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  Forum: Verlassene Gärten
    Thema: Des Soldaten poetische Werkesammlung
BO 41[u]Zerrissen / Geteilt[/u]

Ein Herz, Mein Herz
Geteilt in drei Teile.
Verstreut und nun geeint,
Veredelt jeder Teil f\x{00FC}r sich.

Sie liegen nun hier nieder,
In wei\x{00DF}, in schwarz ... und Ich.
Gar wichtig ist mir jeder Teil,
Doch niemand gl\x{00FC}cklich ist.

Melancholie macht sich wohl breit,
Denn heisst es bald zu scheiden,
In unterschied'che Richtungen,
Es wird ein jeder leiden.

Doch bleiben auch bei mir,
Zwei Teile zweier Herzen.
Auf dass sie all vereint sich wissen,
Welch Entfernung auch dazwischen sein mag.
BO 41[U]Wiedersehen[/U]

Schauer jagen unter meiner Haut,
Nervenbahnen vibrieren,
In Erwartung des Tages,
Des Tages, an dem ich dich sehen werde.

Gekannt habe ich dich schon immer,
Kennengelernt erst vor kurzem,
Gespuert das Band, das uns verbindet,
Das Band des Verstandnisses.

Vertrauen kam bald nach,
So gewaltig, wie noch nie.
Vertrauen, gegeben und genommen,
So schoen wie nie zuvor.

Ein Blick auf den Kalender,
Ein Blick auf meine Uhr,
Ein Blick auf Deinen letzten Brief,
Ein glueckliches Laecheln. doch nciht nur ...

Erinnerungen werden wach,
An Tage, vergangen, aber nicht vergessen,
An Stunden, die viel laenger dauern sollten,
An Augenblicke, die Ich halten muechte ... zusammen mit Dir

Bald

Ich liebe Dich
BO 41[u]Abbitte[/u]

(Einleitung/Prolog)
Meine Fehler ich sehe,
Zutiefst bereue ich die Taten,
Kniefallend ich bitte,
Bitte um Verzeihung.

----

Gewitter umziehen meine Stirn,
Umziehen meine Hand.
Donner und Blitz um mich rum,
Ein falscher Zeus zuernt mir gar sehr.

Helene habe ich gesehen,
Gehalten in den Armen.
Haett mir schneiden sollen die Naegel,
Bevor ich bewegte meine Hand.

Troja's Mauern broeckeln schon,
Wird es noch standhalten koennen?
Hatte Hector Erfolg,
Oder wird Achilles gesunden?

Auch Kassandra darf sich freuen,
Hat doch ein Schwarzseher auch lichte Momente.
Oddysseus wiederum schritt nun zur Tat,
Hatte seine List Erfolg?

---

(Epilog)
Die Zeit wird zeigen,
Was Zeit immer gezeigt:
Veraenderung in jedem Fall,
Doch wohin bestimmt nicht Zeus nicht Hera,
Nein, dem Helden Mensch auf seiner Irrfahrt obliegts,
Zu zeigen, was er hat gelernt, wozu er bereit

------
Anmerkung: Eigentlich soll das Gedicht zusammen gelesen werden, nur ist diese Abgrenzung fuer die sinngemaesse Interpretation wichtig ...
Uebrigens ist das Gedicht auf eine reale Geschichte bezogen ... und jede der Personen hat auch eine entsprechende fiktive person im gedicht, mit passenden eigenschaften ....
BO 41[U]Luegen[/U]

"Gib mir nur fuenf Minuten,
Gleich bin ich okay.
Es ist nur eine Phase,
Die mal kommt und wieder geht.
Mach Dir keine Sorgen,
Ich bin sofort wieder klar.
Gib mir nur fuenf Minuten,
Und ich vergesse, wer ich war."

Die Absicht ist,
Uns zu betruegen,
Doch "luegen" nennen wir es nicht,
Mehr zu verletzen glauben wir nicht,
Wenn wir etwas verschweigen,
Was doch sehr wichtig ist.

Die Absicht, Harmonie zu zeigen,
Andern Ausgeglichenheit vorzuhalten,
Muss als Vorwand uns oft herhalten,
Unsere Gefuehle nicht zu zeigen.

Der Betrug am andern ist sein Irrglaube,
Kind unserer Tat, Worte und Signale.
Sein Glaube und Vetrauen in die Ehrlichkeit,
Umgangen durch Schweigen um Harmoniesuechtigkeit.

Verletzend der Moment danach,
Wenn alles offenliegt:
Angst, Wut, Schmerz und Leid,
Die sich suchten andere Kanaele,
Kanaele am andern vorbei,
An seinem Willen, Glauben, Vertrauen,
Der Idee der Partnerschaft an sich.

Verschwiegen dann aus Ruecksicht,
Bringt groess'res Leid zutage,
Erschaffen durch die Ruecksicht selbst,
Als vorher nur ein einzeln' Satz
Haett' beiseite schaffen koenn'.

Wichtig ist es uns,
Doch teilen wollen wir es nicht,
Aus Ruecksicht auf den andern,
Aus Furcht vor dessen Furcht,
Doch Feuer loescht das Feuer nicht.

Das sind nur Luegen, nichts als Luegen,
Und ich wuenschte, ich waer stark,
Koennt' die Zeit einfach zurueckdrehn,
Und alles waer, wie es mal war.
BO 41[U]Der Graben[/U]

Nah und doch fern,
Fern und doch nah,
Sind wir uns gewesen,
Zusammen und getrennt.
Einheit und doch geteilt.

Zwischen uns ein Graben,
Mal breit mal weniger.
Doch einfach springen,
scheint nich moeglich.

Jeder auf seiner Seite,
Ungluecklich und zerruettet,
Reuend und verzeihend,
Doch nicht redend.

"Sieben Tage", sprach der eine,
"wollen wir uns trennen,
Geht jeder eine Richtung,
Links oder rechts.
Doch dann treffen wir einander."

Sie tauschen Gruesse, Hoffnungen,
Schmerzen, Wuensche,
Und leiden beide weiter,
Jeder fuer sich und allein.
Gehen auseinander.

Heute wollen sie sich wiedertreffen,
Einander sehen, hoeren, troesten.
"Dort ist eine Bruecke,
Kommst du mit?" spricht der eine.
"Einen Tagesmarsch nicht ganz,
Aufreibend, doch schaffbar,
muessen wir noch laufen"

"Dann kommen wir an die Bruecke,
wir muessen nur daruebergehen,
Und koennen einander in den Armen liegen,
Zusammen wieder lachen, weinen, leben.
Wir muessen es nur wollen, muessen es nur wagen,
Zu gehen diesen Schritt."

Dort ist eine Bruecke,
Kommst du mit?
BO 41[U]Pontifex[/U]

Brueckenbauer haben's schwer,
Wird ihnen doch fast nie gedankt,
Den rechten Lohn sie nie erhalten,
Denn ihre Arbeit niemand sieht.

Ganz offensichtlich ist die Bruecke,
Wenn sie steht und stehen bleibt,
Doch solange sie unfertig noch,
Wird kaum jemand sie bemerken.

Der Bauherr muss wohl ueberlegen,
Planen, wissen, was er will,
Und spielen andere noch mit rein,
Selten jedoch nach seinen Wuenschen.

Lauft es nicht wie angedacht,
So sieht jeder nur das Schleche,
Den guten Willen niemand sieht,
Weil niemand nach ihm fragt.

Brueckenbauer jeder ist,
Ob gross, mittel oder klein,
Brueckenbauer mit Erfolg,
Man lernen muss mit vielen Muehen.

Doch wenn das Bauwerk einmal steht,
In herrlichster Vollendung,
Wenn aus Fehlern man gelernt,
So ist ein jeder stolz auf dich.
BO 41Die Zeit mit Dir
----------------

Sekunden werden zu Momenten,
Momente zu Minuten,
Minuten zu Stunden,
Stunden zu Ewigkeiten,
Zeit, mit Dir zu teilen,
Zeit, Deine Nähe zu genießen.

Gar positiv ist die Zeit,
Wenn auch nicht nur, doch
Hat alles seine guten Seiten,
Sogar Angst und Sorge machen Sinn.
Und währenddessen ist
Versinken in Deinen Augen,
Meine allerliebste Tätigkeit.

Doch weis auch ich,
Alles hat ein Ende.
Mag unsere Zeit zusammen glücklich sein,
Ewig dauern wird sie nicht.
Zeit, von Dir getrennt, wird es geben,
Überwinden müssen wir sie beide.

Wo auch immer unser Weg führen mag,
Mag er sich trennen oder nicht,
Behalten werd ich ihn in meinem Herzen,
Mich seiner erinnern, wenn es gut tut.
Mich deiner erinnern, wenn du erlaubst.
Mich der Zeit erinnern, als ich glücklich war.

---
Fund auf der HDD aus den Sommerferien ....
BO 41Du tanzt (06.09.2003)
=========

Ich sehe deine Gestalt,
Selten dir ins Angesicht,
Nie in deine Augen,
Doch immer wieder gerne hin.

Du drehst dich um die Welt,
Die Welt dreht sich um dich,
Ekstase ist dein Antrieb,
Verschmelzung ist dein Ziel.

Bis du dann endlich eins,
Mit Schöpfer, Werk und Zeit,
So breitest du die Arme aus,
Unsterblichkeit scheint nicht mehr weit.

Die Musik nur dir bekannt,
Die Schritte weist nur du,
Alle Welt sich wundert über dich,
Keiner sonst kennt deinen Tanz.

Lässt du mich teilhaben?
BO 41[u]Der Schrei[/u]

Es ertoent der Ruf,
Die frage, die Verzweiflung,
Gebrochene Hoffnungen, Wuensche,
Entladen sich in einem Schrei.

Das Leid ist ohne Worte,
Die Ohnmacht ueberwaeltigt dich,
Dich auszudruecken vermagst du nicht,
Alles dreht sich nur um dich.

Nach aussen dringen wird es bald,
Denn sonst bleibst du stehen,
Artikulieren wirst du dich,
In Schrift, Bild, Worten, Taten.

Irgendwann hast du es ueberwunden,
Sei dir dessen sicher,
Jetzt magst du es dir nicht vorstellen,
Doch alles, was bleibt ist der ungehoerte Schrei:

"ELI, ELI, LEMA SABACHTANI?"

---
Die letzte Zeile ist aus dem Matthaeus-Evangelium (mt, 27,46) ["Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" schreit der gekreuzigte Jesus]

Kritik bitte ^^

Ist uebrigens ein Spontaneinfall ....

Mata ne
BO41
BO 41Mephisto (07.09.2003)
=========

Dein Diener auf der Erde er,
Sein Lakai bist du hernach,
Wuensche ihm Befehl auf Zeit,
Deine Seele ewig ihm.

Begierde nach Reichtum, Wissen,
Macht, Wundern und Menschen,
erfuellt er dir mit Freude,
weis er doch, was bald sein Lohn.

Der Bach dir nun ein Fluss,
Das Gift dir Honig, Eisen Gold,
Das Gretchen wird zur Koenigin,
Doch alles Lug und Trug, nur Schein.

Fuer dich zerschlaegt er diese Welt,
Das Aufbaun ist ihm wohl ein Leichtes,
Ihm, der ueber Kraefte gebietet,
Die du nicht einmal nennen kannst.

Der Teufel ist ein Engel in blutrot,
Und Blut ist seine Tinte,
Zu deiner macht er sie sehr schnell,
Sonst oeffnet sich dir keine Tuer.

Lachend begleitet er deinen Weg,
Zeigt dir Spiele, Tricks, Philosophien,
Fuer die du sterben wuerdest,
Hungrig speist nutzloses Wissen.

Amuesiert er sehr wohl ist,
Ueber diesen gier'gen Hunger.
Doch Hofft er absolut nicht,
Das du endlich siehst, verstehst.

Ein Daemon in Rot, fliegt hoch hinaus,
Waehrend du noch auf dem rottend Baum,
Dem Baum, der dich darstellt,
Bald wirst auch du nach unten fliegen.

Wunder, Traeume, Geld und Macht,
Koennen dein sein auf der Erd',
Doch bedenk': Auch du wirst alt,
Und landen einst in seiner Hand.
BO 41[u]Desperation/Waiting[/u] (09.09.2003)

I see you waiting at the corner,
Looking 'round you frequently,
I see the panic in your eyes:
"She will not come!"

You're getting nervous more and more,
Even if the time's not up,
You can't stand still,
But don't dare to move.

You told the time, and are now waiting,
But if she wants to come, she alone decides,
ut you should wait until time comes,
You know she needs the time.

Therefore you will wait until,
Thereafter go away,
With her or without,
But waiting more, you will not do.

I saw you waiting at the corner,
With success I do not know,
For I went away,
before she came, or did she not?
BO 41Kampf in Dir / Blick in den Spiegel (09.09.2003)
====================================

Wartend stehst du an der Kreuzung,
Siehst dich dauernd um,
Verzweiflung, Panik gar in deinen Augen:
"Kommen wird sie nicht!"

nervositaet packt dich nun immer mehr,
Auch wenn die Zeit noch gar nciht da,
Still warten kannst du kaum noch,
Dozh zu bewegen dich nicht traust.

Du gabst die Zeit vor, wartest nun,
Doch ob sie kommt, sie allein entscheidet,
Warten solltest du, bis die Zeit um,
Weist du doch, sie braucht sie auch.

Solange wirst du stehen,
Danach wirst du gehen,
Ob mit ihr oder ohne sie,
Doch laenger warten kannst du nicht.

Ich sah dich warten an der kreuzung,
Mit Erfolg? Ich weis es nicht,
Denn weiter ging ich bald,
Kam sie oder kam sie nicht?
BO 41[u]Innenleben[/u] (09.09.2003)

Siehst du in dein Innerstes,
Ein Wirrwar du wirst finden,
Eine grosse Anzahl Wuensche,
Luegen, Hoffnungen, Traeume,
Eigentlich alles, was du bist.

Solltest du es jedoch wagen,
Einmal dich zu tief zu treiben
Es sollte "Obacht" dein Gebot sein,
Liegt hier doch dein Innerstes,
Es ist gefaehrlich, dran zu ruehren.

Seele nennt sich das Gebilde
Entstanden aus Gewesenem,
Erlebten und Vergessenen,
Liebe, Leid, Schmerz und Lust,
Es graviert sich alles ein.

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