| darkpoet | Wintertag: Ich seh vom Bett, den Garten ein, kalt wie der Tod muss es dort sein, glaubt man den Blumen, die dort dicht an dicht, an meiner Fensterscheibe blüh'n, ihr blaues Eis beginnt zu glüh'n, im Morgenlicht. Ich wollt ich brächt die Blütenzier, von diesem Fenster hin zu Dir, zu Dir, Du meine Winterkönigin. Doch wenn ich diese Blüten nähm' bis ich zur Königin hin käm, wär'n sie dahin. Die Dächer zuckergussverziert, das Wasser in den Seen friert, zu Eis, das sie zu einem Spiegel macht. Der dann der Morgenrötelicht, in taused neue Farben bricht, oh Winter Pracht. Kein Blatt am Baum, kein Vogel fliegt, des Sommers Welt sie scheint besiegt, vom Winter und die Welt sie liegt nun brach. Es schläft manch Tier an sich'rem Ort, die meisten Vögel sie sind fort, der Wärme nach. Das Bett ist kalt, gleich wie meuin Herz, in mir nur der gefror'ne Schmerz. Denn Du bist fort, gleich wie der Schwalben Schar, doch ungleich jener Vögelein, weiss ich nicht: "Wirst Du bei mir sein, im neuen Jahr ?" |
| darkpoet | Haiku 1: In an empty wood, a she-wolf bays at the moon, or is it deep grieve ? |
| darkpoet | Ach wie schön ist doch einst das nächtlich' Wandern gewesen, mit Dir unter Sternen und im gütigen Mondeslicht. Und Du liebtest die Sterne, und Du konntest drin lesen, was jedem Menschen so sein Schicksal verspricht. Oh mein nachtschwarzer Engel, der die so liebte die Sterne, viel zu wenige Nächte waren uns so geblieben. Heut wandre ich nachts einsam, denn Du bist so ferne, und doch werde ich bis zum Tode nur Dich lieben. Es schien unser Schicksal, dass diese Liebe musst' sterben, und nur der ist weise, der dem Schicksal sich stellt. Und ach, wer bin ich, dass nach dem Sinn ich dürft fragen ? Drum zerschlagt Mond und Sterne, zu Milliarden von Scherben, dass dunkel sei füran des Nachts Himmel und Welt, denn von nun an soll Frau Nacht Trauer stets tragen. |
| darkpoet | Nun, da das letzte Wort zwischen uns gesprochen wurde und längst verhallt ist - Was sind Worte da noch anderes, wenn nicht quälende Erinnerungen an das vergangene Glück ? Was sind Erinnerungen da noch anderes, wenn nicht opiumgetränkte Träume, nur um in dieser grausigen Welt zu überleben ? Was ist Überleben da noch anderes, wenn nicht das endlose, quälende Warten auf das erlösende Ende ? |
| darkpoet | Auf einem alten Friedhof II : Was ist geblieben als sie gingen ? Namen in Granit gehauen an die man sich nicht mehr entsinnet, wenn an ihren kühlen Gräbern einer Lärche Sprössling noch kaum zu einem Baum gewachsen. |
| darkpoet | So steh ich denn nun vor dem Scherbenhaufen den Deine Seele hier hinterlies. Gedanken an Dich funkeln in diesen Splittern und das gespiegelte Licht sticht schmerzhaft in den Augen. Da greife ich tief ganz tief hinein und hoffe darauf ein Stück von Dir zu erhalten. Doch an diesen Splittern zerschneide ich mir nur meine beiden Hände. Salzige Tränen brennen nun auf den blutenden Wunden Dunkles Blut färbt Deine zersplitterte Seele und macht sie ganz glanzlos und stumpf. |