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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Feuerschnee - Leben im Wahnsinn
SchneeewittchenBeutezug

Innerlicher Aufruhr flügelt
Schwebend leicht hinein und aus
Des Herzens reine Zagheit
Segelt um des Augenschmaus.
Funken dort der Trauer weichen
Einsam Haupt im Winterwald
Des Hüters selig Beutefänge
Innig schwebend zitterkalt.
SchneeewittchenDer Mond schien. Regen prasselte. Monoton. ¾ Takt. Langsam. Schneller. Langsam. Ich schlief. Ich versuchte zu schlafen. Ich konnte nicht. Der Regen war mein Feind. Meine Waffen waren nutzlos. Welche Waffen. Ich hatte keine Waffen. Der Wetterbericht war mein Feind. Lügen werden in die Welt gesetzt. Skrupellosigkeit. Erbarmungslos. Irrsinn. Nicht Wettervorhersage. Wetter-vorher-SAGE. Eine Sage. Ein Wagnis. Ein Mythos. Verschlüsselt. Auf immer. Vielleicht. Der Regen tröpfelte auf die Dachrinne. Die Dachrinne hielt ihr Blech hin. Sie wird krank werden. Rost. Schreckliche Sache. Tödlich. Bei Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Rost auf dem Dach. Rost. Roast Beef. Blut. Tod. Schon wieder. Tod. Tod. Rot. Blut. Leer. Blutleer. Schuss. Tod. Überall lauert er. Überall. Der Regen übergoss die Erde. Der Mond war weg. Weg. Tod. Die Sonne ging auf. Der Regen ging nicht. Er blieb. Er starb. Tod. Die Sonne ging unter. Leben. Tot leben. Lebend tot.
SchneeewittchenDie Welt

>>>>>>Was ist die Welt und ihr sternfunkelnd Wesen
Was ist die Welt und ihr hellstrahlend Glanz
Ein dumpfer Schrei in stillgelegten Gärten
Ein leiser Hauch in eisumhülltem Kranz
Ein zartes Tuch da Trauerweiden linden
Ein heißer Schrein da hölzern Spuren sind
Ein Kerkerhaus da Kreaturen opfern
Ein schnödes Los so einsam um uns dreht
Das ist der Stein darauf der homo schlichtet
Und was der Geist heiß liebend an sich legt
Komm Leben komm und zeige uns dein Antlitz
Ohne zu verziehen das Gesicht
Zeig uns die heitre bittre Miene
Entfern grimassenhafte Macht
So wird fragil und unerschüttlich
Des Lebens Sinn weitherum erfasst.
SchneeewittchenEnde einer Szene

Zitternd die Locken der Nacht
Sie hielt ein Messer
die Faust umschloss die Klinge
Ich muss sagte sie
sie sagte es
Klingeln bersternd im Dunkel
umhallend der bitteren Ruh'
müde Augen erscheinend
Sie sah ihn an
an sah sie ihn
Was willst du hier du
Schlafen Träume schlafen
Wortlos schauend überall
Blicke suchend findend bald
lächelt grinsend
schwarz dem Lichte weichend
Behaglichkeit entbrannt
Was willst du hier was willst du
dich mein Ich mein Dich
entfacht fortwährende Fragen
Wut ratlos Stolz und Pech
Zwischen uns
ungeklärt multipliziert
Was meinst du
Traum Traum Wirbelkuss
Leugne nicht
Unwissen nein ich nicht
Kann nicht sein nein nie
packend fest am Arme
Schüttelnd frostig hart
Tränen unerbittlich strömen hanghinab
Schau mich an
Komm zu dir
Wach auf aus deinem Traum
Verzweiflung Schmerz und Trauer
Verdammt nochmal
Tränen
Verdammt
Ich liebe Sie
Stille
Stille
Ein
Aus
Stich

Dabei war sie ihm nicht gleichgültig
SchneeewittchenIhr Name war dreisilbig. Sie liebte ihn. Er kannte sie. Zusammen verbrachten sie oft Stunden. Sie lachte. Apathisch anwesend. Euphorisch deprimiert. Sie kannte sich nicht. Doch ihn. Geister verwischten die Zeiger. 540°. Zuviel. Unaufhaltsame Bewegungen. Er schritt hinaus. Keine Beachtung. Kannte er sie? Die Haare fielen ihr ins Gesicht. Kirschrote Lippen bebend. Vor Trauer. Enttäuschung. Schmerz. Krampfhaft versuchte sie aufzustehen. Der Boden magnetisierte sie. Aus ihren Augen rann schwarzes Blut. Interne Galerie im Kopf. Bilder schossen rasend vorbei. Seine Augen. Das Gewicht des Schmerzes sank tiefer. Drückend. Pupillen. Etage hinab. Nase. Mund. Zweiter Stock. Lippen. Zähne. Erstes Geschoss. Haare. Parterre. Duft. Er. Alles. Der Schmerz saß im Keller fest. Der Lift ist defekt. Irreperabel.
SchneeewittchenMenschen springen hinab
während andere in die Luft springen
Leute erschießen sich
während andere etwas zum Schießen finden
Personen schlucken Tabletten
während andere Promille schlucken
Die Seele wird ermordet
während ein anderer Amok läuft
SchneeewittchenDes Lebens einzig wahre Größe
steckt im Hahnen Hinterhalt
Gluckenart'ge Denkanstösse
freveln der Humangewalt

Herren des genialen Genres
huldigt nun des Bösen Kraft
Reiter dreist und trüben Blickes
galoppieren himmelab

Erkennt man gläublich das Gebot'ne
stürmt nicht kurze Weile ein
Iris trau dich aus den Pforten
staune Regenbogenhaut
SchneeewittchenSie irren in mir umher
In der Tiefe der Ideen
Wie der Fetzen eines Lebens
Welches es nicht gibt
Sie sind eine Nadel in den Venen
Oder eine glänzende Lüge
Eine Wunde
Die nie mehr verschwindet
Nie mehr verheilt
Und nie an mir vorübergehen wird
Jeden Tag sende ich meine Tränen für Sie hinab
Jede Nacht ist das Bett so groß
Dass ich Ihnen noch etwas schreibe
Und ich weiß
Dass ich es nicht dürfte
Dass ich mich befreien muss
Aus der Falle der Liebe
Warum lebe ich nicht mehr
Warum fehlen Sie mir
Diesen blauen Himmel
Kann ich nicht ertragen
Ich sehe wie Sie sind
Und wie ich Sie möchte
Doch es ist anders
Sie wissen es
Ich werde hier beginnen
Ich werde bei mir beginnen
Tausend Mauern errichten
Damit die Sonnenuntergänge
Die ich sehen werde
Einem Feuer gleichen
Welches mich wie nie zuvor verbrennt
Die Distanz einer Liebe
Die ich in Worten nicht zu beschreiben vermag

Non Le posso perdonare
Non ho sangue nelle vene...mai
SchneeewittchenPerlschnurblitze fädeln sich schleichend durch den schwarzen Nachthimmel. Eisig-goldene Sterne prangern am Himmelszelt.
Mehr-Mann-Zelt.
Das Auge erblickt allen Ortes kühles nasses Schwarz. Der Regen durchtränkt die Erde mit seinen Tränen. In der Luft hängt ein unheilvoller Schatten des Schmerzes. Trauerweiden wiegen schläfrig ihre Gliedmaßen von Ost nach West. Die Köpfe werden unsanft hängen gelassen. Ein herber Wind umstreicht ihre frostigen Ohren.
Die Frau umgarnt bittere Melancholie. Sie schreitet mit entschlossener Miene voran. Wasser rinnt von den hohen Wangenknochen. Eine hellbraune Strähne fliegt unversehens ins Gesicht. Sie streichelt und schmeichelt. Es wird ihr letzter Tag sein. Die letzte Nacht inmitten des paradiesischen Palastes trügerischer Maskerade. Sie breitet ihre Arme aus und dreht sich wie betäubt im Kreise. Sie tanzt im Regen. Sie weint im Regen. Crying in the rain. Die Verzweiflung vermählt sich mit der Obsession. Das Ja-Wort wird panikartig gegeben. Ich will. Sagt das neue Ehepaar. Nun soll die heiß ersehnte Nacht folgen.
Die Frau nimmt sich ein Herz und drückt den entscheidenden Knopf. Ein schriller Ton erklingt. Minuten verstreichen. Wo bist du?
Endlich sieht ihr Auge den Mann. Ungläubig starrt er sie an. Er kann sich die seltsame Situation nicht vergegenwärtigen. Warum gerade sie? Die Frau. Unerreichbar und undenkbar. Auf jeden Fall musst du wieder gehen. Ich kann nicht gehen. Bitte lassen Sie mich herein. Unmöglich. Es ist mein letzter und einziger Wunsch. Pupillen vergrößeren sich auf ein Maximum. Die Tür tut ein Gleiches. Die Frau wird von einer wohligen Wärme begrüsst. Sie fühlt sich geborgen. Alles wirkt so heilig und andächtig. Nichts darf zerstört werden. Sie betrachtet bewundernd seine Schätze. Jeder Millimeter der Wohnung wird unter die Lupe ihres Auges genommen. Was ist denn los? Unruhig nimmt er auf dem beigen Sofa Platz. Könnte ich ein Glas Wasser haben? Seine Blicke durchdringen die Frau. Was? Was? Was führt dich hierher? Er sucht die Küche auf. Sie vernimmt gluckernde Geräusche. Mit zitternden Händen serviert er ihr die sprudelnden Perlen. Die Frau bedankt sich lächelnd. Seine Gedanken rasen einen Sturzbach des Unwissens hinunter. Ich bin da um Ihnen etwas mitzuteilen. Du bist nicht da. Jetzt. Hier. Komm‘ zu dir. Du weißt nicht was du tust. Deine Augen. So glasig. Oh doch, ganz wohl. Benommen legt sie ihren Kopf zur Seite. Träumerisches Lächeln verzaubert ihr Gesicht. Der Mann nähert sich ihr. So sitzt sie da. Verwunschene Prinzessin. Tunnelblick. Verrückt. Hör‘ auf damit. Geh’ bitte. Verdammt. Ja. Verdammt nochmal. Ich liebe Sie. Verstehen Sie mich. Ich liebe Sie. Ich. Sie. Ich liebe Sie. Fassunglos. Er blickt sie an. Todernst die Züge. In einer anderen Welt schwebend. Plötzlich stürzt er ab. Das kann nicht sein. Nein. Nie. Leugnen Sie doch nicht. Der Traum. Haben Sie ihn nicht erlebt? Er schüttelt den Kopf. Die Welt bricht zusammen. Nein? Nein? Wirklich nicht. Mein Gott. Hastig flügeln die Hände zum Glas. An die Lippen. Leben Sie. Eine Handvoll in den Mund. Wohl. Hoffentlich. Habhaft des einst transzendenten Paradieses.
SchneeewittchenNel mezzo del cammin di nostra vita.
Auf des Lebensweges Mitte beginnt die unerdenklich bittere Reise gen Hölle. Nach dem Durchlaufen des Fegefeuers gelangt man schlussendlich ins ersehnt-verdiente Paradies. Seine Mitte muss jeder selbst kennen. Die Mitte des Körpers gibt Auskunft. Man wähle die Nummer direkt ins Herz.
Schneeewittchen„Geschlossene Augen. Ihre Lider werden Muschelschalen, die Augäpfel Muscheltiere. Ein Meer holt sie ab, trägt sie fort, um sie an einen neuen Strand, in einen anderen Tag zu spülen.“
- Und nach der Flut komme die Ebbe.
Schneeewittchen--
Klein fangen wir an auf des Schneeberges Spitze, nun rollen wir hinab in „kugelrunder Routine“, bis wir das Tal des Todes erreichen. Langsam schmilzt die weiße Glitzerhaut.
SchneeewittchenMelancholisch
Mäandernder
Misanthrop
Durch
Dampfend
Dröhnende
Dünen
Opalhafte
Ordnung
Rettung
Reihum
Ringe
Rühmen

Mord
SchneeewittchenFleischverzehrender
Verehrer
Storniert
Die brüchigen Summen
In den Ruin
Der
Fiasko
Zauberliebe
SchneeewittchenVon Kummer benetzt
Umgarnt von Schmerz
von Flocken der Trauer Berieselt
vereist Von Melancholie
Benebelt von der Welt
SchneeewittchenVulkanausbrüche
Samthandschuhe malträtieren
Den eisigen Elfenkörper
Das Glasgebäude zersplittert
Sonnenfunkelnd grell
Durchflutete Bruchstücke
Bohren sich kraterartig ins Herz
SchneeewittchenDreieckskonstellation

Du liebe Liebe böse Liebe
Stehst zwischen
Um
Und in uns
Vereinigst
Trennst
Und schmerzt
Du bedrohst mich
Wiegelst mich auf
Gegen ihn
Gegen dich
Ich muss dich bekämpfen
Liebe Liebe
Du kommst von ihm
Aus ihm
Wegen ihm
Ihm
Er
Er muss
Ende
SchneeewittchenNordpolstreberin

Freier Fall nach oben
Unendliche Tiefe erlischt
Manisch von Wolllust umwoben
Zellulärgrau weiß zischt

Es schreitet in Gassen umher
Hirntier bekleckert die Haftung
Schlängelnd Lüfte ins Meer
Niemand schenkt Beachtung

Miniaturform der Stärke
Außen scheint sie so kalt
Warum Wunderwerke
Beflügelnde Worte im Wald

Zauberwelt immerblau
Schwimmend gegen Horden
Samt Handschuhen friert es sie lau
Mundwinkel ziehen gen Norden

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