| Boolk | Episode 1: Muth’s Geburtstag Tragödie! Komödie! Und Nebel und Flut! Es ist gelegen in einem immergrünen Hain, in einer immerlebendigen Stadt namens Frankeforte, also die Geschichte ist gelegen dort. Ein weiter Platz mit einem Brunnen (ein großer Brunnen, es kommt noch ein weiterer Brunnen in der Geschichte vor), also, da ist ein Brunnen auf einem Platz gepflastert mit Stein, um ihn herum erhebt sich ein kolossales Gebäude, welches Anziehungspunkt von merkwürdigen Gestalten ist, die ihm gegenüber in einem rankenumwuchernden, halbkreisförmigen von Steinpfeilern gebildeten Gang hocken und ganz gespannt und fasziniert auf eine Person starren, die sich im Brunnen tummelt. Hoch und runter mit den Armen, dabei immerwährend mit den Beinen am Platz stapfend, glänzende Muskeln heben sich unter braungebrannter Haut, während das Wasser duschdasmäßig seinen athletischen Körper hinunterperlt... hoch und runter mit den Armen, der Kopf leicht angehoben, Augen im Genuß geschlossen, läßt er das klare Wasser über ihn fließen ... auf und ab .. hoch und runter „Sag mal, können wir den nicht für das nächste Opernplatztreffen als Gogo-Dancer buchen?“ - „Hm... warum nicht, nächste Woche wird jeder im NachBeben so tanzen. Der neue Tanzstil ist geboren .. he! Was macht der da?“ „Ich glaube der hört auf“ -„Nein, der will ne Pause machen, aber wahrscheinlich will er pinkeln, paß auf... der pißt vor allen Leuten in die Büsche... so eine Egomanische Egoscheiße! Profilierungssüchtig!“ Und was macht unser enttäuschter „Frankfurt für Olympia“-Jünger? Er geht tatsächlich in die Büsche und zieht seine Hose aus und segnet den Busch mit seinem energyreichen Saft... Horcht, mein Publikum! Nach ner halben Stunde macht sich eine Handvoll Gestalten zu genau diesem Platz, wo der Jogger seine Markierung hinterließ... „Die Bahn!“ sagt eine nicht gerade neckermann-oma-aussehende junge Frau, namens Marion und reißt uns aus unseren feuchten Joggerphantasien... -„Hä?“ „Na, da unten ist die U-Bahn! Achtet mal drauf!“ -„Ach, du spinnst doch!“ „Genau, das sind niemals irgendwelche Bahnen, die Schächte wurden schon seit Jahren still gelegt.“ - Der Himmel hatte eine bleierne Farbe von schillerndem Flugzeugöl, welches die Stadt und die Parks über die Jahrhunderte betröpfelt hatte und nun sich überall hineingeätzt hat. Ein beißender Geruch von rostigem Staub wehte zwischen den Glasmonolithen, die sich um den Ort unserer Handlung in die Himmel streckten. Dort leuchtete noch elektrisches Licht, die Fenster waren noch sauber, doch diese Art von Sauberkeit hatte etwas von Rasierklingen. Die globalen Firmen, die in diesen Türmen ihren Sitz hatten, schienen selbst irgendwie lebendig geworden zu sein, mit ihrer ewigen Präsenz im Bild der Stadt, denn es ist für das menschliche Gehirn vollkommen zuwider sich einen solchen Moloch vorzustellen und dabei zu denken, dass es eine Firma ist, die von einem oder von einigen wenigen Personen geleitet wird... Eine Firma, die unvorstellbar groß war, die unvorstellbar reich war – und das alles personifiziert in diesen Titanen aus Stahl und Glas. Das ist nämlich unsere Zukunft aus Tränen und Stahl. An einigen Orten von Frankeforte waren tiefe Löcher entstanden, als die U-Bahnschächte eingefallen sind... dies geschah um die Jahrhundertwende und heute kümmerte sich niemand darum, ausser die Menschen, die nichts mehr hatten und diese Räume ihr zuhause nannten... aber nicht einmal die würden die Schächte so weit verfolgen, alsoooo es kann da unten keine U-Bahn geben. „Siehst du, Marion!“ sagte Martin. -„Und was ist es dann“, fragte sie und ihr Blick ließ ihn zusammenzucken. „Hey!“ riefen alle aus einem Mund. „Da ist tatsächlich etwas unten!“ meinte Jens. -„Laßt uns lieber nicht davon reden... ich habe Hunger... hat jemand was zu essen?“ fragte Rafael. „Hab leider alles aufgefuttert. Und Bier hab ich langsam auch keins...“ meinte Sandra und warf ihre letzte Dose in die Tüte. „Ich glaube das war mal n Sushi-Laden, wo eine Freundin gearbeitet hat... ich geh mal. Bis gleich.“ |
| Boolk | Währenddessen beobachteten die anderen fasziniert, wie ein Karnikel ausm Busch hüpfte... „Hey... sagt mal, gibt es hier auch Eichhörnchen?“ fragte der nicht ortsansäßige Rafael. -„Nee, in Frankeforte City? Im Jahre 2203? Das ist doch nicht dein Ernst... das was wir hier haben sind Ratten!“ meinte Jens. „Ha!, wahrscheinlich einige abgefreakte Punk-Ratten, die sich ihr Fell rotbraun färben...“ grinste Rafael. -„Ja! Und sich eine Federboa an den Schwanz tackern, damit sie auch einen Eichhörnchenschwanz haben!“ fügte Jens hinzu. „Unterschätzt nicht die Ratten“ warnte Sandra. „Sag mal, Jens, was bist du denn vom Beruf? Ich bin Student und Geschichtenmacher, also ich mache diese Geschichte in der wir uns jetzt aufhalten zum Beispiel.“ Fragte Rafael und schlug eine Mücke tot. „Nun, ich bin Ingenieur... biotechnische, bionische Bereiche. Wir stellen Roboter und Maschinen für spezielle Zwecke her.“ - „Aha! Gut zu wissen!“ Einige Kameraeinheiten liefen an ihnen vorbei, filmten sie und verschwanden am kleinen Brunnen vorbei. Einige Karnikel hoppelten ihnen hinterher. „Sagt mal, ist das Gras hier schon immer so gelb gewesen?“ wunderte sich Martin. „Eigentlich nicht, kommt drauf an, ob eins der biologischen Panzer vorbei gekommen sind im letzten Menschen-Androiden-Krieg von 2159...oh shit, ich hab eine Laufmasche!“ Alle schauten Sandra verwundert an. Über ihnen knatterte eine 10 meter lange Armeemaschine vorbei, deren grüne und rote Lichter gespenstisch blinkten. Der Wind, den der Hubschrauber verursachte, wirbelte ne Menge Staub hoch, einige Karnikel fielen um, zwei Ratten fielen vom Baum ... doch schlimmer war es, das eine Wolke von Mücken her geweht worden ist. Auch der Geruch des nahe gelegenen Kleinen Brunnens war erbärmlich: eine Mischung aus unreifen gezüchteten Eiern und Schaltmodulplastik, welche ziemlich beansprucht wurde. „Es ist ziemlich warm geworden in der letzten Zeit, richtig schwül... ob man nicht bald auf Regen hoffen könnte?“ sagte Rafael wehmütig. -„Ja, aber woher denn nehmen? Es hat hier schon seit drei Monaten in diesem Areal der Stadt nicht geregnet. Die verdammten Türme wirken nicht nur auf die Winde, sondern auch auf die Wolken und den Regen. Es regnet meistens in den Vororten hinunter, bevor die Wolken steigen können und diese GlasStahl-Konstrukte passieren können.“ Erklärte Jens. „Darum ist es hier auch so verdammt trocken, und dass die Brunnen nur so wenig frisches Wasser abbekommen.“ Martin wunderte sich, aber der Traum war ja vorbei von einem komischen Kerl, der in einem erfrischenden Brunnen hüpfte... „Hier bin ich wieder! Ihr könnt alle mal von dem Sushi probieren!“ Marion schwenkte eine weiße Tüte und packte gleich das kleine Schälchen aus. „Ist auch nicht teuer, nur 95 Cent.“ Alle nickten und machten Geräusche der Zustimmung. Die gläsernen Monolithen bekamen im Hintergrund eine verdächtige schwarze Farbe. Irgendwo erklangen Pauken... „Hey!“ rief Martin. -„Ob das Schamanen sind?“ fragte Sandra. Jens und Rafael schauten sich ratlos an und zuckten die Schultern. „Es kommt von den Bäumen hinter diesem kleinen Brunnen.“ Sagte Martin. „Wollt ihr es etwa herausfinden?“ fragte Marion und mampfte ein kleines japanischen Kunstwerk weg. „Hey, schmeckt echt gut!“ meinte Jens. Martin und Sandra stimmten zu. „Wollen wir mal vorbei schauen, bei den Trommlern? Aufm Rückweg können wir den Sushi-Laden besuchen, hm?“ Rafael schaute Martin erwartungsvoll an, den interessierte es aber auch, also machten sie sich auf den Weg. „Wird langsam kühl hier. Wir sollten dann mal ein Feuerchen machen, meinst du nicht?“ schlug Martin vor. Der andere nickte nur und schaute konzentriert auf den Boden. „Was hast du?“ – „Ich hatte eben echt das Gefühl, dass der Boden leicht vibriert hat... dort unten scheint echt ne U-Bahn zu fahren.“ „Ach quatsch.. laß uns erst herausfinden, ob es dort hinten tatsächlich Schamanen gibt oder nicht.“ Es befanden sich Büsche im Weg, so dass es leicht beschwerlicher wurde, zwischen all dem Gestrüpp, welches mit scharfkantigen Dosen, Metallscheiben von Autoradkappen, Plastiktüten voll war, durchzukommen. Dabei verschluckten die Bäume immer mehr von dem schwindenden Tageslicht. Etwas raschelte dort oben, einige Blätter bewegten sich, doch sie gingen beide weiter, verfolgt von schizophrenen Augenpaaren. „Ich glaube wir...scheiße!“ Rafael stolperte, fiel zu Boden und rollte nen kleinen Abhang runter. Platsch!! „Verdammt!!!!“ schrie Martin entsetzt aus, als ihm klar wurde, wohin der andere rein gestürzt ist... Als er am Fuß des Abhangs vorsichtig angekommen war, sah er den Kleinen Brunnen und wie sich in seiner Mitte Luftblasen entwickelten... der Geruch bekam eine weitere Note, nämlich die von verkokelten Wasserkochern, deren Stecker noch in der Steckdose waren... Martin starrte aus weit aufgerissenen Augen und unter der schwarz-blauen Oberfläche des Brunnenwassers etwas zu erkennen, aber er hatte nicht den besonderen Röntgenblick drauf. Und jetzt hörte er die Pauken schneller, während sich die Welt drehte und Knochen durch die Luft wirbelten, vorbei und sogar über den Kolossen der Weltbanken und Weltfirmen, die Frankeforte City zu einem Nabel der Erde gemacht haben. Es gab nämlich mehrere Nabel in diesem genlaborüberzüchteten Organismus namens Welt. Plötzlich durchstieß etwas das Wasser und sprang einige Meter in die Luft, bevor es wieder hinunterkam, und zum Rand des Brunnens watete. Es war Rafael... doch in dem schlechten Licht erkannte Martin nur seine Silhouette.. und die hat sich um ein spezifisches Detail geändert: aus Rafis linker Schulter ragten spitze Nadeln heraus! Martin machte einen Schritt zurück... An einem anderen Ort futterten 3 Grufts weitere Portionen rohen Fisch... „Der Laden wird langsam zu unserem Stammlokal.“ Mampfte Jens. Patsch! „Scheiß Biester!!“ fluchte Sandra und verschmierte eine Masse von Mückenteilen und eigenem Blut über ihr Knie, wo ihre zerrissene Strumpfhose es nicht bedeckte. Etwas raschelte im Gebüsch. Marion drehte sich um und ihre Augen blitzten auf. „Wie süß! Jetzt sind es drei!“ Einige Langohren hoppelten nervös weiter. Ihre Blicke galten auch den geistesverwirrten Ratten in den Bäumen, die in dieser Saison anfingen Nüsse zu horten... so etwas war gefährlicher als jede mutierte Maus, die vom Brunnen da drüber getrunken hat. „Was machen die beiden denn so lange... die müßten echt langsam zurück sein.“ -„Im Laden hast du sie nicht getroffen?“ „Nein.“ Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh Drei Leute sprangen auf. „Das war Martin!“ rief Sandra entsetzt. „Scheiße“ japste Jens. „Los, hin!“ Marion hob ihren Rock, zerriss einen Teil davon, der im Verschluß ihrer Schuhe hängen geblieben ist. Eine der Ratten, die noch etwas unterentwickelt war, und eine größere Punk-Identität hatte, erinnerte sich mit einem erqickenden Gedanken an ein vernebeltes Lokal in London und an die schönen Tage damals in der Flederrattenhöhle... Zwei Mädels und ein Kerl stürzten durch die Pampa... „Martin! Was ist los!“ fragte Rafael besorgt, während Martin ihn entsetzt anguckte. „Ich mache mir echt Sorgen, bist du krank?“ Rafael kam immer näher und streckte eine Hand aus. -„Laß mich in Ruhe! Das ... das ist doch ein kranker Alptraum!“ „Aber Martin! Sei nicht Debilitas! Tanz mit mir!“ - „Geh weg!“ Das Rafael-Ding packte ihn und warf ihn mit einem Osoto-Gari in den Brunnen, Martin schrie, während er den Scheitelpunkt erreichte. Platsch... |
| Boolk | „Da sind sie!“ rief Sandra. Das Sushi-Kommando erreichte den Brunnen und sah Rafael, der fasziniert auf das Wasser blickte, welches einige Wellen warf. „Was ist los?“ fragte Marion. Jens schrie auf, als Rafael sich umdrehte. Spitze Metallstücke ragten aus seiner linken Schulter und ein kindliches Lächeln lag auf seinem Gesicht, die Haare waren naß, aber hey- auch die Kleidung... er war also in den Brunnen gefallen. Darum die Mutation seiner Schulter. Und jetzt stieg auch Martin auf... er keuchte sich ans Ufer und .... eine durchsichtige Haut spann sich zwischen seinen Fingern und aus seinem Rücken ragte eine große dunkle dreieckige Flosse. „Was ist?“ blubberte er. „Du hast Kiemen?“ Jens Stimme brach an den höchsten Tönen, die sie erreichte. DUMM DUMM DA DUMM DA DA DUMM DUMM DA DUMM DA DA DUMM DUMM Klang es vom anderen Ufer, bzw. Vom Ort hinter dem Brunnen, also trotteten die 5 um den Rand und sahen eine Gruppe normal gekleideter Leute, die auf ihren Trommeln schlugen, dazu Gitarre spielten und 2 von ihnen tanzten irgendwelche Volkstänze. „Das sind Russen!“ sagte Rafael. „Sag nichts, ich habe sie am Gesicht der Frau erkannt.“ „Es sind russische Schamanen! Sie holen den Regen schneller herbei, als die Gesangskünste von Jens!“ unterrichtete sie Sandra. „Und was machen die anderen denn da?“ Die Hand deutete nach Rechts. -„Sieht interessant aus... da könnte man ja was von denen lernen...“ „Hm... ist das dieses indische...“ „Kama-Sutra...sieht ganz danach aus...“ Sie starrten zwei verschlungene Gestalten an, die sich etwas abseits davon berührten, küßten, mit dem Kopf gegeneinander rieben und sich kuschelten und wuschelten, bis man nicht mehr erkannte, welches Bein zu welchem Arm gehörte und überhaupt... „Autsch! Schon wieder so ne Scheiß Mücke, und wir haben extra die Marion dabei, damit sie auf sie fliegen.“ Grummelte Jens. Bsss bs? Bsss!? BSSSSSS!!!!!!!! „Was machst du denn da?“ fragte Rafael Sandra, die ihre Haut spannte. 4 Gesichter kamen näher und sahen, wie sich eine Mücke verzweifelt los reißen wollte, aber ihr Rüssel in Sandras linken Arm steckte. „Hehe!“ triumphierte sie. Die Sonne ging währenddessen unter und ihr rötlicher Schein bedeckte die Landschaft. Einige Insekten hoben ab, zwei Leute stritten sich über ihre Spezies, aber das war eh egal, denn diese wechselte bei jedem Wasserkonsum, daher unwichtig. „Oh! Wie romantisch! Glühwürmchen!“ jubelte Marion. „Das sind eher phosphorizierende Essensreste.“ „Ich schätze, da sollte jemand bald Feuerholz holen, denn es wird kalt.“ Meinte Martin. Also sammelten alle auf dem Rückweg zum geweihten Ort etwas Holz, während man sich noch mit Sushi zudeckte, wobei diesmal Martin lieber nichts davon wollte und sich damit begnügte die von Sandra gefangenen Mücken zu futtern. Blubb Blubb! ENDE DER EPISODE 1 Erwarten Sie voller Spannung die Fortsetzung! Was geschieht in der 2ten Episode? Was hat es mit den merkwürdigen unterirdischen Beben zu tun? Werden die 5 von dem Sushi erbrechen? Wohin weht der Wind? Was hat es mit Muth's Geburtstag auf sich? Warum ist der Waldemar noch nicht aufgetaucht? Werden die 5 tatsächlich schaffen ein Feuer zu entfachen? Was ist russischer Punkrock? Und was haben die Ratten ausge“hackt“? Das alles und noch viel mehr lesen Sie in der 2ten Episode! |
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