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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: bittersüße Gedanken
Azalee[COLOR=red]Ich bin...

Ich bin die Schlange die dich verführt.
Ich bin die Hure die du nimmst.
Ich bin die Mutter die dich gebar.
Ich bin die Frau die dich umsorgt.

Ich bin keine Kämpferin, wie du glaubst.
Subtilität ist mein Werkzeug.
Du verdammst mich, um deiner Feigheit Willen.
Du hast Angst vor mir, weil du mich nicht durchschaust.

Ich bin nicht hier, um dir ein Untertan zu sein.
Ich bin hier um dich verstehen zu lehren.
Ich bin hier um dich zu ergänzen.
Ich bin hier um dir den Kosmos begreifbar zu machen.

Doch du hast Angst vor der Erkenntnis, mein Mann.
Du willst mich verbannen.
Du willst mich bezwingen.
Du willst jemand anderen an meiner Stelle.

Trotzdem, will ich dir eine Erkenntnis geben.
Jede Frau ist wie ich.
Du kannst nicht kämpfen, denn du hast schon verloren.
Höre meinen Rat, sorge dich nicht!

Ich bin die Dämonin.
Ich bin die Göttin.
Ich bin Lilith.[/COLOR]
Azalee[COLOR=red]Ich will

Ich will ehrlich sein.
Ich will kreativ sein.
Ich will offen für neues sein.
Ich will spontan sein.
Ich will verführerisch sein.
Ich will intelligent sein.
Ich will bewundernswert sein.
Ich will erleuchtet sein.
Ich will zurückhaltend sein.
Ich will sympathisch sein.
Ich will verrucht sein.
Ich will aus mir rausgehen können.
Ich will gefährlich sein.
Ich will leidenschaftlich sein.
Ich will liebenswert sein.
Ich will hilfsbereit sein.
Ich will aufopfernd sein.
Ich will verliebt sein.
Ich will ein Genussmensch sein.
Ich will eine Träumerin sein.
Ich will eine Skeptikerin sein.
Ich will eine Künstlerin sein.
Ich will eine Heilige sein.
Ich will eine Mutter sein.
Ich will eine Sünderin sein.
Ich will meine Gesichter nicht länger verstecken.
ICH WILL SEIN WAS ICH BIN.[/COLOR]
Azalee[COLOR=silver]Gerade von der Arbeit heim gekommen, wurde sich Sara K. ihres Lebens bewusst. Sie war noch jung und unverbraucht. Und gerade als sie ihre Sporttasche im Flur abstellte wurde ihr bewusst welch grauenvolle Vorstellung es war noch ein ganzes Leben zu leben. Sara K. war ein Mensch der gerne mit allen Sinnen genoss. Doch gutes Essen, guter Sex und auch geistige Freuden konnten nicht darüber hinweghelfen vielleicht weit über Siebzig Jahre alt zu werden. Sie ging in die Küche und holte sich eine Limo. Und noch während sie spürte wie die zuckrige Flüssigkeit ihre Kehle hinabrann, wusste sie was zu tun war. „Alles würde perfekt werden“, überlegte sie während dem Zähne putzen im Bad. Doch vor der Verwirklichung ihres Vorhabens musste sie sich wie alle anderen Menschen dem Schlaf hingeben. Als sie am nächsten Tag wieder aufwachte, war sie sichtlich guter Laune. Fröhlich ein Lied vor sich herträllernd begrüßte sie den Tag, in der Firma würde sie heute wie auch in ferner Zukunft wohl fehlen müssen. Es war ein herrlicher junger und unverbrauchter Tag, zwar ein bisschen windig und es sah nach Regen aus, aber das war hier am Meer ja keine Seltenheit. Jeder der die junge hübsche Frau an diesem Tag gesehen hätte, hätte gedacht was für ein Glück sie doch hat ihrem weiteren Leben mit so viel Fröhlichkeit in die Augen zu sehen. Am Nachmittag kramte Sara K. ihr weißes, wallendes Kleid mit dem Spitzenbesatz hervor. Sie zog es sich an. Schminken musste sie sich nicht, dass mochte sie ohnehin nicht. Langsam, jeden Schritt bewusst vernehmend, ging sie aus dem Haus. Sie war barfuss. Sara K. hatte schon immer ein eigenes Schönheitsempfinden, sie wollte für dieses Ereignis perfekt sein. Schuhe wären fehl am Platze. Sara K. stellte sich zunächst mitten auf die schöne grüne Wiese vor dem Haus. Sie schaute in den grauen Himmel und er war das schönste was sie je gesehen hatte. Still in sich hineinlächelnd ging Sara K. bis an den Rand der Felsenklippe, die nach der Wiese kam. Befreit atmete sie die stürmische Meeresluft ein und löste ihr Haar, dass ihr jetzt wild um den Kopf flatterte. Sara K. breitet die Arme aus und stellte sich bis ganz an den Rand der Felsenklippe. Immer noch lächelnd ließ sie sich hinabfallen. Statistisch gesehen, wäre es vergleichbar gewesen mit dem Frevel aus dem dreißigsten Stock eines Hochhauses zu springen. Aber, wie hätte Sara dann wohl da unten ausgesehen? Nein, jetzt war es gut. Der Regen prasselte auf den von den Klippen zerschundenen Körper der Sara K. der mit der Brandung an einen nahe gelegenen Strand gespült wurde. Wie hübsch sie doch war![/COLOR]

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