| poisonLipsticks | "8" Fast unbemerkt schlich er sich ein des letzten Morgens erster Sonnenschein Erwachend suchte sie nach ihm fand Schatten wo einst Mondlicht schien "Verzeih, mein Herz nur Trauer sieht..." sang sie sich leis sein Abschiedslied Ach Liebster, was hat dich verletzt daß ich selbst deinen Schmerz nicht schätzt'! Zusammen wollten sie vergeh'n gemeinsam wieder aufersteh'n Mit Körpern nackt und engumschlungen durch Augen ineinand' gedrungen Fast eins gewesen, fern und fremd der Welt die innerlich verbrennt Mein einz'ger Stern - was ist geschehn daß wir im hellsten Licht sogar, nur umso schwärz're Schatten sehn? -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "O Fortuna" Weiß der Teufel, was der Grund für meine Geburt! Doch werd ich keine weitre Schmerzensblume pflücken, sie in mein Haar zu flechten wie es töricht Mädchen tun! Werd keinen Gedanken mehr daran verschwenden wie es war, als mich andre Geister ritten Ich bin nicht mehr bereit zu glauben Denn endlich sehe ich mit von Hoffnung ungetrübten Augen Dich! Und berühre Deine Schenkel... O Fortuna! Du Hure öffnest jedem Zufall deinen Schoß! -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Dank gebührt den Eltern" Ist es nicht wunderschön, zu sterben? Im grünen, taufeuchten Grase liegend an der Geliebten Brust die sonnengoldne Luft zu atmen? Ihr langes schwarzes Haar wie Schattengeister im sanften, warmen Sommerwinde sehen und lautes Blätterrauschen hören Ist es nicht wunderschön, zu sterben? Den mächtgen Tod mit Zärtlichkeit hinauszuzögern Leib an Leib und seelumschlungen ihm ein süß Willkomm bereiten? Wie von Welten unberührte Kinder nackte, an ihrem Schicksal unschuldige Wesen von der Erd nur schwarzgefärbt auf der sie spielten und Freudentränen niederließen wie unwirkliche Traumgestalten Silhouetten längst vergeßner Zeit und bunte Seifenblasen voller Glück... Ist es nicht wunderschön, zu sterben? So viel schöner, als nie geboren worden sein? -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Baum der Erkenntnis" Das Licht des Lebens strahlt durch den Baum der Erkenntnis und wirft den Schatten des Todes zwischen die Bilder des Glücks -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Vergiß mich nicht (für Raffaela)" Vergiß einmal die ganze Welt und alles was du nie gesehn Vergiß das was dich hält und fällt und alle, die den Kopf dir drehn Vergiß das Feuer das nicht brennt die süßen Wasser die nicht fließen Vergiß das AUM das niemand kennt die Götter die im Stich uns ließen Vergiß auch deinen heilgen Namen und alles was dich sinnlich macht Vergiß die Flügel die wir tragen und unsrer roten Hörner Pracht Vergiß die Nacht die uns verband die Tage die uns wieder trennten Vergiß den liebevollen Tand und die Ängste die uns lenkten Vergiß die Sehnsucht aller Tat Vergiß das bittre täglich Brot Vergiß die Ernt´ vergiß die Saat und alles was noch bleibt ist tot. -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Warum?" ich kauere in deinem Schatten du schaust ins Licht die Zeit die wir mal hatten durch deine goldnen Haare bricht ich hauche halblaut ein Warum? du drehst dich um ...und siehst mich nicht ich hör dich Lachen klingt als ob ein Engel lacht was soll ich machen? was macht ein Schatten in der Nacht? das Messer spiegelt sich zart im letzten Sonnenlicht... warum nur hast du das gemacht? -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Weshalb sollte ich weinen?" weshalb sollte ich weinen? ist nicht alles nur ein Schrei? Schönheit, Freude, Liebe Pein und Tod nicht einerlei? die Erde stirbt und hinterläßt ihr Herz ein jedem Ding in kleinem Stück in dunklen Wassern und tief in kaltem Erz bleibt der Sinn der Welt zurück weshalb sollte ich weinen? ist nicht alles scheißegal? ob wir lebend leiden oder sterbend wieso wohl haben wir die Wahl? bald wird der Lebensbaum gefällt verbrannter Bücher Rauch steigt von irgendwoher auf trägt den letzten Hilferuf der Welt und mit ihm alle Hoffnung jenseits der Tränen Lauf weshalb solltest du weinen? ist das nicht Schicksal aller Dinge? der Weg vom süßen Wiegenlied führt nunmal zur Sensenklinge 'O weine nicht, schöns Blümlein!' spricht der alte Greis und steigt ins Boot 'Der Mensch ist nur ein klein Irrlicht, - ein Windstoß ist sein Tod' -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Das Kind" Einst da kam ein Kind zur Welt das Tageslicht niemals zu sehn Es wurd geboren von den Toren auf deren Händen Zahlen stehn Sie trugen es in einen Wald Die Mutter hielt das Kleine warm Man ging mit ihr zu einem Ring und nahm es dann von ihrem Arm Man wartete bis Mitternacht und fing das Ritual dann an Das Kindlein legte man zum Stein der zog es schnell in seinen Bann Man küßt´ es sanft ein letztes Mal Der Vater zog das Messer Man Schnitt mit Lust die kleine Brust und fühlte sich dann besser... -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Es ist geschehen" Es ist geschehen Wir sahen es kommen Ein Herz küßt seinen Untergang Ich sah sie reden Jetzt hör ich sie Sie spricht zu meiner Seele Und alles was sie sagen wird Schwingt nun in dem Takt In dem Unendlichkeit uns wiegt In unsrem Tränenmeer In dem wir täglich sterben gehen Erkenn ich nun auch ihr Gesicht -,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,-,- "Wo mein Herz zuhause ist" wo blumen ewig welken nennt man dich daheim wo sterne nicht mehr scheinen werden und augen keine absicht bergen und schreie unerhört verhallen wo schwarze erd' nach neuem leben duftet und dich der wind beim namen nennt wo heimlich geister sich gesellen und still dein inner licht verbrennt wo tod selbst einen schatten hat wenn dunkelrot der kerzen schein erstrahlet und unser beider namen in graue steine malet wartest du mein Herz sanft lächelnd schon auf mich ® by the poisonLipsticks. |