| dedera | Morgen, mein Kind, ist es vorbei. Hab keine Angst. (Ich streiche durch dein Haar, sehe die Angst.) Dann hast du keine Schmerzen mehr. Und alles wird gut. (Dein Blick ist fragend. Du glaubst mir nicht.) Oh doch, du wirst glücklich sein. Dort oben im Himmel. Ich weiß es. (Kein Lächeln auf deinem Gesicht. Ich fürchte mich. Der Abschied naht und ich kann nichts tun, nur versuchen, dich zu beruhigen.) Bitte wein doch nicht. Der Herr wird dort oben auf dich aufpassen. Du wirst eine eigene Wolke bekommen und kannst auf uns alle herunter sehen. Ich werde hier unten für dich singen. Soll ich jetzt auch singen? Das magst du doch so. (Du schüttelst den Kopf. Die Tränen laufen über deine Wangen und ich wische sie weg. Sie sind eiskalt, während du vor Fieber glühst.) Na gut, dann nicht. (Ich weiß, dass meine Stimme belegt ist. Ich habe Angst, dass ich weinen muss.) Kann ich sonst noch irgend etwas für dich tun? (Und wieder schüttelst du den Kopf. Schon seit zwei Wochen kannst du nicht mehr sprechen. Wenn du deinen Mund öffnest, kommen nur Schmerzensschreie heraus.) Ach mein Kleiner. (Ich küsse deine Stirn und stehe auf. Deine Augen verfolgen meine Bewegungen.) Gute Nacht, mein Schatz. Bald wird Er dich holen. (Und ich lösche die Kerze, während du leise zu wimmern beginnst.) (Der nächste Morgen ist verregnet. Ich stehe an deinem Bett und singe. Doch du hörst mich nicht, hörst mich nie mehr.) |