| TwilightSun | mein eigener Garten...ich weiß nicht, was darin wachsen wird und ob die Pflänzchen Früchte tragen werden...ich hoffe es...und wenn es nur die Erfahrung ist, die daran wächst, so ist auch das eine Bereicherung... |
| TwilightSun | Kleine Hände umfassen mit zittrigen Fingern die Klinge. Ist sie scharf? Ein kurzer Schnitt, um dies zu testen. Ein Tropfen Blut quillt aus dem Finger. Rot, verheißungsvoll "Mehr," wispert die dünne Stimme im Kopf. "Bitte, bitte mehr!" Fast mechanisch greift die kleine Hand erneut nach dem Messer, dreht es, wiegt es. Das grelle Licht der Neonröhre spiegelt sich im kalten Stahl. Was sind das für Fratzen, die so höhnisch aus der Reflektion grinsen? Ist es nicht das eigene, noch so junge Gesicht, das völlig entsellt lacht? Mit dem eigenen Lachen, so grausam, so kalt? Kleine Schweißperlen laufen über das schmale Gesicht, unbemerkt weggestrichen und gleich wieder da. Die Lippen zusammengepresst, zittern ganz sanft. Verliebt ruht der Blick auf der Klinge. Voll Hingabe hebt sie das Messer, lächelt verträumt. Keine Angst mehr, nur noch sie und der Stahl. Der einzige Gedanke gilt dieser wundervollen, roten Flüssigkeit. Ganz weich gleitet die Klinge durch die Haut. Ganz sanft zeichnet sich der Schnitt im Fleisch ab. Der Riss wird größer. Die Tropfen kommen zunächst langsam, dann immer schneller aus der Wunde. Das Blut rinnt mit ungeheurer Geschwindigkeit auf den neuen, weißen teppich. "Schade drum," denkt sie. "Blut, mehr Blut," flüstert die Stimme. Der Strom versiegt langsam. Alles ist rot, die ganze Welt schimmert in der Farbe der Liebe. Das Mädchen schließt die Augen. Tot |
| TwilightSun | Ein geisterhaftes Wispern erfüllt die Luft. Stimmen, die leise flüstern, kreischen und niemals enden. Die Realität ist ausgesperrt. Es ist gleißend hell, das Licht blendet. Keine Chance zu entkommen. Das Wispern wird intensiver. Man fühlt es viel eher als das man es hört. Es scheint keine Wände, keine Grenzen zu geben. Kein Oben, kein Unten, kein rechts, kein links. Alles verliert sich zwischen Licht und Geräusch. Hupende Autos, eine rote Ampel. Eine Frau schiebt ihren Kinderwagen vorbei. Ein Fetzen realität, der sofort zerfasert und sich verliert. Die Stimmen kehren zurück. Unerträglich laut kreischen und schreien sie durcheinander. Wortlos schlüpfen wahnsinnige Laute aus unsichtbaren Lippen. Nicht existente Münder stoßen unmenschlich hohe Töne aus. Ein Auto rast heran, doch auch dieses Bild verliert innerhalb von Sekundenbruchteilen alle Bedeutung. Das gleißende Licht überlagert jede andere Wahrnehmung. Keine Möglichkeit zur Flucht, das Strahlen ist überall, unausweichlich. Kein Schatten, kein Schutz. Es raubt den Verstand. Immer heller. Immer lauter. Es schmerzt. Die Welt dreht sich. Immer schneller, erbarmungslos, hektisch flackern die Lichter, die Stimmen kreischen ohrenbetäubend. Kein Ausweg, kein Entkommen. Ein Knall, Hupen, Schmerz. Das durchdringende Geräusch von einer großen Menge Metall, das auf einen menschlichen Körper schlägt. Die Realität ist zurück, jegliche Halluzination verdrängt und vergessen. Ein Blick nach unten. Es sieht irgendwie unnatürlich aus, wie sich diese Kniegelenke drehen können. Und warum ist die Kleidung so feucht und rot? Woher kommt dieser plötzliche Schwindel, weshalb klingen alle Geräusche auf einmal so dumpf und leer? Es wirkt unecht, wie sich die Frau in Zeitlupe auf ihren Kinderwagen stürzt und sich wegdreht. Sehr seltsam, fast schon amüsant. Ein ersticktes Lachen. Noch einmal schaukelt die Welt, als ich zu Boden sacke. Woher kommen bloß all die Glassplitter in meiner Haut? Und warum zum Teufel fließt so viel Blut aus tausend Wunden? Und warum aus meinem Ohr? |
| TwilightSun | Ich habe die Träume gesehen, die in deinen Augen lagen, kleiner Engel. Ich habe deine Sehnsucht gespürt, deine Schmerzen gelitten. Weißt du noch, kleiner Engel? Ich hielt deine Hand wenn du traurig warst. Du hast mich angesehen, und dein Leiden zerriss mir fast das Herz. Erinnerst du dich, kleiner Engel? Du hast mich festgehalten, wenn ich geweint habe. Du hast gelächelt und dein Lächeln hat mir Kraft gegeben. Du hast deinen Schmerz für mich vergessen, kleiner Engel und ich habe mein bestes gegeben, ihn dir zu nehmen. Es gab soviel, was wir noch sagen wollten. Ich wollte deine Träume teilen. Kannst du deine Träume jetzt leben, kleiner Engel? Geht es dir gut? Du fehlst mir, kleiner Engel. Ich habe Fehler gemacht, ich weiß. Du bist fort, es war meine Schuld. Ich hatte Angst, kleiner Engel. Ich wollte dich nicht verlieren. Kannst du mich nicht verstehen, kleiner Engel? Ich tat es doch für dich. Es war ein Fehler, wir beide wissen es. Ich werde dein Lachen nicht vergessen und auch dein Weinen nicht. Ich werde immer den sanften Druck deiner Hände spüren. Dein Blick, deine Augen werden mich begleiten, wohin ich gehe. Ich vermisse dich, kleiner Engel. Ich bete so sehr für einen Neuanfang. Ich weiß, dass es unmöglich ist. Ich weiß, es geht nicht mehr. Ich weiß, du warst das Wichtigste in meinem Leben. Ich weiß, das bist du auch heute noch, auf eine stille Art. Es tut mir leid, kleiner Engel. Es sollte für immer sein und es zerbrach so schnell. Ich werde keinen Moment vergessen, unsere Begegnungen leben in meinem Herz. Vergiss mich nicht, kleiner Engel. |
| TwilightSun | Warum hast du nicht in meine Augen gesehen? Du weißt, ich wollte es nicht Wie konntest du das tun? Immer habe ich zu dir aufgeblickt Weißt du, was du getan hast? Warum hast du nicht in meine Augen gesehen? Du hast doch mein Flehen gehört Hörst du nicht mein Weinen auch heute, nacht für nacht? Ich habe dir so blindlings vertraut Warum hast du mir das angetan? Du warst so kalt Ich höre deinen Atem, dein Stöhnen Ich kann nicht vergessen Ich hatte dich so lieb Immer hast du auf mich aufgepasst Warum hast du mir das angetan? Ich konnte mich doch nicht wehren Ich konnte doch nicht verstehen Weißt du, was du getan hast? Ich ertrage dein Lächeln nicht Warum tust du so, als wäre nie etwas geschehn? Du hast bekommen, was du wolltest Warum musstest du das tun? Du hast mir alles genommen Ich wollte doch nur Kind sein Wie kannst du mich ansehen? Du lachst und lebst Hast du so schnell vergessen? Hörst du mich nicht schreien? Ich will dich doch nur hassen Wieso verwehrst du mir selbst das? Sieh mich nicht an Geh, bitte geh Ich ertrage dich nicht Warum hast du nicht in meine Augen gesehen? |
| TwilightSun | Das Leben brennt der Tod erfriert die Menschen spielten Gott sie nahmen Macht und gaben Leid die Hölle ist erwacht der Baum ist tot der Wald verblutet die Erde ist von Blut besudelt der Hund verreckt das Schwein erstickt wir haben es geschafft die Welt ist uns jetzt ganz allein doch was hats uns gebracht? |
| TwilightSun | eine dunkle Träne sie erfüllt mein Herz doch schmerzt sie nicht ein bitterer Geschmack ist ihr eigen doch öffnet sie mich mein Herz erblüht wie eine Rose köstlich, schön doch voller Dornen eine Träne der Liebe eine Träne der Melancholie weckt Hoffnung zieht mich hinfort aus meiner kleinen Welt hinein in die Unendlichkeit meine Seele ist schwarz doch voller Liebe ein düsteres Lächeln springt aus ihr hervor ängstigt manche und erfreut die andren ich atme den Duft der Rose meines Herzens lächle voll Trauer und weine beglückt springen will ich durch die Nacht sie birgt keine Geister sie strahlt in ihrer dunklen Schönheit kein Laut durchdringt ihre Ruh nur der Wind spielt sein leises Lied in den Blättern des Waldes das Licht der Nacht strahlt auf mich hinab enthüllt die Welt vor mir vor den Augen eines Kindes in ihrer vollkommenen Schönheit sie ist nicht schwarz nein, sie ist voller Farben doch muss man erst die Schwärze durchdringen ehe man Farben sieht kein Licht durchdringt den Nebel bevor du nicht in gänzlicher Finsternis wandeltest kein Lachen erklingt in deinem Ohr ohne dass du zuvor das Weinen hörtest erst wenn du im Meer der Tränen schwammst, das Tal des Schmerzes durchwandertest, dich durch die karge Wüste der Angst schlepptest und im Sumpf des Leids fast versankst dann - erst dann kannst du die Berge des Glücks erklimmen, das fröhliche Lied des Windes in den Baumwipfeln hören, durch die Gärten des Lachens spazieren und den Wein der Liebe kosten |