| cruel_kite | SEELENLOS Dünnes haar spaltet sich Und ich schreie mir die seele aus dem leib Da klebt sie nun Elend blutend an der wand Und zieht langsam Eine schleimige spur zum boden Auf dem ich liege Mit offenem munde Um sie wieder in empfang zu nehmen MEIN HAUS Zerknülltes papier auf dem teppich Wohin man sieht Zerknüllte träume Hoffnung brodelt in einer angebrochenen flasche Die in der ecke auf die müllabfuhr wartet Von der decke hängt in fetzen Die lebenslust Und der frohsinn brach schon durch ein loch im boden Und liegt nun zerschmettert im keller Genickbruch Da klopft es an der tür Und siehe da Der schwarze sensenmann kommt Um aufzuräumen ABSCHIEDSBRIEF Erst wenn nichts mehr zu sagen bleibt Setze ich mich stumm In eine staubige ecke Grüne gedanken warten im spiegel Auf ihre befreiung durch mein düsteres antlitz In dem moment Löst sich der rostige nagel Und hunderte scherben bedecken den feuchten boden Durchzogen von roten spuren Welche meine nackten füsse hinterliessen Als sie vor der stille flüchteten Und mich Allein und traurig In der staubigen ecke vergaßen Wie trostlos schiebt sich dies graue geäst Durch meine augenhöhlen Die wand hinauf Entlang der zimmerdecke Auf ihm klettern winzige affen Scheusslich lachend Mit nur einem auge Und beerdigen meinen verstand |
| cruel_kite | Parallel wie durch verwinkelte spiegel tausend mal gebrochen doppelte realität zwei wirklichkeiten in grausamkeit konkurierend ignorante thoren beiderseits wenig hoffnung in zahllosen spiegelungen das licht verliert sich und versinkt in endlosen tiefen zweier parallelwelten |