine Sterne.. obwohl alles klar ist in dieser Nacht. Sie sieht in die unendliche Ferne des Seins und wurde längst fortgetragen vom Wind. Gänzlich verschwand Sie im Nebel der Zeit... mit ihren Gedanken. Sie schloss die Augen und glaubte zu schweben, ganz sachte. Als Sie sich nun traute die Augen zu öffnen fand Sie sich an einem anderen Ort wieder, der dem anderen glich. Doch er war anders, ruhiger und der Fluss war nun ein Spiegel... ...sachte wurde die Spiegelfläche berührt, die daraufhin anfing kleine Wellen zu zeugen. Wie wenn man einen Stein in das Wasser wirft. Doch diese Bewegung war langsamer, zeitlos.. hatte keine Eile an einen Widerstand zu geraten und zurückgeworfen zu werden. Der Spiegel gleichte nun einem kleinen See, wurde zu einem... denn er breitete sich aus. Er ergoss sich über die nachtschwarze Wiese... genauso langsam wie er die Wellen warf. Und das Mädchen, es tauchte ein in diesen Spiegelsee... Alles von Ihr spiegelte sich wieder... Ihr Leben, Ihr Sein. An diesem Ort wusste Sie, dass Sie sich nicht verstellen musste und es auch nicht konnte. Sie sah in Ihre eigenen Augen, sah zum erstenmal sich Selbst, so wie Sie wirklich war. Durch Ihre Augen blickte Sie in Ihre Seele... Sie erschrak, wurde herausgerissen aus Ihrer Traumwelt und alles um Sie herum wand sich in Schmerzen. Die Spiegel rissen unter den Schreien Ihrer Selbst, einige Stellen zerbarsten völlig. Ja, Sie schrie vor Entsetzten ohne es bemerkt zu haben. Stumme Schreie können lauter sein als die physischen... Sie schnitt sich an den messerscharfen Splittern des Spiegels. Ihr Blut begann sich auf den Scherben auszubreiten. Es färbte alles Rot, die Splitter, die Schatten, das dahinter liegende Nichts... Tränen rannen Ihr über das Gesicht, Sie glaubte zu ertrinken... was Ihr vorerst im Spiegelsee noch unmöglich schien. In den Splittern spiegeln sich die Tränen in dem roten Licht... dicht an dicht. Vom Licht färben sich die Tränen rot, rot wie Blut, Sie weinte Blut. Die Tränen wurden zu einem kleinen Bach, der sich über die weiße Haut Ihres Gesichtes wand. Der kleine Bach wuchs an zu einem Fluss. Sie ertrank, dachte Sie werde erlöst... doch Sie ertrank nicht wirklich... Der Fluss in dem Sie nun schwebte färbte sich Schwarz... Das Gesicht eines Mädchens erschien über Ihr, sah Sie an... als ob Sie sich in einem Spiegel sah. Doch Sie war das Spiegelbild... Ihrer Selbst. |