| Kildare | Die Blumen der Nacht (sanfter Wahnsinn) Ich bin eingetreten in die Gärten der Nacht, die voller Träume sind, voll namenloser Schrecken und doch beschenkt mit den kostbaren, dunklen Blüten des Verlangens, die nur die Finsternis gebiert. Ich habe den Nektar gekostet, bittersüß und zäh auf der Zunge und daraufhin die Irrlichter tanzen sehen, die verlorenen Seelen, mit flackerndem Blick -fast eine von ihnen. Sie sprengten über die Pflanzen -schwarzer Mohn, blutige Blätter in der Nacht -meine Finger tasteten darüber -fanden tief violette Vergißmeinicht -als könnten wir jemals vergessen -bleiche Engeltrompeten, um dann nur noch Erinnerung zu entdecken. Ich konnte Deine Worte hören, Deine Berührung spüren. Für einen Moment hielt ich den süßen Wahnsinn, daß es nebn einer Vergangenheit für mich auch eine Zukunft gäbe. Dann blickte ich auf meine blutenden Hände und auf die Blumen der Nacht, Verlangen, Vergessen lauten ihre Namen, verlore mich in ihren Farben, unfähig aufzuwachen und allein zu sein. |
| Kildare | Ohne mich Ich war verwirrt, als ich bemerken mußte, daß mein Leben sich auch ohne mich sehr gut lebte und es ihm an nichts fehlte. Es vermisste mich nicht, anders als ich, die es schmerzlich vermisste, besonders in der Nacht, wenn mein Kopf darüber nachsann, wie mein Leben weiter ging und mich hinter sich zurückließ, ohne es. Es wrd mir fehlen, mein Leben. |
| Kildare | Salz und Wasser An diesen Abenden, wenn die Nacht sich über das Abendrot wie ein Mantel legt, vermisse ich den Duft des Meeres, Salz in der Dämmerung. Ich kann mit meinen Händen fasst das Wasser erspüren, sanft auf meiner Haut, wie es sich unter meinen Fingern kräuselt, tröstend, so beständig in seiner Unbeständigkeit, dass auch ich glauben kann, das das Warten auf den Morgen sich lohnt. Und sei es auch nur, um zu betrachten, wie sich Gold und Blut über die Fluten breiten. |